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TV Programm für ARTE am 30.09.2026

Hans Hass - Pionier der Tiefe 05:10

Hans Hass - Pionier der Tiefe

Porträt

Eine Reise an die französische Riviera ist prägend für seine Zukunft. Hier entdeckt Hans Hass seine Begeisterung für die Unterwasserwelt, die ihn im Laufe seines Lebens zum Pionier der Unterwasserfotografie und Meeresforschung werden lässt. Aber wie kam es dazu, dass ein junger Mann aus Wien - noch dazu zu Beginn des Zweiten Weltkrieges - allen Widrigkeiten zum Trotz eine bahnbrechende Karriere als Taucher, Filmemacher und Zoologe beginnen sollte? Sein Biograf und langjähriger Freund Michael Jung kennt Hass' Vision: Er wollte Meerestiere in ihrem eigenen Lebensraum studieren, als einer in ihrer Welt. Ein radikal neuer Ansatz, der ganz neue Beobachtungen zuließ. Unterwasserfotograf und Meeresbiologe Laurent Ballesta profitiert von Hass' Arbeit noch heute, ebenso wie die Unterwasserfilmproduzenten Claudia und Hendrik Schmitt. Claudia Schmitt weiß vor allem um die Pionierarbeit von Hass' Frau Lotte, die maßgeblich zum Erfolg ihres Mannes beitrug, und als erste Frau die männerdominierte Unterwasserwelt eroberte. Unter dieser Berühmtheit litt allerdings die eigene Tochter. Denn einen Großteil der Kindheit sah Meta Raunig-Hass ihre Eltern nur im Fernsehen oder auf der Kinoleinwand. Die Dokumentation gibt spannende Einblicke in die Welt von Hans Hass, der mit seinen mehr als 70 Filmen und zahlreichen selbst entwickelten Technologien den Grundstein legte für Unterwasserfilme und -filmer, die ihm folgen sollten.

360° Reportage 05:55

360° Reportage: Georgien: Welcome teacher!

Reportage

Lana Dvalishvili hat sich vor Jahren für ein Leben im Bergdorf Kala entschieden. Als die Englischlehrerin damals dem Aufruf des Programms des georgischen Bildungsministeriums folgte, um in der Dorfschule in Kala zu unterrichten, war Englisch im wahrsten Sinne des Wortes für die meisten der Bewohner eine Fremdsprache. Das hat sich geändert. Denn obwohl Lana Dvalishvili den harten Winter nicht mag und ihre Familie und die Stadt oft so vermisst, dass das Heimweh sie überkommt, bleibt sie in dem entlegenen Bergdorf. Und dass, obwohl es der Schule an nahezu allem mangelt, nicht nur an Lehrern. Doch Lana Dvalishvili tut, was sie kann. Wenn das Geld bei den Familien oder in der Schule nicht reicht, kauft sie selbst Bücher und Hefte von ihrem Gehalt, auch wenn sie dafür sparen muss. Inzwischen ist es schon der vierte harte Bergwinter, den sie in Kala überstanden hat. Solange die Kinder an ihrer Seite sind, ihr vertrauen, sie lieben und von ihr lernen, weiß Lana Dvalishvili, dass auch sie es weiter schaffen wird. Ihre älteste Schülerin, die 18-jährige Mariam, hofft nicht zuletzt wegen ihrer guten Englischkenntnisse die Aufnahmeprüfungen an der Universität in der Hauptstadt Tiflis zu bestehen. Und den siebenjährigen Luka, ihren jüngsten Schüler, unterrichtet Lana bereits seit Beginn der ersten Klasse. Ob und wie es in der Dorfschule im Kaukasus gelingt, zu lernen und zu lehren, welche Herausforderungen und Abenteuer Schüler und Lehrer in Swanetien dabei erwarten, davon erzählt dieser Film.

Küchen der Welt 06:50

Küchen der Welt: Guadeloupe: Colombo

Essen und Trinken

Guadeloupes westindisches Erbe: Colombo / Ein Biss'chen Heimat: Marie Line, von Guadeloupe nach Malta / Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 07:20

Stadt Land Kunst: Arizona / Botsuana / Athen

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Arizona: Die Wüstenarchitektur von Frank Lloyd Wright / Die "Buschmänner": Die ersten Menschen in Botswana / Malaysia: Die pikante Suppe von Min / Ein Hundeleben in Athen

Stadt Land Kunst 08:05

Stadt Land Kunst: Glasgow / Chilenisches Patagonien / Warschau

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Charles Rennie Mackintosh drückt Glasgow seinen Stempel auf / Chilenisches Patagonien: Die Natur als Erbe / Estland: Vallos Hühnersuppe mit Kalbfleischklößchen / Warschau: Polens geheime Universitäten

Ebbe: Gefangen auf Zeit 08:55

Ebbe: Gefangen auf Zeit: Der Countdown läuft

Natur und Umwelt

Unter den im Becken gefangenen Lebewesen ist ein Hai-Baby, das es nicht mehr rechtzeitig herausgeschafft hat. Der kleine Hai und seine Mitgefangenen müssen die beengten Verhältnisse, die Hitze und die Konkurrenz untereinander überstehen, bis die Flut sie wieder befreit. Unter und über der Wasseroberfläche offenbaren sich ganz unterschiedliche Strategien, um zu überleben. Am freigelegten Ufer entfaltet sich ein faszinierendes Schauspiel: Meereswürmer buddeln sich ein, Strandflöhe springen das 25-Fache ihrer Körpergröße hoch, um dem Schnabel des Piepers zu entkommen, Möwen kreisen angriffslustig im Gleitflug. Je höher die Sonne steigt, desto mehr erwärmt sich das Becken, und der Sauerstoffgehalt sinkt - eine tödliche Gefahr für den kleinen Hai, der jetzt eigentlich weit draußen auf hoher See sein sollte. Ein Einsiedlerkrebs sucht verzweifelt nach einer neuen Muschel, der Hummer gräbt mit seinen Scheren eine Festung, eine Samtkrabbe legt 200.000 Eier, und die Napfschnecken weiden mit ihrer widerstandsfähigen Raspelzunge die Algen ab. Die Dokumentation macht diesen Thriller hautnah erlebbar. Ihre Dramaturgie folgt dem Rhythmus der Gezeiten: Mit jeder Stunde wird die Lage bedrohlicher: Wer wird bis zur nächsten Flut überleben? Auch viele Nebendarsteller kämpfen ums Überleben. Auf oft verblüffende Art und Weise gelingt es den Akteuren dieser Miniaturwelt, bis zur Flut durchzuhalten: Jagdbündnisse werden geschmiedet, unerwartete Schwächen ausgenutzt. Aber auch für Balz, Paarung und Geburten ist das Gefängnis des Gezeitenbeckens mitunter genau der richtige Ort.

Ebbe: Gefangen auf Zeit 09:40

Ebbe: Gefangen auf Zeit: Die Rückkehr der Flut

Natur und Umwelt

Unter den im Becken gefangenen Lebewesen ist ein Hai-Baby, das es nicht mehr rechtzeitig herausgeschafft hat. Der kleine Hai und seine Mitgefangenen müssen die beengten Verhältnisse, die Hitze und die Konkurrenz untereinander überstehen, bis die Flut sie wieder befreit. Unter und über der Wasseroberfläche offenbaren sich ganz unterschiedliche Strategien, um zu überleben. Am freigelegten Ufer entfaltet sich ein faszinierendes Schauspiel: Meereswürmer buddeln sich ein, Strandflöhe springen das 25-Fache ihrer Körpergröße hoch, um dem Schnabel des Piepers zu entkommen, Möwen kreisen angriffslustig im Gleitflug. Je höher die Sonne steigt, desto mehr erwärmt sich das Becken, und der Sauerstoffgehalt sinkt - eine tödliche Gefahr für den kleinen Hai, der jetzt eigentlich weit draußen auf hoher See sein sollte. Ein Einsiedlerkrebs sucht verzweifelt nach einer neuen Muschel, der Hummer gräbt mit seinen Scheren eine Festung, eine Samtkrabbe legt 200.000 Eier, und die Napfschnecken weiden mit ihrer widerstandsfähigen Raspelzunge die Algen ab. Die Dokumentation macht diesen Thriller hautnah erlebbar. Ihre Dramaturgie folgt dem Rhythmus der Gezeiten: Mit jeder Stunde wird die Lage bedrohlicher: Wer wird bis zur nächsten Flut überleben? Auch viele Nebendarsteller kämpfen ums Überleben. Auf oft verblüffende Art und Weise gelingt es den Akteuren dieser Miniaturwelt, bis zur Flut durchzuhalten: Jagdbündnisse werden geschmiedet, unerwartete Schwächen ausgenutzt. Aber auch für Balz, Paarung und Geburten ist das Gefängnis des Gezeitenbeckens mitunter genau der richtige Ort.

Côte d'Azur - Lebenslust an der französischen Riviera 10:25

Côte d'Azur - Lebenslust an der französischen Riviera

Land und Leute

Die Côte d'Azur ist ein Küstenabschnitt an der Französischen Riviera - voller Tradition, lebendigem Kunsthandwerk und außergewöhnlicher Natur. Zwischen Menton und Cannes leben Menschen, die diesen Küstenstreifen prägen. Meeresschützer, wie Olivier Brunel, der die Aquarien im Ozeanografischen Institut von Monaco leitet. Oder Kunsthandwerker wie der Glasbläser Antoine Pierini aus Biot, dessen Glaskunst regelmäßig auf internationalen Ausstellungen zu sehen ist. In Nizza verkaufen Sophie Budoia und ihr Mann Jean-Luc an einem Stand in der Nähe des Marché aux Fleurs Fladen aus Kichererbsenmehl - Socca genannt. Am Cap de la Croisette in Cannes zieht es Céline Guésdon raus aufs Meer: Die ehemalige Profisportlerin fährt mit ihrem Stand-Up-Paddle gerne zu der vor Cannes liegenden Île Sainte-Marguerite. Ihr vorgelagert ist die etwas kleinere Île Saint-Honorat. Hier bauen Mönche der Abtei Lérins seit Jahrhunderten Wein an.

Re: 11:25

Re:

Reportage

Was Europa bewegt

Küchen der Welt 11:55

Küchen der Welt: Argentinien: Empanadas

Essen und Trinken

Argentinische Teigtaschen: Empanadas / Ein Biss'chen Heimat: Federico, ein Argentinier in Montpellier / Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 12:25

Stadt Land Kunst: Tunesien / Arizona / Ain

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Die tunesische Jugend aus der Sicht von Leyla Bouzid / Arizona: Once Upon a Time in the West / China: Gebratenes Schwein und getrocknete Radieschen von Xie / Département Ain: Der Schein trügt

Stadt Land Kunst 13:10

Stadt Land Kunst: Bretagne / Gujarat / Kanada

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Die Bretagne, Olivier Adams literarischer Zufluchtsort / Gujarat: Die letzte Heimat des Asiatischen Löwen / Panama: Isabels frittierter Fisch / Kanada: Die ersten Umweltaktivisten

Two Lovers 14:00

Two Lovers

Drama

Kurz vor der Hochzeit ist ihm die Braut davongelaufen, woraufhin der depressive Leonard einen Suizidversuch unternahm und seither wieder bei seinen Eltern lebt. Das behütete Dasein in der jüdischen New Yorker Mittelschicht erweist sich für den Hobbyfotografen als trister Alltag. Seine Mutter beobachtet ihn auf Schritt und Tritt, und sein Vater sieht in ihm nur den kommenden Geschäftsführer seiner chemischen Reinigung. Ihm zuliebe lässt Leonard sich auf Sandra ein, die Tochter eines Geschäftsfreundes der Eltern. Doch dann verliebt sich Leonard in seine neue Nachbarin Michelle - die in ihm allerdings einen Freund sieht. Immer wieder weint sich Michelle an Leonards Schulter aus, denn sie steckt in einer unglücklichen Beziehung mit dem verheirateten Anwalt Ronald. Der unterhält sie zwar als Geliebte, lässt sie aber in schwierigen Situationen regelmäßig im Stich. Irgendwann hat Michelle davon genug und erwägt die Trennung. Leonard macht sich große Hoffnungen - zu Recht?

Italiens unbekannter Norden 16:10

Italiens unbekannter Norden: Das Ossolatal

Land und Leute

In der Region Piemont erstreckt sich das Ossolatal vom westlichen Ufer des Lago Maggiore bis an die Grenze zur Schweiz. Seit jeher bildet es mit dem Simplonpass eine wichtige Verbindung zwischen Norditalien und der Schweiz. Hier hat die Kraft des Wassers das Gestein in besonderer Weise geformt und spektakuläre Landschaften entstehen lassen - von den Schluchten von Uriezzo bis zum 143 Meter hohen Toce-Wasserfall. Schon seit Jahrhunderten hat der Mensch die Reichtümer dieses Landes genutzt: Der rosafarbene Marmor aus den Candoglia-Steinbrüchen diente für den Bau des Mailänder Doms. Im Anzasca-Tal wurde bis zu Beginn der 1960er Jahre nach Gold gegraben. Doch der wahre Reichtum des Ossolatals ist das Wasser: Es kommt von den alpinen Gletschern des Monte Rosa, wird in den mächtigen Staudämmen von Sabbione und Morasco gesammelt und speist von dort den Toce. Sein Wasser stürzt vom imposanten Toce-Wasserfall, durchfließt das ganze Tal und mündet schließlich in die blaue Weite des Lago Maggiore. Entlang des Toce und seiner Zuflüsse ist eine bemerkenswerte Vielfalt an Landschaften, Schauplätzen und Geschichten zu entdecken. Eine Reise, die die tiefe Verbundenheit von Mensch und Gebirge erlebbar macht.

Wildwechsel 16:55

Wildwechsel: Tiere auf Achse

Dokumentation

Bei Wildunfällen sterben Tiere, aber auch Tausende Menschen werden dabei verletzt und bis zu 20 Autofahrer sterben dabei jedes Jahr allein in Deutschland. Rothirsche ziehen weite Wege, um genügend Futter zu finden, Kröten wandern, um einen Partner zu finden, und Fische müssen zu ihrem Laichplatz Flüsse hinaufsteigen. Für manche Arten wie den Fischotter sind die Verluste auf unseren Straßen bedrohlich. Denn Straßen töten nicht nur, sie zerschneiden Lebensräume. Diese Isolation kann zu einer genetischen Verarmung führen, die einige Arten in ihrem Bestand stark gefährdet. Gibt es Lösungen für diese Probleme? Straßenplaner und Naturschützer versuchen, die Verluste unter den verschiedenen Wildtierarten zu minimieren und zerschnittene Lebensräume wieder zu verbinden. Grünbrücken und Krötentunnel entstehen, auch Fledermausbrücken, Eichhörnchenseile, Laufstege für Fischotter oder ein Hirschradar mit Hightech-Lösung werden ausprobiert. Erstmals zeigt diese Naturfilm-Dokumentation Erfolge und Misserfolge verschiedener Maßnahmen, damit Wildtiere Straßen sicher kreuzen können. Versteckte Videofallen und mehrmonatige Beobachtungen bringen erstaunliche Erkenntnisse über das Verhalten von Wildtieren an Straßen zutage. Ebenso unterhaltsam wie spannend erzählt die Dokumentation ein bislang wenig beachtetes Problem in unserer Umwelt.

Tierische Burgherren 17:50

Tierische Burgherren: Das wilde Mittelrheintal

Landschaftsbild

Das Obere Mittelrheintal: In die alten Gemäuer links und rechts des Rheins sind tierische Burgherren eingezogen und haben die einstigen Ritter und Grafen abgelöst. Auf Schloss Stolzenfels, dem Inbegriff preußischer Rheinromantik, herrschen heute Turmfalken, und im Dachstuhl der Kirche Sankt Nikolaus im mittelrheinischen Kamp-Bornhofen befindet sich eine der größten Fledermaus-Wochenstuben des Großen Mausohres in Deutschland. Das milde Weinbauklima sorgt in diesen Breiten für eine einzigartige Fauna und Flora. Eine Pflanze wurde sogar nach der Region benannt: die Bopparder Schleifenblume. Sie wächst weltweit nur an zwei Schieferhängen bei Boppard. Zahlreiche andere zoologische Kostbarkeiten wie die seltene Zippammer, der wärmeliebende Segelfalter, die Blauschwarze Holzbiene oder die farbenprächtige Smaragdeidechse, die sonst alle eher in Südeuropa leben, fühlen sich hier zu Hause. Im Burgwald bei Bacharach lauert die Wildkatze auf Beute, und am Felsen der Loreley, dem wohl berühmtesten Wahrzeichen des Mittelrheins, ziehen Milane ihren Nachwuchs auf. Im dicht bewaldeten Wispertal kümmern sich Schwarzstörche, Hirschkühe und Wildschweinbachen ungestört um ihre Jungen. Anfang April bringt noch ein spätes Kältetief aus dem Norden Schnee an den Mittelrhein und beschert der Marksburg einen selten märchenhaften Anblick. Mufflons verlassen die verschneiten Höhen und wandern zum Grasen tiefer. Oben im Taunus wird abends der Wald lebendig. Ein riesiger Schwarm Bergfinken fällt in seine Schlafbäume ein. Schon ist ein Sperber zur Stelle und versucht Beute zu machen.

Das geheime Leben der Hirschkäfer 18:35

Das geheime Leben der Hirschkäfer

Tiere

Die Lichtung an der polnischen Oder ist ein ganz besonderer Lebensraum. Vor allem aber ist sie zum Hotspot für den Hirschkäfer, den größten Käfer Mitteleuropas, geworden. Für ihn sind Eichen unendlich wichtig - tot und lebendig. Seine Larven bevölkern das Totholz einer umgefallenen Eiche. Der umgebende Wald ist ein Eichenmischwald mit einer reichen Pflanzen- und Tierwelt. Die nahe Oder erzeugt ein spezielles Klima, das selbst im Winter Leben ermöglicht. Der Seeadler macht im vereisten Fluss Beute ebenso Fischotter und Eisvogel. Die umgefallene Eiche auf der Lichtung ist nicht nur im Frühling Treffpunkt für Zugvögel. Sie ist später im Jahr auch Balzplatz für Rehe und Hirsche. Mäuse und Eichhörnchen verstecken hier ihren Wintervorrat. Wildschweine, Specht und Eichelhäher sind hinter den fetten Bodenbewohnern her. Für sie hörbar verarbeiten die Hirschkäferlarven die alte Eiche zusammen mit anderen Bodenlebewesen, aber auch mit Hilfe von Wind und Wetter allmählich zu wertvollem Humus. Fünf bis sieben Jahre verbringt eine Hirschkäferlarve im Boden, bis sie ihr geheimes Leben beendet und den Boden als majestätischer Käfer verlässt. Die Mundwerkzeuge der Männchen sind dann zu "Geweihen" und Kampfwerkzeugen geworden. Es müssen etliche Konkurrenten aus dem Weg geräumt werden, bis es zur Fortpflanzung mit den viel kleineren und unscheinbaren Weibchen kommen kann. Vorher brauchen beide Geschlechter den Baumsaft lebender Eichen, denn nur er lässt sie fruchtbar werden. Ein intakter Eichenmischwald, wie der an der polnischen Oder, bietet optimale Lebensbedingungen für die selten gewordenen Hirschkäfer.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.

Mit offenen Karten - Im Fokus 19:35

Mit offenen Karten - Im Fokus

Infomagazin

"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen.

Re: 19:40

Re:: Bulgariens Tal der Rosen in der Krise?

Reportage

Jedes Frühjahr verwandelt sich das bulgarische Tal der Rosen in ein duftendes Blütenmeer. Von hier stammen rund 70 Prozent des weltweit gehandelten Rosenöls. Ein Liter der kostbaren Essenz ist etwa 10.000 Euro wert und wird für Parfüms, Kosmetik und Medizin genutzt. Doch die traditionsreiche Branche steckt in der Krise. Die mühsame Ernte wird fast ausschließlich von Roma getragen. Noch vor Sonnenaufgang machen sich Anni und Ivko Marinow mit ihrer Familie auf zu den Feldern. In den wenigen Wochen der Saison verdienen sie einen großen Teil ihres Jahreseinkommens. Mit dem Geld früherer Ernten haben sie über Jahre ein eigenes Haus aufgebaut. Viele Roma in Bulgarien leben jedoch weiterhin unter prekären Bedingungen und fühlen sich vom Staat im Stich gelassen. Die Rosen blühen nur wenige Wochen und müssen täglich in den frühen Morgenstunden geerntet werden. Doch harte Arbeit, geringer Lohn und fehlende Perspektiven schrecken viele Erntehelfer ab. Immer mehr Menschen verlassen die Region oder wählen sichere Ganzjahresstellen, etwa in den Fabriken der nahe gelegenen Rüstungsindustrie, die seit dem Ukraine-Krieg boomt. Doch für die Rosenbauern wird der Mangel an Pflückern zunehmend existenzbedrohend. Die Reportage zeigt eine Region zwischen Tradition und Wandel, Armut und globalem Luxusgeschäft.

Alles in bester Ordnung 20:15

Alles in bester Ordnung

Komödie

Marlen und Fynn lernen sich durch ein Missgeschick kennen: Fynn löst als Zwischenmieter in einer Wohnung einen Rohrbruch aus und muss Marlen um Hilfe bitten. Marlen wiederum lässt niemanden bei sich hinein und komplimentiert ihn gewitzt wieder hinaus. Doch als Fynn in einem Gewitter vollkommen durchnässt wird, darf er für eine Nacht in ihre Wohnung - unter der Bedingung, nichts anzufassen und am nächsten Tag wieder zu gehen. Stattdessen versucht Fynn hartnäckig, Marlen von seiner Weltsicht zu überzeugen: Nur wer wenig hat, ist wirklich frei und hat Zeit für die wichtigen Dinge. Marlen hält dagegen und erklärt ihm, wie wichtig materielle Bindung und Wertschätzung sind. Diskutierend arrangieren sie sich erstaunlich gut - bis die Hausverwaltung nach dem Rohrbruch die gesamte Heizungsanlage austauschen will. Erstmals seit mehr als zehn Jahren drohen Menschen in Marlens Wohnung zu kommen, ein Alptraum. Jetzt ist Fynn dran, ihr zu helfen. Doch Marlen will nichts weggeben, ergänzt sogar immer wieder Neues. Erst in einem letzten Kraftakt finden die beiden gemeinsam eine ganz eigene Ordnung ... "Alles in bester Ordnung" feierte 2021 Premiere auf dem Filmfest Hamburg und startete 2022 bundesweit in den Kinos. Für ihre Regieleistung wurde Natja Brunckhorst auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen ausgezeichnet. Sie ist auch Schauspielerin und Drehbuchautorin. Mit 13 Jahren wurde sie auf dem Schulhof von Regisseur Uli Edel entdeckt und für die Titelrolle in "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" engagiert. Natja Brunckhorst ist Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie.

Im Schatten der Wälder 21:50

Im Schatten der Wälder

Drama

Der 29. Februar ist für Kommissarin Michèle Varin ein Tag voller Schuld und Trauer: Vor Jahren verlor sie an diesem Datum ihren Sohn. Kurz vor dem nächsten Schalttag wird sie mit dem rätselhaften Tod einer Frau betraut, die erhängt im Wald aufgefunden wurde. Die Frau litt unter schizophrenen Schüben und suchte nach ihrer Tochter, die sie als Kind zur Adoption weggegeben hatte. Kommissarin Varin kann kaum mehr die grausamen Details der Ermittlung von ihren eigenen Alpträumen unterscheiden. Als sich noch ihr Kollege während der Ermittlungen erschießt, gerät ihr Wirklichkeitsempfinden endgültig ins Wanken. Waren die beiden Fälle gar keine Suizide? Sind ihre "Visionen" vielleicht real, um auch sie in den Suizid zu treiben? Mit "Im Schatten der Wälder" verbindet Regisseur Guillaume Nicloux Krimi, Psychothriller und Mystery zu einem düsteren Rätselspiel über Schuld, Verlust und die Zerbrechlichkeit der Wahrnehmung. In der Hauptrolle überzeugt Josiane Balasko als Kommissarin, die zunehmend an sich selbst zu zweifeln beginnt. Guillaume Nicloux erzeugt mit kühlen Landschaftsbildern, suggestiver Kameraführung und einem eindringlichen Sounddesign eine beklemmende Atmosphäre. Statt auf klassische Krimispannung setzt er auf psychologische Verunsicherung und Anklänge an das Mystery- und Horrorkino. Josiane Balasko wurde für ihre eindrucksvolle Darstellung der Kommissarin Michèle Varin 2004 für den César als beste Schauspielerin nominiert. Regisseur und Drehbuchautor Nicloux ist zudem in einer kleinen Nebenrolle als Polizist zu sehen.

Der Schlüssel 23:25

Der Schlüssel

Thriller

Eric Vincent erfährt vom Tod seines leiblichen Vaters - eines Mannes, den er nie kennengelernt hat. Auf der Suche nach Antworten gerät er in ein Geflecht aus alten Verbrechen, rätselhaften Begegnungen und widersprüchlichen Erinnerungen. Nach und nach wird deutlich, dass zahlreiche Menschen - vom Privatdetektiv bis zu Gestalten aus dem Rotlichtmilieu - auf unterschiedliche Weise mit der Vergangenheit seines Vaters verbunden sind. Mit "Der Schlüssel" schließt Regisseur Guillaume Nicloux seine lose Thriller-Trilogie nach "Eine ganz private Affäre" und "Im Schatten der Wälder" ab. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sehr die eigene Herkunft das Leben prägt. Dafür verknüpft er verschiedene Zeitebenen und Erzählstränge zu einem komplexen Geflecht, in dem Identität, Herkunft und die Last familiärer Geheimnisse im Zentrum stehen. Der Film verzichtet bewusst auf einfache Antworten und entwickelt stattdessen eine dichte, melancholische Atmosphäre, die stärker von psychologischer Spannung als von klassischen Thrillerelementen lebt. Guillaume Canet verkörpert Erics zunehmende Verunsicherung mit großer Zurückhaltung. Unterstützt wird er von einem hochkarätigen Ensemble mit Marie Gillain, Vanessa Paradis, Jean Rochefort, Josiane Balasko und Thierry Lhermitte. Christophe Offensteins kühle Bildgestaltung unterstreicht den schleichenden Übergang vom geordneten Alltag in eine Welt voller Misstrauen und ungelöster Fragen. "Der Schlüssel" ist weniger Kriminalfilm als existenzielle Spurensuche - ein düsteres Puzzle über die Macht der Vergangenheit.