05:00
Beton, Stahl, Holz, Glas und Lehm - ohne sie ist unsere Architektur nicht denkbar. Aus diesen Materialien entstanden Häuser, Städte, ja ganze Kulturen! Sie prägen Regionen und kommen seit Jahrtausenden zum Einsatz. Diesen "Wunderstoffen" haben wir großartige und bis heute emblematische Bauwerke zu verdanken, aber sie gelten - wie Beton und Stahl - inzwischen als Klimakiller oder sind nicht nachhaltig genug. Welche Alternativen gibt es? Im Zentrum der zweiten Folge stehen Materialien, die für das Bauen der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen werden: nachwachsende Baustoffe. In Holz sehen viele bereits den Baustoff des 21. Jahrhunderts. Bambus wächst sogar noch um ein Vielfaches schneller. Schon heute zeigen Architektinnen und Architekten, was mit dem Riesengras möglich ist.
05:55
Als die kleine australische Stadt Northam vor ein paar Jahren beschloss, ihre großen, leerstehenden Weizensilos von einem lokalen Künstler bemalen zu lassen, ahnte noch niemand, was für ein Erfolg dies werden würde. Plötzlich strömten Touristen und Besucher aus allen Teilen des Landes herbei, und der kleine, bis dahin verschlafene Ort war plötzlich in aller Munde. Kein Wunder, dass bereits ein Jahr später eine andere Stadt nachzog und ihre Silos ebenfalls mit Alltagsszenen gestalten ließ. Inzwischen gibt es schon 44 dieser Riesenkunstwerke, die meisten davon auf einer mehr als 200 Kilometer langen Route, dem Silo Art Trail, dem Silo-Kunst-Pfad. Auch die Stadt Goroke will jetzt dazugehören. Die abgelegene 300-Seelen-Gemeinde möchte sich als jüngster Ort der größten Freiluft-Galerie der Welt anschließen. Die Motive haben die Einwohnerinnen und Einwohner selbst ausgesucht: einen Eisvogel, genauer einen Kookaburra oder Jägerliest, und eine Australische Elster, die im Deutschen auch Flötenkrähenstar genannt wird. Als Künstler entschied sich die Stadt für Geoffrey Carran, der bekannt ist für seine lebensechten Vogelporträts. Ein solch großes Gemälde hat Geoffrey bisher noch nie gemalt, und so ist dieser Open-Air-Auftrag auch für ihn eine Herausforderung. Nicht nur die Größe der stillgelegten Weizensilos muss nämlich in Betracht gezogen werden, sondern auch die Komposition der Bilder ist wichtig. Schnell merkt Geoffrey, dass er mit den beiden Vögeln allein nicht auskommt. Und so will er nun noch einen dritten Vogel malen: einen Rosakakadu, der sich harmonisch zwischen die anderen beiden einfügt.
06:50
Bereits vor 11.000 Jahren begann der Mensch, Feigenbäume zu kultivieren - und damit lange vor dem Anbau von Weizen oder Gerste. Die samtige Frucht steht für mediterrane Lebensart und kulinarische Raffinesse. Auf Euböa pflegt die Familie Karava ihre Feigenhaine und trocknet die biologisch angebauten Früchte nach überlieferten Methoden. Faszinierend: Jede Feige entsteht durch eine spezielle Symbiose mit einer besonderen Wespenart, die als einziges Insekt die verborgene Blüte bestäuben kann. Lucie Fischer-Chapalain zeigt, wie vielseitig die Feige ist: Sie bereitet würzige Samosas mit Feigenfüllung zu und kreiert einen süß-salzigen Aufstrich. Eine Frucht, die Natur und Kultur verbindet - zeitlos und immer wieder neu interpretiert.
07:20
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Paris: Miss.Tic, Poetin des urbanen Raums / Argentinien: Copla, der Gesang der Freiheit / Norwegen: Shilans Lachswaffeln / Indien: Pyjama-Party
08:05
Spezial Baskenland, mit folgenden Themen: Ramuntcho - Pierre Lotis Baskenland / Die heiligen Wege des Baskenlandes / Frankreich: Guilhems Poulet basquaise / Das absolute Muss: Biarritz - Der Jungfrauenfelsen
08:55
Louis Pasteur und Robert Koch - große Wissenschaftler, nationale Ikonen, Gegner im Dienste der Forschung. Der eine ist Franzose und Chemiker und befindet sich bereits in der zweiten Lebenshälfte. Für seine Entdeckung des Tollwut-Impfstoffs wird er weltweit mit zahlreichen Preisen geehrt. Der andere ist ein noch unbekannter deutscher Landarzt um die 30, dessen Entdeckung des Tuberkulose-Bazillus später mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wird. Ab 1881 waren beide erbitterte Konkurrenten. Ihre 20 Jahre währende Rivalität brachte spektakuläre Fortschritte im Kampf gegen todbringende Epidemien hervor. Die Tragödie des Preußisch-Französischen Kriegs von 1870 hatte bei dem zunächst deutschlandfreundlich gesinnten Louis Pasteur starke Ressentiments gegenüber dem Erbfeind hinterlassen. Vor dem Hintergrund der deutsch-französischen Beziehungen, die zu dieser Zeit einen historischen Tiefpunkt erreicht hatten, war auch die Rivalität zwischen Pasteur und dem jungen Koch von nationalistischen Untertönen geprägt. Zudem prallten zwei starke Persönlichkeiten aufeinander. Getrieben vom Wetteifer um neue Entdeckungen bauten sie in Paris und Berlin eigene Forschungsinstitute auf. In wenigen Jahren gelangen so bahnbrechende Entdeckungen, die halfen, Seuchen wie Milzbrand, Tuberkulose, Tollwut, Diphterie, Cholera und Pest einzudämmen. Das Duell zwischen dem ehemaligen Chemiker und dem einstigen Landarzt katapultierte die Medizin in ein neues Zeitalter und trug dazu bei, dass sich die Lebenserwartung nachfolgender Generationen dauerhaft erhöhte.
10:30
Rot mit weißen Punkten, Glückssymbol, Giftpilz, Märchenfigur, Forschungsobjekt: Kaum ein Pilz ist kulturell so aufgeladen wie der Fliegenpilz. Seit Jahrhunderten steht er für Verheißung und Gefahr, für Zauber, Rausch und die Sehnsucht nach einer anderen Wahrnehmung der Welt. Doch was wissen wir tatsächlich über Amanita muscaria? Die Dokumentation von Thomas Grube folgt dem Fliegenpilz durch Wälder, Mythen und Labore. Sie trifft Forschende aus Mykologie, Pharmakologie, Anthropologie, Psychologie, Literatur- und Kunstgeschichte, aber auch Menschen, die sich dem Pilz in Ritualen, naturspirituellen Praktiken oder als Symbol eines verlorenen Wissens nähern. So entsteht das Bild eines Organismus, der sich einfachen Zuschreibungen entzieht: ökologisch hochkomplex, kulturgeschichtlich tief verankert und wissenschaftlich in vieler Hinsicht noch immer rätselhaft. Der Film erzählt vom Fliegenpilz als Teil unterirdischer Netzwerke im Wald, von seiner Rolle in alten Erzählungen, in schamanischen Traditionen und in der europäischen Kultur zwischen Glücksbringer, Hexensymbol und Weihnachtsikone. Zugleich richtet er den Blick auf aktuelle Debatten: auf neu entfachtes Interesse an psychoaktiven Substanzen, auf Fragen nach Wirkung, Risiko und Regulierung sowie auf die Kommerzialisierung eines Naturstoffs, dessen Erforschung noch am Anfang steht. Je genauer die Wissenschaft den Fliegenpilz untersucht, desto deutlicher zeigt sich, wie viel an diesem Wesen bis heute unverstanden bleibt.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
Maniok nach ivorischer Art: Placali mit Okra-Soße / Ein Biss'chen Heimat: Batty, eine Ivorerin in Toulouse / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Madrid: Almudena Grandes' kleine Helden / Algier: Hauptstadt der Chaâbi-Musik / Sri Lanka: Padmalathas Fisch-Curry / Paris: Die Launen der Seine
13:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Irland: Alan Murrin und das Ende der Ehe / Madrid: Regenbogenfarbener Stolz / Senegal: Aidas Fischragout / Ägypten: Zauberei als Militärstrategie
14:00
Kurz vor der Hochzeit ist ihm die Braut davongelaufen, woraufhin der depressive Leonard einen Suizidversuch unternahm und seither wieder bei seinen Eltern lebt. Das behütete Dasein in der jüdischen New Yorker Mittelschicht erweist sich für den Hobbyfotografen als trister Alltag. Seine Mutter beobachtet ihn auf Schritt und Tritt, und sein Vater sieht in ihm nur den kommenden Geschäftsführer seiner chemischen Reinigung. Ihm zuliebe lässt Leonard sich auf Sandra ein, die Tochter eines Geschäftsfreundes der Eltern. Doch dann verliebt sich Leonard in seine neue Nachbarin Michelle - die in ihm allerdings einen Freund sieht. Immer wieder weint sich Michelle an Leonards Schulter aus, denn sie steckt in einer unglücklichen Beziehung mit dem verheirateten Anwalt Ronald. Der unterhält sie zwar als Geliebte, lässt sie aber in schwierigen Situationen regelmäßig im Stich. Irgendwann hat Michelle davon genug und erwägt die Trennung. Leonard macht sich große Hoffnungen - zu Recht?
16:00
30 Jahre lang donnerte die Concorde mit der Geschwindigkeit einer Gewehrkugel über den Atlantik: Die Concorde überholte die Uhrzeit und kam früher in New York an, als sie in Paris oder London abgeflogen war. Nur wenige konnten sich doppelte Schallgeschwindigkeit leisten: Geschäftsleute, Popstars und Luxusurlauber, denen es auf 10.000 US-Dollar nicht ankam. Die Katastrophe geschah am 25. Juli 2000 und wirft bis heute Fragen auf. 113 Menschen kamen dabei ums Leben. Nur wenige wissen, dass am Schicksalstag der Concorde zwei Flugzeuge von Paris aus nach New York starteten, weil es so viele Passagiere gab, die in New York eine Kreuzfahrt beginnen wollten. Die Reisegruppen konnten vorab zwischen den Concorde-Maschinen wechseln und umbuchen, was einige um ihr Leben brachte, während andere ihres durch die Umbuchung retten konnten. Ein Hobbyfilmer filmte den ersten Flug. Er hatte seine Plätze kurzfristig getauscht. Kurz nachdem seine Concorde in New York gelandet war, flog die zweite mit seinen Tauschpartnern in Paris los. Nur 133 Sekunden nach dem Start endete ihr Flug in der Katastrophe. Die Dokumentation erzählt die wechselvolle Geschichte der Supersonic-Projekte und lässt auch die Konkurrenz nicht aus: Die Moskauer TU-144, auch "Konkordski" genannt, erlitt ein noch früheres Ende als die Concorde. Längst gibt es Pläne für einen neuen Überschall-Jet für Passagiere. Bis die Serienproduktion beginnen kann, wird es noch dauern.
16:55
1921 wurde die Avus eröffnet: Die jeweils etwa zehn Kilometer langen Geraden wurden durch zwei Kehren verbunden. Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, die die Entwicklung des Automobils in Deutschland vorantreiben sollte. Von Anfang an gab es jedoch auch Kritik. Bei Regen verwandelte sich die Avus in eine glatte, gefährliche Rutschbahn. Schon die ersten Rennen in den 1920er Jahren forderten zahlreiche Todesopfer. Für die Nationalsozialisten wurde die Avus zum Symbol deutscher Überlegenheit. Und sie wurde durch eine gigantische Steilkurve ergänzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Berlin schnell, die Avus wieder als Veranstaltungsort für die Massen zu aktivieren. Die 1950er Jahre erinnerten wieder an alte Glanzzeiten. Doch die Probleme der Strecke blieben: Die Steilkurve forderte immer wieder Opfer, wie den Franzosen Jean Behra, der 1959 tödlich verunglückte. Dieses Rennwochenende bildete eine Zäsur in der Geschichte der Rennstrecke. In den folgenden Jahren stand die Avus weiter in der Kritik: Sie war einfach zu gefährlich. 1967 kam dann das Aus für die Steilkurve, Rennen gab es aber weiterhin - mit tragischen Unfällen. Doch die Avus war für viele Berliner immer auch ein Symbol der Freiheit: Nach der mühsamen Durchquerung der DDR konnte man sich zu Zeiten der deutschen Teilung ohne Tempolimit in die Innenstadt von West-Berlin bewegen. Heute ist die Avus - die erste Straße der Welt, die ausschließlich Kraftfahrzeugen vorbehalten war - noch immer in der Erinnerung ihrer Fans lebendig: Rennstrecke und Legende.
17:50
Bei einer Reise im südafrikanischen Frühling lassen sich die Jacaranda-Blüte in der Verwaltungshauptstadt Pretoria und am Indischen Ozean in Durban das Lichterfest Diwali erleben. An der Zugstrecke zwischen den Großstädten liegen Wildreservate mit mehr als 40 Tierarten und die Schlachtfelder der Burenkriege, an deren Geschehen eine Reenactment-Gruppe erinnert. In einem Township geht es dagegen um die Geschichte der Arbeiter in den Goldminen und im Valley of a Thousand Hills um das Zuckerrohr, das dort traditionell angebaut und verarbeitet wird. Ein Ausflug zu einer Zulu-Heilerin in den Drakensbergen rundet die erlebnisreiche Zugreise ab. Rovos Rail stellt derzeit die einzigen Personenzüge, die den Nordosten Südafrikas durchkreuzen. Hinter den Kulissen sorgen Lokführer, Mechaniker und der Betriebsleiter für eine entspannte Fahrt. Während die Fahrgäste den Luxus im Nostalgiezug genießen, wird sie für die leidenschaftlichen Eisenbahner immer wieder zum Abenteuer.
18:35
Wir erkunden eines der am dünnsten besiedelten Länder Europas mit der Eisenbahn und erleben dabei Natur und Kultur des ehemals russischen und deutsch geprägten Landes. Gerade zur Mittsommerzeit tauen in Estland Land und Leute im wahrsten Sinne des Wortes auf. Die Reise führt uns von der Hafenstadt Paldiski im Nordwesten über die Hauptstadt Tallinn immer Richtung Osten bis zur russischen Grenze nach Narwa. Weiter Richtung Süden erleben wir die ehemalige europäische Kulturhauptstadt Tartu und enden schließlich in Valga an der Grenze zu Lettland. Dabei dürfen wir Tallinna kilud, eine Fischspezialität, genauso probieren, wie wir die von der Unesco geadelte Altstadt Tallinns besuchen. Im endlosen Grün Estlands fühlen sich viele Tiere wohl - im Nationalpark Alutaguse leben vor allem viele Braunbären. Der Fluss Narva trennt in Narwa die EU vom russischen Iwangorod. In Südestland lernen wir einen Teil der Gesangskultur Estlands kennen - Seto Leelo. Es ist der Gesang der Setukesen, einer ethnischen Minderheit, bei der eine Vorsängerin mit hoher Stimme den Ton für den Chor angibt. Für viele ist die "Wiege der estnischen Kultur" die Universitätsstadt Tartu - fast alle Esten mit Rang und Namen haben hier studiert. Auf unserem Weg weiter Richtung Süden dürfen wir noch an einer in Estland typischen Familientradition teilnehmen: dem Besuch einer Rauchsauna. Sie hat keinen Schornstein, beim Anheizen zirkuliert der Rauch in der Sauna. Stimmt die Temperatur, wird der Saunaraum gelüftet und das "Saunabaden" kann beginnen. Am Ende unserer Reise kommen wir nach Valga. Mitten durch die Stadt verläuft hier die Grenze zu Lettland. Auf einer Schaukel kann man zwischen den beiden Ländern hin- und herschaukeln. Ein schönes Finale unserer Reise durch das sympathische Estland.
19:20
ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:40
Was Europa bewegt Nah dran, authentisch, echt - der Mensch im Mittelpunkt. In 30 Minuten taucht "Re:" in Lebenswelten ein und macht Europas Vielfalt erlebbar. Von montags bis freitags um 19.40 Uhr und jederzeit im Netz.
20:15
Arizona, 1874: Kurierreiter der Kavallerie Hondo Lane durchquert das Grenzland zwischen den Fronten, als er auf die einsam gelegene Ranch von Angie Lowe und ihrem Sohn Johnny stößt. Ihr Ehemann hat Angie allein mit dem Kind zurückgelassen, doch sie will ihr Zuhause nicht aufgeben, trotz der wachsenden Spannungen zwischen der US-Armee und den Apachen. Hondo, verkörpert von John Wayne, erkennt die herannahende Gefahr und beschließt, vorerst an ihrer Seite zu bleiben. Zwischen dem wortkargen Scout und der entschlossenen Rancherin entwickelt sich eine vorsichtige Annäherung. Als die Gewalt näherrückt, gerät Hondo selbst in den Konflikt zwischen den verfeindeten Lagern und muss Entscheidungen treffen, die Mut, Loyalität und Menschlichkeit gleichermaßen verlangen. Mit "Man nennt mich Hondo" schuf John Farrow einen Western, der klassische Motive mit ungewöhnlich differenzierten Figuren verbindet. John Wayne verkörpert den Titelhelden als erfahrenen Grenzgänger zwischen zwei Welten, während Geraldine Page in ihrer ersten großen Filmrolle der Figur Angie bemerkenswerte Stärke und Eigenständigkeit verleiht. Statt eindeutiger Heldenbilder setzt der Film auf moralische Zwischentöne und einen respektvolleren Blick auf die indigene Bevölkerung, als es für viele Western seiner Zeit üblich war.
21:35
Der US-amerikanische Polizist Nick Conklin und sein jüngerer Partner Charlie Vincent werden beauftragt, den in New York festgenommenen japanischen Yakuza-Gangster Sato nach Osaka zu überführen. Nach einer spektakulären Flucht Satos in Japan geraten die beiden Polizisten in einen Machtkampf zwischen der japanischen Polizei und der Yakuza, der japanischen Mafia. Gegen den Widerstand der Behörden kommt Nick Conklin schließlich in der ihm fremden Welt noch einem Bandenkrieg und einer großangelegten Geldfälscher-Aktion auf die Spur. Als die Angelegenheit zwischen ihm und Sato zu einer persönlichen Auseinandersetzung wird, erhält Nick Conklin unerwartet Unterstützung vom traditionsbewussten japanischen Kollegen Masahiro "Masa" Matsumoto. Gemeinsam versuchen sie, Sato einen Strich durch die Rechnung zu machen. Die Hauptrolle in der Regiearbeit von Ridley Scott bekleidet Hollywood-Star Michael Douglas, neben dem damaligen Newcomer Andy Garcia als Partner und Ken Takakura als japanischem Kollegen, der versucht, mit den teils überheblich auftretenden Amerikanern zusammenzuarbeiten. Kate Capshaw ist als in Osaka lebendes US-Callgirl zu sehen. Konzeptionell ist "Black Rain" ein Polizeifilm, stellenweise ein Buddy-Movie und insbesondere ein Neo-noir-Actionthriller, der sich ästhetisch stark auf Stil und Atmosphäre konzentriert - und inhaltlich auf interkulturelle Spannungen. Der Film beschäftigt sich mit Themen wie Ehre, Loyalität, kulturellen Missverständnissen und dem Clash westlicher und östlicher Sicht- und Denkweisen. "Black Rain" ist bekannt für seine eindrucksvolle Inszenierung. Dabei ist der Umstand, dass der Film nicht nur ein spannender Thriller, sondern auch ein visuelles Erlebnis ist, ebenso Verdienst des renommierten niederländischen Kameramanns Jan de Bont, später selbst als produktiver Regisseur tätig. Der Soundtrack wurde von Hans Zimmer komponiert und trägt gleichsam viel zur intensiven emotionalen Stimmung des Films bei. "Black Rain" erhielt 1990 zwei Oscarnominierungen.
23:35
Jedes Jahr zu Weihnachten wird im mexikanischen Penjamillo in der ländlichen Region Michoacán das traditionelle Jaripeo-Rodeo ausgetragen. Hier werden Nostalgie und klassische männliche Ideale zelebriert: Einheimische feiern gemeinsam mit heimgekehrten Migranten aus den USA die lokale Cowboykultur. Das Ereignis erinnert die Diaspora daran, was es auf dem mexikanischen Land "heißt, ein Mann zu sein". Doch bei genauerer Betrachtung wird allmählich eine andere Wirklichkeit sichtbar: flüchtige Berührungen, vielsagende Blicke und heimliche Treffen im Wäldchen hinter der Arena. Das Rodeo ist der Treffpunkt einer geheimen, queeren Subkultur. Der Filmemacher Efraín wuchs in Penjamillo und im kalifornischen Riverside auf. Er stellt die Welt des Jaripeo vor und verbindet dabei seine persönlichen Erfahrungen mit Geschichten, die ihm in Penjamillo erzählt wurden. In Super-8-Aufnahmen, inszenierten Erinnerungen und in der Tradition des Direct Cinema hinterfragt dieser Film die Männlichkeitsbilder des Jaripeo. Beim weihnachtlichen Jaripeo trifft Efraín die beiden anderen Hauptfiguren: Noé ist ein machohafter schwuler Cowboy, der seine Sexualität noch größtenteils geheim hält. Joseph ist eine schillernde Diva und ein großer Jaripeo-Fan, der in seiner Community sehr beliebt ist. Die Begegnungen der drei führen Efraín auf eine Reise der Selbsterkenntnis. In seinen Begegnungen mit Noé und Joseph treten die vielschichtigen und komplexen Persönlichkeiten der Protagonisten zutage. Der Film lief in der offiziellen Auswahl des Sundance Film Festivals 2026 und in der Auswahl für den Publikumspreis in der Sektion Panorama bei der Berlinale 2026.