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TV Programm für ARTE am 22.09.2026

360° Reportage 05:25

360° Reportage: Cholitas, die fliegenden Frauen Boliviens

Reportage

Auf 3.500 Meter über der bolivianischen Millionenstadt La Paz erstreckt sich ihr Revier: Pura Pura - das höchstgelegene Skate-Gelände der Welt. Mit ihren traditionellen "Pollera"-Röcken wollen die neun Skaterinnen ein Signal senden: Eine Cholita - wie die Nachfahrinnen indigener Stämme in Bolivien oft abfällig genannt werden - kann alles, sogar auf dem Holzbrett dieses westlichen Extremsports balancieren. Sie selbst sind keine Cholitas vom Land, sondern leben als Schülerin und Studentin, Kindergärtnerin, Tätowiererin oder Marketingmanagerin in der Großstadt. Die Polleras haben die jungen Frauen von ihren indigenen Großmüttern geerbt. Bis zu fünf Schichten zählen die weit ausladenden Röcke. "Warmis sobre Ruedas" nennen die Skaterinnen ihre Gruppe selbstbewusst - auf Spanisch und in der indigenen Aymara-Sprache bedeutet das: "Frauen auf Rädern". Schon allein die voluminöse Tracht ist eine Herausforderung. Doch es geht um gemeinsamen Spaß, Zusammenhalt und soziales Engagement. Die Idee einer Cholitas-Skate-Gruppe kam der mittlerweile in Europa lebenden Aidé, deren Konterfei heute wie eine Ikone über dem Skate-Gelände wacht. Nun setzen ihre Freundinnen das Projekt fort, mit dem Ziel, immer mehr und jüngere Skaterinnen dafür zu begeistern. "Wir wollen vor allem Frauen ermutigen, die sich nicht trauen oder sich schämen und es nicht wagen, aus der traditionellen Rolle auszubrechen", sagen sie. Dieser Herausforderung sind auch die Vorbereitungen gewidmet, mit denen die Gruppe ihr immerhin dreijähriges Jubiläum zelebrieren wird.

Küchen der Welt 06:20

Küchen der Welt: Elfenbeinküste: Placali

Essen und Trinken

Maniok nach ivorischer Art: Placali mit Okra-Soße / Ein Biss'chen Heimat: Batty, eine Ivorerin in Toulouse / Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 06:50

Stadt Land Kunst: Madrid / Algier / Paris

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Madrid: Almudena Grandes' kleine Helden / Algier: Hauptstadt der Chaâbi-Musik / Sri Lanka: Padmalathas Fisch-Curry / Paris: Die Launen der Seine

Stadt Land Kunst 07:35

Stadt Land Kunst: Irland / Madrid / Ägypten

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Irland: Alan Murrin und das Ende der Ehe / Madrid: Regenbogenfarbener Stolz / Senegal: Aidas Fischragout / Ägypten: Zauberei als Militärstrategie

Der Orient-Express - Vintage auf Schienen 08:20

Der Orient-Express - Vintage auf Schienen

Dokumentation

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts, noch vor der Gründung Europas, verband der Orient-Express den Okzident und den Orient. Seine Passagiere legten in drei Tagen rund 3.000 Kilometer zurück: von Paris über Wien und Budapest bis nach Varna, später auch von den Alpen über Venedig bis zur Donau und auf den Balkan. Er galt als Zug der Könige, Diplomaten, Schriftsteller und anderer legendärer Passagiere wie Mata Hari, Josephine Baker, Marlene Dietrich und Agatha Christie, die sich zu ihrem Roman "Mord im Orient-Express" inspirieren ließ. Mit seinen Schlaf- und Speisewägen bot er einen für damalige Verhältnisse völlig neuartigen Luxus. Von der Einweihungsfahrt 1883 bis zum Ende der historischen Fernverbindung Paris-Istanbul war der Orient-Express ein prunkvoller und ruhmreicher Zug. Doch er erlebte auch Verfall, Revolutionen und Kriege. Als eine der wenigen internationalen Zugverbindungen, die den Eisernen Vorhang durchquerten, wurde er während des Kalten Kriegs zum Transportmittel für Arbeiter und Immigranten Der Dokumentarfilm "Der Orient-Express - Vintage auf Schienen" blickt auf beinahe ein Jahrhundert Eisenbahn-Abenteuer zurück und stützt sich dabei auf Erkenntnisse und Berichte von Historikern, Eisenbahn-Restauratoren und -Sammlern. Der Historiker für industrielles Kulturerbe Arthur Mettetal zeigt nicht nur die Hinterlassenschaften des Luxuszuges in Europa, sondern auch Restaurationswerkstätten und 13 ungewöhnliche Waggons, die an der Grenze zwischen Polen und Weißrussland abgestellt und aufgegeben wurden. ARTE schickt die Zuschauerinnen und Zuschauer auf eine grenzüberschreitende Reise zwischen Mythos und Realität.

Die Eisenbahn 09:45

Die Eisenbahn: Motor des Fortschritts

Dokumentation

Der Dokumentarfilm begibt sich auf eine Reise durch über 200 Jahre Eisenbahngeschichte und zeigt, wie grundlegend dieses Transportsystem die Welt verändert hat. 1830 wird die erste reguläre Eisenbahnstrecke in England eingeweiht. Von hier aus beginnt ihr einzigartiger Siegeszug, der Gesellschaften, Landschaften und Städte von Grund auf verändern und ganze Länder vom Agrarstaat ins Industriezeitalter katapultieren wird. Indem sie den Transport von Waren und Personen revolutioniert, wird die Eisenbahn zum Katalysator der Industrialisierung und spielt eine Rolle bei der Verbreitung des Kapitalismus. Zugleich demokratisiert sie das Reisen. Menschen aller Gesellschaftsschichten haben nun erstmals die Möglichkeit, neue Orte zu entdecken und kulturelle Grenzen zu überwinden. Dabei gibt es aber auch dunkle Kapitel in der Geschichte der Eisenbahn. Als Werkzeug der Kolonialmächte zeigt sie sich als eine zerstörerische Technologie zur Ausbeutung fremder Länder. Sie trägt zur Industrialisierung des Krieges bei, indem mit ihr Truppen und Material effizienter denn je transportiert werden. Verschwiegen werden darf auch nicht, dass die Eisenbahn den Massenmord an den Juden in den Konzentrationslagern der Nazis erst ermöglicht hat. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert erlebt sie eine ungeahnte Renaissance durch Hochgeschwindigkeitszüge, die als Symbol für Effizienz und Nachhaltigkeit stehen. Sie wird wohl auch weiterhin unsere Welt prägen. Aber welche Herausforderungen bringt die Zukunft dieser einzigartigen Technologie?

Re: 11:25

Re:

Reportage

Was Europa bewegt

Küchen der Welt 11:55

Küchen der Welt: Französisch-Polynesien: Pua'a choux

Essen und Trinken

Der Festtagseintopf aus Polynesien: Pua'a choux / Kulinarische Mitbringsel / Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 12:25

Stadt Land Kunst: Burgund / Rajasthan/ Alpen

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Burgund: Bart Van Loo, der frankophile Belgier / Rajasthan: Die Kamele der Raika / China: Lus Öl-Fondue mit Schweinefleisch / Alpen: Schlacht im Gebirge

Stadt Land Kunst 13:10

Stadt Land Kunst: Patagonien / Frankreich / Dänemark

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Patagonien: Achtung, Aufnahme! Carlos Sorín dreht / Frankreich: Seelotsen auf der Seine / Estland: Aves Quiche mit Pfifferlingen / Dänemark: Gesund durch Wasser und frische Luft

Mord im Mittsommer 14:05

Mord im Mittsommer: Amanda

Krimireihe

GEO Reportage 15:45

GEO Reportage: Bretagne, die raue Schönheit

Reportage

Nicolas Chaléa und Nathan Rouleau waren nicht immer Fischer: Der Meeresbiologe und der Kaufmann leben aber leidenschaftlich gern am Meer und nun auch von ihm. Doch das wird immer komplizierter und verlangt den Männern immer ausgefeiltere Techniken und Strategien ab. Mit ihrem Boot, der "Sakana", sind sie sechs Tage die Woche auf See, oft mehr als 13 Stunden am Tag. Unberechenbar und launisch sei das Meer, sagen sie. Nie wisse man, wo der Fisch sei und nur mit viel Erfahrung, Können und einer Engelsgeduld können sie dem begehrten Seebarsch nachstellen. Beide stammen aus dem Bigoudenland, einer malerischen Gegend im Departement Finistère, die viel Charakter und Tradition besitzt. Und die wird auch gelebt: Der Name des Bigoudenlandes bezieht sich auf den Kopfschmuck, die berühmten Spitzhauben, die die Frauen hier früher trugen. Sie krönten die spitzenverzierten Trachten bis ins 19. Jahrhundert - und diese Kunst lebt immer noch weiter. Ebenso wie die Musik. Bagads nennen sich die Musikensembles, bestehend aus Blasinstrumenten wie Bombarde und Dudelsack. Dazu kommen viele kleine Trommeln, ganz in der Art schottischer Pfeifenkapellen. Es gibt viel zu entdecken in der Bretagne - der rauen Schönheit am Atlantik.

Mit dem Zug entlang der irischen Ostküste 16:20

Mit dem Zug entlang der irischen Ostküste

Landschaftsbild

In Irland landeten einst die Wikinger. Die Normannen hinterließen ihre Spuren. Der Osten der Grünen Insel ist geprägt durch die jahrhundertelange bewegte Geschichte der Insel mit England. Neben den prächtigen Schlössern der ehemaligen Kolonialherren zeugen die Ruinen einer frühchristlichen Klosteranlage und ein prähistorisches Dolmengrab von den vielseitigen kulturellen Einflüssen. Das Filmteam begegnet auf seinen Zugreisen Menschen, die das moderne Land verkörpern und gleichzeitig weiter auf den Spuren ihrer Vorfahren unterwegs sind. Ein Abstecher führt in das fruchtbare Hinterland der Grafschaft Wexford und zu magischen Orten in den Wicklow Mountains, bevor es in das Getümmel der Großstadt Dublin geht. Erholung bietet dann wieder das Naturparadies bei Howth, in dem sich nicht nur eine große Kolonie Kegelrobben wohlfühlt.

Mit dem Zug durch Ungarn 17:05

Mit dem Zug durch Ungarn

Land und Leute

"Mit dem Zug durch Ungarn" beginnt in Keszthely auf der nördlichen Bahnstrecke entlang des Plattensees. Sie führt durch die Weinregion Badacsony und macht Halt in Balatonfüred - im 19. Jahrhundert kurte hier die feine Gesellschaft von Budapest. Nach zwei Stunden Fahrt erreicht der Zug die ungarische Hauptstadt. Das Café Central ist eines der ältesten Cafés in Budapest und erzählt viel über die Kaffeehaustradition der Stadt. Jedes Jahr im August findet auf der Donauinsel das Sziget-Festival statt. Es ist ein Musikevent der Superlative: fünf Tage Musik mit täglich 50 Bands. Eine davon ist Ricsárdgír, eine systemkritische Band aus Budapest, deren Texte und Musik beim Publikum den richtigen Nerv treffen. Nun geht die Reise weiter ostwärts. Am Fuße des malerischen Bükk-Gebirges in Miskolc geht es in ein einzigartiges Höhlenschwimmbad. In Eger erfährt das Team, warum die Ungarn Weltmeister im Wasserball sind. Immer weiter führt die Reise durch das größte Steppengebiet Mitteleuropas. Hier in der Puszta, im Nationalpark Hortobágy, endet diese Bahnreise durch das unbekannte Ungarn.

Mit dem Zug durch Hokkaido 17:50

Mit dem Zug durch Hokkaido

Tourismus

Blumenfelder unweit rauchender Vulkane - Kontraste prägen das Bild Hokkaidos, der nördlichen Hauptinsel Japans. Die Reise durch Hokkaido beginnt an ihrem Südzipfel, in der Hafenstadt Hakodate. Die Stadt war und ist das Tor zur Insel, und sie hat noch eine gut erhaltene Altstadt. Von hier aus gibt es eine Nebenstrecke, die immer am Meer entlangführt. Später geht es mit dem Hokuto Express in die Millionenmetropole Sapporo, wo es im "In-Viertel" Ramen-Lokale aber auch eine stille Jazzbar gibt. Von Sapporo geht es zur Steilküste von Shakotan, dort werden spektakuläre Shinto-Rituale praktiziert. Beim Bikuni-Schrein-Festival tragen Dutzende Frauen und Männer schwere Schreine durch loderndes Feuer. Mit dem "Lavendelexpress" geht es zu den Blumenfeldern Furanos. Rund um das Städtchen haben sich einige Blumenfarmen angesiedelt, die ganz Japan beliefern. Um die Farmen erheben sich aktive Vulkane, nicht weit entfernt ist der berühmte "blaue Teich", der durch vulkanische Einflüsse türkis gefärbt ist. Zur nächsten Etappe geht es mit dem Zug ins Landesinnere, zum Akan-Nationalpark mit seinen Vulkanen und Seen. Kengo Takiguchi ist ein Mitglied der indigenen Ainu-Volksgruppe. Nur noch einige Zehntausend der Ureinwohner Hokkaidos leben auf der Insel. Schließlich geht es noch einmal an die Küste, nach Akkeshi einem kleinen Fischerort, der inzwischen durch eine junge Whiskydestillerie eine gewisse Bekanntheit erhalten hat. Hokkaido ist eine der facettenreichsten Inseln Japans.

Phänomenale Natur 18:35

Phänomenale Natur: Yakushima - Insel des mystischen Waldes

Dokumentation

Die japanische Insel Yakushima liegt im Ostchinesischen Meer und ist ein Ort der Extreme: Während die Küsten von subtropischem Klima geprägt sind, herrscht in den bis zu 2.000 Meter hohen Bergen ein gemäßigtes Klima. Vor etwa 15 Millionen Jahren entstand die Insel durch vulkanische Aktivität - ihr Granitgestein wurde durch seismische Kräfte aus der Tiefe an die Oberfläche gedrückt. Ihre abgelegene Lage und das Fehlen großer Raubtiere ermöglichten eine einzigartige Tierwelt: Hier leben endemische Unterarten japanischer Makaken und Sikahirsche in enger Wechselbeziehung. Doch Yakushimas wahre Schätze sind die Wälder der Insel. In den Hochlagen findet sich das wahrscheinlich letzte Ökosystem der Welt, das von japanischen Zedern dominiert wird. Einige dieser uralten Bäume - sogenannte Yakusugi - wachsen bereits seit der Jomon-Zeit, der Vorgeschichte Japans, und überstanden jahrhundertelange Abholzung. Ihre mystische Erscheinung inspirierte Hayao Miyazaki zu seinem Animationsfilm "Prinzessin Mononoke". 1993 wurde Yakushima als erste japanische Naturstätte in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen - ein Zeichen für ihre herausragende Artenvielfalt. Über 1.900 Pflanzenarten, darunter zahlreiche Endemiten, prägen die Insel. Doch der Massentourismus stellt eine wachsende Bedrohung dar: Jährlich besuchen mehr als 250.000 Menschen die nur 13.000 Einwohner zählende Insel. Besonders gefährdet sind empfindliche Ökosysteme wie der Strand von Nagata, das größte Brutgebiet der Unechten Karettschildkröte im nördlichen Pazifik. Doch nicht nur der Tourismus, sondern auch der steigende Meeresspiegel und die Verschmutzung durch Plastikmüll setzen der Insel zu. Lange Zeit prägten menschliche Eingriffe das Gesicht Yakushimas. Heute steht der Schutz und die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts im Vordergrund, um dieses einzigartige Naturjuwel zu bewahren.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur

Mit offenen Karten - Im Fokus 19:35

Mit offenen Karten - Im Fokus

Infomagazin

"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen

Re: 19:40

Re:

Reportage

Was Europa bewegt Nah dran, authentisch, echt - der Mensch im Mittelpunkt. In 30 Minuten taucht "Re:" in Lebenswelten ein und macht Europas Vielfalt erlebbar. Von montags bis freitags um 19.40 Uhr und jederzeit im Netz.

Die Inquisition 20:15

Die Inquisition: Die Methode

Geschichte

Im Jahr 1231 rief Papst Gregor IX. die Inquisition ins Leben, um Andersdenkende und -gläubige zu überwachen, einzuschüchtern und zu bestrafen. Über sechs Jahrhunderte hinweg verbreitete diese Institution mit Geheimverfahren, Folter und Hinrichtungen Angst und Schrecken in Europa. Was als brutale Reaktion auf vermeintlich ketzerische Bewegungen begann, entwickelte sich zu einem hochorganisierten System der Repression. Die katholische Kirche sah sich im Mittelalter mit wachsender Kritik konfrontiert: Einfache Gläubige forderten eine Rückkehr zu den bescheidenen Werten des Evangeliums und stellten das religiöse Monopol des korrupten Klerus infrage. Als Antwort darauf entsandte der Papst Inquisitoren nach Frankreich, Deutschland und Italien - Richter mit fast unbegrenzter Macht, die völlig willkürlich Exempel statuierten und Menschen auf Scheiterhaufen hinrichten ließen. Doch die Inquisition als Apparat zur Verfolgung angeblicher "Glaubensverbrechen" schuf auch Strukturen, die bis heute nachwirken: Geheime Ermittlungen und ihre Dokumentation in Archiven, taktisch geprägte Zeugenbefragungen, erzwungene Geständnisse als zentrales Instrument der Beweisführung und Inhaftierungen als Druckmittel.

Die Inquisition 21:10

Die Inquisition: Kirche, Tod und Teufel

Geschichte

In Spanien, Portugal und Italien entstand ein streng hierarchisches Ermittlungs- und Unterdrückungssystem unter der Kontrolle eines Obersten Rates. Er war Sinnbild der "modernen Inquisition", die unter anderem auch Galileo Galilei verurteilte. Das um 1380 entstandene "Directorium Inquisitorum" wurde überarbeitet und um neue Gruppen von Verdächtigen ergänzt: zum Christentum konvertierte Juden und Muslime, denen die heimliche Rückkehr zu ihrer früheren Religion vorgeworfen wurde, Protestanten, Gelehrte, Philosophen, die indigene Bevölkerung der Neuen Welt, Homosexuelle, Bigamisten und Menschen, die die Bibel in ihrer Landessprache lasen. Die traditionellen Methoden der Inquisition und ihre Arbeit im Geheimen wurden weiter verschärft und sorgten landauf, landab für Angst und Schrecken. Gleichzeitig dienten die großen Autodafés, bei denen Dutzende verurteilter "Ketzer" öffentlich vorgeführt wurden, als wirkungsvolle Inszenierungen der gesellschaftlichen Rolle der Inquisition und ihrer engen Verbindung mit der weltlichen Macht. Der Einfluss der Inquisitoren in Südeuropa schien grenzenlos. Doch im 18. Jahrhundert geriet die sie unter den Druck neuer Ideale von Toleranz und Gewissensfreiheit. Außerdem sah sie sich mit dem zunehmenden Widerstand weltlicher Herrscher konfrontiert, die die Befugnisse von Polizei und Justiz nicht mehr mit der Kirche teilen wollten.

Notre-Dame, die Jahrhundertbaustelle 22:05

Notre-Dame, die Jahrhundertbaustelle: Dem Himmel entgegen

Dokumentation

Angesichts des beispiellosen Ausmaßes der vor ihnen liegenden Arbeiten begannen Architekten und Wissenschaftler mit der Untersuchung der Blöcke des eingestürzten mittelalterlichen Gewölbes, dessen Steine das Herzstück des beschädigten Baukörpers der Kathedrale bildeten. Um die Anordnung und Struktur der zu Hunderten aus den Gewölben gefallenen Blöcke zu verstehen, sammelten die Forscher monatelang das Material. Da es kaum Texte über die Entstehung der Kathedrale und den Ablauf der mittelalterlichen Bauarbeiten gibt, mussten die Wissenschaftler sich anhand ihrer eigenen Entdeckungen ein mehr als 800 Jahre altes Know-how neu aneignen. Wohl kein Architekt von heute hatte jemals mit der Rekonstruktion von Bögen und mittelalterlichen Gewölben einer solchen Dimension zu tun. Tatsächlich sind die Gewölbe von Notre-Dame der Schlüssel für die gesamte Statik und die Struktur der Kathedrale. Angesichts dieser beträchtlichen Herausforderung, von der das Weiterbestehen der Kathedrale abhing, wurde eine spezielle 3D-Software entwickelt, um die mittelalterliche Kirchenarchitektur zu entschlüsseln. Notre-Dame de Paris hat acht Jahrhunderte einer bewegten Geschichte überstanden. Wird es den Restauratoren nun gelingen, die Kirche auch für die zukünftigen Jahrhunderte zu bewahren?

Notre-Dame, die Jahrhundertbaustelle 22:55

Notre-Dame, die Jahrhundertbaustelle: Harmonie der Kräfte

Dokumentation

Die im 12. Jahrhundert auf der Île de la Cité errichtete Kathedrale Notre-Dame de Paris war zur Zeit ihrer Erbauung eines der höchsten Kirchengebäude der Welt. Mit ihrem Grundriss, ihrer einzigartigen Steinmetzkunst und der Form ihrer Gewölbepfeiler markiert sie den Eintritt der gotischen Architektur in eine neue Epoche. Durch den Brand vom 15. April 2019 stürzte die Turmspitze über den Gewölben ein und zerbrach auf der Höhe des Querschiffs. Das mit Bleiblech gedeckte Dach und der Dachstuhl, die von den Flammen verschlungen wurden, lasteten nicht mehr auf den Mauern, was die Stabilität des Gebäudes beeinträchtigte. Doch trotz der schweren Schäden stürzte die Kathedrale in den Tagen nach der Katastrophe nicht ein. Welches sind die Geheimnisse der außergewöhnlichen Widerstandskraft von Notre-Dame? Wie konzipierten die Erbauer die Struktur der Kirche? Und kann die Rekonstruktion des Gebäudes dieselbe Stabilität wie früher garantieren? Oberhalb der Steingewölbe und unter dem riesigen Bleidach befand sich ein eindrucksvoller hölzerner Dachstuhl aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Das Privileg, ihn zu sehen, hatten nur wenige. Da er aus mehr als tausend Eichen bestand, wurde er auch "forêt" (Wald) genannt. Unter den Trümmern fanden die Archäologen auch zahlreiche Nägel und andere Metallbefestigungen, die nicht nur im hölzernen Dachstuhl, sondern auch an den Umfassungsmauern um den Chorraum verwendet wurden. Ein regelrechtes Metallskelett haben die Architekten und Wissenschaftler hier entdeckt. Wann wurde dieses Metall eingebaut? Im Mittelalter oder in späteren Jahrhunderten? War es von Anfang an geplant oder diente es dazu, später auftretende statische Probleme zu beheben? Die Antworten auf diese Fragen könnten wichtige Schlüssel für die Rekonstruktion sein.

Notre-Dame, die Jahrhundertbaustelle 23:50

Notre-Dame, die Jahrhundertbaustelle: Ein Raum aus Klang und Licht

Dokumentation

Damit die Orgel in Notre-Dame wieder gespielt und zur Geltung gebracht werden kann, muss die Kathedrale zunächst ihre ursprüngliche Akustik zurückerhalten. Aber auch Licht und Farbe sind durch den Brand verloren gegangen. Glücklicherweise sind alle Glasfenster der Kathedrale unbeschädigt geblieben. Doch mehr als tausend Quadratmeter Glas müssen von einer dicken Schicht aus Ruß und Bleistaub befreit werden. Unter den Restaurierungsschichten scheinen sich auch Hinweise auf die ursprüngliche Farbfassung des Mauerwerks zu verbergen: Die Archäologen finden Beweise dafür, dass Notre-Dame ursprünglich vollständig bemalt war. Als Notre-Dame brannte, trauerten Menschen weltweit. Waren sie von ihren Emotionen und ihrer Fassungslosigkeit überwältigt - oder vom Verlust einer gemeinsamen Geschichte? Hatte man geglaubt, die Kathedralen seien für die Ewigkeit gebaut? Die Männer und Frauen, die auf der Baustelle von Notre-Dame arbeiten, wissen, wie zerbrechlich das Bauwerk ist. Dennoch hat es die Kriege und Revolutionen überlebt. Vom Untergeschoss bis zur Turmspitze muss die Restaurierung dem Geist gerecht werden, der die Menschen in Vergangenheit und Gegenwart fasziniert hat.