05:20
Paris, 1858: Nach einem Attentat an der damaligen Pariser Oper, das ihn und die Kaiserin beinahe das Leben gekostet hätte, beschließt Napoleon III., in seiner Hauptstadt ein neues, prunkvolles und vor allem sicheres Opernhaus bauen zu lassen. Ganz unerwartet gewinnt ein junger, unbekannter Architekt den Wettbewerb: Charles Garnier. Fast 15 Jahre lang baut er mit seinem Team und Hunderten von Handwerkern das größte Theaterhaus des 19. Jahrhunderts. Der junge Architekt setzt moderne neue Werkstoffe wie Metall ein und beschäftigt die größten Talente seiner Zeit, etwa den Bildhauer Louis-Félix Chabaud. Bis zur Fertigstellung der Oper ist Garnier starkem Gegenwind ausgesetzt: von kleinlicher Polemik, die von enttäuschten Konkurrenten ins Leben gerufen wurde, bis hin zur Kritik der republikanischen Opposition, die in der Oper ein Sinnbild für alle Ungleichheiten sieht. Trotz der unverbrüchlichen Unterstützung durch den Kaiser weht Garnier auch die Unbill des berühmten Baron Haussmann entgegen, denn dieses mit allen bekannten Regeln brechende Bauprojekt bringt die perfekte Harmonie von Haussmanns Pariser Stadtplanung durcheinander. Der Dokumentarfilm erzählt die Entstehungsgeschichte der Pariser Opéra Garnier. Das Gebäude und sein Grundriss brachen mit allen bisher bekannten künstlerischen, technischen und raumgestalterischen Konzepten eines Opernhauses. Veranschaulicht durch exklusive Archivbilder führt dieser Spaziergang hinter die Kulissen eines der berühmtesten Bauwerke von Paris, Symbol für den Stil des Zweiten Kaiserreichs unter Napoleon III. und der darauf folgenden frühen Dritten Republik.
06:50
Tahiti, von der Palme bis zur Lagune: Roher Fisch in Kokosmilch / Ein bisschen Heimat: Teheiura, ein Polynesier im Hérault / Ran an die Töpfe!
07:20
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Bilbao: Roman über eine gestohlene Kindheit / Die Rückeroberung der Bucht von Algier / Albanien: Nexhmijes gefüllte Paprika / USA: der Polka-König
08:05
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Frankreich: Pierre Michon im Sog der Sinnlichkeit / Grönland: Tattoos als Ausdruck der Identität / El Salvador: Julietas Ananastrunk / USA: Ein Land im Shopping-Fieber
08:55
55 Millionen Europäer eint der Traum von der Neuen Welt. Die Auswanderer erleben Abenteuer und Verzweiflung, sie brechen Rekorde oder verlieren alles, was ihnen lieb und teuer ist. Viele haben später davon berichtet. 20 Frauen und Männer erzählen in der vierteiligen Dokumentation von ihren Erfahrungen in der Neuen Welt. Es gibt im 19. Jahrhundert viele Gründe, Europa den Rücken zu kehren. Viele Menschen leben in Armut. Religiöse Verfolgung erleiden vor allem Juden und Mitglieder freikirchlicher Gemeinschaften. Bürokratische Vorschriften behindern die freie Entfaltung. Freiheit ist auch Jahrzehnte nach der Französischen Revolution nur ein schöner Traum. So fasst zu dieser Zeit der deutsche Emigrant Carl Schurz das amerikanische Versprechen von Freiheit und Wohlstand zusammen: Als Kind habe er "zum ersten Mal von dem unermesslichen Lande jenseits des Ozeans" gehört, "von der jungen Republik, wo es nur freie Menschen gäbe, keine Könige, keine Grafen, keinen Militärdienst und, wie man bei uns glaubte, keine Steuern". Vielen der Auswanderer gelingt es, in der Neuen Welt Fuß zu fassen. Carl Schurz musste mit seiner Frau Margarethe aus Deutschland fliehen, da er politisch verfolgt wurde. Wie viele andere Auswanderer bringen sie ihre Ideen in die USA ein und hoffen, dort in Freiheit leben zu können. Die Irin Ann Mac Nabb arbeitet als Köchin und Kindermädchen zugleich, so hart, dass sie ihre ganze Familie, Eltern und Geschwister, in die USA holen kann. Der schwedische Auswanderer Gustaf Fair steigt nach vierjähriger Mühsal als Hilfsarbeiter zum wohlhabenden Farmer auf und bewirtschaftet seine erste eigene Parzelle. Dorothea Louise Ludwig wird von sogenannten Mädchenhändlern aus Deutschland in die USA gebracht, wo sie tageweise als Begleitdame an Gastwirte vermietet und zur Schau gestellt wird. Sie kann sich in einer gesetzlosen Welt behaupten. Die Demokratie in den USA wird zum Erfolgsmodell, und die Berichte aus Amerika verstärken schließlich auch in Europa den Wunsch nach Veränderung. In der aufwendigen vierteiligen Serie erzählt ARTE von einer der größten Wanderungsbewegungen in der Geschichte, in deren Zuge Millionen Europäer der Alten Welt den Rücken kehrten, um ihr Glück zu suchen. Kapitäne und Erfinder, die die Atlantiküberquerung möglich machten, erhalten ebenso eine Stimme wie die Reeder, für die das Geschäft mit den Auswanderern zur Goldgrube wurde, investigative Journalisten, die inkognito reisten und die Zustände anprangerten, sowie ein Dolmetscher, der in Ellis Island - der "Insel der Tränen" bei New York - das Schicksal von Hunderten Menschen miterlebte.
09:45
Der Atlantische Ozean liegt zwischen Europa und Amerika: Seine Wasserfläche bedeckt etwa ein Fünftel der Erde. Im 19. Jahrhundert ist seine Tiefe noch unbekannt. Heute wissen wir, dass im Durchschnitt 3.000 Meter zwischen Meeresboden und Wasserspiegel liegen. Durch seine Größe hat er sehr breite, aber nicht sehr hohe Wellen. Doch sie erreichen immerhin bis zu 3,5 Meter Höhe. In den vergangenen tausend Jahren haben Menschen den Atlantik immer wieder überquert. Zwischen 1840 und 1939 träumen viele von der Neuen Welt, es ist ein Zeitalter der Rekorde. Die Mobilität und die Kommunikation verändern sich so rapide, dass die Erde zusammenrückt wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte. Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Auswanderung nach Amerika zu einem Massenphänomen geworden. Herkömmliche Segelschiffe, die über eine geringe Ladekapazität verfügen und wochenlang auf See sind, können mit dem rasant gestiegenen Passagieraufkommen nicht Schritt halten. Der Einsatz von Dampfmaschinen an Bord ist nur eine von vielen revolutionären Innovationen der damaligen Zeit. Als ebenso entscheidend erweist sich die Schiffsschraube als Alternative zu den schwerfälligen und schlecht zu navigierenden Schaufelrädern der ersten Dampfschiffe. Immer schnellere und größere Schiffe werden gebaut. Eine Entwicklung, die bei vielen große Begeisterung hervorruft - die aber auch von mehreren Katastrophen geprägt wird, schon lange vor dem berühmten Untergang der "Titanic" 1912. Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen historische Persönlichkeiten wie der österreichisch-böhmische Forstbeamte und Erfinder Josef Ressel, der den Schiffspropeller zur technischen Reife brachte. Außerdem der irische Kapitän Richard Roberts, der mit dem Dampfschiff "Sirius" einen ersten Geschwindigkeitsrekord aufstellte. Für die Strecke zwischen Europa und Amerika brauchte er lediglich 18 Tage und vier Stunden. Immer mehr, immer größere und immer schnellere Schiffe überqueren den Atlantik. Doch die Reise bleibt gefährlich, wie das Schicksal der französischen Auswanderin Victoire Lacasse zeigt: Sie überlebte 1898 als einzige Frau ein Schiffsunglück vor New York. Der Traum vom technischen Fortschritt, den Jules Verne in seinen Romanen beschrieb, wurde immer mehr Wirklichkeit. Der Traum von Freiheit und Wohlstand für alle ging jedoch noch lange nicht in Erfüllung.
10:40
Nach zweiwöchiger Überfahrt von der US-amerikanischen Westküste steuert der Katamaran die Hafenstadt Puerto Vallarta im mexikanischen Bundesstaat Jalisco an. Zusammen mit Guénolé steht Corentin hoch zufrieden vor seinem Gewächshaus und pflückt Gemüse für das Mittagessen. In diesen warmen Gefilden gedeihen die Pflanzen an Bord besonders gut. Corentin würde gern neue Nahrungsmittel anbauen. In der Nähe von Chiapas besucht er eine Organisation, die sich bemüht, uralte landwirtschaftliche Verfahren wieder einzuführen - etwa die Mischkultur Milpa, bei der Mais, Bohnen und Kürbisse gemeinsam angebaut werden.
11:25
Das kleine Dorf Aspin-en-Lavedan liegt am Rand der Pyrenäen südlich der Stadt Lourdes. Obwohl die Natur drumherum sehr schön ist, ist das Dorf für die 300 Einwohner eher trist. Das letzte Restaurant schloss vor zwei Jahren, 2025 gab das letzte von ehemals drei Hotels auf. In den Nachbardörfern sieht es ähnlich aus. Bürgermeister André Laborde und seine Frau Patricia wollen nun - auf über 600 Quadratmetern - einen neuen Ortskern schaffen: Rund um einen Dorfplatz entstehen eine Markthalle, eine Bäckerei, ein Gemeindezentrum - und das neue Dorfcafé. Sein Betreiber, der Koch Thomas Leprince, ist extra in den kleinen Ort gezogen, um sich seinen Traum von einem eigenen Café zu erfüllen. Der Bürgermeister hatte ihn unter mehr als 15 Bewerbern ausgewählt, er war vor allem von seiner Kochkunst begeistert. Nun muss er mit seinem Konzept und seiner Küche nur noch bei den Dorfbewohnern punkten. Christelle Lagae vom Verein "1.000 Cafés" berät Thomas Leprince vor der Eröffnung und unterstützt ihn mit Anträgen für Fördergelder. Der Verein bringt Gastronomen und kleine Gemeinden zusammen, damit Dorfcafés als soziale Treffpunkte erhalten oder neu geschaffen werden. In ganz Frankreich wurden so bereits über 150 Cafés eröffnet. Eines von ihnen liegt im kleinen Örtchen Céaux in der Normandie. Den 400-Seelen-Ort passiert man normalerweise nur auf dem Weg zum Mont-Saint-Michel, doch seit November 2024 ziehen Isabelle Mension Rigau und ihre Tochter Angélique Septier mit ihrem Café "Mère et Fille" Dorfbewohner wie Touristen an. Wie ist ihnen das gelungen?
11:55
Er ist cremig, würzig und manchmal Gold wert: Käse hat eine jahrtausendealte Geschichte zu erzählen. Als Grundnahrungsmittel, Delikatesse oder sogar Kreditsicherheit in italienischen Banken - kaum ein Lebensmittel vereint so viel Tradition, Handwerkskunst und wirtschaftliche Bedeutung. Im Montafon pflegt Senner Daniel Mangeng die alte Kunst der Sura-Käseherstellung, während Sébastien Beaury in der Touraine seine Ziegen hegt und die berühmte Sainte-Maure-Käserolle nach überlieferter Methode fertigt. Lucie Fischer-Chapalain entdeckt im Küchenstudio die kulinarische Vielseitigkeit des Lebensmittels: Sie komponiert Grilled Cheese mit mediterranem Gemüse und verfeinert würzige Käse-Muffins für ein Charcuterie-Board - Genuss, der Traditionen verbindet.
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Tunesien: Salihas Stimme / Schweiz: Alpennation oder Hexenreich? / Paris: Marjolaines Salat à la Violette / Spanien: Kleider machen keine Bräute
13:10
Spezial Dänemark mit folgenden Themen: Westjütland: Stine Pilgaard im Land der kurzen Sätze / Land des Windes / Adams Smørrebrød / Kopenhagen: Gewagte Gemälde
14:00
David Pollock, Professor für alte Sprachen in Oxford, ist es gewohnt, dass sich nicht einmal seine Studierenden für die Disziplin interessieren. Umso erstaunter reagiert er, als ihn ein gewisser Major Sloane im Auftrag des Reeders Beshraavi engagieren möchte. Pollock soll eine in hethitischen Schriftzeichen verfasste Nachricht entziffern, die ein Geheimnis enthält. Auch der arabische Premier Hassan Jena bittet Pollock in der Angelegenheit um Unterstützung. Um an die Schrift zu kommen, geht der Wissenschaftler auf das Angebot von Major Sloane ein und begibt sich in die Londoner Stadtvilla von Beshraavi. Dort lernt er dessen geheimnisvolle Geliebte Yasmin Azir kennen, die ihn warnt, dass Beshraavi nicht vorhabe, ihn lebend aus der Villa zu entlassen. Daraufhin flieht Pollock zusammen mit Yasmin. Bald merkt der Wissenschaftler, dass er zwischen die Fronten eines Komplotts geraten ist und niemandem trauen kann. Auch nicht seiner Begleiterin ... Stanley Donen prägte den Musicalfilm Hollywoods und schuf zusammen mit Gene Kelly den zeitlosen Klassiker "Du sollst mein Glücksstern sein". Dass der US-Regisseur auch das Genre des Agententhrillers beherrschte, zeigt er in "Arabeske" aus dem Jahr 1966. In den Hauptrollen glänzen zwei Oscarpreisträger: Hollywoodlegende Gregory Peck als ungewöhnlicher Held und die italienische Filmdiva Sophia Loren als undurchsichtige Vertraute des Schurken. Mit Action, Suspense und Humor sorgt die aufwendig inszenierte Kinoproduktion für beste Unterhaltung. Den Oscar gewann Donen erst im Jahr 1998 für sein Lebenswerk. Er starb 2019 im Alter von 94 Jahren.
15:50
Nach den wertvollen Einblicken in die Insektenzucht setzen Corentin und Olivier ihre Suche nach unkompliziert anzubauenden Lebensmitteln fort. Ihr Katamaran "Nomade des Mers" liegt noch immer vor Phuket, einer thailändischen Insel, auf der nahrhafte Pilze wachsen. Pilze sind reich an Proteinen und Mineralien und haben einen geringen Platz- und Wasserbedarf. Weil das Material für die Pilzzucht nicht teuer ist, nutzen immer mehr Menschen in Thailand die Zucht, um sich etwas dazuzuverdienen. Viele sind in Kooperativen organisiert und das Königreich hat ein staatliches Förderprogramm angelegt, das die Gründung von Pilzfarmen erleichtert. Thor führt Corentin und Olivier über seine Pilzfarm und erklärt sein Wirtschaftsmodell, das Hunderten Menschen täglich Lohn und Brot gibt. Ju ist Köchin und kennt eine interessante Methode der Pilzkonservierung, die den Nährwert sogar verbessert: die Lacto-Fermentation. Corentin möchte eine Pilzzucht auf dem Boot beginnen und besucht deshalb eine weitere kleine Pilzfarm, um sich Inspiration zu holen. Mit Hilfe von Thor bauen Corentin und Olivier schließlich eine eigene kleine Pilzfarm auf dem Katamaran.
16:20
Eine Insel der Superlative - Madagaskar. Nirgendwo sonst leben so viele skurrile Tiere wie hier: vom merkwürdigen Fingertier über Streifentenreks, die an unsere Igel erinnern, bis zum kleinsten Chamäleon der Erde, das auf einer Streichholzschachtel Platz findet. Die Insel gilt als das Reich der Lemuren. Der größte, der Indri, lebt ausschließlich in den Regenwäldern im Osten der Insel. Um sich bemerkbar zu machen, "singen" Indris frühmorgens im Duett und grenzen so ihr Revier gegen fremde Artgenossen ab. Der Film zeigt die dramatische Situation einer Indri-Mutter und ihres Babys. In ihr ohnehin schon kleines Revier dringt ein junges Indri-Weibchen ein. Für die Mutter ein echtes Dilemma: Entweder sie vertreibt die Fremde oder sie nimmt sie auf und riskiert damit die Zukunft ihres Kindes. Denn der Lebensraum der Indris wird immer kleiner und es ist ungewiss, wie viele Tiere der Wald noch ernähren kann. Viele Monate folgen Thomas Behrend und sein Team den Indris quer durch den Regenwald, filmen den kleinsten Lemuren Madagaskars, den Mausmaki, bei der Jagd und geben Einblicke in das Familienleben der Tenreks.
17:05
"Unbekanntes Madagaskar" erzählt mit spektakulären und seltenen Aufnahmen die Geschichte einer Wunderwelt - und wie dramatisch sie sich verändert. In dieser Folge geht es um die Überlebensstrategien der Tiere, die in extrem trockenen Regionen zu Hause sind. Kattas leben in Familienverbänden und doch gibt es strenge Hierarchien. Junggesellen sind auf sich gestellt und kämpfen darum, in einer neuen Familie aufgenommen zu werden. Mancherorts müssen sie das Revier mit dem größten Raubtier der Insel teilen: der Fossa. In beeindruckenden Bildern dokumentiert der Film die Paarungszeit der eleganten Jäger. Ein Schicksal teilen sich alle Tiere Madagaskars: Durch Brandrodung für Ackerbau und Viehzucht hat die Insel bereits 90 Prozent ihrer ursprünglichen Lebensräume verloren. Gibt es eine Überlebenschance für Katta, Fossa und Chamäleon?
17:50
Die Folge "Louisianas schaurige Sümpfe und mystische Wesen" führt in die geheimnisvolle Welt der Swamps im Süden der USA. Zwischen Sumpf und Großstadt verläuft hier eine unsichtbare Grenze zwischen Mythos und Wahrheit, Vergangenheit und Gegenwart. Die Reihe widmet sich Regionen unserer Welt, die durch Spuk- und Geistergeschichten bekannt sind. Die Entdeckungsreise führt dieses Mal von den endlosen Bayous des Honey Island Swamp, wo Einheimische von einem geheimnisvollen Monster erzählen, über die sagenumwobenen Friedhöfe von New Orleans bis zu den verlassenen Plantagen am Bayou Teche, wo die Geister einstiger Sklaven bis heute durch die Häuser spuken sollen. Vampirlegenden und düstere Schicksale der Vergangenheit erwachen auf unheimliche Weise zu neuem Leben. Voodoo-Priester zelebrieren uralte Schutzrituale. Die Cajuns bewahren hier über Generationen ihre Musik und ihre Kultur. Und das alles inmitten der einzigartigen Sumpflandschaft Louisianas.
18:35
Die Folge von "Haunted Places" führt zu schottischen Orten, an denen sich Geschichte, Legenden und Spukgeschichten bis heute überlagern. Sie stellt Bram Stokers Inspirationsorte für den Roman "Dracula" an Schottlands Nordostküste vor. Außerdem geht sie den Spukgeschichten rund um das Kilmarnock Arms Hotel und das berüchtigte Fyvie Castle nach. Traquair House, das als das älteste bewohnte Haus Schottlands gilt, und das verschlossene "Bear Gate" erzählen von jahrhundertealter Treue, während das Schlachtfeld von Culloden den schicksalhaften Untergang der Jakobiten vergegenwärtigt. Am Ufer von Loch Ness begegnet die Dokumentation einem selbst ernannten "Nessie-Jäger" und erfährt, was ihn auf seiner jahrzehntelangen Mission antreibt. "Schottlands Geister und Highlands" entführt in eine Welt, in der Geschichte lebendig bleibt und Mythen zum Alltag gehören.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen
19:40
Erst kämpften US-Soldaten gegen Nazi-Deutschland, später blieben sie wegen der Bedrohung durch die Sowjetunion. Derzeit sind noch mehr als 36.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert - der zweitgrößte Militärstandort nach Japan außerhalb der USA. In Grafenwöhr in Bayern betreibt die Army den größten Truppenübungsplatz. Trump möchte Tausende US-Soldaten aus der Region abziehen. Das würde schwindende Arbeitsplätze bedeuten. Die Region bangt um ihre Wirtschaftskraft. Gleichzeitig rückt die USA immer mehr von Europa und dessen Verteidigung der Ukraine gegen Russland ab. Captain Andrew Lee ist Controller. Er ist in Wiesbaden geboren. Seine Eltern kamen mit den Truppen nach Deutschland. Im April hat er mit einer deutschen Gewichtsheber-Mannschaft aus Neumarkt regionales Gold gewonnen, als einziger Amerikaner im Team. Lee ist nur ein Beispiel dafür, wie sehr die US-Soldaten und ihre Familien mittlerweile mit der Region verbunden sind.
20:15
Auf einem Bergpfad in den französischen Alpen stürzt ein Mann in die Tiefe und stirbt. An diesem Morgen war nur ein anderer Bergsteiger in etwas Entfernung auf dem gleichen Pfad unterwegs, Enzo Tovoli, und verständigt als Zeuge die Rettungskräfte. Überraschend wird Enzo am nächsten Morgen im Moment seiner Abreise von der Polizei festgenommen. Der Untersuchungsrichter hat noch Fragen. Er hat herausgefunden, dass Enzo wichtige Informationen zu dem Toten zurückhält. Denn Enzo verbindet eine gemeinsame Vergangenheit mit dem Opfer, das seit 40 Jahren in einem Zeugenschutzprogramm unter neuem Namen lebte. Für den jungen Untersuchungsrichter Dorieu ist es unmöglich vorstellbar, dass ausgerechnet diese beiden Männer Jahrzehnte später zufällig auf demselben abgelegenen Bergweg aufeinandergetroffen sein sollen. In mehreren Verhören versucht er, Enzo Widersprüche nachzuweisen, und unterstellt ihm einen lange geplanten Rachemord. Doch der ältere Mann bleibt bei seiner Version. Zwischen Richter und Verdächtigem entwickelt sich ein psychologisches Kräftemessen über Wahrheit und Beweis, politische Überzeugungen und die Frage, ob eine Tat nur deshalb wahrscheinlicher wird als ein unwahrscheinlicher Zufall, weil es ein Motiv gibt. Emmanuel Finkiel überträgt das Duell nach einer literarischen Vorlage von Erri De Luca als konzentriertes Drama auf den Bildschirm, mit dem dreifachen Donatello-Preisträger Fabrizio Bentivoglio als Enzo und dem dreifachen César-Preisträger Swann Arlaud als Untersuchungsrichter. Gedreht wurde unter anderem in den französischen Hochalpen rund um Gap und La Grave.
21:55
Die Geschichte von John Lennon und seiner jungen Assistentin May Pang stand lange im Schatten einer der berühmtesten Beziehungen der Popgeschichte. Als die Ehe von John Lennon und Yoko Ono Anfang der 1970er Jahre in eine Krise gerät, beginnt dieses wenig bekannte Kapitel im Leben John Lennons. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte aus der Sicht von May Pang. Bemerkenswert ist dabei die Rolle Yoko Onos. Sie ermutigt ihre Assistentin May Pang dazu, Zeit mit John Lennon zu verbringen, wodurch sich eine intensive Liebesbeziehung entwickelt, die rund 18 Monate andauert. Später bezeichnet Lennon sie als sein "Lost Weekend" - obwohl diese Zeit deutlich länger als ein Wochenende währte. May Pang ist erst als Mitarbeiterin von Apple Records, dann als ihre persönliche Assistentin mit Lennon und Ono verbunden. Ihre persönlichen Erinnerungen, bislang selten gezeigte Fotografien, Archivmaterial und Zeitzeugeninterviews erzählen, welche Dramen sich daraus entwickelten. Gleichzeitig wirft der Film einen neuen Blick auf John Lennon selbst. Er dokumentiert eine Phase kreativer Erneuerung, in der er an den Alben "Mind Games", "Walls and Bridges" und "Rock 'n' Roll" arbeitet. In der Zeit mit May Pang entsteht sein einziger US-Nummer-eins-Hit als Solokünstler, "Whatever Gets You Thru the Night". Pangs Erinnerungen zufolge, hilft sie ihm dabei, die Beziehung zu seinem Sohn Julian neu aufzubauen und verlorene familiäre Bindungen wiederzufinden. Dadurch entsteht das Bild eines Mannes, der zwischen Weltruhm und persönlicher Sehnsucht seinen eigenen Weg sucht.
23:25
Im März 1975 steht Supertramp an einem entscheidenden Punkt ihrer Karriere. Das 1974 veröffentlichte Album Crime of the Century hat die Band aus der britischen Progressive-Rock-Szene herauskatapultiert - nicht nur wegen ihres Erfolges bei Kritik und Publikum, sondern auch wegen ihrer Fähigkeit, komplexe Arrangements mit eingängigen Melodien zu verbinden. Doch der Weg dorthin war kein geradliniger: Supertramp balancierte stets zwischen künstlerischem Ehrgeiz und dem Wunsch, ein Massenpublikum zu erreichen. Das Konzert im Hammersmith Odeon - aufgezeichnet kurz vor der Nordamerika-Tournee, die die Band endgültig als globale Größe etablieren sollte - ist ein Dokument dieser Spannung. Es zeigt eine Band, die ihre Wurzeln im Progressive Rock nie verleugnet, aber gleichzeitig den Mut hat, sich weiterzuentwickeln. Die Setlist, eine Mischung aus Highlights von "Crime of the Century" und neuen Stücken, die später auf "Crisis? What Crisis?" (1975) erscheinen werden, spiegelt diesen Übergang wider: düster, poetisch, aber auch voller popkultureller Momente. Dieses Konzert wurde 1975 aufgezeichnet und wird in der ursprünglichen Bildqualität gezeigt, um seine Authentizität zu bewahren.