05:00
Auf dem Weg zu den Malediven erleidet die "Nomade des Mers" einen Schaden. Eine Woche, nachdem die junge Crew um den Ingenieur Corentin de Chatelperron die Küste von Madagaskar verlassen hatte, kam mitten im Indischen Ozean in stockfinsterer Nacht plötzlich starker Wind auf. Wenig später lag der gebrochene Mast im Wasser. Zum Glück schaffte es die "Nomade des Mers" noch bis nach Victoria, die Hauptstadt der Seychellen. Bei ihrer Ankunft wartete aber schon die nächste Schwierigkeit: Die Gesundheitsbehörden auf den Seychellen sind sehr streng. Sie kontrollieren, dass keine Krankheiten eingeschleppt werden. Als sie die Hühner, die Würmer und den Kompost auf dem Katamaran entdecken, wird das Team unter Quarantäne gestellt. Die Hühner müssen abgegeben werden und auch die Pflanzen - ein sehr trauriger Moment für die Crew. Doch die Lowtech-Begeisterten lassen sich nicht entmutigen. Sie wollen den Mast reparieren lassen, machen sich auf die Suche nach neuen Pflanzen und Lösungen. Auf den paradiesischen, üppig grünen Inseln treffen sie Menschen, die lokale Umweltschutzaktionen unterstützen. Patrick Logan beispielsweise stellt aus altem Speiseöl Biodiesel her. An der Universität der Seychellen erfährt Corentin von einem Dozenten für Chemie, wie man richtig guten Biodiesel herstellen kann. Eine großartige Innovation, die Corentin umso mehr zu schätzen weiß, da es der Katamaran ohne Diesel-Treibstoff nicht bis nach Victoria geschafft hätte.
05:30
Ziemlich mitgenommen von der über zweimonatigen Pazifiküberquerung legt der Katamaran am frühen Morgen im Jachthafen von San Francisco an. Corentin wird von der jungen Designerin Caroline Pultz begleitet. Sie arbeitet in Belgien mit einem Stoff aus Pilz-Myzelien, der unter anderem Plastik ersetzen kann. Aus dem organischen Material lassen sich Alltagsgegenstände, Verpackungen, Baustoffe und sogar Textilien herstellen.
06:00
Vom Raumfahrtzentrum in Französisch-Guayana starten regelmäßig europäische Raketen und Satelliten ins All. Vor jedem Countdown müssen die vorgelagerten drei Inseln aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Sie wurden bis Mitte des 20. Jahrhunderts auch als Gefängnisinseln genutzt. Danach verfielen sie und wurden von der Natur zurückerobert. Heute wachsen darin Pflanzen, die die Standfestigkeit der Gebäude bedrohen. Schlingpflanzen überwuchern das Gelände. Doch Frankreich hat mit der Vergangenheitsbewältigung begonnen, die Gebäude werden saniert, um dieses historische Erbe zu bewahren. Aurore Schneider ist mit der Freilegung und Renovierung der Anlagen beauftragt. Mit Hilfe der Fremdenlegion sollen sie bald Besuchern offenstehen. Immer wieder jedoch müssen die Arbeiten unterbrochen werden. Raketen, die vom Weltraumbahnhof der Stadt Kourou abgeschossen werden, überfliegen die ehemaligen Gefängnisinseln. Aus Furcht vor herabfallenden Teilen müssen die Inseln bei jedem Start geräumt werden. Auch jetzt wieder, und zwar für eine besonders heikle Mission: das größte bisher gebaute Weltraumteleskop soll schon in wenigen Tagen von Kourou aus in den Orbit fliegen.
06:50
Deftiger Eintopf aus der Auvergne / Ein Biss'chen Heimat: Evelyne, von der Auvergne nach Italien / Ran an die Töpfe!
07:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Eine bosnische Geschichte von Krieg und Exil / Das Tunesien unter Bourguiba / Paris: Der Croque-Monsieur von Jean-Noël / USA: Alkoholisierte Spiele
08:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Grönland: Aka Høeghs Blick auf die Natur als Kunstform / Paris: Amerikas Eldorado / Panama: Olivers Knoblauch-Garnelen / USA: Zu Fuß geht's erst richtig los!
08:55
Franziskus von Assisi, dessen Tod sich 2026 zum 800. Mal jährt, gehört zu den populärsten Figuren der Kirchengeschichte. Sein Leben ist ein Bruch mit allen Konventionen seiner Zeit: ein Sohn aus reichem Haus, der öffentlich dem Besitz abschwört, sich an die Seite der Ausgestoßenen stellt und die Kirche damit zugleich herausfordert und erneuert. Seine radikale Botschaft prägt die europäische Kultur bis heute. Wie konnte ein Mann, der freiwillig als Bettler lebte, so wichtig werden? Aktuelle Forschung zeigt einen Franziskus, der die großen gesellschaftlichen Veränderungen des 13. Jahrhunderts miterlebt: Aufstieg des Frühkapitalismus, religiöse Reformbewegungen, die Kreuzzüge. Doch seine Radikalität inspiriert und provoziert noch heute: Sein Sonnengesang beeinflusst die Umweltbewegung, sein radikaler Eigentumsverzicht wirft Fragen an unsere Gesellschaft auf. Seine naturnahe Spiritualität ist auch für säkulare Sinnsucher anschlussfähig. Und Franziskaner bauen heute wieder Brücken zwischen Christentum und Islam. Filmemacher Stefan Ludwig folgt den Spuren dieses charismatischen Rebellen. Die Reise führt von Paris, wo ein erst kürzlich entdecktes Manuskript zu sehen ist, bis in die Felsspalten von La Verna, wo Franziskus wochenlang meditierte. In Assisi wird die Faszination Franziskus besonders spürbar, als seine Gebeine erstmals öffentlich zu sehen sind und 370.000 Gläubige anziehen. Doch Franziskus' Grenzgänge führen weit über Europa hinaus: Mitten im Fünften Kreuzzug trifft er den muslimischen Sultan Al-Kamil - eine Begegnung voller Symbolkraft, gerade heute.
10:25
Die Côte d'Azur ist ein Küstenabschnitt an der Französischen Riviera - voller Tradition, lebendigem Kunsthandwerk und außergewöhnlicher Natur. Zwischen Menton und Cannes leben Menschen, die diesen Küstenstreifen prägen. Meeresschützer, wie Olivier Brunel, der die Aquarien im Ozeanografischen Institut von Monaco leitet. Oder Kunsthandwerker wie der Glasbläser Antoine Pierini aus Biot, dessen Glaskunst regelmäßig auf internationalen Ausstellungen zu sehen ist. In Nizza verkaufen Sophie Budoia und ihr Mann Jean-Luc an einem Stand in der Nähe des Marché aux Fleurs Fladen aus Kichererbsenmehl - Socca genannt. Am Cap de la Croisette in Cannes zieht es Céline Guésdon raus aufs Meer: Die ehemalige Profisportlerin fährt mit ihrem Stand-Up-Paddle gerne zu der vor Cannes liegenden Île Sainte-Marguerite. Ihr vorgelagert ist die etwas kleinere Île Saint-Honorat. Hier bauen Mönche der Abtei Lérins seit Jahrhunderten Wein an.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
Persische Wurzeln, indischer Geschmack: Dhansak / Ein Biss'chen Heimat: Kshitij, ein Inder in Tschechien / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Istanbul, die Prächtige in den Werken von Ahmet Altan / England: Ein Spiel namens Lawn Bowls / Albanien: Mimozas Fleischklößchensuppe / Galicien: Ein untergegangener Schatz
13:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Andrée Viollis: Reporterin auf Weltreisen / Saint-Nazaire: Wo die Ozeanriesen entstehen / Estland: Kristis Pancakes / Grönland: Der ignorierte Forscher
14:00
Nach Jahren der Trennung taucht die Russin Galina wieder im Leben ihres Ex-Freunds Tom auf und bittet ihn um einen Kontakt zu seiner Schwester, die den Krisenstab im Auswärtigen Amt leitet. Tom soll einen Link weitergeben, über den Informationen darüber zu finden seien, dass Hacker in die Steuerungen des Zentralklinikums Berlin eingedrungen sind. Galina, die Tom in Schweden trifft, behauptet, das sei nur ein Bruchteil der Informationen, die sie liefern könne. Außerdem habe sie den rettenden Code, der weitere Anschläge vereiteln könne. Doch Galina fordert Geld, Asyl in Deutschland und die Aufnahme in ein Zeugenschutzprogramm für sich und ihre kleine Tochter. Tom, der Galina immer noch liebt, macht sich mit ihr auf den Weg zum Krisenstab. Galinas Informationen scheinen direkt aus der Zentrale des russischen Geheimdienstes zu stammen, in der sie eine leitende Position in der Hackergruppe innehatte. Inzwischen gibt es in weiteren deutschen Kliniken Systemausfälle. Tom sieht sich auf ihrer Reise durch Schweden über Polen nach Deutschland immer mehr Gefahren ausgesetzt und fragt sich, ob er auf der richtigen Seite steht ... Regisseur und Drehbuchautor Elmar Fischer gelang es bereits mit seinem preisgekrönten Politthriller "Unterm Radar" (2015) mit Christiane Paul, ein politisches Thema in einen TV-Plot umzusetzen. Auch für "Die Whistleblowerin" hat Elmar Fischer mit Artjom Gilz, Katharina Nesytowa und Jennifer Ulrich ein dynamisches Darstellerensemble gewinnen können.
15:50
Mit 2.800 Kilometern Ausdehnung gilt Kasachstan als das Herz Zentralasiens - ein Reich zwischen Wüste, Steppe und schneebedeckten Bergen. In der einstigen Sowjetrepublik treffen unberührte Natur, geologische Wunder und Spuren der Geschichte aufeinander. Im Westen zieht sich der Ural als Grenzfluss zwischen Europa und Asien durch die Steppe. Hier arbeiten Nurbolat und Yerbol, Fährmänner zwischen den Kontinenten, die ihr Boot mit purer Muskelkraft über den Fluss ziehen. Weiter südlich liegt das geheimnisvolle Ustjurt-Plateau mit seinen bizarren Felsformationen und den kugelrunden Steinen des Torysh-Tals, ein Naturphänomen, das Geologen wie Bekbolat Tolegenuly fasziniert. Im Nordosten zeugt Semipalatinsk von einer düsteren Vergangenheit: Über 450 sowjetische Atomtests verwandelten das Gebiet in eine radioaktive Wüste. Heute dokumentiert die Wissenschaftlerin Maira Abenova die Rückkehr des Lebens in die geschundene Landschaft. Doch Kasachstan ist auch ein Land der Neuanfänge. In den Tälern des Tian-Shan-Gebirges wächst der wilde Urapfel - die Wiege aller heutigen Apfelsorten. Und im modernen Kapchagay, dem "Vegas der Kasachen", feiern junge Frauen wie Elvira selbstbewusst ihr neues Lebensgefühl zwischen Tradition und Moderne. Kasachstan, ein Land, das sich neu erfindet, zwischen Steppengras und Neonlicht, zwischen Vergangenheit und Aufbruch, zwischen Europa und Asien.
16:35
Malawi ist eines der kleinsten Länder Afrikas, und doch gibt es fünf Nationalparks. Und jeder ist auf seine Weise einzigartig. Ranger kümmern sich um den Bestand der Wildtiere wie Elefanten und Löwen. Freiwillige setzen sich ein für den Erhalt des Regenwaldes. Der Malawisee liegt mitten im afrikanischen Grabenbruch und erreicht an einigen Stellen bis zu 700 Meter Tiefe. In seinem klaren Wasser lebt eine einzigartige Fischwelt. Malawi hat nicht nur einen großen See, sondern auch einen "großen Tanz", den Gule Wamkulu, der zu Ehren der Ahnen getanzt wird - mit kunstvollen Masken, prächtig bemalten Gesichtern und Federschmuck. Dieser Tanz ist so besonders, dass er auf der Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit steht. Am Ausgang des Malawisees, direkt am breiten Shire River, liegt der 1973 gegründete Liwonde Nationalpark. Er ist von Flusssümpfen, Waldland und weitem Grasland durchzogen. Kurz nach der Regenzeit im Mai zeigt sich der Park in üppigem Grün. Der relativ kleine, aber aufgrund seiner hohen Pflanzendichte sehr artenreiche Park hat in den letzten Jahren neue Maßstäbe bei der Rückführung und Wiederansiedlung vor allem von Elefanten gesetzt. Täglich patrouillieren Ranger im Park, um Wilderer aufzuspüren und Fallen zu entfernen. Neben den großen Wildtierarten wie Elefanten, Flusspferde und Löwen sind in Malawi noch diverse andere Tierarten wie die Nyala und Kuh-Antilopen, Krokodile und seltene Greifvogelarten zuhause.
17:05
Malawi, das kleine Binnenland im Südosten Afrikas, gehört zu den wenig bekannten Regionen des Kontinents. Auf vergleichsweise engem Raum entfaltet sich eine beeindruckende landschaftliche Vielfalt: weite Savannen, dichte Regenwälder, Buschland und markante Gebirgszüge prägen das Bild. In dieser abwechslungsreichen Natur sind Elefanten, Flusspferde, Löwen und Krokodile beheimatet. Ein besonderes Naturwunder ist das Mulanje-Massiv im Süden des Landes. Mit 3.002 Metern ragt es als höchste Erhebung aus der Landschaft. Steile Granitgipfel und tiefe Schluchten kennzeichnen dieses uralte Gebirge. Einst war es von Zedernwäldern bedeckt - heute kämpfen Naturschützer dafür, die Bestände wieder aufzuforsten und das empfindliche Ökosystem zu bewahren. Auf dem Malawisee, dem drittgrößten See Afrikas, zieht seit 1951 ein schwimmendes Wahrzeichen seine Bahnen: das Fährschiff MV Ilala. Als einziges motorisiertes Linienschiff verbindet es die Dörfer entlang der Ufer und ist für viele Menschen bis heute die einzige Verbindung zur Außenwelt. Jede Woche folgt das Schiff seiner festen Route von Monkey Bay bis nach Chilumba im Norden und wieder zurück. Die Fahrt ist mehr als Transport - sie bedeutet für die Passagiere Austausch, Versorgung, Wiedersehen. Seit über 70 Jahren hält die Ilala das Land zusammen.
17:50
Der Meeresbiologe Uli Kunz will wissen, welche Rolle Wasserfälle für die Natur spielen. Dafür reist er nach Simbabwe und Sambia: Hier stürzt der Sambesi über hundert Meter in eine Schlucht und bildet dabei die Victoriafälle. Kunz erforscht, wie der permanente Sprühregen einen artenreichen Regenwald entstehen ließ. Auf Sizilien spürt Kunz einem der größten Wasserfälle der Geschichte nach. Vor Millionen von Jahren trocknete das Mittelmeer aus und hinterließ eine mächtige Schicht aus Salz. Der Meeresbiologe befährt einen Salzstock und findet heraus, wie vor sechs Millionen Jahren ein gigantischer Wasserfall entstand. Nur wenig Natürliches gibt es noch an den Niagarafällen in Nordamerika. Die Wassermenge wird reguliert, manchmal wird der riesige Wasserfall sogar trockengelegt. Trotzdem finden Millionen Menschen die Niagarafälle nach wie vor faszinierend, und manchen verleiteten sie zu Leichtsinn: Immer wieder ließen sich Menschen in Fässern die Niagarafälle hinabstürzen - mit unterschiedlichem Erfolg. Auch Uli Kunz wagt ein riskantes Abenteuer: Per Slackline traut er sich über die tosenden Victoriafälle. Sein Ziel dabei ist es, an einen Ort zu gelangen, an dem noch weniger Menschen waren als auf dem Mond. Nur hier kann er ein Phänomen bewundern, das kein Mensch vom festen Boden aus erkennen kann: einen riesigen kreisrunden Regenbogen.
18:35
Nährstoffreiche Sedimente lagern sich ab, und ein riesiges Netz von Wasserstraßen entsteht. Diese vielfältigen Feuchtgebiete - vom Amazonasdelta über die Wasserwelt Tasmaniens bis zum Kalahari-Becken in Botsuana - beherbergen unzählige Pflanzen- und Tierarten. Aber die Dynamik der Deltas mit ihrem ständigen Übergang von Süß- und Salzwasser hat auch Tücken. Weil sich beides im Delta mischt, sind hier echte Überlebenskünstler zu Hause. Sie profitieren zwar vom Reichtum an Nahrung, müssen aber mit ständig schwankenden Salzgehalten leben. Der Meeresbiologe Uli Kunz führt durch dieses einzigartige Ökosystem und geht Phänomen auf den Grund: Wie schaffen es Lebewesen, sowohl im Süß- als auch im Salzwasser zu existieren? Wieso ist der Artenreichtum in Deltas so enorm hoch? Und welche Kräfte formen Deltas? In Mosambik taucht Uli Kunz nach dem Bullenhai, dem einzigen Meereshai, der in salzigem und süßem Wasser überleben kann. In Botsuana befindet sich mit dem Okavango-Delta eines der größten Binnendeltas der Erde. Jährliche Überflutungen lassen Feucht- und Sumpfgebiete von enormen Ausmaßen entstehen. In Tasmanien taucht Uli Kunz in einem der ungewöhnlichsten Gewässer der Erde: In Bathurst Harbour leben Tiefseekreaturen in weniger als zehn Meter Wassertiefe. So faszinierend Deltas sind, so verletzlich sind sie auch: Da sie in der niedrigen Küstenzone liegen, sind Deltas gefährdet durch alle Arten von Katastrophen wie Hurrikane und Tsunamis. In Zukunft wird diese Anfälligkeit durch den Anstieg des Meeresspiegels noch steigen.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen
19:40
Was Europa bewegt Nah dran, authentisch, echt - der Mensch im Mittelpunkt. In 30 Minuten taucht "Re:" in Lebenswelten ein und macht Europas Vielfalt erlebbar. Von montags bis freitags um 19.40 Uhr und jederzeit im Netz.
20:15
Dank eines privilegierten Zugangs zur Villa Windsor, den Aussagen von Wegbegleitern und seltenen Archivbildern zeichnet der Zweiteiler "Edward vs. George: Die Windsors im Krieg" das Leben der Königsbrüder sowie ihrer Ehefrauen eindrucksvoll nach. Die Dokumentation beleuchtet die Auswirkungen der durch die Abdankung ausgelösten Krise, die im Vereinigten Königreich eine Schockwelle auslöste und die Familie Windsor unversöhnlich spaltete. Der österreichische Journalist Georg Stefan Troller erinnert sich an sein Interview mit Edward in der Villa Windsor im Jahr 1966. Troller, ein vor den Nazis geflohener Jude, befragte den Duke of Windsor zu seiner Beziehung zu Adolf Hitler. Der Autor Alex Larman kommentiert eine private Fotosammlung mit nie veröffentlichten Bildern von der Hochzeit des Dukes und der Duchess of Windsor in Frankreich im Jahr 1937. Die Fotos enthüllen die enge Beziehung von Edward zu Charles Bedaux, dem Gastgeber der Hochzeit, einem französisch-amerikanischen Geschäftsmann und notorischen Nazi-Sympathisanten. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs begeben sich der Duke und die Duchess of Windsor ins Exil auf die Bahamas. Währenddessen werden George VI. und seine Familie in der britischen Heimat mit der harten Kriegsrealität konfrontiert. 1947 kommt George VI. stark geschwächt von einer langen Afrikareise mit Staatsbesuchen in den Ländern des British Empire zurück. Der Gesundheitszustand des langjährigen Kettenrauchers verschlechtert sich zusehends, bald kann er kaum noch gehen. Sowohl zu Hofe als auch in Regierungskreisen wächst die Sorge um seine Nachfolge.
21:00
1939 schreiben König George VI. und Königin Elizabeth Geschichte: Als erste britische Monarchen auf Staatsbesuch in den USA werden sie begeistert empfangen - ihr Besuch festigt die transatlantischen Beziehungen. Doch während das Königspaar die Herzen der Massen gewinnt, lebt Georges älterer Bruder Edward, der ihm den Thron überließ, mit seiner amerikanischen Frau Wallis ein ganz anderes Leben: als glamouröses Paar der New Yorker High Society. Der Designer Nicky Haslam erinnert sich an ihre erste Begegnung mit den Windsors - sie wirkten wie "Filmstars". Die Ehefrauen der Brüder könnten unterschiedlicher nicht sein: Wallis, die als Stilikone gefeierte Duchess of Windsor, verleiht dem Paar ein mondänes Image. Königin Elizabeth hingegen steht für Pflichtbewusstsein - sie überlebt die Bombardierung des Buckingham-Palasts und hält im Krieg an der Seite ihres Volkes stand. Edward und Wallis brechen weiter mit royalen Konventionen: 1951 veröffentlicht der ehemalige König seine Memoiren "A King's Story" und wirbt dafür im US-Fernsehen. Doch als George VI. am 31. Januar 1952 zum letzten Mal öffentlich auftritt, um Prinzessin Elisabeth zu verabschieden, ist sein Tod nur Tage später ein Schock für die Nation. Edward erscheint allein zur Beerdigung - Wallis bleibt fern, sie wurde nicht eingeladen. Elisabeths II. Krönung 1953 markiert einen Neuanfang. Eine Vertraute, Lady Glenconner, beschreibt die Zeremonie aus nächster Nähe. Edward, der mit seiner Nichte zerstritten ist, verfolgt die Feierlichkeiten im französischen Exil vor dem Fernseher. 1970 sucht Prinz Charles seinen Großonkel heimlich in Frankreich auf - ein Zeichen der Versöhnung. Zwei Jahre später stirbt Edward. Nach Jahrzehnten im Exil findet er seine letzte Ruhestätte im königlichen Familiengrab der Windsors.
21:50
"Heir" und "Spare" - im Englischen ist es scheinbar nur ein kleiner Unterschied und doch stecken dahinter zwei völlig unterschiedliche Lebenskonzepte: Der eine ist der Thronfolger - auserkoren dazu, die Krone zu tragen, in die Geschichtsbücher einzugehen und den Fortbestand der Monarchie zu sichern. Der andere ist Reserve - sein Schicksal hängt ganz davon ab, was mit dem Älteren geschieht. Sollte dieser frühzeitig ums Leben kommen, dann rückt er nach und wird zum Thronfolger. Im Fall der Windsors ist dies gänzlich unrealistisch, denn inzwischen sind die Kinder von William in der Thronfolge vor Harry. In seinem Buch "Spare" (deutscher Titel: "Reserve") schildert Harry, wie er sich sein Leben lang an der Ungerechtigkeit abgearbeitet hat, dass die Thronfolge nichts mit Leistung oder Verdienst, sondern nur mit der Tradition und dem Recht des Erstgeborenen zu tun hat. Doch er genießt Freiheiten im Leben, die seinem Bruder William nicht gewährt werden. Als Thronfolger ist es dessen Aufgabe, dem Land zu dienen und den Fortbestand der Monarchie durch Nachwuchs zu sichern. Für ihn gilt die alte Losung: "never complain, never explain". Die Dokumentation beleuchtet Ehre und Bürde der Thronfolgerschaft, das Schicksal des Zweitgeborenen sowie die Rolle der Eltern, der Partnerinnen und der Medien - und ordnet sie mit Hilfe von Expertinnen und Experten ein. Sie verhandelt am Beispiel der Windsors aber auch Themen universeller Geschwisterkonflikte.
22:45
Italien, 1982: Enzo Tortora gehört zu den bekanntesten Fernsehgesichtern des Landes. Seine Sendung "Portobello", eine Mischung aus Unterhaltung, Kuriositäten und öffentlichem Marktplatz, erreicht bis zu 28 Millionen Zuschauer. Auch in den Gefängnissen wird die Show verfolgt. Dort schaut Giovanni Pandico zu, ein Vertrauter des Camorra-Bosses Raffaele Cutolo. Als handgefertigte Spitzendeckchen eines Mithäftlings, die über "Portobello" verkauft werden sollen, abhandenkommen, steigert sich Pandico in den Verdacht hinein, Tortora habe ihn betrogen. Aus Bewunderung wird Feindseligkeit und schließlich die Obsession, ihn zu vernichten. Gleichzeitig geraten die Machtstrukturen der Nuova Camorra Organizzata ins Wanken: Cutolo verschwindet plötzlich aus dem Gefängnis und mit ihm weitere hochrangige Mitglieder der Mafia-Organisation. Pandico fühlt sich verraten und beginnt, mit den Ermittlern zu kooperieren. Zu deren Überraschung nennt er einen bekannten Namen: Enzo Tortora. Marco Bellocchio zeichnet in der ersten Folge den Gegensatz zwischen Tortoras glanzvoller Fernsehkarriere und jener düsteren Welt nach, in der eine folgenschwere falsche Beschuldigung eine fatale Lawine auslöst. Die auf Tatsachen basierende sechsteilige Serie behandelt einen der größten Justizirrtümer der italienischen Geschichte. Der beliebte TV-Moderator Enzo Tortora, eines der bekanntesten Fernsehgesichter Italiens in den 70er und 80er Jahren, führte über sieben Staffeln lang durch die Primetime-Spielshow "Portobello", die beim italienischen Sender RAI ausgestrahlt wurde.
23:50
Juni 1983: Aufgrund der Aussagen mehrerer Camorra-Mitglieder, darunter Giovanni Pandico und Pasquale Barra, durchsucht die Polizei mitten in der Nacht Enzos Hotelzimmer. Da er verdächtigt wird, Teil einer kriminellen Organisation und in den Drogenhandel verwickelt zu sein, kommt er in Untersuchungshaft. Tortora beteuert seine Unschuld und muss hilflos mit ansehen, wie die Anschuldigungen von Zeitungen und Fernsehen aufgegriffen und immer abstrusere Spekulationen weiterverbreitet werden. Aus dem beliebten Showmaster, den Millionen Italiener aus "Portobello" kennen, wird ein mutmaßlicher Mafioso. Auch Enzos Lebensgefährtin Francesca ist verzweifelt: Da das Gefängnis nur Familienmitglieder als Besuch zulässt, kann sie nicht mehr an seiner Seite stehen. Nur seiner Schwester Anna gelingt es, ihn zu sehen. Hinter Gefängnismauern versucht Tortora zu verstehen, worauf die Vorwürfe überhaupt beruhen. Selbst sein Anwalt Raffaele Della Valle kann ihm das nicht erklären, denn die Staatsanwaltschaft verwehrt ihm die Verfahrensakten. Die einzigen Anhaltspunkte kommen aus der Zeitung: Pandico behauptet, die Spitzendeckchen, die Barbaro damals an "Portobello" verschickt hat, wären ein Codewort für Drogen gewesen. Das soll der Beweis dafür sein, dass Enzo Drogen verkauft habe. Raffaele versucht, Enzo Hoffnung zu geben, die Wahrheit werde sicher bald ans Licht kommen. Doch Enzo merkt schnell, dass er für die Staatsanwaltschaft schon lange nicht mehr nur angeklagt ist ...