05:20
Während der Katamaran "Nomade des Mers" in der Bucht von San Francisco im Hafen liegt, denkt Corentin darüber nach, wozu sich Solarpanels außer zur Stromerzeugung noch verwenden lassen. In den USA wurden immer wieder neue Lebensweisen erprobt. Ein Beispiel dafür ist die bioklimatische Architektur, die es ermöglicht, Gebäude auf natürliche Weise mit der Energie der Sonne zu heizen. Corentin fährt über Land in den Bundesstaat New Mexico. Dort besucht er eine Gemeinschaft von Männern und Frauen, die autark leben - aber anders als Corentin nicht auf See, sondern an Land. Aus verschiedensten Recyclingmaterialien bauen sie ökologisch nachhaltige Häuser, die sie "Earthships" nennen.
05:45
Tatiana-Mosio Bongonga lebt mit ihrer dreijährigen Tochter und der von ihr gegründeten Artistengruppe in einem pittoresken Dorf am Fuße der Cevennen. Die Reportage begleitet sie beim Training in den Tagen vor ihrem großen Auftritt am Stadion "Stade de France" vor den Toren von Paris. Für Tatiana ist der bevorstehende Auftritt eine technische, künstlerische und menschliche Herausforderung. Um sie herum ist ein ganzes Team im Einsatz. In Saint-Denis kümmert sich ihr Kompagnon und Mitstreiter Jan Naets drei Tage lang mit fünf Seilkletterern allein um die aufwendige Installation des Seils und die Einweisung des Bodenpersonals zur Absicherung. Seiltanz ist ein ständiges Ausloten der Grenzen zwischen Erdanziehungskraft und akrobatischer Eleganz: Die Artistin beherrscht das Gleichgewicht, das es ihr ermöglicht, sich tänzerisch vorwärtszubewegen, ohne in die Tiefe zu stürzen. Es ist eine Zirkuskunst, die sowohl die Darstellerin als auch das Publikum in ihren Bann zieht. Tatianas Anmut und ihre kalkulierte Risikobereitschaft ziehen alle Blicke auf sich. Jede Darbietung auf dem Hochseil ist ein luftiges und tänzerisches Abenteuer, begleitet von einprägsamer Live-Musik begleitet wird, aber auch von zahlreichen Helfern, die zur Stabilisierung des Seils beteiligen. Kein Zuschauer kann sich der Faszination eines scheinbar schwerelos zwischen Himmel und Erde balancierenden Menschen entziehen.
06:40
Das beliebte Gebäck aus Oman: Halva / Ein bisschen Heimat: Mohammed, ein Omaner in Nizza / Ran an die Töpfe!
07:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Großbritannien: Die Eisenbahnkinder / Die Herrscher der Karpaten / Griechenland: Aris Kabeljau mit Zitrone / Dänemark: aufständische Jugend
07:55
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Schottland: Andy Goldsworthys Manifest der Vergänglichkeit / Türkei: Was ein Schnurrbart alles verrät / Puerto Rico: Loraines Fischeintopf / Frankreich: Jura - Wenn Eis zu Gold wird
08:45
Woher kommen wir? Warum leiden wir? Und woran halten wir uns fest, wenn die Welt unbegreiflich wird? "Warum wir glauben" geht den ältesten Fragen der Menschheit nach - und erzählt Glauben nicht als etwas Fernes oder Vergangenes, sondern als Kraft, die unser Denken bis heute prägt. Die Reise beginnt bei den San in der Kalahari-Wüste, wo Natur, Ahnen und Rituale den Alltag bestimmen. Sie führt zu Forschenden, die erklären, warum der Mensch überall Bedeutung erkennt: im Rascheln eines Busches, in Wolken, Gesichtern, Zufällen und Krisen. Glaube erscheint hier als uraltes Überlebensprogramm - und als Antwort auf Angst, Tod und Chaos. Doch die Suche endet nicht in der Tradition. Ein jüdischer Philosoph spricht von Spiritualität als Versuch, die Punkte des Lebens zu verbinden. Ein atheistischer Podcaster fragt, ob Sinnkrisen nicht schlicht zur menschlichen Existenz gehören. Ein ukrainischer Militärseelsorger erlebt, wie Menschen an der Front nach Trost greifen, wenn nichts anderes mehr trägt. Und in Israel erzählt ein ehemaliger Ultraorthodoxer vom schmerzhaften Weg aus einem Glaubenssystem, das Halt gab - und zugleich Freiheit nahm. Zwischen Ritual und Vernunft, Geborgenheit und Kontrolle, Gottvertrauen und Zweifel fragt der Film: Warum verschwindet der Glaube nicht, selbst in säkularen Gesellschaften? Vielleicht, weil Menschen immer nach etwas suchen, das größer ist als sie selbst.
09:35
Was bleibt vom Glauben, wenn die großen Kirchen an Macht verlieren? Diese Folge von "Warum wir glauben" führt in eine Welt, in der Spiritualität nicht verschwindet, sondern sich Menschen ihre Glaubenswelt selbst "basteln": in indischen Ashrams, bei französischen Neo-Druiden, in japanischen Shinto-Ritualen oder in der Popkultur. Ein junger Niederländer folgt Sadhguru nach Indien, weil er im westlichen Leben nur Leere und Selbstoptimierung findet. In Frankreich berufen sich moderne Druiden auf alte Gottheiten und die Kräfte der Natur. In Japan bezeichnen sich viele Menschen als unreligiös - und verehren doch Anime-Figuren oder Popstars wie Götter. Forschende erklären, warum Glaube nicht einfach verschwindet, sondern sich immer neue Bühnen sucht. Zwischen Sehnsucht und Kommerz, innerer Erfahrung und Abhängigkeit fragt der Film: Wo beginnt Spiritualität - und wo kippt sie in Kult, Ausbeutung oder Selbstverlust? Zugleich zeigt er, warum Menschen auch in einer säkularen, vernetzten Welt nach etwas suchen, das größer ist als sie selbst: nach Verbindung, Orientierung und einem gemeinsamen Sinn.
10:30
Kann Glaube die Welt verändern und zu einem besseren Ort machen? Diese Folge von "Warum wir glauben" erzählt von Menschen, für die Glaube nicht nur Trost ist, sondern auch ein Auftrag: zu helfen, zu handeln, sich einzumischen. In einem Kloster in der Bretagne lebt Schwester Laure in Stille, Gebet und Dienst an Alten und Kranken. Für sie bedeutet Glauben, aus sich selbst herauszutreten. Im Mittelmeer rettet Isabell Nohr mit der Organisation Sea-Watch Menschenleben - ohne an Gott zu glauben, aber mit einem tiefen Glauben an Gemeinschaft und Verantwortung. In New Orleans wird Gospel zur Kraftquelle einer Community, die im Glauben Schutz und Zusammenhalt gefunden hat. In Mexiko sprechen die Wixárika mit Erde, Feuer, Meer und Pflanzen - für sie ist Natur keine Ressource, sondern Familie. Und in Dubai sieht ein muslimischer Astrophysiker Gott in den einfachen Gesetzen des Universums, die so viel Schönheit möglich machen. Zwischen Kloster und Rettungsschiff, Bibel und Menschenrechten, Wissenschaft und Naturreligion fragt der Film, was Glauben heute bewirken kann. Er zeigt seine Ambivalenz: Religion kann trösten, verbinden und mobilisieren - aber auch instrumentalisiert werden. Am Ende steht eine große, sehr gegenwärtige Frage: Reicht Vernunft allein, um die Welt zu retten? Oder brauchen Menschen etwas, das sie über sich selbst hinausführt, etwas, das sie handeln lässt für eine bessere Welt?
11:25
Vor fast 650 Millionen Jahren tauchten die Quallen in der Erdgeschichte auf, sie schwebten schon lange vor den Fischen durch die Ozeane und überlebten als Meister der Anpassung die großen Massensterben auf der Erde. Nun fluten gut sechzig Quallenarten die französischen Küsten und setzen den Badegästen zu. Der Klimawandel und die Verschmutzung der Meere fördern ihre Verbreitung und auch die Überfischung der Meere, denn viele Fische fressen Quallen. All diese Begebenheiten sichern ihnen ihre Existenz. Diese Quallen-Flut, nicht nur am Mittelmeer, ist ein ökologisches Alarmsignal. Wissenschaftler erforschen nun vermehrt das Leben, die Fortpflanzung und die Verbreitung von Quallen. Labore versuchen angesichts der Quallen-Flut, ihren möglichen Nutzen für die Industrie zu ermitteln. Und an den Stränden der französischen Mittelmeerküste kümmern sich Ärzteteams um die Opfer der äußerst schmerzhaften Stiche der Quallen.
11:55
Tahiti, von der Palme bis zur Lagune: Roher Fisch in Kokosmilch / Ein bisschen Heimat: Teheiura, ein Polynesier im Hérault / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Bilbao: Roman über eine gestohlene Kindheit / Die Rückeroberung der Bucht von Algier / Albanien: Nexhmijes gefüllte Paprika / USA: der Polka-König
13:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Frankreich: Pierre Michon im Sog der Sinnlichkeit / Grönland: Tattoos als Ausdruck der Identität / El Salvador: Julietas Ananastrunk / USA: Ein Land im Shopping-Fieber
14:00
Burma, 1943: Britische Kriegsgefangene treffen in einem japanischen Lager ein und erhalten den Befehl, eine strategisch wichtige Eisenbahnbrücke über den Kwai zu errichten. Lagerkommandant Colonel Saito verlangt, dass auch die Offiziere körperlich mitarbeiten. Doch Oberst Nicholson verweist auf die Genfer Konvention und widersetzt sich den Anordnungen - selbst um den Preis schwerer Misshandlungen. Als Saito schließlich nachgibt, übernimmt Nicholson die Leitung des Brückenbaus. Was zunächst als Zeichen militärischer Disziplin gedacht ist, entwickelt sich zunehmend zu einem persönlichen Prestigeprojekt. Währenddessen entkommt der amerikanische Soldat Shears dem Lager und wird von den Alliierten für ein gefährliches Sabotagekommando rekrutiert. Ihr Auftrag: die Brücke vor ihrer Fertigstellung zerstören. David Lean verbindet Kriegskino mit einem vielschichtigen Drama über Pflichtbewusstsein, Stolz und die moralischen Grenzen militärischer Loyalität. David Leans "Die Brücke am Kwai", basierend auf Pierre Boulles Roman, gewann 1958 sieben Oscars, darunter für den besten Film, die beste Regie und den besten Hauptdarsteller Alec Guinness. Gedreht wurde überwiegend in Sri Lanka, wo eigens eine rund 130 Meter lange Brücke errichtet wurde. Heute gilt "Die Brücke am Kwai" als Meilenstein des Kriegsfilms, weil er spektakuläre Inszenierung mit einer kritischen Auseinandersetzung über Gehorsam, Ehre und die Absurdität des Krieges verbindet.
16:40
Nach mehreren Tagen auf See erreicht der Katamaran "Nomade des Mers" endlich Trincomalee, eine kleine Hafenstadt im Nordosten von Sri Lanka. Die Crew hat sich verändert: Johnny ist aus Auroville mitgekommen, und Amandine aus Concarneau ist auch dabei. Sri Lanka ist ein Land mit hohen Bergen, paradiesischen Stränden, einer beeindruckenden Tierwelt und einer reichen Kultur. Auch die Wirtschaft boomt - doch das hat seinen Preis: Sri Lanka steht auf Platz fünf der größten Meeresverschmutzer der Erde; 1,6 Millionen Tonnen Plastik landen hier jedes Jahr im Ozean. Johnny sprüht förmlich vor Lowtech-Ideen. Er und Corentin wollen plastik- und müllfrei für den Katamaran einkaufen. Rohan Edirisoorya von der Ruhuna-Universität hilft der Crew mit seinem Plastik-Pyrolysator, durch den man Plastikmüll in Treibstoff umwandeln kann. Lässt sich das auch auf dem Katamaran umsetzen?
17:05
Die indische Gebirgskette der Westghats ist ein immergrüner Lebensraum für eine erstaunliche Vielfalt an Froscharten, von denen viele nur hier vorkommen. Die von tropischem Regenwald überzogenen Berghänge mit ihren warmen Temperaturen bieten den Amphibien ideale Bedingungen, um sich fortzupflanzen und nach Nahrung zu jagen. In der Nacht bildet der vielstimmige Froschgesang eine facettenreiche Klangkulisse, von tiefem Quaken bis hin zu trillerndem Pfeifen. Jede Froschart hat sich an ein bestimmtes Ökosystem angepasst. Manche leben in reißenden Bergbächen, andere auf dem blätterbedeckten Boden, in morschen Baumstämmen oder kleinen Erdhöhlen. In den Nationalparks und Naturschutzgebieten findet man auch Froscharten, die reine Höhlenbewohner sind oder zwischen Felsblöcken in den Betten der Bachläufe hausen. Diese Frösche leben im Rhythmus der Regenzeit. Klimaerwärmung, Waldrodung und unkontrollierter Tourismus bedrohen heute diese fragilen Lebensräume. Der Naturforscher und Dokumentarfilmer Suhas Premkumar hat während neun Regenzeiten dem Monsun getrotzt, um diese unbekannte Welt zu erforschen und die geheimnisvollen endemischen Amphibien der Westghats zu filmen, darunter den Malabar-Gleitfrosch, den Asiatischen Ochsenfrosch, die Schwarznarbenkröte, die Malabar-Baumkröte, Ruder-, Tanz- und Nachtfrösche und viele mehr.
17:50
Zwischen Karpaten und Donau wurde im Mittelalter immer wieder gekämpft: Kriege, Einfälle und Plünderungen prägten die Geschichte der Region. Im 15. Jahrhundert regierte in der Walachei Vlad III., genannt "der Pfähler". Jahrhunderte später ließ sich Bram Stoker von seinem Namen und einzelnen historischen Bezügen zu seiner berühmten Romanfigur Graf Dracula inspirieren. Die Dokumentation untersucht, wie die Geschichten und Mythen um Graf Dracula die Orte prägen, an denen sie spielen. Und sie zeigt ungestörte Natur, wie sie in Europa nur selten zu finden ist: Mehr als die Hälfte der europäischen Braunbären lebt in den wilden Wäldern der Karpaten, ebenso Adler, über 3.000 Wölfe, Eulen, Krähen und Fledermäuse. Forscherinnen und Forscher geben Einblick in ihre Arbeit mit Krähen und Fledermäusen und klären über Mythen und Vorurteile über die unheimlichen Tiere auf.
18:35
Das Team reist nach Südfrankreich, ins heutige Lozère. Die Dokumentation begleitet den Historiker Bernard Soulier und den Illustrator Jean-Charles Poupard auf einer spannenden Recherchereise. Soulier beschäftigt sich seit fast 50 Jahren mit der Geschichte der Bestie von Gévaudan, der Illustrator Poupard arbeitet an einer Graphic Novel über die Angriffe. Gemeinsam besuchen sie Originalschauplätze entlang der Cevennen am Rande des Zentralmassivs, durchsuchen Archive und versuchen vor Ort, das Rätsel zu lösen. Sie gehen den Legenden und Mythen um die Bestie von Gévaudan nach. Neben den Spuren der Bestie von einst besucht das Team einzigartige Orte wie den Parc des Loups, die Réserve des Bisons d'Europe und das Programm der französischen Tierschutzorganisation LPO ("Ligue pour la Protection des Oiseaux") zur Wiederansiedlung von Geiern. Gemeinsam mit den Einwohnern der Region entdeckt das Team die faszinierende Flora und Fauna der Gegend.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen
19:40
Das kleine Dorf Aspin-en-Lavedan liegt am Rand der Pyrenäen südlich der Stadt Lourdes. Obwohl die Natur drumherum sehr schön ist, ist das Dorf für die 300 Einwohner eher trist. Das letzte Restaurant schloss vor zwei Jahren, 2025 gab das letzte von ehemals drei Hotels auf. In den Nachbardörfern sieht es ähnlich aus. Bürgermeister André Laborde und seine Frau Patricia wollen nun - auf über 600 Quadratmetern - einen neuen Ortskern schaffen: Rund um einen Dorfplatz entstehen eine Markthalle, eine Bäckerei, ein Gemeindezentrum - und das neue Dorfcafé. Sein Betreiber, der Koch Thomas Leprince, ist extra in den kleinen Ort gezogen, um sich seinen Traum von einem eigenen Café zu erfüllen. Der Bürgermeister hatte ihn unter mehr als 15 Bewerbern ausgewählt, er war vor allem von seiner Kochkunst begeistert. Nun muss er mit seinem Konzept und seiner Küche nur noch bei den Dorfbewohnern punkten. Christelle Lagae vom Verein "1.000 Cafés" berät Thomas Leprince vor der Eröffnung und unterstützt ihn mit Anträgen für Fördergelder. Der Verein bringt Gastronomen und kleine Gemeinden zusammen, damit Dorfcafés als soziale Treffpunkte erhalten oder neu geschaffen werden. In ganz Frankreich wurden so bereits über 150 Cafés eröffnet. Eines von ihnen liegt im kleinen Örtchen Céaux in der Normandie. Den 400-Seelen-Ort passiert man normalerweise nur auf dem Weg zum Mont-Saint-Michel, doch seit November 2024 ziehen Isabelle Mension Rigau und ihre Tochter Angélique Septier mit ihrem Café "Mère et Fille" Dorfbewohner wie Touristen an. Wie ist ihnen das gelungen?
20:15
Nur wenige Orte auf der Welt sind so atemberaubend wie Yellowstone. Schon früh erkannte man das und so wurde er als erster Nationalpark der Welt unter Schutz gestellt. 150 Jahre später gibt es in den USA 63 Nationalparks. Acht der spektakulärsten Parks werden im Film porträtiert - vom Yosemite Valley zum Grand Canyon, von den Geysiren Yellowstones in die Wasserwildnis der Everglades, von den Smoky Mountains zu den Regenwäldern der Olympic-Halbinsel und von der Hitze der Sonora-Wüste in die Kälte Alaskas zu den Gates of the Arctic. Der Film zeichnet sich durch sein emotionales Storytelling und außergewöhnliche Tieraufnahmen aus, die nur durch extrem lange Drehzeiten einzufangen sind: der Kampf eines Bisonkalbs gegen einen Wolf, Alligatoren, die mit Stöckchen auf ihrer Schnauze Vögel beim Nestbau in die Falle locken, und ein Fisch, der Burgen baut, sind nur einige von vielen Beispielen. Die größten Naturwunder Nordamerikas in einem Porträt, das jeden berühren wird, der ein Herz für faszinierende Landschaften und einzigartige Tieraufnahmen hat. Superzeitlupen, bewegte Zeitraffer, hoch stabilisierte Flugaufnahmen, ferngesteuerte Kameras sowie Nachtsicht- und Unterwasserkameras schaffen ein visuelles Erlebnis auf höchstem Niveau.
21:45
Nach fünf Monaten im Gefängnis wird Enzo Tortora wegen seines angeschlagenen gesundheitlichen Zustands unter Hausarrest gestellt. Endlich darf er wieder zu seinen Töchtern und seiner Geliebten Francesca. Doch während Francesca versucht, in den gemeinsamen Alltag zurückzufinden, machen Tortora die Angriffe der Medien auf seine Person zu schaffen. Als ihn schließlich Polizisten während einer medizinischen Untersuchung abholen und für eine Vorladung der Staatsanwaltschaft zehn Stunden im Krankenwagen nach Neapel fahren lassen, eskaliert die Situation. Neue Camorra-Kronzeugen, darunter Gianni Melluso, behaupten, ihn zu kennen und ihn beim Drogenhandel gesehen zu haben. Tortora muss ohne Anwalt einem Belastungszeugen gegenübertreten und erleben, wie widersprüchliche Aussagen vonseiten der Justiz zu einem immer festeren Bild seiner vermeintlichen Schuld zusammengefügt werden. Enzo verliert völlig die Hoffnung, bis ihn eines Nachts überraschend ein Anruf von Marco Panella erreicht, der ihm als Vorsitzender einer radikalen Partei einen möglichen Ausweg anbieten möchte: Er soll als Kandidat für den "Partito Radicale" vorgeschlagen werden. Eine Position, die ihm politische Immunität verschaffen könnte ...
22:35
Neapel, 1985: Im Hochsicherheitssaal von Poggioreale beginnt der große Prozess gegen die Nuova Camorra Organizzata. Unter Hunderten Angeklagten sitzt auch Enzo Tortora, dem die Mitgliedschaft in der Camorra und Drogenhandel vorgeworfen werden. Seine Verteidiger, Anwalt Raffaele Della Valle und Professore Alberto Dall'Ora, hoffen, dass die Verhandlung endlich die Widersprüche der Belastungszeugen offenlegt. Tatsächlich geraten deren Aussagen zunehmend ins Wanken: Nadia Marzano erklärt, Tortora nicht persönlich zu kennen, und dass die angebliche Aufnahme von ihr und Enzo gar nicht existieren würde. Eine Wende im Prozess? Nein, denn das Gericht verweist auf Nadias labile Verfassung und nimmt ihre Aussage nicht zu den Akten. Giovanni Pandico und Gianni Melluso hingegen halten an ihren Anschuldigungen fest. Doch im Kreuzverhör kann Melluso zentrale Fragen zu den Geschehnissen kaum beantworten. Er kann weder die genauen Übergabeorte für die Drogen bestätigen, noch kann er sich an das Aussehen von Tortora erinnern. Als Pandico Tortora schließlich sogar mit dem Tod seiner Mutter in Verbindung bringt, nimmt der Prozess immer absurdere Züge an. Regisseur Marco Bellocchio konzentriert die fünfte Folge fast vollständig auf den Gerichtssaal und zeigt, wie aus widersprüchlichen Aussagen ein scheinbar geschlossenes Bild der Schuld entsteht - bis schließlich das Urteil über Tortora gesprochen wird.
23:30
Nach dem vernichtenden Urteil der Staatsanwälte, Enzo Tortora sei ein "zynischer Händler des Todes", dazu die Verurteilung zu zehn Jahren Haft und 50 Millionen Lire Geldstrafe, besteht wenig Hoffnung auf ein Berufungsverfahren. Doch der Fall wird an Richter Michele Morello übergeben, der den Prozess neu aufrollt. Er beginnt, die Beweise und Aussagen der ehemaligen Camorra-Mitglieder chronologisch zu sortieren - und stößt dabei auf Fehler, Auslassungen und eine auffällige Sonderbehandlung jener Mafiosi, auf deren Aussagen die Anklage beruht. Je genauer er den Fall untersucht, desto deutlicher treten die Widersprüche in den Aussagen von Giovanni Pandico, Gianni Melluso und den anderen Belastungszeugen hervor. Außerdem findet Morello heraus, dass Giovanni Pandico unter Schizophrenie leidet, einer gestörten Realitätswahrnehmung, und Mythomanie, zwanghaftem Lügen, was dessen Aussagen in ein neues Licht rückt. Am Tag des Prozesses steht Tortora erneut mit seinen Anwälten vor Gericht. Wie wird das Urteil lauten?