05:05
Obwohl die Hälfte der Weltbevölkerung die Menopause erlebt und viele Frauen so schwere Beschwerden haben, dass ihr Alltag stark beeinträchtigt ist, ist diese Lebensphase noch immer wenig erforscht. Über Jahrhunderte trugen historische Vorurteile dazu bei, dass viele Betroffene im Stillen litten und Wissen bis heute begrenzt ist. Nun suchen Forschende weltweit nach Antworten, um die Auswirkungen des Östrogenrückgangs auf Körper und Gehirn zu ergründen. Warum haben vier von fünf Frauen Hitzewallungen, mehr als ein Viertel Schlafstörungen? Warum leiden 41 Prozent unter Gedächtnisproblemen? Warum hat die Altersgruppe 45 bis 54 Jahre die höchste Selbstmordrate? Wie hängen Menopause-Symptome mit dem dreifach höheren Alzheimer-Risiko von Frauen und Depressionen zusammen? Welche Möglichkeiten gibt es, dem entgegenzuwirken? "Menopause Mystery" bricht Tabus, deckt Mythen und Fehlinformationen auf und rückt die Menopause in ein neues Licht.
05:55
Kanada hat die weltweit größte Pilotendichte, trotzdem sind nur fünf Prozent davon Frauen. Cassandra Dupont, Mariam El Jundi und Leslie Coolen gehören zu dieser noch immer kleinen Elite. Sie sind im ganzen Land unterwegs, um Einsätze mit Ingenieuren, Klima- und Umweltforschern sowie Geologen in den entlegenen Regionen Kanadas zu fliegen. Gerade im Winter, bei bis zu minus 40 Grad Celsius, sind die Einsätze hart und gefährlich: "Es gibt niemanden, der einem sagt, was man tun soll. Wenn man an sehr abgelegene Orte fliegt, ist man der Gefahr noch mehr ausgesetzt. Die Rettungskräfte können dann sehr weit entfernt sein, falls etwas passiert", sagt Cassandra. Sie übernimmt zahlreiche Aufträge für eine Eisenbahngesellschaft am Standort Mont Wright, auf dem Breitengrad von Südgrönland. Mariam El Jundi ist eine erst 26-jährige Pilotin, sie stammt aus Calgary und ist jetzt im Norden von British Columbia stationiert. Leslie Coolen gilt mit ihren 4.000 Flugstunden als Pionierin unter den Hubschrauberpilotinnen - vor zwei Jahren hat sie ihre Zulassung für den Sikorski S 61 erhalten. Von Inuvik, der letzten größeren Siedlung vor den eisigen Weiten der Arktis, startet sie mit einem Biologen auf eine Erkundungsmission der Wolfspopulation. In dieser von Menschen völlig unberührten Landschaft und auf durch Schneemassen undefinierbarem Untergrund zu landen, ist eine echte Herausforderung. Doch für sie gibt es nichts Schöneres: "Es gibt Momente beim Fliegen, in denen man in den Sonnenuntergang am Horizont blickt und denkt: Ich habe so viel Glück."
06:50
Als "Jupiter-Eichel" verehrten die Römer einst die Walnuss, die sie quer durch Europa verbreiteten. Die kraftvolle Frucht, die seit der Antike als Nahrung für Herz und Hirn geschätzt wird, verbindet historisches Erbe mit zeitgemäßer Küche. In der Dauphiné hegt Familie Berger ihre Walnussbäume nach überlieferter Tradition und erntet die an Omega-3-Fettsäuren reichen Nüsse von Hand. Lucie Fischer-Chapalain erkundet die kulinarische Seite der Nuss: Sie verwandelt unreife, grüne Walnüsse in ein samtiges schwarzes Eis und zaubert eine rustikale Focaccia mit gerösteten Walnusskernen. Und sie testet, mit welchem Nussknacker man am effektivsten an den Kern der Frucht kommt.
07:20
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Das volkstümlich-kindliche Paris von Pierre Gripari / Indien: Varanasi, glühende Metropole des Hinduismus / Malaysia: Marians Hähnchen mit Herzgespann / Cleveland: Der Fluss brennt!
08:10
Spezial Französisch-Guayana mit folgenden Themen: Der Aufstand von Léon-Gontran Damas/ Karneval als Gemeinschaftserlebnis/ Thierrys Fisch mit Sauce Chien/ Ein unerwarteter Präsident in Französisch-Guayana
08:55
Die Errichtung des kolossalen Werks der Freiheitsstatue bedeutete eine enorme technische, künstlerische und finanzielle Herausforderung. Der Dokumentarfilm gibt Einblicke in die Meisterwerkstätten von damals und erzählt die Reise der weltberühmten Lady Liberty vom ersten Tonmodell bis zur endgültigen Fertigstellung der 46 Meter hohen Statue 15 Jahre später. Zudem wird die hohe Symbolkraft dieses außergewöhnlichen Werks im Zusammenhang mit den großen politischen Auseinandersetzungen und Ereignissen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beleuchtet: Amerikanischer Bürgerkrieg, Deutsch-französischer Krieg von 1870, Pariser Kommune, Dritte Französische Republik ... Anhand der Manuskripte von Frédéric-Auguste Bartholdi zeichnet der Film die engen Beziehungen zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert nach - einschließlich ihres gemeinsamen, bisweilen auch idealisierten Weltbilds. Eine Geschichte, die angesichts der politischen Krisen unserer heutigen Zeit stark nachhallt.
10:25
30 Jahre lang donnerte die Concorde mit der Geschwindigkeit einer Gewehrkugel über den Atlantik: Die Concorde überholte die Uhrzeit und kam früher in New York an, als sie in Paris oder London abgeflogen war. Nur wenige konnten sich doppelte Schallgeschwindigkeit leisten: Geschäftsleute, Popstars und Luxusurlauber, denen es auf 10.000 US-Dollar nicht ankam. Die Katastrophe geschah am 25. Juli 2000 und wirft bis heute Fragen auf. 113 Menschen kamen dabei ums Leben. Nur wenige wissen, dass am Schicksalstag der Concorde zwei Flugzeuge von Paris aus nach New York starteten, weil es so viele Passagiere gab, die in New York eine Kreuzfahrt beginnen wollten. Die Reisegruppen konnten vorab zwischen den Concorde-Maschinen wechseln und umbuchen, was einige um ihr Leben brachte, während andere ihres durch die Umbuchung retten konnten. Ein Hobbyfilmer filmte den ersten Flug. Er hatte seine Plätze kurzfristig getauscht. Kurz nachdem seine Concorde in New York gelandet war, flog die zweite mit seinen Tauschpartnern in Paris los. Nur 133 Sekunden nach dem Start endete ihr Flug in der Katastrophe. Die Dokumentation erzählt die wechselvolle Geschichte der Supersonic-Projekte und lässt auch die Konkurrenz nicht aus: Die Moskauer TU-144, auch "Konkordski" genannt, erlitt ein noch früheres Ende als die Concorde. Längst gibt es Pläne für einen neuen Überschall-Jet für Passagiere. Bis die Serienproduktion beginnen kann, wird es noch dauern.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
Die würzige omanische Fischsuppe: Paplou / Kulinarische Mitbringsel / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Baztán, die baskische Wiege der Krimis von Dolores Redondo / Fernand Pouillon, Architekt der algerischen Entkolonialisierung / Mexiko: Evelias Tortillas / Auf dem Mont Blanc: 50 Shades of Blue
13:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Bonga: Die Stimme Angolas / Argentinisches Patagonien: Hier sind Algen Gold wert / Paris: Eine andere Reise ins Jenseits
14:00
Auf der Suche nach seiner Frau Charlotte kehrt Nicolas aus dem amerikanischen Exil nach Frankreich zurück. Doch dort herrscht Bürgerkrieg und Nicolas gerät in eine Reihe abenteuerlicher Situationen ... - Jean-Paul Rappeneau gelingt es, mit "Musketier mit Hieb und Stich" (1971) eine Zeit des Terrors und Krieges als transatlantische Westernkomödie zu inszenieren. Nachdem Nicolas Philibert einen Aristokraten getötet hat, muss er nach Amerika fliehen und seine Frau Charlotte zurücklassen. Die beiden kennen sich seit Kindertagen. Eine Wahrsagerin prophezeite, dass Charlotte einen Fürsten heiraten und Nicolas seinen Weg in einer neuen Welt machen würde. In den USA gelangt Nicolas tatsächlich zu Wohlstand, will ein zweites Mal heiraten und muss sich dafür zunächst von Charlotte scheiden lassen. In Frankreich, wo inzwischen die Revolution tobt, gerät Nicolas selbst ins Schussfeld. Die Revolutionäre glauben, er sei ein Spion und schlagen ihn in die Flucht. Auf dem Land gerät er jedoch in die Hände der Royalisten ... Jean-Paul Rappeneau transformiert in "Musketier mit Hieb und Stich" eine kriegerische Zeit in eine Komödie. Sein Abenteuerfilm bietet turbulente Unterhaltung, ohne die historischen Fakten zu verfälschen. Die beiden Hauptdarsteller Jean-Paul Belmondo und Marlène Jobert glänzen in einer insgesamt außergewöhnlichen Besetzung.
15:40
Nach viertägiger Fahrt durch das Chinesische Meer und die Philippinensee nähert sich der Katamaran von Corentin de Chatelperron und seiner Crew der Insel Okinawa, der südlichsten Präfektur des japanischen Archipels. An Bord läuft die Zucht von Soldatenfliegenlarven aus Malaysia wie am Schnürchen. Doch für viele Menschen, vor allem in Großstädten, ist es keine Option, Küchenabfälle mit Fliegen zu kompostieren. In Okinawa erkundet Corentin daher ein altes japanisches Verfahren der Kompostherstellung mit Hilfe von Mikroorganismen, das für Städter deutlich praktikabler ist.
16:10
Das Obere Mittelrheintal: In die alten Gemäuer links und rechts des Rheins sind tierische Burgherren eingezogen und haben die einstigen Ritter und Grafen abgelöst. Auf Schloss Stolzenfels, dem Inbegriff preußischer Rheinromantik, herrschen heute Turmfalken, und im Dachstuhl der Kirche Sankt Nikolaus im mittelrheinischen Kamp-Bornhofen befindet sich eine der größten Fledermaus-Wochenstuben des Großen Mausohres in Deutschland. Das milde Weinbauklima sorgt in diesen Breiten für eine einzigartige Fauna und Flora. Eine Pflanze wurde sogar nach der Region benannt: die Bopparder Schleifenblume. Sie wächst weltweit nur an zwei Schieferhängen bei Boppard. Zahlreiche andere zoologische Kostbarkeiten wie die seltene Zippammer, der wärmeliebende Segelfalter, die Blauschwarze Holzbiene oder die farbenprächtige Smaragdeidechse, die sonst alle eher in Südeuropa leben, fühlen sich hier zu Hause. Im Burgwald bei Bacharach lauert die Wildkatze auf Beute, und am Felsen der Loreley, dem wohl berühmtesten Wahrzeichen des Mittelrheins, ziehen Milane ihren Nachwuchs auf. Im dicht bewaldeten Wispertal kümmern sich Schwarzstörche, Hirschkühe und Wildschweinbachen ungestört um ihre Jungen. Anfang April bringt noch ein spätes Kältetief aus dem Norden Schnee an den Mittelrhein und beschert der Marksburg einen selten märchenhaften Anblick. Mufflons verlassen die verschneiten Höhen und wandern zum Grasen tiefer. Oben im Taunus wird abends der Wald lebendig. Ein riesiger Schwarm Bergfinken fällt in seine Schlafbäume ein. Schon ist ein Sperber zur Stelle und versucht Beute zu machen.
16:55
In den Kork- und Steineichenhainen der Extremadura, einer steppenartigen Landschaft an der spanisch-portugiesischen Grenze, verbringen die Kraniche die Wintermonate und ernähren sich dort vorwiegend von den großen, nahrhaften Eicheln. Ende Februar begeben sie sich dann auf die Reise nach Norden zu ihren Brutstätten. Ein Teil fliegt dafür bis nach Deutschland - andere ziehen weiter bis nach Skandinavien und ins Baltikum. Viele Tiere rasten auf ihrem Weg in Schweden am Hornborga-See, einem der größten europäischen Frühjahrsrastplätze für Zugvögel. Zehntausende Kraniche nutzen diese Möglichkeit zum Ausruhen und Auftanken, bevor sie weiterziehen zu ihren Nistplätzen, teilweise bis weit in den Hohen Norden. Die Dokumentation zeigt den Grauen Kranich in seiner ganzen Schönheit und Einzigartigkeit. Und es kommen Menschen zu Wort, die sich seit vielen Jahren für den Schutz des Kranichs und seines Lebensraums engagieren. Sie verdeutlichen die Probleme, mit denen der eindrucksvolle Vogel zunehmend konfrontiert ist - verursacht vor allem durch Klimawandel und intensive Landwirtschaft.
17:50
Die Reihe zeigt, wie in fünf britischen Gärten - in der Stadt, am Flussufer, auf dem Land, am Wald und in der freien Natur - Wildtiere gegen die Herausforderungen der Jahreszeiten um Nahrung, Fortbestand und Überleben kämpfen. Ein idyllischer englischer Landgarten im Lake District, liebevoll gepflegt von seinen Besitzern Chris und Liz, bietet Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Im Frühjahr blühen die Obstbäume, im Blumenbeet summen unzählige Bienen, und im Teich tummeln sich Molche auf Partnersuche. Doch die Paarungszeit ist kurz. Nachts wagt sich eine Feldmaus trotz lauernder Fressfeinde ins Freie, angelockt von den Ultraschallrufen eines paarungsbereiten Männchens. Bevor sie den offenen Rasen überquert, setzt sie Wegmarkierungen, um den Rückweg zu finden - eine Überlebensstrategie, die bislang nur vom Menschen bekannt war. Eine Rauchschwalbe kehrt nach ihrem Heimflug aus Afrika in genau den Garten zurück, in dem sie einst selbst schlüpfte. Im Teich prüft ein Fadenmolchweibchen die Duftspur, die ihr ein balzendes Männchen zuwedelt. Nach der Paarung sucht es nach geeigneten Wasserpflanzen, um mit den Hinterbeinen jedes einzelne Ei sorgfältig einzuwickeln. Im Sommer spielen sich überall versteckte Szenen ab ... Cumbria ist Englands niederschlagreichste Grafschaft. Klart der Himmel wieder auf, lauern andere Gefahren: von Rasenmähern bis hin zum Turmfalken, der jedoch von den Schwalbeneltern verjagt wird, die einer Feldmaus so das Leben retten. Wer den Kreislauf von Fressen und Gefressenwerden überlebt, findet im Landgarten mit seinem reichhaltigen Nahrungsangebot einen idealen Rückzugsort - und seine Besitzer ein kleines Paradies.
18:35
Mitten in Bristol liegt ein nur zehn Meter breiter Stadtgarten, in dem es vor Leben nur so wimmelt. Für wildlebende Tiere ist das Gärtchen eine grüne Oase, die ihnen Schutz vor den umliegenden Straßen und dem Autoverkehr bietet. Das hätte sich Lou, Künstlerin, Bildhauerin und Besitzerin des Stadtgartens kaum vorstellen können. Ein Jungfuchs hat Lous Garten zum Quartier inmitten seines Reviers erklärt, das sich über rund hundert Nachbarsgärten erstreckt. Er bedient sich an den Hausabfällen und macht sich interessiert auf die Suche nach einer läufigen Füchsin, deren Rufer er hört. Tagsüber versucht eine junge Blaumeise, sich an Lous Futterhäuschen gegen aggressive Distelfinken, listige Tauben und den Nachbarskater Mister Fluffy zu behaupten. Mit den milderen Temperaturen erwacht ein Igelweibchen aus dem Winterschlaf und begibt sich auf Partnersuche. Lou und ihre Nachbarn haben eine "Igel-Autobahn" angelegt, die sechzehn Gärten miteinander verbindet. Entlang dieses grünen Korridors trifft das Igelweibchen auf gleich mehrere paarungsbereite Männchen. Nachwuchs in der Stadt großzuziehen ist nicht leicht. Aufgrund des Insektenschwunds kann die Blaumeise ihre zehn Küken nur mit Mühe satt bekommen. Beim ersten Flug begegnen die Küken Gefahren wie dem Nachbarskater Mister Fluffy. Zusammen mit den Gärten der Nachbarn bildet Lous Gärtchen ein Patchwork aus Grünflächen. Da Gärten ein Drittel der Stadtfläche Bristols ausmachen, sind sie ein wichtiger Rückzugsort für die Natur.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:40
Was Europa bewegt Nah dran, authentisch, echt - der Mensch im Mittelpunkt. In 30 Minuten taucht "Re:" in Lebenswelten ein und macht Europas Vielfalt erlebbar. Von montags bis freitags um 19.40 Uhr und jederzeit im Netz.
20:15
Im Pariser Stadtteil Pigalle wird ein Amerikaner aus einem vorbeifahrenden Wagen erschossen. Kommissar Maigrets Kollege, Inspektor Lognon, wird Zeuge des Verbrechens. Er alarmiert die Polizei, doch als diese eintrifft, ist die Leiche verschwunden. Für Maigret beginnt ein rätselhafter Fall. Die Spuren führen ihn tief in das Milieu amerikanischer Gangster, die sich in Paris ein neues Machtzentrum aufbauen wollen. Trotz des Drucks amerikanischer Diplomaten und Ermittlungsbehörden verfolgt Maigret unbeirrt seinen Plan. Plötzlich wird Lognon entführt ... Mit "Kommissar Maigret sieht rot" inszenierte Gilles Grangier einen Kriminalfilm, der klassische Ermittlungsarbeit mit dem Film-noir-Flair des Paris der 1960er Jahre verbindet. Jean Gabin spielt den berühmten Kommissar mit ruhiger Autorität und feinem Gespür für die Menschen hinter dem Verbrechen. Der Krimi ist Jean Gabins dritte und letzte Verkörperung des legendären Kommissars Jules Maigret. Die Verfilmung basiert auf Georges Simenons Roman "Maigret, Lognon und die Gangster" aus dem Jahr 1951. Regisseur Gilles Grangier drehte an Originalschauplätzen in Paris und setzte mit Michel Legrands Musik auf einen nüchternen, spannungsvollen Stil, der den Maigret-Filmen bis heute ihren besonderen Charakter verleiht.
21:40
Kommissar Marc Ferrot gehört zu den erfahrensten Männern der Polizei von Orléans. Eines Tages lernt der Cop Sylvia Leopardi kennen. Von der ersten Begegnung an ist Ferrot seltsam fasziniert von der jungen Frau. Zwischen den beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Affäre. Doch Sylvia hat noch einen zweiten Liebhaber - Ferrots Vorgesetzten Ganay, der sie einst vor dem Gefängnis bewahrt hat. Sylvia und Ganay halten ihre Beziehung streng geheim. Außer Ganays an den Rollstuhl gefesselter Frau Thérèse weiß niemand von der Verbindung. Als Sylvia sich von Ganay trennen will, kommt es zu einem heftigen Streit. Wenig später trifft Ferrot in der Wohnung ein und entdeckt Sylvias Leiche. Als man ihn mit dem Fall betraut, steckt er in der Klemme. Er muss vermeiden, dass Zeugen in ihm Sylvias Liebhaber erkennen und zugleich alles daransetzen, den wahren Täter aufzuspüren ...
23:40
Mit "Aelita" schuf Regisseur Jakow Protasanow 1924 einen Meilenstein der Science Fiction. Der Stummfilm erzählt von dem Moskauer Ingenieur Loss, der geheimnisvolle Signale aus dem All empfängt und von einer Reise zum Mars träumt. In seinen Visionen begegnet er der Marskönigin Aelita und gerät in einen Konflikt zwischen Liebe, Macht und Revolution. Dabei verschmelzen Realität, Fantasie und gesellschaftlicher Umbruch zu einem ebenso ungewöhnlichen wie faszinierenden Filmerlebnis. Seine herausragende Stellung in der Filmgeschichte verdankt Aelita vor allem seiner revolutionären Bildgestaltung. Die von der Avantgarde-Künstlerin Alexandra Exter entworfenen futuristischen Kostüme und Bühnenräume verbinden Kubismus, Konstruktivismus und moderne Kunst zu einer visionären Weltraumästhetik, die das Science-Fiction-Kino nachhaltig prägte. Für die musikalische Begleitung sorgt die finnische Band Cleaning Women, die mit selbst gebauten Instrumenten aus Alltagsgegenständen einen unverwechselbaren Klangkosmos erschafft. Zwischen Industrial-Rock, elektronischen Grooves und Avantgarde entwickeln die drei Musiker einen pulsierenden Sound, der die futuristischen Visionen des Films eindrucksvoll in die Gegenwart transportiert. Die Band ist international für ihre Neuvertonungen von Stummfilmklassikern bekannt und veröffentlichte bereits 2004 ihre Musik zu Aelita als eigenes Album. Fast ein Jahrhundert nach seiner Entstehung wirkt der Stummfilm noch immer modern - als utopisches Weltraummärchen, politisches Gleichnis und Triumph filmischer Fantasie.