04:10
Göttervater Odin ist nach wie vor um die Sicherheit Asgards bemüht und beschließt, eine Armee der tapfersten Männer aufzustellen. Den besten Soldaten verspricht er Ruhm, um sie dann zu verraten und auf dem Schlachtfeld sterben zu lassen. Seine Walküren, kriegerische Jungfrauen, die auf schrecklichen Pferden reiten, bringen die Krieger in eine große Halle namens Valhalla, wo sie die Armee der Toten bilden sollen. Währenddessen durchstreift Kvasir, ein perfektes Wesen, geschaffen aus dem Speichel der Götter, die neun Welten, um Wissen zu lehren. Eines Tages trifft er auf zwei Zwerge, die von Alchemie besessen sind. Diese ermorden ihn und machen aus seinem Blut einen magischen Trank, der jeden, der ihn trinkt, in einen Dichter verwandelt. Besorgt macht sich Odin auf die Suche nach Kvasir. Er überlässt seiner Frau Frigg die Herrschaft über Asgard, zusammen mit seinen Brüdern Vili und Vé. Frigg, die seit langem eifersüchtig auf Freya ist, entdeckt, dass diese einen heimlichen Geliebten hat und ihm zuliebe eine Riesin in die Mauern von Asgard eingeschleust hat. Als ihr Mann zurückkehrt, denunziert Frigg ihre Rivalin bei Odin. Wütend befiehlt der Vater aller Dinge Loki, Freyas wertvollsten Besitz zu stehlen: das magische Halsband Brisingamen. Doch der Gott Heimdall, ein Verbündeter von Freya, erkennt den Übeltäter. Er verwandelt sich in eine Robbe und fordert Loki zum Duell. An einem einsamen Strand kommt es zum erbarmungslosen Kampf zwischen den Göttern. Loki, gedemütigt und verletzt, entdeckt neue Gefühle in sich: Wut und Groll.
05:05
Der Mensch und der Wolf: Sie verbindet eine innige Beziehung, die vor 20.000 Jahren ihren Anfang findet und im Laufe dieser Zeitspanne eine Vielzahl an Hunderassen hervorbrachte. Heute verändert der Mensch Ökosysteme auf dem gesamten Globus und löst verheerende Umweltveränderungen aus. Davon sind auch der Marderhund, der Goldschakal und der Mähnenwolf betroffen. Der kleine Marderhund ähnelt dem Waschbären. Er stammt ursprünglich aus Ostasien und wurde in Japan als heilig verehrt. In Europa wurde er im 20. Jahrhundert wegen seines Fells eingeführt. Auf dem neuen Kontinent galt er schon bald als invasive fremde Art. Wie passen sich die bereits geschwächten Ökosysteme an das neue Raubtier an? Wie können seine Auswirkungen auf die heimische Tierwelt begrenzt werden? Überall, wo es in Südamerika noch Cerrados gibt, ist der Mähnenwolf mit seiner hochbeinigen Silhouette anzutreffen. Er liebt das hohe Gras dieser Savannenlandschaft, ein Hotspot der Artenvielfalt, und braucht das empfindliche Ökosystem für seine besondere Ernährung. Wie wird er überleben, wenn sein natürlicher Lebensraum in Südamerika allmählich riesigen Soja- und Maisfeldern weichen muss? In Israel ist der Goldschakal am See Genezareth ebenso anzutreffen wie inmitten der Negev-Wüste. Doch seit einigen Jahren hat er sich auf Wanderschaft begeben. Er profitiert von der globalen Erwärmung und vom Verschwinden seines wichtigsten Fressfeindes, dem Wolf. Dadurch erobert er neue Territorien im Norden und Westen und ist bereits in Finnland und an der französischen Atlantikküste angekommen. Wie passt sich der Goldschakal an diese neue Umgebung an - und die Umwelt an das neue Raubtier?
05:55
Afrikanische Wildhunde gehören nicht zu den Big Five der Safaris. Dabei hätten die Tiere viele Merkmale, um naturbegeisterte Touristen zu faszinieren. Ihr Problem ist die Nähe zu Viehzüchtern. Sie geraten in Fallen, werden von Wilderern erlegt und von Seuchen dezimiert, die durch Haushunde übertragen werden. Heute sind sie vom Aussterben bedroht. In Simbabwe versucht eine NGO, die Spezies durch Umsiedelungen in Schutzgebiete zu retten. Aber werden diese spektakulären Aktionen ausreichen? Die Dingos kamen vor 10.000 Jahren mit den ersten Menschen in einem Einbaum nach Australien und waren die ersten höheren Säugetiere, die auf diesem Kontinent eingeführt wurden. Obwohl einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sie nicht als Teil der einheimischen Fauna Australiens betrachten, haben sie sich in den letzten 10.000 Jahren einen wichtigen Platz im Ökosystem erobert. Dort, wo es keine Dingos gibt, haben sogar die Dünen eine andere Form. Man sagt ihnen inzwischen die Rolle eines unverzichtbaren Regulators für die neuen invasiven Arten nach, die überall in Australien Probleme verursachen. In Südafrika ist der Schabrackenschakal bei Viehzüchtern ein ungeliebter Zeitgenosse. Das Raubtier genießt keinerlei Schutzstatus und wird rücksichtslos getötet, um die Herden zu schützen. Um zu überleben, ziehen sich einige tief in Naturschutzgebiete zurück oder flüchten an die Strände, wo sie ihr Verhalten ändern, um sich an neue Beutetiere anzupassen. In der südafrikanischen Karoo versucht ein Viehzüchter, beides miteinander in Einklang zu bringen: seinen Beruf und den Schakal, den er über alles liebt.
06:50
Als Vitaminbombe, Heilfrucht oder innovative Zutat - die Cranberry überrascht mit vielseitigen Talenten. In Lettlands weitläufigen Mooren pflegt Irena Riezniece mit ihrer Familie einen der ältesten Cranberry-Höfe Europas, wo die Früchte noch per Hand geerntet werden. Lucie Fischer-Chapalain entdeckt das kulinarische Potenzial der Beere: Sie komponiert proteinreiche Energieriegel, pikante Cranberry-Mole für Tortilla Chips und würzige Cranberry Crackers. Die Moorfrucht wandelt sich dabei von der traditionellen Heilpflanze zum modernen Geschmackserlebnis - Natur neu interpretiert.
07:20
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Sarajevo, der Roman eines Lebens / Pyrenäen: Die faszinierende Welt der Geier / Griechenland: Annies Rindfleisch mit Petersilie / USA: Fake News zur Kriegsführung
08:05
Spezial Bulgarien mit folgenden Themen: Sylvie Vartans Sehnsuchtsort/ Bulgarische Gesänge/ Danielas gekochter Käse/ Ein Journalist befreit Bulgarien
08:55
Während das westliche Bündnis an Geschlossenheit verliert, formiert sich unter Führung autoritärer Staaten eine Gegenkoalition, die seit fast 20 Jahren im Hintergrund an Macht gewinnt. Die ersten BRICS-Staaten - Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika - repräsentieren über die Hälfte der Weltbevölkerung und erwirtschaften fast 40 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Damit übertreffen sie die G7 bereits heute. Sie haben eine eigene Entwicklungsbank gegründet, eigene Mediennetzwerke aufgebaut und führen gemeinsame Militärübungen durch. Ein eigenes Parlament und eine gemeinsame Währung könnten bald folgen. Ursprünglich von Russland und Brasilien initiiert, später von China vorangetrieben, arbeitet das Bündnis gezielt daran, die Abhängigkeit vom Dollar zu verringern und sich vom Westen zu lösen. Dabei stellen sie zentrale Pfeiler der internationalen Ordnung infrage: Menschenrechte, liberale Demokratie und Völkerrecht. Immer mehr Länder des Globalen Südens schließen sich den BRICS an und übernehmen die antiwestliche Rhetorik Moskaus und Pekings. Doch welche neue Weltordnung entsteht hier? Und welche Rolle bleibt Europa in diesem Umbruch? Der Dokumentarfilm rekonstruiert - ausgehend vom BRICS+-Gipfel in Rio im Juli 2025 - erstmals die Entstehung dieses "postwestlichen" Bündnisses. Anhand bisher unveröffentlichter Aussagen von Gründern und Vordenkern wird der geopolitische Kontext der vergangenen zwei Jahrzehnte analysiert, der diesen Schulterschluss erst möglich machte.
10:25
Was soll man von der Elefantendame Suda halten, die mit Pinsel und Farbe ihren Freund porträtiert? Echte Begabung? Könnte es sein, dass die Wurzeln unserer Kunst weit zurück ins Reich der Tiere reichen? Kunst macht Mühe und kostet Zeit. Lauter Nachteile im Überlebenskampf. Wenn aber Tanz, Gesang und Architektur zu Verführungskünsten werden, zahlt es sich aus. Dass manche Tiere dabei sogar Kreativität und ihren "persönlichen Stil" entwickelten, ist nicht verwunderlich. Schließlich will man sich von Mitbewerbern abheben. Auch in der frühen Menschheitsgeschichte galten die Anfänge der Kunst wohl dem anderen Geschlecht. Dafür sprechen kunstvoll gefertigte Riesenfaustkeile, die zu groß waren, um sie als Werkzeug zu verwenden. Waren sie Schaustücke, um den Frauen zu imponieren? Es vergingen Jahrhunderttausende, bis den Menschen ein Kunststück gelang, was den Tieren bis heute versagt bleibt: die Abbildung ihrer Umgebung. Erst die Eiszeitkünstler vor 43.000 Jahren schnitzten Elfenbein-Figürchen von Mammuts, Pferden und Wasservögeln. Und als sie auf ihren Knochenflöten die ersten Melodien spielten, war die Kunst endgültig zur "Sprache der Gefühle" geworden. Unsere Kunst ist längst über biologische Zwecke hinausgewachsen. Aber ihr Ursprung ist schon bei Tieren zu finden. Schließlich ist auch die Kunst nicht vom Himmel gefallen.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
Ein üppiges Sandwich aus Guadeloupe: Bokit / Ein Biss'chen Heimat: Nicolas und Thierry, zwei Guadelouper in England / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Rumänien: Die spitze Feder von Cristian Fula? / Athen: jahrhundertealte Graffiti / Frankreich: Indranees Frühlingssalat / Schweiz: Hört den Genfer See!
13:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Côte d'Azur: Maryline Desbiolles und die Wunden des Rassismus / Gujarat: Ahmedabad, Metropole der Moderne / Panama: Johvannas Hühnersuppe / Grönland: Die Pioniere des nordischen Indie-Rock
14:00
Sie waren die Elite unter den Geheimagenten der DDR, die "Kundschafter des Friedens" retteten einst sogar Fidel Castro das Leben. Doch diese Zeiten sind vorbei. Jahre später versammeln sich die gealterten Agenten Falk, Tamara, Locke und Harry zur Beerdigung ihres Mentors Markus Fuchs. Dort bittet sie dessen Tochter Helene um Hilfe: Das Erbe ihres Vaters, die Ernst-Thälmann-Halbinsel auf Kuba, drohe durch ein manipuliertes Testament in die Hände skrupelloser amerikanischer Investoren zu fallen. Die Vier lassen sich auf einen letzten riskanten Coup ein und tauschen das Testament aus. Zum Dank spendiert Helene der Truppe einen endlosen All-inclusive-Urlaub in einem Luxusressort in Varadero, der den Vieren wie der wohlverdiente Lohn für ihr Lebenswerk erscheint. Doch bald entdeckt Falk, dass Helene selbst ein falsches Spiel treibt und mit einem korrupten Geheimdienstgeneral gemeinsame Sache macht. Die Kundschafter stehen vor einer Entscheidung: Halten sie am süßen Leben unter der Sonne fest? Oder riskieren sie alles, um die Wahrheit ans Licht zu bringen und auf Kuba wieder Ordnung zu schaffen? "Kundschafter des Friedens 2" ist die Fortsetzung der erfolgreichen Agentenkomödie von Regisseur Robert Thalheim und wird erstmals auf ARTE ausgestrahlt, zusammen mit einer Wiederholung des ersten Teils. Im Fokus steht das titelgebende Dreamteam, bestehend aus Henry Hübchen, Katharina Thalbach, Thomas Thieme und Winfried Glatzeder auf ihrer wahrscheinlich letzten Mission. Ihnen gegenüber stehen Corinna Harfouch und Alberto Ruano.
15:45
Das österreichische Mühlviertel ist bekannt für seine lange Brautradition. Hier wird Hopfen angebaut, eine unverzichtbare Zutat für das Bieraroma. Edeltraud Jungwirth und ihre Freundin Janina Wegscheider haben die Felder stets im Blick, doch gekocht haben sie mit Hopfen noch nie. In diesem Jahr wagen sie zum ersten Mal einen Versuch. Aus frischen Hopfendolden entstehen dabei Gerichte wie Hopfen-Bruschetta, gefüllte Hopfenblätter und Hopfenblüten im Bierteigmantel. Auf den Tisch kommen zudem traditionelle oberösterreichische Spezialitäten wie sogenannte Wespennester mit Spinat- oder Apfelfüllung sowie Bauernkrapfen mit Aprikosenmarmelade. Getafelt wird in historischer Kulisse: Auf Burg Reichenstein, einer Anlage mit Museum und Wohnturm, dem Lebensmittelpunkt von Edeltraud.
16:20
Tasmanien - die Insel südlich von Australien - ist ein Traumziel für Abenteuerlustige. Hier gibt es auf einer Fläche so groß wie Irland eine Mischung spektakulärer Landschaften: Hochalpine Gebirge wie in der Schweiz, liebliche Hügel wie in England, und kilometerlange, menschenleere Sandstrände. Europäische Einflüsse prägen das Leben in der bunten und weltoffenen Hauptstadt Hobart. Lieblingssatz der Tasmanier: "No worries" - wozu sich Sorgen machen. Auch Carleeta Thomas stellt sich mit großem Optimismus ihren Herausforderungen. Die junge Frau ist Nachkomme der Palawa, der Ureinwohner, die Tasmanien vor Ankunft der englischen Eroberer vor rund 200 Jahren besiedelten. Sie will die Tradition ihrer Vorfahren bewahren, aber gleichzeitig das Leben in der Großstadt auskosten - ein Balanceakt. Der Film begleitet Carleeta und ihre Nichte Kasey auf einer Wanderung zum Wukalina, dem heiligen Berg der Palawa, und begibt sich mit ihr auf eine Spurensuche nach ihren Wurzeln. Brett Brady ist einer der letzten Einwohner einer Geisterstadt mitten im Tasmanischen Regenwald. Strathgordon war vor 50 Jahren urbaner Mittelpunkt einer Megabaustelle. Bis zu 2000 Menschen errichteten die 140 Meter hohe Staumauer - eine der höchsten Talsperren Australiens. Heute ist die ehemalige Stadt zu weiten Teilen wieder vom Urwald überwuchert. Doch manchmal hört Brett, der als Mechaniker den Staudamm wartet, noch die Stimmen ehemaliger Einwohner. Kate Mooney zieht auf ihrer Farm auf Flinders Island die Babys überfahrener Wombats auf. Die kleinen Beuteltiere brauchen viermal am Tag die Flasche - eine Sisyphusarbeit. 300 hat sie schon großgezogen, und sich damit den Ehrentitel "Wombat-Lady" verdient.
17:05
Tasmanien - Australiens grüne Insel - ist für Menschen, die Natur und Einsamkeit suchen, ein Traumziel. Auf einer Fläche so groß wie Irland leben etwas mehr als eine halbe Million Menschen, die meisten von ihnen in der quirligen Hauptstadt Hobart und in der Hafenstadt Launceston. Der Westen Tasmaniens ist fast unbewohnt. Hier wächst ein undurchdringlicher Regenwald - ein Naturparadies voller Farne und bis zu 100 Meter hohen Baumriesen. Die Dokumentation begleitet eine Reihe von Menschen, die sich dem Leben mit der - zum Teil ungezähmten - Natur stellen. Yoav Bar-Ness erforscht die Baumkronen von Urwaldriesen. Die zum Teil mehrere hundert Jahre alten Eukalyptusbäume bergen eine Vielzahl von noch unerforschten Insekten. Yoav hangelt sich an einem Kletterseil in die Baumkronen und sammelt auf einem Ast in 30 Metern Höhe Bodenproben. Sarah Woodruff lenkt einen schweren Viehtransporter über die kurvigen Straßen des Tasmanischen Hinterlands. Ihre Ladung: Bis zu 400 Schafe. Die junge Frau wurde vom Fleck weg für diesen schwierigen Job engagiert. Ihre Qualifikation: Sie verliert nie die Ruhe, wenn es darum geht, die störrischen Tiere von der Weide auf ihren Lkw zu treiben. Giftschlangen in Häusern und Gärten sind in Tasmanien ein verbreitetes Problem. Freiwillige fangen die Reptilien ein und setzen sie in der Natur wieder aus. Sally Wilson war eine von ihnen - bis sie selbst von einer Tigerotter gebissen wurde. Der Film begleitet Wilson dabei, wie sie ihre Angst überwindet - indem sie erneut versucht, eine Giftschlange zu fangen.
17:50
In einem Land, das vor allem wegen seiner Küsten bekannt ist, liegt seit zwei Jahrzehnten einer der größten Stauseen Europas: der Alqueva in Portugal. Seine Grundlage ist ein Megastaudamm, der im Jahr 2002 eine zuvor wüstenähnliche Gegend in einen riesigen See verwandelte. Über 85 Kilometer Länge zieht sich der Alqueva-See durch das südliche Landesinnere. Er hat ganze Dörfer verschlungen, versorgt aber heute die Landwirtschaft mit Wasser. Der Alqueva ist ein nicht unumstrittener Neuanfang in einer Region, die den Klimawandel vor allem im Sommer spürt, wenn immer größere Hitze Mensch und Tier zu schaffen macht. Trotz der massiven Veränderungen, die der Stausee mit sich bringt, hat er die Landschaft auch bereichert und Tourismus in die Gegend gebracht. Umweltschützer, Staudammbetreiber und Biobauern veranschaulichen die Vorteile und die Herausforderungen, vor die der Alqueva die Region und ihre Bewohner stellt. Zwar hat er Wasser in die Region gebracht, doch ist die Verteilung des teuren Guts noch immer problematisch. Werden große Betriebe, Großgrundbesitzer und internationale Investoren bevorzugt? Große Monokulturen prägen jetzt die Landschaft südlich des Alqueva, aber sind sie nicht genauso schädlich für den Boden wie die voranschreitende Wüstenbildung? Doch trotz so mancher Kontroversen: Die romantische Alentejo-Region mit ihren Weinbergen, Ibérico-Schweinefarmen, unzähligen Korkeichen und weiß leuchtenden Dörfern ist durch den See aufgewertet worden. Eine neue Kulturlandschaft ist entstanden, die ihresgleichen sucht. Die Reihe "Stille Wasser" erkundet große europäische Seen - den Saimaa in Finnland, den Vansee in der Türkei, den Alqueva-Stausee in Portugal und den Balaton in Ungarn. Die vier Folgen zeigen die Bedeutung dieser einzigartigen Ökosysteme und Möglichkeiten, diese zu schützen.
18:35
Der größte See Mitteleuropas liegt in Ungarn: der Balaton. Ein Urlaubsparadies mit im Sommer karibisch warmem Wasser, umgeben von malerischen Schilfgürteln. Eine romantische, unberührte Naturlandschaft im Herbst und Winter, mit pittoresken Weinbergen und altehrwürdigen Heilbädern. Ein Ökosystem mit seltenen Wasserschlangen, Hunderten Vogelarten - daneben Tausende von Badegästen und eine florierende Tourismusindustrie: Wie geht das zusammen? Illegale und massive Bebauung der Ufer stellen den wegen seines flachen Wassers auch "Steppensee" genannten Plattensee vor Probleme: Algenblüte, zerstörte Schilfgürtel und Verlust der Wasserqualität sind die Folge. Umweltaktivisten, Weinbauern, Wasserbüffelzüchter und Hydrologen schlagen nicht nur Alarm, sondern verweisen auf umweltfreundliche Alternativen, die den fragilen Balaton retten sollen. Vor allem die Wiederherstellung des Kis-Balatons, des "kleinen Balatons", eines Sumpfgebiets am Westende des Sees, spielt dabei eine bedeutende Rolle. Dieser natürliche Wasserfilter des Balatons wurde zu neuem Leben erweckt. Ein Naturpark, den man nur mit Genehmigung betreten darf, sorgt dafür, dass der See nicht ständig zu hohen Nährstoffbelastungen ausgesetzt ist. Rund um den Balaton untersuchen Umweltexpertinnen und Experten, warum das Schilf so bedeutend ist, vor allem wenn das Wasser durch Tourismus und Bebauung unter Druck gerät. An Land versucht ein Weinbauer, eine Tradition am Balaton zu schützen - durch die Entwicklung einer nachhaltigen Anbaumethode, die Trockenperioden trotzt und ohne Herbizide auskommt. Die Reihe "Stille Wasser" erkundet große europäische Seen - den Saimaa in Finnland, den Van-See in der Türkei, den Alqueva-Stausee in Portugal und den Balaton in Ungarn. Die vier Folgen zeigen die Bedeutung dieser einzigartigen Ökosysteme und Möglichkeiten, diese zu schützen.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:40
Was Europa bewegt Nah dran, authentisch, echt - der Mensch im Mittelpunkt. In 30 Minuten taucht "Re:" in Lebenswelten ein und macht Europas Vielfalt erlebbar. Von montags bis freitags um 19.40 Uhr und jederzeit im Netz.
20:15
Als Staatsanwalt Varga auf offener Straße erschossen wird, übernimmt Inspektor Rogas die Ermittlungen. Bald darauf werden zwei hohe Richter ermordet, wieder mit derselben Waffe. Rogas vermutet, dass es sich in allen Fällen um einen Racheakt handelt. Er macht drei Verdächtige ausfindig; alle wurden für Delikte verurteilt, die sie abgestritten haben. Und bei jedem dieser Prozesse hatte einer der ermordeten Richter den Vorsitz. Zwei der Beschuldigten muss Rogas allerdings rasch wieder von seiner Liste streichen. Bei dem dritten dagegen glaubt er, auf eine heiße Spur gestoßen zu sein. Dieser Mann ist untergetaucht und es existiert nirgendwo ein Foto von ihm. Ein vierter Mord bestärkt den Inspektor in seinem Verdacht, aber er wird von seinen Vorgesetzten zurückgepfiffen. Er hält es jedoch für seine Pflicht, wenigstens den Gerichtspräsidenten Richès zu warnen, der nach seiner Ansicht auch gefährdet ist. Bei diesem Besuch macht der Inspektor eine Beobachtung, die ihn die Mordserie in einem ganz neuen Licht sehen lässt ... "Die Macht und ihr Preis" beginnt als Krimi und verdichtet sich mehr und mehr zur beklemmenden Beschreibung eines politischen Zustands, ohne einen Moment an Spannung zu verlieren. Der Film von 1975 basiert auf dem Roman "Tote Richter reden nicht" des sizilianischen Autors Leonardo Sciascia (1921-1989). Francesco Rosis Polit-Thriller ist eine der besten Sciascia-Verfilmungen, nicht zuletzt dank Lino Ventura in der Rolle des einfachen Polizeiinspektors, der sich trotz wachsender Angst nicht davon abhalten lässt, einer politischen Verschwörung nachzugehen.
22:10
Die Luxemburgerin Désirée Nosbusch ist als vielseitiges Ausnahmetalent in ganz Europa bekannt. "Ich habe so viele Umwege gemacht, um dahin zu kommen, wo ich eigentlich hinwollte", sagt sie selbst über ihren Weg. Dieser nahm 1977 mit 12 Jahren bei Radio Luxemburg seinen Anfang. Ihre erste Hauptrolle spielte sie mit 16, anschließend studierte sie Schauspiel in den HB Studios in New York. Mit 19 Jahren führte sie in fünf Sprachen durch den Eurovision Song Contest. Danach moderierte sie jahrelang große Shows in vielen Ländern und spielte in über 30 Filmen mit. In der Rolle der skrupellosen Investmentbankerin Christelle Leblanc brillierte Désirée Nosbusch 2018 in der Serie "Bad Banks". In der Dokumentation spricht sie auch über das dunkelste Kapitel ihres Lebens, als sie als Jugendliche in die Fänge eines 30 Jahre älteren Mannes geriet. Nosbusch: "Ich habe sehr lange gebraucht, bis ich merkte: Wenn ich jetzt nicht gehe, ist meine Seele kaputt."
23:05
Wie überwindet man den Tod des eigenen Kindes? Hält man den Schmerz präsent, wie Edith, um das Leben nicht zu vergessen, das man einst hatte? Oder versucht man, den Schmerz zu verdrängen und die Leere mit neuen Erinnerungen zu füllen, wie Lucas es tut? Die Ex-Ehepartner treffen sich wegen einer Grabsteinverlegung zum ersten Mal nach zehn Jahren Funkstille am Grab ihres gemeinsamen Sohnes wieder. Die Begegnung löst in ihnen alte Wut, Scham, unausgesprochene Liebe und längst verloren geglaubte Erinnerungen an ihr einst gemeinsames Leben aus. Edith hält ihrem Ex-Mann vor, sie in ihrer Trauer buchstäblich im Stich gelassen zu haben, während Lucas das Scheitern der Beziehung in Ediths Schockstarre sah, die es verhindert habe, einen gemeinsamen Ausweg zu finden. Aus einem Gespräch wird ein intensiver Streit, der die schmerzhaften Wunden der Vergangenheit bei beiden offenlegt. Dennoch verlässt keiner von ihnen den Friedhof. Mit "Poison - Eine Liebesgeschichte" gibt Désirée Nosbusch ihr Spielfilm-Regiedebüt. Die intime Zwei-Personen-Geschichte mit Tim Roth und Trine Dyrholm basiert auf Lot Vekemans international erfolgreichem Theaterstück "Gift - Eine Ehegeschichte". Kamerafrau Judith Kaufmann übersetzt die Bühnenvorlage in eine zurückhaltende Bildsprache, die ganz auf die Begegnung des ehemaligen Paares setzt. Das Drama feierte seine Weltpremiere 2024 beim Internationalen Filmfest München. Bei der Galway Film Fleadh 2024 wurde Désirée Nosbusch mit dem Peripheral Visions Award für den besten Film ausgezeichnet.