04:05
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.
05:20
Im Jahr 1974 war Stevie Wonder zu Gast in Bremen. Im Anschluss an die legendäre Sendung "Musikladen", mit der Radio Bremen in den 1970er und 1980er Jahren Musikgeschichte schrieb, wurde am 23. Januar 1974 nach der zehnten Folge ein einzigartiges Konzert mit dem amerikanischen Musiker und seiner Band aufgezeichnet: "Beat-Workshop Stevie Wonder". ARTE wiederholt diese einmalige Session nun im Rahmen von "Summer Of Disco". Außerdem sind Live-Versionen seiner Hits "I'm So Glad To Be Alive", "Higher Ground", "Don't You Worry 'Bout A Thing", "Living For the City", "I Can See the Sun in Late December", "He's Misstra Know-It-All" und "Superstition" zu hören. Stevie Wonder und seine Band spielen ein Konzert, in dem die Songs nahtlos ineinander übergehen und das die Zuhörer und Zuhörerinnen in eine einmalige Jamsession eintauchen lässt. Stevie Wonder gehört seit den 1970er Jahren zu den einflussreichsten Musikern und hat die Genres Soul, Pop und Rhythm 'n' Blues maßgeblich beeinflusst und geprägt. Mit seiner unverwechselbaren Stimme und seinem außergewöhnlichen Talent an den Tasteninstrumenten schuf er einen ganz eigenen Sound, der Generationen von Künstlern inspiriert hat. Mit seinen zeitlosen Klassikern begeistert er bis heute seine Fans. Regie bei der Aufzeichnung 1974 führte Mike Leckebusch, der schon in den Vorjahren durch den "Beat-Club" von Radio Bremen große Bekanntheit erlangte. Er war Vorreiter in der Umsetzung von Musikformaten im deutschen Fernsehen. Mike Leckebusch prägte mit dem "Beat-Club" und dem "Musikladen" die Jugend- und Musikkultur einer ganzen Generation.
05:55
Es ist Frühlingsanfang, noch liegt die Insel in winterlichem Grau, doch ein junger Mann arbeitet ganz alleine mit einem Holzschieber an seinen riesigen Salzbecken: Arnaud Jégat ist einer von mehr als 100 Salzproduzenten der Insel vor der französischen Atlantikküste. Sauniers, Salzbauern, werden sie hier genannt. Mit dem Beginn des warmen Wetters ist es Zeit, die Salinen aus dem Winterschlaf zu holen. Für die vorbereitenden Arbeiten braucht Arnaud fast das ganze Frühjahr, sorgenvoll blickt er jeden Morgen in den Himmel, denn das Wetter entscheidet über den Erfolg seiner Arbeitsabläufe. Arnaud und seine Frau Audrey leben von der Produktion des groben Salzes, das ein ganzes Jahr getrocknet werden muss, bevor es vermarktet werden kann, und vom Verkauf des feineren, legendären Fleur de Sel. Anders als viele ihrer Kollegen haben sich die beiden entschieden, unabhängig zu bleiben. Sie bringen ihr Salz unter dem Namen ihres Salzgartens Le Marais Breteau selbst auf den Markt, und das Paar schließt sich auch keinem Label an: "Ich denke, dass die Leute heute eher darauf achten, meinen Namen zu lesen, mich zu treffen, mich und Audrey ... unseren Betrieb. Ich glaube, das ist unsere beste Auszeichnung." Zu Arnauds Kunden gehört mittlerweile auch eine große Supermarktkette auf dem Festland sowie andere Unternehmen und Privatleute, die die Qualität seines Salzes zu schätzen wissen.
06:45
(1): Georgiens Antwort auf Pizza: Chatschapuri (2): Kulinarische Mitbringsel (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): Das bunte Neuseeland von Keri Hulme (2): Mexiko: die Kunst der schwarzen Keramik (3): Madeira: Marias Polenta mit Bastardmakrelen (4): Japan: ein prähistorischer Schwindel
08:05
(1): Schottland: Peter Pans Nimmerland (2): Paris: Ägyptens zweite Hauptstadt (3): Griechenland: Vassilis' gefüllte Auberginen (4): New York: Die ersten Elektroautos
08:55
Seit Jahrtausenden prägt der Mensch die Landschaften Europas. Die vierteilige Dokumentationsreihe "Europa, von wegen wild!" geht der Entwicklung von vier Regionen nach, in denen Mensch und Natur in fragilem Gleichgewicht leben. Historiker, Archäologen und Biologen erforschen den Einfluss der Menschen auf die scheinbar unberührte Natur. Die Highlands in Schottland wurden durch Schnee und Stürme geformt und erstrecken sich über 25.000 Quadratkilometer. Sie sind bedeckt von Heide- und Graslandschaften sowie dichten Nadelwäldern. Sinnbildlich stehen sie für das wilde Schottland und werden doch seit über 8.000 Jahren von Menschen geprägt. Ein Beispiel dafür sind die typischen Heidelandschaften, die erst im Laufe der Zeit und aufgrund von menschlichen Eingriffen in die Natur entstanden sind. Die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts machen allerdings auch vor den Highlands nicht halt. Die Landschaft verändert sich, sie wird vielfältiger und widerstandsfähiger. Es liegt an den Bewohnerinnen und Bewohnern, wie die Zukunft der Region aussehen soll ...
09:35
Seit Jahrtausenden prägt der Mensch die Landschaften Europas. Die vierteilige Dokumentationsreihe "Europa, von wegen wild!" geht der Entwicklung von vier Regionen nach, in denen Mensch und Natur in fragilem Gleichgewicht leben. Historiker, Archäologen und Biologen erforschen den Einfluss der Menschen auf die scheinbar unberührte Natur. Die Dehesa im spanischen Südwesten lässt die Herzen von Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern weltweit höherschlagen. Wegen ihrer Ähnlichkeit zu afrikanischen Landschaften trägt sie den Spitznamen "europäische Savanne". In keiner anderen Region des alten Kontinents finden sich mehr gefährdete Arten oder eine größere Dichte an Greifvögeln. Bäume, Nahrung, Wasser, Schatten - die idealen Bedingungen in der Dehesa sorgten für die Herausbildung dieser außergewöhnlichen Artenvielfalt. Und ausgerechnet hier gelang es den Menschen, das weitläufigste Agroforstsystem Europas zu schaffen. Es umfasst drei Landschaftsarten: Wiesen mit vereinzelten Eichenhainen, Weideflächen für die Viehzucht und bewirtschaftete Gebiete, in denen Gras gesät wird, damit die Tiere trotz des ungünstigen mediterranen Klimas und der nährstoffarmen Böden genügend Futter finden. Wie wirkt sich das auf die Vielfalt aus?
10:20
Seit Jahrtausenden prägt der Mensch die Landschaften Europas. Die vierteilige Dokumentationsreihe "Europa, von wegen wild!" geht der Entwicklung von vier Regionen nach, in denen Mensch und Natur in fragilem Gleichgewicht leben. Historiker, Archäologen und Biologen erforschen den Einfluss der Menschen auf die scheinbar unberührte Natur. Das Land der tausend Teiche - ein poetischer und sehr treffender Name für die Brenne, ein 1.800 Quadratkilometer großes Feuchtgebiet im französischen Département Indre. Die Gegend in Zentralfrankreich zeichnet sich durch zahlreiche flache Teiche aus, die eine beeindruckende Flora und Fauna beherbergen. Für Zugvögel ist diese wenig bekannte Region ein beliebter Rastplatz. Einige seltene Arten haben die Gegend sogar zu ihrer Brutstätte erkoren. Anders als man vermuten könnte, ist diese Landschaft nicht im Laufe der Zeit durch geologische Prozesse entstanden. Die Teiche - heute für die heimische Pflanzenwelt unverzichtbar - wurden im Mittelalter von Menschen angelegt.
11:05
Seit Jahrtausenden prägt der Mensch die Landschaften Europas. Die vierteilige Dokumentationsreihe "Europa, von wegen wild!" geht der Entwicklung von vier Regionen nach, in denen Mensch und Natur in fragilem Gleichgewicht leben. Historiker, Archäologen und Biologen erforschen den Einfluss der Menschen auf die scheinbar unberührte Natur. Steppen gehören zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen in Europa, was auf die Ausdehnung landwirtschaftlicher Nutzflächen und urbaner Infrastruktur wie Straßen, Kanäle und Siedlungen zurückzuführen ist. Die ungarische Puszta ist ein Relikt der Primärsteppe, die sich vor 20.000 Jahren über Europa erstreckte. Sie liegt im Hortobágyi Nemzeti Park. Mit 80.000 Hektar ist er der größte Nationalpark Ungarns, ein Unesco-Biosphärenreservat und außerdem Teil des Welterbes. Die wilden Pflanzenfresser, die diese Landschaft einst entstehen ließen, sind heute ausgestorben, doch dank ihrer domestizierten Nachfahren blieb die Puszta erhalten. Die Geschichte dieser Steppe erzählt gleichsam von der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
11:55
(1): Pizza, neapolitanisch bis zum letzten Bissen (2): Nostalgiegeschmack: Carlo, ein Italiener in Marseille (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Die New Yorker Psychose von Bret Easton Ellis (2): Benin: die Sklavenroute (3): Tourcoing: Frikadellen mit Maroilles von Corentin und Laurence (4): Slowenien: Stimmen des Widerstands
13:10
(1): Marseille: Henri Verneuil, von Armenien nach Frankreich (2): Japan: Land der Gipfelstürmer (3): Schweiz: Claudes Cordon Bleu (4): Großbritannien: Eine explosive Totenfeier
14:00
Deutschland, 1945: Wenige Wochen vor der Befreiung durch die Alliierten kommt ein polnischer Häftling mit einem der letzten Transporte in das Konzentrationslager Buchenwald. Bei sich trägt er einen Koffer, den er sich weigert, aus der Hand zu geben; darin ist ein dreijähriger, jüdischer Junge versteckt, dessen Eltern in Auschwitz ermordet wurden. Bei einer Entdeckung durch die Lagerleitung droht dem Kind der Tod. Als die Häftlinge Höfel und Pippig den Koffer öffnen, möchten sie spontan das Kind retten und vor der SS verstecken. Doch dadurch könnten sie den bewaffneten Aufstand gefährden, den eine Widerstandsgruppe im Lager plant. Die Häftlinge sind in ihrer Haltung gespalten, und das Leben des Jungen ungewiss. "Nackt unter Wölfen" beruht auf dem 1958 erschienenen gleichnamigen Roman von Bruno Apitz, der kurz nach der Befreiung seine Erlebnisse im Konzentrationslager Buchenwald zu Papier brachte. Erstmals wurde die hermetisch abgeriegelte Welt eines Lagers in Frank Beyers filmischer Adaption so intensiv dargestellt: nüchtern, klar und ohne jedes Pathos. In einem hochkarätigen Ensemble großer Darsteller verkörpert Armin Mueller-Stahl in einer seiner intensivsten Rollen den Häftling Höfel. Das jüdische Kind hat es tatsächlich in Buchenwald gegeben: Der dreijährige Stefan Jerzy Zweig kam im Herbst 1944 ins Lager und wurde am 11. April 1945 gemeinsam mit seinem Vater befreit. Der am Ende des Films beschriebene bewaffnete Aufstand hat so nie stattgefunden. Stattdessen hatte die SS, aus Angst vor den anrückenden Amerikanern, das Lager aufgegeben und die Flucht in die Wälder angetreten.
16:05
Das Piemont, die italienische Region "am Fuß der Berge", grenzt an Frankreich und die Schweiz. Aus den Höhen fließt der Po in die Ebene mit der Hauptstadt Turin. Weiter östlich erstreckt sich die Po-Ebene, wo der Reisanbau die Landschaft prägt. Das Wasser für die Reisfelder kommt aus den Alpen; die Schneeschmelze im Frühjahr spült es ins Tal. Der kleine Ort Barolo in der Hügellandschaft des Piemont steht für einen der besten Rotweine Italiens. Ein beliebter Begleiter zum Aperitivo auf der Dorfpiazza sind die typischen Grissini. Die Geschwister Cravero stellen sie in ihrer Bäckerei auf traditionelle Weise her: Gezogen werden sie von Hand und dann im Steinofen gebacken. Und mit Glück findet man auch den edelsten unter den Edelpilzen: Trüffel aus dem Piemont gelten als die besten der Welt und werden zu Spitzenpreisen gehandelt. Rund um Alba werden die Wälder im Herbst zum Jagdgebiet für die heiß begehrte Köstlichkeit. Auch Trüffelsucherin Martina Aloi und ihre Hündin Edvige haben es auf die schmackhaften Knollen abgesehen. Als Storchenhauptstadt Italiens gilt Racconigi. Hier machen die Langbeiner Rast auf ihrem Weg nach Afrika. Und viele Storchenpaare haben sich auch langfristig niedergelassen. Bruno Vaschetti hat auf seinem Hof Sumpfgebiete angelegt für heimische Vogelarten, aber auch für Zugvögel, die hier eine Rast einlegen.
16:55
Die Emilia-Romagna ist bekannt für Parmesan, Parmaschinken und den Balsamico-Essig aus Modena. Die Region im Nordosten Italiens ist auch ein Paradies für Tiere: In der Lagune um Comacchio lebt eine der größten Flamingo-Kolonien Europas. Die Flamingos wanderten erst vor wenigen Jahren ins Po-Delta ein, wo sie ideale Lebensbedingungen vorfanden. Auch Wildpferde aus der Camargue sind heute hier heimisch. Ein Pferdenarr hat vor Jahrzehnten ein paar Pferde ausgesetzt. Mittlerweile sind es schon Dutzende weißer Wildpferde. Die Valli di Comacchio bilden eine der größten Lagunenlandschaften Italiens - und das mitten in der Emilia-Romagna. Fast 4,5 Millionen Einwohner zählt die Region mit der Hauptstadt Bologna, einer der ältesten Universitätsstädte Europas und Metropole des guten Essens. Zu den berühmtesten Nudelmacherinnen gehören die Schwestern Zappoli. Ihr Geheimnis? Eine gute Pastamacherin braucht Gespür für das Wetter. Am Wochenende lädt einer der berühmtesten Strände Europas zum Spaziergang ein. Der 15 Kilometer lange Sandstrand von Rimini ist in der Nebensaison Naherholungsgebiet. Hinter der Küste wird seit Jahrhunderten Reis angebaut - meist von Frauen, den "mondine". Sie wurden berühmt, weil sie auf den Feldern Lieder gegen die ehemals schlechten Arbeitsbedingungen sangen. Noch heute singen Alt und Jung gemeinsam, um das Kulturerbe zu bewahren. Der Süden der Emilia-Romagna ist geprägt von mittelalterlichen Festungen, Kreidefelsen und Weinbergen. Aus den Trauben wird nicht nur der Perlwein Lambrusco hergestellt, sondern auch der traditionelle Balsamico-Essig aus Modena.
17:50
Die Autonome Provinz Trient, auch Trentino genannt, zählt zweifellos zu den noch weitgehend unentdeckten Naturschätzen Norditaliens. Die majestätischen Ausläufer der Dolomiten prägen diese atemberaubende Berglandschaft, die sich in vielerlei Hinsicht als wahres Paradies erweist. Doch das Trentino ist vor allem das Land der Seen, und an seiner Spitze thront der Gardasee, der größte See Italiens. Sein schmales Nordufer wird von imposanten Bergen beschützt und verwöhnt seine Besucher mit einer einzigartigen Kulisse. In diesem Mikroklima, das von der Nähe zu den Bergen geprägt ist, gedeihen Olivenbäume in Hülle und Fülle. Einige behaupten sogar, sie seien die nördlichsten Europas, ja vielleicht sogar der ganzen Welt. Hier, wo der See schmal und von steil abfallenden Berghängen umgeben ist, wirkt die Landschaft beinahe wie ein Fjord. Die letzten Fischer, die in diesem Teil des Sees ihrem Handwerk nachgehen, mögen zwar weniger fangen als ihre Kollegen weiter südlich, aber die Qualität ihrer Fänge ist unübertroffen. Doch nicht nur der Gardasee verzaubert mit seiner Schönheit. Der Naturpark Paneveggio - Pale di San Martino beeindruckt mit seinen imposanten Felsmassiven und beherbergt zugleich den größten zusammenhängenden Wald Norditaliens. Dieser Wald, der den bezaubernden Namen "Geigenwald" trägt, beheimatet an den Nordhängen Fichten, deren Holz eine besonders feine Maserung aufweist. Diese Fichten sind so begehrt, dass sogar der berühmte Geigenbauer Antonio Stradivari hierherkam, um das perfekte Resonanzholz für seine unvergleichlichen Geigen auszusuchen. In den Tälern erstrecken sich bunte Wiesen, die von Sternekoch Alessandro Gilmozzi aus Cavalese in seine einzigartige Küche integriert werden. Seine Gerichte sind geprägt von Aromen wie Baumrinde und Harz sowie Wildkräutern - ein wahrer Genuss, der die Vielfalt des Trentino auf einem Teller einfängt. Doch die kulinarische Reise hört hier nicht auf. In der Piana Rotaliana werden erlesene Weine angebaut, darunter die einzigartige Teroldego-Traube, die nur hier gedeiht. Auf den malerischen Almen wird traditionell Käse hergestellt; aus der Region stammen über 30 verschiedene Käsesorten. Das Trentino fasziniert nicht nur mit seiner wilden Naturpracht, sondern auch mit seinen beeindruckenden Kulturlandschaften. Es ist zweifellos ein verborgenes Juwel, das darauf wartet, von Entdeckern aus der ganzen Welt erkundet zu werden.
18:35
Wasser prägt den Norden Argentiniens und schafft Paradiese für eine einzigartige Tierwelt. An den Iguazú-Wasserfällen, die zu den größten der Erde zählen, stürzen jede Sekunde sechs Millionen Liter Wasser in die Tiefe. Rußsegler lassen sich davon nicht beeindrucken. Sie leben direkt hinter den Wasserfällen und ziehen dort ihre Jungen groß. Im subtropischen Norden Argentiniens sammelt sich das Wasser in riesigen Sümpfen. Hier leben Wasserschweine, die größten Nagetiere der Erde. Doch Vorsicht ist geboten, denn im trüben Wasser lauert Gefahr: Kaimane sind hier die wahren Herrscher und können jungen Wasserschweinen gefährlich werden. Mitten im Sumpf sind Inseln aus Wald die Heimat stimmgewaltiger Primaten: Brüllaffen. Mit Einbruch der Nacht enthüllt der Sumpf ein weiteres Farbenschauspiel: Frösche, die im Dunkeln unter UV-Licht leuchten. Durch ein Meer aus toten Bäumen schlängelt sich eine Anakonda bei der Jagd. Das Überschwemmungsgebiet Bañado la Estrella entstand, als ein Fluss seinen natürlichen Lauf änderte. Ein Vogel hat sich an diese neue Heimat besonders gut angepasst: Mit riesigen Füßen läuft das Blatthühnchen mühelos über den Blätterteppich auf dem Wasser, unter dessen Oberfläche bereits die Anakonda lauert. Das Schicksal des wasserreichen Nordens Argentiniens ist ungewiss. Durch den Klimawandel haben Dürreperioden in den letzten Jahrzehnten zugenommen - mit fatalen Folgen für die Tierwelt: Verheerende Brände zerstören über die Hälfte des Nationalparks Iberá. Die Dokumentation zeigt in eindrucksvollen Bildern die einzigartige Artenvielfalt.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Katerina Neydenova war 2014 die beste Physikschülerin der Welt. Dank der Hilfe ihres Lehrers Teodosi Teodosiew gewann sie damals die Physik-Olympiade. Heute untersucht sie mit Hightech-Elektronenmikroskopen Proteine, um künftig bakteriell verursachte Krankheiten bekämpfen zu können. Womöglich erhält Katerina eines Tages einen Nobelpreis für ihre Arbeit in Cambridge. Die Leidenschaft für Naturwissenschaften hatte einst Teodosi in ihr entfacht. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, und er will bis zu seinem Tod weitermachen. Dafür baut er gerade eine alte verlassene Schule in einem Dorf im Balkan-Gebirge aus. "Ohne Internet können wir uns dort auf Physik-Aufgaben konzentrieren." Seinen Schülerinnen und Schülern gibt er Humor und Disziplin mit auf den Weg: "Ihr müsst euch 15 Stunden am Tag mit Physik beschäftigen, sonst besteht ihr nicht an den Elite-Unis gegen das Heer an Chinesen." Wenn er an die Konkurrenz aus Fernost denkt, kommt der 77-Jährige ins Schwärmen. Dort herrsche noch dieselbe Disziplin, die er aus seiner Jugend im kommunistisch geprägten Bulgarien kenne. Bildung wurde damals - analog zur Sowjetunion - zentral organisiert und den Naturwissenschaften hohe Bedeutung beigemessen. Dagegen sei Bulgariens Bildungssystem heute unterfinanziert, die Jugend abgelenkt durch soziale Medien und unkonzentriert durch die damit einhergehende kurze Aufmerksamkeitsspanne. "Ich kämpfe als einer der Letzten gegen diesen fatalen Trend an", erklärt Teododsi.
20:15
Ein Wellness-Hotel in den Schweizer Alpen ist das Feriendomizil einiger erfolgreicher, aber grundverschiedener Kunstschaffender, die sich von ihrem Aufenthalt Ruhe, Entspannung und Inspiration erwarten. Fred Ballinger, ein berühmter Komponist und Dirigent, und sein alter Freund, der Filmregisseur Mick Boyle, haben beide den Herbst des Lebens erreicht. Der Schauspieler Jimmy Tree dagegen ist ein exzentrisches Jungtalent, das mit den Anforderungen seines Berufs hadert. In der idyllischen Zurückgezogenheit erreicht Fred das Angebot aus dem Buckingham Palace, auf persönlichen Wunsch der Queen noch einmal sein bekanntestes Stück "Simple Song #3" aufzuführen. Sehr zum Leidwesen seiner Tochter und Managerin Lena jedoch lehnt Fred einen weiteren öffentlichen Auftritt kategorisch ab. Derweil steckt Mick über beide Ohren in den Vorbereitungen für seinen letzten Film, seinem persönlichen Vermächtnis, wird jedoch von seiner langjährigen Muse, der Schauspiel-Diva Brenda Morel, hingehalten. Bald stellt sich die Frage: Wie stellen sich die beiden Männer ihren Lebensabend vor?
22:10
Michael Caine, Hollywoodstar aus einer englischen Arbeiterfamilie und zum Ritter geschlagen, blickt in der Dokumentation auf eine glänzende Karriere zurück: Er drehte zusammen mit Shirley MacLaine, Sean Connery oder Jane Fonda, arbeitete mit großen Regisseuren wie John Huston, Paolo Sorrentino oder Christopher Nolan. Der Oscar- und Golden-Globe-Preisträger spielte bisher in mehr als 150 Filmen mit und erinnert sich an die 1960er Jahre und daran, wie er trotz seines Cockney-Akzents Filmschauspieler wurde. Durch die Filmfigur Harry Palmer, die er in mehreren Agentenfilmen wie "Ipcress - streng geheim" oder "Finale in Berlin" verkörpert, macht er James Bond Konkurrenz: Michael Caine ist blond und trägt Brille. So fotografiert ihn auch David Bailey. Eine Ikone ist geboren, besungen im Song "Michael Caine" von der britischen Band Madness. Michael Caine berichtet von seinen Erfahrungen mit Ruhm, Geld und Drogen. Er erzählt von seiner großen Liebe Shakira Caine, erinnert sich an Filmflops und andere Niederlagen. Die Dokumentation berichtet auch vom Schriftsteller Michael Caine und seinen Büchern wie "Acting in Film" oder "Blowing the Bloody Doors Off". Aus seiner neuesten Biografie erzählt er selbst, gibt Hinweise und verrät Tipps für Schauspieler. Studierende des Studiengangs Schauspiel in Hannover erarbeiteten zusammen mit Schauspielerin Katja Riemann und Schauspielprofessor Titus Georgi extra für diesen Film Übungen nach Michael Caine. Mitwirkende des Dokumentarfilms sind unter anderem David Bailey, Chas von Madness, Ben Grass, Martin Owen, Christopher Nolan, Shirley MacLaine und John Huston.
23:05
Barberie Bichette will noch mit 55 ihr Leben ändern. Sie möchte am liebsten alles hinter sich lassen: ihren Alltag, ihre Rolle als Mutter, selbst ihren Job als Werbetexterin, um sich stattdessen selbst zu finden. Sie kündigt ihren Job und schreibt Gedichte. Sie isst einen Burger im Garten, obwohl sie Fast Food hasst. Sie trägt die Taschen einer Fremden bis vor deren Haustür und wird in ungewöhnliche Gespräche verwickelt. Ist Barberie einfach nur wirr im Kopf, oder ist das alles Teil ihres Änderungsprozesses? Ihre beiden Kinder sind sich nicht sicher. Doch als Barberie sich schließlich wegen akuter Todesangst einweisen lässt, merkt auch ihr Umfeld, dass etwas nicht stimmt. Regisseurin Sophie Fillières erzählt aus der Perspektive ihrer Hauptfigur mit trockenem Humor ein posthumes Selbstporträt.