05:20
Enzo Ferrari stammt aus Modena, sein Vater besaß dort eine kleine Eisengießerei. Die gesamte Familie begeistert sich für Autos und Autorennen - die Liebe zum Motorsport wird die große Liebe im Leben Enzo Ferraris. Als junger Mann bemüht er sich vergeblich um eine Anstellung bei Fiat und bestreitet sein Auskommen zunächst mit Gelegenheitsarbeiten in der Automobilbranche. Durch einen Freund, der Testfahrer für den Mailänder Autohersteller Costruzioni Meccaniche Nazionali (CMN) ist, erhält er selbst bei CMN eine Anstellung als Rennfahrer. 1919 fährt er sein erstes Straßenrennen; ein Jahr später belegt er bei der Targa Florio, einem der bedeutendsten Autorennen Europas, den zweiten Platz. Ab 1920 wird er Rennfahrer bei der Mailänder Autofirma Alfa Romeo. 1929 gründet in seiner Heimatstadt Modena einen eigenen Rennstall, die "Scuderia Ferrari", für die er herausragende Rennfahrer wie Tazio Nuvolari und Alberto Ascari sowie einige der besten Ingenieure gewinnt. Mit seinem Rennstall beginnt er, internationale Rekorde mit immer leistungsstärkeren Autos zu brechen. Von 1932 an fährt Ferrari selbst keine Rennen mehr; die Tänzerin Laura Garello und er werden Eltern eines Sohnes. Der erste vollständig von Ferrari entwickelte Rennwagen, der Alfa 158, wird 1937 gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewinnt dieser Wagen zwei Weltmeisterschaften für Alfa Romeo. Während des Zweiten Weltkriegs wird das Werk nach Maranello in die Randbezirke Modenas verlegt, wo es heute noch steht. Enzo Ferraris Leben war geprägt von Erfolgen, aber auch von großem Leid: Sein Vater starb früh, sein Bruder fiel im Ersten Weltkrieg, sein Sohn Dino verstarb im Alter von 24 Jahren an den Folgen einer Muskeldystrophie, und mehrere Fahrer aus seinem Rennstall, darunter Gilles Villeneuve, verunglückten am Steuer seiner Wagen tödlich. Doch trotz dieser Tragik hielt er ein Leben lang an seiner Leidenschaft fest. Zum 40-jährigen Bestehen der Firma entwarf Enzo Ferrari seinen letzten Sportwagen, den legendären F40. Am 14. August 1988 starb er mit 90 Jahren in seinem Haus in Modena. Der rote Ferrari ist bis heute ein Luxussymbol und der Inbegriff des schnellen Fahrens geblieben. Autobiografische Dokumente und bisher unveröffentlichte Archivaufnahmen geben Einblick in das Leben und die Laufbahn des weltberühmten Unternehmers und leidenschaftlichen Rennsportliebhabers.
06:20
Eine neue Heißzeit wirft ihre Schatten voraus und verändert auch die Ozeane tiefgreifend. Wie ihre Zukunft aussehen könnte, erforschen Wissenschaftler anhand von Hitzeperioden der Vergangenheit. An der Universität Utrecht wird erforscht, was während einer besonders schnellen Erwärmung vor 56 Millionen Jahren in den tropischen Meeren passierte: Sie ähnelten Whirlpools, waren bis zu 38 Grad warm und nahezu alles Leben verschwand aus ihnen. In Frankreich spüren Paläontologen den Lebensbedingungen urzeitlicher Korallen nach. Sie entdecken: Die Organismen siedeln sich bei steigenden Temperaturen in kühleren Breiten an, wachsen dort jedoch langsamer. Hoffnung bieten auch Refugien wie der Golf von Akaba im Roten Meer. Durch einen erdgeschichtlichen Zufall leben Korallen dort in einem für sie kühlen Wasser - sind aber gleichzeitig sehr hitzetolerant. Doch nicht nur warme Meeresgebiete stehen unter Druck. An der Nordwestküste der USA sorgt die Erderwärmung für mehr Nordwind, der mehr kaltes, nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe aufsteigen lässt. Die Folge: In den oberen Wasserschichten explodiert das Leben. Doch am Meeresboden zersetzen Bakterien herabsinkende Biomasse und verbrauchen den gesamten Sauerstoff. Es bilden sich Todeszonen. Durch den Meeresspiegelanstieg dringen die Ozeane immer weiter in unseren Lebensraum vor. Geologen der Columbia University in New York rekonstruieren daher aus antarktischen Sedimentkernen und fossilen Korallenriffen, dass der Meeresspiegel in der letzten Warmphase vor rund 125.000 Jahren bei einem Klima wie heute um rund vier Meter angestiegen ist.
07:10
Eine neue Heißzeit wirft ihre Schatten voraus und verändert unsere Ökosysteme tiefgreifend. Wie die Zukunft aussehen könnte, erforschen Wissenschaftler anhand von Hitzeperioden der erdgeschichtlichen Vergangenheit. Im Bighorn Basin in Wyoming im Norden der USA ist eine erdgeschichtliche Epoche besonders interessant, denn vor rund 56 Millionen Jahren erwärmte sich die Erde - vermutlich aufgrund von Vulkanausbrüchen - besonders schnell. Nicht so rasant wie heute, aber dennoch eignet sich die Phase des sogenannten Paläozän/Eozän-Temperaturmaximums (PETM) für Vergleiche mit heutigen Entwicklungen. Fossilien verraten Erstaunliches über die Tiere, aber auch darüber, wie Pflanzen damals reagiert haben. Die Forschenden rekonstruieren, dass sich Vegetationszonen auf der Erde um mehr als 1.000 Kilometer polwärts verschoben haben. Und sie erfahren Beunruhigendes über die CO2-Speicherkapazität der Pflanzen. In einem Permafrosttunnel nahe Fairbanks in Alaska reist ein Forschungsteam zurück in die letzte Eiszeit. Die Untersuchung des Permafrostbodens zeigt, dass in ihm riesige Mengen abgestorbenes Pflanzenmaterial konserviert sind. Taut der Boden, verrottet das Material und der Kohlenstoff geht wieder in die Atmosphäre zurück, als Methan und Kohlendioxid. In Australien entwickelt ein Paläontologenteam gemeinsam mit Artenschützern eine neue Wissenschaft. Sie wollen aus der Vergangenheit lernen, wie Arten heute und in Zukunft besser geschützt werden können. Mit dieser Strategie wollen sie ein etwa mausgroßes Beuteltier, das ausschließlich in Australien vorkommt, vor dem Aussterben retten.
08:05
Wälder, Felder und Weinberge verbrennen in kürzester Zeit. Ein sich rasch ausbreitender Großbrand im Département Aude hält im August 2025 Frankreich in Atem. Mehr als 16.000 Hektar Land entzünden die Flammen. Ein Großaufgebot von 2.000 Feuerwehrkräften mit rund 600 Fahrzeugen sowie Löschflugzeugen und Hubschraubern versucht, das Feuer in den Griff zu bekommen. Kurz darauf steht Spaniens bergiger Norden in Flammen. Eine lange Trockenperiode, Temperaturen von über 40 Grad und starke Winde führten zu einer besorgniserregend schnellen Ausbreitung der Brände im trockenen Terrain. Wege müssen gebahnt und Schneisen geschlagen werden. Viele Gebiete sind allerdings nur per Helikopter erreichbar. Es ist die gefährlichste Brandsaison seit 30 Jahren. Besonders bedroht ist die Region Attika bei Athen - Europas Brand-Hotspot. Nordöstlich der Stadt grenzen dichtbesiedelte Gebiete an bewaldete Zonen, die immer wieder durch Feuer zerstört werden. Heute ist von der Katastrophe, die im Juli 2018 im Küstenort Mati geschah, kaum mehr etwas zu sehen. Seitdem überwachen hunderte Freiwillige die Umgebung. Wenn irgendwo Rauch aufsteigt, schlagen sie Alarm. Gleichzeitig entwickeln Forschende im Zentrum für Forst und Technik CTFC im katalonischen Solsona Maßnahmen zur Prävention, um den Betroffenen in den Risikogebieten zu helfen. In Zeiten des Klimawandels fordern sie, gefährdete Landschaften schnell zu verändern. Durch Wassermangel geben viele Bauern ihre Landwirtschaft auf, die Jungen ziehen weg und die verwaisten Flächen verstärken die Brandgefahr - ein Teufelskreis.
09:00
Ted Bundy wirkte nach außen charmant und einnehmend. Gleichzeitig entführte und tötete er viele junge Frauen in den USA. Bundy war ein Psychopath. Wir glauben, dass Menschen wie er Einzelfälle sind. Dabei kennt fast jeder einen Menschen mit psychopathischen Eigenschaften. Denn ein bis zwei Prozent der Bevölkerung gelten als psychopathisch. Doch die wenigsten werden zu Serienmördern. Wie können wir die gefährlichen von den ungefährlichen Psychopathen unterscheiden und uns schützen? Die amerikanische Psychologin Abigail Marsh wuchs in der Nähe von Ted Bundys Elternhaus auf und erforscht inzwischen, warum aus auffälligen Jugendlichen in einigen Fällen Psychopathen werden und aus anderen nicht. Psychopathie ist eine komplexe Persönlichkeitsstörung, über deren Ursachen die Forscher bisher wenig wissen. Immerhin hilft die Psychopathie-Checkliste, sie zu identifizieren. Der amerikanische Neurowissenschaftler James Fallon fertigte in den 1980er Jahren Hirnscans von psychopathischen Straftätern an und stellte bald ein Muster fest: Ihre Hirnstruktur verrät sie. Und was ist mit denen, die nie straffällig werden? Martin Rettenberger, Kriminologe aus Wiesbaden, beschäftigt sich mit den "erfolgreichen" Psychopathen, die normal leben. Eine davon ist die amerikanische Anwältin M.E. Thomas, die nach ihrer Diagnose als Psychopathin eine Therapie machte und seitdem ein stabiles soziales und berufliches Leben führt.
09:25
Die Marken gelten als die letzte unentdeckte Region der italienischen Halbinsel. Dabei bietet die mittelitalienische Region idyllische kleine Bergdörfer, liebliche Hügellandschaften, schroffes Gebirge und ursprüngliche italienische Lebensweise. Für die Bewahrung der Traditionen setzen sich vor allem junge Einheimische ein. Viele kehren nach dem Studium in ihre alte Heimat zurück. Hier versucht Danila Versini mit einem Start-up die alte Papierhandwerkskunst in der Stadt Fabriano wiederzubeleben. Die Geschwister Cardinali produzieren Wein aus Sauerkirschen und eine Kooperative fördert den Anbau einer regionalen Spezialität: der Platterbse. Die Landschaft der Marken mit dem fruchtbaren Boden ist von Landwirtschaft geprägt. Erst vor 30 Jahren wurden die Sibillinischen Berge als Nationalpark unter besonderen Schutz gestellt. Fast zu spät, denn einige Tierarten waren da schon akut bedroht. Darunter die Apenninischen Gämsen. Allmählich erobern die Tiere ihre alte Heimat rund um den Monte Bove zurück. Auf einem Hochplateau trägt Marco Scolastici zum Artenschutz bei: Die Sopravissana-Schafe waren fast ausgestorben, weil sie weniger Milch geben als andere Rassen. Dafür sind sie robuster und halten die niedrigen Temperaturen im Winter aus. Das verheerende Erdbeben von 2016 hatte Marcos Hof zerstört. Ein neuer Stall schafft gutes Raumklima für seine Tiere und ist erdbebensicher. So kann er ruhiger schlafen.
10:20
Die Hallertau in Bayern ist nicht nur das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt, sondern auch eine faszinierende Naturlandschaft. Versteckt zwischen den Hopfengärten finden sich Biotope wie Feuchtwiesen, Wälder oder eine verwilderte Kiesgrube. Mächtige Bäume sind als Naturdenkmäler geschützt und bieten Lebensräume für verschiedene Arten. Der Film begleitet Mensch und Natur durch die Jahreszeiten und zeigt, wie Landwirtschaft und Wildnis in einem empfindlichen Gleichgewicht miteinander verwoben sind. Im Zentrum der Dokumentation steht der Hopfen, dessen extrem schnelles Wachstum im Jahreslauf der Region eine ganz eigene Prägung verleiht. Sind die Hopfengärten bis weit ins Frühjahr hinein fast kahl, schießen die Rankpflanzen dann bis Ende Juni regelrecht in die Höhe. Für die Hopfenbauern bringen Trockenheit und Schädlinge Sorgen um die Ernte. Können neue Ansätze wie der Einsatz von Nützlingen einen Verzicht auf chemische Spritzmittel ermöglichen? Trotz der intensiven Landwirtschaft verfügt die Hallertau über eine beeindruckende Artenvielfalt: Wiesenbrüter wie Kiebitz und Brachvögel finden hier Rückzugsorte, ebenso wie die vom Aussterben bedrohte Malven-Langhornbiene. An sandigen Böschungen siedeln sich immer mehr Bienenfresser an - ein Beispiel für die Anpassung der Tierwelt an das sich wandelnde Klima. Und die Heidelerche, heißt es, brütet inzwischen direkt in den Hopfengärten.
11:15
Die Dokumentation begleitet die traditionellen albanischen Feigen-Bauern in der Nähe der alten osmanischen Stadt Berat durch ein Naturjahr: vom Winterschnitt kurz vor dem Frühling bis zur Ernte der reifen, zuckersüßen Früchte im Spätsommer. Im Jahresverlauf entdecken wir die beeindruckende Schönheit der Natur und erleben zugleich vor welchen Herausforderungen die Obstbauern stehen. Wir erfahren, wie warme Winter die Ernte des traditionellen Feigendorfs Roshnik gefährden und warum manche Feigenhaine verwaisen, da viele junge Albaner ihre Heimat immer noch verlassen, um im Ausland ihr Glück zu suchen. Doch wir erleben auch, wie in den hochalpinen Bergen des benachbarten Tomorr-Gebirges eine bis heute fast unberührte Wildnis existiert. Albanische Naturschützer wie Joni Vorpsi setzen sich hier für den Schutz seltener Geier, bedrohter Vögel und Insekten, Braunbären und Balkan-Gämsen ein. Albanien ist bis heute eines der artenreichsten Länder Europas: 30 Prozent aller bekannten europäischen Tier- und Pflanzenarten kommen hier vor. Begleitet werden die Menschen und die Natur der Region über ein ganzes Jahr hinweg. Dabei wird gezeigt, wie gerade der traditionelle Feigenanbau die außergewöhnliche Artenvielfalt in dem kleinen Balkanland schützt.
12:10
Seichtes Wasser kräuselt sich an den Ufern des Skutari-Sees. Imposante Krauskopfpelikane und Kormorane jagen hier - im größten Süßwassersee der Balkanhalbinsel - nach Fischen. Am Südufer des artenreichen Sees spiegeln sich die knorrigen Stämme jahrhundertealter Esskastanien in der Frühlingssonne. Die glänzenden, dunkelbraunen Nüsse sicherten hier, in der Region Kraja, viele Generationen lang die Ernährung im Winter. Der Film folgt den Menschen dieser atemberaubenden Kulturlandschaft und der Flora und Fauna der Biotope rund um den Skutari-See durch ein Naturjahr: vom Winterschnitt in den Esskastanienhainen über die Blütezeit im Frühsommer bis zur Erntezeit im November. Im Jahresverlauf lernen wir die Schönheit der Natur, aber auch die Herausforderungen der Kastanienbauern kennen: Krankheiten wie ein spezieller Rindenkrebs setzen den verwunschenen Esskastanienwäldern zu. Und auch die Flamingos und gefährdeten Watvögel in der stillgelegten Saline von Ulcinj leiden unter den hohen Temperaturen im Sommer. Doch der Film erzählt auch von spektakulären Neuanfängen: Vom Flüggewerden der seltenen Krauskopfpelikane auf den Brutinseln im Skutari-See, dem Reifen der Esskastanien in einem der größten zusammenhängenden Kastanienwälder Europas bis zum Herbst, wenn diese außergewöhnliche Naturlandschaft an der Adria zur Drehscheibe des Vogelzuges zwischen Arktis und Afrika wird. Begleitet werden die Kastanienbauern in beeindruckender Landschaft ein ganzes Jahr lang. Der Film zeigt, wie die Menschen seit Jahrhunderten die Pflege der Natur und ihrer Kastanienbäume fortführen.
13:00
Zwischen Krems und Melk, wo sich die Donau durch eine der schönsten Landschaften Österreichs windet, liegt eine Region, die atemberaubende Kulturlandschaft mit unberührter Natur in einzigartiger Weise verbindet: Hier, in der Wachau, zwischen steilen Terrassenhängen und den sanften Wellen des Flusses, entfaltet sich ein wahres Paradies für Obst- und Weinbau, das schon vor mehr als 2000 Jahren von den Römern geschätzt und geprägt wurde. Besonders die Marille, das Markenzeichen der Region, gedeiht hier unter den besten Bedingungen. Wenn sich der Winternebel lichtet, erwachen die Obstgärten der Wachau. Die ersten Marillenbäume beginnen zu blühen und kündigen den Frühling mit einem farbenfrohen Blütenmeer an. In den darauffolgenden Monaten verwandelt sich die Region in ein wahres Obstparadies. Doch auch die Wachau steht vor Herausforderungen. Steigenden Temperaturen lassen die Bäume früher aus dem Winterschlaf erwachen - was die zarten Blüten anfällig für Spätfröste macht und so die Ernte beeinflusst. Die Bauern der Region setzen daher immer häufiger auf nachhaltige und innovative Methoden, um die Qualität ihrer Produkte zu bewahren. Der Klimawandel hat jedoch auch neue Arten in die Region geführt. Der Film zeigt, wie sich die Region mit ihren Marillenhainen im Rhythmus der Jahreszeiten verändert: Vom Rückschnitt der Bäume im Winter über die üppige Blüte im Frühling bis zur Ernte der Früchte im Sommer bekommt der Zuschauer eindrucksvolle Einblicke in das Zusammenspiel von Natur und Tradition in einer der faszinierendsten Regionen Österreichs.
13:55
Wenn Menschen ihren Job verlieren, dann beginnt für Ryan Bingham die Arbeit. Im Auftrag feiger Chefs, die gefeuerten Angestellten nicht mehr in die Augen zu sehen wagen, überbringt er die schlechte Nachricht, verpackt als Chance für einen Neubeginn. Dank der Wirtschaftskrise ist er sehr gefragt - 322 Tage im Jahr jettet der Kündigungsspezialist von Firma zu Firma quer durchs Land. Die nomadische Existenz in Airport-Hotels und Businesslounges kultiviert der überzeugte Single mit sportlichem Ehrgeiz. Sein großes Ziel: Er will unter all den Vielfliegern als Siebter die sagenumwobene 10.000.000-Meilen-Schallmauer durchbrechen. Da lernt er die eloquente Geschäftsfrau Alex kennen, eine verwandte Seele, die vergessen geglaubte menschliche Regungen in ihm weckt. Zudem bringt die ehrgeizige Harvard-Absolventin Natalie Ryans penibel strukturiertes Leben durcheinander. Die neue Kollegin schlägt vor, die "Freistellungen" künftig nur noch vom Büro aus per Videokonferenz abzuwickeln. Das geht jedoch selbst dem abgebrühten Ryan zu weit ...
15:40
Patrick Swayze ist eine Leinwandikone und blieb, wie sein Vater, immer auch ein Cowboy. Seine Mutter war eine gefeierte Choreographin und Patrick sollte das Beste seiner Eltern in sich vereinen: Athlet, Wettkämpfer, Künstler. Nachdem er sich in New York in einer Ballettkompanie einen Namen gemacht hatte, zog er nach Los Angeles, um Filmstar zu werden. Wie keiner vor ihm hatte er den Ehrgeiz, alle körperlichen Herausforderungen und Stunts selbst auszuführen. Seinem Talent, aber auch seiner unbedingten Härte gegen sich selbst verdankte er große Erfolge - und sie führten ihn in große Krisen. Durch alle diese Phasen begleiteten ihn seine Ehefrau Lisa Niemi und wenige Vertraute wie seine Agentin, seine Managerin und Schauspielerkollegen. In diesem Dokumentarfilm berichten sie von seinem Leben und seiner Karriere und zeichnen das Bild eines Künstlers zwischen Depression und Manie, zwischen Abschottung und Geltungsdrang. In Archivaufnahmen kommt auch immer wieder Patrick Swayze selbst zu Wort und erzählt von Höhenflügen und Fluchten aus Hollywood in die Einsamkeit der Ranch in New Mexico. Swayze starb 2009 mit nur 57 Jahren.
17:10
Kroatiens Küste ist ein Sehnsuchtsort, den viele zu kennen glauben, mit malerischen Orten, türkisfarbenen Buchten und einem steilen Küstengebirge. Wer genauer hinsieht, entdeckt eine wilde Welt voller Überraschungen und unerwarteter Naturwunder. Mehr als 6.000 Kilometer Küstenlinie und mehr als 1.000 Inseln bilden ein vielfältiges Mosaik aus Lebensräumen, das weit mehr ist als nur ein Urlaubsidyll. Hauptdarsteller des Films sind die Gänsegeier der Kvarner Bucht - sie zählen zu den wenigen Geiern weltweit, die an steilen Klippen direkt über dem Meer nisten. Der Film zeigt sie in bislang ungesehenen Aufnahmen und rückt diese oft verkannten Greifvögel eindrucksvoll ins Licht. Auch andere Tiere überraschen: der amphibische Schleimfisch, der in der Gezeitenzone zwischen den Welten lebt, flinke Geckos, die im Trubel belebter Orte auf die Jagd gehen oder die Singzikaden, die Jahr für Jahr den Klang des mediterranen Sommers prägen. Von der bunten Unterwasserwelt bis zu den exponierten Graten des Velebit-Gebirges - dem Zuhause von Gämsen, Luchsen und Braunbären - spannt sich diese beeindruckende Naturdokumentation. Die sanft glitzernde Küste ist aber auch geprägt von Naturgewalten wie Stürmen und Gewittern, befeuert durch die Kraft der Sonne. Sie ist es auch, die das subtile Gleichgewicht der Region zunehmend ins Wanken bringt. Mit ungewissem Ausgang. Der Film versteht sich als poetische Liebeserklärung an eine wilde Küste, geformt von Licht, Wellen und Wind.
17:55
Zwischen dunkler Klangfülle und heller Leichtigkeit bewegt sich das Programm dieses Konzerts der Dresdner Staatskapelle. Es macht hörbar, wie stark Richard Wagner Komponisten wie Claude Debussy und Camille Saint-Saëns geprägt hat - und verweist zugleich auf das spannungsreiche Verhältnis zwischen deutscher und französischer Musik am Ende des 19. Jahrhunderts. Mit Wagner verband Debussy eine Art Hassliebe. 1888 und 1889 führten ihn zwei Fahrten nach Bayreuth zu den Festspielen, wo er "Die Meistersinger von Nürnberg", "Parsifal" und "Tristan und Isolde" sah. Nach seiner ersten Reise war er völlig begeistert, vor allem von der revolutionären Harmonik im "Tristan", nahm aber später eine eher kritische Haltung ein. Ein Grund dafür war, dass er Wagner als übermächtiges Vorbild sah, von dem es schwer sein würde, sich zu lösen. Auch Saint-Saëns hatte ein zwiespältiges Verhältnis zu Wagner. Er bewunderte einerseits seine Orchestrierung, fand Wagners Opern andererseits jedoch überladen, langatmig und ausschweifend. Er glaubte, dass der Wagnerismus die französischen Komponisten von ihrem nationalen Stil abbrachte. Ihm ging es um die Rückbesinnung auf "klassische" Klarheit in der Musiksprache. Daniele Gatti dirigiert die Sächsische Staatskapelle Dresden. Saint-Saëns' erstes Cellokonzert interpretiert Gautier Capuçon, ein Meister des warmen, kantablen Tons. Das Programm im Überblick: - Richard Wagner: Vorspiel zum 3. Aufzug und "Karfreitagszauber" aus "Parsifal" - Camille Saint-Saëns: Violoncellokonzert Nr. 1 a-Moll op. 33 - Claude Debussy: "La mer" - Richard Wagner: Vorspiel zu "Die Meistersinger von Nürnberg" und "Isoldes Liebestod" aus "Tristan und Isolde"
18:40
Im Herbst ist Erntezeit der Elsbeeren. Die kleinen Beeren sind nicht leicht zu gewinnen. Man braucht Geduld und sollte schwindelfrei sein. Elsbeerbäume werden bis zu 30 Meter hoch und sehr alt. Sie gehören zu den seltensten Baumarten in Europa. Im Wienerwald und im angrenzenden Mostviertel stehen noch einige Hundert Exemplare. Deshalb wird diese Region auch Elsbeerreich genannt. Die Elsbeere ist verwandt mit der Vogelbeere, der Mehlbeere und dem Speierling. Sie wird sowohl frisch als auch getrocknet verwendet. Von Veronika Mayer stammt die Rezeptidee zum "Camelsbert": Ein mittelalter Camembert wird mit einer Elsbeercreme gefüllt und verleiht dem Käse dadurch ein feines Marzipanaroma. Ihre Schwester Anna Leodolter verfeinert ein Wildragout mit Elsbeeren. Beim süßen Wiener Striezel verwendet sie Elsbeeren anstatt Rosinen. Erst nach 20 Jahren tragen die Bäume Früchte und dann sind sie nur mühsam zu ernten. Allein von den Elsbeerbäumen können die Bauern nicht leben. Neben Tierhaltung betreiben sie Obst- und Gemüseanbau oder führen die Landwirtschaft im Nebenerwerb. Nach der Elsbeerernte beginnt der Teil der Arbeit, der bis tief in den Winter hinein dauert und die ganze Familie beschäftigt. Jede einzelne kleine Wildfrucht muss mit den Händen von den Stielen gezupft werden. In Niederösterreich sagt man "rebeln" oder "oröwen" dazu. Freunde und Nachbarn sind herzlich eingeladen, dabei zu helfen - es können lange Abende werden.
19:10
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:30
Beim diesjährigen Auszug der Marismeño-Stuten aus dem Nationalpark de Doñana begleitet ARTE die Reiterin Carmen Reales Ramos und ihre zehnjährige Cousine Silvia, die das erste Mal bei diesem Spektakel mitreiten wird. Das Unesco-Weltnaturerbe Parque Nacional de Doñana erstreckt sich auf über 500 Quadratkilometern an der Costa de la Luz. In den Tagen vor der eigentlichen Saca de las Yeguas müssen über 200 Helfer in diesem riesigen Areal zunächst die Marismeño-Herden finden. In manchen Jahren stoßen sie binnen eines Tages auf die Pferde, in anderen brauchen sie drei Tage dafür. Dreckverkrustete Stiefel und Steigbügel gehören dazu: Der Guadalquivir und seine Nebenflüsse schaffen durch regelmäßige Überschwemmungen ein riesiges Feuchtgebiet. Darin grasen die Sumpfpferde gerne. Die Marismeños gehören zu den ältesten Rassen der Welt und gelten als Vorfahren der Mustangs: Die frühen Eroberer brachten die robusten Tiere auf den amerikanischen Kontinent, wo Pferde bis dahin unbekannt waren. Die Dokumentation "Die wilden Pferde der Doñana" nimmt die Zuschauer und Zuschauerinnen mit auf eines der letzten großen Abenteuer in Europa.
20:15
Ein zu Geld gekommener Gefängnisdirektor hat kurz vor seinem Tod sein Testament geändert - zum Missfallen seiner zweiten Frau Emily Boynton, einer ehemaligen Aufseherin der Haftanstalt. Laut Testament soll das nicht unbeachtliche Vermögen unter Emily und den Kindern gleichmäßig aufgeteilt werden. Doch die Witwe bringt den Anwalt der Familie durch Erpressung dazu, das Testament zu vernichten. Demnach tritt das ursprüngliche Testament wieder in Kraft, nach dem das Vermögen allein der Witwe zufällt. Die Familie macht gute Miene zum bösen Spiel und unternimmt eine Reise auf einem Luxuskreuzer nach Israel. Der Anwalt, der eine Affäre mit Emilys Schwiegertochter hat, reist der Familie nach. Zufällig befindet sich auf dem Schiff auch der berüchtigte Detektiv Hercule Poirot. Über gemeinsame Bekannte lernt er die Familie kennen und macht mit ihr einen Ausflug zum Toten Meer, wo Emilys Schicksal besiegelt wird: Die Witwe fällt einem Mordanschlag zum Opfer. Hercule Poirot macht sich an die Ermittlungsarbeit und kommt auf eine unerwartete Fährte ...
21:55
Humphrey Bogarts Karriere beginnt am New Yorker Broadway. Nach dem Schwarzen Freitag von 1929 lässt er sich in Hollywood nieder, dort sind gute Theaterschauspieler beim Übergang vom Stumm- zum Tonfilm gefragt. Zunächst muss er sich mit Nebenrollen als Gangster in B-Filmen zufriedengeben, bis ihm die Verfilmung von "Der versteinerte Wald", einem Theaterstück von Robert E. Sherwood, den ersten Erfolg beschert. Den Durchbruch bringen ihm 1941 "Entscheidung in der Sierra" und "Die Spur des Falken". Als Rick Blaine an der Seite von Ingrid Bergman wird er in "Casablanca" ein Jahr später zum Star weltweit. 1944 dann die Schicksalsbegegnung: Howard Hawks vertraut ihm die Hauptrolle in "Haben und Nichthaben" an. Seine Partnerin ist ein junges Model: Lauren Bacall. Ein Jahr zuvor hat sie mit dem Cover von Harper's Bazaar die Aufmerksamkeit des Regisseurs auf sich gezogen. Die erst 19-jährige Bacall zittert, als sich ihr Traum vom Schauspielen erfüllt und sie die ersten Szenen mit dem 44-jährigen Star dreht. Um das zu verbergen, schaut sie mit ihren Katzenaugen und leicht gesenktem Kopf von unten herauf zu ihm: "The Look" ist geboren. Ihr gemeinsamer Sohn Stephen Bogart, geboren 1949, gewährte dem Filmemacher Bertrand Tessier Einblick in das Familienarchiv, das ihm persönliche Facetten des Mannes und der Frau hinter der Legende offenbarte. Dazu kommen zahlreiche Kenner zu den Karrieren und der Beziehung des legendären Paares zu Wort.
22:45
Richard Wagners Oper "Lohengrin" erzählt die mittelalterliche Schwanenrittersage: Der Gralsritter Lohengrin wird Elsa von Brabant als Helfer und Beschützer gesandt - auf einem Boot, das von einem Schwan gezogen wird. Als Bedingung für seine Hilfe darf sie ihn niemals nach seinem Namen fragen. Als sie sein Verbot bricht, muss er sie verlassen. Ein romantisches Märchen. Der Regisseur und Musiker Johannes Erath inszeniert den Baden-Badener Lohengrin. Er begann seine Regie-Laufbahn als Assistent von Willy Decker, arbeitete unter anderem an der Semperoper in Dresden, wurde mit dem Götz-Friedrich-Preis und dem Österreichischen Musiktheaterpreis ausgezeichnet. Die Dirigentin Joana Mallwitz beschäftigte sich bereits in ihrer Zeit als Generalmusikdirektorin in Nürnberg intensiv mit dem Werk Wagners. Die Titelrolle wird von Piotr Beczala verkörpert. Er gab sein Debüt als Lohengrin an der Dresdner Semperoper und ist auf allen großen Opernbühnen dieser Welt zu Hause. Auch seine Elsa von Brabant ist prominent besetzt mit der US-amerikanischen Sopranistin Rachel Willis-Sørensen, die regelmäßig an den führenden Opernhäusern gastiert.