04:00
Schon vor der Pandemie hat Rodolfo mit dem Aufbau einer Schule begonnen. Seitdem hat sich nichts getan. Der krisengebeutelte Staat Venezuela unterstützt weder mit Geld noch mit Material. Auch die zuständige Provinzregierung in Mérida interessiert sich nicht sonderlich für die Kinder in den Bergen. Rodolfo ist in dem abgelegenen venezolanischen Andendorf Los Nevados geboren und aufgewachsen. Los Nevados liegt im Nationalpark Sierra Nevada in den venezolanischen Anden. Hier erhebt sich die majestätische Andenkette, die sich fast durch ganz Südamerika erstreckt. Weitab vom politischen Geschehen und den Unruhen in den großen Städten Venezuelas leben die Bewohner ein einfaches Leben. Es ist geprägt von Landwirtschaft und Viehzucht. Hier gibt es meist keine Fernseher, geschweige denn Handyempfang. Rodolfo war einer der wenigen Heranwachsenden, die eine weiterführende Schule besuchen konnten. Danach studierte er in der Provinzhauptstadt Hotelgewerbe und kehrte dann in seine Heimat zurück. Als er davon erfuhr, dass es ein Dorf gibt, in dem die Kinder keinen Unterricht haben, machte er sich auf den Weg dorthin. Seitdem kämpft er darum, den Kindern eine Schule zu bauen, denn er weiß, dass Bildung der Schlüssel zu einer besseren Zukunft ist. Die Pandemie ist vorüber und Rodolfo möchte sein Projekt wieder aufnehmen. Wird es ihm gelingen, die Kinder von Las Plumas zu unterrichten und ihnen eine Schule zu bauen?
05:00
Zwischen 3.000 und 1.400 vor Christus entstand auf der Mittelmeerinsel Kreta die erste große, extrem hoch entwickelte griechische Zivilisation: die minoische Kultur, benannt nach König Minos. Sie brachte tausend Jahre vor der griechischen Klassik eine Kunst hervor, deren Modernität noch heute fasziniert; ihre Fresken zählen zu den Meisterwerken der antiken Kunst. Die Minoer waren auch die Ersten in Europa, die Schriftzeichen beherrschten. Aber noch ist ihre Schrift nicht vollständig entschlüsselt. Zu einer Zeit, als das Pantheon noch nicht stand und die Griechen noch ein barbarisches Kriegsvolk waren, bauten die Minoer bereits prachtvolle Paläste, deren komplexe Architektur den Archäologen noch immer Rätsel aufgibt. Das Labyrinth des Minotaurus, die Königspaläste tyrannischer Herrscher - lange Zeit schien es, als könnten nur die griechischen Mythen solche Bauwerke erklären. Doch Ausgrabungen in Knossos, Phaistos und Sissi, an denen auch Mathematiker beteiligt waren, haben nun Aufschluss über ihre Architektur gegeben. Hauptsächlich dank einer neuen archäologischen Methode, die ursprünglich für Stadtplaner entwickelt wurde: die Space-Syntax-Methode. Mit Hilfe dieses Verfahrens werden die räumlichen Strukturen eines Gebäudes und die Verbindungen zwischen den Räumen untersucht, um daraus Rückschlüsse auf seine Nutzung zu ziehen. Die Ergebnisse stellen das Bild, das sich die Wissenschaft bisher von der minoischen Zivilisation gemacht hatte, komplett infrage.
05:25
An der ostafrikanischen Küste lebt eine Bevölkerungsgruppe, die Forscher lange Zeit vor Rätsel stellte: die Suaheli. Sie sprechen eine mit arabischen Einflüssen durchsetzte Sprache und praktizieren seit dem 8. Jahrhundert den Islam - deutlich früher als die Menschen in vielen anderen Regionen Ostafrikas. Noch erstaunlicher ist, dass man in ihrem Siedlungsgebiet auf Ruinen trifft, die in dieser Region einzigartig sind: Überreste von steinernen Städten, die zwischen dem 10. und dem 15. Jahrhundert erbaut wurden. Ihre Geschichte, ebenso wie die Geschichte der Suaheli selbst, ist im Laufe der Zeit weitgehend in Vergessenheit geraten. Viele dieser Stätten sind bereits seit dem späten 18. Jahrhundert bekannt. Doch die Forscher hielten es damals für unmöglich, dass die afrikanischen Ureinwohner diese architektonisch gut geplanten Städte gebaut haben könnten. Geprägt von kolonialistischen Vorstellungen schrieben sie die Bauwerke den Römern oder Phöniziern zu. Für die Archäologie jener Zeit galten die Städte als persisch oder arabisch - eine afrikanische Herkunft wurde ausgeschlossen. Doch wer waren tatsächlich die Erbauer dieser eindrucksvollen Monumente? Ist den Afrikanern keine tragende Rolle zuzuschreiben? Ausgrabungen in Kilwa Kisiwani, der beeindruckenden Suaheli-Stadt in Tansania, geben eine Antwort. Ein Team von Forschenden zeigt: Die Suaheli setzen sich aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen zusammen. Ihre Kultur ist zudem geprägt durch vielfältige Einflüsse von Völkern, die im Lauf der Jahrhunderte an der ostafrikanischen Küste landeten.
05:55
Im Fischerdorf Akranes, an der isländischen Westküste, bereitet sich der alte Fischer Eymar mit seiner kleinen Crew darauf vor, in See zu stechen. Der Fischfang unterliegt hier strengen Fangquoten, die jedes Jahr neu vom Fischereiministerium festgelegt werden. So sollen die Ressourcen geschützt werden. Die Zahl der Fischer nimmt stetig ab, denn nur noch wenige von ihnen besitzen diese begehrten Fanglizenzen. Sie werden von Generation zu Generation weitervererbt oder aber von den Familien weiterverkauft - zu Preisen, die für junge Nachwuchsfischer oft unerschwinglich sind. So ist der Fischfang in den Händen weniger Familien. Zu ihnen gehört Bootsbesitzer Eymar, der seit fast siebzig Jahren als Fischer arbeitet. Als kleiner, unabhängiger Anbieter hat er Anspruch auf 150 Tonnen Kabeljau und 30 Tonnen Seegurke pro Jahr. Für den Kabeljau braucht er etwa 16 Tage, für die Holothurien vier. Das heißt, dass er in knapp 20 Tagen sein jährliches Soll erfüllt hat und damit auch über die Runden kommt. Vor allem dank der Seegurken und der steigenden Nachfrage nach ihnen: Ihr Preis ist in den vergangenen Jahren gestiegen und liegt derzeit bei 90 Cent pro Kilogramm. Das rechnet sich bei 30 Tonnen. Abnehmer sind vor allem Kunden in China, wo Holothurien als Delikatesse gelten. Auch die Pharmaindustrie interessiert sich für die ungewöhnlichen Tiere aus der Tiefe. Ein Ende des lukrativen Seegurken-Booms ist nicht in Sicht.
06:50
1): Gumbo aus Louisiana, Eintopf voller Geschichte(n (2): Nostalgiegeschmack: Emilie, aus Louisiana nach Paris (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): Pascal Quignards ganz persönliche Bretagne (2): Senegal: Die Macht der Muriden (3): Papua-Neuguinea: Das Mumu von Michaele (4): Irland: Der Prozess der Kolonialisierung
08:05
(1): Neukaledonien: Bernard Bergers Sprechblasen gegen das Klischee (2): Bosporus: Begehrte Meerenge (3): Frankreich: Renauds Poulet Marengo (4): Spanien: Diktatur auf der Speisekarte
08:55
Menschen, die sich leidenschaftlich für die Natur und Kultur der größten Baleareninsel einsetzen - davon erzählt "Mallorca, die Königin". Bekannt für seine steilen Küsten, fruchtbaren Olivenhaine und die majestätische Serra de Tramuntana, ist Mallorca auch die Heimat des Wissenschaftlers José Roepstorff. Mit dem Projekt MedGardens versucht er, die bedrohten Neptungraswiesen rund um die Insel zu retten. Diese Unterwasserpflanzen sind essenziell für das marine Ökosystem, aber durch Tourismus und Umweltverschmutzung stark gefährdet. Mit großer Hingabe werden sie gesammelt und an geeigneten Stellen wieder angesiedelt. In den Höhen der Serra de Tramuntana arbeitet Pep Tapia von der Fundación Vida Silvestre Mediterránea unermüdlich für den Schutz der Mönchsgeier. Diese majestätischen Vögel waren einst vom Aussterben bedroht - dank der Anstrengungen von Naturschützern leben heute wieder rund 350 Exemplare auf der Insel. Mit Kameras überwachen die Forscher die Geier und dokumentieren ihre Lebensweise, um ihren Fortbestand zu sichern. In Capdepera bewahren die Ses Madones de sa Llata eine alte Handwerkskunst: das Flechten von Körben und anderen Gegenständen aus Palmblättern. Antonella Farris und Araceli Iranzo haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese jahrhundertealte Tradition zu erlernen und weiterzuführen - damit das Wissen der letzten Korbflechterinnen an kommende Generationen weitergegeben werden kann. Die Dokumentation zeigt auch Mallorcas kulturelles Erbe - von den maurischen Terrassen bis zur modernen Küche, in der traditionelle Speisen wie das Gebäck Ensaïmadas und die Rohwurst Sobrasada nach wie vor eine wichtige Rolle spielen.
09:40
Menorca ist der östlichste Punkt Spaniens im Mittelmeer. Oft wird die Insel als kleine Schwester von Mallorca bezeichnet - dabei hat sie einen ganz eigenen Charakter. Sie bezaubert mit türkisfarbenem Wasser, unberührter Natur, geologischer Vielfalt und vielen Besonderheiten, die es nur hier gibt. Obwohl sie nur ein Fünftel der Nachbarinsel Mallorca misst, spielte sie im Mittelmeer seit jeher eine strategisch wichtige Rolle. Araber, Briten und Franzosen rangen um die Vorherrschaft über den Hafen der Hauptstadt Mahón, bis die Insel 1802 spanisch wurde. Der rund sechs Kilometer lange Naturhafen gilt als einer der größten Europas und war stets ein begehrtes Ziel der Seemächte. Noch heute zeugen zahlreiche historische Befestigungsanlagen an der majestätischen Hafeneinfahrt davon. Die Jahrtausende alten Talayot-Siedlungen sind ein Relikt der bewegten Geschichte der Insel. Die hohen Steintürme aus der Bronzezeit geben bis heute Rätsel auf. Aus der Talayot-Kultur stammten auch die gefürchteten Steinschleuderer, die der Inselgruppe vermutlich ihren Namen gaben, denn "Balearen" heißt übersetzt "Steinschleuderkämpfer" - sie sollen sogar für die Römer in den Krieg gezogen sein. Heute ist das traditionelle Steinschleuderschießen ein friedlicher Volkssport auf Menorca - ebenso wie das Reiten. Die Insel hat sich ihre ganz eigene Kultur bewahrt: Mit traditionell hergestellten Sandalen, aromatischem Käse und einer eigenen Pferderasse betonen die Menorquiner ihren Stolz auf die Heimat.
10:20
Ibiza steht für exzessive Partys und Luxustourismus auf der einen, Hippieträume und Aussteigerfantasien auf der anderen Seite. Dass Fremde auf der Insel ihr Glück suchen, sind die Einheimischen seit Jahrtausenden gewohnt: Phönizier, Römer, Mauren - sie alle waren da, viele blieben. Die Ibizenker nehmen es gelassen. Ihr Geheimnis: Weltoffenheit pflegen und zugleich die eigenen Traditionen bewahren. Der Film taucht ein in den Alltag der Inselbewohner: Im Naturpark Ses Salines gewinnen Salzgärtner seit Generationen mit einem ausgeklügelten System von Wasserbecken das berühmte Ibiza-Salz. Das Meer rund um die Insel ist das Reich der Apnoetaucherin Sarah González Tur, die in minutenlangen Tauchgängen die farbenfrohe Unterwasserwelt erkundet. Im Inneren der Insel hat die Feuerwehr alle Hände voll zu tun: Mit Löschübungen bereitet sie sich auf den Ernstfall vor. Weil das bäuerliche Leben verschwindet, breiten sich Wälder immer weiter aus - eine Gefahr angesichts zunehmender Trockenheit. Einige Landwirte aber halten durch: Auf der Finca der Familie Marí ist auch die junge Generation eingestiegen, sie will den Hof zukunftsfähig machen. Lokal zu essen - das schätzen auch die Züchter der uralten Hunderasse Podenco Ibicenco. Mit ihren schnellen Hunden gehen sie auf Kaninchenjagd. Doch am Ende ist die Beute weniger wichtig als der Auslauf für Hund und Halter. Die Reise endet im Süden der Insel: In der Hauptstadt Eivissa weiht die Goldschmiedin Elisa Pomar in die Symbolik des prachtvollen ibizenkischen Schmucks ein.
11:05
Tiefblaues Meer, goldene Strände, ein paar Dörfer und Leuchttürme - das ist längst nicht alles, was Formentera, die kleinste der Balearischen Inseln, zu bieten hat. Der Film begleitet den Fotografen Gerardo Ferrero auf seiner täglichen Tour durch das Naturschutzgebiet Ses Salines. Im Frühling ist Brutzeit, und zahlreiche Zugvögel machen hier Station. Vor der Küste suchen Unterwasserarchäologen seit einigen Jahren nach Spuren der langen Geschichte der Insel. Sie entdecken Anker und Kanonen - Zeugnisse der Schlachten, die hier einst gegen Piraten geführt wurden. Am Meeresboden rund um Formentera wachsen die Seegraswiesen - die Lunge des Mittelmeers und ein bedeutendes Ökosystem. Die Ozeanographin Daisee Aguilera versucht, Einheimischen und Touristen deren Bedeutung nahezubringen, indem sie mit ihnen Kajaktouren unternimmt. Für den Fischer Raúl Colomar Tur sind die Seegraswiesen beides: ein Segen, weil sie für Fischreichtum sorgen, und ein Ärgernis, weil das Gras seine Netze verstopft. Fangen tut er trotzdem reichlich. An Land bereiten sich die Tänzerinnen des traditionellen Bauernballs, des Ball Pagès, auf ihren Auftritt vor. Dafür müssen aufwendige Kostüme geschneidert und Tänze sowie Instrumente eingeübt werden. Aktivisten befreien unterdessen die Strände von Mikroplastik - und machen Kunst aus den angeschwemmten Fundstücken. Raúls Fisch trocknet später in der Bucht von Es Caló an der Leine. Daraus entsteht der traditionelle Trockenfisch Peix sec, den ein Koch im Restaurant nebenan zum beliebten Bauernsalat verarbeitet.
11:55
(1): Peruanischer Wok im chinesischen Stil: Lomo Saltado (2): Nostalgiegeschmack: Wilder - von Peru in Richtung Paris (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Deutschland: Die Menschheit im Blick der Kamera von August Sander (2): Kambodscha: Heilsamer Hip-Hop (3): Hauts-de-France: Jean-Baptistes panierte Boviste (4): Korfu: Auf den Spuren von Odysseus
13:10
(1): Bruce Springsteen, der Boss aus New Jersey (2): Piemont: Die besten Haselnüsse der Welt (3): Nizza: Jean-Claudes Mangoldpastete (4): Papua-Neuguinea: Vergessene Helden
14:00
Ein Fischer findet eine weibliche Leiche bei Sandhamn. Kommissar Alexander und seine Kollegin Miriam nehmen die Ermittlungen auf. Am Fundort der Leiche angekommen, reagiert Alexander ungewöhnlich emotional darauf, wie seine Kollegen von der Spurensicherung die Leiche untersuchen. Und auch später im Büro kann er sich nicht beruhigen. Handelt es sich bei der Leiche vielleicht um Alexanders verschwundene Ehefrau? Unterdessen hat Staatsanwältin Nora die Brandska-Villa an Kristina vermietet, eine Freundin der Familie. Kristina wird den ganzen Sommer in Sandhamn verbringen, und auch ihre neue große Liebe Anders, den sie auf einer Dating-Seite kennengelernt hat, wird sie dort besuchen kommen. Doch auf der Insel verhält sich Anders sehr merkwürdig. Was verheimlicht er?
15:30
Der berühmte Professor für Kinderpsychologie Carl-Johan Berger wird während einer Feier auf seinem Anwesen erstochen. Vicky, die seit Jahren verschollene Frau von Kommissar Alexander Forsman, wird am Tatort mit einem Messer in der Hand angetroffen und festgenommen. Alexander ist fassungslos darüber, dass seine Frau den Mord an Berger begangen haben soll. Er fragt sich, wo sie all die Jahre war und was sie mit Berger zu tun hatte. Vicky hüllt sich in Schweigen. Alexander versucht mit allen Mitteln, sie zum Reden zu bringen, aber ohne Erfolg. Daraufhin wird er von seinem Chef von dem Fall abgezogen. Seine Kollegin Miriam Biana muss nun die Ermittlungen allein führen und stößt dabei auf ein dunkles Geheimnis in der Familie Berger.
17:05
Wie sehr der Natur der Seychellen von Menschenhand geschädigt wird, zeigt sich nicht nur an den rasch wachsenden Müllbergen, sondern auch an den schrumpfenden Mangrovenwäldern und den immer häufiger durch Korallenbleiche gefährdeten Riffen. Der ansteigende Meeresspiegel bedroht die Koralleninseln mit ihrem Untergang und die Granitinseln mit dem Verlust der Strände und wirtschaftlichen Infrastruktur. Das politische Konzept der "Blue Economy", einer auf dem Meer und seinen Ressourcen beruhenden Wirtschaftsform, verbindet nachhaltiges Wirtschaften mit Natur- und Artenschutz. Zahlreiche NGOs, engagierte Naturschützer und Meeresbiologinnen unterstützen die staatlichen Initiativen zum Erhalt der Natur als eigentliche Lebensgrundlage von Staat und Bevölkerung. Einige versuchen, die Mangrovenwälder als wichtgsten Schutz gegen Küstenerosion und Extremwetterereignisse zu erhalten und möglichst wieder aufzuforsten. Andere widmen sich der Restaurierung von Korallenriffen - den "Kindergärten" vieler Meeresbewohner - oder dem Überleben seltener Vogelarten, wie dem Seychellenparadiesschnäpper.
17:50
In den kenianischen Naturschutzgebieten entscheidet Wasser über Leben und Tod. Dies zeigt sich am Beispiel von drei Tieren, die in der größten Dürre seit 20 Jahren ums nackte Überleben kämpfen. Jede der drei Hauptprotagonistinnen der Doku-Serie führt eine matriarchalisch organisierte Gruppe an. Die Geschichte beginnt unmittelbar nach Ende der Regenzeit. Im Samburu-Nationalreservat führt der Fluss Uaso Nyiro noch ausreichend Wasser und die Elefanten lassen es sich in der sattgrünen Landschaft gut gehen. Doch die Niederschläge waren schwach, und mit der üppigen Vegetation wird es bald vorbei sein. Schnell macht der Wassermangel der "Königsfamilie", wie sie von den Forschenden genannt wird, und anderen Elefantenherden zu schaffen. Anastasia, die Matriarchin des 80 Tiere umfassenden Clans, muss schwierige Entscheidungen treffen, um ihre Herde am Leben zu erhalten. Weiter südlich dagegen, ganz in der Nähe des Nationalparks Maasai Mara, hat es im Naboisho-Refugium stärker geregnet. Fünf Gepardenmännchen versuchen, Gnus zu fangen. Währenddessen schützt die Gepardin Kuleta ihre vier Neugeborenen vor den ständig lauernden Hyänen. In der Nähe des Mount-Kenya-Massivs, auf der Laikipia-Hochebene, kommt die Matriarchin Phoenix, eine Afrikanische Wildhündin, zusammen mit ihren fünf Jungen aus ihrer Höhle. Die Ebene trocknet aus, doch der Nachwuchs kann sich der Meute noch nicht zum Jagen anschließen - für Phoenix und ihre Jungen beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. In Naboisho ist Kuleta erfolgreich von der Jagd zurückgekehrt, doch dann pirscht sich eine Hyäne an sie heran. In Laikipia haben Phoenix' Junge schnelle Fortschritte gemacht und sind zur Meute zurückgekehrt, um der wachsenden Trockenheit zu entfliehen. In Samburu ist der Fluss inzwischen ausgetrocknet und Anastasia beschließt, ihren Clan in die Trockengebiete des Nordens zu führen.
18:35
Drei Gruppen von Tierfamilien, jeweils angeführt von einem Weibchen, sind mit der größten Dürre seit 20 Jahren konfrontiert. In Samburu ist der Fluss völlig ausgetrocknet. Zum Glück findet die Elefantenherde mit ihren Rüsseln eine Quelle im Flussbett. In Laikipia passt sich die Afrikanische Wildhündin Phoenix bereits der Trockenheit an. Während andere Fressfeinde der Meute Konkurrenz machen, geht das Rudel auf die Suche nach neuen Jagdgründen. Auf der anderen Seite des Flusses findet es üppigere Vegetation, doch eine Hyänenhorde hat sich an die Hunde herangepirscht. Werden sie dort bleiben können? In Naboisho sucht die Gepardin Kuleta neue Beute für sich und ihren vierköpfigen Wurf. Aufgrund der Trockenheit sind viele Tiere geflohen. Als sie endlich ein Jagdrevier entdeckt hat, muss sie feststellen, dass es schon von Löwen besetzt ist - gefährliche Gesellschaft für eine Geparden-Familie. Während die Trockenheit zunimmt, bekommen die Elefanten Konkurrenz an ihrem Brunnen im Flussbett und müssen sich zurückziehen. Für Kuleta geht es schlecht aus, als eines ihrer Jungen verschwindet. Sie sucht es vergeblich: Ihr Baby wurde von einem Löwen getötet. Zu Phoenix' großer Erleichterung fällt in Laikipia ein Schauer.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Der Ort Cogne im Aostatal wurde im Juli 2024 vier Wochen von der Außenwelt abgeschnitten, weil die Straße ins Tal weggerissen wurde. Die Hotelchefin Nathalie Fattore kam mit einem blauen Auge davon. Eine Schlammlawine vom Berg streifte das Gebäude nur und begrub die Terrasse und die Außenanlagen des Hotels. Nach dem Aufräumen versucht sie, wieder Normalität herzustellen und stimmt sich dafür mit Guiseppe Cutano ab. Der Ingenieur arbeitet ehrenamtlich für den Zivilschutz im Dorf. Dabei geht es nicht nur um notwendige Schutzbauten, die die Sicherheit der Bewohner und Touristen erhöhen sollen, sondern auch um zukünftige Strategien, das Überleben des Dorfs zu sichern. Überall in den Alpen sind Bergdörfer von Muren bedroht - aufgrund des Abschmelzens der Gletscher und aufgrund von Starkregenereignissen. Im bayerischen Oberland lebt der Bergexperte Horst Hofmann. Er arbeitet für das Wasserwirtschaftsamt Garmisch-Partenkirchen. Nachdem sich 2018 dort ein Bergbach voller Schlamm und Bäume in den Ort gewälzt hatte, leitet er nun den Bau eines neuartigen Auffangbeckens und bringt mit einem Geologen Überwachungssysteme an. Der Aufwand ist groß, denn die Arbeiten finden in abgelegenen Tälern statt. Es ist klar, dass die Menschen die zunehmenden Naturgefahren nicht beliebig mit immer größeren Schutzbauten bekämpfen können. Wie viel Eingriff in die Natur ist legitim, wie viel Risiko zumutbar? Gerade der Blick in die Schweiz, wo ein Erdrutsch im Kanton Wallis beinahe ein ganzes Dorf begraben hat, zeigt, wie schwierig es ist, die richtige Balance zu finden.
20:15
Ein Kontinent greift nach den Sternen - und merkt schnell, dass der Weg ins All kein Spaziergang ist: In den 1960er Jahren bündeln westeuropäische Staaten erstmals ihre Kräfte, um zu den Supermächten USA und Sowjetunion aufzuschließen. Doch das ehrgeizige Projekt "Europa-Rakete" kostet Nerven: technische Probleme, politische Spannungen und fehlende Erfahrung bremsen den Fortschritt. Am Ende scheitert die Rakete - die dennoch einen Wendepunkt der europäischen Raumfahrt hin zur Erfolgsgeschichte ESA markierte. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte hinter diesem Griff nach den Sternen und blickt weit zurück. Denn die Raumfahrt begann als Traumpfad: Schon im 19. Jahrhundert entwerfen Autoren wie Jules Verne Visionen vom Flug ins All, bevor Wissenschaftler wie Hermann Oberth die Grundlagen liefern. Es folgt eine Zeit explosiver Experimente. Spätestens im Zweiten Weltkrieg wird die Technik zur Waffe - entwickelt unter extremen, teilweise brutalen Bedingungen und mit verheerenden Folgen. Nach 1945 sichern sich die Siegermächte das Wissen deutscher Ingenieure und treiben den Wettlauf ins All voran. Auch Frankreich und Großbritannien profitieren davon, nicht nur USA und Sowjetunion. Der Film verbindet historische Aufnahmen mit Experteninterviews und besucht eindrucksvolle Schauplätze. Parallel dazu begleitet er Studierende von heute bei ihrem eigenen Raketenprojekt. So entsteht ein vielschichtiges Bild von Visionen, Ambitionen und einem Projekt, das scheitert - und gerade damit den Grundstein für Europas Weg ins All legt.
21:45
Einige Monate nach dem Tod ihres Ehemanns wird Cathy 60. Das bringt ihr viele "lustige" Kommentare der Familie ein. Und wie immer sind alle Gäste mit sich selbst beschäftigt. Jason und Kelly planen umzuziehen, wenn auch nur ein paar Häuser weiter. Pauline träumt vom gesellschaftlichen Aufstieg. Maureen, Reg und Derek streiten um den richtigen Weg zum Pub, wo das Geburtstagsessen stattfindet. Einzig Michael hat sich große Mühe gegeben und kommt mit einem Kofferraum voller Geschenke. Aber wird er sich trauen, sie Cathy zu überreichen?
22:10
Es ist Ostersonntag. Jason und Kelly sind bei Kellys Tante eingeladen und Cathy hat eigentlich vor, mit Michael in Ruhe das Wohnzimmer auszuräumen, weil dort ein neuer Teppich verlegt werden soll. Jason ist jedoch der Meinung, seine Mutter sollte einfach mal einen Tag Zeit für sich haben und Michael den Tag lieber mit seiner eigenen Familie verbringen. Derek und Pauline kommen auf einen Sprung vorbei und ebenso Cathys Freundin Lyn, die in ihrer Jugend heiß begehrt war. Endlich sieht es so aus, als würde Ruhe einkehren, doch dann springt Dereks Auto nicht an und der Abschleppdienst lässt auf sich warten ...
22:40
Ein Familien-Grillnachmittag wie in alten Zeiten, als David, der ein wahrer Grillmeister war, noch lebte. Jason bemüht sich, seinem Vater nachzueifern, von der richtigen Reihenfolge, in der das Fleisch auf den Rost kommt, bis zu den traditionellen Sprüchen und Albernheiten. Derek und Pauline sind eingeladen und bringen Dereks Tochter Danielle mit, von der Reg und Maureen wenig begeistert sind. Aber auch Danielle kann mit der Verwandtschaft nicht viel anfangen. Kelly freut sich schon darauf, dass sie und Jason bald eine eigene Wohnung haben werden. Und Michael versucht, Cathy zu erklären, warum er sie ungern ins Gartencenter begleiten möchte ...
23:05
Cathy wird früh am Morgen von Kelly geweckt, die mit Jason in den Urlaub nach Zypern fliegen will. Kelly ist überdreht und verschüttet Milch in der Küche. Auch Pauline und Derek, Maureen und Reg sowie Kellys Mutter Carol kommen, um sich zu verabschieden. Michael will die beiden Urlauber zum Flughafen bringen, doch er wirkt abwesend ...
23:35
Maureen und Reg kommen zum Essen. Maureen hatte eine OP und Kelly hat ihr eine Karte gebastelt, doch der Name auf der Karte ist falsch geschrieben. Auch Derek und Pauline haben sich zum Abendessen angekündigt. Michael will Töpfe für Jasons neue Wohnung vorbeibringen, doch darauf ist Cathy nicht vorbereitet. Michael war schon länger nicht mehr zu Besuch ...