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TV Programm für ARTE am 18.08.2026

Die Maya 05:05

Die Maya: Untergang einer Hochkultur

Dokumentation

Die präkolumbianische Kultur der Maya existierte über 2.000 Jahre im Dschungel Mittelamerikas. Ihre Städte lagen im heutigen Mexiko, in Guatemala, Belize und Honduras. Die alten Maya waren eine der beeindruckendsten Kulturen auf dem amerikanischen Kontinent, sie entstand mitten in den Urwäldern. Die Maya bauten kolossale Pyramiden und verwinkelte Tempel, sie waren bewandert in Mathematik und Architektur. Wie konnte es ihnen gelingen, inmitten des Dschungels eine so beispiellose Zivilisation aufzubauen? Die Geschichte der Hochkultur kann nun dank neuer wissenschaftlicher Entdeckungen noch fundierter erzählt werden. Tief verborgen in verschiedenen Höhlen, die für die Maya Heimstatt der Götter waren, finden sich Nachweise. Die Analyse von Knochen aus Hunderten von Gräbern liefert außerdem wertvolle Hinweise auf Ernährung und geografische Herkunft der Maya, aber auch auf Umstände, die ihr Leben veränderten. Die Archäologen arbeiten mit einer Technologie namens LiDAR. Dieses System sendet Tausende Laserstrahlen unterschiedlicher Wellenlänge aus und misst die Zeit bis zur Rückkehr der reflektierten Strahlen. Die Laser sind in der Lage, das Dschungeldach zu durchdringen und hochauflösende Bilder des darunterliegenden Bodens aufzunehmen. So offenbart sich nicht nur die komplexe Herangehensweise der Maya bei der Errichtung ihrer gewaltigen Stadtstaaten, sondern auch der Zusammenbruch der Kultur. Es ist die Geschichte eines Kriegs, die Geschichte von intensiven Machtkämpfen zwischen den Gottkönigen und von Machtlosigkeit der Herrschenden angesichts klimatischer Veränderungen, die zum Zerfall führten. Dazu gehören auch unzählige Menschenopfer, die die Maya ihren Göttern darbrachten. Ihren Untergang konnten sie jedoch auch dadurch nicht verhindern.

360° Reportage 05:55

360° Reportage: Island: Seltsame Schätze aus dem Meer

Reportage

Im Fischerdorf Akranes, an der isländischen Westküste, bereitet sich der alte Fischer Eymar mit seiner kleinen Crew darauf vor, in See zu stechen. Der Fischfang unterliegt hier strengen Fangquoten, die jedes Jahr neu vom Fischereiministerium festgelegt werden. So sollen die Ressourcen geschützt werden. Die Zahl der Fischer nimmt stetig ab, denn nur noch wenige von ihnen besitzen diese begehrten Fanglizenzen. Sie werden von Generation zu Generation weitervererbt oder aber von den Familien weiterverkauft - zu Preisen, die für junge Nachwuchsfischer oft unerschwinglich sind. So ist der Fischfang in den Händen weniger Familien. Zu ihnen gehört Bootsbesitzer Eymar, der seit fast siebzig Jahren als Fischer arbeitet. Als kleiner, unabhängiger Anbieter hat er Anspruch auf 150 Tonnen Kabeljau und 30 Tonnen Seegurke pro Jahr. Für den Kabeljau braucht er etwa 16 Tage, für die Holothurien vier. Das heißt, dass er in knapp 20 Tagen sein jährliches Soll erfüllt hat und damit auch über die Runden kommt. Vor allem dank der Seegurken und der steigenden Nachfrage nach ihnen: Ihr Preis ist in den vergangenen Jahren gestiegen und liegt derzeit bei 90 Cent pro Kilogramm. Das rechnet sich bei 30 Tonnen. Abnehmer sind vor allem Kunden in China, wo Holothurien als Delikatesse gelten. Auch die Pharmaindustrie interessiert sich für die ungewöhnlichen Tiere aus der Tiefe. Ein Ende des lukrativen Seegurken-Booms ist nicht in Sicht.

Küchen der Welt 06:50

Küchen der Welt: Baskenland: Baskischer Kuchen

Essen und Trinken

(1): Die süße Delikatesse aus dem Baskenland: Gâteau basque (2): Kulinarische Mitbringsel (3): Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 07:20

Stadt Land Kunst: Togo / New York / Indien

Magazin

(1): Bella Bellow, Gesangsstar aus Togo (2): New York: Vorhang auf für das jiddische Theater (3): Brasilien: Monicas exotische Cupcakes (4): Indien: der blutrünstige Vasco da Gama

Stadt Land Kunst 08:05

Stadt Land Kunst: Armenien / Paris / Irland

Magazin

(1): Armenien: Susanna Harutyunyan und das Gedächtnis eines Volkes (2): Paris: Stadt der Bouquinisten (3): Usbekistan: Sahibas Rindseintopf (4): Irland: Draculas große Schwester

Fix und fertig: Wenn Essen süchtig macht 08:55

Fix und fertig: Wenn Essen süchtig macht

Dokumentation

In Anlehnung an den Bestseller "Gefährlich lecker" (2023) des Arztes Chris van Tulleken deckt der Dokumentarfilm "Fix und fertig: Wenn Essen süchtig macht" die oft unbekannten Schattenseiten gängiger Ernährungsgewohnheiten auf. Die heute existierende Vielfalt an hoch verarbeiteten Lebensmitteln ist Fortschritten im Bereich der Chemie und der Erforschung des Verbraucherverhaltens geschuldet. Diese von findigen Wissenschaftlern entwickelten und von Marketingexperten clever beworbenen Lebensmittel warten mit einer ganzen Reihe von Vorzügen auf: Sie schmecken nicht nur, sondern sind auch praktisch, lange haltbar und sehr kostengünstig. Doch immer mehr Studien stellen einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Fertigkost und schwerwiegenden Gesundheitsschäden her. Sie soll unter anderem für bestimmte Krebsarten, Demenzerkrankungen und Darmentzündungen verantwortlich sein. Nun enthüllen ehemalige Angestellte der Lebensmittelindustrie, wie diese Produkte gezielt unwiderstehlich gemacht werden. Dafür scheuen die Hersteller keine Mittel: So wird beispielsweise die "Köstlichkeit" von Eis mittels Messung der Hirnströme bewertet; sogar das Brechgeräusch der Waffel wird analysiert und optimiert. Der Konsum von Fertiggerichten explodiert und die Profite der Hersteller gehen durch die Decke. Doch strengere Kontrollen sind unverzichtbar. So haben einige lateinamerikanische Länder bereits die einschlägigen Bestimmungen verschärft. Beispielsweise konnte ein kolumbianischer Senator verpflichtende Warnhinweise auf Verpackungen und eine Sondersteuer für hoch verarbeitete Lebensmittel durchsetzen. Angesichts der gravierenden Folgen des Verbrauchs von Fertigkost stellt sich die Frage, ob sich die Menschen nicht besser und vor allem gesünder ernähren könnten, wenn sie wieder selbst kochen würden.

Flusskreuzfahrten 10:20

Flusskreuzfahrten: Von Potsdam nach Prag

Dokumentation

Wer von Potsdam aus mit einem Flusskreuzfahrtschiff die Havel auf dem Weg nach Prag bereist, der lernt das Wasserstraßenkreuz bei Magdeburg kennen, bevor es auf der Elbe Richtung Südosten weitergehen kann. Auf seinem Weg passiert das Schiff ein Gradierwerk, wo mit Sole aus großer Tiefe "weißes Gold" gewonnen wird. Meißen, Wittenberg und Dresden liegen auf der Route Richtung Prag und sind einen Abstecher wert. Und das älteste, noch mit Kohle beheizte Dampfschiff Europas lädt zu einem Ausflug ein. Ein Naturschützer führt zu den Elbebibern und zeigt ihre Bedeutung für die Erhaltung der Flussauen. Kletterer im Sandsteingebirge führen vor Augen, wie behutsam sie mit dieser Gebirgslandschaft umgehen müssen. Und am Zielort, der "Goldenen Stadt" Prag, geht es neben der altehrwürdigen Karlsbrücke auch um "urban farming".

Flusskreuzfahrten 11:05

Flusskreuzfahrten: Von Trévoux nach Arles

Dokumentation

In dieser Folge geht es auf Saône und Rhône von Trévoux nach Arles. In Lyon begleitet die Reisedokumentation einen Briefträger durch die sogenannten Traboules, verwinkelte und versteckte Gänge der städtischen Hinterhöfe, begegnet einem Künstler, der die Geräusche der Stadt erkundet, sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die Risse im Asphalt mit Mosaiken auffüllen. In den Nebenarmen der Vieux Rhône sind Libellenforscher unterwegs. Und in der Provence trifft man im Sommer auf Menschen, die zur Lindenblütenernte auf Bäume klettern, kann ein Schauspiel aus Farben und Düften auf Lavendelfeldern erleben und eine alte Wassermühle besuchen, in der Kastanien der Ardèche zu Mehl für Kastanienbrot verarbeitet werden. Ein junger Bauer in der Camargue setzt Entenküken aus, die in seinen Reisfeldern das Unkraut beseitigen sollen. Und der Domherr von Avignon führt auf den Turm der Kathedrale Notre Dame, während dort das Geläut von 35 Glocken im vollen Gange ist.

Küchen der Welt 11:55

Küchen der Welt: Georgien: Chatschapuri

Essen und Trinken

(1): Georgiens Antwort auf Pizza: Chatschapuri (2): Kulinarische Mitbringsel (3): Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 12:25

Stadt Land Kunst: Neuseeland / Mexiko / Japan

Magazin

(1): Das bunte Neuseeland von Keri Hulme (2): Mexiko: die Kunst der schwarzen Keramik (3): Madeira: Marias Polenta mit Bastardmakrelen (4): Japan: ein prähistorischer Schwindel

Stadt Land Kunst 13:10

Stadt Land Kunst: Schottland / Paris / New York

Magazin

(1): Schottland: Peter Pans Nimmerland (2): Paris: Ägyptens zweite Hauptstadt (3): Griechenland: Vassilis' gefüllte Auberginen (4): New York: Die ersten Elektroautos

Mord im Mittsommer 14:00

Mord im Mittsommer: Gefährliche Verbindungen

Krimireihe

Alexander Forsman ersetzt Kommissar Andreasson, der seinen Dienst im Polizeirevier Nacka quittiert hat. Alexander kommt aus Norwegen. Seit dem Verschwinden seiner Frau ist er mit seinem neunjährigen Sohn alleine. Beruflich hat er sich dem Kampf gegen Drogen verschrieben. Neu auf dem Markt ist ein chemisches Rauschmittel, das sich bei Jugendlichen großer Beliebtheit erfreut. In letzter Zeit werden der Polizei immer mehr Todesfälle gemeldet, die offenkundig durch die Partydroge verursacht wurden. Eines Nachts verschwindet Anna, die Tochter von Staatsanwältin Nora Linde. Sie bittet ihren neuen Kollegen um Hilfe. Alexander versucht zunächst, Vincent festzunehmen, einen jungen Dealer. Doch aus Mangel an Beweisen muss er ihn wieder laufenlassen. Bei der Suche nach Anna kommen sich die beiden Protagonisten auch privat näher. Werden sie die Dealer überführen können und Anna lebend finden?

Mord im Mittsommer 15:30

Mord im Mittsommer: Familiengeheimnisse

Krimireihe

Strömma Cement ist ein Familienunternehmen, das von Eva mit eiserner Hand geführt wird. Als sie erkrankt, soll ihre Tochter Jonna einen wichtigen Verkauf abwickeln. Das führt zu einem Konflikt mit ihrem Bruder Sebastian. Er ist als Geschäftsführer eingesetzt, doch Eva vertraut ihm nicht, da er spielsüchtig ist und sich bereits hohe Schulden angehäuft haben. So kontaktiert Sebastian hinter dem Rücken seiner Familie den Immobilienunternehmer Wilhelm Bauer. Die beiden sind befreundet und Sebastian möchte durch ihn schnell ein großes Geschäft abwickeln. Staatsanwältin Nora Linde ermittelt zeitgleich gegen Wilhelm Bauer wegen Bilanzfälschung und Geldwäsche. Bauers Firma kauft billige Industriegrundstücke an der Küste auf und wandelt sie in Luxuswohnanlagen um. Doch dann wird der Unternehmer plötzlich tot in seiner Villa aufgefunden ...

Kolumbien 17:05

Kolumbien: Der geheimnisvolle Südwesten

Land und Leute

Im Delta des Río Guajuí, im Südwesten Kolumbiens, fahren afrokolumbianische Muschelsammlerinnen bei Ebbe hinaus in die Mangroven. Dort suchen sie nach Piangua-Muscheln - eine nicht ganz ungefährliche Tätigkeit, denn ihren Lebensraum teilen die begehrten Pianguas mit giftigen Schlangen, Skorpionen, Kaimanen, Spinnen und stachelbewehrten Krötenfischen. Für Frauen wie Esneda Montaño bedeutet diese Arbeit Freiheit, Selbstbestimmung und die Hoffnung auf ein anderes Leben. Deshalb sammeln sie nicht nur Muscheln, sondern pflanzen auch junge Mangroven nach - Baum für Baum, gegen die Zerstörung ihrer Welt. In Guapi erklingt die Marimba, eine Art Xylophon. Ihr warmer, vibrierender Klang ist tief verwurzelt in der Geschichte der afrokolumbianischen Gemeinden. Die legendäre Familie Torres bewahrt die Musik der Vorfahren - und mit ihr Geschichten über Waldgeister, geheimes Wissen und die Klänge des Regenwaldes. Weiter oben, im kühlen Hochland der Anden, lebt das Volk der Misak. Für Menschen wie Yuli Yalanda ist die Erde kein Besitz, sondern ein lebendiges Wesen. Heilpflanzen, Tauschhandel und die Sprache der Ahnen prägen ihren Alltag. An der unwegsamen Pazifikküste wacht Hebamme Tomasa Rodríguez über werdende Mütter und Neugeborene. Hunderte Kinder hat Tomasa bereits auf die Welt gebracht, denn ein Krankenhaus gibt es nicht in den Dörfern im Dschungel. Hebammen sind hier Heilerinnen, Seherinnen, Psychologinnen - alles gleichzeitig. Wenn ein Baby geboren wird, sagt Tomasa, bekommt es seinen ersten Kuss von der Hebamme - und manchmal sogar seinen Namen.

Kolumbien 17:50

Kolumbien: Magisches Cauca

Land und Leute

"Kolumbien - Magisches Cauca" erzählt von Menschen, die zwischen der Pazifikküste und den Höhen der Anden leben. Kaum ein Land Lateinamerikas bietet eine derartige landschaftliche und kulturelle Vielfalt wie Kolumbien. In der weißen Kolonialstadt Popayán verwandeln Laura Urreste und Eduardo Semanate öffentliche Plätze in Tanzflächen. Mit ihrer Bewegung "Pachakuti" wollen sie Menschen zusammenbringen: Junge und Alte, Militärs und ehemalige Guerilla-Kämpfer, Indigene und Städter. Vor der Pazifikküste liegt Gorgona, eine ehemalige Gefängnisinsel und einer der artenreichsten Orte Kolumbiens. Biologinnen wie Laura Benítez und Gina Jiménez kämpfen dafür, dieses empfindliche Ökosystem zu schützen. Umso mehr, weil jedes Jahr Buckelwale an die Küste von Gorgona kommen, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Für die Biologinnen sind die Wale lebendige Erinnerung. Im Nationalpark Puracé, hoch oben in den Anden, wacht Doris Quira über die letzten Kondore des Vulkans. Für das Volk der Coconuco sind die mächtigen Vögel Boten zwischen den Welten. Gemeinsam mit dem Heiler Julio Caldón versucht sie, die Verbindung zwischen Menschen, Tieren und den Wesen an den Hängen des Vulkans zu bewahren. In Tierradentro begibt sich Marcos Rivera gemeinsam mit seinen Töchtern auf die Suche nach den verlorenen Wurzeln seiner Familie. Die Kultur der Nasa wurde über Jahrhunderte unterdrückt, viele Namen und Traditionen gingen verloren. Mit Hilfe des spirituellen Führers Larry Jeromito steigen sie hinab in mehr als tausend Jahre alte Grabkammern und suchen nach Antworten auf ihre Fragen.

Wildes Argentinien 18:30

Wildes Argentinien: Berge und Steppen

Natur und Umwelt

Wie ein steinernes Rückgrat ziehen sich die Anden durch den Westen Argentiniens. Sie sind das Reich des Pumas. Die anmutige Raubkatze durchstreift die atemberaubende Bergwelt auf der Suche nach Beute. Sie steht an der Spitze der Nahrungskette, doch Beute ist nicht leicht zu finden. In Höhen von über 4.000 Meter ist nicht nur Nahrung, sondern auch Sauerstoff knapp. Um hier zu überleben, haben einige Tiere besondere Strategien entwickelt: Flamingos verfügen über ein eingebautes Filtersystem, das ihnen erlaubt, sich von Kleinstlebewesen im hochgiftigen Wasser zu ernähren. Und auch Bergviscachas sind nicht wählerisch: Um mit der knappen Nahrung ihres kargen Lebensraumes auszukommen, fressen die Nager ihren eigenen Kot. Zu den Füßen des knapp 7.000 Meter hohen Aconcagua erstrecken sich die endlosen Weiten der argentinischen Pampa. Das Grasland ist die Heimat der Großen Maras, die ihre Jungen in unterirdischen Bauen zu Welt bringen. Am Rand der Steppe hat sich über Millionen von Jahren eine Wüste aus Stein geformt: der Nationalpark Talampaya. Patagonien am südlichen Ende Argentiniens ist bekannt für sein raues Wetter, seine schroffen Berge und seine mächtigen Gletscher. Regelmäßig brechen Eismassen, so groß wie Kathedralen, von der 70 Meter hohen Kante des Perito Moreno. Lange galt der Perito Moreno als einer der wenigen großen Gletscher, die nicht schrumpften, mittlerweile zieht auch er sich zurück. Das Leben in Argentiniens Bergen und Steppen erfordert Mut, Ausdauer und Kreativität. In dieser einzigartigen Wildnis ist jeder Tag ein Kampf ums Überleben.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.

Re: 19:40

Re:: Monteviasco, Italiens vergessenes Bergdorf

Reportage

Fast jedes Wochenende macht sich die 24-jährige Letizia Rubinato auf den Weg in das abgelegene Bergdorf Monteviasco. Sie arbeitet im Tal, doch ihre Mutter stammte aus Monteviasco, und Letizia liebt die Natur und das einfache Leben in den Bergen. Nur ein schmaler Pfad mit 1.442 Stufen führt hinauf ins Dorf. Seit die Seilbahn 2018 nach einem tragischen Unfall stillgelegt wurde, schleppen die Bewohner Lebensmittel, frische Wäsche oder Medikamente in Rucksäcken auf den Berg. Denn im Dorf gibt es weder einen Supermarkt noch einen Bäcker. Und ein neuer Seilbahnbetreiber ist auch nicht in Sicht. Einst lebten hier mehr als 300 Menschen. Doch die Zeiten sind vorbei, und mit dem Ende der Seilbahn verließen 15 Familien das Dorf. Letizia will sich aber mit dem langsamen Sterben des pittoresken Dorfes nicht abfinden. Sie träumt von einem Heimatmuseum und organisiert Veranstaltungen, um wieder Menschen nach Monteviasco zu locken und den Ort wiederzubeleben. Unterstützt wird Letizia von Laura Xota, die die einzige Herberge im Ort betreibt, aber zunehmend Probleme hat, weil Gäste wegen der Stilllegung der Seilbahn ausbleiben. Die beiden Frauen setzen große Hoffnung in das bevorstehende Heiligenfest, einer der Höhepunkte des Jahres. Die kleine Dorfgemeinschaft organisiert sogar Transporte per Helikopter, damit auch ältere Gäste und ehemalige Bewohner für die Feierlichkeiten anreisen können. Während der Vorbereitungen zum Fest trifft eine überraschende Nachricht ein: Die Seilbahn soll wieder in Betrieb genommen werden. Sieben Jahre Isolation sind endlich zu Ende.

Die Macht des russischen Geheimdiensts 20:15

Die Macht des russischen Geheimdiensts

Dokumentation

Pyotr Werzilow, Mitglied des Performance-Kollektivs Pussy Riot, erregt 2018 weltweit Aufmerksamkeit, als er gemeinsam mit Nika Nikulshina und anderen beim Finale der Weltmeisterschaft als politischer Flitzer auf das Spielfeld rennt. Wochen später wird Werzilow unter mysteriösen Umständen vergiftet und überlebt nur knapp. Für seine damalige Freundin Nika Nikulshina hat der Vorfall ein traumatisches Nachspiel. Kevin Lik wird als 17-jähriger Teenager in Sotschi verhaftet. Der Vorwurf lautet Spionage. Kevin hatte aus seinem Kinderzimmer heraus Fotos gemacht, die einen Militärparkplatz zeigen. Alexey Shmatko ist ein erfolgreicher Unternehmer in der russischen Stadt Penza - bis er Opfer von "Corporate Raiding" wird. Zusammen mit korrupten Beamten versucht der Geheimdienst FSB, von Shmatkos Firmengewinn zu profitieren. Als der Unternehmer die Kooperation verweigert, wird er wegen angeblicher Steuervergehen festgenommen. Andrei Soldatow gehört zu den wichtigsten russischen Investigativjournalisten unserer Zeit, kennt die inneren Strukturen des russischen Geheimdienstapparats wie kaum kein anderer. Er und andere Experten wie der Menschenrechtsanwalt Iwan Pawlow liefern Hintergründe zu Historie und Handeln des FSB und dessen Bedeutung für Wladimir Putin - der 15 Jahre für den KGB arbeitete. Der Film erzählt, mit welchen Methoden der FSB heute arbeitet und wie weit er die Gesellschaft kontrolliert.

Russland im Krieg 21:50

Russland im Krieg: Ein Land zwischen Propaganda und Widerstand

Dokumentation

"Russland im Krieg" ist ein außergewöhnlich intimer Dokumentarfilm über Menschen, die in einem Land leben, das seit dem Überfall auf die Ukraine im Ausnahmezustand ist. Vier Jahre lang begleitete das Filmteam Journalistinnen, Aktivistinnen, Freiwillige und Angehörige politischer Gefangener - Menschen, die Zeuginnen und Zeugen einer Gesellschaft sind, die sich unter Druck spaltet. Die Moskauer Fotojournalistin Julia riskiert trotz Zensur ihr Leben, um weiter über den Krieg in der Ukraine zu berichten. Maria, deren Mann an der Front ist, organisiert stille Proteste und gerät so ins Visier der Behörden. Alena glaubt an den russischen Sieg und sammelt Spenden für Soldaten an der Front. Der Künstler Nikolai und seine Frau dokumentieren Folter, Haft und den Zusammenbruch jeder Hoffnung. Der Film zeigt die Spannungen zwischen Glauben und Zweifel, Angst und Widerstand - und die fatalen Folgen eines Kriegs, der in jeden Winkel des privaten Lebens dringt. Gedreht über vier Jahre, ist "Russland im Krieg" ein eindringliches Zeugnis über Mut, Selbsttäuschung und das Ringen um Menschlichkeit in einem Land, dessen System brüchig geworden ist.

Belarus - Frauen im Widerstand 23:20

Belarus - Frauen im Widerstand

Dokumentation

Die belarussischen Wahlen 2020 waren bereits vor ihrem Beginn eine Farce: Systematisch ließ Diktator Alexander Lukaschenko Oppositionelle verhaften, um seine Macht zu sichern. Doch die Repressionen entfachten eine Protestbewegung, die niemand erwartet hatte. Im Zentrum standen Frauen - allen voran Swetlana Zichanouskaja, die sich trotz aller Widrigkeiten als Präsidentschaftskandidatin aufstellen ließ. Ihre ebenso mutigen wie besonnenen Aktionen legten den Grundstein für ein Aufbegehren in der gesamten Bevölkerung: Hunderttausende Belarussen demonstrierten friedlich für Freiheit, Demokratie und ein Ende der Diktatur. Die Bilder gingen um die Welt - doch für die belarussische Filmemacherin Volia Chajkouskaya, die im estnischen Exil lebt, waren diese Ereignisse mehr als bloße Schlagzeilen. Aus der Distanz beobachtete sie zunächst, wie sich das Land veränderte. Doch schnell wurde aus ihrem Dokumentarfilmprojekt eine persönliche Mission. Chajkouskaya begleitete drei Frauen, deren Schicksale symptomatisch für den Widerstand stehen: Nadeschda, Masha und Swetlana, deren Ehemänner in politischer Gefangenschaft saßen. Über fünf Jahre spannt der Film einen Bogen zwischen zwei Perspektiven: der kollektiven Erfahrung eines Volkes, das sich gegen Unterdrückung auflehnt, und der persönlichen Reise der Regisseurin, die von der neutralen Beobachterin zur engagierten Chronistin wird. Chajkouskaya filmt nicht mehr nur die Proteste - sie wird Teil von ihnen. Doch selbst wenn das Ende offenbleibt - die Stimmen, denen Chajkouskaya Gehör verschafft, sind nicht mehr zum Schweigen zu bringen.