05:15
Der Musikladen von Radio Bremen hatte schon viele prominente Gäste: Dazu zählten ABBA, Boney M., The Jacksons, Donna Summer, Chic, Ike & Tina Turner, Kool & The Gang sowie Robin Gibb. Im Rahmen des "Summer of Disco" bringt ARTE die größten Disco-Hits aus dem Musikladen zurück auf den Bildschirm: "Disco Never Dies! - Musikladen-Hits für die Ewigkeit". Die 90-minütige Sendung zeigt die Auftritte von damals noch einmal: "Dancing Queen" von ABBA, "Daddy Cool" von Boney M., "Le Freak" von Chic. Der junge Michael Jackson begeistert mit seinen Brüdern und "Blame It On the Boogie" das Musikladen-Publikum. Auch mit dabei sind ein bislang ungesendeter Auftritt von Edwin Starr mit seinem Song "Contact" und Gloria Gaynor mit ihrem Mega-Hit "I Will Survive". Der "Musikladen" von Radio Bremen war eine legendäre Musiksendung von Radio Bremen, die von 1972 bis 1984 im deutschen Fernsehen lief. Als Nachfolger des "Beat-Clubs" prägte sie die Jugend- und Musikkultur einer ganzen Generation. Zahlreiche nationale und internationale Stars traten dort auf und machten die Sendung zu einem prägenden Bestandteil der Musik- und Fernsehgeschichte der 1970er und frühen 1980er Jahre. Regisseur und Mastermind des "Musikladens" war Mike Leckebusch, der schon in den Vorjahren durch den "Beat-Club" von Radio Bremen große Bekanntheit erlangte. Er war Vorreiter in der Umsetzung von Musikformaten im deutschen Fernsehen und schuf mit noch nie da gewesenen Videoeffekten eine ganz eigene Bildsprache und setzte jeden Auftritt einmalig in Szene.
06:50
(1): Pasta mit Bohnen - traditionell italienisch (2): Kulinarische Mitbringsel (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): Albert Londres, Spezialgesandter in Japan (2): Indien: die Kunst des Kathakali (3): Lille: Philippes Welsh (4): Irland: die Pubs bleiben flüssig
08:05
(1): Florenz: Die Rückkehr von Hannibal Lecter (2): Friluftsliv - Norwegen an der frischen Luft (3): Drôme: Christines Ratatouille und Forelle (4): Indien: Vom Dorf in den Königspalast
08:55
Irlands Norden gilt mit seinen abwechslungsreichen Küsten als besonders ursprünglich. Mit weitläufigen Sandstränden und Dünenlandschaften, Moor- und Grasland, der kargen Insel Arranmore und den Brandungspfeilern vor den steil abfallenden Küsten im Atlantik zeigen sich atemberaubende Naturkulissen. Es ist eine wenig vom Menschen beeinflusste ursprüngliche Landschaft - auch heute noch ein echter Geheimtipp. Während der Nordwesten der Insel Teil der Republik Irland ist, gehört der Nordosten zu Großbritannien. Besonders im felsigen Nordwesten Irlands spielt sich das Leben hauptsächlich an der Küste ab. Das Leben hier ist geprägt von Tradition und Handwerk und genauso abwechslungsreich wie die Landschaft selbst. Das Reiten irischer Zuchtpferde ist auf den weitläufigen Sandstränden ein Gemeinschaftserlebnis und für die Iren ein sozialer Kitt quer durch alle Schichten. In Antrim, auf gewaltigem weitem Grün, wird schon seit den ersten Siedlern Schafzucht betrieben. Es ist die am dichtesten mit Schafen besiedelte Region in Europa, ein traditionelles Handwerk bis heute - ebenso wie die Fischerei zur See oder die Instandhaltung einer hundert Jahre alten Schutzmauer oben in den höchsten Bergen Nordirlands. Für die Extremkletterer an den steilen Klippen in der wilden Landschaft Donegals wie für die Einwanderer auf der Suche nach dem Inselidyll hält die Natur stets Herausforderung und Abenteuer bereit. Trotz der oft schwierigen Lebensbedingungen finden die Menschen überraschende Wege, diesen zu trotzen.
09:40
Die steilen Klippen sind das Wahrzeichen Irlands und die Cliffs of Moher eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Irlands rauer Westen ist vor allem vom Rückgang der letzten Gletscher geprägt. Der Burren war einst ein Korallenriff und ist heute ein einzigartiger Naturraum mit unterirdischem Fluss- und Höhlensystem. Dort haben sich seltene, teils arktische, teils mediterrane Pflanzen angesiedelt. In der Region wollen junge Landwirte mit nachhaltiger Viehzucht die natürliche Artenvielfalt erhalten. Vor den Küsten der Region Connemara gewinnen Forschende Wissen über das maritime Leben und suchen innovative Wege, um das Meer als Nahrungsquelle zu nutzen. Weiter draußen vor der Küste liegen die Aran-Inseln. Inishmore, Inishmaan und Inisheer trotzen dem rauen Atlantik. Auch hier wird von der Natur gelernt und von der Kultur gelebt. Noch immer wird das karge Land auf traditionelle Weise bestellt, Trockenmauern bieten Kühen und Schafen Schutz vor den strengen Winden. Das irisch-gälische Brauchtum wird auf den Inseln besonders gepflegt. Hier wird die uralte irische Sprache keltischen Ursprungs gesprochen und an die nächste Generation weitergegeben. Die wilde Landschaft des irischen Westens ist über Jahrtausende von Menschen geformt. Hochmoore überdecken wie ein Teppich die Überreste früher Besiedlung. Im County Mayo finden Archäologen prähistorische Geheimnisse wie Mauerreste und Einfriedungen im Hochmoor. Auch wenn der Einzug der Moderne vieles verändert hat, bewahren die Bewohnerinnen und Bewohner des Westens ihre Traditionen und lassen alte Bräuche wiederaufleben.
10:20
Im Süden herrscht das mildeste Klima der irischen Insel, und das hat Auswirkungen auf das Leben vor Ort. Durch den Golfstrom und die geschützte Lage zwischen hohen Bergen wirkt die Landschaft grüner, paradiesisch und ausgesprochen fotogen. In den Countys Cork und Kerry ganz im Südwesten ragen bergige Halbinseln in den Atlantik. Die Dörfer sind bunt und belebt. Abseits des regen Lebens ist die Pacht der Inselherberge auf Great Blasket attraktiv. Zahlreiche ausländische Bewerberinnen und Bewerber melden sich alljährlich auf die ungewöhnliche Stellenausschreibung. Rotwild zeigt sich in den hohen Gebirgsebenen des Killarney-Nationalparks und vor der Küste der Iveragh-Halbinsel finden verschiedene Walarten und seltene Riesenhaie, die im Sommer im Atlantik anzutreffen sind, ausreichend Nahrung. Ganz im Kleinen bringen die Bienen der nachhaltigen Bio-Farm auf der Dingle-Halbinsel das Land zum Aufblühen und ermöglichen eine natürliche, fast ganzjährige Ernte von einheimischen Gemüsesorten. Bei einem Flug über Land wird klar, dass die Beara-Halbinsel mit ihrer mystischen Landschaft in unzähligen Grüntönen und verträumten Seen dem Klischeebild der Grünen Insel am nächsten kommt. Das Mikroklima ermöglicht auf natürliche Weise eine Art gemäßigten Regenwald von hohem ökologischem Wert. Hier wachsen Farne, Moose und Flechten. Einst sahen weite Teile von Irland so aus. Der Einfluss des Klimawandels und die Balance der Artenvielfalt sind für Parkranger und Biologen tägliche Herausforderung. Sie schützen die einzigartigen, gefährdeten Naturräume.
11:05
Mit der Hauptstadt Dublin ist die östliche Region der Insel ein Zentrum der Kultur, aber auch der Geschichte. Hier treffen das alte und neue Irland zusammen. Dublin präsentiert sich als moderne internationale IT- und Wirtschaftsmetropole. Nur wenige Kilometer außerhalb liegen Zeugnisse aus prähistorischen Zeiten: die keltischen Hügelgräber Newgrange und Knowth. Aus der Luft zeigt sich eindrucksvoll, dass sie in ihrer Bedeutung nicht weit von den ägyptischen Pyramiden entfernt sind. Die Wände und Mauern sind übersät mit 5.000 Jahre alten Gravuren. Diese keltischen Motive bergen Geheimnisse, die Archäologinnen und Archäologen bis heute zu lüften versuchen. Von den Ebenen im Osten Irlands aus kolonialisierten die Engländer das Land über Jahrhunderte. Noch immer sind ihre Einflüsse in Architektur und Alltag spürbar. Die große Kunst des Gartenbaus hat ihren Ursprung in den englischen Herrenhäusern und hat vor allem im County Wicklow ihre Spuren hinterlassen. In bunter Farbenpracht lässt sich hier nachvollziehen, warum Gärtnern heute zu einem beliebten Hobby der Iren geworden ist. Irlands längster Fluss, der Shannon, auf dem einst die Wikinger in das Land einfielen, zieht sich durch das Zentrum der Insel. Mittlerweile ist der Fluss zur Heimat vieler Freizeitkapitäne geworden: eine eingeschworene Gemeinschaft. Die uralte Geschichte mit ihren verschiedenen Einflüssen ist im Osten der irischen Insel allgegenwärtig. Dort, wo das alte und das moderne Irland aufeinanderprallen, entsteht ein neuer Zeitgeist. So manche altgediente Tradition muss neuen Ideen weichen.
11:55
(1): Koreanisches Barbecue mit exquisitem Hanwoo-Rind (2): Nostalgiegeschmack: Jong Tai, ein Koreaner in Italien (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Michel Le Bris' reiselustige Bretagne (2): Durch Japans Adern fließt Lack (3): Usbekistan: Sunnats mariniertes Hammelfleisch (4): Niederlande: Mit dem Fahrrad Richtung Zukunft
13:10
(1): Jacques Higelin - der Gaukler von Paris (2): Südkorea: Das Erbe der Schamanen (3): Zypern: Georgias Ravioli mit Schweinefleisch (4): Irland: Verliebt auf der Titanic
14:00
Für den bekennenden Kommunisten Franz Walter lässt es sich sehr gut leben in der DDR. Zumal als dem aufstrebenden Akademiker eine unerwartet frühe Professur und eine moderne Wohnung im Zentrum Ost-Berlins in Aussicht gestellt werden. Im Gegenzug unterstützt Franz für ein Jahr den Auslandsnachrichtendienst der DDR, die Hauptverwaltung Aufklärung (HVA), und verpflichtet sich zu uneingeschränkter Systemtreue. Als er mit seiner Verlobten Corina seine neuen vier Wände betritt, meint Franz, das große Los gezogen zu haben. Auch in seinem neuen Vorgesetzten Dirk findet er schnell einen Freund und Mentor. Sein erster Einsatz führt Franz nach Hamburg. Ziel ist es, einen geflüchteten Fußballspieler zu beschatten. Ruf und Ehre der DDR stehen auf dem Spiel. Anfangs sind seine Ermittlungen erfolgreich, doch Franz verstrickt sich immer tiefer in die Zersetzungsmethoden der DDR. Vor erpresserischen Mitteln bis hin zur psychischen Zerstörung schreckt das Regime nicht zurück ... Franz fühlt sich zunehmend unwohl und beginnt den Rückzug in die Isolation. Corina ringt um das Vertrauen ihres Ehemanns, während seine HVA-Kollegen zu immer drastischeren Mitteln greifen. Mittlerweile innerlich zermürbt, zieht Franz die Reißleine. Er will aufhören, doch der Geheimdienst will ihn nicht gehen lassen. Bald ist Franz bereit, alle Grenzen zu überschreiten - und alles zu riskieren. Er will geheime Unterlagen entwenden und sie nach seiner Flucht in den Westen an den Bundesnachrichtendienst (BND) übergeben. Doch so weit kommt es nicht; der Plan fliegt auf. Der Überlebenskampf gegen ein erbarmungsloses System beginnt ...
16:10
Der "Tren a las Nubes" - der "Wolkenzug" - fährt im Norden von Argentinien über schwindelerregende Viadukte und tiefe Täler. Eine technische Meisterleistung in den Anden und eine atemberaubende Fahrt durch eine spektakuläre Landschaft. 27 harte Jahre lang arbeiteten sich Arbeiter aus aller Welt durch das steinige Gelände, bis 1948 die damals höchste Bahnstrecke auf 4.220 Metern endlich fertiggestellt werden konnte. Nun konnten die reichen Bodenschätze und landwirtschaftliche Erzeugnisse der Region endlich von Salta bis an die chilenische Küste, nach Antofagasta, transportiert werden. Entlang der Bahnstrecke haben sich Nachfahren indigener Stämme Nordargentiniens angesiedelt. Sie leben von dem, was die karge Natur zu bieten hat, und von den Touristen, die mit dem Zug vorbeikommen. Doch seit nur noch der Cargozug und nicht mehr der "Wolkenzug" vorbeikommt, müssen sie bis nach San Antonio de los Cobres reisen, um ihre Produkte zu verkaufen. Wenn sich dann der Zug mit großem Getöse in Bewegung setzt, ist die Freude riesig. Sogar über die dicken schwarzen Qualmwolken, die die in die Jahre gekommene Diesellok ausstößt, wenn sie sich keuchend und stampfend durch das Altiplano von Argentinien bewegt, bis zum berühmten Viadukt La Polvorilla. Auch wenn regelmäßig Erdbeben den Boden dieser Region erschüttern, lässt sich der "Wolkenzug" davon in der Regel nicht aus der Spur bringen. Die Dokumentation folgt der Spur der Gleise und den monumentalen Viadukten auf der Bahnstrecke Ramal C-14 von Salta durch die "Wüste des Todes" bis in das halbverlassene Wüstendorf Tolar Grande.
16:55
Von Chennai im Norden nach Rameswaram im Süden sind die Reisenden rund zehn Stunden auf den als heißesten geltenden Schienen Indiens unterwegs. Die Bahn streift Vogelreservate, durchquert Reisfelder, hinter denen die Kalvarayan Hills zu entdecken sind, und überquert den Kaveri, den "Ganges des Südens", auf dem Weg zur wohl gefährlichsten Eisenbahnbrücke des Indischen Ozeans: der Pamban-Brücke, auch "Königin der indischen Brücken" genannt. Sie verbindet das indische Festland mit Rameswaram auf der Insel Pamban. Schon 1870 wollte die damalige britische Regierung eine Brücke bauen, doch erst 1911 wurde mit dem Bau begonnen, der 1914 fertiggestellt wurde. Die Pfeiler der Brücke stehen im Salzwasser und das gesamte Bauwerk ist von starker Korrosion bedroht. Zusätzlich rütteln Wirbelstürme und hohe Windgeschwindigkeiten am Stahlgerüst. 1964 wurde die Brücke von einem 240 Stundenkilometer schnellen Zyklon zerstört, durch den über hundert in der Nähe lebende Menschen ihr Leben verloren. Eine große Verantwortung für die Lokführer, die auf der gesamten Strecke wachsam sein müssen - denn nicht nur Passanten, Motorroller oder Autos kreuzen überraschend die Fahrbahn, auch heilige Kühe machen es sich gern auf den Schienen gemütlich. Die Dokumentation begleitet den "Rameswaram Express" auf seiner Fahrt von Chennai, der Hauptstadt Tamil Nadus im Norden, bis zu ihrem Höhepunkt, der Überquerung der Pamban-Brücke, nach Rameswaram im Süden. Atemraubende Luftaufnahmen erzählen die Geschichte einer architektonischen Meisterleistung in der Welt der Eisenbahn.
17:40
Das Chagos-Archipel mitten im Indischen Ozean ist Teil des größten Korallenatolls der Welt. Die Artenvielfalt unter Wasser ist enorm. Eine internationale Forschungsexpedition erkundet die einsamen Inseln und Riffe. Fernab von jedem Kontinent suchen Wissenschaftler nach Antworten auf entscheidende Fragen: Wie gesund sind Korallenriffe dort, wo es kaum menschliche Einflüsse gibt? Welche Arten kommen vor: im Wasser und an Land? Und welche Folgen hat der Klimawandel selbst in einem so entlegenen Inselparadies? Die fast 60 Inseln sind britisches Überseegebiet. Auf der größten Insel Diego Garcia betreibt die USA eine Militärbasis - der Rest des Archipels ist unbewohnt. Auf vielen Inseln haben noch nie Menschen gesiedelt, bis heute gehören sie dem Palmendieb, dem größten landlebenden Krebs, und gewaltigen Vogelkolonien. Auf anderen Inseln haben sich Ratten ausgebreitet: eine Katastrophe für die Seevögel. Für die Forschenden sind die Inseln ein riesiges Freiluftlabor. Hier haben sie herausgefunden, dass der Guano - der Vogelkot - auch den Korallenriffen nutzt. Die Forschung im Chagos-Archipel hat große Bedeutung auch für andere Regionen der Welt. Denn fast überall stehen Korallen unter Hitzestress. Mehr als die Hälfte der Riffe ist stark gefährdet - und Forschende versuchen, den Korallen zu helfen. Am Roten Meer arbeiten Meeresbiologen aus Saudi-Arabien und Deutschland gemeinsam an neuen Therapien für die Korallen. Im Labor wirken die Ansätze, doch werden die Forschenden auch im offenen Ozean erfolgreich sein? Können ihre Ansätze das Korallensterben bremsen - oder gar stoppen?
18:35
Wie sehr der Natur der Seychellen von Menschenhand geschädigt wird, zeigt sich nicht nur an den rasch wachsenden Müllbergen, sondern auch an den schrumpfenden Mangrovenwäldern und den immer häufiger durch Korallenbleiche gefährdeten Riffen. Der ansteigende Meeresspiegel bedroht die Koralleninseln mit ihrem Untergang und die Granitinseln mit dem Verlust der Strände und wirtschaftlichen Infrastruktur. Das politische Konzept der "Blue Economy", einer auf dem Meer und seinen Ressourcen beruhenden Wirtschaftsform, verbindet nachhaltiges Wirtschaften mit Natur- und Artenschutz. Zahlreiche NGOs, engagierte Naturschützer und Meeresbiologinnen unterstützen die staatlichen Initiativen zum Erhalt der Natur als eigentliche Lebensgrundlage von Staat und Bevölkerung. Einige versuchen, die Mangrovenwälder als wichtgsten Schutz gegen Küstenerosion und Extremwetterereignisse zu erhalten und möglichst wieder aufzuforsten. Andere widmen sich der Restaurierung von Korallenriffen - den "Kindergärten" vieler Meeresbewohner - oder dem Überleben seltener Vogelarten, wie dem Seychellenparadiesschnäpper.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Wenn es nach Anwältin Meltem Zorba ginge, würde kein einziger Hund mehr auf türkischen Straßen leben. Zu gefährlich, sagt sie. Mit ihrem Verein "Sichere Straßen" dokumentiert sie Fälle von Streuner-Angriffen auf Menschen, vor allem Kinder. Einer davon ist der des zehnjährigen Tunahan, der im Dezember 2023 in Ankara von einem Hunderudel angegriffen und stark verletzt wurde. Er verlor große Teile seiner Haut und musste mehrfach operiert werden. Nun kämpfen Zorba und ihr Verein dafür, dass alle Straßenhunde im Land eingesammelt werden. Im Sommer 2024 verabschiedet die Erdogan-Regierung schließlich eine Gesetzesänderung. Diese sieht vor, dass die geschätzt vier Millionen Streuner im Land eingefangen und in Tierheimen untergebracht werden. Aggressive oder kranke Tiere sollen sogar eingeschläfert werden. Tierschützerinnen wie Elif Göktepe sind entsetzt über das neue Gesetz. Sie fürchten, dass Streuner nun großem Leid ausgesetzt werden. Monatelang protestieren Elif und ihre Mitstreiter gegen das Gesetz und versuchen zugleich so viele Tiere wie möglich zu retten. Denn tatsächlich häufen sich plötzlich Fälle von Gewalt gegen Straßentiere. Für die einen gehören Straßentiere seit Jahrhunderten zur Kultur des Landes - während andere sie als große Bedrohung wahrnehmen ...
20:15
Seit 20 Jahren arbeiten Bruno und Malik im Großraum Paris mit Menschen, die durch das gesellschaftliche Raster fallen. Bruno leitet eine private Einrichtung für schwer autistische Kinder und Jugendliche, die von staatlichen Heimen oft abgewiesen werden. Malik bildet junge Männer aus schwierigen sozialen Verhältnissen zu Betreuern aus und bindet sie in die tägliche Arbeit mit den Schützlingen ein. Gemeinsam schaffen die beiden ein ungewöhnliches Netzwerk, das dort einspringt, wo das System nicht mehr weiterweiß. Dabei geraten vor allem zwei Jugendliche in den Blick: Joseph, der Fortschritte gemacht hat, aber in der Métro immer wieder die Notbremse zieht, und Valentin, dessen heftige Selbstverletzungen jede Betreuung zur Herausforderung machen. Zugleich wächst die Verantwortung für die jungen Betreuer, die bei Malik eine neue Perspektive finden sollen. Doch je erfolgreicher und bekannter Brunos und Maliks Institution wird, desto stärker geraten ihre Methoden unter Druck. Die Gesundheitsbehörde prüft die Arbeit der Einrichtung kritisch; Vorschriften und Kontrollinstanzen drohen das innovative System zu kippen. Nach ihren Erfolgen "Ziemlich beste Freunde" und "Heute bin ich Samba" überzeugen die Regisseure Eric Toledano und Olivier Nakache auch hier durch ihre Nähe zu den Figuren und den feinen Humor. Viele Rollen sind mit Laien und jungen Menschen mit Autismus besetzt. So verbindet der Film soziale Dringlichkeit mit dokumentarischer Genauigkeit und großer Menschlichkeit.
22:05
"Y.M.C.A." von der Band Village People zählt zu den größten Hits der Popgeschichte. Die Abkürzung bezieht sich auf den Namen der christlichen Bewegung "Young Men's Christian Association". Die Dokumentation erzählt die Geschichte hinter dem Welterfolg und zeigt, wie zwei Franzosen die Band mit dem uramerikanischen Image erfanden und zu Weltstars machte. Ausgangspunkt ist das krisengeschüttelte New York der 1970er Jahre, von wo aus sich Disco aus Underground Clubs schnell zum Massenphänomen entwickelte. Auch die beiden französischen Musikproduzenten Henri Belolo und Jacques Morali sind begeistert von der neuen Musik. In New York gründen sie die Village People: Sechs Sänger und Tänzer, die mit ihren Kostümen das popkulturelle Amerika verkörpern. "Jacques und Henri waren fasziniert von Hollywood und dem Mythos von Amerika", erklärt Randy Jones, der Original-Cowboy der Village People, im Film die Idee hinter den ikonischen Outfits. Produzent Morali ist homosexuell, und auch die Band umgibt das Image einer Gay-Group: Sie spielen mit queeren Codes, erobern den Mainstream und werden wahlweise als Vorbilder der LGBTQI+-Bewegung gesehen oder für den Ausverkauf einer Underground-Kultur verantwortlich gemacht. Auch die Entstehung ihres größten Hits "Y.M.C.A." bildet diese Gegensätze ab. Doch mit dem Ende der Siebziger Jahre kommt es zum Backlash: Bei der Disco Demolition Night werden Tausende Platten zerstört - es ist das Ende der Disco-Ära und auch die Glanzzeit der Village People ist nun vorbei. Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen und erzählt die faszinierende Geschichte einer Band zwischen Kult und Kommerz.
23:00
In den 1970er Jahren erlebten die USA einen tiefgreifenden Kulturwandel, den der rasante Aufstieg der Discomusik zusätzlich beschleunigte. Disco entstand ab 1974 aus Funk, Phillysound und lateinamerikanischen Rhythmen. Zunächst war sie vor allem in Schwulenclubs zu Hause. Den Durchbruch im Mainstream brachte 1977 der Film "Saturday Night Fever" mit John Travolta: Von da an wurde Disco zur Lieblingsmusik vieler Amerikanerinnen und Amerikaner und verdrängte den Rock von seiner Spitzenposition. Dabei war Disco mehr als ein Musikstil; sie wurde auch zum Ausdruck einer Pride-Bewegung diskriminierter Minderheiten. Viele Rockfans hielten Disco dagegen für seicht und oberflächlich. "Disco war elektronische Musik, und Discofans mochten Clubs, in die man nicht reinkam, wenn man nicht schick genug angezogen war", sagte Lee Abrams, Erfinder des Rundfunkformats "Album Oriented Rock" (AOR). "Rocker hingegen mochten Riesenkonzerte mit echten Drummern und echten Gitarristen. Ihre Uniform war Jeans und T-Shirt. Rocker fanden Disco vor allem deshalb blöd, weil sie sich bedroht fühlten." Ihren Höhepunkt erreichten diese Spannungen am 12. Juli 1979 bei der "Disco Demolition Night" während eines Baseballspiels in Chicago mit rund 50.000 Rockfans, die meisten waren eigens dafür angereist. Bereits während des ersten Spiels flogen Disco-LPs wie Frisbees von den Rängen, mehrere Menschen wurden getroffen und verletzt. Als die Veranstalter zwischen den beiden Spielen eine Kiste mit Disco-Alben sprengten, stürmten die meist weißen Disco-Gegner das Spielfeld, zertrampelten den Rasen und beschädigten die Technik. Erst die Polizei brachte die Lage wieder unter Kontrolle. "Disco sucks! - Amerikas erster Kulturkampf" handelt deshalb von weit mehr als Musik. Die Dokumentation zeigt, wie die mächtige Anti-Disco-Bewegung eine kulturelle Spaltung offenlegte, die auch von Rassismus und Homophobie geprägt war.
23:50
Ende der 1970er Jahre lief dieser Hit vermutlich in allen Gay-Clubs von San Francisco. Sylvesters androgyne Stimme machte "You Make Me Feel" zu einer Disco-Hymne für homosexuelle Selbstbehauptung und queere Sichtbarkeit.
23:55
Olivia, eine junge Frau, die im Ausland lebt, kehrt in ihre Heimatstadt in Mexiko zurück - in der Hoffnung, mit ihrer Vergangenheit ins Reine zu kommen. Doch die Gewalt, die sie in ihrer Kindheit miterlebt hat, hat nicht nachgelassen, und die Reise ruft Erinnerungen wach, mit denen sie sich unmöglich versöhnen kann.