04:10
Staatsschulden wirken auf den ersten Blick wie ein Widerspruch: Während Privatpersonen ihre Kredite irgendwann tilgen müssen, "rollen" Staaten ihre Schulden oft einfach weiter. Sie zahlen fällige Anleihen zurück, indem sie neue ausgeben. Das funktioniert aber nur, solange Investoren Vertrauen haben, die Wirtschaft wächst und die Zinslast tragbar bleibt. Entscheidend ist dabei nicht nur die Höhe der Schulden, sondern auch, wofür sie verwendet werden. Kredite für Bildung, Infrastruktur oder die Energiewende können künftiges Wachstum ermöglichen. Schulden, die ausschließlich den laufenden Konsum finanzieren, sind deutlich riskanter. Diese "42"-Folge schaut auf historische Krisen und aktuelle Beispiele: In Griechenland löste ein Vertrauensverlust eine Abwärtsspirale aus, während Japan trotz extrem hoher Verschuldung stabil bleibt, da die Schulden überwiegend im Inland gehalten werden. Die USA profitieren von der Sonderrolle des Dollars als globale Leitwährung - Zentralbanken, Ratingagenturen und politische Konflikte sind dabei ebenfalls von Bedeutung. Denn es gibt keine magische Grenze, ab der Schulden automatisch zu viel werden. Kritisch wird es, wenn Zinsen dauerhaft schneller steigen als die Wirtschaftsleistung oder wenn Regierungen ihren Spielraum für Krisen bereits in guten Zeiten verbrauchen. Schulden sind kein Goldesel, sondern ein riskantes Werkzeug, das verantwortungsvoll eingesetzt werden muss.
05:30
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.
06:20
Die größte der griechischen Inseln ist nicht nur ein Touristenmagnet - junge Menschen suchen hier dauerhaft ihr Glück. So auch Tina Paidis und Voltas Christodoulidis. Beide sind von Athen nach Kreta gezogen, um sich ein neues Leben aufzubauen. Heute sind sie Geschäftspartner und betreiben gemeinsam eine kleine Genossenschaft für ökologische Erzeugnisse von der Insel. Das Herz ihrer Kooperative: Karob. Karobbäume, auch bekannt als Johannisbrotbäume, wachsen überall auf der Insel. Sie sind robust und klimaresistent. Ihre Früchte, die Karob-Schoten, stecken voller wertvoller Nährstoffe und Vitamine. So findet man sie in der Küche: als Zwieback im traditionellen Dakos-Salat oder als Tortenboden. Und der Karobsirup eignet sich nicht nur zum Verfeinern von Süßspeisen.
06:50
In den letzten zehn Jahren kam es in der Arktis zu mysteriösen Ereignissen: Menschen sahen, wie die Erde "explodierte" und enorme Felsbrocken in die Luft geschleudert wurden. In der Landschaft zeugen klaffende Löcher von den Explosionen. Das größte von ihnen hat einen Durchmesser von fast 25 Metern und ist etwa 50 Meter tief - ein 15-stöckiges Gebäude fände darin Platz. Die Forschung sucht nach Erklärungen für diese seltsamen Geschehnisse ... Beobachtungen eines internationalen Teams von Forschenden mit Sitz in Sibirien zufolge führt das Tauen des Permafrostbodens zu einem bedeutenden Ausstoß von Methan. Dieses potente Treibhausgas verwandelt ganze Landstriche in Zeitbomben. In Alaska haben andere Wissenschaftler einen See entdeckt, auf dessen Oberfläche Methanblasen schwimmen und zerplatzen. Sie entstehen durch das rasante Schmelzen des Seebodens, in dem das Gas normalerweise gebunden ist. Die lokale Bevölkerung sieht, wie sich vor ihren Augen eine Landschaft wandelt, die jahrhundertelang unverändert war. Wie wird sich diese neue Situation auf das Klima auswirken?
07:45
Mehrere Dutzend Forschende des französischen Meeresforschungsinstituts Ifremer ergründen auf der Mission "Bicose 3" in bis zu 3.500 Metern Tiefe die unzugänglichsten Orte der Tiefsee. 45 Tage lang untersuchen sie an Bord des Expeditionsschiffes "Pourquoi Pas ?" sowie mit dem Tiefsee-U-Boot "Nautile" unberührte Ökosysteme und gewinnen zahlreiche Erkenntnisse. Es ist ein Projekt, das sich durch seine Einzigartigkeit, den Einsatz moderner Technologie und internationale Zusammenarbeit auszeichnet. Bis heute ist nur wenig über die Tiefsee bekannt. Doch eines ist sicher: In der Nähe der aktiven hydrothermalen Quellen entlang des Mittelatlantischen Rückens wimmelt es von Leben - in völliger Finsternis, unter extremen Druck- und Temperaturbedingungen. Es wird geschätzt, dass sich rund 80 Prozent der marinen Biomasse in der Tiefsee befindet und ein Großteil davon noch unerforscht ist. Es geht also um viel. Doch diese unberührte Natur ist in Gefahr: Im Gebiet um erloschene hydrothermale Quellen liegen Millionen Tonnen von seltenen Erden und Mineralien, die Begehrlichkeiten in der Industrie geweckt haben. Angesichts dieser Bedrohung liefern sich die Forschenden einen Wettlauf gegen die Zeit. Ozeanografische Expeditionen nehmen zu, um diese besonderen Lebensräume zu verstehen und zu schützen.
08:40
Stellen wir uns vor, wir könnten die Zeit zurückdrehen. Lange bevor die erste Fabrikuhr schlug, widmeten Jäger und Sammler nur etwa 15 bis 20 Stunden pro Woche der Sicherung ihres Überlebens. Ein Pensum, von dem moderne Teilzeitkräfte nur träumen können. Denn heute bestimmt die Erwerbsarbeit fast alles: unseren Rhythmus, unseren Status und unser Selbstbild - selbst wenn 80 Prozent der Beschäftigten lediglich Dienst nach Vorschrift machen. Wie sind wir in diesem Job-Hamsterrad gelandet? Während wir die 40-Stunden-Woche oft als ein unumstößliches Naturgesetz begreifen, ist sie in Wahrheit eine historische Ausnahme. Der Ökonom Carl Benedict Frey verdeutlicht, wie erst die Industrielle Revolution den Menschen zum messbaren Rädchen im Getriebe degradierte und Lebenszeit in eine marktfähige Ware verwandelte. Heute jedoch stehen wir vor einer Zäsur, die diesen Wandel noch in den Schatten stellen könnte: dem Einzug von Künstlicher Intelligenz und humanoiden Robotern in jene Arbeitsbereiche, in denen wir uns bisher für unersetzlich hielten. Die Entwicklung führt uns an einen fundamentalen Wendepunkt der Menschheitsgeschichte: Arbeiten wir weiterhin, um zu leben - oder beginnen wir zu begreifen, wie das Leben jenseits des Diktats der Stechuhr aussehen könnte? Während Ungewissheit oft zu Sorge führt, betrachten die Kulturanthropologin Payal Arora und der Robotik-Experte David Reger den Wandel mit einer fast provokanten Zuversicht. Für sie markiert der technologische Vorstoß nicht das Ende der menschlichen Relevanz, sondern den Aufbruch in eine neue Ära.
09:10
Zypern ist ein Paradies unter blauem Himmel mit rund 320 Sonnentagen pro Jahr. Fast 18 Prozent der Fläche der Republik Zypern stehen unter Naturschutz. Wie das Troodos-Gebirge, dessen Gipfel bis zu 2.000 Meter in die Höhe ragen. Damit die reiche Natur auf der Insel überlebt, braucht es Menschen, die sich darum kümmern. Schleiereulen sollen helfen, den Einsatz von Gift-Ködern in der Landwirtschaft zu reduzieren. Eine einzige Eule kann bis zu tausend Mäuse und Ratten pro Jahr vertilgen. Naturschützer machen sich genau das zunutze. Sie installieren neue Brutkästen und kontrollieren, wie die Schleiereulen sich vermehren. Auch die Bäume der Insel sind etwas Besonderes. Im Troodos-Gebirge, oberhalb von 900 Metern, wächst eine Art, die es nur hier gibt: die Zypern-Zeder. Die Bäume waren jahrhundertelang das klassische Baumaterial für Kirchen und Häuser. Raubbau und Klimaveränderungen sorgten dafür, dass die Zeder heute auf der Roten Liste steht. Dank eines Schutzprogramms wird jetzt massiv aufgeforstet. Wildtierbeauftragte der Forst- und Jagdbehörde sind auf der Suche nach dem selten gewordenen Nationaltier Zyperns, dem Mufflon. Die großen Wildschafe lebten einst zu Tausenden auf der Insel. Durch starken Jagdbetrieb wurden die Tiere in den vergangenen Jahrhunderten fast ausgerottet. Das Mufflon ist mittlerweile streng geschützt. Die Akamas-Halbinsel im Westen Zyperns ist ein fast 200 Quadratkilometer großes Naturschutzgebiet mit ausgedehnten Hügellandschaften und unberührten Küstenregionen. Im Frühling blüht es zwischen den Felsen prächtig. Dann wird die Halbinsel zum Schlaraffenland für Schmetterlinge.
10:05
Zypern ist ein kleines Paradies mit rund 320 Sonnentagen pro Jahr. Fast 18 Prozent der Fläche der Republik Zypern stehen unter Naturschutz. Wie das Troodos-Gebirge, dessen Gipfel bis zu 2.000 Meter in die Höhe ragen. Seit einiger Zeit spüren die Fischer von Agia Napa die Folgen der steigenden Meerestemperaturen. Gebietsfremde Arten wandern ein. Vor allem Rotfeuerfische gehen derzeit ins Netz. Das Problem: Die Brustflossenstacheln dieser Meeresbewohner sind giftig. Doch abgesehen von den giftigen Stacheln gilt der Rotfeuerfisch als äußerst schmackhaft. Die Boden- und Klimaverhältnisse Zyperns sind so gut, dass bestimmte Gemüsesorten, wie etwa Kartoffeln, sogar drei Mal pro Jahr geerntet werden können. Im Dorf Xylophagou findet die erste Ernte schon Ende Februar statt. Es sind die frühesten Frühkartoffeln der Europäischen Union. Unzählige Vögel nutzen Zypern als Rast- und Brutplatz. Doch sie brauchen Hilfe. Naturschützer haben Land gekauft, Hunderte Bäume gepflanzt und somit einen Schutzraum geschaffen. Der "Safe Haven" liegt mitten in einem Gebiet, in dem illegal Singvögel gejagt werden, obwohl dies seit 1974 offiziell verboten ist. Die Sumpfgebiete nahe der Inselhauptstadt Nikosia sind seit jeher Heimat der ostmediterranen Bachschildkröte. Eine groß angelegte Untersuchung soll zeigen, wie viele Exemplare der seltenen Art wirklich hier leben. Seit dem dritten vorchristlichen Jahrtausend wird auf Zypern Olivenöl hergestellt. Am Fuße des Troodos-Gebirges steht ein ganz besonderer Baum: ein uraltes Exemplar, das fast 800 Jahre alt ist.
11:00
Kiribati ist einzigartig: Als einziges Land der Erde erstreckt sich der pazifische Inselstaat über alle vier Hemisphären. Seine 32 Atolle verteilen sich über einen Ozeanraum, so groß wie ein Kontinent. Die Insel Kiritimati, auch bekannt als Christmas Island, liegt direkt auf der internationalen Datumsgrenze und gehört damit zu den ersten Orten weltweit, an denen ein neuer Tag beginnt. Doch die extreme Abgeschiedenheit im zentralen Pazifik wurde der Insel in den 1950er und 1960er Jahren zum Verhängnis: Die USA und Großbritannien testeten hier Atom- und Wasserstoffbomben. Dass sich die größte Koralleninsel der Welt heute wieder als Naturparadies mit unberührten Lagunen und Millionen von Seevögeln präsentiert, grenzt für Ranger Bauro Kampei an ein Wunder. Seit Jahren überwacht er Cook Island, ein streng geschütztes Vogelreservat. Zehntausende Seevögel brüten hier - abgeschirmt von äußeren Einflüssen. Für Bauro ist Naturschutz keine abstrakte Idee, sondern eine Verantwortung gegenüber seinen Kindern und Enkeln. Fast 3.500 Kilometer weiter westlich hat der Fischer Iotebwa Temwakei ein Leben geführt, von dem viele in Kiribati träumen. Auf Containerschiffen bereiste er die Weltmeere. Zufrieden war er auf den Ozeanen - wirklich glücklich jedoch erst, seit er in seine Heimat zurückgekehrt ist: auf die Insel Abaiang. Abaiang ist ein Ort, an dem die Zeit langsamer vergeht. Die Lagune ist viermal so groß wie die Insel selbst, das Korallenriff weitgehend intakt. Viele Menschen leben hier noch immer von dem, was das Meer ihnen gibt.
11:45
Niue unterscheidet sich von den meisten Inseln im Südpazifik. Der gewaltige Kalksteinfelsen, der sich aus dem Meer erhebt, wirkt wie eine natürliche Festung - mit schroffen Steilküsten, spektakulären Höhlen und schwer zugänglichen Schluchten. Eine Landschaft wie von einer anderen Welt, bewohnt von nur rund 1.700 Menschen. Vor mehr als 20 Jahren kam der Imker Andy Cory wegen einiger verlassener Bienenstöcke nach Niue - und fand seine Lebensaufgabe. Seine Bienenvölker zählen zu den letzten krankheitsfreien der Erde. In Zeiten des weltweiten Insektensterbens bewahrt er auf dieser kleinen Insel einen Schatz von unschätzbarem Wert. 2022 stellte Niue seine gesamte Meeresfläche unter Schutz - ein Gebiet von 320.000 Quadratkilometern. Walbeobachter BJ Rex kennt die Gewässer rund um seine Heimat wie kaum ein anderer. Gemeinsam mit der Meeresbiologin Enorha Guimard begleitet er Buckelwale, die hier jedes Jahr ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen. Ein Naturschauspiel, das nur an wenigen Orten der Erde in dieser Intensität zu erleben ist. Seit jeher bestimmt der Ozean das Leben der Menschen auf Niue. Im Dorf Hakupu im Südosten der Insel arbeitet der Künstler Sully Paea mit Kindern an einem traditionellen Kanu. Er will altes Wissen bewahren und weitergeben. Sein Traum: eines Tages mit einem selbstgebauten Boot nach Tonga zu segeln, so wie es seine Vorfahren einst taten. Niue ist nicht nur ein ökologisches Refugium, sondern auch kulturell einzigartig, mit eigener Sprache, starker Identität und als weltweit erste "Dark-Sky-Nation". Eine faszinierende Reise in eine nahezu unbekannte Südseewelt - über und unter Wasser, bei Tag und bei Nacht.
12:30
Wallis und Futuna gehören zu den Orten im Pazifik, an denen traditionelle Südseekultur bis heute lebendig ist. Das französische Überseegebiet liegt rund 5.000 Kilometer nordöstlich von Australien und mehr als 16.000 Kilometer vom Mutterland entfernt. Die Schwesterinseln gehören zu Frankreich, doch zugleich werden sie von eigenen Königen regiert, tief verwurzelt in polynesischer Tradition. Das Leben in diesem abgelegenen Paradies ist nicht einfach. Viele junge Menschen verlassen die Inseln auf der Suche nach besseren Perspektiven. Der 19-jährige Esaia Kafikaila jedoch ist geblieben. Wie sein Vater arbeitet er als Fischer, taucht nach Muscheln und lebt von dem, was Meer und Felder hergeben. Für ihn ist Futuna kein Ort des Mangels, sondern der Freiheit - ein Leben ohne Hast, ohne Termindruck. Nur zehn Bootminuten entfernt liegt die kleine Nachbarinsel Alofi. Dort lebt Atelemo, bekannt als der "Eremit von Alofi". Allein bestellt er sein Land, geht täglich mit seinen Hunden zur kleinen Kapelle - und wünscht sich nichts sehnlicher, als eines Tages hier begraben zu werden. Zwischen königlichen Empfängen und Kava-Zeremonien, Familienfesten und sportlichen Wettkämpfen am französischen Nationalfeiertag zeichnet die Dokumentation das eindrucksvolle Porträt einer fernen Inselwelt. Die Landschaften wirken wie ein Kaleidoskop der Natur: Futuna mit steilen Bergen und dichtem Regenwald, Wallis mit geheimnisvollen Vulkankraterseen und vorgelagerten Inseln, die in der Lagune ein leuchtendes Mosaik aus türkisfarbenem Wasser und schimmernden Sandbänken bilden.
13:15
Zehn Jahre ist es her, dass Samba aus dem Senegal nach Frankreich gekommen ist, um seine Familie finanziell zu unterstützen. In Paris hält er sich seitdem mit schlecht bezahlten Hilfsjobs über Wasser. Als ihm in einem Restaurant eine feste Stelle in Aussicht gestellt wird, scheint ein geregeltes Leben erreichbar. Um seine Situation zu legalisieren, beantragt er eine Aufenthaltserlaubnis, die jedoch abgelehnt wird. Samba wird von der Ausländerbehörde festgesetzt und in Abschiebehaft gebracht. Dort begegnet er Alice, die sich nach einem Burn-out in einer Hilfsorganisation für Menschen ohne Papiere engagiert. Während sie für sich versucht, nach ihrem Zusammenbruch wieder Halt zu finden, lässt sie Sambas Schicksal nicht los. Nach seiner Entlassung taucht der in Paris unter und schlägt sich weiter mit prekären Arbeiten und der ständigen Unsicherheit und Angst vor Kontrollen durch. Je länger Samba in dieser Parallelwelt aus improvisierten Überlebensstrategien gefangen bleibt, desto mehr gerät auch sein Selbstbild ins Wanken. Zugleich entwickelt sich zwischen ihm und Alice eine vorsichtige Nähe. Das Regieduo Olivier Nakache und Eric Toledano verbindet in "Samba" soziale Realität mit melancholischer Komik. Der Film erzählt von Arbeit, Identität und Zugehörigkeit, ohne seine Figuren auf Thesen zu reduzieren. Omar Sy verleiht der Titelfigur Charme und Verletzlichkeit.
15:10
Es gibt viel Neues von ABBA, darunter ihr aktuelles Album und die neue Konzertshow "ABBA Voyage". Der Produzent Chris Hunt kennt die Band seit ihren Anfängen und gewährt einen Blick hinter die Kulissen. Der Film erzählt die Geschichte von ABBA von den Anfängen bis zum Erfolg mit "Mamma Mia!". Trotz Trennungen arbeiteten sie weiter zusammen, einige ihrer besten Songs entstanden aus dem Scheidungsschmerz heraus. Nach ihrer Trennung 1982 verfolgten sie verschiedene Soloprojekte, kehrten aber 2021 mit dem Album "Voyage" und einer Bühnenshow zurück, die das Publikum begeistert. Cher, Andy García, ESC-Gewinnerin Lulu, Moderator Paul Gambaccini, Choreographin Arlene Phillips, Modedesigner Owe Sandström, Regisseur Lasse Hallström, Toningenieur Michael Tretow und viele weitere kommen in der Dokumentation zu Wort. Außerdem sind einige der größten ABBA-Hits zu hören, darunter "SOS", "Mamma Mia!", "Fernando", "Dancing Queen", "Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)", "Knowing Me, Knowing You", "The Winner Takes It All" und "Thank You For the Music". Die Dokumentation erzählt die Geschichte von ABBA bis zu ihrer Trennung 1982 - und darüber hinaus. So wird ausführlich beleuchtet, wie das Musical "Mamma Mia!" entwickelt und auf die Bühne gebracht wurde, wie es zu einem der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten wurde und in den ersten 25 Jahren mit über vier Milliarden Dollar - Bühnenshow und Filme zusammengerechnet - mehr Geld eingespielt hat als ABBA zu ihren besten Zeiten. Und sie geht auch dem Erfolg von "ABBA Voyage" auf den Grund, mit vielen spannenden Einblicken hinter die Kulissen und in die Entstehung der spektakulären Avatar-Show. Keine andere Formation ist so nachhaltig erfolgreich und bis heute ungebrochen populär wie ABBA. Die Dokumentation feiert daher nicht nur das Jubiläum der schwedischen Erfolgsband, sondern auch den wohl einzigartigsten Pop-Act der Musikgeschichte.
16:05
Die einzige Livekonzert-Doku mit der legendären Popgruppe ABBA: Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad gründeten ABBA 1972 und gewannen zwei Jahre später mit "Waterloo" den Eurovision Song Contest. Danach eroberten sie die internationalen Charts und verkauften im Laufe der Zeit über 100 Millionen Tonträger. "ABBA in Concert" entstand 1979 und zeigt Aufnahmen ihres legendären Konzerts in der Londoner Wembley-Arena. Vor einem begeisterten Publikum gibt die vierköpfige Band in bunten Ganzkörperanzügen einige ihrer größten Hits zum Besten. Auf der Setlist stehen "Waterloo", "Take a Chance on Me", "Voulez-Vous", "Chiquitita", "I Have a Dream", "Gimme! Gimme! Gimme!", "Knowing Me, Knowing You", "Summernight City", "Dancing Queen", "Does Your Mother Know" und "Hole in Your Soul". Die Kamera begleitet die Band nicht nur auf der Bühne, sondern auch beim Einsingen hinter den Kulissen, auf der Landebahn und unterwegs. Die Anstrengung der Auftritte, die Begeisterung des Publikums und der Zusammenhalt des Teams werden spürbar. Seit über 50 Jahren finden ABBA immer wieder neue Fans und gehören damit zu den ungewöhnlichsten und langlebigsten Pop-Acts überhaupt. Die Livekonzert-Doku wurde in HD-Auflösung restauriert.
16:55
Das Grandhotel Pupp in Karlsbad hat stürmische Zeiten erlebt und immer wieder sein Gesicht verändert. Seit jeher ist das Traditionshotel ein Platz berühmter und einflussreicher Leute: Ob Filmstars der Karlsbader Filmfestspiele oder mächtige Politiker - sie alle wollen ins Pupp. Die Familie Pupp hat es geschafft, über die Jahrhunderte den Ort Karlsbad sowohl kunst- als auch kulturhistorisch zu prägen. Besonders die Goldenen Zwanziger bringen dem Kurort und seinem Grandhotel Weltruhm ein. Doch mit der Annexion des Sudetenlandes durch die Nationalsozialisten 1938 endet die Glanzzeit des Hauses. Im Zweiten Weltkrieg nimmt die Wehrmacht das Hotel ein und lässt es zum Lazarett umgestalten. Nach 1945 gerät das Grandhotel unter russische Armeeverwaltung, kurze Zeit danach fällt es in tschechoslowakische Hände und die Pupps werden von Hotelbesitzern zu Vertriebenen.
17:50
Der im 18. Jahrhundert im Lazienki-Park errichtete Palast auf dem Wasser zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Warschaus und blieb wie durch ein Wunder von Zerstörungen durch den Krieg verschont. Als Sommerresidenz von Stanislaw August Poniatowski angelegt, wurde er zu einem Ort der Kunst und des Wissens. Bei den berühmten "Donnerstagen des Königs" versammelten sich dort Philosophen, Musiker und Diplomaten aus ganz Europa. Empfänge, Konzerte und Debatten machten den Palast zu einem Treffpunkt führender Köpfe der Aufklärung. Über die Jahrhunderte überstand das Schloss Invasionen, Teilungen und Kriege. Bis heute steht der Lazienki-Palast für eine polnische Kultur, in der Melancholie und Leidenschaft eng verbunden sind - eine Spannung, die in der Musik Frédéric Chopins besonders eindringlich hörbar wird. Begleitet von Alain Planès' live vor Ort gespielten Chopin-Kompositionen führt die Dokumentation durch die Salons, zu den Fresken und Gartenanlagen des Schlosses. Chopins Musik tritt dabei in einen Dialog mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Vivaldi, Stanislaw Moniuszko, Krzysztof Penderecki und Henryk Mikolaj Górecki. Das jährliche Chopin-Festival führt diese Tradition fort und macht Warschau bis heute zu einem Ort lebendiger Musikkultur.
18:40
Der Juli steht in Südmähren im Zeichen der Aprikose. Für Martin Beránek beginnt mit der Ernte eine Zeit, in der er fast täglich mährischen Aprikosen-Käsekuchen nach dem Rezept seiner Urgroßmutter backt. Der gelernte Konditor und sein Freund experimentieren viel mit der süßen Frucht. So entstehen herzhafte Chutneys oder neue Knödelvariationen. Die befreundete Familie Ilcík kocht meist traditionell. Im Hochsommer serviert Tochter Jitka aber auch eine ungewöhnliche Variante des Schweinebratens: Das Fleisch wird in Scheiben geschnitten und auf einem heißen Stein gebraten. Erst kurz vor dem Servieren übergießt Jitka es mit einer Marinade aus frischen Kräutern und Aprikosenbier, das sie in ihrer eigenen kleinen Spezialitätenbrauerei herstellt.
19:10
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:30
Schon vor der Pandemie hat Rodolfo mit dem Aufbau einer Schule begonnen. Seitdem hat sich nichts getan. Der krisengebeutelte Staat Venezuela unterstützt weder mit Geld noch mit Material. Auch die zuständige Provinzregierung in Mérida interessiert sich nicht sonderlich für die Kinder in den Bergen. Rodolfo ist in dem abgelegenen venezolanischen Andendorf Los Nevados geboren und aufgewachsen. Los Nevados liegt im Nationalpark Sierra Nevada in den venezolanischen Anden. Hier erhebt sich die majestätische Andenkette, die sich fast durch ganz Südamerika erstreckt. Weitab vom politischen Geschehen und den Unruhen in den großen Städten Venezuelas leben die Bewohner ein einfaches Leben. Es ist geprägt von Landwirtschaft und Viehzucht. Hier gibt es meist keine Fernseher, geschweige denn Handyempfang. Rodolfo war einer der wenigen Heranwachsenden, die eine weiterführende Schule besuchen konnten. Danach studierte er in der Provinzhauptstadt Hotelgewerbe und kehrte dann in seine Heimat zurück. Als er davon erfuhr, dass es ein Dorf gibt, in dem die Kinder keinen Unterricht haben, machte er sich auf den Weg dorthin. Seitdem kämpft er darum, den Kindern eine Schule zu bauen, denn er weiß, dass Bildung der Schlüssel zu einer besseren Zukunft ist. Die Pandemie ist vorüber und Rodolfo möchte sein Projekt wieder aufnehmen. Wird es ihm gelingen, die Kinder von Las Plumas zu unterrichten und ihnen eine Schule zu bauen?
20:15
Tony Manero ist 19 Jahre alt. Er lebt in Brooklyn bei seinen arbeitslosen Eltern und jobbt als Verkäufer in einem Farbengeschäft. Im Gegensatz zu seinem Bruder, der Priester geworden ist, ist Tony der Loser der Familie. Er ist ständig pleite und zieht mit seiner Gang auf der Suche nach Abenteuern um die Häuser. Doch zu mehr als Schlägereien und Frauengeschichten führt das nicht. Keine rosigen Aussichten für den jungen Italo-Amerikaner, wäre da nicht der Samstagabend im "Odyssee 2001 Club". Dort ist Tony der König der Tanzfläche. Die Mädchen stehen Schlange, um mit ihm zu den Disco-Hits der Bee Gees zu tanzen, aber Tony hat nur Augen für Stephanie, die es geschafft hat, in Manhattan Fuß zu fassen, und außerdem gut tanzen kann. Er möchte mit ihr an einem Tanzwettbewerb teilnehmen und 500 Dollar Preisgeld gewinnen. Die Proben gestalten sich komplizierter als erwartet. Tony wird sich nach und nach seiner perspektivlosen Existenz bewusst und erkennt, dass daran auch der Gewinn des Tanzwettbewerbs nichts ändern kann. "Saturday Night Fever" ist mehr als eine Werbemaßnahme für Diskotheken. Der Tanzfilm zeichnet ein stimmungsvolles Lebensbild der Jugend im Brooklyn der 70er Jahre. Er machte John Travolta zum Star und setzte Trends in Mode und Musik.
22:10
Die Dokumentation "The Bee Gees: How Can You Mend a Broken Heart" geht der Frage nach, warum die Musik der Bee Gees seit mehr als einem halben Jahrhundert so beliebt ist. Es geht um die sagenhafte Geschichte der Popband The Bee Gees - eine Geschichte von atemberaubenden Erfolgen, aber auch von Verlust und Leid. Das Bee-Gees-Phänomen basiert auf einer besonderen Kreativität der Musiker: Das Trio bestand aus drei Brüdern. Mit sechs Jahren begannen die Zwillinge Maurice und Robin, mit neun Jahren Barry, Melodien zu improvisieren und musikalische Motive zu komponieren - und zwar ohne formale Ausbildung und ohne sich dessen bewusst zu sein, was sie da eigentlich taten. Es passierte wie von selbst. Die Dokumentation erzählt von drei Brüdern, die einem Gefühl nachspüren, das sie als Kinder empfunden haben - der Freude, zusammen zu singen und aus diesem einzigartigen Sound eigene Songs entstehen zu lassen.
23:55
Kaum ein Song bringt ganze Stadien so mühelos zum Mitsingen wie "We Are the Champions". Seit Jahrzehnten begleitet die Hymne sportliche Triumphe und große Emotionen - und ist untrennbar mit der Band Queen verbunden. Der Film erzählt die Geschichte dieses außergewöhnlichen Hits: von seiner Entstehung inmitten der musikalischen Aufbruchstimmung im London der 1970er Jahre bis zu seiner weltweiten Karriere als Sporthymne. Die Queen-Mitbegründer Brian May und Roger Taylor erinnern sich an die Idee, einen Song zu schreiben, der das Publikum einbezieht und mitreißt. Der anhaltende Erfolg der Queen-Rockhymnen "We Are the Champions" und "We Will Rock You" zeigt: Experiment geglückt. Für das Musikvideo mobilisierte die Band ihren Fanclub. Die Clubvorsitzende Jackie Smith erinnert sich an ihre Begegnungen mit der Band. Der Erfolgszug der Queen-Songs setzt sich bis heute fort - in unterschiedlichsten Besetzungen und Versionen, als Klassiker im Sport und bei Siegerehrungen. Zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris präsentierte Dolly Parton ihre eigene Version. Wegbegleiter, Musiker und Wissenschaftler erklären: Was macht diese Songs und andere große Mitsing-Klassiker aus? Wie entstanden Sporthymnen wie die Queen-Hits oder Whitney Houstons Olympiasong "One Moment in Time"? Was steckt hinter ihrem Ohrwurmpotenzial? Welche Kräfte werden freigesetzt, wenn das ganze Stadion gemeinsam singt? Eine Reise durch die Musikgeschichte und die Welt der großen Hymnen, die bei Sportveranstaltungen die Stimmung zum Kochen bringen.