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TV Programm für ARTE am 11.07.2026

Kosmos Ligeti 05:15

Kosmos Ligeti

Dokumentation

György Ligeti machte es seinen Interpreten nicht einfach, denn seine Musik gilt als besonders schwierig zu spielen. Ohne Virtuosität ist ihr nicht beizukommen. Aber Ligetis Musik ist durch ihre Eindringlichkeit auch einem breiteren Publikum zugänglich. Bekannt wurde er, als der Regisseur Stanley Kubrick Ligetis Werke in seinen Filmklassikern verwendete. Vera Ligeti, seine Witwe, und sein Sohn Lukas geben einen tiefen Einblick in Leben und Geschichte eines kompromisslosen Menschen. Eine Geschichte, die oft mit Entbehrung und Überlebensglück verbunden war. Geboren 1923 in Târnaveni, in der damals rumänischen Region Siebenbürgen, floh der Komponist später nach Wien, denn er war überzeugt, dass sich seine Kunst nur in Freiheit entfalten kann. Der Pianist Dominic Harlan und sein Vater Jan Harlan, Schwager von Stanley Kubrick, berichten, wie Ligetis Musik den Weg in die Filme des Regisseurs fand. Der Organist Franz Danksagmüller zeigt die ungewöhnlichen Klänge, die Ligetis Komposition der Orgel entlockt. Und die Bratschistin Tabea Zimmermann, eine der wenigen, denen Ligeti ein persönliches Werk gewidmet hat, erzählt von den Herausforderungen, die es bedeutet, ein solches Stück einzustudieren.

Die Pelikan-Insel 06:10

Die Pelikan-Insel: Geheimnis in Russlands Steppe

Natur und Umwelt

Jedes Jahr zieht es bis zu 2.000 Brutpaare von Rosapelikanen auf ein winziges Eiland. Auf der Pelikan-Insel mitten im Manytsch-Stausee befindet sich ihre einzige Kolonie in Russland und eine der größten in ganz Europa. Doch was zieht die Vögel ausgerechnet in diese Gegend zwischen Kaspischem und Asowschem Meer, um dort zu brüten und ihren Nachwuchs großzuziehen? Diesem Rätsel sind die Filmemacherinnen zusammen mit dem Ornithologen Roman Anoschin vom Moskauer Zoo über zwei Jahre lang nachgegangen. Es ist vor allem die Abgeschiedenheit der Insel, die sie so anziehend für die Pelikane macht. Und die Sicherheit vor Raubtieren, die nicht bis zur Insel schwimmen können. Auch die vielen Fische im Stausee und seinen Zuflüssen zieht die Zugvögel jedes Jahr aufs Neue an. Doch die Zukunft der Pelikane auf der Insel ist in Gefahr. Denn durch den Klimawandel, vor allem aber durch die zunehmende Entnahme von Wasser zur Bewässerung in der Landwirtschaft sinkt der Wasserpegel immer wieder bedrohlich ab. So tief, dass Teile des Sees austrocknen und Inseln zu Halbinseln werden - und damit zugänglich für Füchse, die wahre Massaker unter den Pelikanen anrichten. Selten sind Tierfilmer Pelikanen so nah gekommen. Während der Drehzeit entstanden einzigartige Aufnahmen vom Verhalten der Tiere, von der Brut bis zu den ersten Flugversuchen der Jungvögel, von der perfekt organisierten Jagd auf Fische und dem Kampf der Küken gegen Hitze und Feinde.

Unter Graugänsen 07:05

Unter Graugänsen

Tiere

Die Kulisse bietet das österreichische Almtal am Rande des Toten Gebirges. Vor rund 50 Jahren siedelte der Nobelpreisträger Konrad Lorenz hier Graugänse für Verhaltensstudien an. Ihr wildes Verhalten gilt mittlerweile als gründlicher erforscht als das aller anderen Tiere der Welt. Die Biologin Sonia Kleindorfer und ihr Team der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle erleben die täglichen Herausforderungen verschiedener Gänse-Protagonisten hautnah mit. Jede Gans ist anders, auch wenn es für Menschen nicht ganz einfach ist, sie auseinanderzuhalten. Die Gänse erkennen sich dagegen sehr gut und pflegen komplexe soziale Bindungen untereinander. Die Vögel zeigen Individualität in ihrer Körpersprache, ihrem sozialen Verhalten und in ihrer bemerkenswerten Fähigkeit zur Problemlösung und Entscheidungsfindung. Anhand spannender Experimente werden Persönlichkeit, Intelligenz und Verhalten der einzelnen Gänse auf die Probe gestellt - mit verblüffenden Ergebnissen. Gössel, die noch im Ei aus gefährdeten Nestern in freier Wildbahn gerettet wurden, werden an der Forschungsstelle von zwei menschlichen "Gänsemüttern" aufgezogen. Ihre Abenteuer und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens erleben wir hautnah mit. Die Tiere bewegen sich in ihrem natürlichen Lebensraum und zeigen die vielfältigen Aspekte ihres Zusammenlebens. Es ist fast eine Graugans-Seifenoper, die sich vor der beeindruckenden Kulisse des Almtals abspielt, umgeben von bestechend schöner Natur.

360° Reportage 07:50

360° Reportage: Island, seltsame Schätze aus dem Meer

Reportage

Im Fischerdorf Akranes, an der isländischen Westküste, bereitet sich der alte Fischer Eymar mit seiner kleinen Crew darauf vor, in See zu stechen. Der Fischfang unterliegt hier strengen Fangquoten, die jedes Jahr neu vom Fischereiministerium festgelegt werden. So sollen die Ressourcen geschützt werden. Die Zahl der Fischer nimmt stetig ab, denn nur noch wenige von ihnen besitzen diese begehrten Fanglizenzen. Sie werden von Generation zu Generation weitervererbt oder aber von den Familien weiterverkauft - zu Preisen, die für junge Nachwuchsfischer oft unerschwinglich sind. So ist der Fischfang in den Händen weniger Familien. Zu ihnen gehört Bootsbesitzer Eymar, der seit fast siebzig Jahren als Fischer arbeitet. Als kleiner, unabhängiger Anbieter hat er Anspruch auf 150 Tonnen Kabeljau und 30 Tonnen Seegurke pro Jahr. Für den Kabeljau braucht er etwa 16 Tage, für die Holothurien vier. Das heißt, dass er in knapp 20 Tagen sein jährliches Soll erfüllt hat und damit auch über die Runden kommt. Vor allem dank der Seegurken und der steigenden Nachfrage nach ihnen: Ihr Preis ist in den vergangenen Jahren gestiegen und liegt derzeit bei 90 Cent pro Kilogramm. Das rechnet sich bei 30 Tonnen. Abnehmer sind vor allem Kunden in China, wo Holothurien als Delikatesse gelten. Auch die Pharmaindustrie interessiert sich für die ungewöhnlichen Tiere aus der Tiefe. Ein Ende des lukrativen Seegurken-Booms ist nicht in Sicht.

360° Reportage 08:40

360° Reportage: New York, die Foodtruck-Könige von Astoria

Reportage

Astoria liegt am Ufer des East River, der Queens von Manhattan trennt. Der Stadtteil mit Blick auf die Manhattan Skyline ist eine Welt für sich. Besonders deutlich merkt man das am Speiseangebot. Restaurants mit ägyptischer, asiatischer bis zu brasilianischer oder mexikanischer Küche reihen sich dicht an dicht. So ist es kein Wunder, dass Immigranten hier an jeder Ecke aus bunt bemalten Wagen mit eingebauter Küche oder aus kleinen "push carts" genannten Anhängern, Essen nach Art ihrer jeweiligen Heimat servieren. Sie versuchen so, ihren amerikanischen Traum zu verwirklichen: So mancher hier will Foodtruck-König werden. Durchgesetzt haben sich in Astoria vor allem Foodtrucks für arabische Speisen, griechische Souvlaki und mexikanische Tacos. Mohammed Afifi ist ein ägyptischer Foodtruck-Betreiber, der große Pläne hat. Er will in Zukunft mal eine ganze Flotte sein Eigen nennen und vielleicht sogar ein Restaurant eröffnen. Einige Foodtruck-Betreiber haben es dagegen bereits geschafft. Der "King of Falafel", der "King Souvlaki" und der "Rey del Taco" betreiben mehrere Imbisswagen, Restaurants und sind Arbeitgeber für Angehörige und Verwandte. Aber auch ihr Weg zum Erfolg war steinig.

Stadt Land Kunst 09:35

Stadt Land Kunst: Bruce Chatwins Patagonien / Argentinien / Quetrihue

Magazin

(1): Patagonien: Als Bruce Chatwin zum Schriftsteller wurde (2): Argentinien: Die legendäre Ruta Nacional 40 (3): Das Kalbsragout von Andrès (4): Die Heimat von Bambi?

Stadt Land Kunst Spezial 10:20

Stadt Land Kunst Spezial: Elfenbeinküste

Magazin

(1): Bernard Binlin Dadié: Die Stimme der ivorischen Unabhängigkeit (2): Ein ganzes Volk tanzt den Zouglou (3): Guetous typisch ivorischer Eintopf mit Reis (4): Ein Wettrennen gegen die Savanne

Zu Tisch 11:10

Zu Tisch: Ustica, Italien

Essen und Trinken

Die Ustica-Linse ist eine besondere Hülsenfrucht, die nur auf der sizilianischen Vulkaninsel wächst. Das Klima und der Lavaboden verleihen dieser lokalen Sorte einen einzigartigen und intensiven Geschmack. Schon seit dem 18. Jahrhundert bauen die Ustica-Landwirte ausschließlich diese Sorte an. Sie ist reich an Kalzium, Eisen und Kalium. Aufgrund ihrer vielen Nährstoffe schaffte sie es sogar ins All - als Bestandteil einer Suppe für Astronauten. Die Familie Mancuso baut die Linsen in der vierten Generation an und verarbeitet sie am liebsten zu einer mediterranen Suppe. Außerdem kommen auf den Tisch: die typische Pizza Usticese, süße Ciambelline - eine Art italienischer Donut aus Kartoffelteig - und gefüllter Tintenfisch auf Macco-Creme.

Die Sprache der Tiere 11:40

Die Sprache der Tiere: Starke Stimmen

Tiere

Tiere können sich je nach Situation mit vielen verschiedenen Lauten verständigen. Mit neuen Methoden versuchen Wissenschaftler, die Bedeutung dieser Laute zu erforschen und zu verstehen. Eine faszinierende Auswahl zeigt die unglaubliche Vielfalt der verschiedenen Geräusche, mit denen Tiere kommunizieren. So haben Königspinguine einen besonderen Ruf, der es ihnen ermöglicht, sich gegenseitig in einem riesigen Getümmel auszumachen, selbst wenn Tausende anderer Pinguine ebenfalls schreien. Elefanten wiederum erzeugen spezielle Infraschall-Laute, um über große Entfernungen hinweg miteinander in Kontakt zu bleiben. Diese Töne haben eine zu niedrige Frequenz, als dass das menschliche Ohr sie hören könnte. Auch Fledermäuse verwenden eine Form der Kommunikation, die Menschen normalerweise nicht hören können, da viele ihrer Rufe im Ultraschallbereich liegen. Die Frequenz ist somit zu hoch, um für das menschliche Ohr hörbar zu sein. Mit einem speziellen Gerät, dem Fledermausdetektor, übersetzt ein Fledermausexperte diese Rufe und entschlüsselt, was sie bedeuten. Neueste technologische Entwicklungen ermöglichen es, den geheimen Gesprächen zu lauschen, die sich im Tierreich um uns herum abspielen.

Die Sprache der Tiere 12:35

Die Sprache der Tiere: Körpersprache

Tiere

Forscherinnen und Forscher fanden heraus, dass Tiere mittels visueller Signale und Körperbewegungen interagieren und kommunizieren. Zum Beispiel kann die Art und Weise, wie der Pfau seine Federn präsentiert, als visuelle Methode eingeordnet werden. Einige Wissenschaftler glauben, dass die Augenflecken auf seinen Federn durch besondere Bewegungen und die leuchtenden Farben "hypnotisierend" auf das Weibchen wirken. Ähnlich spektakulär ist das Verhalten des männlichen Buckelwals, der aus dem Meer auftaucht, in die Luft springt, um sich dann wieder ins Wasser fallenzulassen. Es ist ein unglaublich beeindruckendes Schauspiel, von dem Wissenschaftler glauben, dass es sich dabei um eine Form der Kommunikation handelt. Die Theorie besagt, dass er damit anderen Walen über Entfernung mitteilt, dass er bereit ist, sich zu paaren. Außerdem erforscht die Wissenschaft den komplexen "Schwänzeltanz" der Honigbiene, bei dem sie mit ihrem Hinterleib wackelt, um anderen Bienen im Bienenstock mitzuteilen, wo sich eine Futterquelle befindet. Wissenschaftler setzen KI-Technologien ein, um diese "Tänze" zu erfassen und ein klareres Bild davon zu bekommen, was sie aussagen. All diese Beispiele zeigen, wie vielfältig die tierische Kommunikation ist und wie viele bemerkenswerte körperliche Bewegungen Tiere einsetzen, um miteinander zu kommunizieren.

Die Sprache der Tiere 13:30

Die Sprache der Tiere: Versteckte Botschaften

Tiere

Die Welt der tierischen Kommunikation ist komplex und geht über Sehen und Hören hinaus. Tiere nutzen eine Vielzahl von Methoden, darunter Duftstoffe, Chemikalien, Licht und Elektrizität, um Botschaften zu übermitteln, die für ihr Überleben, die Paarung und den sozialen Zusammenhalt von entscheidender Bedeutung sind. Wissenschaftler wollen diese "Geheimsprache" entschlüsseln und herausfinden, wie und wann Tiere diese verschiedenen Arten der Kommunikation einsetzen. Eine weit verbreitete Methode der Kommunikation unter Tieren ist die Sprache der Gerüche. Diese stillen Botschaften bestehen aus chemischen Substanzen, den sogenannten Pheromonen. Tiere geben sie in die Luft ab, damit andere - insbesondere potenzielle Partner - sie wahrnehmen können. Pheromone helfen beispielsweise Wild- und Hauskatzen, um miteinander zu "kommunizieren" und Nachrichten zu hinterlassen. Schmetterlinge wiederum nutzen ultraviolettes Licht zur Verständigung. Sie sind in der Lage, dieses Licht auf ihren Flügeln zu fluoreszieren. Es wird angenommen, dass die UV-Signale den Schmetterlingen bei der Partnerwahl helfen und Teil des Rituals sind. Andere Tiere wie Zitteraale nutzen Elektrizität zur Kommunikation. In den dunklen Tiefen des Amazonas nutzen diese außergewöhnlichen Lebewesen Niederspannungsstromstöße nicht nur, um ihre Beute zu töten. Sie teilen sich damit auch ihr Geschlecht und ihre Paarungsbereitschaft mit.

Adel verpflichtet 14:20

Adel verpflichtet

Krimikomödie

Der junge Louis Mazzini, ein Enkel des Herzogs von Chalfont aus dem Geschlecht der D'Ascoynes, ist zwar von vornehmer Gesinnung, aber von Bitternis geplagt: Seine Mutter, die Tochter des Herzogs, wurde einst von der hochnäsigen Adelsfamilie verstoßen, weil sie nicht standesgemäß heiratete - einen italienischen Tenor. Louis, Sohn aus dieser Ehe, hat daher keine Aussichten, Titel und Vermögen zu erben, und muss sich als kleiner Ladengehilfe verdingen. Grund genug, alle acht verbleibenden D'Ascoynes zu beseitigen, um so den Weg zu Titel und Reichtum frei zu machen - natürlich standesgemäß, denn "Adel verpflichtet": Jagdunfall, Feuer, Schiffsuntergang und andere Katastrophen lichten die Reihen derer von D'Ascoyne, bis Louis schließlich seine Erbschaft antreten kann. Aus strategischen Gründen macht Louis der kühlen, vernünftigen Witwe Edith D'Ascoyne den Hof, um seine Stellung zu verbessern. Wenn da nur nicht seine freche Jugendfreundin und Geliebte Sibella wäre, die sich mit zunehmend hohem Rang in der Erbfolge immer mehr für Louis interessiert.

Pracht und Prunk an der Loire: Schloss Chambord 16:05

Pracht und Prunk an der Loire: Schloss Chambord: Schloss Chambord

Dokumentarfilm

Das weltberühmte Loire-Schloss Chambord - Sakralbau und Jagdsitz, mittelalterliche Festung und Renaissancepalast zugleich - birgt auch heute noch viele Geheimnisse. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts von fachkundigen Arbeitern des Loiretals errichtet, stand es architektonisch stark unter italienischem Einfluss. Der Name des Baumeisters blieb jedoch unbekannt, und keine Bauzeichnung des ursprünglichen Projekts wurde je wiedergefunden. Rätselhaft sind auch die Gründe, die 1519 den jungen König Franz I. dazu bewogen, dieses gigantische Bauvorhaben mitten in einem Sumpfgebiet anzugehen. Kurz vor dem 500. Jahrestag seiner Krönung machen es sich Wissenschaftler und Historiker im Rahmen eines interdisziplinären Programms zur Wahrung des Kulturerbes zur Aufgabe, den prunkvollen Bau mit Hilfe neuester Forschungsmethoden zu betrachten. Archäologische Ausgrabungen, 3D-Modelle, geophysikalische Bodenuntersuchungen und die Auswertung handschriftlicher Dokumente damaliger Akteure und Zeitzeugen liefern wichtige Aufschlüsse. Der Dokumentarfilm begleitet die akribische Suche nach dem Original-Bauplan, was auf die Spuren von Leonardo da Vinci, von Florenz nach Romorantin, führt. Ausgehend von der ursprünglichen architektonischen Vision beleuchtet der Film den zeitgeschichtlichen Hintergrund, vor dem das grandiose Loire-Schloss errichtet wurde, und das damit verbundene Schicksal seines Bauherrn Franz I.

ARTE Reportage 17:40

ARTE Reportage

Dokumentation

Ob über den Aufstand von Landarbeitern in Südafrika, die Situation von Prostituierten in Mexiko oder über die neuen Gastarbeiter in Deutschland ... Das internationale Nachrichtenmagazin berichtet von den Brennpunkten der Welt.

Madagaskar - Der achte Kontinent 18:35

Madagaskar - Der achte Kontinent

Dokumentation

Berühmt ist Madagaskar für seine Lemuren, die possierlichen Halbaffen. Und für seine Vanille. Die SAVA-Region im Nordosten ist ein weltweit bedeutendes Zentrum für den Anbau der sogenannten Königin der Gewürze. "Ich bin stolz, weil wir wertvolle Produkte für die ganze Welt produzieren", sagt Marie Rasoandalana. Vanille, Kaffee, dazu Rohstoffvorkommen in der Erde - arm ist Madagaskar eigentlich nicht. Tatsächlich aber fehlt es den Menschen im Land an vielem. Politische Krisen lähmen die Wirtschaft und den Fortschritt. Korruption und Misswirtschaft führten dazu, dass die Hälfte der Menschen in Armut lebt. Im Süden gibt es immer wieder Hungersnöte, die soziale Schieflage ist gewaltig. In Andasibe, einer Kleinstadt im Zentralmassiv, sitzt Madame Lanto in ihrem Büro im Bahnhof und verkauft Fahrscheine. Die "Dia Tsara"-Linie von Moramanga an die Ostküste ist eine Lebensader für die Menschen. Die malerische Strecke entlang des Flusses Vohitra verbindet Dörfer, die mit dem Auto nicht zu erreichen sind. "Während der Pandemie, als kein Zug fuhr, sind wir zu Fuß gegangen", sagt Razafindramanitra aus dem Dorf Fanasana. "60 Kilometer hin und 60 Kilometer wieder zurück." Die Dokumentation von Maik Gizinski ist ein Streifzug durch das raue Madagaskar - die Heimat faszinierender Tiere und wunderbarer Menschen, die voller Zuversicht für eine gute Zukunft kämpfen.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.

Tracks East 19:40

Tracks East: Sonne, Strand und Nordkorea

Reportagereihe

Der Tourismus wird zu einem wichtigen Element, um die politischen Beziehungen zwischen Russland und Nordkorea weiter zu festigen. Masha Borzunova zeigt, wie eine groteske Propaganda auf beiden Seiten die neue Verbundenheit begleitet. Der russische Angriffskrieg hat auch viele Russen ins Ausland getrieben. Das spüren die Menschen besonders im türkischen Antalya: Das einstige Lieblingsziel vieler russischer Touristen ist auch ein begehrter Ort zum Wohnen. Mehr als 100.000 Russen und Ukrainer sollen mittlerweile dort leben. Die massive Zuwanderung und die dadurch entstandene Wohnungsnot spalten die Stadt. "Tracks East"-Reporter Nikita, selbst aus Russland geflüchtet, beginnt seinen Beitrag ausgerechnet im "Kremlin Palace Hotel" in Antalya, wo er schon vor 15 Jahren mit seiner Mutter Urlaub gemacht hat. Selbst exotische Urlaubsziele bleiben von den Folgen des Krieges nicht verschont: Auf Bali geraten ukrainische Geflüchtete in neue Konflikte, da sich die Insel zunehmend in ein "New Moscow" verwandelt. Ob Propaganda, Gentrifizierung oder geopolitische Spannungen - "Tracks East" beleuchtet, wie politische Allianzen und Kriege weltweit Reiseziele und Gemeinschaften verändern.

Die Kaisermacherin - Sisis Schwiegermutter Sophie 20:15

Die Kaisermacherin - Sisis Schwiegermutter Sophie

Geschichte

Erzherzogin Sophie von Bayern gilt als eine Schlüsselfigur der Habsburger Monarchie - und doch ist sie bis heute weitgehend im Schatten ihrer berühmten Schwiegertochter Elisabeth, genannt Sisi, geblieben. So wird Sophie meistens reduziert auf die Rolle der bösen Schwiegermutter. Die Dokumentation rückt jene Frau in den Mittelpunkt, die mit unerschütterlichem Pflichtgefühl, Selbstdisziplin und klarem politischen Kompass das Machtgefüge der Dynastie über Jahrzehnte prägte. Sophie kommt 1805 in München zur Welt und wächst mit dem strengen Wertekanon von Loyalität, Ordnung und Glauben auf. Nach ihrer Heirat an den Wiener Hof betritt sie ein Reich im Spannungsfeld zwischen Erneuerung und Tradition. Inmitten eines verunsicherten Hofes und eines schwachen Herrschers füllt Sophie das Vakuum - als moralischer Bezugspunkt und entschlossene Strippenzieherin hinter den Kulissen. Als ihr Sohn Franz Joseph 1830 in Schönbrunn zur Welt kommt, beginnt Sophie sofort, aus ihm den "perfekten Herrscher" zu formen. Strenge, Militarismus, Disziplin bis zur Selbstaufgabe: Sie schafft die Voraussetzungen für einen Kaiser, der - so hofft sie - Stabilität in einer unruhigen Zeit bringen soll. Während der Revolution von 1848 übernimmt Sophie faktisch die Führung des Hauses. Sie orchestriert den Austausch der politischen Spitze, bewegt zunächst ihren Schwager zum Abdanken und schließlich ihren eigenen Mann zum Verzicht auf die Krone. Mit nur 18 Jahren besteigt Franz Joseph den Thron - ein Schritt, der ohne Sophies Entschlossenheit nicht möglich gewesen wäre.

Sisi - Die Getriebene 21:05

Sisi - Die Getriebene

Porträt

Kaiserin Elisabeth von Österreich sucht zeitlebens nach Freiheit und Sinn. Im Achilleion auf Korfu, einem romantischen Palast am Ionischen Meer, hofft sie, eine Heimat für ihre rastlose Seele zu finden. Das Dokudrama zeigt Elisabeth als widersprüchliche, moderne Frau jenseits der bekannten "Sisi"-Romantik - eindrucksvoll verkörpert von Sunnyi Melles. Kaiserin Elisabeth von Österreich sucht zeitlebens nach Freiheit und Sinn. Kurz vor ihrem Tod hofft sie, im Achilleion auf Korfu, ihrem "Zauberschloss" am Ionischen Meer, endlich eine Heimat für ihre rastlose Seele zu finden. Doch auch dort findet sie keine Ruhe. Auch im Achilleion wird sie keine Ruhe finden. Für die Titelrolle der alternden Kaiserin konnte mit Sunnyi Melles eine der renommiertesten deutschsprachigen Charakterdarstellerinnen gewonnen werden. Sie verkörpert Elisabeth als widersprüchliche und faszinierend moderne Frau - jenseits der bekannten "Sisi"-Romantik, geprägt von den weltberühmten Filmen mit Romy Schneider. Tatsächlich entsprach Elisabeth kaum dem populären Bild einer volksnahen, kindlich-naiven und warmherzigen Kaiserin. Vielmehr war sie eine Frau voller Widersprüche: großzügig und leidenschaftlich, zugleich aber auch kühl und berechnend. Eine Frau, die andere in ihren Bann schlug und sich den Erwartungen an ihre Rolle konsequent entzog. Selbst in Zeiten politischer Krisen hielt sie Distanz zum Hofleben der Habsburgermonarchie. Das Dokudrama nähert sich Elisabeth über ihren engen Vertrauten Alexander von Warsberg. Er plant und baut für sie das Achilleion auf Korfu - jenen Palast, in dem sie nach Jahren rastlosen Reisens endlich Heimat finden will.

Mozart: Die Zauberflöte 22:00

Mozart: Die Zauberflöte

Oper

"Die Zauberflöte" entwirft das Bild einer utopischen Gemeinschaft, die Sarastro als Gegenentwurf zur nächtlichen Welt verwirklichen möchte. Doch das vermeintliche Happy End entpuppt sich als trügerisch. Der Filmemacher und Künstler Clément Cogitore greift auf Bilder zurück, die im kollektiven Gedächtnis verankert sind, und legt dabei auch ihre Schattenseiten offen. Er verbindet Archivmaterial mit dem Bühnengeschehen, hält den Figuren ihre eigenen Widersprüche vor Augen und schafft so eine vielschichtige Inszenierung. Die Produktion der 78. Ausgabe des Festivals in Aix-en-Provence besticht durch eine leichte, fast tänzerische Umsetzung, zu der die Choreographin Evelin Facchini entscheidend beiträgt. Besonders reizvoll ist das Zusammenspiel zwischen Darstellern und Videoprojektionen: Cogitores Interpretation wird so auch zur Komödie der Illusionen. Am Dirigentenpult steht Leonardo García-Alarcón, der mit seinem Ensemble Cappella Mediterranea sowie dem Choeur de chambre de Namur und dem Knabenchor der Chorakademie Dortmund die Aufführung musikalisch gestaltet. Der Dirigent, der als prägende Figur der Barockrenaissance und ausgewiesener Mozart-Experte gilt, bringt "Die Zauberflöte" hier erstmals auf die Bühne. Die Besetzung ist prominent: Die französische Sopranistin Sabine Devieilhe, eine der bedeutendsten Stimmen ihrer Generation, übernimmt die Rolle der Königin der Nacht. Der britische Bass Brindley Sherratt verkörpert Sarastro, während der Schweizer Tenor Mauro Peter - bekannt unter anderem von der Pariser Oper - den Tamino gibt. Die chinesische Sopranistin Ying Fang ist als Pamina zu hören, und der amerikanische Bariton Sean Michael Plumb gestaltet seinen Lieblingspart, den schelmischen Papageno, den Cogitore mit lyrischer Zärtlichkeit anlegt. Die Produktion wurde für ARTE aufgezeichnet und wird am 11. Juli ausgestrahlt. Durch den Abend führt Saskia De Ville.