05:00
Die Baubranche ist einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen - und doch beginnt gerade hier ein Umdenken. Einer der neuen Ansätze, die in Zukunft Ressourcen einsparen sollen, ist das zirkuläre Bauen. Es verfolgt eine radikale Idee. Gebäude werden so geplant, dokumentiert und errichtet, dass sie später selbst wieder als Materialspender dienen: zurückbauen statt abreißen, wiederverwenden statt wegwerfen. Das Ziel sind geschlossene Stoffkreisläufe, die bereits beim Entwurf neuer Gebäude mitgedacht werden. In der Schweiz, in Frankreich und in Deutschland machen sich Architektinnen, Forschende und kommunale Entscheider daran, diese Vision Realität werden zu lassen. Sie retten Glasfassaden vor der Deponie, erproben Methoden des Rückbaus von Gebäuden, forschen an der Wiederverwendung von Betonteilen und entwickeln digitale Werkzeuge, die Angebot und Nachfrage von Bauteilen besser zusammenbringen. Der Ansatz des zirkulären Bauens gewinnt in immer mehr kommunalen, nationalen und europäischen Regelungen an Bedeutung. Der Kanton Basel fördert intensiv die Wiederverwendung von Baumaterialien bei kommunalen Neubau-Projekten. In den Pariser Banlieues lassen Architektinnen und Architekten ein Kultur- und Gemeindezentrum entstehen, Keramikfliesen und Treppen kommen aus Häusern in der Nachbarschaft. Die Dokumentation begleitet diese Pionierinnen und Pioniere. Sie zeigt eine Vision, die Mut macht: Städte, die immer wieder aus sich selbst heraus erneuert werden. Jede Siedlung kann so zur Mine werden - ein wertvolles Rohstofflager, mit den Baumaterialien für die Zukunft.
05:55
Tausende Amphibien erwachen aus der Winterstarre und machen sich instinktiv auf den Weg zu ihren Laichgebieten: Der Frühling ist in Estland eingekehrt. Die Biologin Katerina Pesocki vom Estnischen Naturkundemuseum in Tallinn kämpft für den Naturschutz der Amphibien. Zusammen mit Helferinnen und Helfern, Aktivistinnen und Aktivisten vom Estnischen Naturfonds organisiert sie seit einigen Jahren groß angelegte Rettungsaktionen, speziell zur alljährlichen Massenwanderung der Kröten im Frühjahr. Wenn die Tiere ihren Instinkt-geleiteten Marsch antreten, engagieren sich Freiwillige in ganz unterschiedlichen Teilen Estlands. Sie befördern in wenigen Tagen und Nächten Tausende Kröten und Frösche sicher über die Straßen. Doch wo genau werden die Tiere wandern? Und vor allem wann? Katerinas Fachkenntnisse sind gerade für die Einsatzplanung unabdingbar. Mit Beginn der warmen Frühlingstage kriechen zunächst nur vereinzelt die ersten Frösche und Kröten aus ihrem Erdunterschlupf an die Oberfläche. Alle versuchen, zu ihrem jeweils individuellen Heimatteich zurückzukehren, um sich fortpflanzen. Oft wird es eine beschwerliche Wanderung. Zur Laichablage und Befruchtung herrscht ein großes Gewimmel unter der Wasseroberfläche. Die größeren Weibchen werden von unzähligen Männchen umworben, die sich rücklings an ihre Auserwählte klammern. Die eigentliche Herausforderung aber ist der Autoverkehr, gerade in und um Tallinn. Viele Frosch- und Krötenwanderwege führen über Straßen, weshalb zur Krötenwanderung viele Tiere überfahren werden. Die Helferinnen und Helfer werden also dringend gebraucht, damit Estlands Kröten und Frösche ihren Platz in der Natur des Landes behalten können.
06:50
Grüne Dinkelkörner brauchen einen bestimmten Reifegrad, damit beim Rösten über Feuer das unverwechselbare Aroma des Grünkerns entsteht. Nur an ein paar Tagen im Sommer kann Jürgen Stätzler unreifen Dinkel dreschen und anschließend auf seiner historischen Darre per Hand über Buchenholz trocknen. Diese Verarbeitung haben die Bauern im Bauland, einem kleinen Landstrich in Nordbaden, vor über 300 Jahren zufällig entdeckt. Grünkern gibt es als ganzes Korn, Schrot oder Mehl. Die traditionellen Rezepte in der Region sind Grünkernsuppe und herzhafte Grünkernküchle. Jürgen und seine Partnerin Dagmar Graser leben vegetarisch, und sie verwenden Grünkern für viele Gerichte - im Salat, als Risotto, als Füllung für asiatischen Rollen oder als Falafel-Grundlage. Auch im Kuchen schmeckt das nussige Korn.
07:20
(1): Hamburg: Das Tor zu Karl Lagerfelds Welt (2): Türkei: Die Ölringer von Edirne (3): Usbekistan: Gulnozas Ravioli (4): Schweiz: Umschlagplatz für entartete Kunst
08:05
(1): Griechenland: Der humanistische Blick des Fotografen Costas Balafas (2): Costa Rica: Der maskierte Kampf der Borucas (3): Neapel: Robertas Calamari-Salat (4): Brest: Die Macht des Schicksals
08:55
Am Anfang steht das Ideal der Freiheit, seit der Unabhängigkeitserklärung von 1776 Kern der amerikanischen Identität. Doch dieses Versprechen galt lange nicht für alle. Der Kampf um gleiche Rechte zieht sich durch die gesamte US-Geschichte - von der Abschaffung der Sklaverei über die Bürgerrechtsbewegung bis zu aktuellen Konflikten. Ein zweiter Grundpfeiler ist der Glaube. Religiöse Bewegungen, vor allem die christliche Rechte, beeinflussen die politische Debatte in den USA bis heute - vom Streit um Abtreibung bis zum Erstarken des christlichen Nationalismus. Hinzu kommt der American Dream: die Vorstellung, dass sozialer Aufstieg durch Leistung möglich ist. Doch der Mythos vom Selfmademan verdeckt eine Realität, in der nur wenige diesen Aufstieg tatsächlich schaffen. Schließlich prägt ein allgegenwärtiger Patriotismus das Land. Zwischen Stolz, Machtinteressen und globalem Sendungsbewusstsein bestimmen die USA ihre Rolle in der Welt immer wieder neu. Diese vier Kräfte sind widersprüchlich, oft konfliktreich - und wirken bis heute fort. Sie erklären, warum die USA faszinieren, polarisieren und herausfordern. Und sie führen zu einer zentralen Frage: America - who are you?
09:50
Am Anfang steht das Ideal der Freiheit, seit der Unabhängigkeitserklärung von 1776 Kern der amerikanischen Identität. Doch dieses Versprechen galt lange nicht für alle. Der Kampf um gleiche Rechte zieht sich durch die gesamte US-Geschichte - von der Abschaffung der Sklaverei über die Bürgerrechtsbewegung bis zu aktuellen Konflikten. Ein zweiter Grundpfeiler ist der Glaube. Religiöse Bewegungen, vor allem die christliche Rechte, beeinflussen die politische Debatte in den USA bis heute - vom Streit um Abtreibung bis zum Erstarken des christlichen Nationalismus. Hinzu kommt der American Dream: die Vorstellung, dass sozialer Aufstieg durch Leistung möglich ist. Doch der Mythos vom Selfmademan verdeckt eine Realität, in der nur wenige diesen Aufstieg tatsächlich schaffen. Schließlich prägt ein allgegenwärtiger Patriotismus das Land. Zwischen Stolz, Machtinteressen und globalem Sendungsbewusstsein bestimmen die USA ihre Rolle in der Welt immer wieder neu. Diese vier Kräfte sind widersprüchlich, oft konfliktreich - und wirken bis heute fort. Sie erklären, warum die USA faszinieren, polarisieren und herausfordern. Und sie führen zu einer zentralen Frage: America - who are you?
10:40
US-Präsident Donald Trump hat alle überrumpelt. Wirtschaftlich besteht seine Offensive in der zweiten Amtszeit in einer abrupten Anhebung der Zölle, die in erster Linie China, aber auch zahlreiche andere Handelspartner trifft. Der radikale Kurswechsel, vom Weißen Haus "Liberation Day" getauft, folgt einer einfachen Logik: Innenpolitisch sollen die Zölle die Reindustrialisierung antreiben, Arbeitsplätze erhalten und das Gefühl des sozialen Abstiegs in Teilen der Wählerschaft dämpfen. Diese Rückkehr zum Protektionismus geht mit Budgetkürzungen einher, vor allem für internationale Hilfsmaßnahmen. So wurden die Mittel der Behörde für Entwicklungshilfe USAID, lange eine tragende Säule der US-amerikanischen Soft Power, drastisch gekürzt - mit der Folge, dass weltweit Hunderte Hilfsprogramme gestoppt oder ausgesetzt wurden. Die Dokumentation beleuchtet die Auswirkungen dieser Einsparungen auf die Lage in der Demokratischen Republik Kongo, wo die amerikanischen Hilfen aufgrund der instabilen Sicherheitslage existenziell sind. Hinter Trumps radikalen Maßnahmen verbirgt sich der Kampf um kritische Rohstoffe: Seltene Erden, Kobalt, Lithium und Nickel sind für alle modernen Technologien, auch für militärische, unverzichtbar. Bei einigen von ihnen, etwa den Seltenen Erden, dominiert China die Förderung und Verarbeitung und verfügt damit über ein gewichtiges strategisches und wirtschaftliches Druckmittel gegenüber den Vereinigten Staaten. Um diese Abhängigkeit zu verringern, sucht Washington nach Alternativen. Angesichts des Machtzuwachses von China macht die Trump-Administration keinen Hehl mehr aus ihren imperialen Ambitionen und setzt sich über frühere Bündnisse hinweg.
11:55
(1): Rougail Saucisse, das Wahrzeichen der kreolischen Küche (2): Nostalgiegeschmack: Isabelle, von La Réunion nach Berlin (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Julia Pirotte fotografiert die Résistance in Marseille (2): Tofino: Kanadas Surfhauptstadt (3): Japan: Benis Reisomelett (4): Irland: Kunst in der Familie
13:10
(1): Armenien: Die Fotografin, die auf den Bus wartete (2): Camargue: Urlaub für alle in Le Grau-du-Roi (3): Hawaii: Mohanas panierter Fisch (4): Brasilien: Ein Prophet als Störenfried
14:00
Nachdem ein altes Werbevideo eine bunte Vorstellung der Stadt Sheffield in den 1970er Jahren mit ihren qualmenden Hochöfen und der brummenden Schwerindustrie gegeben hat, setzt die Handlung in der tristen Realität der 1990er Jahre ein: Die Stahlwerke sind weitgehend stillgelegt; die Freunde Gaz und Dave sind arbeitslos und halten sich mit kleinen Diebstählen über Wasser. Es reicht noch nicht einmal, um das Geld für Gaz' Unterhaltszahlungen aufzutreiben. Doch dann fällt den Freunden eine Schlange von Frauen auf, die für eine Show der Chippendales anstehen. Gaz und Dave beschließen, ihre ehemaligen Arbeitskollegen zu motivieren, mit ihnen eine eigene Striptease-Show auf die Bühne zu bringen. Dazu überreden sie zunächst ihren ehemaligen Vorabeiter Gerald, der mit seiner Frau einen Tanzkurs besucht und deshalb prädestiniert für den Job des Choreographen scheint. Langsam findet sich eine bunte Truppe beruflich gescheiterter Männer zusammen, die, bis auf eine Ausnahme, kein gottgegebenes Talent zum Tanzen besitzen. Erschwerend kommt hinzu, dass Gaz ungeachtet des Schamgefühls seiner wenig körperbewussten Mitstreiter überall herumerzählt, dass man anders als die US-Stripper "the full monty" gehen wolle - sprich, sich komplett ausziehen werde. Als dann auch noch mehrere Tänzer bei den Proben in einer gesperrten Lagerhalle erwischt werden und der Polizei nur knapp in ihren noch knapperen String-Tangas entkommen, steht das Projekt vor dem Ende. Doch was keiner erwartet hat: Eine unerschütterliche Schar weiblicher Fans akzeptiert kein Nein ...
15:25
Beim Urlaub in Paris mit seinem Freund Stan verliebt sich Ollie Hals über Kopf in die hübsche Georgette. Als diese ihm jedoch die kalte Schulter zeigt, will Ollie sich mit einem Sprung in die Seine das Leben nehmen. Aufgehalten von einem Offizier, heuern Ollie und Stan bei der Fremdenlegion an, um diese unglückliche Liebe zu vergessen ... - Klassiker (1939) mit Laurel & Hardy. Am Ende ihres Paris-Urlaubs verrät Ollie seinem Freund Stan, dass er Frankreich nicht verlassen könne, da er sich unsterblich in Georgette verliebt habe, die schöne Tochter des Wirts. Doch Ollies Versuch, um die Hand der jungen Frau anzuhalten, geht nach hinten los. Georgette weist Ollie hart ab, woraufhin dieser beschließt, in die Seine zu springen und seinem Leben ein Ende zu setzen. Im Angesicht des Todes äußert Ollie noch seinen letzten Wunsch, als Pferd wiedergeboren zu werden. Doch gerade als er zur Tat schreiten will, überzeugt ein vorbeieilender Offizier den Lebensmüden von der Sinnlosigkeit seines Vorhabens und schlägt den beiden Männern vor, sich der Fremdenlegion anzuschließen. Nicht ahnend, dass es sich bei dem Offizier um Georgettes Verlobten handelt, verwirft Ollie seinen Plan und die beiden Freunde willigen schließlich ein. Als Soldaten erweisen sie sich dann aber als derart unfähig, dass die Lage immer weiter eskaliert ... Der Film greift mit urkomischem Witz die bittere Realität der 1930er Jahre auf und macht den militärischen Drill der Zeit zur Zielscheibe des Humors.
16:35
Das südwestlich von London gelegene Stonehenge ist eines der berühmtesten und zugleich rätselhaftesten prähistorischen Bauwerke der Welt. Beim Bau des Steinkreises im Neolithikum vor knapp 4.500 Jahren wurden einfache Steinwerkzeuge verwendet und von Menschenhand riesige Steinblöcke mit einem Gewicht von bis zu 40 Tonnen aufgestellt. Wer waren die Männer und Frauen, die das berühmte Monument errichteten? Und welchem Zweck sollte es dienen? Lange blieben diese Fragen unbeantwortet. Kurz nach der Jahrtausendwende kamen der britische Archäologe Mike Parker Pearson und sein interdisziplinäres Team dem Geheimnis um die Bauleute von Stonehenge mit modernsten Technologien näher. Mittels DNA-Untersuchung von rund einhundert in Stonehenge ausgegrabenen Skeletten aus der Zeit des Neolithikums stellten sie fest, dass die Erbauer des Steinkreises keine Briten waren. Wer aber waren diese Menschen und woher kamen sie? Das Forschungsteam weitete seine Arbeit auf die nur wenige Kilometer von Stonehenge entfernte Steinzeitsiedlung Durrington Walls aus, ein von einem künstlichen Wall umschlossenes sogenanntes Henge. Es ist anzunehmen, dass die Bauleute während der Arbeiten an Stonehenge dort lebten. Bei Grabungen im Bereich der einzelnen Häuser gewannen die Forschenden Erkenntnisse zu Lebensbedingungen und Ernährung der Bauarbeiter. In Woodhenge, einem weiteren benachbarten Henge aus Holzstämmen, konnten die sie schließlich eine Verbindung zwischen den drei Monumenten herstellen. Die Entdeckungen werfen ein neues Licht auf die Funktion des faszinierenden Denkmals von Stonehenge.
17:05
Von spartanischen Armeezelten zum High-End-Luxus: Die Dokumentation "Alles inklusive - Die Geschichte des Cluburlaubs" nimmt Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine Zeitreise zu den Wurzeln eines globalen Urlaubsphänomens. Alles begann 1950 in einem Pinienwald auf Mallorca. Dort verwirklichte der Belgier Gérard Blitz seine radikale Vision einer klassenlosen Gesellschaft unter der Sonne, fernab der bürgerlichen Normen der Nachkriegszeit. Sein Club Med wird weltweit zum Vorbild des All-inclusive-Urlaubs. Dank exklusiver Archivaufnahmen werden die wilden Gründerjahre wieder lebendig - eine Ära, in der die Clubs als Orte der Freiheit, der Gleichheit und der sexuellen Freizügigkeit galten. Prominente Zeitzeugen berichten von der magischen Aufbruchstimmung: Allen voran Serge Trigano, der als Sohn des Mitgründers und späteren CEO die Geschichte des Club Méditerranée wie kein Zweiter kennt. Auch die 95-jährige Monique Levy, eine Gästin der ersten Stunde, lässt die Zuschauer am "Zauber des Clubs" teilhaben. Die Doku beleuchtet zudem den Aufstieg des deutschen Pendants: Der Robinson Club auf Fuerteventura wurde in den 1970er Jahren auch durch einen Besuch von Bundeskanzler Willy Brandt zum Inbegriff des deutschen Club-Booms. Animateure von damals und heute berichten, was den Club-Vibe ausmacht - und wie er sich über die Jahrzehnte verändert hat. Der freizügige Gemeinschaftsurlaub hat sich heute zur hochprofessionellen Urlaubsmaschinerie gewandelt, in der Luxus und Wellness den Ton angeben. Ein faszinierender Blick hinter die Kulissen der perfekten Ferienwelt.
17:50
Ibiza wird Mitte des vergangenen Jahrhunderts ein Sehnsuchtsort für Prominente, aber auch für Aussteiger aller Art. Bis heute hat sich die Sonneninsel ein besonderes Lebensgefühl bewahrt: Ibiza gilt als Hort der Freiheit. Den großen Aufschwung erlebt die Insel in den 1960er Jahren. Es kommen junge Französinnen und Franzosen, die den Pariser Studentenunruhen entfliehen, und junge Amerikaner, die nicht im Vietnamkrieg kämpfen möchten. Eine bunte Mischung von Aussteigern und Hippies aus der ganzen Welt, die auf Ibiza das gute Leben zu finden hoffen. Gleichzeitig gehört die Insel zu den ärmsten Regionen Spaniens, die Landbevölkerung lebt einfach und traditionell. Welten prallen aufeinander. In Spanien herrscht derweil eine repressive Militärdiktatur: General Franco regiert das Land mit eiserner Hand. Auf der Insel kommt es zu Zusammenstößen von Hippies und Polizei. Doch mit der Zeit arrangieren sich die Inselbewohner mit den langhaarigen Fremden. Nirgendwo in Spanien lässt es sich zu dieser Zeit so frei leben wie auf Ibiza. Und mit Francos Tod im Jahr 1975 brechen alle Dämme. Immer mehr Menschen, darunter Stars wie Bob Marley, Ursula Andress und Freddie Mercury, verfallen der Magie der Sonneninsel. In Bauernhäusern entstehen Clubs, die heute zu den größten der Welt gehören. Doch die Geschichte Ibizas bietet mehr als nur Partys und Sundowner: Wie kaum ein anderer Ort im Mittelmeerraum hat sich die Insel ein freiheitliches Lebensgefühl bewahrt, das noch heute den Mythos Ibiza prägt.
18:30
Nevada ist mehr als Las Vegas. Der Bundesstaat im Westen der USA vereint wie kaum ein anderer Ort Mythen, Extreme und Gegensätze des amerikanischen Westens. Weite Wüstenlandschaften treffen auf glitzernde Metropolen, uralte Kulturen auf futuristische Visionen. Hier leben stolze indigene Gemeinschaften, wilde Mustangs streifen durch endlose Täler, und im trockenen Boden finden sich noch immer die Spuren des Edelmetalls, das einst den Goldrausch auslöste. Die Dokumentation begibt sich auf eine Reise durch diesen außergewöhnlichen Bundesstaat - von den schroffen Gebirgszügen der Nationalparks bis in alte Goldgräbersiedlungen, die von einer Zeit erzählen, als Glücksritter nach Reichtum suchten. Doch Nevada ist auch ein Ort der Geheimnisse und Experimente: In der Wüste fanden atomare Tests statt, deren Spuren bis heute sichtbar sind. Zwischen Cowboy-Tradition, Glücksspielmetropole und militärischen Sperrgebieten entfaltet sich ein Land, das wie ein Brennglas für die amerikanische Geschichte wirkt. Die Dokumentation zeigt Nevada als einen Ort, an dem Vergangenheit, Mythos und Gegenwart auf spektakuläre Weise zusammentreffen - ein wahrer Wilder Westen, der bis heute lebendig ist.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Tschechien ist einer der größten Produzenten von Speisemohn weltweit. 80 Prozent des Mohns wird exportiert. Der Mohnanbau hat in dem kleinen Land eine lange Tradition. Doch der Klimawandel macht den Bauern zu schaffen, in den vergangenen Jahren war die Mohnproduktion rückläufig. Wie geht es weiter mit Tschechiens blauem Gold? Dieses Jahr hat der Mohn erst Ende Juni, viel später als erwartet, zu blühen begonnen. Landwirt Frantisek Pospísil sorgt sich, weil es im Frühjahr zu trocken war und die Mohnpflanzen nicht kräftig genug sind. Auf vielen Blüten tummeln sich graubraune Rüsselkäfer. "Der Mohn leidet stark unter dem Käferbefall", sagt Pospísil. Seit das Beizen der Samen in der EU verboten wurde, muss er nun regelmäßig gegen die schädlichen Insekten spritzen. Er hofft, die Plage so in den Griff zu bekommen. Ansonsten ist seine Mohnernte in Gefahr. Die Herausforderungen für die Landwirte nehmen zu. Wenig Regen und steigende Temperaturen führen dazu, dass der Mohn nicht gut wächst und anfällig für Schädlinge ist. Seit Generationen schon baut die Familie von Frantisek Pospísil Speisemohn an, nun weiß er nicht, ob er diese Tradition noch lange fortführen kann. 30 Tonnen Mohn will er diesen Sommer ernten - wird er die Ernte gegen Käfer und Wetterkapriolen schützen können? Mohnbauer Jirí Marek setzt auf natürliche Anbaumethoden ohne Chemie. "Wir müssen unsere Böden gesund halten, um gegen Schädlinge gewappnet zu sein", so Mareks Ansatz. Aber auch er hat mit dem Rüsselkäfer zu kämpfen. Der Ertrag dieses Jahr wird zeigen, ob er zukünftig mit der Mohnproduktion erfolgreich sein kann. Trotz dieser Unsicherheiten bleibt der Mohn für Tschechien ein wertvolles Gut - nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch als kulturelles Erbe des Landes.
20:15
Paul Kerjean hat sein Leben dem Journalismus verschrieben. Selbst sein Privatleben opferte er der Arbeit, so dass seine Ehe scheiterte. Dafür gelang ihm der Sprung von einer kleinen Regionalzeitung zur Pariser "La Tribune". Von Kerjeans Fähigkeiten als investigativem Journalist hat auch ein anonymer Informant gehört, der ihm in einem Parkhaus brisantes Material übergibt: Demnach ist Jacques Benoît-Lambert, Chef einer staatlichen Energiefirma, korrupt. Tatsächlich findet Kerjean weitere belastende Fakten. Mit seiner Story schafft er es auf die Titelseite. Kurz darauf wird Benoît-Lambert tot aufgefunden. Kerjean bezweifelt bald, dass Benoît-Lambert sich, wie offiziell verlautbart, aus Scham selbst erschossen hat. Bei seinen Recherchen stößt er auf den multinationalen Konzern G.T.I. und dessen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Paul Kerjean und seine Familie geraten in Gefahr. Doch er ist entschlossen, die Wahrheit über das Geschäftsgebaren der G.T.I. an die Öffentlichkeit zu bringen.
22:20
New York, 1975: Drogenboss Carlito Brigante wird vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Er will ein neues Leben beginnen, sein Geld ehrlich verdienen und mit Freundin Gail auf die Bahamas ziehen. Doch schnell wird Carlito von seiner Vergangenheit eingeholt - und wieder geht es um Leben und Tod. Brian De Palmas zugleich spannender und bewegender Gangsterfilm (1993) mit Kultstatus. New York, 1975: Der puerto-ricanische Gangsterboss Carlito Brigante wurde zu 30 Jahren Haft verurteilt. Doch er hat Glück, sein Anwalt David Kleinfeld entdeckt einen Verfahrensfehler und holt ihn schon nach fünf Jahren aus dem Gefängnis. Als freier Mann fasst Carlito den Entschluss, mit seiner kriminellen Vergangenheit abzuschließen und ein bürgerliches Leben zu führen. Sein Traum ist es, sich auf den Bahamas zur Ruhe zu setzen - doch dafür muss er zunächst auf legale Weise Geld verdienen ... Auch privat will Carlito einen Neuanfang wagen. Mit seiner früheren Geliebten, der Tänzerin Gail, beginnt er eine ernsthafte Liebesbeziehung. Gail bestärkt Carlito in seinen guten Vorsätzen und plant mit ihm eine gemeinsame Zukunft. Doch der Ausstieg aus dem Drogenmilieu fällt dem Ex-Mafioso schwerer als gedacht - und ausgerechnet sein Anwalt David Kleinfeld verwickelt ihn wieder in zwielichtige Geschäfte. Wird Carlito sein altes Leben wirklich hinter sich lassen können? Brian De Palmas fesselnder Gangsterfilm mit den beiden Oscar-Preisträgern Al Pacino und Sean Penn bietet neben großer Spannung und Nervenkitzel mitreißend melancholische Szenen.