05:05
Wie erlebten Frauen den Zweiten Weltkrieg? Wie überlebten sie Nazi-Terror und Zerstörung? Drei Frauen aus drei Ländern - Deutschland, Frankreich und Italien - vertrauen ihren Tagebüchern an, was sie mitten im Krieg nicht laut sagen durften: Magda, Dichterin und Mutter zweier Kinder, berichtet vom lebensgefährlichen Widerstand im faschistischen Italien. Die 22-jährige Madeleine erzählt von ihrem Leben als junge Frau im besetzten Paris - und die 36-jährige Berlinerin Käte davon, wie es ist, als deutsche Frau auf der Seite von Kriegsverbrechern und am Ende auch von Kriegsverlierern zu stehen. So unterschiedlich die drei Frauen sind, so ähnlich sind ihre Erfahrungen: Magda muss miterleben, wie Frauen im italienischen Widerstand willkommen sind, nach dem Krieg aber von den Männern wieder an den Rand gedrängt werden. Madeleine erlebt nach der Befreiung von Paris 1944, wie sich der Volkszorn zunächst gegen Französinnen richtet, die sich mit den deutschen Besatzern eingelassen haben. Und Käte, die im Ostteil Berlins lebt, berichtet von den zahlreichen Vergewaltigungen durch die einmarschierenden Russen nach Kriegsende. Die "Tagebücher der Befreiung" erzählen von Krieg und Terror, von den Traumata der Frauen, aber sie sind auch Zeugnisse weiblicher Selbstermächtigung, des Widerstands und der Resilienz. Die Dokumentation verwebt auf innovative Weise historisches Archivmaterial mit Tagebuchauszügen und Animationen aus dem Alltag der drei Protagonistinnen, kommentiert und eingeordnet von Historikerinnen und Historikern, die die privaten Schicksale mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs verbinden.
05:55
Jedes Jahr im Sommer bringt das Ensemble des Marionettenkutschentheaters aus Panevezys seine Kunst in litauische Dörfer, in denen es noch nie zuvor gastiert hat. Gezogen von einer motorisierten und kunstvoll dekorierten Dampflok geht es im Puppentheaterwaggon in die entferntesten Winkel des Landes. Kleine Städtchen und winzige Ortschaften, kaum verändert über die Jahrzehnte. Sie gelten als "vergessen". Viele Straßen sind noch unbefestigt, die Häuser einfach aus Holz gebaut, in einigen von ihnen gibt es bis heute kein fließendes Wasser. Die meisten Kinder und Jugendlichen hier waren noch nie in einem Kino, in einem Schwimmbad oder in einem Theater. Puppenspieler Daniel ist zum ersten Mal mit auf Tour. Wird sich der 23-Jährige in die Gruppe einfinden? Den straffen Spielplan einhalten können, die Zuschauer begeistern, täglich zwei Vorstellungen an neuen Orten spielen? Hält der Neuling auch Unannehmlichkeiten während der Reise durch? Wenn es etwa Streit in der Gruppe gibt, wenn es im Regenwetter über unwegsame Straßen geht? Daniel ist guter Dinge. Vielmehr wartet er darauf, endlich eine größere Rolle im Ensemble übernehmen zu dürfen. Doch als ihm der Theaterleiter diesen Wunsch erfüllt, tut Daniel sich ausgerechnet bei den Proben schwer. Wird er am Ende trotzdem seine Kolleginnen und Kollegen, den Regisseur und vor allem sein Publikum überzeugen können?
06:50
Eine Reise zu den Anfängen des Speiseeises: von chinesischem und arabischen Schneesorbets bis zur Erfindung der ersten Kühlmethoden mit Eis-Salz-Mischungen in Eiskellern - denn: ohne Eis kein Eis! Von da war es nicht mehr weit zum italienischen Gelato und den ersten Kühlschränken. Der technische Wandel ließ Eis vom Luxus- zum Alltagsprodukt werden. Im schwedischen Västerbotten besuchen wir eine Familie, die die Milch ihrer Kühe mit der Hand zu Eis verarbeitet. Lucie zeigt ein schlichtes Rezept für eine spektakuläre Eistorte und wie Eis auch ohne eine Maschine cremig wird. Bei einer Blindverkostung wagt sie sich an ungewöhnliche Sorten: Wie wär's mit Colablatt- und Estragon-Eis? Außerdem erklären Expertinnen, warum Gehirnfrost entsteht und wie man den Schmerz schnell wieder loswird.
07:25
(1): Jorge Oramas: Die Seele der Kanarischen Inseln (2): Usbekistan: Blaues Gold (3): Frankreich: Alex' Pissaladière (4): Hochzeit auf Schottisch
08:10
(1): Miossec, die donnernde Stimme aus Brest (2): New Age, Spiritualität made in California (3): Guatemala: Isabels gefüllter Fisch (4): Wales: Wolle aus dem Katalog
08:55
Das Fürstentum Monaco, ein Zwergstaat, übt auf viele Menschen eine geradezu magische Anziehungskraft aus, wirft aber auch jede Menge Fragen auf. Die erste Folge erzählt von den bewegten Anfängen Monacos. Im 13. Jahrhundert eroberte die aus Genua verbannte Adelsfamilie Grimaldi den strategisch wichtigen Felsen mit einer List und schuf so den Gründungsmythos des Fürstentums. Die Grimaldis hielten sich an der Macht, indem sie den Schutz mächtiger Verbündeter suchten: Sardiniens, Savoyens, der Provence, Spaniens und schließlich Frankreichs. Charles III. verstand als erster Grimaldi, dass das Fürstentum über eine strategische Situation verfügte. Er wollte Monaco zum Urlaubsziel des Glücksspiels und des boomenden Badetourismus machen. Über die Société des Bains de Mer (SBM) veranlasste er den Bau eines Kasinos, eines Opernhauses und prunkvoller Hotels. Nach und nach avancierte Monaco zum Luxus-Reiseziel der europäischen Elite. Unterdessen kam es zu sozialen Spannungen: Ganz Monaco war in der Hand der SBM, die alle Versorgungseinrichtungen verwaltete und französische wie italienische Zuwanderer zu Hungerlöhnen beschäftigte. Monacos Bewohner, fernab von Macht und Kasino lebend, gingen 1910 schließlich auf die Barrikaden. Dem Fürsten trotzten sie das Versprechen einer Verfassung ab. Der Erste Weltkrieg führte schließlich zu einem Einbruch der Besucherzahlen in Monte Carlo. Hatte Monaco seine Glanzzeiten bereits hinter sich?
09:40
Nach dem Ersten Weltkrieg lag Monaco am Boden: Das Kasino warf keine Gewinne mehr ab, die Société des Bains de Mer (SBM) versank in Schulden und dem Fürstentum drohte ohne legitimen Thronfolger der Untergang. Um zu verhindern, dass ein deutscher Prinz den Thron besteigt, drängte Frankreich Prinz Louis II. dazu, seine uneheliche Tochter Charlotte zu adoptieren. Sie wurde mit dem Grafen Pierre de Polignac verheiratet und gebar den späteren Prinzen Rainier III. - die Dynastie war gerettet. In den 1920er Jahren erlebte Monte Carlo eine Renaissance und avancierte zum weltweiten Zentrum für Sport, Unterhaltung und Kultur, das von bekannten Künstlern frequentiert wurde. Doch der quasi in Privatbesitz befindliche Zwergstaat weckte auch Begehrlichkeiten. So versuchte der zwielichtige Waffenhändler Basil Zaharoff, Monaco zu kaufen, um seiner jungen Frau ein Leben als Fürstin zu ermöglichen - ohne Erfolg. Prinz Louis II. glänzte durch Abwesenheit und überließ der SBM die wirtschaftliche und Frankreich die politische Führungsrolle. Im Schatten des Kasinos schwelte die soziale Unzufriedenheit. 1937 kam es zum Generalstreik, woraufhin Frankreich den autoritären Präfekten Émile Roblot einsetzte. Dann kam der Zweite Weltkrieg. Louis II. war ein Bewunderer von Marschall Pétain. Monaco kollaborierte mit den Achsenmächten und wurde aufgrund seines steuerlichen Status' zum Schwarzmarktparadies mit Holdings, Schmuggel und NS-Bankgeschäften. Nach dem Sieg der Alliierten erwogen zunächst die Kommunisten und später auch die Franzosen eine Annexion Monacos. Doch dazu kam es nicht. Erbprinz Rainier, der bereits 1944 Roblots Rücktritt erwirkt und sich den Forces Françaises Libres angeschlossen hatte, wurde nach dem Tod seines Großvaters im Jahr 1949 Fürst des ruinierten Staates.
10:30
In den 1960er Jahren führte der US-amerikanische Einfluss nach der Hochzeit von Fürst Rainier mit Grace Kelly und wegen angeblicher Kontakte zur CIA zu einer diplomatischen Krise mit Frankreich. Staatspräsident Chares de Gaulle verhängte eine Blockade und zwang Monaco, fortan Mehrwertsteuer zu erheben und im Fürstentum ansässige französische Staatsbürger zu besteuern. Doch letztlich ging Monaco als Sieger aus dem Konflikt hervor. Um das Image des Fürstenpalastes aufzupolieren, wurde Grace Kelly zur glamourösen Botschafterin gegenüber der weltweiten vornehmen Gesellschaft. Investoren strömten herbei, darunter auch der schwerreiche Aristoteles Onassis. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern verfolgte Rainier für sein kleines Land ehrgeizige Pläne. Mit Hongkong als Vorbild brachte der Fürst riesige Bau- und Landgewinnungsprojekte auf den Weg. Die Stadt wurde zum Spielball der Bauträger und Monaco zu einem Labor des Kapitalismus, wo die Reichsten der Reichen zu allem bereit waren, um sich ein Stück Beton zu sichern. Doch der neue Wohlstand hatte auch seine Kehrseiten: prekäre Arbeitsverhältnisse, Immobilienspekulation, ungezügeltes Zubetonieren von Freiflächen und eine allgegenwärtige Überwachung. Die prominent in den Medien präsente Fürstenfamilie stand und steht ebenso für Prunk wie für diese inneren Spannungen. Nach Rainier setzte Albert die Expansion des Zwergstaats fort. Obwohl das Land die Unabhängigkeit von Frankreich erreicht hat, ist Wachsamkeit geboten: Wegen diverser Finanzaffären und der mangelnden Bekämpfung von Geldwäsche wurde Monaco 2025 auf die Liste der Hochrisikoländer gesetzt.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
(1): Thiéboudiène, Senegals Küchenjuwel (2): Nostalgiegeschmack: Cheikh, ein Senegalese in Bordeaux (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): China: Zhang Yueran schreibt sich frei (2): Hexenjagd im Elsass (3): Kroatien: Sebastians Lammkoteletts (4): George Washington, der Meisterspion
13:10
(1): Harlem, der literarische Kokon von James Baldwin (2): Neukaledonien: Das erzwungene Exil der Algerier (3): Spanien: Elenas Garnelensuppe (4): Bretagne: Als Mona Lisa auf Reisen ging
14:00
Ruth, eine junge Buchhändlerin aus England, lernt John Wiley kennen, der eine Teeplantage auf Sri Lanka besitzt, und folgt ihm nach der Heirat blindlings nach Asien. Doch schon bald entdeckt sie, dass hinter dem Luxus der Plantage eine dunkle Vergangenheit liegt. Johns Vater Tom erbaute das Anwesen auf einem alten Wanderpfad der Elefanten. Da die Tiere dem Weg zu ihrer Wasserquelle weiter zu folgen versuchen, kommt es immer wieder zu gefährlichen Zusammenstößen mit den Bewohnern der Plantage. Ruth lernt auch das Leben ihres Mannes näher kennen, der sich abends gern mit seinen Trinkkumpanen umgibt und an den Gewohnheiten eines Junggesellen festhält - ein Prolet, der Ruth öfters die kalte Schulter zeigt. Die Ehepartner, die überstürzt geheiratet haben, geraten dadurch immer wieder in Konflikt. Auch das dominante Vermächtnis von Johns verstorbenem Vater und der Diener Appuhamy machen Ruth das Leben schwer. Mit Dick, Johns amerikanischem Aufseher, verbringt die unglückliche Ruth nun viel Zeit und versucht, ihre Sorgen zu vergessen. Als jedoch die Cholera in der Plantage ausbricht, sind alle drei herausgefordert. Ein an Originalschauplätzen gedrehtes Historiendrama mit Elizabeth Taylor.
15:40
Der Dokumentarfilm "Rom - Untergang einer Weltmacht " behandelt den schleichenden, aber unaufhaltsamen Prozess, der letztendlich zum Zusammenbruch des größten Reiches der Antike führte. Hauptverantwortlich für den Untergang Roms sind weder die Unfähigkeit seiner Kaiser noch die Kühnheit seiner Gegner oder die Schlagkraft ihrer Heere, sondern mehrere Pandemien und eine Reihe von Klimaschocks, die das Römische Reich vom 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung an heimsuchten. Neue Erkenntnisse der Wissenschaft machen diesen Prozess des Niedergangs heute besser verständlich. Drei aufeinanderfolgende Pandemien - wahrscheinlich die Pocken, ein hämorrhagisches Fieber und die Beulenpest - dezimierten Roms Bevölkerung stark und fügten Armee und Wirtschaft großen Schaden zu. Man geht davon aus, dass Rom dreimal hintereinander ein Drittel bis die Hälfte seiner Bevölkerung verlor, was seinen Gegnern gelegen kam, um die angeschlagene Weltmacht weiter zu schwächen. In Europa, den USA und Russland versuchen Archäologen und Historiker sowie auf antike Krankheiten spezialisierte Genetiker, die Pandemien des Römischen Altertums zu identifizieren und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung zu ermitteln. Neben diesen Forschungen zeigt der Dokumentarfilm die Arbeit der Dendrochronologen, die an den Jahresringen von Hölzern Klimaschwankungen über die Jahrhunderte hinweg ablesen. Dabei entdeckten sie im 3. Jahrhundert in Europa und Eurasien eine plötzliche Klimastörung, durch die die landwirtschaftlichen Erträge zurückgingen. Dies habe sich gravierend auf die Ernährung der Bevölkerung ausgewirkt und sei auch verantwortlich für die Migration der Hunnen aus der Mongolei und Südsibirien nach Europa - mit der tiefgreifenden Erschütterung des Römischen Reiches als Folgeerscheinung. Wie andere Untersuchungen zeigen, haben ungeheuer starke Vulkanausbrüche Anfang des 6. Jahrhunderts eine spektakuläre Abkühlung hervorgerufen und das Römische Reich in eine nie dagewesene Krise gestürzt. Diese spätantike kleine Eiszeit in Verbindung mit der ersten Beulenpest-Epidemie in diesem Teil der Welt könnte den Versuch Roms, ein letztes Mal wieder zu erstarken, vereitelt haben.
17:20
Flüsse sind Lebensraum für unzählige Arten, dienen der Bewässerung in der Landwirtschaft und werden zur Stromerzeugung genutzt. Diese komplexen Ökosysteme werden allerdings durch Dürren, Umweltverschmutzung und übermäßige Nutzung bedroht. In der Normandie wirkt sich die intensive Landwirtschaft auf die Wasserqualität des Flusses Risle aus und verringert die Laichbereitschaft der Forellen. Victor Zunigas und einige engagierte Bürger haben einen von zwei Pferden gezogenen Pflug entwickelt, um das Flussbett umzupflügen und so die Auswirkungen der Umweltverschmutzung zu reduzieren. Dank ihrer Bemühungen sind die Forellen wieder zurückgekehrt. Im Norden Andalusiens, in den Gebirgslandschaften der Extremadura, setzt José Antonio mittelalterliche Bewässerungsgräben wieder instand. Die so genannten Acequias leiten das Wasser aus Regenfällen und Schneeschmelze ins Grundwasser und dienen der Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen. Stauwerke der an Flussläufen errichteten Wasserkraftanlagen behindern die Fischwanderung und gefährden so die Reproduktion der Tiere. Seit über 20 Jahren setzt sich die Wissenschaftlerin Aurore Baisez für den Schutz des Atlantischen Lachses ein, der Jahr für Jahr in den Allier, einen der wichtigsten Nebenflüsse der Loire, zurückkehrt, um hier zu laichen.
17:50
Im Nordosten Chinas leben zwei der seltensten Großkatzen der Welt in unmittelbarer Nachbarschaft: Amur-Tiger und Amur-Leoparden. In den ausgedehnten Wäldern dieser Grenzregion haben sie Strategien entwickelt, um nebeneinander zu überleben. Den Amur-Tiger, den König des Waldes, in freier Wildbahn zu filmen, gelingt nur sehr selten. Das Filmteam hat es geschafft. Wir begleiten den majestätischen Jäger auf seiner Jagd nach Beute. Die Herde Sikahirsche, auf die er es abgesehen hat, ist jedoch auf der Hut und der heftig fallende Schnee spielt ihnen in die Karten. Im Frühling erwachen Dybowski-Frösche aus dem Winterschlaf und begeben sich auf Futtersuche, die manchmal ganz schön gefährlich werden kann. Und eine Ussuri-Grubenotter unternimmt große Anstrengungen, um eine Chinesische Rotbauchunke zu überwältigen. Aber die Unke weiß sich zu wehren. Im Winter jagen kleine Zobel nach Nahrung. Und wenn es für die Erlegung der schnellen Meise nicht reicht, werden eben die Vorräte von Eichhörnchen geplündert. Die Amur-Leoparden schließlich leben hier seit langer Zeit Seite an Seite mit den Amur-Tigern. Sie passen sich geschickt an die Bedingungen in ihrem Lebensraum an und meiden die Wege der Tiger. Eine bemerkenswerte Koexistenz, die nur unter sehr besonderen Voraussetzungen funktionieren kann.
18:35
Die Geschichte um Kosha beginnt mit einem traurigen Tag im Jahr 2017, als Lisa Hywood in Simbabwe ein etwa drei Monate altes Schuppentier, auch Pangolin genannt, übergeben wird. Seine Mutter wurde vermutlich getötet - wegen ihrer Schuppen, die aus Keratin bestehen. In Asien wird Pangolin-Schuppen eine heilende Wirkung nachgesagt. Allein deswegen gehören Schuppentiere heute zu den am meisten geschmuggelten Wildtieren der Welt. Lisa und ihr Team von der Tikki Hywood Foundation kennen die Situation: Die Behörden übergeben der Tierschutzorganisation oft Pangoline, die aus den Händen von Wilderern befreit wurden. Doch vom ersten Tag an ist bei Kosha alles anders: Das junge Weibchen will nicht aus der Flasche trinken. Die Biologin Ellen Connelly macht sich Sorgen, denn durch den Flüssigkeitsverlust droht das Pangolin-Baby zu sterben. Lisa und Ellen übergeben Kosha dem Pangolin-Pfleger Luke Kamuhuni. Er tut, was nach Stand der damaligen Wissenschaft als vollkommen sinnlos erscheint: Mit dem Schuppentier-Baby macht er sich auf den Weg zu einem Ameisenhügel und sofort schleckt das kleine Wesen die Ameisen mit seiner klebrigen Zunge auf. Kosha ist gerettet und die Menschen staunen über sie - nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal ... Die Dokumentation zeigt, wie Pangolin Kosha heranwächst und zu einem Modellfall für die Auswilderung von Schuppentieren in Simbabwe wird: Sie lernt, selbstständig im Gonarezhou-Nationalpark zu leben, mit Feinden und Artgenossen klarzukommen und selbst Mutter zu sein.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Am 28. Februar 2023 stoßen im Tempi-Tal in Mittelgriechenland ein Personenzug und ein Güterzug frontal zusammen. Ein verheerendes Feuer bricht aus, dessen Ursache bis heute ungeklärt ist. 57 Menschen sterben. Es ist das schwerste Zugunglück in der Geschichte Griechenlands. Panos Routsis verliert an dem Tag seinen 22-jährigen Sohn Denis. Er vermutet, dass der Güterzug Gefahrgut transportierte. Panos fordert eine Exhumierung seines Sohnes und hofft, die Analyse der Überreste bringt Klarheit. Als die Behörden dies ablehnen, tritt er in einen öffentlichen Hungerstreik. Seither ist er zum Gesicht der sogenannten Tempi-Bewegung geworden, die lückenlose Aufklärung fordert. Auch Katarina will verstehen, wie es zu der Katastrophe kam. Sie war im Zug und hat das Unglück überlebt. Die Angehörigen und Überlebenden haben das Gefühl, dass die Ursachen vertuscht werden sollen. Ungereimtheiten werden bekannt: So soll die Unfallstelle bereits nach wenigen Tagen ohne gründliche Spurensicherung geräumt worden sein. Investigativjournalistin Eurydice Bersi recherchiert zu dem Fall und stößt auf eine Mauer des Schweigens. Der Verdacht steht im Raum, dass EU-Subventionen zur Modernisierung des Bahnsystems veruntreut wurden. Im Februar 2025 entlädt sich die Wut der Bevölkerung über die verschleppten Ermittlungen auf der Straße. Der Ministerpräsident übersteht nur knapp ein Misstrauensvotum wegen Vertuschungsverdacht. Die Reportage begleitet die Protagonisten in den Tagen rund um den Prozessauftakt, der die Schuldfrage klären soll. Doch schon der erste Gerichtstag endet im Chaos.
20:15
Sheriff Will Kane möchte nach seiner Heirat mit der Quäkerin Amy als Sheriff zurücktreten. Am selben Tag erhält er jedoch die Nachricht, dass Frank Miller, ein gefährlicher Bandit, den er vor Jahren hinter Gitter brachte, mit dem Zug unterwegs in die Stadt ist, um sich an ihm zu rächen. Aus Angst drängt die Gemeinde daraufhin ihren Sheriff aus dem Ort. Doch kurz nach seiner überstürzten Abreise kehrt er zurück, gegen den Willen seiner Frau Amy: Kane will bleiben und sich Miller stellen. Der Zug wird um 12 Uhr mittags ankommen. Als Amy ihn vor die Wahl stellt, sich zwischen ihr und der Stadt zu entscheiden, entscheidet Kane sich dafür, seine Gemeinde zu schützen. Doch im Ort wird ihm jede Unterstützung verweigert. Alle drängen ihn, auch Helen, seine einstige Geliebte, die Stadt zu verlassen. Kane gibt nicht nach und bleibt. Schließlich ist es 12 Uhr mittags ... Als der Film 1952 in die Kinos kam, reagierte das Publikum teils empört, denn er erfüllte die Erwartungen an einen typischen Western nicht. Statt Action wurden emotionale Dialoge geboten - aber auch große Spannung. Inzwischen gilt "Zwölf Uhr mittags" als Meisterwerk und wurde 2007 vom American Film Institute auf Platz 27 der 100 besten US-amerikanischen Filme aller Zeiten gesetzt.
21:35
Die erfolgreiche Dirigentin Nina lebt getrennt von ihrem Mann mit ihrem pubertierenden Sohn Lars zusammen. Ihr Beruf bestimmt einen wesentlichen Teil ihres Alltags. Gerade befindet sie sich mitten in den Proben für Gustav Mahlers Fünfte Symphonie und muss für das Orchester jederzeit erreichbar sein. Als Lars nach dem Tod einer Mitschülerin Verhaltensauffälligkeiten zeigt, weiß sie nicht, wie sie ihre Kapazitäten priorisieren soll, zeitlich, aber auch nervlich. Sie sucht das Gespräch mit Lars, was sich zwischen den ständigen beruflichen Telefonaten schwierig gestaltet. Lars ist genervt von der mangelnden Aufmerksamkeit seiner Mutter und blockt gleichzeitig ihre Kontaktversuche ab. Auf Ninas verzweifeltes Angebot, einen gemeinsamen Ausflug zu unternehmen, geht er ein - aber nur unter der Bedingung, das Wochenende gemeinsam in ihrem Ferienhaus auf einer bretonischen Atlantikinsel zu verbringen. Trotz des beruflichen Drucks willigt Nina ein. In der winterlichen Atmosphäre der Insel, umgeben von rauer Natur und schroffen Einheimischen, sucht sie weiter den Kontakt zu Lars. Die Stille des Unausgesprochenen zwischen Mutter und Sohn lässt in Nina eine schlimme Vermutung aufkommen. Hanna Slak inszeniert eine beinahe zerbrochene Mutter-Sohn-Beziehung vor der winterlichen Atmosphäre einer Atlantikinsel; die Stille dieses "ausgestorbenen" Ortes korrespondiert auf beeindruckende Weise mit dem Schweigen zwischen den Figuren. Ein langsam erzähltes Drama voller Suspense.
22:55
40 Jahre umspannt die Handlung des monumentalen Gangster-Epos (1984) von Sergio Leone. Im Mittelpunkt stehen die Freunde Noodles und Max, die schon als Jugendliche während der Prohibitionszeit mit ihrer Gang die Lower East Side von New York unsicher machen. Als mit Ende des Alkoholverbots ihre größte Einnahmequelle versiegt, kommt es zu einem folgenreichen Streit ... New York: Schon als Jugendliche beschaffen sich die Freunde Noodles, Max, Dominic, Patsy und Cockeye in der Lower East Side der 1920er Jahre ihr Taschengeld durch Diebstahl und Erpressung. Ihre kriminelle Karriere bekommt einen Schub, als sie einen korrupten Cop mit einer Prostituierten überraschen und ihn fortan mit Beweisfotos nötigen, über ihre kriminellen Aktivitäten hinwegzusehen. Aber so werden sie langsam Bugsy, der mit seiner Gang das Viertel kontrolliert, zu mächtig. Der setzt seine Leute auf die Jungs an, und es kommt zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, bei der Dominic erschossen wird. Völlig außer sich über den Tod des Freundes, ersticht Noodles Bugsy. Nach zehn Jahren kommt Noodles aus dem Gefängnis frei. Er wird von Max erwartet, der inzwischen eine Verbrecherorganisation aufgebaut hat und viel Geld mit illegalem Alkoholhandel verdient. Kurz vor dem Ende der Prohibition plant Max einen letzten großen Coup: Er will die Federal Reserve Bank ausrauben. Noodles fürchtet, dass der Überfall scheitern und seine Freunde in den Tod führen wird. Um sie zu schützen, verrät er den Plan an die Polizei. Doch als diese einschreitet, richtet sie ein Blutbad an. Noodles fühlt sich schuldig und flieht aus New York. Erst Jahrzehnte später kehrt er zurück und erfährt, dass Max das Massaker überlebt hat. Aber die Freundschaft lässt sich nicht kitten ...