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TV Programm für ARTE am 09.06.2026

Versprechen Kernfusion? 05:05

Versprechen Kernfusion?: Der Wettlauf um die Energie der Zukunft

Dokumentation

"Kernfusion ist keine Raketenwissenschaft", sagt Markus Roth, "es ist um ein Vielfaches schwieriger". Dennoch ist der Physiker optimistisch, dass aus dem Traum von unerschöpflicher Energie bald Wirklichkeit wird. Hoffnung macht das erfolgreiche Experiment an der US-amerikanischen Laseranlage National Ignition Facility (NIF). Dessen 192 Laserstrahlen konnten eine winzige Brennstoffkapsel so stark verdichten, dass die Fusionsreaktion zündete und mehr Energie freisetzte, als zuvor in sie hineingesteckt worden war. Bisher galt die Magnetfusion und insbesondere der Tokamak als der vielversprechendste Ansatz auf dem Weg zu einem Fusionsreaktor: große Magnetspulen, die viele Millionen Grad heißes Plasma einschließen, in dem die Isotope des Brennstoffs fusionieren sollen. In Südfrankreich wird zurzeit der größte dieser Tokamak-Magnetkäfige gebaut, der Versuchsreaktor ITER. Doch ITER kämpft mit technischen Problemen, die den Bau verzögern. Fortschritte in Rechenleistung und Magnettechnologie verbessern die Chancen für einen alternativen Ansatz in der Magnetfusion: den Stellarator. Im Gegensatz zum Tokamak sind die Spulen des Stellarators so perfekt geformt, dass ihr Magnetfeld das Fusionsplasma über lange Zeiträume stabil einschließen kann. Drei Konzepte - ein Versprechen: aus einem Gramm der Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium so viel Energie zu gewinnen wie aus elf Tonnen Kohle. Dauerhaft verfügbar. Ohne CO2-Ausstoß. Ohne hochradioaktive Abfälle. Bis wann wird sich das Versprechen einlösen lassen? Und welche Rolle wird Strom aus Kernfusion dann in den Energiesystemen spielen? Der Wettlauf um die Energie der Zukunft erreicht eine neue Qualität und hat noch einige Herausforderungen zu bieten.

GEO Reportage 05:55

GEO Reportage: Die Puppen tanzen! Litauens rollendes Theater

Reportage

Jedes Jahr im Sommer bringt das Ensemble des Marionettenkutschentheaters aus Panevezys seine Kunst in litauische Dörfer, in denen es noch nie zuvor gastiert hat. Gezogen von einer motorisierten und kunstvoll dekorierten Dampflok geht es im Puppentheaterwaggon in die entferntesten Winkel des Landes. Kleine Städtchen und winzige Ortschaften, kaum verändert über die Jahrzehnte. Sie gelten als "vergessen". Viele Straßen sind noch unbefestigt, die Häuser einfach aus Holz gebaut, in einigen von ihnen gibt es bis heute kein fließendes Wasser. Die meisten Kinder und Jugendlichen hier waren noch nie in einem Kino, in einem Schwimmbad oder in einem Theater. Puppenspieler Daniel ist zum ersten Mal mit auf Tour. Wird sich der 23-Jährige in die Gruppe einfinden? Den straffen Spielplan einhalten können, die Zuschauer begeistern, täglich zwei Vorstellungen an neuen Orten spielen? Hält der Neuling auch Unannehmlichkeiten während der Reise durch? Wenn es etwa Streit in der Gruppe gibt, wenn es im Regenwetter über unwegsame Straßen geht? Daniel ist guter Dinge. Vielmehr wartet er darauf, endlich eine größere Rolle im Ensemble übernehmen zu dürfen. Doch als ihm der Theaterleiter diesen Wunsch erfüllt, tut Daniel sich ausgerechnet bei den Proben schwer. Wird er am Ende trotzdem seine Kolleginnen und Kollegen, den Regisseur und vor allem sein Publikum überzeugen können?

Küchen der Welt 06:50

Küchen der Welt: Louisiana: Boiled Crawfish

Essen und Trinken

(1): Boiled Crawfish, der berühmte Flusskrebs aus den Südstaaten (2): Nostalgiegeschmack: Adrian, eine Amerikanerin in Paris (3): Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 07:20

Stadt Land Kunst: Les Arcs à la Ruben Östlund / Usbekistan / Notting Hill

Magazin

(1): Les Arcs: Familientherapie à la Ruben Östlund (2): Auf dem Pferd in Usbekistan (3): In Italien: Michaelas gefüllte Endivie (4): Der Galgenprozess von Notting Hill

Stadt Land Kunst 08:10

Stadt Land Kunst: Muchtar Äuesows Kasachstan / Neukaledonien / Großbritannien

Magazin

(1): Kasachstan: Muchtar Äuesows literarisches Vermächtnis (2): Neukaledonien: Kaneka, der Klang der Freiheit (3): Kroatien: Vis?njas Trüffelomelette (4): Großbritannien: Schüler im Streik

Venedigs goldenes Zeitalter 08:55

Venedigs goldenes Zeitalter: Glanz und Gewalt

Dokumentation

"Venedigs goldenes Zeitalter - Glanz und Gewalt" beleuchtet den Aufstieg und Fall eines der mächtigsten Dogen der Republik. Im 15. Jahrhundert, dem goldenen Zeitalter Venedigs, führte Francesco Foscari die Stadt an die Spitze politischer und wirtschaftlicher Macht - und zugleich an den Rand innerer Zerreißproben. Während Handel, Flotte und internationale Netzwerke der Serenissima florieren, treibt Foscari die Expansion auf dem Festland voran. Doch dieser Kurs führt zu Rivalitäten mit mächtigen Familien wie den Loredan und verstrickt Venedig in jahrzehntelange Konflikte mit den Stadtstaaten Italiens. Hinter den prächtigen Fassaden des Dogenpalasts kommt es zu Intrigen, persönliche Feindschaften wachsen - und das alles unter der Kontrolle des ausgefeilten Rätesystems der Kaufmannsrepublik. Die Tragödie kulminiert im Schicksal von Foscaris Sohn Jacopo: Er gerät in die Mühlen des politischen Systems und wird zum Spielball politischer Fehden - Folter im Palast seines Vaters und Verbannung mit dessen Unterschrift eingeschlossen. Foscari muss sich entscheiden - zwischen Vaterrolle und Staatsräson im Sinne des Wohles aller Bürger. Der Dokumentarfilm zeichnet das eindrucksvolle Porträt einer Epoche, in der Glanz und Gewalt untrennbar verbunden sind. Experten, Archivmaterial, Animationen und reale Schauplätze eröffnen einen tiefen Blick in Politik, Handel, Architektur und Alltagsleben der Serenissima. So wird die Geschichte der Foscaris zum Sinnbild für den Mythos Venedig: schillernd, mächtig und zutiefst menschlich.

Venedig retten 10:25

Venedig retten

Dokumentarfilm

Venedig hat seiner außergewöhnlichen geografischen Lage Macht und Reichtum zu verdanken, doch die weltbekannte Stadt muss im Rhythmus der Gezeiten leben. Die ersten Siedlungen wurden auf Pfählen auf dem sumpfigen Untergrund errichtet. Mit dieser Technik ließ sich schließlich das Gewicht einer ganzen Stadt tragen. Der Schlamm in der Lagune sorgt dafür, dass das Holz nicht verfault. Die Pfähle sind in einem sehr guten Erhaltungszustand. Die ständigen Überschwemmungen bringen jedoch eine andere Bedrohung mit sich: Salz. Sobald das Wasser verdunstet ist, muss mühsam das Salz entfernt werden, das sich auf den Baudenkmälern der Stadt absetzt und das Mauerwerk angreift. Nach jahrzehntelangen Bauarbeiten und Baukosten in Milliardenhöhe soll "Mose" die Stadt beschützen - ein System aus beweglichen Fluttoren, die an den drei Öffnungen der Lagune zum offenen Meer errichtet wurden. Aber das Sturmflutsperrwerk darf nicht systematisch zum Einsatz kommen, da die Fluttore die Gezeiten blockieren, die Unrat und Abwässer aus der Lagune befördern. Daher arbeiten Ingenieure an einem kühnen Projekt, bei dem Meerwasser in den Untergrund der Stadt gepumpt und diese so um 25 Zentimeter angehoben werden soll. Die Zukunft Venedigs hängt ganz von der Beziehung zwischen Stadt und Lagune ab. Die Venezianerinnen und Venezianer fürchten, ihre Stadt könnte im Zuge des Klimawandels verschwinden. Daher setzen sie auf einen mehrdimensionalen Ansatz aus technischer Innovation und Renaturierungsmaßnahmen.

Küchen der Welt 11:55

Küchen der Welt: Andalusien: Abuñuelada-Auberginen

Essen und Trinken

(1): Abuñuelada-Auberginen, eine arabische Spezialität aus Andalusien (2): Nostalgiegeschmack: Inma, eine Andalusierin in Schottland (3): Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 12:25

Stadt Land Kunst: Marcelino Truongs Vietnam / La Martinique / Spanien

Magazin

(1): Vietnam: Marcelino Truongs Kindheitserinnerungen (2): Wenn La Martinique ein Baum wäre (3): In Costa Rica: Duñas Gemüsereis (4): Spanien: Ein vielversprechender Karrierestart

Stadt Land Kunst 13:10

Stadt Land Kunst: James Barnors Ghana / Harlem / Korsika

Magazin

(1): Ghana: James Barnor, Fotograf der Unabhängigkeit (2): Harlem: Blüte afroamerikanischer Kunst (3): Hamburg: Noras Finkenwerder Scholle (4): Korsika: Streit der Philosophen

Die Ritter der Tafelrunde 14:00

Die Ritter der Tafelrunde

Drama

Der tapfere Edelmann Sir Lancelot schließt sich Ritter Artus an, den er zutiefst bewundert. Artus besiegt die wilden Stämme des Landes und wird König des vereinten Englands. Doch sein aufrührerischer Neffe Sir Mordred deckt Lancelots heimliche Liebe zu Königin Guinevere auf und benutzt den Skandal, um einen Krieg zu entfachen. England in der Zeit des beginnenden Rittertums: Der Edelmann Lancelot bricht auf, um sich dem berühmten Ritter Artus von Pendragon anzuschließen, der die verfeindeten Stämme des Landes in einem Königreich vereinen will. Unterwegs gerät Lancelot jedoch in einen Hinterhalt, dem er mit Hilfe eines Fremden entkommt. Der tapfere Helfer entpuppt sich als Artus selbst. Schon bald werden sie zu engen Vertrauten im Kampf gegen die Truppen von Artus' Neffen Mordred, seinem stärksten Rivalen. In einer wagemutigen Schlacht bezwingen sie schließlich dessen Truppen und Artus wird König. Auf dem Weg zur Krönungszeremonie in Camelot befreit Lancelot das gefangen gehaltene Burgfräulein Guinevere. Artus macht sie zur Königin - nicht wissend, dass ihr Herz Lancelot gehört. Das nutzt der aufrührerische Mordred für eine Verschwörung. Als Guinevere Lancelot heimlich in seiner Kammer besucht, wird das Liebespaar von Mordred überrascht. Nun nutzt Mordred Artus' geschwundene Autorität und löst einen Krieg aus, der erneut das Land verwüstet.

Burgen 15:55

Burgen: Heimat Burg

Dokumentation

Uneinnehmbare Festungen, Heimstätten der Schönen und Reichen, machtstrotzende Prachtbauten: Europa ist von Burgen übersät. Bis heute regen diese stummen Zeugen des Mittelalters die Fantasie an. Für den Menschen sind sie Portale in eine weit entfernte Welt und in eine Zeit, in der Burgen entscheidend waren für die Ränkespiele und Kriege der Mächtigen. Sie dienten der Abwehr von Angriffen, wurden belagert, bargen Schätze, hielten Gefangene fest. Mancherorts hat jedoch die Legende die Realität überlagert: Kerker, in denen nie ein Gefangener saß; Fluchttunnel, durch die niemand in die Freiheit floh; und Turniere, für die auf Burgen in Wahrheit gar kein Platz war. Schon die Menschen im Mittelalter arbeiteten gern am "Mythos Burg". Dieser Mythos hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Dabei gibt es jenseits des Mythos erstaunliche Fakten über die mittelalterlichen Bauten zu entdecken. Wer weiß schon, dass Burgen lange Zeit aus Holz errichtet wurden? Dass Windsor Castle anfangs nur aus einem einzigen Turm bestand? Und dass eine der meistbesuchten deutschen Burgen noch heute in Familienbesitz ist? Weil die Quellenlage dünn ist, werden Erkenntnisse über den Burgenbau oft nur durch Experimente wie im französischen Guédelon gewonnen. "Heimat Burg", der erste Teil der zweiteiligen Dokumentation, erzählt abwechslungsreich vom Leben und Alltag auf Burgen. Vom Bau mit seinen finanziellen und technischen Herausforderungen über die Heiztechnik in den alten Gemäuern bis hin zu den gesellschaftlichen Höhepunkten der Feste und Bankette, die vor allem im ausgehenden Mittelalter Glanz in die alten Gemäuer brachten.

Burgen 16:45

Burgen: Bollwerk Burg

Dokumentation

Uneinnehmbar sollten sie sein, diese Machtsymbole des Mittelalters. Burgen wurden genutzt, um einzelne Regionen, sogar ganze Reiche zu sichern. Im Frühmittelalter gab es noch kaum Belagerungsgerät, um die kolossalen Mauern zu durchbrechen. Dennoch fanden Angreifer Mittel und Wege, um eine Burg zu erobern: Wer den längeren Atem hatte, sollte am Ende siegreich sein. Wie sorgten Burginsassen vor, um jahrelange Belagerungen zu überstehen? Wie effektiv waren Katapulte wie die berüchtigte Blide, die damals als "instrumentum diabolicum", ("Teufelswerkzeug") bezeichnet wurde? Und welche Rolle spielte die sogenannte psychologische Kriegsführung beim Kampf um die Burg? Das Ende der Burgen als Bollwerke der Macht läutete der Kanonendonner der ersten Feuerwaffen ein. Eine Modernisierung wäre aufwendig und kostspielig gewesen - aber möglich. Nur wenige Burgherren wagten diesen Schritt. Die meisten verließen ihre Burgen. In den Machtspielen der frühen Neuzeit hatten die Bauwerke nur noch als Reminiszenz an eine vergangene Epoche Platz. Und dies ist bis heute so geblieben, auch wenn moderne Sicherheitsgebäude noch immer auf Elemente aus dem Burgenbau zurückgreifen. Der zweite Teil der Dokumentation, "Bollwerk Burg", erzählt vom Aufstieg und Fall mächtiger Burgen: von den Sicherungsbauten gegen die Ungarneinfälle im 9. und 10. Jahrhundert über den staufischen Burgenboom im 13. Jahrhundert bis zum Bedeutungsverlust durch neue Waffentechnik sowie politische und gesellschaftliche Umbrüche im 15. und 16. Jahrhundert.

Königreich Jordanien 17:50

Königreich Jordanien: Der Süden

Land und Leute

In die jordanische Felsenstadt Petra kommen jährlich rund eine Million Besucherinnen und Besucher. Viele von ihnen nutzen für die Erkundung der Areals Esel, Pferde oder Kamele. Vor einigen Jahren schlugen Tierschützende Alarm: Viele der Tiere waren in schlechtem Zustand. Deshalb wurde hier eine Tierklinik gegründet - Dr. Mini Aravind und ihr Team ist seitdem jeden Tag in Petra unterwegs. In Wadi Rum leben noch heute Beduinen - die Nomadenvölker Arabiens. Faisal Al Zaraydeh pflegt hier eine alte Tradition: Sandtherapie. Der Wüstensand gilt als mineralienreich. Faisal behandelt mit ihm Gelenk- oder Rückenbeschwerden, aber auch Erkältungen und Magenprobleme. Mehrmals pro Jahr treten in Wadi Rum die schnellsten Kamele zum Rennen gegeneinander an. Entscheidend ist die perfekte Einstellung des Jockey-Roboters. Mit ihm wird das Kamel sozusagen ferngesteuert. Mutlaq Bani Abieh hat mit seinem Rennkamel nun das erste große Rennen. Jordanien ist eines der trockensten Länder der Erde. Wie sich unter solchen Bedingungen nachhaltig Landwirtschaft betreiben lässt, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in sogenannten Greenhouses. In den Anlagen verdunstet Meerwasser. So kühlt die Luft ab, die Luftfeuchtigkeit steigt, und die Pflanzen benötigen weniger frisches Wasser.

Königreich Jordanien 18:35

Königreich Jordanien: Der Norden

Land und Leute

Überall im Norden Jordaniens finden sich Zeugnisse vergangener Epochen. Seit ein paar Jahren brechen in Amman bunte Malereien, die sich oft über ganze Häuserfassaden ziehen, das historische Stadtbild auf. Und immer mehr junge Frauen drängen in diese Szene. Die Street-Art-Künstlerin Dalal Mitwally ist eine von ihnen. Nach einer internationalen Ausbildung und Erfahrungen in der Fashion-Industrie von Florenz und New York kehrt Tania Haddad nach Amman zurück, um ihr eigenes Label zu gründen. Die Marke ist eine Hommage an Jordanien und das Erbe des Landes: in den Geschichten, die sie mit ihrer Mode erzählt. In den Royal Hills lebt eine besondere Spezies: Araberpferde. Sie gehören zu den ältesten Pferderassen der Welt. Hier kümmern sich Experten aus aller Welt um den Fortbestand der edlen Tiere. Der Brite Mark Gamlin arbeitet seit zehn Jahren als Pferdetrainer auf dem Gestüt ihrer königlichen Hoheit, Prinzessin Alia Al Hussein. Der Fastenmonat Ramadan ist fast vorbei. Letzte Vorbereitungen im Haus der Familie Bani Hani. Yasmine und ihre Mutter stecken mitten in den Vorbereitungen für das Essen zum Fastenbrechen. Hoffentlich wird alles pünktlich zum Sonnenuntergang fertig. Das Tote Meer: Wer an seinem Ufer steht, befindet sich rund 400 Meter unter dem Meeresspiegel. Wegen des hohen Salzgehalts ist es unmöglich, hier unterzugehen. Trotzdem braucht es Rettungsschwimmer wie Mohammed Al Amazing. Oft hat er mehr zu tun als erwartet.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.

Mit offenen Karten - Im Fokus 19:35

Mit offenen Karten - Im Fokus

Infomagazin

Re: 19:40

Re:: Rumäniens umstrittene Pferdemärkte

Reportage

Im ländlichen Rumänien gelten Pferde immer noch als wichtiges Arbeitsmittel, denn moderne Maschinen sind teuer und die Dieselpreise hoch. Als günstige, vielseitige Alternative ziehen die Vierbeiner in der rumänischen Landwirtschaft noch vielerorts Pflüge, Karren oder auch Holzstämme aus dem Wald. Eigentlich eine gute Entwicklung für Zoltan Moldovan, Pferdehändler in dritter Generation. Gäbe es nicht ein Problem: In Rumänien ist der Handel mit lebenden Tieren auf Märkten stark reglementiert. Denn von diesen Aktionen breiteten sich in der Vergangenheit immer wieder Seuchen wie die Infektiöse Anämie aus. Infizierte Pferde gelangten zum Teil in das benachbarte Ausland und mussten dort eingeschläfert werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Die traditionellen Pferdemärkte mussten schließen. Für neue Märkte erteilen die Behörden praktisch keine Genehmigungen mehr. Ein schwerer Schlag für die Pferdehändler - Zoltan muss jetzt einen Teil seines Einkommens als Saisonarbeiter in Deutschland verdienen. Doch ganz wollen sich Zoltan und seine Kollegen das Geschäft mit den Rössern nicht nehmen lassen. Auf sogenannten "Pferdeausstellungen", auf denen die Pferde offiziell nur gezeigt und nicht verkauft werden sollen, wird der Handel vielfach geduldet. Zoltan träumt davon, in seiner transsilvanischen Heimatstadt Praid wieder einen richtigen Pferdemarkt zu etablieren, als wirtschaftlichen Impuls und sozialen Treffpunkt. Doch die bürokratischen Hürden bleiben hoch.

The Darkest Web 20:15

The Darkest Web: Ermittler im Kampf gegen Kindesmissbrauch

Dokumentation

US-Fahnder Greg Squire spürt Pädophile auf, die im Dark Web operieren. Er ist gezwungen, das Unvorstellbare zu sehen und zu denken. Er trägt eine ganze Bibliothek des Grauens in seinem Kopf. Doch nur so hat er die Chance, diejenigen zu stoppen, die Kinder missbrauchen. Gemeinsam mit anderen Ermittlern aus der ganzen Welt arbeitet er daran, die Täter zu identifizieren und den Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Regisseur Sam Piranty hat Greg und seine Kollegen mehrere Jahre lang begleitet. Sein Dokumentarfilm gewährt einen außergewöhnlichen Einblick in die internationale Polizeiarbeit. Die Entschlossenheit der Ermittler ist ihre stärkste Waffe. Sie verbringen Monate, manchmal Jahre damit, sich in nicht nachverfolgbare Netzwerke einzuschleusen, kleinste Hinweise auf Orte und Täter zusammenzutragen und mithilfe moderner digitaler Forensik Täter zu entlarven, die glauben, unantastbar zu sein. Manchmal sind es Intuition und Ausdauer, die den Durchbruch schaffen. Das ist altmodische Detektivarbeit, die kein Algorithmus ersetzen kann. Trotz ihrer Erfolge wissen die Ermittler, dass sie gegen ein Problem ankämpfen, das viel größer ist, als dass es ein Team lösen könnte. Die Zahlen zum Kindesmissbrauch im Netz sind weiterhin erschütternd hoch.

TikTok, die mächtigste App der Welt 21:40

TikTok, die mächtigste App der Welt: China, der Riese erwacht

Dokumentation

Die Geschichte von TikTok ist zunächst die eines beeindruckenden Markterfolgs: Zhang Yiming, ein junger Vertreter der chinesischen Tech-Szene, schaffte es innerhalb weniger Jahre an die Weltspitze der sozialen Medien. 2012 gründete der Software-Ingenieur aus Peking sein Unternehmen ByteDance, das 2016 eine neue App auf den chinesischen Markt brachte: Douyin, eine Videoplattform mit revolutionärem Algorithmus. Ein Jahr später eroberte eine neue Version dieser App, TikTok, den Weltmarkt. 2024 zählt sie rund 1,7 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer, darunter 170 Millionen in den USA. Keinem anderen sozialen Netzwerk ist bislang ein derart rasanter Aufstieg gelungen. Neben dem unternehmerischen Erfolg zeichnet sich auch eine politische Entwicklung ab: Staatspräsident Xi Jinping will sein Land anstelle der USA zur Supermacht des 21. Jahrhunderts machen. 2015 übernimmt die Kommunistische Partei Chinas die Kontrolle über die chinesischen Technologieunternehmen. Seitdem sind die Firmen verpflichtet, mit der Regierung zu kooperieren und gesammelte Daten dem Nachrichtendienst zu überlassen. ByteDance - Zhang Yimings Firma, aus der Douyin und TikTok hervorgingen - ist für die politische Führung von besonderer Bedeutung. Wie nutzt das chinesische Regime ByteDance, um seine Macht zu festigen? Welche Rolle spielt TikTok in der chinesischen Expansionspolitik? Und wie reagiert Washington auf den Vormarsch der chinesischen App in sein bisheriges Hoheitsgebiet? Diesen Fragen geht der erste Teil der Dokumentation nach.

TikTok, die mächtigste App der Welt 22:25

TikTok, die mächtigste App der Welt: Die Konfrontation

Dokumentation

Der weltweite Erfolg von TikTok löste in den USA eine heftige Gegenreaktion aus und führte zu einem Ringen beider Länder um politischen Einfluss. Im Herbst 2019 hat die Videoplattform die Schwelle von einer Milliarde Downloads seit ihrer Gründung überschritten. Die US-Behörden leiteten daraufhin eine Überprüfung der chinesischen App auf Spionagerisiken und eine mögliche Gefährdung der nationalen Sicherheit ein. Tatsächlich hat sich TikTok seit seinen Anfängen stark verändert: Es ist heute ein echtes soziales Netzwerk und kann als Informations- und Desinformationsinstrument genutzt werden. Es ist kein Zufall, dass auf der Plattform kaum Videos über die systematische Unterdrückung der Uiguren in Nordwestchina oder über die Demokratiebewegung in Hongkong zu finden sind. In diesem Machtkampf stehen sich zwei digitale Systeme gegenüber. Das amerikanische Modell setzt vor allem auf den freien Markt, betont die Meinungs- und Redefreiheit und plädiert für möglichst wenig staatliche Einmischung. Das chinesische Modell hingegen nutzt die Technologie als Mittel zur politischen Kontrolle. Die Regierung ist hier die zentrale, richtungsweisende Instanz, die über die Regulierung des Technologiesektors verfügt. Diese beiden Systeme führen derzeit eine neue Form des Krieges, der sich zunehmend in der Öffentlichkeit abspielt, aber von der breiten Öffentlichkeit noch kaum wahrgenommen wird: den unerbittlichen Krieg um Daten.

Digital Aliens 23:20

Digital Aliens: Die neue Ungleichheit

Dokumentation

Die Digitalisierung gilt als Motor des Fortschritts. Doch während sich unsere Welt rasant vernetzt und unser Alltag zunehmend automatisiert, wächst eine neue Form der Ungleichheit. "Digital Aliens - Die neue Ungleichheit" zeigt, wie digitale Systeme Gesellschaften neu ordnen - und warum immer mehr Menschen dabei drohen, abgehängt und unsichtbar zu werden. Der Dokumentarfilm erzählt von einer Welt, in der Technologie als Heilsbringer gefeiert wird, Teilhabe jedoch immer stärker an Zugang, Kompetenzen und algorithmischen Entscheidungen geknüpft ist. Millionen Menschen scheitern an digitalen Schnittstellen, während automatisierte Prozesse Verwaltungen, Arbeitsmärkte und Sozialsysteme prägen - oft ohne Transparenz, ohne Widerspruchsmöglichkeiten, ohne menschliches Gegenüber. Algorithmen bewerten, sortieren aus und entscheiden. Sie reproduzieren bestehende Diskriminierungen, verstärken sie oder schaffen neue. Zwischen politischer Regulierung und technologischer Vision stellt der Dokumentarfilm die Frage nach Verantwortung. Wer trägt sie - und wer kann eingreifen? Expertinnen wie die Rechtswissenschaftlerin Sandra Wachter, die KI-Forscherin Abeba Birhane oder die Politologin Geraldine de Bastion analysieren die Machtverhältnisse der digitalisierten Welt. In Brüssel geht es um die Grenzen politischer Steuerung, im Silicon Valley gibt der Unternehmer Sebastian Thrun Einblick in neue Tech-Visionen. In Frankreich rekonstruiert der Film einen Algorithmus-Skandal in der Sozialbehörde, in Deutschland, Irland und Estland sucht er nach Gegenmodellen: Bildung, Solidarität und digitaler Selbstermächtigung.