05:00
Der kleine Bas, der bei dem Attentat seinen Hörsinn verloren hat, ist Samiras nächster Klient. Sie verwendet viel Zeit darauf, sein Kuscheltier wiederzufinden und lernt dabei auch seine Mutter Merel und seinen Stiefvater Stan kennen. Merel hat sich nach dem Attentat von Stan getrennt. Samira besucht auch ihren Kollege Peter im Krankenhaus, der ebenfalls am Tag des Anschlags in der Abflughalle war und ein Bein verloren hat. Mit Hilfe von Kollegin Blanche bekommt er seine Uhr zurück, ein liebgewonnenes Erbstück, dabei merkt Blanche, wie wichtig Samiras Arbeit ist und will sie zukünftig besser unterstützen.
05:55
Brice Delsouiller ist ein ungewöhnlicher Mann - sechs Monate im Jahr verbringt er auf den 3.000 Meter hoch gelegenen Sommerweiden in den Pyrenäen, um Kühe zu hüten. Der Enge des Alltags seines Heimatortes versuchte er sich seit jeher zu entziehen - und fand so nicht nur sein Glück in der Einsamkeit der Berge, sondern entdeckte eine weitere Leidenschaft: die des Skyrunnings, des Extrem-Berglaufs. Wer ihn beobachtet, traut seinen Augen nicht: Wie eine Gämse springt er von Bergkuppe zu Bergkuppe, stundenlang rennt er durch Täler und über Berghänge, durch unwegsame, steinige Landschaft. Brice Delsouiller hütet hier im Sommer etwa 400 Kühe, eine Mammutaufgabe, denn das Gelände ist unwegsam und Brice treibt seine Tiere immer höher, dorthin, wo das Gras am saftigsten, die Freiheit am größten ist. In seiner kleinen Berghütte lebt er ohne warmes Wasser, ohne Strom, ohne moderne Kommunikation. Nur mit seinen beiden Hunden und seinen Büchern. Seit 14 Jahren führt er dieses Leben als Hirte, erst vor vier Jahren hat er angefangen zu laufen. Zunächst, um seinen Hunden beim Hüten zu helfen, versprengte Tiere zu suchen oder um unten im Tal einzukaufen. Daraus wurde eine Sucht, eine Besessenheit, die ihn ständig an die eigenen Grenzen führt: "Ich weiß nicht, warum ich renne. Es ist eine Selbstverständlichkeit. Mein Körper wollte immer rennen. Ich fühle mich leicht, mächtig. Seit 14 Jahren lebt mein Körper in den Bergen, ist durch die Höhenunterschiede und den Mangel an Luft geformt und geschmiedet. Mein Körper hat sich komplett an die Bergwelt angepasst." Die Wettrennen in Katalonien und Andorra werden ihm zeigen, wo er steht, denn hier laufen die Besten. (Die Texte datieren von 2016, dem Produktionsjahr des Programms.)
06:50
(1): Kharcho aus Georgien, ein Topf voller Tradition (2): Nostalgiegeschmack: David, ein Georgier in Annecy (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): Japan: Die Haikus von Matsuo Basho (2): Glasgow: Von Schiffen und Arbeitern (3): Gran Canaria: Béatrices Getreidepüree (4): Frankreich: Ein Arzt, der aufs Herz hört
08:05
(1): Kalifornien: Unterwegs mit Jack Kerouac (2): Cevennen: Zufluchtsort der Dunklen Biene (3): Costa Rica: Sherbelins Fisch mit Kraut und Kokosmilch (4): Japan: Fake Food zum Anbeißen
08:55
Nördlich von Barcelonas Altstadt, im Stadtteil Eixample, ragen die organisch geformten Türme der Sagrada Família in den Himmel. Im Inneren taucht man in eine floral-botanische, wie in Stein gemeißelte Pflanzenwelt ein. Im Februar 2026 wurde das Kreuz auf den zuletzt fertiggestellten Hauptturm gesetzt - seitdem ist die Sagrada Família die höchste Kirche der Welt. Warum braucht es über ein Jahrhundert, um Gaudís Lebenswerk zu vollenden? Was inspirierte ihn bei der Entwurfsanfertigung und vor allem: Wie beendet man ein Werk ohne seinen Schöpfer? Um diesen Fragen nachzugehen, taucht der Film in die älteste aktive Baustelle der Welt ein und zeichnet ihre Entstehungsgeschichte sowie die jüngsten architektonischen Entscheidungen nach. Fachleute aus Geschichtswissenschaft und Architektur gehen auf Gaudí und sein Schaffen ein. Beleuchtet werden zudem die Herausforderungen, die mit dem Weiterbau einhergingen, und wie die die Nachfolger des katalanischen Meisters das visionäre Projekt auslegten und umsetzten. Als Gaudí 1926 verstarb, war lediglich die Geburtsfassade fertiggestellt. Erschwerend kommt hinzu, dass Gaudís Atelier 1936 niederbrannte und zahlreiche Entwürfe zerstört wurden. Der Weiterbau forderte daher aufwändige Deutungsarbeit, die auf den wenigen Überresten der Bauhütte beruhte, sowie auf privaten Schriften Gaudís, in denen er seine Ideen, Obsessionen und Leiden festhielt.
10:25
Irene hat lange davon geträumt, diesen Beruf ausüben zu dürfen. 120 Frauen stehen auf der Warteliste. Jetzt ist sie eine der 450 Mariscadoras in der Ría de Muros e Noia in Galicien, eine Muschelsammlerin zu Fuß! Rosa, die dienstälteste Mariscadora, führt sie ein in das Wissen um die besten Stellen und die richtige Haltung mit dem langen Rechen. Anders als die Muschelsammler zu Boot müssen sich die Mariscadoras bei ihrer Arbeit nach der Ebbe richten, denn die unberechenbaren Strömungen bergen Gefahren. Je rauer das Meer, je heftiger Sturm und Regen, desto gefährlicher ist ihr Job. Irene und Rosa aber lieben genau diese Naturgewalten. Eine Erntesaison geht normalerweise von Oktober bis Februar, die Muschelsammlerinnen verdienen in dieser Zeit ein Jahresgehalt, doch dieses Jahr sind die Muscheln nicht genug gewachsen. Die Fischerzunft von Noia legt die Erntezeiten und die Fangmengen in Absprache mit einem Biologen fest. Diese Saison wird die kürzeste in der Geschichte der Ría sein. Für Irene ist das tragisch, Rosa arrangiert sich und will nachhaltig handeln. Der Film taucht ein in ihre sehr besondere Welt.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
(1): Kimchi, die scharfe Seele Südkoreas (2): Nostalgiegeschmack: Luna, eine Koreanerin in Amiens (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Gabriele Münters farbenfrohes Bayern (2): Normandie: Auf den Spuren des Apfelweins (3): Usbekistan: Dilfuzas gefüllte Kürbis-Teigtaschen (4): Griechenland: Das Schiff der Hoffnung
13:10
(1): Polen: Krzysztof Zanussis existenzielles Kino (2): Chile: Vom sozialen Aufstieg der Kroaten (3): Hawaii: Bens panierter Fisch (4): Bretagne: Was Frauen wirklich wollen
14:00
Auf der Terrasse von Nora Lindes Haus wird im Rahmen der alljährlichen Segelregatta, die in Sandhamn endet, ein großes Fest veranstaltet. Noras Ehemann Henrik fährt selbst auf der neuen Jacht von Oscar Juliander mit, einem bekannten Insolvenzanwalt. Wie erwartet gewinnen die Mitglieder des Königlichen Jachtclubs das Rennen. Doch der Jubel dauert nur kurz, denn noch bevor das Boot im Hafen anlegen kann, fällt Juliander tot um. Erschossen! Kommissar Thomas Andreasson hatte sich darauf gefreut, bei der bekannten Segelregatta hautnah dabei zu sein - doch nun ist er Zeuge eines Mordes geworden. Die Ermittlungen führen ins Milieu der Vornehmen und Reichen, der Jachtbesitzer und Adeligen. Warum musste Juliander sterben? Motive gibt es viele: Juliander betrog seine Ehefrau, er düpierte seine Partner und spielte mit Mandanten Katz und Maus. Während sich Thomas an der großbürgerlichen Gesellschaft die Zähne ausbeißt, hat Nora, die als Juristin bei einer Bank arbeitet, andere Probleme: Sie möchte das gerade geerbte Haus auf Sandön behalten, das ihr Mann unbedingt verkaufen will. Ihre Ehe droht zu zerbrechen, obwohl Henrik alles versucht, um sie zu retten. Auch "Tod im Schärengarten" bietet Hochspannung: Das charmante Ermittlerduo Thomas und Mia bekommt es vor traumhafter Ostseekulisse erneut mit grausamen Morden, fatalen Verstrickungen und düsteren Geheimnissen zu tun.
14:45
Thomas ermittelt immer noch zusammen mit Kollegin Mia im Mordfall Oscar Juliander. Sie finden heraus, dass der Schuss entweder aus Noras Haus oder von der Villa Brandt gekommen sein muss. Folglich werden Noras Partygäste näher unter die Lupe genommen, was den betreffenden Mitgliedern der High Society gar nicht gefällt. Aus gutem Grund: Nacheinander geraten ehemalige Geschäftspartner und Freunde von Juliander in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen, und viele von ihnen machen sich auf ihre Weise verdächtig. Nora hat inzwischen ganz andere Sorgen: Ihre Schwiegermutter "verbietet" ihr die Scheidung, und sie findet heraus, dass Henrik engen Kontakt zu einer anderen Frau hat. Zusätzlich bittet Thomas sie um ihre Hilfe, und sie überrascht einen Einbrecher in der Villa Brandt. Der Fall bekommt schließlich eine vollkommen neue Wendung, als ein zweiter Mord geschieht ... Auch "Tod im Schärengarten" bietet Hochspannung: Das charmante Ermittlerduo Thomas und Mia bekommt es vor traumhafter Ostseekulisse erneut mit grausamen Morden, fatalen Verstrickungen und düsteren Geheimnissen zu tun.
15:30
Nachdem mit Martin Nyrén ein zweites Vorstandsmitglied des Königlichen Jachtclubs getötet wurde, stellt sich Thomas und Kollegin Mia die Frage, ob sich die anderen Mitglieder ebenfalls in Lebensgefahr befinden. Sie suchen verzweifelt nach einer Verbindung zwischen Juliander und Nyrén. Eine mögliche Spur ist eine Person mit dem mysteriösen Decknamen "Indi", die Martin Nyrén mit einer Textnachricht hinaus auf die kleine Insel lockte, wo er erschossen wurde. Es stellt sich heraus, dass sich hinter "Indi" Ingmar verbirgt, der Mann, der nach dem Tod von Juliander Vorsitzender des Jachtclubs wurde. Der nun Hauptverdächtige hütet ein Geheimnis, das unter den Schönen und Reichen von Sandhamn einen Skandal auslösen könnte und unter allen Umständen bewahrt werden soll. Nora geht inzwischen Fotos von ihrer Party am Tag von Julianders Tod durch und entdeckt etwas, das sie erneut in die Villa Brandt und schließlich zum wahren Täter führt. Sie bringt sich dadurch in große Gefahr ... Auch "Tod im Schärengarten" bietet Hochspannung: Das charmante Ermittlerduo Thomas und Mia bekommt es vor traumhafter Ostseekulisse erneut mit grausamen Morden, fatalen Verstrickungen und düsteren Geheimnissen zu tun.
16:20
In die jordanische Felsenstadt Petra kommen jährlich rund eine Million Besucherinnen und Besucher. Viele von ihnen nutzen für die Erkundung der Areals Esel, Pferde oder Kamele. Vor einigen Jahren schlugen Tierschützende Alarm: Viele der Tiere waren in schlechtem Zustand. Deshalb wurde hier eine Tierklinik gegründet - Dr. Mini Aravind und ihr Team ist seitdem jeden Tag in Petra unterwegs. In Wadi Rum leben noch heute Beduinen - die Nomadenvölker Arabiens. Faisal Al Zaraydeh pflegt hier eine alte Tradition: Sandtherapie. Der Wüstensand gilt als mineralienreich. Faisal behandelt mit ihm Gelenk- oder Rückenbeschwerden, aber auch Erkältungen und Magenprobleme. Mehrmals pro Jahr treten in Wadi Rum die schnellsten Kamele zum Rennen gegeneinander an. Entscheidend ist die perfekte Einstellung des Jockey-Roboters. Mit ihm wird das Kamel sozusagen ferngesteuert. Mutlaq Bani Abieh hat mit seinem Rennkamel nun das erste große Rennen. Jordanien ist eines der trockensten Länder der Erde. Wie sich unter solchen Bedingungen nachhaltig Landwirtschaft betreiben lässt, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in sogenannten Greenhouses. In den Anlagen verdunstet Meerwasser. So kühlt die Luft ab, die Luftfeuchtigkeit steigt, und die Pflanzen benötigen weniger frisches Wasser.
17:05
Überall im Norden Jordaniens finden sich Zeugnisse vergangener Epochen. Seit ein paar Jahren brechen in Amman bunte Malereien, die sich oft über ganze Häuserfassaden ziehen, das historische Stadtbild auf. Und immer mehr junge Frauen drängen in diese Szene. Die Street-Art-Künstlerin Dalal Mitwally ist eine von ihnen. Nach einer internationalen Ausbildung und Erfahrungen in der Fashion-Industrie von Florenz und New York kehrt Tania Haddad nach Amman zurück, um ihr eigenes Label zu gründen. Die Marke ist eine Hommage an Jordanien und das Erbe des Landes: in den Geschichten, die sie mit ihrer Mode erzählt. In den Royal Hills lebt eine besondere Spezies: Araberpferde. Sie gehören zu den ältesten Pferderassen der Welt. Hier kümmern sich Experten aus aller Welt um den Fortbestand der edlen Tiere. Der Brite Mark Gamlin arbeitet seit zehn Jahren als Pferdetrainer auf dem Gestüt ihrer königlichen Hoheit, Prinzessin Alia Al Hussein. Der Fastenmonat Ramadan ist fast vorbei. Letzte Vorbereitungen im Haus der Familie Bani Hani. Yasmine und ihre Mutter stecken mitten in den Vorbereitungen für das Essen zum Fastenbrechen. Hoffentlich wird alles pünktlich zum Sonnenuntergang fertig. Das Tote Meer: Wer an seinem Ufer steht, befindet sich rund 400 Meter unter dem Meeresspiegel. Wegen des hohen Salzgehalts ist es unmöglich, hier unterzugehen. Trotzdem braucht es Rettungsschwimmer wie Mohammed Al Amazing. Oft hat er mehr zu tun als erwartet.
17:50
Das Land erholt sich nach dem Feuer, der Fluss führt reichlich Wasser. Während die Löwenjungen schutzlos den Gefahren der Savanne ausgesetzt sind, muss auch das Nilpferdbaby im Fluss das Überleben lernen. Sein Vater, der große Bulle, bleibt nach einem Kampf mit einem Rivalen schwer verwundet zurück. Das Krokodil hat in den Kaptrielen Verbündete gefunden. Die Vögel verteidigen sein Gelege. Ein einsamer Gepard hat allein wenig Überlebenschancen und sucht Anschluss. Doch die Begegnung mit seinen Artgenossen kann für ihn tödlich enden. Wird die Löwin ihre Jungen lebend finden, nachdem sie von einer wütenden Elefantenherde in die Luft geschleudert wurden? Die Doku-Fiktion "Serengeti - Wilde Geschichten aus der Savanne" eröffnet ungewöhnliche Einblicke in den Überlebenskampf bekannter und unbekannter Raubtiere in einem der letzten legendären Naturreservate der Erde. Die Doku-Fiktion basiert auf realen Ereignissen und vermittelt das Gefühl, hautnah dabei zu sein, wenn die Tiere herausfordernde Trocken- und Regenzeiten, Hitze und Dürre überstehen müssen. Große und kleine Dramen spielen sich im Wechsel der Jahreszeiten in der weltberühmten Savanne Ostafrikas ab. Über zwei Jahre sammelten die Kamerateams Geschichten rund um Tierfamilien in einem privaten Reservat der Serengeti und verdichteten sie zu einer dramatischen Handlung.
18:30
Die Löwen machen sich breit auf dem Inselberg und beanspruchen das Terrain. Es ist Zeit für die Paviane, sich in Sicherheit zu bringen. Auch die Flussbewohner müssen um Lebensraum kämpfen und ihre Jungen schützen. Die Krokodiljungen sind genauso gefährdet wie das Nilpferdbaby, das von der Strömung abgetrieben wird. Gerade in diesem Moment durchqueren Tausende Gnus den Fluss. Für die Nilpferdmutter bilden sie eine undurchdringliche Wand. Noch immer kämpft der einsame Gepard um die Anerkennung einer Gruppe von Männchen. Er muss sich beweisen, damit sie ihn akzeptieren. Für Löwen und Geparden kommt mit der Wanderung der Gnus die Chance auf eine Mahlzeit. Doch es braucht Jagdgeschick, um Beute zu machen. Im Fluss lauern die Krokodile auf ihre Chance, während die Nilpferdbullen untereinander unerbittlich um die Vorherrschaft ringen. Die Doku-Fiktion "Serengeti - Wilde Geschichten aus der Savanne" eröffnet ungewöhnliche Einblicke in den Überlebenskampf bekannter und unbekannter Raubtiere in einem der letzten legendären Naturreservate der Erde. Die Doku-Fiktion basiert auf realen Ereignissen und vermittelt das Gefühl, hautnah dabei zu sein, wenn die Tiere herausfordernde Trocken- und Regenzeiten, Hitze und Dürre überstehen müssen. Große und kleine Dramen spielen sich im Wechsel der Jahreszeiten in der weltberühmten Savanne Ostafrikas ab. Über zwei Jahre sammelten die Kamerateams Geschichten rund um Tierfamilien in einem privaten Reservat der Serengeti und verdichteten sie zu einer dramatischen Handlung.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:35
19:40
In Nordalbanien wirkt ein jahrhundertealtes Gewohnheitsrecht bis heute nach: der Kanun. Nach seinen Regeln endet die Schuld für einen Mord nicht mit einer Gefängnisstrafe. Oft geraten ganze Familien in einen Kreislauf aus Angst, Vergeltung und sozialer Isolation. Die Reportage begleitet den Vermittler Dede Shullani, der seit Jahren versucht, verfeindete Familien zu versöhnen. Sein aktueller Fall reicht 15 Jahre zurück: Nach einem tödlichen Streit stehen sich zwei Familien unversöhnlich gegenüber. Während die Eltern des Täters abgeschottet leben und um das Leben ihrer Söhne fürchten, lehnt die Witwe des Opfers eine Versöhnung bislang ab. Auch Schwester Christina begegnet den Folgen der Blutrache täglich. In ihrer Mission in Shkodra unterstützt sie Frauen, Kinder und Familien, die unter den Auswirkungen der Blutfehden leiden. Gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen hilft sie Menschen, die oft kaum noch Hoffnung auf ein normales Leben haben. Der Beitrag zeigt, wie tief die Tradition der Blutrache in manchen Regionen Albaniens bis heute verwurzelt ist. Er erzählt von Menschen, die zwischen alten Regeln und modernem Rechtsstaat gefangen sind, von Angst und Einsamkeit - aber auch von jenen, die sich für Versöhnung und ein Ende der Gewalt einsetzen. Dabei wird deutlich, wie schwer es ist, jahrhundertealte Vorstellungen von Ehre und Vergeltung zu überwinden - und wie wichtig diejenigen sind, die dem Hass mit Menschlichkeit begegnen.
20:15
Im Jahr 1928 steht Deutschland am Rande eines Bürgerkriegs. Kommunisten und Nationalsozialisten liefern sich Kämpfe auf den Straßen und an den Wahlurnen, um die Mehrheit im Reichstag zu erlangen. Wahl um Wahl erobern Adolf Hitler und seine Partei die politische Landschaft, während seine Braunhemden bei politischen Gegnern Angst und Schrecken verbreiten. Am 30. Januar 1933 wird Hitler dank einer wackeligen Koalition mit der nationalkonservativen DNVP Reichskanzler. Kurz darauf sorgt das Gerücht eines bevorstehenden Staatsstreichs für zusätzliche Verunsicherung. Am 27. Februar 1933 werden mit dem Brand des Reichstagsgebäudes alle Befürchtungen wahr. In dem brennenden Gebäude wird ein Mann aufgegriffen: der 24-jährige arbeitslose Niederländer Marinus van der Lubbe, der als Kommunist gilt - in den Augen der Nationalsozialisten ein Bilderbuchtäter. Der Vorwand ist gefunden, über Nacht Tausende Oppositionelle zu verhaften und in den ersten nationalsozialistischen Konzentrationslagern zu internieren. Darunter befinden sich auch drei bulgarische "Agitatoren" und der Fraktionsvorsitzende der Kommunisten im Reichstag, die zu Komplizen des jungen Niederländers erklärt werden. Binnen weniger Wochen wird Deutschland zur Diktatur: Der Kanzler erhält die volle Macht, während seine Milizen auf den Straßen im Namen der Partei Terror verbreiten. Außerhalb Deutschlands organisiert sich Widerstand: Die Kommunisten beschuldigen ihrerseits Goebbels, Göring beziehungsweise die SA, den Brand gelegt zu haben. Die Nationalsozialisten reagieren mit einem Schauprozess gegen die mutmaßlichen Reichstagsbrandstifter. Drei Monate lang werden alle Verhandlungen aufgezeichnet. Mehr als 200 Zeugen und Sachverständige treten unter strenger Kontrolle der Propaganda in den Zeugenstand. Die Schuld von Marinus van der Lubbe scheint außer Zweifel zu stehen ...
21:45
Als das Jahr 1933 beginnt, ist Berlin eine der modernsten Städte der Welt. Eine pulsierende Metropole, in der sich die Gegensätze aneinander reiben. Zwölf Monate später ist von den Widersprüchen und der Vitalität nichts geblieben. Die Stadt ist einer Partei und einem "Führer" unterworfen. Berlinerinnen und Berliner jubeln der neuen Macht zu, ziehen sich vor ihr ins Privatleben zurück oder fliehen - wenn sie denn können - bevor sie in den Kerkern verschwinden. Stadt und Menschen erleben einen Ritt ins Verderben - für einige Betrachter ein erhoffter Aufbruch oder nur ein kurzer Spuk, für andere das Signal zur Flucht. Die Gesellschaft spaltet sich, der demokratische Staat wird zersetzt. Als Adolf Hitler ohne eigene Mehrheit Reichskanzler wird, treiben er und seine Verbündeten in Politik, Industrie und Bürgertum die Spaltung voran: Neuwahlen werden ausgerufen, Zeitungen verboten, Positionen in Staat und Verwaltung von Parteifreunden besetzt. SA und NSDAP übernehmen den Staat und bringen noch mehr Gewalt in den Alltag. Die zerstrittene Opposition kann der rechten Propaganda nur wenig entgegensetzen. Bei der Neuwahl erlangt die NSDAP die Mehrheit und muss beim Ermächtigungsgesetz nur sozialdemokratische Gegenstimmen zur Kenntnis nehmen. Abgeordnete anderer Fraktionen sind eingeschwenkt, befinden sich in Gefängnissen oder im Exil.
23:15
Berlin, Ende April 1933. Seit drei Monaten sind die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler an der Macht. Im März haben sie zusammen mit den Deutschnationalen unter Alfred Hugenberg knapp die Wahl zum Reichstag gewonnen. Die Abgeordneten der KPD, der SPD und des katholischen Zentrums werden verfolgt und bedroht. Tausende Sozialdemokraten und Kommunisten verschwinden in Gefängnissen und wilden Konzentrationslagern, andere fliehen aus dem Land, vor allem Intellektuelle - nach Prag, Paris oder Wien. Juden erhalten Berufsverbote, ihre Geschäfte werden boykottiert, Gesetze schließen sie aus der Gesellschaft aus. Hakenkreuzfahnen überall. Presse, Rundfunk, Film und Theater sind der Zensur unterworfen. Nationalsozialisten gelangen an die wichtigsten Positionen im Machtapparat. Im Mai werden die Gewerkschaften verboten, deren Anführer verhaftet. Im Juni wird die SPD endgültig verboten. Andere Parteien als die NSDAP werden verboten, Neugründungen nicht erlaubt. Ein Netz von Konzentrationslagern entsteht, in denen Menschen zu Tode kommen. Die Medien werden aus dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda dirigiert. Ab Oktober wird die Reichswehr heimlich aufgerüstet. Im November stimmen fast 90 Prozent der Wählerinnen und Wähler für die NSDAP und für den Austritt aus dem Völkerbund. Im Dezember wird die Einheit von Staat und Partei verkündet, die Menschen auch in ihrer Freizeit kontrolliert. Als das Jahr sich dem Ende neigt, hat sich im Deutsche Reich eine neue Realität etabliert, die Realität des Dritten Reiches - ein Gebilde aus Wahn und Gewalt, aus Terror und Propaganda. Adolf Hitler verkündet den Anfang eines Dritten Reiches, das tausend Jahre bestehen würde. Aus dem Spuk ist Wirklichkeit geworden, aber keine Wirklichkeit hält ewig.