05:00
Ein Trauma ist kein Randphänomen - im Gegenteil. Laut der Psychologin Maggie Schauer sind seine Folgen in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Ein zentrales Merkmal vieler Traumafolgestörungen ist dabei eine Art innere Abspaltung: Besonders belastende Erlebnisse werden vom Bewusstsein getrennt. Betroffene können sich oft nicht richtig oder gar nicht an das ursprüngliche Ereignis erinnern. Trotzdem reagiert ihr Körper manchmal heftig auf bestimmte Reize, Gerüche, Situationen oder Stimmungen, die unbewusst an das Verdrängte anknüpfen. Vor allem in der Gefühlswelt hinterlässt ein Trauma Spuren. Die Traumatherapeutin Aylin Thiel beschreibt diesen Prozess als Schutzmechanismus. Doch wer schon als Kind lernt, Gefühle zu unterdrücken oder abzuspalten, hält diesen "gedämpften" Zustand später oft für normal. Und Probleme wie wiederkehrende Konflikte in Beziehungen, diffuse innere Leere oder Depressionen erscheinen oft rätselhaft, weil ihre eigentliche Ursache im Verborgenen bleibt. Lässt sich dieses Rätsel lösen? Können wir den Spuren eines Traumas folgen - auch wenn die auslösenden Erfahrungen weit zurückliegen? Wie prägend frühe Erfahrungen sein können, zeigt die Forschung der Neurobiologin Nicole Strüber. Bedingungen wie dauerhaft fehlende Sicherheit oder mangelnde emotionale Verfügbarkeit können bei Kindern Spuren hinterlassen, die sich messbar auf die Entwicklung ihres Nervensystems und ihres Gehirns auswirken. Ab wann wird eine belastende Erfahrung also zum Trauma? Sind tatsächlich so viele Menschen davon betroffen? Oder wird der Trauma-Begriff doch etwas zu großzügig verwendet?
05:30
Wie können wir Landschaften wiederbeleben? Beispiel Moor: In Norddeutschland und im Baltikum schützen und renaturieren Forscher Moore. Damit leisten sie auch einen enormen Beitrag gegen die Klimakrise, denn Moore binden große Mengen an Treibhausgasen, solange sie nicht trockengelegt wurden. Auch in Österreich wird umgesteuert: Landwirte bekommen vom Staat Geld, damit sie mehr für die Artenvielfalt auf ihren Wiesen tun. Allein in Oberösterreich nehmen bereits über 2.500 Bauern an dem Programm teil. Wissenschaftlerinnen in Ungarn haben gemeinsam mit Zoos das Przewalski-Pferd ausgewildert. Sie bringen diese fast ausgestorbene Art zurück und helfen damit, die größte europäische Steppe zu erhalten. Und wer glaubt, Truppenübungsplätze seien nur lebensfeindliche Militärgebiete, der wird von der Senne in Deutschland überrascht sein, wo dank des Militärs eine seltene Heidelandschaft überleben konnte. Ein anderer Hotspot der Artenvielfalt sind Streuobstwiesen. Doch sie produzieren weniger Obst als der konventionelle Anbau und wurden daher vielerorts abgeholzt. Doch eine Initiative in Bayern kämpft für ihren Erhalt, um mit regional erzeugtem Obst einen Teil des Obstbedarfs decken zu können. Ihr Ziel: eine Landwirtschaft zu schaffen, in der beide profitieren - Mensch und Natur.
06:15
Der Onlinehandel boomt, Produkte aus aller Welt sind nur ein paar Mausklicks entfernt. Doch der Gütertransport - meist per Frachtschiff und Diesel-Lkw - verursacht Treibhausgase und Luftschadstoffe. Ingenieurinnen und Ingenieure aus vielen Ländern wollen unseren Gütertransport nachhaltiger gestalten und damit schädliche Emissionen einsparen. In Magdeburg tüfteln Wissenschaftler an einem autonomen Lastenfahrrad, das per App herbeigerufen werden kann und wieder selbstständig zur Ladestation zurückfährt - eine praktische Alternative zum Auto für die Stadt. Eine französische Supermarktkette hat die Seine für sich entdeckt und lässt ihre Lebensmittel auf dem Fluss in die Mitte von Paris transportieren. Der Wechsel vom Lkw zum Binnenschiff soll rund 300 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen. Die Hansestadt Rostock geht einen Schritt weiter und hat ihre Dieselfähre auf der Warnow gegen ein elektrisches Schiff ausgetauscht und transportiert Fahrgäste und Fahrräder ganz ohne Emissionen übers Wasser. Forscherinnen und Forscher aus Deutschland und Schweden arbeiten an umweltfreundlicheren Lkw, indem sie die Fahrzeuge während der Fahrt mit Strom versorgen. Der umweltfreundliche Gütertransport per Bahn scheitert auch an der Verladetechnik, denn die meisten Lkw-Ladungen können nicht mit dem Kran umgeladen werden. Ein Unternehmen aus Deutschland hat eine Methode entwickelt, um jede Fracht schnell vom Lkw auf den Zug zu bekommen. Engagierte Menschen zeigen, wie wir den Transport unserer Waren umweltfreundlicher machen können.
07:00
Noch vor 50 Jahren waren Nonnengänse vom Aussterben bedroht. Heute gibt es wieder Hunderttausende. Brüteten sie früher nur in den Polargebieten, sind sie inzwischen auch an der Ostsee und selbst an Norddeutschlands Westküste zu finden. Was Biologen und Naturschützer extrem freut, alarmiert jedoch zunehmend viele Landwirte. Denn die Vögel richten erheblichen Schaden auf ihren Feldern an. Und nicht nur das: Während die Tiere früher in Nordfriesland nur als Kurzzeitgäste zu Besuch waren, bleiben einige von ihnen inzwischen den ganzen Sommer hier. Und vermehren sich dank strikter Schutzmaßnahmen prächtig. In den Augen vieler Bauern sind die inzwischen nicht mehr gerechtfertigt. Sie fordern eine Bejagung und wollen notfalls selbst zum Gewehr greifen. Das wollen Naturschützer und Vogelliebhaber verhindern. Einer davon ist Martin Kühn, Ranger im Nationalpark Wattenmeer. Doch wie könnte schlussendlich ein Kompromiss für beide Seiten aussehen?
07:55
Im Frühling sinkt der Wasserspiegel in den Sümpfen von Cotentin, große Teile treten als Landflächen hervor. Der Beginn der warmen Jahreszeit bedeutet für die Viehzüchter Christelle und Valéry Ferey Aufbruch - seit November stehen ihre Kühe im Stall, jetzt werden sie wieder auf die Weiden in den Sümpfen in Amfreville getrieben. Diese Tradition gibt es, seit Menschen in den Sümpfen Viehzucht betreiben, und so treiben auch die Fereys seit Generationen ihre Färsen auf die saftigen, nahrhaften Sumpfweiden. Dank des Grases, das die Kühe in den kommenden Monaten fressen werden, gewinnt das Paar qualitativ hochwertige Milch, die Christelle auf ihrem Hof zu Camembert verarbeitet. Heute ist sie die Einzige, die in dieser Gegend den traditionellen Bauerncamembert herstellt. Dank des Sumpfgrases geben Christelles Kühe eine reichhaltige, cremige Milch. Ihre Camemberts bestehen zu 100 Prozent aus Rohmilch. Auch Jocelyn Desmares ganze Leidenschaft gehört den Sümpfen, deren Pflanzen und Kräutern. Der 57-jährige ehemalige Agraringenieur lebt und arbeitet hier als Ornithologe und Biologe und kennt wie kein anderer die faszinierende Vielfalt der Vogel- und Pflanzenwelt in den Sümpfen, deren Landschaft ihn jedes Jahr aufs Neue wieder verzaubert.
08:50
(1): Tchalé Figueira: Der expressive Ausdruck der Kapverden (2): Vulkane auf den Kapverden: Gefährlich und fruchtbar (3): Inês' Fischragout mit Kokosmilch (4): Auf den Kapverdischen Inseln verspätet sich die Weltreise
09:35
(1): Rudyard Kiplings verlorenes Paradies (2): Im indischen Meghalaya haben die Frauen das Sagen (3): Niranjans Ziegenfleisch mit Piment und Koriander (4): Kalkutta: Im Auge des Zyklons
10:25
Angélique Colfort arbeitet als Fischerin in Cavalaire, einem kleinen Ort nicht weit von Saint-Tropez. Hier treffen die grünen Hügel der Provence auf das blaue Wasser der Buchten des Mittelmeeres. Die Fischerin hat ein eigenes Boot, ein sogenanntes Spitzboot, wie es am Mittelmeer schon seit über 2.000 Jahren gebaut wird. Wenn nötig, repariert sie das Boot selbst oder lässt sich von Kollegen helfen. Ein paar alte Fischer haben sie auch in traditioneller Fangtechnik unterwiesen: Man folgt dem Rhythmus der Natur. So arbeitet Angélique nachhaltig und fischt nicht mehr, als sie zum Leben braucht, und auch nur das, was wieder nachwächst. Das Boot ist zwar klein und Angélique muss nah an der Küste fischen, doch dafür ist ihr Fang vielfältig, immer frisch und die Kunden stehen vor ihrem Stand Schlange. Angélique erklärt ihnen beim Verkauf, wie Fisch und Meeresfrüchte zubereitet werden, denn sie ist begeisterte Köchin und tut alles, um ihren Kunden auch seltene Fische nahezubringen. An Land ist die Fischerin von vielen Freunden umgeben: Mit Bernard und Didier räuchert Angélique versuchsweise einen Teil ihres Fangs, und mit ihrer Freundin Odile kocht sie gern. Ihr Lebensgefährte Laurent ist Kapitän auf einem Passagierschiff und greift ihr gelegentlich beim Ausliefern der Fische unter die Arme. Mit ihm reist Angélique viel auf der Suche nach neuen Rezepten, die sie zu Hause mit der traditionellen mediterranen Küche verbindet.
10:50
Seit Jahrtausenden prägt der Mensch die Landschaften Europas. Die vierteilige Dokumentationsreihe "Europa, von wegen wild!" geht der Entwicklung von vier Regionen nach, in denen Mensch und Natur in fragilem Gleichgewicht leben. Historiker, Archäologen und Biologen erforschen den Einfluss der Menschen auf die scheinbar unberührte Natur. Die Highlands in Schottland wurden durch Schnee und Stürme geformt und erstrecken sich über 25.000 Quadratkilometer. Sie sind bedeckt von Heide- und Graslandschaften sowie dichten Nadelwäldern. Sinnbildlich stehen sie für das wilde Schottland und werden doch seit über 8.000 Jahren von Menschen geprägt. Ein Beispiel dafür sind die typischen Heidelandschaften, die erst im Laufe der Zeit und aufgrund von menschlichen Eingriffen in die Natur entstanden sind. Die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts machen allerdings auch vor den Highlands nicht halt. Die Landschaft verändert sich, sie wird vielfältiger und widerstandsfähiger. Es liegt an den Bewohnerinnen und Bewohnern, wie die Zukunft der Region aussehen soll ...
11:35
Seit Jahrtausenden prägt der Mensch die Landschaften Europas. Die vierteilige Dokumentationsreihe "Europa, von wegen wild!" geht der Entwicklung von vier Regionen nach, in denen Mensch und Natur in fragilem Gleichgewicht leben. Historiker, Archäologen und Biologen erforschen den Einfluss der Menschen auf die scheinbar unberührte Natur. Die Dehesa im spanischen Südwesten lässt die Herzen von Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern weltweit höherschlagen. Wegen ihrer Ähnlichkeit zu afrikanischen Landschaften trägt sie den Spitznamen "europäische Savanne". In keiner anderen Region des alten Kontinents finden sich mehr gefährdete Arten oder eine größere Dichte an Greifvögeln. Bäume, Nahrung, Wasser, Schatten - die idealen Bedingungen in der Dehesa sorgten für die Herausbildung dieser außergewöhnlichen Artenvielfalt. Und ausgerechnet hier gelang es den Menschen, das weitläufigste Agroforstsystem Europas zu schaffen. Es umfasst drei Landschaftsarten: Wiesen mit vereinzelten Eichenhainen, Weideflächen für die Viehzucht und bewirtschaftete Gebiete, in denen Gras gesät wird, damit die Tiere trotz des ungünstigen mediterranen Klimas und der nährstoffarmen Böden genügend Futter finden. Wie wirkt sich das auf die Vielfalt aus?
12:20
Seit Jahrtausenden prägt der Mensch die Landschaften Europas. Die vierteilige Dokumentationsreihe "Europa, von wegen wild!" geht der Entwicklung von vier Regionen nach, in denen Mensch und Natur in fragilem Gleichgewicht leben. Historiker, Archäologen und Biologen erforschen den Einfluss der Menschen auf die scheinbar unberührte Natur. Das Land der tausend Teiche - ein poetischer und sehr treffender Name für die Brenne, ein 1.800 Quadratkilometer großes Feuchtgebiet im französischen Département Indre. Die Gegend in Zentralfrankreich zeichnet sich durch zahlreiche flache Teiche aus, die eine beeindruckende Flora und Fauna beherbergen. Für Zugvögel ist diese wenig bekannte Region ein beliebter Rastplatz. Einige seltene Arten haben die Gegend sogar zu ihrer Brutstätte erkoren. Anders als man vermuten könnte, ist diese Landschaft nicht im Laufe der Zeit durch geologische Prozesse entstanden. Die Teiche - heute für die heimische Pflanzenwelt unverzichtbar - wurden im Mittelalter von Menschen angelegt.
13:05
London, 1872: Der reiche Gentleman Phileas Fogg wettet mit anderen Mitgliedern des Reform Clubs, dass es möglich ist, in 80 Tagen die Welt zu umrunden. Um dies zu beweisen, tritt er am selben Abend mit seinem treuen Diener Jean Passepartout die große Reise an. Die erste Etappe führt Fogg und Passepartout mit dem Zug nach Dover, um von dort aus den Ärmelkanal mit dem Schiff zu überqueren. Weiter geht es nach Paris. Dort treffen sie zunächst auf den berühmten Wissenschaftler Louis Pasteur. Mit seiner Hilfe können sie eine nagelneue Flugmaschine des Erfinders Lenoir testen. Aufgrund einer Bruchlandung im Kolosseum in Rom müssen Fogg und Passepartout die nächste Etappe mit dem Schiff antreten. An Bord des Schiffes, das die beiden nach Bombay bringt, ist bereits der übereifrige Londoner Detektiv Mister Fix. Nach einem Banküberfall in London glaubt dieser, dass es sich bei dem gesuchten Täter um Phileas Fogg handelt. Um Fogg zu überführen, reist er den zwei Freunden hinterher. Nachdem die zwei Reisenden in Bombay sicher von Bord gegangen sind, gelangen sie in den Dschungel. Dort wollen die Abenteurer die wunderschöne Prinzessin Aouda retten. Diese soll gemäß den örtlichen Sitten mit der Leiche ihres verstorbenen Mannes verbrannt werden. Erster Teil der Romanadaption von Buzz Kulik aus dem Jahr 1989.
14:35
Dank der Verkleidungs- und Schauspielkünste von Jean Passepartout können Phileas Fogg und sein Diener die Prinzessin Aouda vor dem Tod auf dem Scheiterhaufen bewahren. Den Reisenden gelingt die Flucht aus dem Dschungel und sie beschließen, Prinzessin Aouda von Indien weg mit nach Hongkong zu nehmen. Auf dem Weg dorthin gerät das Trio in die Fänge von Banditen. Erst im letzten Augenblick können sie sich retten und sicher im Hotel ankommen. Inzwischen glauben die Mitglieder des Londoner Reform Clubs, dass Foggs Reise mit seinem vermeintlichen Tod ein frühes Ende gefunden hat. Erneut trifft Passepartout auf Detektiv Fix, der von den Plänen der beiden Abenteurer wusste und ihnen gefolgt ist. Obwohl Passepartout von Fix betäubt wurde, schafft er es, auf das frühzeitig ablegende Schiff nach Yokohama zu gelangen. Weniger Glück haben hingegen Fogg und Prinzessin Aouda. Sie verpassen das Schiff und müssen daraufhin auf dem Frachter von Captain Bunsby anheuern. Was sie nicht wissen: An Bord ist auch Detektiv Fix. Als auch noch ein gewaltiger Sturm losbricht, der das Schiff zum Kentern bringt, können sich Fogg, Prinzessin Aouda und Detektiv Fix mit letzter Kraft in ein Rettungsboot flüchten. Schließlich erreicht das Trio sicher den Hafen von Yokohama, wo neue Herausforderungen warten. Zweiter Teil der Romanadaption von Buzz Kulik aus dem Jahr 1989.
16:05
In Yokohama angekommen, stößt Jean Passepartout wieder auf Phileas Fogg und Prinzessin Aouda. Nach einigen Abenteuern in der japanischen Stadt macht sich das Trio auf den Weg nach San Francisco. Dort muss sich Fogg einer Mutprobe stellen. Denn inzwischen interessiert sich nicht nur er, sondern auch der Revolverheld Jesse James für die schöne Prinzessin Aouda. Jesse James fordert Fogg zum Duell heraus, das durch einen Angriff amerikanischer Ureinwohner unterbrochen wird. Jesse James und den Angreifern entkommen, reisen Fogg, Passepartout und Aouda mit der Eisenbahn nach New York. Von dort aus überqueren sie den Atlantik in Richtung England. Bei der Ankunft in England, kurz bevor die Wette gewonnen werden kann, wird Fogg von Detektiv Fix und der Polizei empfangen. Sie glauben noch immer, Fogg wäre der Bankräuber von London, und verhaften ihn. Es scheint, als seien alle Bemühungen, die Welt in 80 Tagen zu umrunden und somit die Wette zu gewinnen, umsonst gewesen ... Letzter Teil der Romanadaption von Buzz Kulik aus dem Jahr 1989.
17:40
Ob über den Aufstand von Landarbeitern in Südafrika, die Situation von Prostituierten in Mexiko oder über die neuen Gastarbeiter in Deutschland ... Das internationale Nachrichtenmagazin berichtet von den Brennpunkten der Welt.
18:35
Ulama - von zwei Mannschaften à fünf Spielern auf einem langen, schmalen Feld ausgetragen, erinnert es an Volleyball. Bei Ulama erfolgt aber nur der Aufschlag mit der Hand, danach wird mit der Hüfte gespielt. Man kennt das Ballspiel schon von den Azteken, Maya, Olmeken und anderen Völkern Mittelamerikas. Einst ging es um Leben und Tod, um die Gunst der Götter oder um Sieg und Niederlage in bewaffneten Konflikten. Deshalb verboten die spanischen Priester das Spiel nach der Eroberung Mexikos. Aber in kleinen Bergdörfern zwischen der Pazifikküste und der Sierra Madre, im Bundesstaat Sinaloa, hat Ulama überlebt. Seine Renaissance ist der Familie Lizárraga zu verdanken, die sich seit drei Generationen bemüht, das Spiel wieder populär zu machen. José Lizárraga ist nicht nur Spieler und Trainer, sondern auch Präsident des ersten und einzigen Ulama-Verbandes. Heute gibt es in Mexiko wieder über tausend aktive Ulama-Spieler. Die Hochsaison des Spiels beginnt im Herbst, wenn die Ernte eingebracht ist und die Tage kühler werden. Die jährliche Meisterschaft wird als Turnier im Dezember veranstaltet. Zwei Dutzend Herren-, Damen- und Juniorenteams aus ganz Mexiko, auch aus der Hauptstadt und den USA. reisen an. Schon die Unterbringung und Verköstigung der Gäste in den Dörfern ist eine Herausforderung. José hat alle Hände voll zu tun, aber er ist auch in Sorge. Denn er hat seine Frau Tanya Maria und den neun Monate alten, kranken Sohn Sebastian Itzcoatl lange nicht gesehen. Denn sie leben in Guadalajara, wo die medizinische Versorgung besser ist. Wird er sie zum Turnier wiedersehen? Und wird sein Traum von der Titelverteidigung wahr werden?
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Die eine Supermacht geht, die andere kommt? Mit Beginn des Ukraine-Kriegs stellen sich die Länder Zentralasiens breiter auf, um die Abhängigkeit von Russland zu reduzieren. Ein Global Player profitiert besonders: 2025 ist China zum wichtigsten Wirtschaftspartner der Region aufgestiegen. In Tadschikistan wurde das Parlamentsgebäude mit chinesischen Geldern gebaut. In Kasachstan und Usbekistan entstehen Wind- und Solarparks. In Kirgistan und den Nachbarländern schürft China Gold und Seltene Erden. Läuft Zentralasien Gefahr, ausgebeutet zu werden? Und sich ganz in den Dienst Chinas zu stellen? Das befürchtet Timur. Der usbekische Fotograf macht sich in Taschkent auf die Spur - zwischen Relikten der Sowjetzeit und neuen chinesischen Wolkenkratzern. Er spricht mit Usbeken und mit chinesischen Händlern. Wer profitiert von der neuen Partnerschaft? Mit den Investitionen entstehen auch neue Jobs. "Tracks East" begleitet einen Trucker aus Kirgistan auf dem Asphalt der neuen Seidenstraße. Wer steht unter Druck? In Kasachstan lebt eine große uigurische Minderheit. Deren Heimat liegt direkt auf der anderen Seite der Grenze: im chinesischen Xinjiang. Dort werden viele Uiguren und Angehörige anderer muslimischer Gruppen - wie Kasachen, Kirgisen und Tadschiken - in Lagern festgehalten. Sie durchleiden Zwangsarbeit und Folter. Dina hat über ein Jahr Lagerhaft überlebt und ist nach Kasachstan geflüchtet. Doch dort fühlt sie sich nicht mehr sicher.
20:15
Albert Einstein fand heraus, dass sich das Universum als Raum-Zeit-Kontinuum verstehen lässt und Anziehungskraft durch eine von Sternen und Planeten hervorgerufene Verzerrung der Raumzeit entsteht. Die Sendung lässt Astrophysiker zu Wort kommen, die heute versuchen, ein neues Verständnis von Einsteins Vorhersagen zu gewinnen. Im Fokus steht dabei das Laser-Interferometer-Gravitationswellen-Observatorium, kurz LIGO genannt, in dem 900 Forschende aus aller Welt arbeiten. Ihr Auftrag ist es, kosmische Gravitationswellen zu untersuchen. Erstmals vorausgesagt wurden diese Wellen 1916 durch die allgemeine Relativitätstheorie Einsteins - die Technik zu ihrer Erfassung gab es damals noch nicht. Wie sehen die Wissenschaftler Einsteins Ideen heute? Und warum lassen sich diese großen Theorien zur Funktionsweise des Universums - Einsteins Relativitätstheorie für das unendlich Große, Hawkings Quantenmechanik für das unendlich Kleine - immer noch nicht in Einklang bringen?
21:05
Stephen Hawking verbrachte den größten Teil seiner Forscherkarriere damit herauszufinden, wo Einstein sich geirrt haben könnte. In den 1960er Jahren empfingen Radioteleskope auf der ganzen Welt seltsame Signale aus dem All, die von winzigen Objekten mit enormer Dichte auszugehen schienen - von Neutronensternen. Diese mysteriösen Sterne hatte Einstein in seiner Relativitätstheorie vorausgesagt. Das bedeutete, dass auch andere Phänomene, die er beschrieb, sich bewahrheiten könnten: Schwarze Löcher beschrieb er etwa als Körper im Weltall, deren Dichte so hoch ist, dass ihr Gravitationsfeld das Entweichen jeglicher Materie oder Strahlung verhindert. Sie besser zu verstehen, war der Forschungsauftrag einer jungen Gruppe von Physikern, zu denen auch Stephen Hawking zählte. Mitte der 1970er Jahre stellte Hawking an der Universität von Cambridge die Hypothese auf, dass Schwarze Löcher nicht vollständig schwarz sind: Sie lösen sich langsam auf und verschwinden irgendwann, wobei sie eine Strahlung abgeben, die zu einer Verringerung ihrer Masse führt. Mit dieser These näherte sich Hawking als Erster dem Heiligen Gral der Physik: dem Schnittpunkt der beiden großen Theorien zur Funktionsweise des Universums, die lange als unvereinbar galten: die Relativitätstheorie Einsteins für das unendlich Große und die Quantenmechanik für das unendlich Kleine. 2016 simulierte der Experimentalphysiker Jeff Steinhauer vom Israel Institute of Technology in Haifa ein Schwarzes Loch, bei dem tatsächlich die sogenannte Hawking-Strahlung gemessen werden konnte. Die Dokumentation befasst sich außerdem mit der Frage, inwiefern Einstein während des Zweiten Weltkriegs an der Entwicklung der Atombombe in den USA mitwirkte.
21:55
Am 12. August 2026 spielt sich in weiten Teilen Europas eines der erstaunlichsten Naturschauspiele ab: eine totale Sonnenfinsternis. Millionen Menschen entlang des Pfads der Totalität, der von Grönland und Island bis nach Spanien (Santander, Bilbao, Valencia) reicht, werden sie erleben können. Zuletzt ereignete sich dieses Phänomen in Europa vor 27 Jahren. Die Dokumentation erklärt, worauf man bei der Beobachtung der Sonnenfinsternis achten sollte: wie man seine Augen schützt, welche Phasen vom ersten Kontakt über die Totalität bis zu den Bailyschen Perlen und dem Diamantring zu sehen sind, und wo die Chancen auf einen klaren Himmel am besten stehen. Die meisten Menschen in Europa werden jedoch nur eine Teilfinsternis erleben; in Städten wie London und Paris werden dabei etwa 90 Prozent der Sonne vom Mond verdeckt. Auch für die Wissenschaft ist diese Sonnenfinsternis eine außergewöhnliche Gelegenheit. Während der Verdunkelung wird die äußere Atmosphäre der Sonne, die Korona, sichtbar sein. Führende Sonnenphysiker erklären, welche Erkenntnisse jüngere Forschungsmissionen geliefert haben. Die Nasa-Sonnensonde "Parker Solar Probe", das schnellste je vom Menschen hergestellte Objekt, ist bis in die Sonnenatmosphäre vorgedrungen und hat die Forschung zum Ursprung des Sonnenwinds entscheidend vorangebracht. "Solar Orbiter" der ESA lieferte die ersten Bilder des Sonnen-Südpols - ein wichtiger Schritt für das Verständnis des Weltraumwetters, das Satelliten und Stromnetze beeinträchtigen kann. Die Dokumentation beleuchtet auch die Faszination des Menschen für Sonnenfinsternisse - von den Chaco-Felsgravuren in New Mexico über den babylonischen Saroszyklus bis zu den bahnbrechenden astronomischen Berechnungen des Engländers Edmond Halley. Doch erst jetzt, so der amerikanische Heliophysiker Craig DeForest, leben wir im "Goldenen Zeitalter der Sonnenphysik".
22:50
Die Sonne ist das Wunder, das alles begründet - aber auch die größte Gefahr. Der sprichwörtliche Fixstern des Sonnensystems. Der Dokumentarfilm widmet sich der Suche nach der Bedeutung des Heimatsterns für Mensch, Wissenschaft und Natur. Die Suche nach der Sonne ist zugleich die Suche nach der größten aller Fragen: Was ist Leben? Wer wüsste das besser als der Brite Andy Keen, der einem besonderen Phänomen der Sonne sein Leben verschrieben hat. Den "Indiana Jones der Nordlichter" verschlägt es in die Finnmarksvidda, das Gebiet mit den tiefsten Temperaturen im norwegischen Winter. Dort begegnen die indigenen Einwohner des Nordens, die Samen, ihrem Heimatstern mit dem Respekt eines naturverbundenen Volks. Sie haben mehr als 600 Wörter für Schnee. Aber nur ein Wort für die Sonne. Ein unsichtbares Band verbindet die Sonne mit der Erde. Die Natur richtet sich danach aus, die Tierwelt und die Menschen. Doch wenn die Erde brennt, ist kein Leben möglich. Je weiter die Wissenschaft der Spur der Sonne folgt, desto näher kommt sie dem Ende. Davon berichten Forscherinnen und Forscher der Nasa, an den kanarischen Observatorien Teide und Roque de los Muchachos und am heißesten Ort des Planeten, dem Tal des Todes, wo die Temperaturen im Juli regelmäßig über 50 Grad Celsius steigen. Noch nie in der Geschichte der Menschheit war es wichtiger, den Geheimnissen der Sonne auf die Spur zu kommen. Denn für die Erde ist die Sonne nicht irgendein Stern. Sie ist der Stern schlechthin.