04:00
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.
05:10
Meist liest man nur schlechte Nachrichten über den Zustand der Wälder: Tropenwälder werden gerodet, Dürren, Waldbrände oder Schädlinge vernichten Bäume auf der ganzen Welt. Doch es gibt engagierte Wissenschaftlerinnen und Umweltschützer, die bedrohte Wälder schützen und aufforsten. In Costa Rica haben Biologen Geschichte geschrieben: Obwohl man lange dachte, dass einmal gerodete Tropenwälder für immer verloren sind, gelang ihnen die Wiederaufforstung ehemaliger Rinderweiden. Sie schufen ein großes Schutzgebiet voller seltener Arten. Nachkommen ehemaliger Sklaven leben in Brasiliens Regenwald. Ihr Wissen um die Baumsamen bescherte ihnen eine neue Einnahmequelle und Ansehen. Eine fast unglaubliche Geschichte kommt aus der Sahelzone: Hier kämpfen Menschen erfolgreich gegen die Ausbreitung der Wüste, indem sie aus den Wurzeln einst gefällter Bäume neue Bäume heranziehen. Auf diese Weise sind bereits über 24 Millionen Hektar wieder begrünt worden. In Deutschland suchen Forstwissenschaftler nach widerstandsfähigeren Baumarten für den Wald der Zukunft. Und nachdem auf Borneo der Wald über Jahrzehnte immer größeren Ölpalmenplantagen weichen musste, steuert die Forstbehörde der malaysischen Provinz Sabah nun um. Sie lässt in großem Stil Bäume pflanzen, um das Überleben der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans zu sichern. Die Geschichten und Projekte aus aller Welt zeigen: Es lohnt sich, für artenreiche Wälder zu kämpfen. Die Zerstörungen der Vergangenheit lassen sich reparieren.
05:55
Unsere Erde ist ein Wasserplanet - rund 70 Prozent ihrer Oberfläche sind von Meeren bedeckt. Sie sind unverzichtbar für unsere Ernährung und haben großen Einfluss auf das Klima. Doch unsere Ozeane sind durch Überfischung, Wassererwärmung oder Verschmutzung bedroht. Dass wir aber etwas dagegen tun und zum Positiven verändern können, zeigen engagierte Forscherinnen und Umweltschützer rund um den Globus. Beispiel Senegal: Hier arbeiten Zehntausende Freiwillige am größten Mangroven-Wiederaufforstungsprojekt der Welt. Dadurch wird der Küstenschutz gestärkt, Fischen eine Kinderstube geboten und die Ernährung der Küstenbewohner gesichert. In der Karibik kämpfen zwei junge Forscherinnen erfolgreich gegen das weltweite Korallensterben, indem sie klimaresistentere Korallen züchten. In Chile beweist ein Unternehmen, dass industrieller Fischfang mit neuen Netzen und strikten Kontrollen auch umweltbewusst möglich ist. Auf den Philippinen wird an neuartigen Algenfarmen geforscht, die Treibhausgase speichern und am Meeresboden binden könnten. Und statt die Umwelt zu zerstören, werden Touristen in Indonesien zu aktiven Meeresschützern: Mit Hilfe von Hobbytauchern ist das weltweit größte Schutzgebiet für die seltenen Mantarochen entstanden. Alle diese spannenden Geschichten unterstreichen: Es lohnt, sich für die Zukunft unseres Planeten zu engagieren.
06:40
Weltweit wird mehr als ein Drittel der Landmasse unserer Erde für die Landwirtschaft genutzt. Wertvolle Naturräume gehen durch Monokulturen, Düngemittel und Pestizide verloren. Doch überall auf der Welt gibt es Menschen, die Natur und Landwirtschaft in Einklang zu bringen versuchen. In den Niederlanden nutzt ein engagierter Obstbauer Solarpaneele statt umweltschädlicher Plastikfolien, um seine Himbeeren zu schützen - und unterstützt damit die Energiewende durch die Produktion von Solarstrom. Forscher haben berechnet, dass es ausreicht, nur vier Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland mit Solarpaneelen auszustatten, um Ökostrom für das ganze Land zu produzieren. In Malaysia bringt eine Naturschutz-Initiative Palmölfirmen dazu, den Regenwald zu schützen, anstatt ihn abzuholzen, während im kalifornischen Napa Valley ein Bio-Winzer erfolgreich Schleiereulen statt Pestizide zur Schädlingsbekämpfung einsetzt - und mit seinem Wein bereits mehrere Preise gewonnen hat. Nördlich von Berlin wird an einer neuen Form der Landwirtschaft geforscht, die durch Baumreihen auf dem Acker unseren Getreideanbau zukunftssicher und umweltverträglicher machen soll. Und weltweite Proteste haben einen Konzern dazu gebracht, seine gesamte Bananenproduktion nachhaltiger zu gestalten. Alles gute Nachrichten, die zeigen: Wir können etwas zum Positiven verändern.
07:25
Patrick Armand ist Orgelbauer. Er betreibt eine der renommiertesten und ältesten Orgelbau-Manufakturen, die Firma Muhleisen im elsässischen Eschau. In keiner Region Frankreichs gibt es mehr Orgeln als im Elsass: Von fast 8.000 im ganzen Land finden sich allein im Elsass 1.250 Stück. Sie zu bauen und zu restaurieren, ist seit Jahrhunderten eine Kunst. Die Orgelmanufaktur befasst sich mit vier verschiedenen Aufgaben: der Wartung und Pflege alter Orgeln, dem Neubau, der Restaurierung und mit der sogenannten Ausreinigung, einer Generalüberholung. Orgelbauer sind oft selbst Organisten, denn sie brauchen für ihr Handwerk die nötigen musikalischen Qualifikationen. Aber auch ein komplexes handwerkliches Können ist essenziell: Sie müssen mit Holz, Eisen, Metalllegierungen und mit anderen edlen und uralten Materialien umgehen können. Die Arbeiten an den einzelnen Projekten sind aufwändig und erstrecken sich meist über mehrere Jahre. In der Manufaktur Muhleisen ist für eine Kirche in Köln gerade der Neubau einer Orgel in Planung, in Versailles kümmert sich das Team um die Ausreinigung eines Instruments und im nordfranzösischen Amiens wird die Orgel der Kathedrale Notre-Dame komplett überholt. Dafür braucht es viele Spezialistinnen und Spezialisten, die alle ihren Beitrag zur Bewahrung der Instrumente vergangener Jahrhunderte leisten. "Eine Orgel stirbt nicht,", sagen die Orgelbauer, "sie ist für die Ewigkeit gedacht." Und gerade deshalb ist sie für viele bis heute die "Königin der Instrumente", die mit ihren mächtigen Klängen Himmel und Erde verbindet.
08:20
Connemara liegt am Atlantik im äußersten Westen Irlands. Es ist ein wilder Landstrich, mit windgepeitschten Halbinseln, felsigen Mooren und schroffen Bergen. Diese raue Natur ist das Reich eines faszinierenden Pferdes: des Connemara-Ponys, der einzigen einheimischen Rasse auf Irland. Zu den treuen Vierbeinern empfinden insbesondere die alteingesessenen Bewohner der Region eine tiefe Verbundenheit. Schließlich ist es nicht lange her, dass die Connemara-Ponys den Menschen hier das Überleben sicherten. Die kräftigen und widerstandsfähigen Arbeitstiere wurden überall in der Gegend zum Ackerbau und Transport eingesetzt. Sie gehörten mit zur Familie. Zwar sind diese Zeiten längst vorbei, doch noch immer identifizieren sich viele bodenständige Einheimische mit ihren geliebten Ponys. Connemara ist die Wiege einer Rasse, die für ihre Ausdauer und Freundlichkeit bekannt ist und bei Wettbewerben in vielen Disziplinen hervorragende Leistungen erbringt: ob in der Rasse-Show oder auf dem Hindernis-Parcours. Verschiedene Kreuzungen mit iberischen Pferden und englischen Vollblütern haben nach und nach das Aussehen dieses muskulösen Ponys geprägt. Inzwischen wächst die Nachfrage unter Züchtern weltweit; selbst in Asien interessiert man sich heute für die großartigen Ponys aus Connemara. Höhepunkt des Jahres in Irland ist für Pony-Enthusiasten die Clifden Pony Show. Sie ist eine wahre Institution und das weltweit größte Treffen von Liebhabern des berühmten Connemara-Ponys. Diese jährliche Messe findet im Herzen der kleinen Hauptstadt der Region statt, wo die besten Züchter jedes Jahr darauf hoffen, die höchste Trophäe, eine "rote Rosette", an den Hals ihres besten Pferdes zu heften. Die Pony Show setzt auch eine irische Tradition fort - die Zuchtschau, ein echter Schönheitswettbewerb, bei dem die vielversprechendsten Connemara-Ponys in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet werden. Und wer etwas auf sich hält als Züchter dieser Rasse, der muss hier dabei sein.
09:15
(1): Chiloé, die Wiege von Francisco Coloane (2): Wände, die vom Leben erzählen (3): Tutis und Franciscos Suppe mit getrocknetem Pferdefleisch (4): Bücher des Zorns
10:00
(1): Tchalé Figueira: Der expressive Ausdruck der Kapverden (2): Vulkane auf den Kapverden: Gefährlich und fruchtbar (3): Inês' Fischragout mit Kokosmilch (4): Auf den Kapverdischen Inseln verspätet sich die Weltreise
10:45
Der Juli steht in Südmähren im Zeichen der Aprikose. Für Martin Beránek beginnt mit der Ernte eine Zeit, in der er fast täglich mährischen Aprikosen-Käsekuchen nach dem Rezept seiner Urgroßmutter backt. Der gelernte Konditor und sein Freund experimentieren viel mit der süßen Frucht. So entstehen herzhafte Chutneys oder neue Knödelvariationen. Die befreundete Familie Ilcík kocht meist traditionell. Im Hochsommer serviert Tochter Jitka aber auch eine ungewöhnliche Variante des Schweinebratens: Das Fleisch wird in Scheiben geschnitten und auf einem heißen Stein gebraten. Erst kurz vor dem Servieren übergießt Jitka es mit einer Marinade aus frischen Kräutern und Aprikosenbier, das sie in ihrer eigenen kleinen Spezialitätenbrauerei herstellt.
11:15
Der Atlantik ist jung und wild - ein Ozean der Stürme. Kein anderes Meer erlebt so heftige Gezeiten oder reißende Strömungen. Trotzdem ist der Atlantik eine Brücke zwischen den Kontinenten. Mutige Seefahrer überquerten ihn schon vor Jahrhunderten und schrieben Geschichte. Doch er war auch Schauplatz dunkler Kapitel wie des Sklavenhandels. Die kraftvollen Strömungen des Atlantiks können tödlich sein, aber sie schaffen auch Leben. Für Europa besonders wichtig ist der Golfstrom. Er beeinflusst unser Klima und sorgt für gemäßigte Temperaturen. Vor den Lofoten schafft er für riesige Kabeljauschwärme ideale Laichbedingungen und lockt Menschen aus aller Welt auf die abgelegenen Inseln. Bis zu 16 Meter liegen am Atlantik zwischen Ebbe und Flut. Das prägt den Alltag der Menschen, denn die Gezeitenzonen sind ein artenreicher Lebensraum. Im Senegal sammeln Frauen bei Niedrigwasser Muscheln auf den Wattflächen und Austern zwischen Mangrovenwurzeln. So ist der Ozean Taktgeber und wirtschaftliche Grundlage zugleich. Er sichert ihren Lebensunterhalt. Der Atlantik ist ein Ozean der Extreme: In der Karibik richten gewaltige Stürme und Hurrikans enorme Zerstörungen an, außerhalb der Saison bietet die Region jedoch paradiesische Lebensbedingungen. Anschauliche Illustrationen und spektakuläre Aufnahmen machen das marine Leben und die Dynamik der Meeresströmungen erlebbar. Diese Folge der Reihe zeigt eindrucksvoll, wie der Ozean die Menschheitsgeschichte mitbestimmt und Lebenswelten gestaltet.
12:00
Der Pazifik bedeckt ein Drittel der Erdoberfläche. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass seine Oberfläche "friedlich" wirkt. So dachten die ersten Europäer, die ihn überquerten. Und doch prägen ihn auch gewaltige Kräfte tief unter der Oberfläche. Lange Zeit eine Barriere, ist er heute Bühne des Welthandels. Der Pazifische Ozean trennt Asien und Amerika in zwei scheinbar unendlich weit voneinander entfernte Welten. Doch vor etwa 35.000 Jahren verband eine Landbrücke die beiden Kontinente und ermöglichte so die Ausbreitung des Menschen nach Amerika. Heute ragt die Sankt-Lorenz-Insel als einer der letzten Zeugen der ehemaligen Verbindung aus dem eiskalten Wasser der Beringsee. Hier leben die Yupik. Denn auch wenn der Ort stürmisch und unwirtlich scheint - das Meer mit seinem reichen Ökosystem bietet ihnen alles, was sie zum Leben brauchen. Auch auf der südkoreanischen Insel Jeju liefert der Pazifik den Haenyeo-Frauen eine Lebensgrundlage. Zwischen Felsen tauchen sie nach Meeresfrüchten - gefährliche Tauchgänge, die ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit sichern. Der Pazifik ist jedoch auch ein Ozean der Katastrophen: Entlang des Pazifischen Feuerrings brodeln riesige Vulkane und in Japan haben Erdbeben und Tsunamis tiefe Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. In spektakulären Aufnahmen und anschaulichen Illustrationen macht diese Folge die gewaltigen Naturkräfte und vielfältigen Lebenswelten des Pazifiks erlebbar. Wie bereits der erfolgreiche Vorgänger "Kontinente" erzählt auch die Reihe "Ozeane" vom engen Zusammenspiel zwischen Natur, Mensch und Kultur.
12:45
Schimmernd blau breitet sich der Indische Ozean zwischen Afrika, Asien und Australien aus. Die Europäer haben seine Bedeutung lange unterschätzt - dabei war er schon früh ein Tor zur Welt. Die warmen Gewässer des Indischen Ozeans beherbergen eine einzigartige Artenvielfalt und bilden die Lebensgrundlage der Menschen an seinen Ufern. In der zerklüfteten Landschaft des Sundaschelfs finden Seenomaden einen geschützten Siedlungsraum, wo sie völlig autark leben. Dazu perfektionieren sie ihre Tauchfähigkeiten und passen ihr Leben an den Ozean an. Der Indische Ozean ist auch die Geburtsstätte des Monsuns. Das mächtige Wetterphänomen bringt enorme Niederschläge, sorgt für fruchtbares Schwemmland und schafft somit die Grundlage für ein rasantes Bevölkerungswachstum. Mit seinen Winden ermöglicht der Monsun außerdem Fahrten über das offene Meer ins Unbekannte. So entstand bereits in der Bronzezeit ein riesiges Handelsnetz. Über den Indischen Ozean tauschen Menschen aber nicht nur Waren. Vor allem auf Inseln, die als Rast- und Relaisstationen dienten, zeigt sich bis heute eine Vermischung von Menschen, Kulturen und Religionen. Als Schnittstellen zwischen Flüssen und dem Meer sind die Deltas des Indischen Ozeans Wiegen der Zivilisation - und Lebensader für Abermillionen Menschen und Tiere. In den Sundarbans arbeiten Fischer mit Ottern zusammen. Sie trainieren diese intelligenten Säuger, um in den dichten Mangroven an Nahrung zu gelangen. Diese Folge zeigt, wie der Indische Ozean seit Jahrtausenden das Leben, den Handel und die Kulturen seiner Küsten prägt.
13:30
Die Karriere des Senators Stoddard begann, nachdem er den gefährlichen Gangster Liberty Valance erschossen und damit dessen Willkürherrschaft beendet hatte. Jahre später stellt sich die Wahrheit über die Heldentat heraus ... - Mit diesem Film (1962) hat Regisseur und Western-Großmeister John Ford einmal mehr sein künstlerisches Talent bewiesen. Mit John Wayne und James Stewart. Senator Ransom Stoddard, dessen Karriere vor Jahrzehnten in der Kleinstadt Shinbone begann, kehrt mit seiner Frau Hallie zur Beerdigung seines alten Freundes Tom Doniphon zurück. Im Ort gibt es nur wenige Menschen, die sich an den alten Stoddard erinnern, da er sich in den letzten Jahren auf seine Ranch zurückgezogen hat. Stoddard erinnert sich an seine Ankunft im Wilden Westen, an den Überfall auf seine Postkutsche durch den berühmt-berüchtigten Banditen Liberty Valance und an sein Verlangen, sich an dem gefährlichen Gangster zu rächen, der das Städtchen und seine Umgebung terrorisierte. Tom Doniphon hatte Stoddard und seine Mitreisenden damals gerettet und wurde damit zu seinem Verbündeten und Freund. Stoddards zahlreiche Versuche, Liberty Valance mit rechtsstaatlichen Mitteln zu stoppen, scheiterten. Schließlich startete der idealistische Anwalt eine Kampagne gegen die Landbesitzer, die Valance bezahlten. Als der gefürchtete Übeltäter erneut in der Stadt auftauchte, war die Konfrontation mit dem friedfertigen Stoddard unausweichlich: Es kam zum Showdown, an dessen Ende der junge Anwalt als "Der Mann, der Liberty Valance erschoss" gefeiert wurde. Doch in Wahrheit wurde der Gangster von Doniphon aus dem Hinterhalt erschossen. Stoddard hatte es nicht für nötig gehalten, die Sache klarzustellen; der Mythos um ihn ermöglichte ihm den politischen Aufstieg und den Eintritt in höchste Ämter. Wie viele bedeutende Western handelt der Film von der Geburt des modernen Amerika. Indem John Ford den gesellschaftlichen Aufstieg seines Protagonisten auf einer Lüge beruhen lässt, reflektiert und problematisiert er die idealisierten Helden des Western-Genres.
15:30
Paul Kerjean hat sein Leben dem Journalismus verschrieben. Selbst sein Privatleben opferte er der Arbeit, so dass seine Ehe scheiterte. Dafür gelang ihm der Sprung von einer kleinen Regionalzeitung zur Pariser "La Tribune". Von Kerjeans Fähigkeiten als investigativem Journalist hat auch ein anonymer Informant gehört, der ihm in einem Parkhaus brisantes Material übergibt: Demnach ist Jacques Benoît-Lambert, Chef einer staatlichen Energiefirma, korrupt. Tatsächlich findet Kerjean weitere belastende Fakten. Mit seiner Story schafft er es auf die Titelseite. Kurz darauf wird Benoît-Lambert tot aufgefunden. Kerjean bezweifelt bald, dass Benoît-Lambert sich, wie offiziell verlautbart, aus Scham selbst erschossen hat. Bei seinen Recherchen stößt er auf den multinationalen Konzern G.T.I. und dessen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Paul Kerjean und seine Familie geraten in Gefahr. Doch er ist entschlossen, die Wahrheit über das Geschäftsgebaren der G.T.I. an die Öffentlichkeit zu bringen.
17:40
Ob über den Aufstand von Landarbeitern in Südafrika, die Situation von Prostituierten in Mexiko oder über die neuen Gastarbeiter in Deutschland ... Das internationale Nachrichtenmagazin berichtet von den Brennpunkten der Welt.
18:35
Schon vor der Pandemie hat Rodolfo mit dem Aufbau einer Schule begonnen. Seitdem hat sich nichts getan. Der krisengebeutelte Staat Venezuela unterstützt weder mit Geld noch mit Material. Auch die zuständige Provinzregierung in Mérida interessiert sich nicht sonderlich für die Kinder in den Bergen. Rodolfo ist in dem abgelegenen venezolanischen Andendorf Los Nevados geboren und aufgewachsen. Los Nevados liegt im Nationalpark Sierra Nevada in den venezolanischen Anden. Hier erhebt sich die majestätische Andenkette, die sich fast durch ganz Südamerika erstreckt. Weitab vom politischen Geschehen und den Unruhen in den großen Städten Venezuelas leben die Bewohner ein einfaches Leben. Es ist geprägt von Landwirtschaft und Viehzucht. Hier gibt es meist keine Fernseher, geschweige denn Handyempfang. Rodolfo war einer der wenigen Heranwachsenden, die eine weiterführende Schule besuchen konnten. Danach studierte er in der Provinzhauptstadt Hotelgewerbe und kehrte dann in seine Heimat zurück. Als er davon erfuhr, dass es ein Dorf gibt, in dem die Kinder keinen Unterricht haben, machte er sich auf den Weg dorthin. Seitdem kämpft er darum, den Kindern eine Schule zu bauen, denn er weiß, dass Bildung der Schlüssel zu einer besseren Zukunft ist. Die Pandemie ist vorüber und Rodolfo möchte sein Projekt wieder aufnehmen. Wird es ihm gelingen, die Kinder von Las Plumas zu unterrichten und ihnen eine Schule zu bauen?
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Reisevideos, Lifestyle-Posts, Musikclips - auf den ersten Blick nichts Politisches. Doch hinter scheinbar harmlosen Social-Media-Inhalten steckt zunehmend kalkulierte Propaganda: oft staatlich gesteuert, zielgerichtet und kaum als solche erkennbar. Genau das ist das Prinzip von Soft-Propaganda: Wer seinen Alltag zeigt, wirkt authentisch. Wer authentisch wirkt, dem wird geglaubt. Und wem geglaubt wird, der kann Meinungen formen - über Likes, Stories und Videos. Russland lässt westliche Influencer das Land als "normalen", missverstandenen Staat darstellen. In besetzten ukrainischen Gebieten werden seit April 2026 junge Creator in Content-Camps ausgebildet, um prorussische Narrative zu verbreiten. In Mariupol zeigen Videos den scheinbaren Glanz des Wiederaufbaus. In den USA ist Social Media das Ökosystem der neuen Rechten. Steve Vilchez aus Texas war zwölf Jahre alt, als er anfing, Influencern wie Charlie Kirk und Ben Shapiro zu folgen. Erst der Sturm auf das Kapitol brachte Zweifel. China wiederum lädt internationale Influencer auf bezahlte Städtetouren ein, um sein Narrativ zu pushen - während im bedrohten Taiwan Rapperin Yang Shu-Ya einer der wenigen Artists ist, die sich offen dagegen positioniert.
20:15
Wenn die Erde ihre Spannung entlädt, brechen Städte auseinander, Küsten verschwinden im Meer, Feuer, Tsunamis und Erdrutsche verwandeln ganze Regionen in Trümmerlandschaften. Zurück bleiben Verletzte, Tote, Millionen Obdachlose - und das Gefühl absoluter Ohnmacht. Erdbeben erinnern uns an die Ungezähmtheit dieses Planeten. Ein Grollen aus der Tiefe, das sagt: Ihr seid Gäste, nicht Erbauer. Seit Jahrzehnten versuchen Forschende, diese Extrembeben zu verstehen. Mit Hightech, Simulationen und Frühwarnsystemen. Doch trotz aller Fortschritte bleibt eine bittere Gewissheit: Erdbeben lassen sich nicht vorhersagen - und womöglich nie beherrschen. Der Moment, in dem der Boden reißt, kommt ohne Warnung. Dann zählt jede Sekunde. Menschen gehen unterschiedlich mit dieser Bedrohung um. In Japan setzt man auf kollektive Disziplin: Katastrophenschutzübungen von Kindesbeinen an, erdbebensichere Architektur, Warnsysteme, die wertvolle Sekunden Vorsprung verschaffen. In den USA vertrauen viele auf individuelle Vorsorge und Rückzugsorte. In Neapel, wo die Erde täglich bebt, bleibt im Zweifel oft nur der Glaube. Doch so verschieden die Strategien sind - sie alle stoßen an ihre Grenzen. Denn ein einziges Superbeben genügt, um Fortschritt, Sicherheit und Gewissheiten in Staub zu verwandeln. Der Dokumentarfilm nähert sich dem Phänomen der Superbeben aus menschlicher Perspektive - und verbindet persönliche Schicksale mit den wissenschaftlichen Hintergründen eines der gefährlichsten Naturereignisse unserer Welt.
21:45
Wälder, Felder und Weinberge verbrennen in kürzester Zeit. Ein sich rasch ausbreitender Großbrand im Département Aude hält im August 2025 Frankreich in Atem. Mehr als 16.000 Hektar Land entzünden die Flammen. Ein Großaufgebot von 2.000 Feuerwehrkräften mit rund 600 Fahrzeugen sowie Löschflugzeugen und Hubschraubern versucht, das Feuer in den Griff zu bekommen. Kurz darauf steht Spaniens bergiger Norden in Flammen. Eine lange Trockenperiode, Temperaturen von über 40 Grad und starke Winde führten zu einer besorgniserregend schnellen Ausbreitung der Brände im trockenen Terrain. Wege müssen gebahnt und Schneisen geschlagen werden. Viele Gebiete sind allerdings nur per Helikopter erreichbar. Es ist die gefährlichste Brandsaison seit 30 Jahren. Besonders bedroht ist die Region Attika bei Athen - Europas Brand-Hotspot. Nordöstlich der Stadt grenzen dichtbesiedelte Gebiete an bewaldete Zonen, die immer wieder durch Feuer zerstört werden. Heute ist von der Katastrophe, die im Juli 2018 im Küstenort Mati geschah, kaum mehr etwas zu sehen. Seitdem überwachen hunderte Freiwillige die Umgebung. Wenn irgendwo Rauch aufsteigt, schlagen sie Alarm. Gleichzeitig entwickeln Forschende im Zentrum für Forst und Technik CTFC im katalonischen Solsona Maßnahmen zur Prävention, um den Betroffenen in den Risikogebieten zu helfen. In Zeiten des Klimawandels fordern sie, gefährdete Landschaften schnell zu verändern. Durch Wassermangel geben viele Bauern ihre Landwirtschaft auf, die Jungen ziehen weg und die verwaisten Flächen verstärken die Brandgefahr - ein Teufelskreis.
22:40
Eine neue Heißzeit wirft ihre Schatten voraus und verändert auch die Ozeane tiefgreifend. Wie ihre Zukunft aussehen könnte, erforschen Wissenschaftler anhand von Hitzeperioden der Vergangenheit. An der Universität Utrecht wird erforscht, was während einer besonders schnellen Erwärmung vor 56 Millionen Jahren in den tropischen Meeren passierte: Sie ähnelten Whirlpools, waren bis zu 38 Grad warm und nahezu alles Leben verschwand aus ihnen. In Frankreich spüren Paläontologen den Lebensbedingungen urzeitlicher Korallen nach. Sie entdecken: Die Organismen siedeln sich bei steigenden Temperaturen in kühleren Breiten an, wachsen dort jedoch langsamer. Hoffnung bieten auch Refugien wie der Golf von Akaba im Roten Meer. Durch einen erdgeschichtlichen Zufall leben Korallen dort in einem für sie kühlen Wasser - sind aber gleichzeitig sehr hitzetolerant. Doch nicht nur warme Meeresgebiete stehen unter Druck. An der Nordwestküste der USA sorgt die Erderwärmung für mehr Nordwind, der mehr kaltes, nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe aufsteigen lässt. Die Folge: In den oberen Wasserschichten explodiert das Leben. Doch am Meeresboden zersetzen Bakterien herabsinkende Biomasse und verbrauchen den gesamten Sauerstoff. Es bilden sich Todeszonen. Durch den Meeresspiegelanstieg dringen die Ozeane immer weiter in unseren Lebensraum vor. Geologen der Columbia University in New York rekonstruieren daher aus antarktischen Sedimentkernen und fossilen Korallenriffen, dass der Meeresspiegel in der letzten Warmphase vor rund 125.000 Jahren bei einem Klima wie heute um rund vier Meter angestiegen ist.
23:30
Eine neue Heißzeit wirft ihre Schatten voraus und verändert unsere Ökosysteme tiefgreifend. Wie die Zukunft aussehen könnte, erforschen Wissenschaftler anhand von Hitzeperioden der erdgeschichtlichen Vergangenheit. Im Bighorn Basin in Wyoming im Norden der USA ist eine erdgeschichtliche Epoche besonders interessant, denn vor rund 56 Millionen Jahren erwärmte sich die Erde - vermutlich aufgrund von Vulkanausbrüchen - besonders schnell. Nicht so rasant wie heute, aber dennoch eignet sich die Phase des sogenannten Paläozän/Eozän-Temperaturmaximums (PETM) für Vergleiche mit heutigen Entwicklungen. Fossilien verraten Erstaunliches über die Tiere, aber auch darüber, wie Pflanzen damals reagiert haben. Die Forschenden rekonstruieren, dass sich Vegetationszonen auf der Erde um mehr als 1.000 Kilometer polwärts verschoben haben. Und sie erfahren Beunruhigendes über die CO2-Speicherkapazität der Pflanzen. In einem Permafrosttunnel nahe Fairbanks in Alaska reist ein Forschungsteam zurück in die letzte Eiszeit. Die Untersuchung des Permafrostbodens zeigt, dass in ihm riesige Mengen abgestorbenes Pflanzenmaterial konserviert sind. Taut der Boden, verrottet das Material und der Kohlenstoff geht wieder in die Atmosphäre zurück, als Methan und Kohlendioxid. In Australien entwickelt ein Paläontologenteam gemeinsam mit Artenschützern eine neue Wissenschaft. Sie wollen aus der Vergangenheit lernen, wie Arten heute und in Zukunft besser geschützt werden können. Mit dieser Strategie wollen sie ein etwa mausgroßes Beuteltier, das ausschließlich in Australien vorkommt, vor dem Aussterben retten.