04:10
Während Stéphane an einem Modellflieger tüftelt, macht Moustique eine aufschlussreiche Beobachtung: Alles, was er von einer Kante schubst, zerschellt am Boden. Stéphane will der Katze die Leviten lesen und hat eine geniale Idee. Wer wird in diesem Chaos wohl die Oberhand behalten?
04:15
Ein künstlerisches und humorvolles Spiel mit Klischees bietet dieses Magazin. In jeder Folge werden dabei bestimmte Eigenheiten der Franzosen und Deutschen unter die Lupe und auch aufs Korn genommen.
05:05
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.
05:55
Brice Delsouiller ist ein ungewöhnlicher Mann - sechs Monate im Jahr verbringt er auf den 3.000 Meter hoch gelegenen Sommerweiden in den Pyrenäen, um Kühe zu hüten. Der Enge des Alltags seines Heimatortes versuchte er sich seit jeher zu entziehen - und fand so nicht nur sein Glück in der Einsamkeit der Berge, sondern entdeckte eine weitere Leidenschaft: die des Skyrunnings, des Extrem-Berglaufs. Wer ihn beobachtet, traut seinen Augen nicht: Wie eine Gämse springt er von Bergkuppe zu Bergkuppe, stundenlang rennt er durch Täler und über Berghänge, durch unwegsame, steinige Landschaft. Brice Delsouiller hütet hier im Sommer etwa 400 Kühe, eine Mammutaufgabe, denn das Gelände ist unwegsam und Brice treibt seine Tiere immer höher, dorthin, wo das Gras am saftigsten, die Freiheit am größten ist. In seiner kleinen Berghütte lebt er ohne warmes Wasser, ohne Strom, ohne moderne Kommunikation. Nur mit seinen beiden Hunden und seinen Büchern. Seit 14 Jahren führt er dieses Leben als Hirte, erst vor vier Jahren hat er angefangen zu laufen. Zunächst, um seinen Hunden beim Hüten zu helfen, versprengte Tiere zu suchen oder um unten im Tal einzukaufen. Daraus wurde eine Sucht, eine Besessenheit, die ihn ständig an die eigenen Grenzen führt: "Ich weiß nicht, warum ich renne. Es ist eine Selbstverständlichkeit. Mein Körper wollte immer rennen. Ich fühle mich leicht, mächtig. Seit 14 Jahren lebt mein Körper in den Bergen, ist durch die Höhenunterschiede und den Mangel an Luft geformt und geschmiedet. Mein Körper hat sich komplett an die Bergwelt angepasst." Die Wettrennen in Katalonien und Andorra werden ihm zeigen, wo er steht, denn hier laufen die Besten. (Die Texte datieren von 2016, dem Produktionsjahr des Programms.)
06:50
(1): Piperade, spanische Würze in der französischen Küche (2): Nostalgiegeschmack: Camille, eine Baskin in London (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): Das leuchtende Sizilien des Nicolas de Staël (2): Fischfang - Eine neuseeländische Geschichte (3): Bretagne: Der Farz buen von Thomas (4): Niederlande: Ein Vagabund als Kandidat
08:05
(1): Finnland: Die Kunst der Nation (2): Pantelleria: Eine Insel ohne Wasser (3): Schweiz: Berts Pilzpfanne (4): Osaka: Schnelle Nudeln
08:55
Menschen, die sich leidenschaftlich für die Natur und Kultur der größten Baleareninsel einsetzen - davon erzählt "Mallorca, die Königin". Bekannt für seine steilen Küsten, fruchtbaren Olivenhaine und die majestätische Serra de Tramuntana, ist Mallorca auch die Heimat des Wissenschaftlers José Roepstorff. Mit dem Projekt MedGardens versucht er, die bedrohten Neptungraswiesen rund um die Insel zu retten. Diese Unterwasserpflanzen sind essenziell für das marine Ökosystem, aber durch Tourismus und Umweltverschmutzung stark gefährdet. Mit großer Hingabe werden sie gesammelt und an geeigneten Stellen wieder angesiedelt. In den Höhen der Serra de Tramuntana arbeitet Pep Tapia von der Fundación Vida Silvestre Mediterránea unermüdlich für den Schutz der Mönchsgeier. Diese majestätischen Vögel waren einst vom Aussterben bedroht - dank der Anstrengungen von Naturschützern leben heute wieder rund 350 Exemplare auf der Insel. Mit Kameras überwachen die Forscher die Geier und dokumentieren ihre Lebensweise, um ihren Fortbestand zu sichern. In Capdepera bewahren die Ses Madones de sa Llata eine alte Handwerkskunst: das Flechten von Körben und anderen Gegenständen aus Palmblättern. Antonella Farris und Araceli Iranzo haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese jahrhundertealte Tradition zu erlernen und weiterzuführen - damit das Wissen der letzten Korbflechterinnen an kommende Generationen weitergegeben werden kann. Die Dokumentation zeigt auch Mallorcas kulturelles Erbe - von den maurischen Terrassen bis zur modernen Küche, in der traditionelle Speisen wie das Gebäck Ensaïmadas und die Rohwurst Sobrasada nach wie vor eine wichtige Rolle spielen.
09:40
Menorca ist der östlichste Punkt Spaniens im Mittelmeer. Oft wird die Insel als kleine Schwester von Mallorca bezeichnet - dabei hat sie einen ganz eigenen Charakter. Sie bezaubert mit türkisfarbenem Wasser, unberührter Natur, geologischer Vielfalt und vielen Besonderheiten, die es nur hier gibt. Obwohl sie nur ein Fünftel der Nachbarinsel Mallorca misst, spielte sie im Mittelmeer seit jeher eine strategisch wichtige Rolle. Araber, Briten und Franzosen rangen um die Vorherrschaft über den Hafen der Hauptstadt Mahón, bis die Insel 1802 spanisch wurde. Der rund sechs Kilometer lange Naturhafen gilt als einer der größten Europas und war stets ein begehrtes Ziel der Seemächte. Noch heute zeugen zahlreiche historische Befestigungsanlagen an der majestätischen Hafeneinfahrt davon. Die Jahrtausende alten Talayot-Siedlungen sind ein Relikt der bewegten Geschichte der Insel. Die hohen Steintürme aus der Bronzezeit geben bis heute Rätsel auf. Aus der Talayot-Kultur stammten auch die gefürchteten Steinschleuderer, die der Inselgruppe vermutlich ihren Namen gaben, denn "Balearen" heißt übersetzt "Steinschleuderkämpfer" - sie sollen sogar für die Römer in den Krieg gezogen sein. Heute ist das traditionelle Steinschleuderschießen ein friedlicher Volkssport auf Menorca - ebenso wie das Reiten. Die Insel hat sich ihre ganz eigene Kultur bewahrt: Mit traditionell hergestellten Sandalen, aromatischem Käse und einer eigenen Pferderasse betonen die Menorquiner ihren Stolz auf die Heimat.
10:20
Ibiza steht für exzessive Partys und Luxustourismus auf der einen, Hippieträume und Aussteigerfantasien auf der anderen Seite. Dass Fremde auf der Insel ihr Glück suchen, sind die Einheimischen seit Jahrtausenden gewohnt: Phönizier, Römer, Mauren - sie alle waren da, viele blieben. Die Ibizenker nehmen es gelassen. Ihr Geheimnis: Weltoffenheit pflegen und zugleich die eigenen Traditionen bewahren. Der Film taucht ein in den Alltag der Inselbewohner: Im Naturpark Ses Salines gewinnen Salzgärtner seit Generationen mit einem ausgeklügelten System von Wasserbecken das berühmte Ibiza-Salz. Das Meer rund um die Insel ist das Reich der Apnoetaucherin Sarah González Tur, die in minutenlangen Tauchgängen die farbenfrohe Unterwasserwelt erkundet. Im Inneren der Insel hat die Feuerwehr alle Hände voll zu tun: Mit Löschübungen bereitet sie sich auf den Ernstfall vor. Weil das bäuerliche Leben verschwindet, breiten sich Wälder immer weiter aus - eine Gefahr angesichts zunehmender Trockenheit. Einige Landwirte aber halten durch: Auf der Finca der Familie Marí ist auch die junge Generation eingestiegen, sie will den Hof zukunftsfähig machen. Lokal zu essen - das schätzen auch die Züchter der uralten Hunderasse Podenco Ibicenco. Mit ihren schnellen Hunden gehen sie auf Kaninchenjagd. Doch am Ende ist die Beute weniger wichtig als der Auslauf für Hund und Halter. Die Reise endet im Süden der Insel: In der Hauptstadt Eivissa weiht die Goldschmiedin Elisa Pomar in die Symbolik des prachtvollen ibizenkischen Schmucks ein.
11:05
Tiefblaues Meer, goldene Strände, ein paar Dörfer und Leuchttürme - das ist längst nicht alles, was Formentera, die kleinste der Balearischen Inseln, zu bieten hat. Der Film begleitet den Fotografen Gerardo Ferrero auf seiner täglichen Tour durch das Naturschutzgebiet Ses Salines. Im Frühling ist Brutzeit, und zahlreiche Zugvögel machen hier Station. Vor der Küste suchen Unterwasserarchäologen seit einigen Jahren nach Spuren der langen Geschichte der Insel. Sie entdecken Anker und Kanonen - Zeugnisse der Schlachten, die hier einst gegen Piraten geführt wurden. Am Meeresboden rund um Formentera wachsen die Seegraswiesen - die Lunge des Mittelmeers und ein bedeutendes Ökosystem. Die Ozeanographin Daisee Aguilera versucht, Einheimischen und Touristen deren Bedeutung nahezubringen, indem sie mit ihnen Kajaktouren unternimmt. Für den Fischer Raúl Colomar Tur sind die Seegraswiesen beides: ein Segen, weil sie für Fischreichtum sorgen, und ein Ärgernis, weil das Gras seine Netze verstopft. Fangen tut er trotzdem reichlich. An Land bereiten sich die Tänzerinnen des traditionellen Bauernballs, des Ball Pagès, auf ihren Auftritt vor. Dafür müssen aufwendige Kostüme geschneidert und Tänze sowie Instrumente eingeübt werden. Aktivisten befreien unterdessen die Strände von Mikroplastik - und machen Kunst aus den angeschwemmten Fundstücken. Raúls Fisch trocknet später in der Bucht von Es Caló an der Leine. Daraus entsteht der traditionelle Trockenfisch Peix sec, den ein Koch im Restaurant nebenan zum beliebten Bauernsalat verarbeitet.
11:55
Das, was die karibische Community in London zusammenhält wie ein Klebstoff, ist ihr Essen. Ob aus Jamaika, Trinidad oder Kuba, jeder verleiht mit seinen speziellen Gewürzmischungen und Marinaden Gerichten wie Jerk Chicken, Cou Cou und Callaloo, Ropa Vieja oder Ziegencurry das karibische Flair. Der Spaß beginnt für die Freunde Elaine Spence und Ray Mahabir schon beim Einkaufen auf dem Brixton Market, um später beim Sonntagsbrunch alles hervorzuzaubern, was nach Heimat schmeckt. Um ihre Wurzeln in Londons Boden zu bringen, will Elaine jetzt karibisches Gemüse anbauen. Jeder zeigt sich am Herd von seiner besten Seite. Auch Elaines Tochter Sam und ihre Nachbarin Marta aus Kuba. Am Ende geht es beim Barbecue nicht darum, wer besser kocht, sondern darum, das karibische Lebensgefühl nach London zu holen.
12:25
(1): Die wütende Bretagne im Kamerablick von René Vautier (2): Der Käfer, ein mexikanischer Volkswagen (3): Irland: Das Rindergulasch mit Bier von Roisin (4): Elfenbeinküste: Nicht ohne meine Sandalen
13:10
(1): Paris: Christo und das Geschenk der Freiheit (2): British Columbia: Im Land der Bären (3): Griechenland: Vaias gefüllte Paprikaschoten (4): Italien: Eine amerikanische Prinzessin
14:00
Acht Jugendliche an der berühmten New Yorker "High School of Performing Arts" werden von der Aufnahmeprüfung bis zur großen Abschlussperformance begleitet. Vereint durch ihren großen Traum steht ihnen jedoch nicht nur das anstrengende Training bevor, sondern auch die harte Schule des Lebens. Oscarprämierter Episodenfilm mit mitreißenden Musik- und Tanzszenen. Der große Traum vom Showbiz: Wer das harte Casting der "High School of Performing Arts" in New York hinter sich gebracht hat, hat noch einen steinigen Weg bis zum Ruhm vor sich. In den drei Studiengängen Musik, Tanz und Schauspiel müssen die Studierenden alles geben, um später für das harte Showbiz gewappnet zu sein. Im aktuellen Jahrgang prallen komplett unterschiedliche Charaktere aufeinander. Zum Beispiel muss die schüchterne Doris, behütet von einer überfürsorglichen Mutter, sich mit Leroy aus einem New Yorker Ghetto verständigen. Oder der introvertierte Montgomery, der den Hänseleien des vorlauten Ralph ausgesetzt ist. Auf dem Weg bis zum Abschlussball müssen die jungen Künstler durch die harte Schule des Lebens gehen: Coming-outs, häusliche Gewalt, erste Liebesnächte, stolze Eltern, sexuelle Übergriffe, unverhoffte Schwangerschaften und besonders der Umgang mit Erfolg und Misserfolg neben der kräftezehrenden Ausbildung. Für seinen Film castete Alan Parker echte Studierende der New Yorker "High School of Performing Arts" und kreierte mit spaßigen Musicalszenen im Discoglanz der 80er Jahre ein lebensechtes Ensemblestück, dessen Titel "Fame" einen ironischen Unterton mitschwingen lässt.
16:20
Der Juli steht in Südmähren im Zeichen der Aprikose. Für Martin Beránek beginnt mit der Ernte eine Zeit, in der er fast täglich mährischen Aprikosen-Käsekuchen nach dem Rezept seiner Urgroßmutter backt. Der gelernte Konditor und sein Freund experimentieren viel mit der süßen Frucht. So entstehen herzhafte Chutneys oder neue Knödelvariationen. Die befreundete Familie Ilcík kocht meist traditionell. Im Hochsommer serviert Tochter Jitka aber auch eine ungewöhnliche Variante des Schweinebratens: Das Fleisch wird in Scheiben geschnitten und auf einem heißen Stein gebraten. Erst kurz vor dem Servieren übergießt Jitka es mit einer Marinade aus frischen Kräutern und Aprikosenbier, das sie in ihrer eigenen kleinen Spezialitätenbrauerei herstellt.
16:45
Zypern ist ein Paradies unter blauem Himmel mit rund 320 Sonnentagen pro Jahr. Fast 18 Prozent der Fläche der Republik Zypern stehen unter Naturschutz. Wie das Troodos-Gebirge, dessen Gipfel bis zu 2.000 Meter in die Höhe ragen. Damit die reiche Natur auf der Insel überlebt, braucht es Menschen, die sich darum kümmern. Schleiereulen sollen helfen, den Einsatz von Gift-Ködern in der Landwirtschaft zu reduzieren. Eine einzige Eule kann bis zu tausend Mäuse und Ratten pro Jahr vertilgen. Naturschützer machen sich genau das zunutze. Sie installieren neue Brutkästen und kontrollieren, wie die Schleiereulen sich vermehren. Auch die Bäume der Insel sind etwas Besonderes. Im Troodos-Gebirge, oberhalb von 900 Metern, wächst eine Art, die es nur hier gibt: die Zypern-Zeder. Die Bäume waren jahrhundertelang das klassische Baumaterial für Kirchen und Häuser. Raubbau und Klimaveränderungen sorgten dafür, dass die Zeder heute auf der Roten Liste steht. Dank eines Schutzprogramms wird jetzt massiv aufgeforstet. Wildtierbeauftragte der Forst- und Jagdbehörde sind auf der Suche nach dem selten gewordenen Nationaltier Zyperns, dem Mufflon. Die großen Wildschafe lebten einst zu Tausenden auf der Insel. Durch starken Jagdbetrieb wurden die Tiere in den vergangenen Jahrhunderten fast ausgerottet. Das Mufflon ist mittlerweile streng geschützt. Die Akamas-Halbinsel im Westen Zyperns ist ein fast 200 Quadratkilometer großes Naturschutzgebiet mit ausgedehnten Hügellandschaften und unberührten Küstenregionen. Im Frühling blüht es zwischen den Felsen prächtig. Dann wird die Halbinsel zum Schlaraffenland für Schmetterlinge.
17:40
Zypern ist ein kleines Paradies mit rund 320 Sonnentagen pro Jahr. Fast 18 Prozent der Fläche der Republik Zypern stehen unter Naturschutz. Wie das Troodos-Gebirge, dessen Gipfel bis zu 2.000 Meter in die Höhe ragen. Seit einiger Zeit spüren die Fischer von Agia Napa die Folgen der steigenden Meerestemperaturen. Gebietsfremde Arten wandern ein. Vor allem Rotfeuerfische gehen derzeit ins Netz. Das Problem: Die Brustflossenstacheln dieser Meeresbewohner sind giftig. Doch abgesehen von den giftigen Stacheln gilt der Rotfeuerfisch als äußerst schmackhaft. Die Boden- und Klimaverhältnisse Zyperns sind so gut, dass bestimmte Gemüsesorten, wie etwa Kartoffeln, sogar drei Mal pro Jahr geerntet werden können. Im Dorf Xylophagou findet die erste Ernte schon Ende Februar statt. Es sind die frühesten Frühkartoffeln der Europäischen Union. Unzählige Vögel nutzen Zypern als Rast- und Brutplatz. Doch sie brauchen Hilfe. Naturschützer haben Land gekauft, Hunderte Bäume gepflanzt und somit einen Schutzraum geschaffen. Der "Safe Haven" liegt mitten in einem Gebiet, in dem illegal Singvögel gejagt werden, obwohl dies seit 1974 offiziell verboten ist. Die Sumpfgebiete nahe der Inselhauptstadt Nikosia sind seit jeher Heimat der ostmediterranen Bachschildkröte. Eine groß angelegte Untersuchung soll zeigen, wie viele Exemplare der seltenen Art wirklich hier leben. Seit dem dritten vorchristlichen Jahrtausend wird auf Zypern Olivenöl hergestellt. Am Fuße des Troodos-Gebirges steht ein ganz besonderer Baum: ein uraltes Exemplar, das fast 800 Jahre alt ist.
18:35
Östlich von Salzburg liegt eine kleine Region mit einer außergewöhnlichen Geschichte. Das Salzkammergut war über Jahrhunderte Privatbesitz der Kaiserfamilie von Österreich. Die großen Salzvorkommen nördlich des mächtigen Dachsteingebirges brachten ihr Reichtum. Besondere Traditionen und eine ganz eigene Mentalität erwuchsen aus dieser langen Abgeschiedenheit und charakterisieren den Landstrich noch heute - genauso wie seine grandiose Natur. Steile Berge und türkisfarbene Seen locken betuchte Sommerfrischler aus ganz Europa an. Diese besondere Vergangenheit zu achten, aber die Zukunft im Blick zu haben, das ist eine Aufgabe, der sich viele Menschen hier stellen: Die Familie kaiserlicher Zuckerbäcker, die Rezepte pikanter Herkunft bewahrt; der junge Spitzenkoch, der dem Geschmack der Region ein Denkmal setzt; oder der Plättenbauer, der mit den Booten der Salzschifffahrt aus einer Sackgasse seines eigenen Lebens gefahren ist.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Wolfgang, 78, gelernter Schriftsetzer, Musiker und biodynamischer Berater, liebt sein einfaches Leben in der Toskana. Seit Jahrzehnten ist dieser Landstrich für viele Deutsche ein echter Sehnsuchtsort. Wolfgang wanderte 2007 in die Maremma, den südlichen und wilderen Teil der Toskana aus. Sie ist für ihn inzwischen zur Heimat geworden. Doch gesundheitliche Sorgen, ein auslaufender Pachtvertrag für seine Druckwerkstatt und die Trennung von seiner Frau stellen ihn vor Herausforderungen. Eine Rückkehr nach Deutschland ist für ihn keine Option - ohne Krankenversicherung und feste Bleibe möchte er lieber dort bleiben, wo er längst Wurzeln geschlagen hat. Die Dorfgemeinschaft betrachtet ihn schon lange als einen der Ihren. Er liebt die Auftritte mit seiner jungen Band und steht täglich an der Druckpresse. Seine Werke verkaufen sich von Siena bis in die USA. Auch Roman, 81, genießt den Alltag in der Natur und alles, was das italienische Leben für einen Deutschen so verführerisch macht. Schon 1979 kam er nach Italien - damals als Italienkorrespondent. Vor 30 Jahren haben er und seine Frau Christine sich entschieden, hier sesshaft zu werden, und sich ein Anwesen mit Blick auf die weiten Hügel der Toskana gekauft. Doch jetzt, im hohen Alter, erkennt er die Grenzen des Landlebens: Der nächste Nachbar ist weit entfernt, die Wege sind steil, und das Gelände ist nicht rollstuhlgerecht. Gemeinsam mit seiner Frau plant er wehmütig den Abschied und die Rückkehr nach München in eine altersgerechte Wohnung.
20:15
Ein Fischer findet eine weibliche Leiche bei Sandhamn. Kommissar Alexander und seine Kollegin Miriam nehmen die Ermittlungen auf. Am Fundort der Leiche angekommen, reagiert Alexander ungewöhnlich emotional darauf, wie seine Kollegen von der Spurensicherung die Leiche untersuchen. Und auch später im Büro kann er sich nicht beruhigen. Handelt es sich bei der Leiche vielleicht um Alexanders verschwundene Ehefrau? Unterdessen hat Staatsanwältin Nora die Brandska-Villa an Kristina vermietet, eine Freundin der Familie. Kristina wird den ganzen Sommer in Sandhamn verbringen, und auch ihre neue große Liebe Anders, den sie auf einer Dating-Seite kennengelernt hat, wird sie dort besuchen kommen. Doch auf der Insel verhält sich Anders sehr merkwürdig. Was verheimlicht er?
21:45
Der berühmte Professor für Kinderpsychologie Carl-Johan Berger wird während einer Feier auf seinem Anwesen erstochen. Vicky, die seit Jahren verschollene Frau von Kommissar Alexander Forsman, wird am Tatort mit einem Messer in der Hand angetroffen und festgenommen. Alexander ist fassungslos darüber, dass seine Frau den Mord an Berger begangen haben soll. Er fragt sich, wo sie all die Jahre war und was sie mit Berger zu tun hatte. Vicky hüllt sich in Schweigen. Alexander versucht mit allen Mitteln, sie zum Reden zu bringen, aber ohne Erfolg. Daraufhin wird er von seinem Chef von dem Fall abgezogen. Seine Kollegin Miriam Biana muss nun die Ermittlungen allein führen und stößt dabei auf ein dunkles Geheimnis in der Familie Berger.
23:15
Charlotte ist 42 Jahre alt und lebt mit ihrem Vater zurückgezogen im Trentino. Ihr Alltag spielt sich zwischen Garten, Wald und Tieren ab. Zugleich ist er geprägt von einer psychischen Beeinträchtigung. Charlotte lebt in der Welt ihrer eigenen Wahrnehmungen. Wenn die Angst sie überfällt, gerät ihre fragile Ordnung ins Wanken. Als ihr Vater nach einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wird, kehrt ihr jüngerer Bruder Leo nach zehn Jahren in das Dorf zurück. Zwischen den Geschwistern liegt eine problembehaftete Familiengeschichte, doch Leo erkennt, dass Charlotte fortwill, und nimmt sie mit in die Schweiz. Für Charlotte beginnt damit die erste Reise ihres Lebens. In der fremden Umgebung muss sie sich mit neuen Orten, unbekannten Regeln und anderen Menschen auseinandersetzen. Leo versucht, ihr ein anderes Leben zu zeigen und ihr Halt zu geben, stößt dabei jedoch immer wieder an Grenzen. Charlotte erlebt Momente der Leichtigkeit, knüpft vorsichtig Beziehungen und entdeckt neue Ausdrucksmöglichkeiten. Zugleich führen Enttäuschungen und Überforderung immer wieder zu Krisen, die das ohnehin angespannte Verhältnis der Geschwister auf eine harte Probe stellen. Rolando Colla erzählt diese Annäherung mit großer Empathie. Der Film verbindet Außenbeobachtung und subjektive Wahrnehmung, ohne Charlotte auf ihre Erkrankung zu reduzieren. So entsteht ein stilles, eindringliches Drama über Verletzlichkeit, Selbstbestimmung und den schwierigen Versuch, einander wirklich zu verstehen.