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TV Programm für ARTE am 08.08.2026

Jetzt

ARTE Reportage 17:40

ARTE Reportage: Russland / Madagaskar

Dokumentation

(1) Russland: Der Buchstabe "Z" steht in Russland für den Krieg und ist seit Februar 2022 bis heute das offizielle Symbol für die Invasion in die Ukraine. Wie sehen junge Russen der Generation Z die Entwicklung ihres Landes unter Putin? (2) Madagaskar: Jeden Tag klicken rund 100.000 Menschen, um die Algorithmen der künstlichen Intelligenz zu trainieren.

Danach

Die Albanischen Alpen - In den verwunschenen Bergen 18:30

Die Albanischen Alpen - In den verwunschenen Bergen

Land und Leute

Einen halben Tagesmarsch dauert der Aufstieg mit Packpferden in das Sommerlager der Schäferin Laqe und ihrer Familie, auf einer Hochebene in den Bergen nördlich des kleinen Dorfes Lepushe. Jedes Jahr wandert die Familie mit ihrer Schafherde hinauf und bleibt, bis der erste Schnee fällt. Das Weideland weit oben in den Bergen empfindet Laqe als Paradies: "Mein halbes Leben habe ich hier verbracht", so die Schäferin. "Und ich bete zu Gott, dass ich hier sterben darf." Hoch über dem Bergfluss Shala lebt Gjelosh Preka mit seiner Frau Mirja. Er betreibt den letzten Laden in den Bergen. Wer etwas kaufen will, ruft so lange nach Gjelosh, bis er den Hang herunterklettert und seinen Laden aufschließt: "Ich verkaufe alles, was die Menschen hier oben brauchen. Heute leben nur noch etwa 30 Menschen hier." Hauptberuflich arbeitet Gjelosh im alten Wasserkraftwerk im Tal, repariert ehrenamtlich die maroden Stromleitungen in halsbrecherischer Höhe und schleppt mit seinem Allradwagen liegengebliebene Autos ab. Denn hier oben gibt es kaum befahrbare Straßen - oft führen nur felsige Pfade weiter.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.

Tracks East 19:40

Tracks East: Provokation und Empörung

Reportagereihe

Provokation ist politisches Kapital. Kaum jemand nutzt sie so gezielt wie US-Präsident Donald Trump. Polarisieren, empören, Grenzen verschieben: Das ist seine Strategie. In einer Zeit, in der Algorithmen starke Reaktionen belohnen - egal, ob negativ oder positiv - wird Provokation zur Währung. Der Reporter Jean-Michel Scherbak, der in Russland schon allein wegen seiner Hautfarbe und seiner sexuellen Orientierung aneckt, fragt: Macht Provokation Demokratien lebendiger oder gefährlicher? "Tracks East" trifft Menschen, die mit Provokation arbeiten oder gegen sie ankämpfen. In New York mischen junge Aktivisten und Aktivistinnen die Politik auf: Die "Hot Girls 4 Zohran" verhalfen dem linken Politiker Zohran Mamdani mit reichlich Humor und Memes zum Sieg als Bürgermeister von New York. Besonders die Gen Z feiert seine radikale Ehrlichkeit. Kritiker warnen vor Populismus im progressiven Gewand. In der Türkei musste die Girlband Manifest erleben, wie schnell weibliche Selbstbestimmung kriminalisiert werden kann. Ein Konzert in freizügigen Outfits führte zu Ausreiseverbot und Zensur. Die Musikerin und Labelbetreiberin Aisu aus Istanbul spricht trotz Risiko offen darüber, wie Provokation für Frauen zum Balanceakt wird. Die polnische Künstlerin Ivana Vladislava nutzt ästhetische Übertreibung, um die Doppelmoral der Gesellschaft zu entlarven: Wer bestimmt, was "zu viel" ist, und wer darf sich schön finden? In Moskau werden trotz des Krieges und der autokratischen Regierung Sex-Partys veranstaltet - und zwar direkt gegenüber der Zentrale des Geheimdienstes FSB. Organisator Ilja beobachtet Veränderungen in der Szene, weiß jedoch auch, dass das Bedürfnis nach Sex in Kriegszeiten sogar größer wird.

Alhambra - Das Vermächtnis der Sultane Spaniens 20:15

Alhambra - Das Vermächtnis der Sultane Spaniens

Dokumentation

Von außen wirkt die Alhambra mit ihrer 2.000 Meter langen Mauer und den zahlreichen Türmen wie eine schmucklose Festung, doch sie birgt einen weltweit einzigartigen Schatz: eine mit unzähligen Ornamenten verzierte Palastanlage, die zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert von den Nasridensultanen, den Herrschern des letzten muslimischen Reichs in Spanien, auf einem Hügel in Granada errichtet wurde. Die Nasridensultane schöpften aus dem Wissen und Können einer jahrhundertealten Kultur, beschäftigten die begabtesten Handwerker und perfektionierten ihre Kunst bis ins kleinste Detail, um ihre Stadt in eine idyllische Oase zu verwandeln - die letzte Demonstration der Talente und Zufluchtsort einer Welt, die durch den unaufhaltsamen Vormarsch der Reconquista bereits dem Untergang geweiht und zwischen der Notwendigkeit, ihr Territorium zu verteidigen, und einem fast philosophischen Streben nach Wohlbefinden hin- und hergerissen war. Der Film begleitet Archäologen, Restauratoren und Historiker bei der Arbeit. Sie erforschen die Geheimnisse der Herstellung der unzähligen Sterne in den Palastkuppeln, ergründen die Bedeutung der seltsam anmutenden Deckenmalereien in manchen Gewölben und die Feinheiten der komplexen Geometrie. Und sie beschäftigen sich auch mit den bisher kaum erforschten Palastwerkstätten, in denen die in ganz Europa begehrten Keramiken hergestellt wurden. Welch außergewöhnliches Zusammenspiel von Kunst und Wissenschaft brachte die meisterhaften Ornamente hervor? Woher stammt das für die Planung und Ausführung erforderliche Wissen? Wovon erzählen die mehreren Tausend kalligraphischen Inschriften auf den Wänden des Palastes? Wie konnte diese letzte Bastion der muslimischen Herrschaft in Spanien zweieinhalb Jahrhunderte überdauern - auf der Spitze eines Hügels, als die schillerndste mittelalterliche Akropole im Mittelmeerraum? Er wird noch lange dauern, bis alle Geheimnisse der zehn Hektar umfassenden Alhambra gelüftet sind.

Georges Bizet: Carmen 21:45

Georges Bizet: Carmen: Salzburger Festspiele 2026

Oper

In der Neuproduktion der Salzburger Festspiele verkörpert Opernstar Asmik Grigorian Carmen als vielschichtige, starke Frau zwischen Freiheitspathos und Verwundbarkeit. Gabriela Carrizo inszeniert mit ihrer Compagnie Peeping Tom und Jonathan Tetelman (Don José) eine radikal zeitgenössische "Carmen" als verstörend aktuelle Geschichte von Femizid. Souverän, verführerisch und unberechenbar: Asmik Grigorian spielt die Titelrolle in "Carmen" als vielschichtige und starke Frau: Diese Interpretation legt aber auch die Risse unter der ikonischen Oberfläche frei und lässt Carmens Freiheitspathos ebenso hörbar werden wie ihre Verwundbarkeit. "Carmen" ist eine der populärsten Opern. Komponiert von Georges Bizet und uraufgeführt 1875 in der Opéra-Comique in Paris. Schauplatz der Handlung ist Sevilla. Das Libretto haben Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée verfasst. In über 150 Jahren wurde Carmen zum Symbol radikaler weiblicher Selbstbestimmung. Dem bürgerlich-patriarchalen Besitzanspruch von Frauen abtrünnig, beansprucht Carmen in der Habanera und Seguidilla das Recht auf freie Partnerwahl. Ihre Unabhängigkeit und sexuelle Autonomie provozieren, und sie wird zu einer Projektionsfigur als Gegenentwurf zu Konvention und Zwang. Die Inszenierung der Regisseurin und Choreographin Gabriela Carrizo rückt Carmen und Don José, gesungen von Jonathan Tetelman, gleichermaßen ins Zentrum. Mit ihrer Tanztheater-Compagnie Peeping Tom zoomt sie mit der typischen intensiven Körperlichkeit und der präzisen Bildsprache tief in die Psyche und das Unbewusste der Figuren. Sie zeigt familiäre Prägungen, gesellschaftliche Zwänge und die Dynamik eines toxischen Begehrens. So entsteht gemeinsam mit dem Utopia Orchestra unter der Leitung von Teodor Currentzis eine neue "Carmen" zu den Salzburger Festspielen 2026 - eine verstörend aktuelle Geschichte von Femizid.