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Vom nordfranzösischen Mittelständler zu einem der mächtigsten Männer der Luxusbranche: Bernard Arnault. In den 1970er Jahren übernimmt er das familieneigene Bauunternehmen und richtet es neu aus - statt Wohnraum verkauft er die Verheißung von Wohlstand. Als die Sozialisten 1981 in Frankreich an die Macht kommen, zieht es ihn in die USA. Dort lernt er die Regeln eines rücksichtslosen Kapitalismus: Tempo, Aggressivität und den Kult um Leistung. Nach seiner Rückkehr agiert er in Frankreich äußerst trickreich. Sein Meisterstück gelingt ihm mit dem Kauf der maroden Boussac-Gruppe. In dem bankrotten Textilhaus entdeckt er mit der Marke "Christian Dior" einen echten Schatz. Unterstützt durch Staat und Banken erwirbt er das Unternehmen, streicht Arbeitsplätze, verkauft unrentable Sparten und häuft so ein Vermögen an. Parallel formiert sich der Luxusgüterkonzern LVMH aus der Fusion von Louis Vuitton und Moët Hennessy. Arnault nutzt den Machtkampf zwischen den Geschäftsführern geschickt aus. Nach dem Börsencrash 1987 kauft er massiv LVMH-Aktien, schürt die Rivalität der Kontrahenten und sichert sich schließlich die Kontrolle. Gerüchte, Industriespionage und juristische Schlachten prägen diesen Kampf, aus dem Arnault als Sieger hervorgeht. Er begründet neue Marken, engagiert Star-Designer und macht exklusive Produkte wie Taschen, Accessoires und Parfüms für eine internationale Mittelschicht zugänglich, die nach Statussymbolen strebt. In kurzer Zeit baut er ein globales Imperium auf. 1996, mit 47 Jahren, zählt er zu den Milliardären - und prägt die Branche bis heute wie kein Zweiter.
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Die zweite Folge der Dokumentation zeigt, wie LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton von der weltweiten Nummer eins im Luxussegment zum scheinbar allmächtigen Player in Politik, Finanzwesen und Medienwelt aufstieg. Der Beginn des 21. Jahrhunderts ist eine Zeit der ungezügelten Finanzmärkte, des Freihandels, des explodierenden Reichtums. Eine Welt ohne Grenzen - wie geschaffen für Bernard Arnault. Sein Konzern setzt auf aggressive Expansion und zieht selbst aus vermeintlichen Niederlagen immense Gewinne. Sogar die Finanzkrise von 2008 wirkt als Beschleuniger. Zwischen 2010 und 2025 vervierfacht sich der Umsatz von LVMH und erreicht über 80 Milliarden Euro. Daneben erweitert das Konglomerat seine Einflusszonen. 2007 kauft Arnault, der bereits das Wirtschaftsblatt "La Tribune" besitzt, die Tageszeitung "Les Échos" zu einem überhöhten Preis - trotz des Widerstands der Redaktion. Mit zunehmender Nähe zum damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy verschwimmen bei Arnault die Grenzen zwischen privatem und geschäftlichem Interesse. Unter Präsident Hollande kommt es im Zusammenhang mit der geplanten Reichensteuer zu Diskussionen über "Steuerpatriotismus". Die Folge enthüllt auch die Schattenseiten dieser Maschinerie: Ein System, in dem nur Rentabilität zählt, setzt seine Stardesigner unter immensen Druck. Heute ist Bernard Arnault auf dem Gipfel der Macht angekommen. Als einflussreicher Partner von Kulturinstitutionen und Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen 2024 in Paris spinnt sein Konzern die Fäden. Und auch die Nachfolge ist gesichert: LVMH ist eine Familienholding und Arnaults Kinder sitzen im Verwaltungsrat.
22:20
Angesichts der Krisen auf der Erde erscheint eine mögliche Besiedlung des Alls durchaus verlockend. Doch die Vision von einer Zukunft auf fernen Planeten verstellt den Blick auf eine andere Entwicklung: Schon heute dehnt die Raumfahrtindustrie ihren Einfluss im Erdorbit aus - mit Tausenden von Satelliten und im Namen einer globalen, jederzeit verfügbaren Vernetzung. Der beispiellose Ausbau der Raumfahrt bringt immer mehr Startplätze und Raketenstarts mit sich. Ganze Regionen werden dadurch verändert, Ökosysteme geschwächt und lokale Gemeinschaften unter Druck gesetzt. Von Texas über Schweden bis Chile wächst der Protest gegen diese neue Jagd nach Profit, gegen die von ihr verursachte Umweltbelastung und gegen das Paradox eines Systems, das im Namen eines möglichen "Planeten B" den einzigen bewohnbaren Planeten aufs Spiel setzt, den wir haben.
23:15
Was als kühne Idee in einem Seminarraum der University of the South Pacific im Jahr 2019 begann, entwickelte sich zu einer globalen Rechtsrevolution. Angesichts zerstörerischer Zyklone und steigender Meeresspiegel fassten Jurastudierende auf Vanuatu einen Entschluss: Sie wollen nicht länger auf unverbindliche politische Versprechen warten. Ihr Ziel ist der Internationale Gerichtshof in Den Haag. Die Staaten, die hauptsächlich für den Klimawandel verantwortlich sind, sollen für die Schäden haftbar gemacht werden. Es geht um Entschädigungszahlungen in Billionenhöhe. Der Dokumentarfilm "Der Billionen-Prozess" erzählt die außergewöhnliche Geschichte dieses sechsjährigen Marathons. Mit unerschütterlicher Entschlossenheit mobilisierten die Studierenden eine weltweite Jugendbewegung. Ihr Ziel ist ein Rechtsgutachten, das die Pflichten der Staaten zum Klimaschutz völkerrechtlich klärt. Was als studentische Initiative begann, wuchs zu einem Zusammenschluss von mehr als 100 Nationen heran, die schließlich vor das höchste Gericht der Welt zogen. Die Dokumentation zeigt den Kontrast zwischen den bedrohten Küstendörfern des Pazifiks und den prunkvollen Hallen des Friedenspalastes. Hier, Tausende Kilometer von zu Hause entfernt, treten die jungen Menschen schließlich vor das Weltgericht. Es ist ein historischer Wendepunkt: Zum ersten Mal wird die Klimakrise nicht als abstrakte Umweltfrage, sondern als Frage der Menschenrechte und der rechtlichen Haftung verhandelt. Die Industriestaaten wehren sich mit Händen und Füßen gegen mögliche finanzielle Ansprüche. Wer wird vor Gericht Recht bekommen?