04:00
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.
05:10
Seit 50 Jahren widmet sich Jean-Paul Salasse dem Erhalt der Garrigue. Er kennt die Pflanzen hier und ist mit den typischen Gerüchen der Strauchheide vertraut. Auf geführten Wanderungen sensibilisiert er die Menschen für die Schönheit dieser wenig bekannten Landschaft und wirbt so für ihren Schutz. Eric Prioré durchstreift die Garrigue mit seiner Rove-Ziegenherde. Die Gemeinde Septème-les-Vallons hat ihm für die 125 Tiere insgesamt 600 Hektar Land zur Verfügung gestellt. Rove-Ziegen ernähren sich von Büschen und Pflanzen, halten die Vegetation kurz und verhindern so die Ausweitung von Bränden. So findet die lokale Ziegenrasse, die schon fast ausgestorben war, in der Garrigue wieder ihren Platz. Im Herzen der korsischen Macchia ernten Sophia und ihr Vater Albrecht italienische Immortellen. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach den für die Region so symbolträchtigen Blumen sind die beiden vom Sammeln wilder Exemplare der gelben Strohblumen auf nachhaltigen Anbau umgestiegen - ganz ohne Bewässerung und Dünger. Yves Elie und seine Frau Chantal wollen das Gleichgewicht zwischen Pflanzen und Bienen wiederherstellen. Dazu haben sie die Wildform der Dunklen Europäischen Honigbiene erfolgreich wieder angesiedelt, um die Flora auf den Heideflächen zu erhalten und der Garrigue so neues Leben einzuhauchen.
05:40
Auf der australischen Seite der Wallace-Linie entstand ein geschützter Lebensraum mit eigenen natürlichen Grenzen. Hier nahm die Evolution einen eigenen Verlauf. Eine schmale, aber tiefe Meerenge verläuft zwischen Bali und Lombok im Süden sowie Borneo und Sulawesi im Norden: die Wallace-Linie, eine biogeografische Grenze, die nach dem Mann benannt ist, der sie im 19. Jahrhundert erstmals beschrieb. Sie trennt die australische von der asiatischen Tierwelt. Auf der einen Seite stellen Tiger Affen nach und Elefanten gestalten Flussläufe. Auf der anderen Seite durchqueren Känguru-Rudel weite Ebenen und Riesenechsen gehen in Trockengebieten auf die Jagd. Auf beiden Seiten der Linie hat die Evolution dafür gesorgt, dass sich die Tierarten an ihre Lebensräume angepasst haben - oft auf erstaunliche Art.
06:25
Eine schmale, aber tiefe Meerenge verläuft zwischen Bali und Lombok im Süden sowie zwischen Borneo und Sulawesi im Norden. Sie markiert die Wallace-Linie, eine biogeografische Grenze, benannt nach dem Naturforscher, der sie im 19. Jahrhundert erstmals beschrieb. Sie trennt die australische von der asiatischen Tier- und Pflanzenwelt. Auf der einen Seite stellen Tiger Affen nach und Elefanten prägen Landschaften und Flussufer. Auf der anderen Seite durchqueren Känguru-Rudel weite Ebenen, und Riesenechsen gehen in trockenen Regionen auf die Jagd. Beiderseits dieser Linie hat die Evolution Tierarten hervorgebracht, die sich an ihre Lebensräume angepasst haben - oft auf erstaunliche Weise. Die Wallace-Linie bildet die Grenze zwischen zwei Welten, in denen völlig unterschiedliche Tiere verblüffend ähnliche Lebensweisen entwickelt haben. Doch was geschieht, wenn beide Welten aufeinandertreffen?
07:10
Die Wallace-Linie bildet einen Schutzwall für einzigartige Lebensformen. Jenseits dieser Linie, die die asiatische von der australischen Fauna trennt, sorgen weitere Grenzen für eine unglaubliche Vielfalt: Bergketten, Wälder und Meere trennen Lebensräume, die es so nur hier gibt. Im trockenen Landesinnern überwinden Rote Riesenkängurus große Strecken mit einer der energieeffizientesten Fortbewegungsarten: Sie hüpfen. Als während der letzten Eiszeit die Meeresspiegel stiegen, wurde Tasmanien vom australischen Kontinent abgeschnitten. Der Tasmanische Teufel ist vielleicht das furchterregendste aller australischen Beuteltiere: Er zermalmt Aas und Knochen mit einem Kiefer, der kräftiger ist als der aller anderen Tiere seiner Größe.
07:55
Sorgerechtsstreitereien, Unterhaltsforderungen oder kleinere Diebstähle - all das, was in größeren Städten zur täglichen Routine von Gerichten und Ämtern gehört, stellt an den Flussufern des Amazonas eine besondere Herausforderung dar. Denn oft liegen die kleinen Dörfer und Gemeinden an unzugänglichen Uferstellen, an denen nur Schiffe anlanden können. Feste Wege oder gar Straßen gibt es nicht. Selbst die Kleinsten werden per Boot in den Kindergarten gebracht. Dennoch unterstehen auch jene Ortschaften der brasilianischen Gerichtsbarkeit, und die Menschen haben ein Recht auf Unterstützung bei Amtsfragen und Streitfällen. Sechsmal im Jahr fährt deshalb das Gerichtschiff "João Bruno" für jeweils eine Woche die Regionen ab, um den Menschen in jenen abgelegenen Orten diese Serviceleistung des Staates anzubieten. Höchste Instanz dabei ist eine amtliche Richterin oder ein Richter. Diesmal ist es Laura Costeira. Der 42-jährigen ist es ein Anliegen, ihre Dienste den Menschen auch abseits der Städte nahezubringen. Einfach wird die Reise nicht: An Bord gibt es für die insgesamt 70-köpfige Reisegemeinschaft gerade einmal vier Waschmöglichkeiten. Die meisten Passagiere schlafen in Hängematten. Eine einzige Köchin ist für die Verpflegung der Mannschaft zuständig. Und dennoch hat sich das Projekt zu einem Erfolgsmodell entwickelt - bei der Mannschaft und den Menschen am Amazonas. So soll es auch diesmal sein.
08:50
Ein junges Team von Tierspezialisten will die Büffel in Laos aufpäppeln - mit Futterblöcken, entwickelt von australischen Wissenschaftlern. Mit ihrer Hilfe können die Büffel zum ersten Mal ganzjährig ausreichend ernährt werden, sie werden gesünder, setzen mehr Fleisch an und geben bis zu 30 Prozent mehr Milch. Die wird jedoch in Laos bisher gar nicht genutzt, das Melken ist hier unbekannt. Dabei sind in Laos viele Kinder chronisch unterernährt, mit Folgen für das ganze Leben. Die Ernährung der Kinder mit Wasserbüffel- und auch Ziegenmilch anzureichern, könnte schnelle Hilfe bedeuten und jeder Tag zählt. Auf der ersten Wasserbüffel-Milchfarm in Nord-Laos hat die Australierin Susie Martin mit ihren laotischen Farmmanagern und zwei einheimischen Tierspezialisten deswegen einen Notdienst für Wasserbüffel eingerichtet. Sie fahren zu den Kleinbauern, impfen und klären über artgerechte Haltung auf und haben für die Farmer kostenloses Zusatzfutter im Gepäck. Die beiden mieten von den Kleinbauern trächtige Wasserbüffelkühe und holen sie auf die Farm, ein regelrechtes Day-Spa für die Tiere. Ihre Besitzer erhalten die Kühe wieder trächtig zurück - mit frischer Genetik von einem stattlichen indischen Zuchtbullen "an Bord". Die Milch der Wasserbüffelkühe und neuerdings auch von Ziegen wird in Ernährungsprogrammen eingesetzt, auch in der Grenzregion zu China, in der viele Dorfbewohner Generation um Generation in Armut leben und Mangelernährung fast die Hälfte der Kinder betrifft. Mit Wissen und für die Viehhalter kostenlosen Futterblöcken im Gepäck bringen die Tierspezialisten den Dorfbewohnern das Melken ihrer Tiere und das Zubereiten einfacher Milchspeisen bei.
09:40
(1): Janet Frame, ein Engel an Neuseelands Tafel (2): Neuseeland: Der Wal ist König (3): Auckland: Maßvoll genießen
10:20
(1): Neshani Andreas, die Stimme der Frauen Namibias (2): Namibia: Ein Wüstenvolk unter sich (3): Namibia: Diamantensicherung in der Wüste
11:05
Alljährlich feiert Scheibenhard(t) im Juni sein Brückenfest mit Ochsen vom Spieß, groben Bratwürsten oder Rebknorzenspießen aus Schweinenacken. Kulinarisch ist sich die deftige Pfälzer und die Elsässer Küche entlang der Grenze recht ähnlich. Oftmals wird das gleiche gekocht, nur unter anderem Namen. So heißt der elsässische Baeckeoffe, ein Gemüse-Fleisch-Eintopf, bei Christian Müller auf der Pfälzer Seite Backesgrumbeere. Als Hobbyjäger bereitet er seine Variante mit Wildfleisch zu. Diese kommt auf den Tisch, als Fabienne Buhl zu einem Treffen der Gemeinderäte aus beiden Ländern bei ihm zu Hause ist. Fabienne hingegen kocht am liebsten Fleischknöpfle mit weißer Soße und Kartoffelpüree. Bereits 1815 wurde Scheibenhard(t) in einen deutschen und einen französischen Ortsteil getrennt.
11:30
Im australischen Kimberley bestimmt der Wechsel der Jahreszeiten das Überleben. Die Trockenzeit, Lalin genannt, verwandelt die Region in eine ausgedörrte Landschaft. Wallabys und ihre Jungtiere riskieren an den letzten Wasserstellen ihr Leben - zwischen lauernden Leistenkrokodilen und hungrigen Raubvögeln. Mit der Jirrbal-Zeit kündigt sich Veränderung an. Die Luft wird schwül, Gewitter ziehen auf, und Blitze erhellen den Himmel. In der Savanne kommt es in der Paarungszeit der Kragenechsen - Koolamana - zu erbitterten Kämpfen. Die Weibchen suchen unterdessen sichere Plätze, um ihre Eier abzulegen. Dann bricht die Wilakarra-Regenzeit herein. Starkregen überschwemmt das Land, und das Quaken der Frösche erfüllt die Luft. Hier gibt es über 40 Arten, darunter der Kimberley-Spatenfußfrosch. Der Martuwarra, der Fitzroy River, erwacht zu neuem Leben. Auf rund 700 Kilometern schwillt er an, reißt alles mit sich und schafft gleichzeitig Lebensraum für unzählige Arten. Der Musiker und Schauspieler Mark Coles Smith aus dem Volk der Nyikina begibt sich mit einem Kajak auf eine Expedition, um die Flusslandschaft zu erkunden. Gemeinsam mit dem Biologen Ian Bool und weiteren Begleitern kämpft er sich durch Stromschnellen. Die Reise ist beschwerlich, doch sie zeigt die enge Verbindung zwischen den Nyikina und ihrem Fluss - einem Ort von kultureller und biologischer Bedeutung. Wenn die Nacht hereinbricht, wird die Kimberley-Region von einer einzigartigen Kakofonie erfüllt: Tausende Frösche quaken um die Wette, während Insekten in Schwärmen umherfliegen. Für die frisch geschlüpften Kragenechsen ist dies die perfekte Zeit, um heranzuwachsen. Sobald die Regenzeit endet, verlassen sie ihre Nester und beginnen ihr eigenes Leben in Kimberley. So schließt sich der Kreislauf: Aus Dürre wird Fülle, aus Stille wird Leben - bis die nächste Trockenzeit beginnt.
12:15
Mit der Koolawa-Phase ziehen kühle Winde auf, und die Alpha-Krokodile verteidigen ihr Revier gegen junge Herausforderer. Die Unterlegenen werden flussabwärts gedrängt, wo Australiens stärkste Gezeiten ein einzigartiges Watt freilegen. Hier, in einem der nährstoffreichsten Küstengebiete der Welt, fressen sich Tausende Zugvögel die Energiereserven für ihre langen Flüge an. Zwischen ihnen kämpfen Schlammspringer - von den Einheimischen Buggle Buggles genannt - um Weibchen. Doch nachts wird das Watt zur Gefahr: Eine seltene Mangrovenschlange macht Jagd auf die kleinen Kämpfer. Sobald das Wetter umschlägt, brechen die Zugvögel auf. Einige fliegen ohne Pause bis in die Hocharktis. Wenn sie weiterziehen, beginnt die kalte Trockenzeit, in der Buckelwale aus der Antarktis in die warmen Gewässer vor Kimberley ziehen. Die Dambimangari-Ranger überwachen das Gebiet, um die sensiblen Lebensräume zu schützen. Zwergbeutelmarder kämpfen gegen invasive Aga-Kröten, während Seeadler auf den Inseln ihre Brut gegen Reiher verteidigen. Selbst das fast ausgerottete Kimberley-Zwergsteinkänguru findet hier noch ein Refugium. Am Yowjab - dem Montgomery Reef - zeigt sich die Kraft der Natur besonders eindrucksvoll. Bei Ebbe legt die stärkste Gezeitenströmung Australiens ein riesiges Korallenriff frei. In den geschützten Buchten ziehen Buckelwalmütter ihre Kälber auf. Doch wenn Kleine Schwertwale auftauchen, wird es gefährlich. Dann setzen sich ausgewachsene Buckelwalbullen mit ihren massigen Körpern zur Wehr - ein Kampf, der über das Überleben der Jungtiere entscheidet. Hier, zwischen Gezeiten und Überlebenskampf, zeigt sich die ungebändigte Wildnis Kimberleys.
13:00
Zum Ende der kalten Trockenzeit wird das Wetter im Norden Australiens wieder wärmer. Kurzkopf-Gleitbeutler kommen aus ihren Baumhöhlen und erkunden die Blütenpracht. Vor der Zeit der großen Hitze nimmt die indigene Bevölkerung gemeinsam mit Umweltschützern kontrollierte Brandrodungen vor. So minimieren sie das Risiko von gefährlichen Steppenbränden in der Trockenzeit und machen die Savanne auch für Tiere wie die prächtige Gouldamadine sicher. Wenn das Wetter umschlägt, beginnt in einem anmutigen Luftschauspiel für Tausende von Libellen die Paarungszeit. In der sogenannten Wilbooroo-Zeit steigen die Temperaturen, die Landschaft trocknet weiter aus. Das Schwinden der Feuchtgebiete zwingt die großen Krokodile in die übrig gebliebenen Wasserläufe. Der Platzmangel führt zu Kämpfen zwischen den mächtigen Raubtieren. In der extremen Hitze der sogenannten Lalin-Zeit sind die meisten Wasserstellen versiegt. Nur noch hoch spezialisierte Tiere überleben diese Zeit in der Savanne und der Wüste in Kimberley - so wie die Schmalfuß-Beutelmaus. Wenn sich die Luft in der trockenen Savanne in der sogenannten Jirrbal-Zeit elektrisch auflädt, kommt es zu spektakulären Blitzschlägen. Einer von ihnen löst ein verheerendes Feuer aus und ein junger Kurzkopfgleitbeutler muss sich aus den Flammen flüchten. Wenn sintflutartige Regenfälle den Durst des Landes stillen, ist die Wilkarra-Zeit gekommen: Das Leben kehrt zurück und entfaltet sich einmal mehr in voller Pracht.
13:45
Der gut aussehende, distinguiert wirkende Lawrence Jamieson ist seit langem als Hochstapler erfolgreich. Mit der Unterstützung von Inspektor André und Butler Arthur gelingt es dem charmanten Schwindler, sich als vermeintlicher Prinz im Exil auszugeben, um reiche Damen von einem guten Teil ihres Vermögens zu befreien. Doch diesen Sommer macht ihm ein grobschlächtiger amerikanischer Betrüger namens Freddy Benson das lukrative Revier an der Côte d'Azur streitig. Dessen herzzerreißende Geschichten zeigen Wirkung bei den Frauen. Lawrence, dem Freddy auf die Schliche gekommen ist, gibt ihm gezwungenermaßen Lehrstunden in Noblesse. Die Rivalität steigt, als die beiden Janet Colgate entdecken, eine junge und wohlhabende Erbin. Sie schließen eine Wette ab: Der Erste, der 50.000 Dollar von Janet bekommt, gewinnt; der Verlierer muss die Stadt verlassen. Jedoch ist Janet nicht so naiv, wie sie scheint.
15:30
Jeff Lebowski, auch "The Dude" genannt, ist ein langhaariger Späthippie, dessen Lebensinhalt darin besteht, mit seinen Freunden Bowling zu spielen und dabei White Russians und gelegentlich einen Joint zu konsumieren. Doch sein Leben gerät aus den Fugen, als ihn zwei Geldeintreiber in seiner Wohnung aufsuchen. Schnell wird klar, dass es sich um eine Verwechslung mit dem "Großen Lebowski" handelt, einem exzentrischen Millionär. Doch bevor die Eindringlinge seine Wohnung wieder verlassen, pinkeln sie dem Dude auf den Teppich, sein liebstes Einrichtungsstück. Also macht er sich auf den Weg zu seinem Namensvetter, um sich den ruinierten Teppich ersetzen zu lassen. Aber der reiche Mann hat gerade ganz andere Probleme. Seine junge Frau Bunny wurde entführt - angeblich von einer Gruppe deutscher Nihilisten. Der "Große Lebowski" bittet seinen Namensvetter, das geforderte Lösegeld zu überbringen. Der Dude, der wie üblich nichts zu tun hat, ist zwar hilfsbereit, aber zugleich auch ratlos in dieser Situation. So bittet er seinen Freund Walter, einen Vietnamveteranen, um Beistand. Ein Fehler, wie sich schon bald herausstellt, denn der will das Lösegeld am liebsten selbst behalten. Über den erbitterten Streit der beiden Chaoten geht die Geldübergabe schließlich schief. Als ihnen kurz darauf ein blutiger Zeh ins Haus geschickt und ihr Bowlingfreund Donny von Kugeln durchsiebt wird, ist klar, ihnen steht das Wasser bis zum Hals. Wenn ihnen nicht schnell etwas einfällt, sind sie die Nächsten ...
17:25
Ob über den Aufstand von Landarbeitern in Südafrika, die Situation von Prostituierten in Mexiko oder über die neuen Gastarbeiter in Deutschland ... Das internationale Nachrichtenmagazin berichtet von den Brennpunkten der Welt.
18:20
Der Ukrainekrieg spielt sich nicht nur auf dem Schlachtfeld und auf wirtschaftlicher Ebene ab, sondern auch in der Berichterstattung. Sei es, um den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Ukraine zu legitimieren, die Völkergemeinschaft zu spalten oder die öffentliche Meinung zu beeinflussen: Die Manipulation von Fakten charakterisiert das Regime von Wladimir Putin - und darüber hinaus jedes undemokratische Regierungssystem. "Mit offenen Karten" beleuchtet die Hintergründe des Desinformationskriegs, dem Politiker und Bürger gleichermaßen zum Opfer fallen. Die falsche Darstellung von Tatsachen in Kriegszeiten ist nicht neu: Propaganda ist ein zentraler Bestandteil der Strategie autoritärer Regierungssysteme, von Nazi-Deutschland bis zur Sowjetunion. Allerdings bietet heute die Technologie mit KI und den sozialen Netzwerken als mächtigen Multiplikatoren neue Möglichkeiten, die Glaubwürdigkeit und den Einfluss von Fake News zu erhöhen.
18:35
"Es ist die Aufgabe der Alten, dafür zu sorgen, dass alles läuft", sagt Whang Od. Und tatsächlich: Unter ihrer Führung hat sich das Dorf verändert. Es gibt Arbeit, weil viele Gäste kommen; es gibt größere Häuser und endlich Strom für alle. Für viele Filipinos ist es zu einem Ritual geworden, sich von Whang Od tätowieren zu lassen. Mit Ruß und Wasser mischt sie die Tinte, mit dem Dorn eines Zitrusbaums klopft sie ihre Signatur - drei Punkte - in die Haut der Gäste. Batok heißt diese uralte Technik, die sie einst von ihrem Vater lernte. Damals waren die Männer ihres Stammes noch Kopfjäger, die ihre Feinde töteten. Gelang ihnen das, erhielten sie zur Bestätigung ihres Mutes ein Krieger-Tattoo. Seit einigen Jahren bereitet Whang Od ihre Nachfolge vor. Dafür hat sie ihre Großnichten Grace und Elyang ausgewählt. Sie sollen die Batok-Tradition in die Zukunft tragen: Whang Od hat sie die Technik gelehrt und ihnen die alten Motive erklärt - nun tragen die beiden jungen Frauen die Verantwortung. Doch viele Besucher kommen vor allem wegen der legendären alten Meisterin. Können Grace und Elyang aus dem Schatten der Matriarchin treten? Was passiert, wenn Whang Od irgendwann nicht mehr da sein wird? Wird das Dorf Buscalan seinen Wohlstand halten können? Und werden die Menschen weiterhin den beschwerlichen Weg in die Berge auf sich nehmen? Ein Film über Tradition und Wandel, über weibliche Autorität und kulturelles Erbe - und über ein Dorf, dessen Zukunft untrennbar mit dem Leben einer außergewöhnlichen Frau verbunden ist.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
"Wir haben ein Projekt. Ein Projekt, das einfach nur magisch und verrückt ist. Das Projekt besteht darin, alle Leuchttürme im offenen Meer zu besuchen. Denn dort gibt es diesen Geschmack der Weite, diesen Geschmack der Freiheit. Und so dachten wir uns, dass es eine tolle Idee wäre, die Iroise-See zu durchqueren, um die sportliche Herausforderung zu meistern, und die Leuchttürme, ihre Geschichte, die Leuchtturmwärter und ihre Erfahrungen ins rechte Licht zu rücken, damit diese Erinnerung weiterlebt", sagt Fabienne d'Ortoli, zweifache Weltmeisterin im Kitesurfen. Um ihr Projekt zum Erfolg zu führen, haben Fabienne und ihr Lebensgefährte Cyrille einen Verein gegründet. Mit Hilfe von Freunden und begleitet von der SNSM, der französischen Seenotrettungsorganisation, bereiten sie sich akribisch auf das waghalsige Vorhaben vor. Die Iroise liegt vor der Westküste des Finistère und erstreckt sich von der Insel Ouessant bis zur Insel Sein. Fabienne und Cyrille wollen das Meer von Norden nach Süden durchqueren, wobei ihr Startpunkt am Fluss Aber Wrac'h liegt. Auf ihrem Weg kommen sie an den legendären Leuchttürmen auf dem offenen Meer vorbei: Île Vierge, La Jument, Kéréon, der Phare des Pierres Noires, Tevennec und Sein. Eine enorme sportliche Herausforderung, denn die offene See ist hier besonders gefährlich.
20:15
Nördlich von Barcelonas Altstadt, im Stadtteil Eixample, ragen die organisch geformten Türme der Sagrada Família in den Himmel. Im Inneren taucht man in eine floral-botanische, wie in Stein gemeißelte Pflanzenwelt ein. Im Februar 2026 wurde das Kreuz auf den zuletzt fertiggestellten Hauptturm gesetzt - seitdem ist die Sagrada Família die höchste Kirche der Welt. Warum braucht es über ein Jahrhundert, um Gaudís Lebenswerk zu vollenden? Was inspirierte ihn bei der Entwurfsanfertigung und vor allem: Wie beendet man ein Werk ohne seinen Schöpfer? Um diesen Fragen nachzugehen, taucht der Film in die älteste aktive Baustelle der Welt ein und zeichnet ihre Entstehungsgeschichte sowie die jüngsten architektonischen Entscheidungen nach. Fachleute aus Geschichtswissenschaft und Architektur gehen auf Gaudí und sein Schaffen ein. Beleuchtet werden zudem die Herausforderungen, die mit dem Weiterbau einhergingen, und wie die die Nachfolger des katalanischen Meisters das visionäre Projekt auslegten und umsetzten. Als Gaudí 1926 verstarb, war lediglich die Geburtsfassade fertiggestellt. Erschwerend kommt hinzu, dass Gaudís Atelier 1936 niederbrannte und zahlreiche Entwürfe zerstört wurden. Der Weiterbau forderte daher aufwändige Deutungsarbeit, die auf den wenigen Überresten der Bauhütte beruhte, sowie auf privaten Schriften Gaudís, in denen er seine Ideen, Obsessionen und Leiden festhielt.
21:45
Barcelona - wenn zwei unvollendete Meisterwerke miteinander in Austausch treten, bekommt man das Gefühl, sie bildeten ein untrennbares Ganzes: Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem d-Moll KV 626 und Antoni Gaudís Sagrada Família. Das Symphonieorchester, dirigiert von Giovanni Antonini, und der Chor des Gran Teatre del Liceu unter der Leitung von Pablo Assante präsentieren eine Aufführung des Meisterwerks in der ikonischen Basilika. Die Wahl des Ortes ist Programm: Gaudís modernistisches Bauwerk, dessen Fertigstellung für 2026 geplant ist, korrespondiert mit Mozarts Fragment gebliebenem Requiem - beide Werke verbinden geniale Schöpfungskraft mit einer Aura des Unabgeschlossenen. Die dramatische Spannweite des Requiems - vom düsteren Dies irae bis zum hellen Sanctus - findet in der lichtdurchfluteten, organisch geformten Architektur der Sagrada Família eine ideale Klangkulisse. Mit hochkarätigen Solisten und dem renommierten Liceu-Ensemble verspricht die Interpretation unter Antoninis Leitung eine musikalisch wie visuell beeindruckende Inszenierung. Eine aufwendige immersive Kameraführung verbindet Weitwinkelansichten der Basilika mit Nahperspektiven der Musikerinnen und Musiker, während dynamische Lichteffekte die Wechsel zwischen Pathos und Zartheit des Werks unterstreichen. Ein universeller Moment der Spiritualität, der lange nachklingt, und nicht nur Mozart- und Gaudí-Enthusiasten faszinieren dürfte.
22:35
Der charismatische samoanische Tenor Pene Pati gilt als die Opernentdeckung des Jahrzehnts. In nur wenigen Jahren hat er das Publikum auf der ganzen Welt in seinen Bann gezogen, manche haben ihn schon als den nächsten Pavarotti gefeiert. Auch sein Bruder Amitai hat sich als Tenor einen Namen gemacht. Der Film zeigt den bemerkenswerten Aufstieg des Pene Pati von den Inseln Samoas im Südpazifik über South Auckland in Neuseeland bis auf die größten Opernbühnen der Welt. Ein Aufstieg, der für einen Jungen aus Samoa kaum möglich schien. In seiner Kindheit und Jugend von Gesang umgeben, kommt Pati erst im Studium mit der Oper in Berührung. Überwältigt von einem Besuch von "La Bohème" beschließt er, Opernsänger zu werden. Mit Humor, Herz und mitreißendem Gesang zeigt der Film den Erfolg, der sich gegen alle Widrigkeiten aus dem Verfolgen eines ganz unwahrscheinlichen Traums ergeben hat. Dabei ist Pati immer eng mit der samoanischen Kultur verbunden geblieben, in der die Wertschätzung der eigenen Familie ein wichtiges Thema ist. So ist für Pati sein eigener Erfolg auch ein Erfolg der Familie. Mit besonderem Zugang verwebt der Film Archivmaterial der Familie, Einblicke hinter die Kulissen, emotionale Szenen und viel Musik. Eine Geschichte von Talent und Entschlossenheit, von der Kraft der Familie und von kulturellem Stolz.