05:00
Wasserknappheit wird zu einer der größten Herausforderungen unseres Jahrhunderts - doch in einigen der trockensten Regionen der Welt entstehen innovative Lösungen, die Hoffnung machen. Die Dokumentationsreihe beleuchtet inspirierende Initiativen auf der ganzen Welt, in denen jahrhundertealte Traditionen, lokale Innovationen und gemeinschaftliches Engagement neue Wege für die Zukunft aufzeigen. Eine dieser Ideen stammt aus Ladakh, einer Hochgebirgsregion im indischen Himalaya, in der das Überleben von jedem Tropfen abhängt. Ladakh liegt auf über 3.500 Meter Höhe und zählt zu den trockensten Gebieten der Erde. Die Menschen hier sind auf Gletscherschmelzwasser angewiesen, um ihre Felder zu bewässern. Doch der Klimawandel lässt die natürlichen Wasserreserven schwinden - einige Bewohner haben ihre Dörfer bereits verlassen. Der Ingenieur Sonam Wangchuk hat eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Lösung gefunden: künstliche Gletscher. In ihrer Form ähneln sie den turm- oder kuppelförmigen buddhistischen Heiligtümern, den Stupas, und werden deshalb auch Eis-Stupas genannt. Diese spektakulären gefrorenen Wasserspeicher entstehen im Winter: Wasser wird durch Rohre in schattige Täler geleitet, wo es bei eisigen Temperaturen zu riesigen Eiskegeln gefriert. Die Kegelform sorgt dafür, dass die Stupas im Frühjahr langsam schmelzen und das Wasser genau dann freigeben, wenn die Pflanzen es am dringendsten brauchen. Einige dieser Eis-Stupas werden mehrere Dutzend Meter hoch und speichern Millionen Liter Wasser. Für Familien wie die von Kunzang sind die Stupas mehr als nur eine technische Meisterleistung - sie sind Hoffnungsträger. Jeden Winter helfen sie beim Bau der Eis-Stupas, um ihr Dorf und ihre traditionelle Lebensweise zu erhalten.
05:25
Wasser wird zu einer der größten Herausforderungen dieses Jahrhunderts. Die Dokumentationsreihe beleuchtet inspirierende Initiativen auf der ganzen Welt, in denen jahrhundertealte Traditionen, lokale Innovationen und gemeinschaftliches Engagement neue Wege für die Zukunft ebnen. In einer trockenen Region im Norden Kenias überlebt das halbnomadische Hirtenvolk der Samburu seit Jahrhunderten dank einer kostbaren Wasserressource, die sich unter dem Flussbett ausgetrockneter Flüsse verbirgt. Um an das Wasser zu gelangen, graben die Männer tiefe Brunnen, aus denen sie Wasser für ihr Vieh schöpfen. Damit setzen sie eine uralte Tradition fort. Die Überlieferung besagt, dass ihre Gesänge das Wasser hochsteigen lassen und Tiere anlocken. Deshalb werden die Wasserlöcher auch "singende Brunnen" genannt. Heute ist Josphat für die Brunnen seines Stammes verantwortlich. Er hat die Aufgabe, sie instand zu halten und die Gesänge zu leiten, mit denen die Männer das Ritual begleiten. Doch der Klimawandel stört das fragile Gleichgewicht. Es regnet immer seltener, einige der alten Brunnen versiegen und die Konkurrenz um den Zugang zu Wasser zwischen Bauern, Viehhaltern und Wildtieren verschärft sich. Angesichts dieser Gefahr haben sich Titus Letaapo, ehemaliger Samburu-Viehzüchter mit einer Leidenschaft für Satellitenbilder, und Lilian Baranga Nguaracha, die sich für die Verbreitung neuer Technologien in entlegenen Regionen engagiert, eine besondere Lösung einfallen lassen: die erste GPS-App für singende Brunnen.
05:55
Im August ist es endlich wieder so weit, die kleine Stadt Sète bereitet sich auf das Fest Saint Louis vor. Die Stadt ist in Aufruhr, denn sie feiert sechs Tage lang ein Fest zu Ehren von Ludwig XIV, dem Gründer des Hafens von Sète im Jahr 1666. Anlässlich dieses Festes werden die Joutes Languedociennes ausgetragen, die prestigeträchtigen Seespiele. Christophe Bancilhon und auch sein Sohn Vincent werden in unterschiedlichen Gewichtsklassen antreten - der mit den Jahren etwas beleibte Vater Christophe in der Kategorie Schwergewicht. Werden sie den ersehnten Sieg einfahren können? In Sète gibt es sieben Ritterspielvereine, einer davon ist der 1947 gegründete Jeune Lance Sétoise. Jeden Dienstag trainieren die Aktiven in ihrem Stadtviertel auf Holzkarren, die die Boote simulieren, die später beim Turnier auf dem Wasser gegeneinander antreten. Immer und immer wieder werden die Abläufe und Bewegungen trainiert. Es geht darum, einen ganz selbstverständlichen Automatismus zu erreichen, denn Präzision ist das Wichtigste in den nicht ganz ungefährlichen Duellen. Vor den Wettkämpfen des Fischerstechens, wie die Spiele auch genannt werden, findet ein Umzug der ganz in weiß gekleideten Stecher statt, der von traditioneller Musik begleitet wird. Danach stellen sich die Stecher auf das Standpodest des Bootes, um das Turnier zu beginnen. Zum Zeitpunkt des Angriffs berühren sich die beiden Boote auf der rechten Seite, um den Stechern zu ermöglichen, mit Hilfe von Schild und Lanze den Sturz des Gegners ins Wasser zu bewirken. Gewinner ist derjenige, der auf seinem Standpodest stehenbleibt. Die Turniere werden verbissen geführt, die Kampfwerkzeuge wirken martialisch. Die Turniere sind weitaus mehr als nur ein Sport, es geht um Kameradschaft, um Freundschaften, um historische Rituale und letztlich um Ehre und Familie.
06:50
Brot ist eines der ältesten Grundnahrungsmittel der Menschheit und bis heute Ausdruck von Tradition und Handwerk. Als tägliche Mahlzeit, kulturelles Erbe oder kreative Inspiration - kaum ein Lebensmittel trägt so viel Geschichte und Zukunft in sich. Im Schwabenland bewahrt die Müllerfamilie Stietz vergessene Getreidesorten und traditionelle Mahltechniken, in den französischen Westalpen wird das Brot bis heute in einem historischen Holzofen gebacken. Die Brotherstellung ist ein Handwerk, das schon die alten Ägypter vor 6.000 Jahren perfektionierten. Lucie Fischer-Chapalain zeigt die Vielfalt der Brotherstellung: Sie kreiert knusprige Brotchips, verführerischen Brotpudding und aromatisches Hefebrot. Aus Mehl, Wasser und Zeit entstehen so kleine Kunstwerke. Die Deutsch-Französin Lucie Fischer-Chapalain, ausgebildete Köchin, nimmt Obst und Gemüse genauer unter die Lupe. Mit ihrer unterhaltsamen und kurzweiligen Art vermittelt sie kulinarisch-wissenschaftliche Inhalte: Was sind Bergamotten? Wie schmecken Rosen? Und warum braucht man Salz in der Suppe? "Zu Tisch mit Lucie" beleuchtet die kulturgeschichtliche Bedeutung von Regionen, vermittelt Wissen über traditionelle und moderne Anbaumethoden und erklärt die ernährungsphysiologischen sowie chemischen Eigenschaften von Lebensmitteln.
07:20
Jeden Tag eine kleine Pause im Alltag: Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Bosnien: die spitze Feder der Slađana Nina Perković / Baskenland: blutrotes Eisenerz / Schottland: Sorinas Hirschbraten / Deutschland: Sprengung einer Insel
08:05
"Stadt Land Kunst Spezial" am Wochenende - das sind drei spannende Entdeckungen an einem Ort. In dieser Folge: Inspektor Kostas Charitos ermittelt in Athen / Der Marathon, eine Disziplin der Griechen / Karolos' Galaktoboureko in Athen / Griechenland: Ein Tourist bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit
08:55
Im Juli 2024 saß Paul Watson in Grönland in Haft, seine Anwälte kämpften darum, seine Auslieferung nach Japan zu verhindern. Die japanischen Behörden hatten 2012 einen internationalen Haftbefehl gegen den kanadischen Umweltaktivisten erlassen, da sie ihm vorwerfen, ein Besatzungsmitglied eines Walfangbootes verletzt zu haben, das in geschützten antarktischen Gewässern unterwegs war. Bei Auslieferung hätte Watson eine fünfzehnjährige Gefängnisstrafe gedroht. Der Aktivist bat sogar den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron in einem Brief um politisches Asyl. Ende 2024 wurde die Auslieferung an Japan jedoch von der dänischen Justiz abgelehnt und Watson aus der Haft entlassen. "Paul Watson - Schützer der Meere" erzählt die Geschichte des unbeirrbaren Aktivisten und seines Einsatzes für Tier- und Umweltschutz. Watson wuchs als Kind einer naturverbundenen Mutter in einem Fischerdorf an der kanadischen Ostküste auf; sein gewalttätiger Vater starb, als Paul 14 Jahre alt war. Nach einer leidgeprägten Zeit in mehreren Kinderheimen heuerte er in Vancouver auf einem Massengutfrachter an. Wenig später nahm er an ersten "Greenpeace"-Aktionen teil und gründete später die "Sea Shepherd Conservation Society", eine gemeinnützige Organisation zum Schutz der Artenvielfalt und des marinen Ökosystems. Inzwischen hat die Bewegung unabhängige Ableger in über 20 Ländern, die sich dem Kampf gegen Robbenjäger, Walfänger und Haiflossenhändler verschrieben haben. Paul Watson, der von seinen Gegnern als "Umweltterrorist" bezeichnet wird, erzählt mit berührender Ehrlichkeit aus seinem Leben und teilt die schönsten Aufnahmen einer faszinierenden Unterwasserwelt.
10:30
An der Westküste Kanadas, zwischen dem Festland und Vancouver Island, zeigt sich eine bemerkenswerte Entwicklung: Die Buckelwale kehren zurück. Noch vor wenigen Jahrzehnten galt die Population in der Region als fast ausgestorben. Heute sind die Tiere wieder regelmäßig zu beobachten, begleitet von spürbaren positiven Veränderungen im Ökosystem. Die Meeresbiologin Jackie Hildering dokumentiert diese Entwicklungen seit fast 20 Jahren. Ihre Arbeit mit der Marine Education & Research Society (MERS) zeigt, wie Wale das marine Gleichgewicht beeinflussen, etwa durch die Nährstoffe, die sie ins Wasser einbringen. Sie reichern die Nahrungskette an und begünstigen das Wachstum von Algenwäldern. Dort finden Arten wie Seeotter und Robben neue Lebensräume. Trotz dieser Erfolge bleibt die Situation anspruchsvoll. Zusammenstöße mit Booten und die Auswirkungen des Tourismus stellen weiterhin Risiken dar. Mit Aufklärungsarbeit und Projekten wie "See A Blow, Go Slow" wird versucht, ein harmonisches Miteinander von Mensch und Tier zu fördern. Der Film bietet Einblicke in die faszinierende Unterwasserwelt und zeigt, wie Forschung, Engagement und nachhaltige Ansätze dazu beitragen können, einen lebensfreundlichen Raum für alle Beteiligten zu schaffen.
11:25
Stephanie Hemmings aus England ist eine von sechs Frauen im Starterfeld der Ballon-WM und sie kommt mit einer besonderen Herausforderung nach Krosno. Sie hat neben ihren Crewmitgliedern Chloe und Jenny auch ihren sechs Monate alten Sohn Leo im Team-Van dabei. Während die Crew mit Gasbrenner und Ventilator den Ballon aufbläst, muss die Pilotin noch ihren Sohn stillen. Aber Stephanie kennt es nicht anders. Als sie selbst ein Säugling war, wurde auch sie von ihren Eltern auf Meisterschaften mitgenommen. Ihr Vater David Bareford ist zweifacher Weltmeister und auch ihr Bruder Dominique hat 2018 schon einmal den Titel gewonnen. Für Dieter Ackermann aus dem Schwarzwald ist es erst die zweite WM. Er will sie nutzen, um sich mehr "Wettkampf-Härte" anzutrainieren. Rund um die Zielkreuze wird es eng, wenn mehrere Piloten gleichzeitig ihre Zielmarken abwerfen wollen. Da muss der Pilot auch schon mal Kontakt zwischen den Ballonhüllen in Kauf nehmen. Brenzlig wird es für Ackermann, als das Wetter in Krosno regnerisch wird und die Wettkampfleitung trotzdem eine Wettfahrt ansetzt. Da zweifelt er kurz, im richtigen Sport zu sein. Die Verantwortung für diese Entscheidungen hat Claude Weber aus Luxemburg. Er muss als Turnierdirektor die Aufgaben für die Ballon-Piloten stellen und auch einschätzen, ob die Fahrten sicher durchgeführt werden können. Für das Finale hat er sich etwas Besonderes ausgedacht. Die letzte Prüfung soll mitten auf den Marktplatz von Krosno führen, der umgeben ist von historischen Gebäuden. Hier werden es nur die Besten schaffen, ihren Marker ins Ziel zu bringen.
11:55
Wenn Kartoffeln und Käse ein Traumpaar bilden: Aligot / Kulinarische Mitbringsel / Ran an die Töpfe!
12:25
Jeden Tag eine kleine Pause im Alltag: Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Claude McKay, ein Jamaikaner in Douarnenez / Bambuco, Gesang aus den kolumbianischen Bergen / Albanien: Arbamas Goldbrasse mit Gemüse / Vereinigtes Königreich: Gefahr im Paradies
13:10
Jeden Tag eine kleine Pause im Alltag: Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Vietnams berühmtester kleiner Held / Mexiko: Voladores, die Himmelstänzer / USA: Eine Kiste erobert die Welt
14:00
1874: Link Jones lebt mit seiner Familie in einem kleinen Ort des amerikanischen Westens. Der Auftrag, eine Lehrerin für die neu zu gründende Schule zu finden, lässt ihn eine Eisenbahnreise antreten. Dabei lernt er den Spieler Sam Beasley und die Barsängerin Billie Ellis kennen. Als der Zug auf freier Strecke anhalten muss, wird er von Banditen überfallen. Der Lokführer nimmt abrupt die Fahrt wieder auf, ehe der ganze Zug ausgeraubt ist, und Jones, Beasley und Billie bleiben allein zurück. Die drei machen sich auf den Weg zu einer Hütte, in der Jones früher gelebt hat. Inzwischen dient sie den Banditen als Unterschlupf. Jones hat einst der Bande angehört und war für ihren Anführer Dock Tobin ein wichtiges Mitglied. Für ihn ist klar, dass er Tobin glaubhaft vorgaukeln muss, er wäre freiwillig zurückgekehrt und wolle wieder dabei sein. Um Billie vor den Banditen zu schützen, gibt er sie als seine Frau aus. Zur Bewährung soll Jones die Möglichkeiten für einen neuen Beutezug auskundschaften und geht zum Schein darauf ein. In einem verlassenen Ort gelingt es ihm, sich gegen die Übermacht der Banditen zu behaupten. Die längst fällige Abrechnung mit Tobin steht ihm jedoch noch bevor ... 1958 drehte Regisseur Anthony Mann "Der Mann aus dem Westen" mit Gary Cooper in der Titelrolle eines ehemaligen Outlaws, der einen fast aussichtslosen Kampf gegen den ständigen Kreislauf von Verbrechen und Vergeltung führen muss. Der auf dem Roman von Will C. Brown basierende Film gilt als "einer der meistgerühmten Western der 50er Jahre" (Lexikon des Internationalen Films).
15:50
Die Daimler-Motoren-Gesellschaft baute schon vor 1900 zuverlässige Motoren. Doch ihre Autos galten als schwerfällig, wenig attraktiv. Erst ein Unternehmer aus Nizza brachte die Schwaben auf neue Ideen: Emil Jellinek. Er kaufte 1900 die halbe Jahresproduktion unter der Bedingung, ein Fahrzeug nach seinen Vorstellungen zu entwickeln: leichter, schneller, mit tieferem Schwerpunkt, stärkerem Motor und moderner Konstruktion. Das Ergebnis: Der nach seiner Tochter benannte Mercedes, der für viele Fachleute als das erste moderne Automobil gilt. Jellinek investierte sein Vermögen. Der Mercedes gewann Rennen, die Verkäufe stiegen rasant und Daimler vermarktete seine Fahrzeuge fortan unter dem Namen. Jellinek wurde Aufsichtsrat, der Umsatz vervielfachte sich und der Grundstein für einen Weltkonzern war gelegt. Doch gab es auch Neider. Nach dem Tod Gottlieb Daimlers und dem Ausscheiden Wilhelm Maybachs wurde auch Jellinek aus dem Unternehmen gedrängt. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg geriet er in Frankreich unter Spionageverdacht, sein Vermögen wurde eingefroren. Als österreichischer Jude war er zudem antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. Er emigrierte in die Schweiz und starb 1918 verarmt. Mercedes stieg dennoch weiter auf. Im Nationalsozialismus wurde die Marke zum Symbol deutscher Macht, während die Erinnerung an ihren jüdischen Mitbegründer verhindert wurde. Auch nach dem Krieg blieb Jellineks Anteil an der Erfolgsgeschichte unbeachtet. Erst zum 100. Jubiläum des ersten Mercedes wurde die Familie offiziell gewürdigt.
16:35
Es ist das höchste Gebirge Norwegens und Skandinaviens - und seit Jahren immer wärmerem Wetter ausgesetzt: Jotunheimen, deutsch: das Heim der Riesen. Eine mythische Landschaft zwischen schneebedeckten Gipfeln, Holzkirchen und imposanten Bergseen. Ein stiller Rückzugsort, der aber immer mehr auch von Touristen besucht wird. Denn der Klimawandel erschwert den Urlaub im Süden Europa mancherorts, wegen zu großer Hitze. "Coolcation" dagegen - eine Mischung aus "cool" und "vacation" - ist ein Trend, der auf den Gletschern und Fjorden dieser Gebirgskette zu spüren ist. Und ihr Ökosystem unter Druck setzt. Im Mittelpunkt dieser Dokumentation stehen Menschen, die sich an neue Gegebenheiten anpassen müssen. Der Betreiber eines Sommerskizentrums muss immer mehr Kunstschnee produzieren, junge Bergsteigerinnen stellen beim Klettern fest, dass manche Routen nicht mehr begehbar sind. Denn die Gletscher sinken ab, massive Felsen kommen zum Vorschein. Lachsfischer müssen den Fischbestand selbst kontrollieren und aktiv Artenschutz leisten, um überhaupt weiter angeln zu können. Und schließlich besucht diese Episode auch eines der nördlichsten Weingüter der Welt am Sognefjord. Eine Reise durch Nordeuropa, wie man es so nur selten sieht - zum Zeitpunkt einer historischen Hitzewelle im Sommer 2025. So warm wie während der Dreharbeiten war es in Jotunheimen seit rund 150 Jahren nicht mehr. Noch hält die Waldgrenze auf nur rund 1.100 Metern; die spärliche Vegetation in Höhenlagen erinnert daran, wo man sich in Norwegen geografisch befindet. Aber wie lange noch?
17:30
Die französische Kletterin und Bergsteigerin Catherine Destivelle ist weltberühmt und als "Rock Queen" bekannt. Einige der denkwürdigsten Gipfelbesteigungen in der Geschichte des Alpinismus gehen auf ihr Konto. All ihre Rekorde hat sie aus ihrer Passion für das Bergsteigen aufgestellt, um sich selbst zu beweisen, den Elementen zu trotzen und sich eins zu fühlen mit der erhabenen Hochgebirgslandschaft. Eine Philosophie, die alle wahren Bergliebhaber teilen und deren Ursprung erstaunlicherweise in Großbritannien liegt. Von dort aus machten sich einst die Hochgebirgspioniere auf den Weg in die Alpen, vom einfachen Bergwanderer bis zum Extremkletterer. Auf ihrer Reise vom Süden Englands bis nach Schottland will Catherine erkunden, wo und wie der Wunsch entstand, die höchsten Gipfel zu bezwingen. Wie einst die Pioniere des Alpinismus erklimmt sie die Klippen von Dover und klettert im Lake District, wo die Idee des Freizeitwanderns ihren Anfang nahm. Im Peak District folgt sie den Spuren der Engländer, die das Klettern zum Volkssport machten. An den Steilküsten von Wales spürt sie, wie sich die ersten britischen Kletterer gefühlt haben müssen. In Schottland besteigt sie den Ben Nevis, der mit 1.345 Metern der einzige nennenswerte Gipfel auf den Britischen Inseln ist. In Bergsteigerkreisen ist der Ben Nevis wegen seiner Nordwand gefürchtet. Auf dem Orkney-Archipel ist sie bei einer Besteigung des legendären Old Man of Hoy dabei, einem Brandungspfeiler, der senkrecht aus dem Meer ragt - ein äußerst waghalsiges Unterfangen.
18:25
Hoch oben in den fennoskandischen Bergen, im gefrorenen Rückgrat Skandinaviens, erzählt "Skandinaviens Polarfüchse - die Rückkehr" die eindringliche Geschichte einer Tierart am Rand des Verschwindens - und ihrer langsamen Rückkehr. Einst durch intensive Bejagung beinahe ausgelöscht, schrumpfte die Population des Polarfuchses zu Beginn der 2000er Jahre auf kaum mehr als fünfzig Tiere. Heute leben wieder rund 600 Tiere in den Hochlagen Norwegens, Schwedens und Finnlands - ein fragiler Erfolg jahrzehntelanger Schutzbemühungen. Doch die Bedrohungen bleiben: Klimawandel, gestörte Nahrungszyklen und die Ausbreitung des größeren Rotfuchses setzen den spezialisierten Bewohner der Tundra zunehmend unter Druck. Die Dokumentation begleitet Forscherinnen und Forscher in die entlegenen Regionen der Varanger-Halbinsel und die Gebirge Skandinaviens, zeigt ihre Arbeit mit Wildkameras, genetischen Analysen und Auswilderungsprogrammen - und gewährt gleichzeitig intime Einblicke in das Leben der Polarfüchse selbst: von der Geburt einer neuen Generation im geschützten Bau bis zu den ersten Schritten in einer sich wandelnden Welt. Dabei entsteht ein vielschichtiges Porträt eines hochangepassten Überlebenskünstlers, der zum Symbol für die fragile Balance arktischer Ökosysteme geworden ist. "Skandinaviens Polarfüchse - die Rückkehr" ist eine ebenso wissenschaftlich fundierte wie atmosphärisch dichte Dokumentation über Verlust, Anpassung und die Hoffnung, dass konsequenter Naturschutz eine Zukunft für diese ikonische Art sichern kann.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:40
Was Europa bewegt Nah dran, authentisch, echt - der Mensch im Mittelpunkt. In 30 Minuten taucht "Re:" in Lebenswelten ein und macht Europas Vielfalt erlebbar. Von montags bis freitags um 19.40 Uhr und jederzeit im Netz.
20:15
In einem Nachtzug von Marseille nach Paris: Der junge Daniel hat keine Fahrkarte und versteckt er sich in der Toilette. Der Schaffner bewegt sich durch den Zug auf ihn zu, doch im letzten Moment erlöst ihn die junge Bambi. Als die Luft rein ist, lädt sie ihn in ihr Abteil ein. Dort schlafen bereits vier weitere Passagiere: Monsieur Rivolani, die Parfümverkäuferin Madame Thomas, die egozentrische Schauspielerin Eliane Darrès sowie der vorbestrafte und psychisch instabile René Cabourg. Am nächsten Morgen, bei der Ankunft in Paris, wird Madame Thomas tot in ihrem Bett gefunden. Als die Polizei die Spuren sichert, sind alle Fahrgäste schon verschwunden. Daniel ist mit zu Bambi in ihr Appartement gezogen. Eliane Darrès sieht ihren Freund wieder, der sie nicht mehr liebt. Und René Cabourg denkt sich, Madame Thomas habe es nicht anders verdient, wo sie ihn doch so aufreizend angelächelt hat. Er sieht sich einen Boxkampf an, während er noch an ihre schönen langen Beine denkt. Dann fällt auch er dem Mörder zum Opfer ... Inspektor Graziani von der Pariser Kripo merkt alsbald, dass der Täter ebenfalls auf der Suche nach den Zeugen aus dem Abteil ist - und ihm stets einen Schritt voraus scheint ... Der griechisch-französische Regisseur Costa-Gavras verfilmte 1965 den gleichnamigen Roman von Sébastien Japrisot. Er lädt die Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Suche nach Mörder und Motiv ein, zu einer Partie "Whodunit" mit charmantem Humor. Yves Montand spielt den Inspektor, seine Frau Simone Signoret eine der Verdächtigen.
21:45
Der Grieche und Wahlfranzose Costa-Gavras steht mit seinem Werk für den engagierten politischen Film: "Z - Anatomie eines politischen Mordes" machte ihn 1969 weltberühmt. Die Dokumentation erzählt von seinen Anfängen: einer Jugend im vom Krieg gezeichneten Griechenland, der Flucht nach Frankreich und den ersten Schritten in der Welt des Kinos. 1933 im bergigen Arkadien geboren, wuchs er in einer Region auf, die zum Symbol des Widerstands wurde - erst gegen die italienischen Faschisten, dann gegen die deutsche NS-Besatzung. Diese Erfahrungen prägten seinen Blick: Griechenland, Wiege der Demokratie und Hochburg der Literatur und des Theaters. Und zugleich ein Land, das Widerstand leisten musste und großes Leid erfuhr. Da ihm sein Heimatland wegen eines politisch engagierten Vaters ein Studium verwehrte, ging er nach Paris und schaffte es, sich in der Filmbranche hochzuarbeiten. Schon seine ersten Filme - der Krimi "Mord im Fahrpreis inbegriffen" (1965) und das Drama "Ein Mann zuviel" (1967) - zeigten seinen unverkennbaren Stil: realistisch, spannungsgeladen und aus gesellschaftspolitischer Perspektive erzählt. In dieser Zeit drehte er bereits mit Yves Montand - diese Zusammenarbeit und Freundschaft sollte sein Werk prägen. Costa-Gavras gelangen stets zwei Dinge zugleich: Eine Art Ermittler zu sein, der politische und menschliche Abgründe seziert, und ein Geschichtenerzähler, der das Publikum mitreißt. Seine Filme konfrontieren den Menschen mit den unbequemsten Fragen und vermitteln eine Botschaft: dem Schicksal die Stirn bieten und niemals aufgeben.
22:40
Es sind die ersten gemeinsamen Ferien eines frisch verliebten Paares und ihrer jeweiligen Teenager-Töchter in Griechenland: Monica mit ihrer Tochter Valeska und Jacques mit seiner Tochter Lena und ihrem Hund. Die Eltern spielen fröhlich Familie, obwohl sich die Mädchen in diesem Urlaub zum ersten Mal sehen und lieber zu Hause geblieben wären. Doch die Fassade bröckelt rasch, der erste Zauber des Verliebtseins bricht weg und im Urlaubsalltag zeigt sich, dass das neue Paar nicht viel gemeinsam hat. Was den Erwachsenen nicht gelingt, gelingt den Töchtern sehr wohl. Die Suche nach Lenas entlaufenem Hund verbindet die Mädchen. Sie kommen sich näher, als es ihre Eltern je sein werden. Sie werden Schwestern. Denn da ist etwas, das die beiden verbindet: Einsamkeit. Eine Einsamkeit, die so laut ist, dass man sich bisweilen die Ohren zuhalten möchte. Eine Einsamkeit, die aber auch ungehört bleibt. Lisa Brühlmanns zweiter Spielfilm ist ein Lehrstück über Reue, Einsicht und Neubeginn, feinfühlig und subtil erzählt. Es geht darin um die Suche nach dem Glück und um die Einsamkeit, die nicht vom Alleinsein kommt, sondern vom Nichtverstehen. Der Film feierte 2024 auf dem Zurich Film Festival Premiere. Die Regisseurin und Schauspielerin Lisa Brühlmann spielt erstmals selbst in einem ihrer Filme mit und übernimmt die Rolle der Mutter. An ihrer Seite ist Carlos Leal ("James Bond 007 - Casino Royale", "Der Bestatter") zu sehen. Reto Schaerli und Lukas Hobi von Zodiac Pictures ("Die Goldenen Jahre", "99 Moons", "Die göttliche Ordnung") sind die Produzenten hinter "When We Were Sisters".