05:00
Die Dokumentation führt in den Süden Tunesiens, in eine der trockensten Regionen der Welt. Dort, in den Dünen der Sahara, liegt der Palmenhain der Familie von Tahar Mna. Weil die Erträge immer geringer werden, fasst Tahar einen gewagten Plan: Wie einst seine Vorfahren will er mitten in der Wüste einen neuen Palmenhain anlegen. "Tunesien - Eine Oase für die Zukunft" erzählt, mit welchen Schwierigkeiten Tahar kämpfen muss, und zeichnet dabei auch das Porträt seiner Familie und der Dorfbewohner, die Tahar letztlich bei seinem Vorhaben unterstützen. Tahars Geschichte ist beispielhaft. Für seine neue Oase nutzt er überliefertes Wissen und passt es den Erfordernissen des Klimawandels an. Um in der als unfruchtbar geltenden Region mit ihrem dramatischen Wassermangel überleben zu können, muss er ständig auf das empfindliche ökologische Gleichgewicht achten. Deshalb setzt er auf Innovationen in der Agroforstwirtschaft. Die Herausforderung ist groß, denn Tahar muss den Palmenhain fruchtbar machen. Nur dann sichert er seiner Familie und seinen Nachkommen ein Auskommen für rund hundert Jahre.
05:55
Der Spreewald, nur eine knappe Autostunde von Berlin entfernt, ist ein Naturparadies, durchzogen von unzähligen Kanälen und Fließen. Ein verwunschener Landstrich, der mit einem ganz eigenen Zeitgefühl und alten Bräuchen gestresste Großstädter magisch anzieht. Anfang Januar wird auch im Spreewald die Fastnacht gefeiert. Auffallend im kleinen Örtchen Burg sind die vielen jungen Leute in ihren Trachten. Es ist die Tracht der Wenden und Sorben, jener Slawenvölker, die seit dem sechsten Jahrhundert durch Völkerwanderungen in den Spreewald kamen. Bräuche werden hier akribisch gepflegt - so tragen zum Beispiel die Mädchen und Frauen kunstvoll gesteckte und handbestickte Hauben. Ein Handwerk, das nur noch ganz wenige Spreewälderinnen beherrschen - zu ihnen gehört Christa Dziumbla, die ihr Wissen an die 18-jährige Cindy weitergibt. Und jedes Jahr im Frühjahr kehrt Adebar, wie der Volksmund den Weißstorch nennt, zurück in den Spreewald, um hier zu brüten und seinen Nachwuchs großzuziehen. Vielfältig ist auch die Küche der Region. Junge und innovative Köche interpretieren typische Spreewaldgerichte neu, zum Beispiel Sternekoch Oliver Heilmeyer im feinen Hotel Zur Bleiche. Aber auch der gebürtige Brandenburger Marco Giedow zaubert mit den ökologisch hochwertigen Rohstoffen eine moderne und leichte Küche mit vielen Referenzen an den Spreewald: Bio-Gemüse, selbst gebackenes Brot, kaltgepresstes Leinöl und Fleisch von Tieren, denen es auf den Weiden und Wiesen gut geht. Das, was die Region ausmacht, findet man hier überall: gutes Essen, altes Handwerk und eine verzauberte Landschaft. So nah und doch so fern von der Hauptstadt.
06:50
Einst als "Liebesapfel" gefürchtet, heute aus kaum einer Küche wegzudenken: Die Tomate ist ein echtes Multitalent - ob als Ketchup, Sugo oder Kosmetik. Mit über 31.000 Genen besitzt die Tomate sogar mehr Erbinformationen als der Mensch. Im Burgenland pflegen Anette und Margarethe alte Tomatensorten und bewahren damit ein Stück kulinarisches Kulturerbe. Moderatorin Lucie verrät zwei besondere Tomaten-Rezepte: Kirschtomaten im Karamellmantel als raffiniertes Fingerfood und selbst gemachten Ketchup ohne künstliche Zusätze. Von Südamerika bis ins All, von der Küche bis ins Kosmetikregal - die Geschichte einer Frucht, die zur Ikone wurde.
07:20
(1): Rafael Tufiño, Maler des puerto-ricanischen Volkes (2): Chamonix: Wie man Berge versetzt (3): Kroatien: Bimbos geschmortes Kalbfleisch mit Gemüse (4): Ghana: Tanz mit der Queen
08:05
(1): Charlotte Perriands inspirierendes Japan (2): Die geheimnisvollen Damen von Kyoto (3): Mayumis Bento (4): Jagd auf Schwerter
08:55
Die Zerstörung der traditionellen Rechtsordnung gehört vermutlich zu den weniger bekannten und dennoch wesentlichen Zielen der Nationalsozialisten. Als erbitterte Gegner des römischen Rechts, der Philosophie der Aufklärung und der von der Französischen Revolution getragenen Werte wollten sie ihre Vorstellungen von der Rolle der Justiz um jeden Preis durchsetzen. Die Etablierung einer starken nationalsozialistischen Rechtspflege wurde zur vorrangigen Aufgabe, bildete sie doch die Grundlage der "neuen Welt", die das Tausendjährige Reich hervorbringen sollte. Die Gleichschaltung der Justiz begann in Deutschland und zielte auf die Errichtung einer durch Blut- und Rassegesetze bestimmten Gesellschaft. Vor der Kulisse von Fritz Langs Film "M" erzählt der Dokumentarfilm die Geschichte der radikalen Umformung der Justiz. An vier Einzelschicksalen werden Triebkräfte und ideologische Hintergründe erforscht. Wie gelang es Hitler und seinen Gefolgsleuten, die Rechtsordnung derart auszuhöhlen und durch die schrittweise Unterwerfung des gesamten Justizapparates die Vorherrschaft der "Volksgemeinschaft" über das Individuum durchzusetzen? Neben dem Werdegang des bayerischen Scharfrichters Johann Reichhart, der über 3.000 Todesurteile vollstreckte (darunter auch das der Geschwister Scholl), schildert die Dokumentation das Schicksal der Gerichtsreferendarin und Widerstandskämpferin Elisabeth Gloeden, des hochrangigen NS-Juristen und Polizeichefs Werner Best und des Rechtsanwalts und Nazi-Gegners Hans Litten. In der zwöfljährigen NS-Ära (1933-1945) verhängten Hitlers Gerichte etwa 16.000 Todesurteile, weitere 30.000 wurden von Militärgerichten ausgesprochen. Der Justizterror diente zunächst der Ausschaltung und Vernichtung des inneren Feindes und kündigte zugleich die kommenden Eroberungskriege und den Schrecken des Holocaust an. Die Zerstörung von Recht und Justiz endete 1946 mit den Nürnberger Prozessen und der Einführung neuer internationaler Regeln.
10:40
Am Rande Europas endet die Donau in einem 5.800 Quadratkilometer großen Donaudelta, einem der wildesten und zugleich fragilsten Naturräume des Kontinents. Wo Wasserarme, Sümpfe, Dünen und Steppen ineinandergreifen, hat die geringe Besiedlung ein außergewöhnliches Ökosystem bewahrt. Mehr als 320 Vogelarten sind hier nachgewiesen. Besonders eindrucksvoll: die riesigen Kolonien der Rosapelikane mit bis zu 19.000 Brutpaaren. Auch der einst fast verschwundene Krauskopfpelikan kehrt zurück - gut 300 Paare brüten heute wieder im Delta. Doch das Naturparadies steht unter Druck. Die verwilderten Pferde von Letea, deren Ursprung bis ins 17. Jahrhundert reicht, sowie freilaufende Rinder und zunehmender Tourismus belasten die sensiblen Lebensräume. Überweidete Flächen und zerstörte Bodenbruten, etwa von Säbelschnäblern, sind die Folge. EU-Subventionen pro Tier verstärken den Trend - ein Konflikt zwischen Naturschutz und wirtschaftlicher Not in einer strukturschwachen, schlecht zu erreichenden Region. Doch gleichzeitig fasziniert die Artenvielfalt: Würfelnattern jagen in den Uferzonen, Sandboas graben sich gegen die Hitze der Dobrudscha ein, Ziesel spielen vor Besucheraugen unter der Burg Enisala. Wie sich Naturschützer, Behörden und Landwirte einigen, entscheidet über die Zukunft eines einzigartigen Landstrichs. Das Donaudelta bleibt ein Naturjuwel - doch sein Fortbestand und seine Entwicklung ist alles andere als selbstverständlich.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
(1): Heirat auf Irländisch - Lachs an Whiskey-Soße (2): Kulinarische Mitbringsel (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Chad Taylor und die dunkle Seite von Auckland (2): Martinique: Im Land der Mangroven (3): Taiwan: Mas Hühnchen mit Sesamöl (4): Arras: Die unterirdische Stadt
13:10
(1): Victor del Árbols gnadenlose Extremadura (2): Frankreich: Von Schafen und Menschen (3): Montenegro: Pashas Thunfischsteaks (4): Kairo: Ein blutiger Empfang
14:00
Der Alltag eines griesgrämigen Alten im finnischen Hinterland verläuft routiniert. Während er seine täglichen Aufgaben erledigt, denkt er oft an seinen Bruder Tarmo, der vor Jahrzehnten nach Deutschland ging. Eigentlich sollte Tarmo die Farm übernehmen, doch er verschwand ohne Erklärung und der Kontakt brach vollständig ab. Als der Alte mit seinem geliebten 1972er Escort einen Unfall baut und das Auto auf dem Schrottplatz landet, braucht er dringend Ersatz - aber nur dasselbe Modell kommt infrage. Im Internet findet sich ein passender Wagen in Deutschland. Seine Söhne Pekka und Hessu haben genug eigene Sorgen, also macht er sich allein mit einem Koffer voller Bargeld auf den Weg. Kaum in Hamburg angekommen, wird er überfallen und ausgeraubt. Im Krankenhaus wacht er auf - an seinem Bett sitzt Tarmo, der als nächster Angehöriger ausfindig gemacht wurde. Widerwillig begeben sich die ungleichen Brüder gemeinsam auf die Suche nach dem Escort und lernen sich dabei neu kennen. Nach vielen Reibereien wächst das Verständnis füreinander. Beide tragen alte Verletzungen in sich, und langsam beginnt ein Prozess der Versöhnung und Heilung. Auch Tarmo mit seiner Tochter Maria und deren Sohn Max sowie Pekka und Hessu in Finnland erkennen wieder den Wert familiärer Bindungen. Mika Kaurismäki, neben seinem Bruder Aki einer der bekanntesten und profiliertesten Regisseure Finnlands, studierte in München und spricht fließend Deutsch. Mit "Grump - Auf der Suche nach dem Escort" kehrte er nach Deutschland zurück und inszenierte einen finnisch-deutschen Roadtrip mit bittersüßem Humor.
15:50
Die öffentliche Enthauptung eines Königs galt lange als unvorstellbar. Und dennoch starb König Charles I. auf dem Schafott - rund 140 Jahre vor der Französischen Revolution 1789. Was führte zu seinem radikalen Ende? Der Dokumentarfilm begibt sich auf die Spurensuche eines Königs, von dem behauptet wird, er habe alles getan, um geköpft zu werden, auch wenn er selbst nie damit gerechnet hätte - ebenso wenig wie die meisten seiner Zeitgenossen. Von seinem Vater hat Charles nicht nur den Thron geerbt, sondern auch die feste, unverrückbare und niemals an der Realität überprüfte Vorstellung, dass er König von Gottes Gnaden sei. Dementsprechend glaubte er, so hoch über seinen Untertanen zu stehen, dass er mit diesen nicht zum Wohle des Staates zusammenarbeiten müsse. Das führte zu Konflikten mit dem englischen Parlament, welches schon damals auf eine lange Tradition zurückblicken konnte, und letztlich zum Bürgerkrieg um die Frage, wer der Herr im Staate sei. Nachdem Charles diesen Krieg nicht für sich gewinnen konnte und aus der Haft heraus versuchte, einen weiteren Bürgerkrieg anzuzetteln, kam es schließlich zu einem Prozess, in dem er von einigen radikalen Mitgliedern des Parlaments angeklagt wurde. Charles erkannte seine Richter nicht an - er hatte die Situation bis zu seinem blutigen Ende falsch eingeschätzt. Der Dokumentarfilm beleuchtet ein bedeutendes Ereignis der europäischen Geschichte im Britannien des 17. Jahrhunderts und legt seinen Fokus auf die dramatischen Ereignisse vor und während des Bürgerkriegs in England und dessen Auswirkungen auf die Monarchien in Europa.
17:20
"Märkte der Welt" ist eine zehnteilige Entdeckungsreise zu den erstaunlichsten Märkten rund um den Globus. Ob farbenfrohe Tuchmärkte in Benin, Fischstände in Südkorea, Kamelherden in Mauretanien oder heilige Blumen in Indien - jeder Markt erzählt von der authentischen Kultur dieser Gemeinschaften, die im Rhythmus des Handels leben. Die Orte werden aus der Perspektive der Verkäufer, Lieferanten und Kunden erlebbar. Die Geschichte sowie die wirtschaftliche und soziale Bedeutung jedes Marktes werden durch Ortskundige erklärt.
17:50
Im australischen Kimberley bestimmt der Wechsel der Jahreszeiten das Überleben. Die Trockenzeit, Lalin genannt, verwandelt die Region in eine ausgedörrte Landschaft. Wallabys und ihre Jungtiere riskieren an den letzten Wasserstellen ihr Leben - zwischen lauernden Leistenkrokodilen und hungrigen Raubvögeln. Mit der Jirrbal-Zeit kündigt sich Veränderung an. Die Luft wird schwül, Gewitter ziehen auf, und Blitze erhellen den Himmel. In der Savanne kommt es in der Paarungszeit der Kragenechsen - Koolamana - zu erbitterten Kämpfen. Die Weibchen suchen unterdessen sichere Plätze, um ihre Eier abzulegen. Dann bricht die Wilakarra-Regenzeit herein. Starkregen überschwemmt das Land, und das Quaken der Frösche erfüllt die Luft. Hier gibt es über 40 Arten, darunter der Kimberley-Spatenfußfrosch. Der Martuwarra, der Fitzroy River, erwacht zu neuem Leben. Auf rund 700 Kilometern schwillt er an, reißt alles mit sich und schafft gleichzeitig Lebensraum für unzählige Arten. Der Musiker und Schauspieler Mark Coles Smith aus dem Volk der Nyikina begibt sich mit einem Kajak auf eine Expedition, um die Flusslandschaft zu erkunden. Gemeinsam mit dem Biologen Ian Bool und weiteren Begleitern kämpft er sich durch Stromschnellen. Die Reise ist beschwerlich, doch sie zeigt die enge Verbindung zwischen den Nyikina und ihrem Fluss - einem Ort von kultureller und biologischer Bedeutung. Wenn die Nacht hereinbricht, wird die Kimberley-Region von einer einzigartigen Kakofonie erfüllt: Tausende Frösche quaken um die Wette, während Insekten in Schwärmen umherfliegen. Für die frisch geschlüpften Kragenechsen ist dies die perfekte Zeit, um heranzuwachsen. Sobald die Regenzeit endet, verlassen sie ihre Nester und beginnen ihr eigenes Leben in Kimberley. So schließt sich der Kreislauf: Aus Dürre wird Fülle, aus Stille wird Leben - bis die nächste Trockenzeit beginnt.
18:35
Mit der Koolawa-Phase ziehen kühle Winde auf, und die Alpha-Krokodile verteidigen ihr Revier gegen junge Herausforderer. Die Unterlegenen werden flussabwärts gedrängt, wo Australiens stärkste Gezeiten ein einzigartiges Watt freilegen. Hier, in einem der nährstoffreichsten Küstengebiete der Welt, fressen sich Tausende Zugvögel die Energiereserven für ihre langen Flüge an. Zwischen ihnen kämpfen Schlammspringer - von den Einheimischen Buggle Buggles genannt - um Weibchen. Doch nachts wird das Watt zur Gefahr: Eine seltene Mangrovenschlange macht Jagd auf die kleinen Kämpfer. Sobald das Wetter umschlägt, brechen die Zugvögel auf. Einige fliegen ohne Pause bis in die Hocharktis. Wenn sie weiterziehen, beginnt die kalte Trockenzeit, in der Buckelwale aus der Antarktis in die warmen Gewässer vor Kimberley ziehen. Die Dambimangari-Ranger überwachen das Gebiet, um die sensiblen Lebensräume zu schützen. Zwergbeutelmarder kämpfen gegen invasive Aga-Kröten, während Seeadler auf den Inseln ihre Brut gegen Reiher verteidigen. Selbst das fast ausgerottete Kimberley-Zwergsteinkänguru findet hier noch ein Refugium. Am Yowjab - dem Montgomery Reef - zeigt sich die Kraft der Natur besonders eindrucksvoll. Bei Ebbe legt die stärkste Gezeitenströmung Australiens ein riesiges Korallenriff frei. In den geschützten Buchten ziehen Buckelwalmütter ihre Kälber auf. Doch wenn Kleine Schwertwale auftauchen, wird es gefährlich. Dann setzen sich ausgewachsene Buckelwalbullen mit ihren massigen Körpern zur Wehr - ein Kampf, der über das Überleben der Jungtiere entscheidet. Hier, zwischen Gezeiten und Überlebenskampf, zeigt sich die ungebändigte Wildnis Kimberleys.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Eine Debatte über die Rechte der Frauen polarisiert die lettische Gesellschaft. Nachdem das Parlament für den Ausstieg aus der Istanbuler Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt gestimmt hatte, gingen Zehntausende auf die Straße. Die Demonstrierenden forderten die Regierung auf, nicht aus dem Vertrag auszusteigen und verlangten einen besseren Schutz vor häuslicher Gewalt. Im Mittelpunkt der Reportage steht Nikola, die Opfer von häuslicher Gewalt wurde. Während sie auf der Straße für ihre Rechte demonstrierte, stimmte ihr eigener Bruder, der Abgeordneter war, für Einschränkungen. Ganz anders sieht das eine konservative Familie, die der Istanbul-Konvention ablehnend gegenübersteht. Die Eltern von fünf Kindern, die auf dem Land in Lettland leben, befürchten, dass einige Bestimmungen des Textes die traditionelle Familie und die Nation selbst bedrohen könnten.
20:15
Missouri, 1868: Mit skrupellosen Methoden zwingt die Midlands-Eisenbahngesellschaft kleine Farmer zum Verkauf ihres Landes. Bei einer solchen Aktion stirbt die Mutter von Jesse und Frank James, worauf die Brüder unter großem Beifall Bank- und Zugüberfälle begehen. Bald landesweit bekannt, sehnt sich Jesse jedoch nach seinem alten Leben an der Seite seiner Familie. Missouri, 1868: Jesse James und sein Bruder Frank verteidigen ihr Land gegen die Agenten der Midlands-Eisenbahngesellschaft, die alle kleinen Grundbesitzer zum Verkauf zwingen wollen. Als ihr Haus niedergebrannt wird und ihre Mutter dabei ums Leben kommt, töten sie einen Vertreter der Gesellschaft und begehen in der Folge Bank- und Eisenbahnüberfälle, um sich zu rächen. Auf die Ergreifung der Brüder wird eine hohe Belohnung ausgesetzt. Die James-Brüder sind ständig auf der Flucht. Jesses Versuch, mit seiner Frau Zerelda ein neues, gewaltloses Leben zu beginnen, scheitert, weil Zerelda das rastlose Umherziehen von einem Versteck zum anderen nicht mehr aushält. Je länger die Brüder Gesetzlose sind, desto einsamer wird es um sie. Als Jesse es am wenigsten erwartet, gerät er in einen tödlichen Verrat. Mit Pathos, viel Gefühl und Humor inszenierte Henry King 1939 diesen effektvollen, frühen Technicolor-Western, der sich eher für die heroische Legende als die historische Wahrheit der James-Brüder interessiert. Die Rollen der Brüder wurden mit den größten Stars ihrer Zeit besetzt: Tyrone Power und Henry Fonda. Henry Kings Karriere in Hollywood überspannte fünf Jahrzehnte, von frühen Stummfilmen bis zu "Zärtlich ist die Nacht" Anfang der 1960er Jahre. Unter den zahlreichen Filmen, die das Leben des Outlaws Jesse James und seiner Komplizen schildern, ging Henry Kings Version als die kanonische Erzählung der Legende in die Geschichte Hollywoods ein. Da der Film zu den bis dahin erfolgreichsten Filmen überhaupt zählte, ließ das Studio nur ein Jahr später eine Fortsetzung drehen, für die Fritz Lang als Regisseur engagiert wurde.
21:55
New York, Ende der 70er Jahre: Der kleine Gangster Lefty Ruggiero arbeitet als Auftragskiller für die Mafiafamilie Bonanno. Als er den jungen Donnie Brasco kennenlernt, imponiert ihm vor allem dessen Unerschrockenheit. Doch er ahnt nicht, dass Donnie in Wirklichkeit Joe Pistone heißt und ein Agent des FBI ist, der einen Weg sucht, als verdeckter Ermittler in die Kreise der Mafia einzudringen. Lefty und Donnie freunden sich an, und es gelingt Lefty tatsächlich, die "Familie" zu überzeugen, Donnie aufzunehmen. Je länger Joe Pistone als Donnie Brasco ermittelt, desto stärker verändert er sich, und Schritt für Schritt identifiziert er sich mit seiner Rolle in der Mafiafamilie. Seine eigene Frau und seine Kinder vernachlässigt er zusehends. Währenddessen wird seine Beziehung zu Lefty, der ihn wie ein Vater behandelt, immer enger und vertrauter. Doch die Mafiabosse lassen sich nicht auf Dauer täuschen. So finden sie bald heraus, dass es einen Verräter unter ihnen geben muss. Joe Pistone alias Donnie Brasco sieht sich zum Handeln gezwungen. "Donnie Brasco" ist ein origineller Film mit einer brillanten Besetzung. Vor allem Al Pacino überzeugt als kleiner Mafioso, der es nicht schafft, in der Verbrecher-Hierarchie aufzusteigen. Der Film basiert lose auf der wahren Geschichte von Joseph D. Pistone, einem FBI-Undercover-Agenten, der in den 1970er Jahren unter dem Decknamen Donnie Brasco, als Juwelendieb aus Vero Beach, Florida, die Bonanno-Mafiafamilie in New York City infiltrierte.