05:05
"Märkte der Welt" ist eine zehnteilige Entdeckungsreise zu den erstaunlichsten Märkten rund um den Globus. Ob farbenfrohe Tuchmärkte in Benin, Fischstände in Südkorea, Kamelherden in Mauretanien oder heilige Blumen in Indien - jeder Markt erzählt von der authentischen Kultur dieser Gemeinschaften, die im Rhythmus des Handels leben. Die Orte werden aus der Perspektive der Verkäufer, Lieferanten und Kunden erlebbar. Die Geschichte sowie die wirtschaftliche und soziale Bedeutung jedes Marktes werden durch Ortskundige erklärt.
05:35
Diese Episode führt in ein Spanien, das sich nicht über touristische Kulissen definiert, sondern über seine Menschen und deren enge Verbundenheit zu Natur, Tradition und Gemeinschaft. Wir begleiten Schäfer José Manuel auf der jahrtausendealten Transhumanz - einem gewaltigen Marsch über hunderte Kilometer, den heute nur noch wenige wagen. Zwischen Hitze, Gewitterfronten und einsamen Nächten zeigt sich ein Leben, das mit der Landschaft verschmilzt. In Alagón del Río wiederum verwandelt das Projekt "Muro Crítico" nüchterne Dorfwände in farbige Erzählungen. Künstler aus der Region und Bewohner schaffen gemeinsam Kunst, die Identität stärkt und Geschichten sichtbar macht, die sonst verloren gingen. Weiter südlich zeigt die Dehesa, warum sie zu den faszinierendsten Kulturlandschaften Europas zählt: Hier lebt Rafael mit den fast ausgestorbenen Torbiscal-Schweinen - Tiere, die sich frei bewegen, Eicheln fressen und den berühmten Ibérico-Schinken prägen. Und schließlich begegnen wir Mari Carmen, einer Viehzüchterin im abgelegensten Winkel der Extremadura. Sie trotzt Einsamkeit, Hitze und Kälte, und zeigt, was es heißt, seinen Platz in der Welt selbst zu wählen. Ein poetischer Blick auf ein Spanien, das verschwindet - und gerade deshalb berührt.
06:20
Die Geschichtswissenschaft datiert den Untergang des Weströmischen Reichs auf das Jahr 476 nach Christus. In diese Zeit wird auch der Übergang von der Antike zum Mittelalter gelegt. Als ein Grund für diesen historischen Umbruch gilt die Völkerwanderung ... Zu Gast in der Sendung: der Historiker Giusto Traina
06:40
In der Schlange vordrängeln, das Auto schnell auf dem Fahrradweg parken, Plätze im Zug besetzen, die einem nicht zustehen - nahezu jeder wird in seinem Leben mit egoistischem Verhalten konfrontiert. Manchmal ist der Ärger darüber schnell vergessen, doch wenn Egoismus so stark ausgeprägt ist, dass Menschen zu Egomanen werden, können sie in ihrem Umfeld großen Schaden anrichten. Das Ausmaß der egoistischen Tendenzen ist teilweise von den Genen, teilweise von der Erziehung und am Ende auch von der jeweiligen Situation abhängig, erklärt Psychologin Anne Böckler-Raettig von der Universität Würzburg. Ein gewisses Maß an Egoismus ist für unser psychisches Wohlbefinden sogar notwendig, betont Psychologe Morten Moshagen. Der Wissenschaftler der Universität Ulm hat zusammen mit Kollegen den sogenannten Dark-Factor-Test entwickelt. Dieser misst, bis zu welchem Grad wir uns in einem gesunden egoistischen Rahmen bewegen und wann das Verhalten ins Böse und Schädliche kippt. Die Auswirkungen von schädlichen Verhalten hat Laëtitia Visse in ihrem Arbeitsleben erfahren müssen. In der Pariser Haute Cuisine wurde sie zur Köchin ausgebildet und hat unter bösartigen Vorgesetzten und schwierigen Arbeitsbedingungen gelitten. In welchen Branchen völlig selbstbezogene Menschen eher unterwegs sind, erklärt Pablo Hagemeyer. Dabei gibt es nur wenige Dinge, die Leidtragende im Alltag gegen unsoziales Verhalten tun können, sagt der Facharzt für Psychiatrie. In Firmen kann aber die Unternehmensleitung einschreiten. Das findet auch Andreas Spiegel. Er hat in seinem Unternehmen eine "No Asshole Policy" etabliert.
07:00
07:55
Die NASA steht vor einem historischen Meilenstein: Mit Artemis II soll erstmals seit Apollo 17 (1972) wieder eine bemannte Mission Richtung Mond starten. Die vier Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen bereiten sich intensiv auf ihren bevorstehenden Einsatz vor. Der Start ist für Anfang 2026 geplant. Die etwa zehntägige Mission führt die Crew zunächst in die Erdumlaufbahn, bevor die Raumkapsel Kurs auf den Mond nimmt. Anschließend umfliegt sie ihn in großem Bogen, ehe die Astronauten zur Erde zurückkehren. Damit werden sie die ersten Menschen sein, die sich seit über 50 Jahren so weit von der Erde entfernen. Die NASA setzt bei Artemis II auf das Space Launch System (SLS), eine der leistungsstärksten Raketen der Welt, und die Orion-Kapsel - beide wurden bereits bei der unbemannten Mission Artemis I (2022) erfolgreich getestet. Doch der bemannte Flug ist ein entscheidender Schritt. Langfristig soll Artemis den Weg für eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond ebnen und als Vorbereitung für bemannte Marsmissionen dienen. Die USA wollen mit dem Programm ihre Führungsrolle in der Raumfahrt verteidigen. China plant ebenfalls eine bemannte Mondlandung bis 2030.Mit Artemis III will die NASA wieder auf der Mondoberfläche landen - nach derzeitiger Planung im Jahr 2027.
08:55
Der Austausch von Technologien und Waren hat einen gigantischen Beitrag zum Lebensstandard von Milliarden Menschen weltweit geleistet. Daran besteht kein Zweifel. Aber könnte es sein, dass dieses globale Netz etwas eindimensional geknüpft worden ist? Profitieren am Ende vor allem die großen Industrienationen und ihre zu Mega-Konzernen gewachsenen Wirtschaftsgiganten von günstigen Rohstoffen und globaler Arbeitsteilung? Tatsächlich sind unter den 100 größten Wirtschaftseinheiten der Welt 69 globale Konzerne, aber nur 31 Staaten. Führt die Globalisierung doch nicht dazu, dass es allen besser geht? Die Bilanz des globalisierten Wirtschaftssystems fällt extrem unterschiedlich aus und ist letztlich eine Frage der Perspektive. Für diejenigen, die auf eine friedliche Welt mit Wohlstand für alle gehofft haben, ist die Globalisierung wohl eher nach hinten losgegangen. Denn auch wenn weltweit Milliarden Arbeitsplätze entstanden sind, hat sich der Wohlstand nicht gerecht verteilt. Millionen Menschen im globalen Süden leben unter dem Existenzminimum. Anderen hat die Globalisierung unfassbaren Reichtum gebracht. Doch die Vernetzung der Weltwirtschaft lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Verändern wird sie sich trotzdem und in Zukunft vor allem von Geopolitik gesteuert werden. Die globale Wirtschaft wächst weiter, aber langsamer. Von einer Slowbalisation ist die Rede. In welche Richtung sich die Globalisierung entwickelt, hängt auch davon ab, wie stark der Wille der beteiligten Akteure ist, die Welt ein Stück gerechter zu machen.
09:25
Romy Schneider, Lex Barker, Pierre Brice und Pierce Brosnan feierten hier Filmpremieren. 1928 erbaut im Zentrum der ehemaligen Industriemetropole Essen, gilt die Lichtburg als Deutschlands größter Filmpalast und Stilikone der Neuen Sachlichkeit, mit der sich die Architekten der 1920er Jahre vom Jugendstil abgrenzten. Zu ihrer Bauzeit war die Lichtburg eines der modernsten Kinos Europas. Es verfügte über 2.000 Plätze und die europaweit erste elektrische Platzmeldeanlage. Für die Eröffnung, bei der das hauseigene Orchester spielte, wurden Tänzerinnen aus dem berühmten Pariser Varieté Les Folies Bergère engagiert. 1934 übernimmt die UFA das Kino. Die Lichtburg wird zum Propagandakino der Nationalsozialisten im wirtschaftlich wichtigen Ruhrgebiet. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, jedoch schon 1950 wieder eröffnet, steht das Kino Anfang der 2000er Jahre vor dem Aus, bis der Regisseur Wim Wenders es vor dem Untergang rettet.
09:55
10:30
Lange bevor Kandinsky oder Mondrian die ersten abstrakten Werke schufen, malte die Schwedin Hilma af Klint (1862-1944) Bilder, die die Kunstgeschichte revolutionieren sollten. Doch sie bestimmte, dass ihre Werke erst 20 Jahre nach ihrem Tod gezeigt werden durften. So blieben die großformatigen, farbgewaltigen Gemälde - eine einzigartige Verbindung aus Moderne und Spiritualität - bis 1986 der Öffentlichkeit verborgen. Erst im Frühjahr 2026 widmen das Centre Pompidou und der RMN-Grand Palais ihr die erste französische Retrospektive. Die Dokumentation beleuchtet ihr Leben und Schaffen, das die Kunstwelt nachhaltig veränderte - in Frankreich jedoch noch immer zu wenig Beachtung findet. Af Klint führte ein für ihre Zeit ungewöhnliches Doppelleben. Nach außen hin war sie eine respektierte akademische Malerin, deren konventionelle Werke ihr den Lebensunterhalt sicherten. Doch im Verborgenen schuf sie visionäre abstrakte Bilder, getrieben von dem Wunsch nach spiritueller und persönlicher Entfaltung. Auch privat brach sie mit den Normen: Während sie sich nach außen an streng lutherische Konventionen hielt, lebte sie im Privaten homosexuelle Beziehungen. Ihr Werk entstand in einer Zeit des Umbruchs. Um die Jahrhundertwende prägten wissenschaftliche und technische Fortschritte die Gesellschaft - gleichzeitig erlebten esoterische Strömungen eine Blüte. Af Klints Kunst spiegelt diese Gegensätze wider. Der Film zeigt sie an Orten, die ihr wichtig waren, und lässt Nachkommen und Kunsthistoriker zu Wort kommen. Skizzenbücher, Zeichnungen und Archivdokumente erzählen die Geschichte einer Frau, deren radikale Modernität bis heute fasziniert.
11:20
Die Markthallen von Dijon sind ein lichtdurchflutetes, riesiges Areal mit über 700 Ständen, die sich auf vier Pavillons verteilen. Gerade groß genug für die kulinarische Vielfalt, die die Region Burgund zu bieten hat. Die Atmosphäre der Markthalle, die vor 150 Jahren im gleichen Stil wie die berühmten Pariser Hallen erbaut wurde, macht das Einkaufen zu einem wahren Vergnügen, zu dem auch unbedingt der Verzehr des einen oder anderen kleinen Snacks direkt vor Ort gehört. An den äußeren Ständen, die sich an der Peripherie des Gebäudes befinden, werden tierische Produkte angeboten, darunter eine große Auswahl an Fleisch, Geflügel und Wurstwaren, wie der berühmte Dijoner Petersilienschinken. In der Mitte werden Pilze verkauft, die je nach Saison lokal geerntet werden, Bio-Obst und -Gemüse sowie eine beeindruckende Käsevielfalt. Das Burgund und die angrenzende Jura-Region weisen den höchsten Anteil an Biobauernhöfen in Frankreich auf. Die Landwirtschaft zieht heute viele engagierte junge Leute an, die an einen nachhaltigeren Lebensstil glauben, zu dem auch der Direktverkauf auf dem Markt gehört. Stolz erklären die Händler, wie die Mönche, die in den Abteien der Côte d'Or leben, ihren Käse herstellen und zur perfekten Reife bringen, wie die Bauern die Schwarzen Johannisbeeren für die berühmte Crème de Cassis ernten und wie die Schnecken "à la bourguignonne" zubereitet werden: nämlich mit Butter und Petersilie. In Dijon gibt es viel mehr zu entdecken als nur den berühmten Senf oder den beliebten würzigen Lebkuchen.
12:15
Auf dem Hamburger Isemarkt mit seinen 200 Ständen findet man Obst, Brot, Gemüse, Fisch, Backwaren und sogar Bonbons. Er erstreckt sich über eine Länge von rund einem Kilometer unterhalb des U-Bahn-Viadukts, das die Stände vor Sonne und schlechtem Wetter schützt. Und das ist nur ein Grund, weshalb der Markt von Anwohnern und Besuchern so geschätzt wird. Die hier angebotenen frischen Produkte stammen aus den Regionen, die die Stadt umgeben: aus Niedersachsen im Westen, der Lüneburger Heide im Süden, Schleswig-Holstein im Norden und von den Bio-Höfen im Osten. Das Alte Land in Niedersachsen ist eine der größten Obstplantagen Deutschlands und Europas. Hier werden seit dem 14. Jahrhundert Äpfel angebaut, die den größten Teil der Ernte ausmachen, aber auch Kirschen, Birnen und Pflaumen. Das fruchtbare Marschland wird von Kanälen und Flüssen durchzogen und ist geprägt von Obstbaumparzellen wie auch historischen Schleusen, kleinen Häfen, Leuchttürmen, Mühlen, Kirchen und stolzen, reich verzierten Bauernhäusern. Der auf dem Markt angebotene Zander stammt direkt von den Elbfischern, die ihren Fang fast täglich an die Budenbesitzer verkaufen. Der Kohl wird auf der anderen Elbseite in Schleswig-Holstein angebaut. Das Fleisch der Heidschnucke aus der Lüneburger Heide hat einen ebenso feinen Geschmack wie der Tee und Sirup, die aus der dort blühenden Ringelblume gemacht werden. Die meisten Händler auf dem Isemarkt sind Landwirte. Sie zeigen uns, wie sie ihre Spezialitäten anbauen und produzieren und uns wird klar, wie wichtig der Markt für sie ist: Durch den Direktverkauf auf dem Markt entsteht eine echte Beziehung zwischen Händler und Kundschaft, die auf Treue und Vertrauen basiert.
13:10
An der libanesischen Küste liegt eine der ältesten Städte der Welt: Byblos. Mit ihren jahrtausendealten Ruinen aus verschiedenen Epochen und Stilen ist sie seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten des Nahen Ostens. Ende der 2010er Jahre machte ein französisch-libanesisches Team eine ebenso außergewöhnliche wie unerwartete Entdeckung: riesige unterirdische Strukturen, die fast 4.000 Jahre alt sind. Das Archäologen-Team entdeckte eine weitläufige Nekropole mit monumentalen Grabkammern, die teilweise aus mehreren Einzelkammern bestehen. Die Gräber liegen übereinander und bilden eine Anordnung, die in dieser Region noch nie zuvor entdeckt wurde. Noch erstaunlicher ist, dass die Grabkammern intakt und ungeplündert sind. Die Nekropole enthält noch alle Gebeine und Gegenstände, die die Toten auf ihrer Reise ins Jenseits begleiten sollten. Diese Gegenstände verraten, dass die Verstorbenen einst zur Elite von Byblos gehörten. Sie zeugen auch von den Verbindungen der Stadtbewohner zum alten Ägypten. Byblos war über Jahrtausende Hauptlieferant eines Rohstoffes, der für die Entwicklung des ägyptischen Reichs eine zentrale Rolle spielte: Bauholz, vor allem Zedernholz. Es war für die Pharaonen unentbehrlich, um Pyramiden, Schiffe und Paläste zu bauen. Diese Dokumentation begleitet die Ausgrabungen in der Nekropole, die von einem Archäologen-Team des Louvre und der libanesischen Generaldirektion für antike Schätze vorangetrieben werden. Jeder Arbeitsschritt, jede Entdeckung in diesem seit der Bronzezeit verschütteten Labyrinth bringt neue Erkenntnisse über die Blütezeit von Byblos.
14:40
In geheimer Mission segelt Kapitän Hornblower mit seiner Mannschaft nach Zentralamerika, um sich mit dem abtrünnigen Don Julian Alvarado gegen Spanien zu verbünden. - Der Film (1951) basiert auf Cecil Scott Foresters berühmter Buchreihe und wurde von der Hollywoodlegende Raoul Walsh verfilmt. Für die Titelrolle konnte Gregory Peck verpflichtet werden. In geheimer Mission segelt Kapitän Hornblower mit seiner Mannschaft nach Zentralamerika, um sich mit dem abtrünnigen Don Julian Alvarado gegen Spanien zu verbünden. Kurz nach den Verhandlungen trifft ein spanisches Schiff ein, das sie als Zeichen ihrer neuen Freundschaft für Don Julian erobern wollen. Nachdem sie das Schiff gekapert haben, nehmen sie die spanische Mannschaft fest - und der Rest der Ladung geht an Don Julian. Hornblower weiß zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht, dass England und Spanien mittlerweile Verbündete sind - gegen Frankreich! Hornblower ist gezwungen, seinen Fehler zu revidieren. Zusammen mit den Spaniern liefert er sich ein Gefecht mit Don Julian, bei dem dieser den Kürzeren zieht und mit seinem Schiff untergeht. Dies ist jedoch erst der Anfang, denn der Kampf gegen die Franzosen steht noch bevor. Zu allem Überfluss verliebt Hornblower sich in Lady Barbara, die vor dem grassierenden Gelbfieber auf der Flucht ist. Hornblower nimmt sie anfangs notgedrungen auf seinem Schiff auf, da sie auf schnellstem Wege nach England zurück möchte. Als sie schwer krank wird, pflegt Hornblower sie liebevoll wieder gesund. Auch sie beginnt, Gefühle für ihn zu hegen. Jedoch scheint ihre frische Liebe aussichtslos, da beide bereits vergeben sind. Ein US-amerikanischer Mantel-und-Degen-Film - üppig und romantisch.
16:35
Diese Folge der vierteiligen Dokumentationsreihe "Famous Orchestras" taucht tief in das Wesen eines der bedeutendsten Klangkörper der Welt ein: seine Geschichte, seinen einzigartigen Klang, seinen Alltag und seine Seele. Beheimatet im legendären Goldenen Saal des Wiener Musikvereins, gegründet 1842, sind die Wiener Philharmoniker mehr als ein Orchester - sie sind eine Institution. Wer ein Abonnement ergattern möchte, wartet mitunter länger als zehn Jahre. Und doch, oder gerade deshalb, bleibt die Faszination ungebrochen. Was macht diesen Klang aus? Was verbindet Tradition und Moderne, Orchestergraben und Konzertsaal, Geschichte und Gegenwart? Herzstück der Dokumentation ist die Erkundung des einzigartigen Wiener Klangs, jenes warmen, gesanglichen Sounds, der Generationen von Musikerinnen und Musikern sowie Publikum gleichermaßen prägt. Hornist Wolfgang Vladár und Paukist Thomas Lechner erklären, wie dieser Klang über Jahrzehnte hinweg weitergegeben wird - nicht als Anweisung, sondern als DNA, die sich von Generation zu Generation vererbt. Oboist Clemens Horak erläutert das Besondere der Wiener Oboe, ein Instrument, das weltweit nur in Wien gespielt wird und dessen handgefertigte Mundstücke stundenlange Arbeit erfordern. Geigenbauer Wilfried Ramsaier-Gorbach, seit 1992 der Werkstatt des Orchesters verbunden, bringt es auf den Punkt: Der Wiener Klang sitzt nicht im Instrument - er sitzt im Kopf der Musikerinnen und Musiker. Dirigent Gustavo Dudamel beschreibt von außen, was er von innen fühlt: eine Klangkultur, die spezifisch, warm und von unverwechselbarer Textur ist.
17:40
"Asmik Grigorian in Salzburg" präsentiert die litauische Sopranistin mit Richard Strauss' "Vier letzten Liedern" (1948) im Großen Festspielhaus und erzählt musikalisch und in kurzen Statements die Geschichte von Asmik Grigorian bei den Festspielen. 2018 gab sie ihr sensationelles Salzburger Rollendebüt als "Salome" in der Inszenierung von Romeo Castellucci, wofür sie mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis als beste weibliche Hauptrolle ausgezeichnet wurde. 2020 und 2021 verkörperte sie die Chrysothemis in Strauss' "Elektra". Die Dokumentation zeigt Ausschnitte aus "Salome" und Alban Bergs "Wozzeck" von 2017, Szenen ihrer umwerfenden Lady Macbeth von 2023 sowie ihre jüngste Salzburger Opernproduktion von 2024: Sergej Prokofjews "Der Spieler". Der Dirigent Gustavo Dudamel wie auch der Intendant der Festspiele Markus Hinterhäuser und Peter Sellars erzählen über ihre Arbeit mit der Sängerin. Den musikalischen Rahmen bilden die "Vier letzten Lieder" von Richard Strauss. Begleitet wurde Grigorian von den Wiener Philharmonikern unter Gustavo Dudamel. Asmik Grigorian stammt aus Vilnius und studierte an der Litauischen Musik- und Theaterakademie. Sie ist Gründungsmitglied der Vilnius City Opera und wurde zweimal mit dem Goldenen Bühnenkreuz, dem höchsten litauischen Theaterpreis, ausgezeichnet: 2005 für ihr Rollendebüt als "Violetta" und 2010 für ihre Darstellung der "Mrs. Lovett" in Stephen Sondheims "Sweeney Todd". Bei den International Opera Awards wurde sie 2019 als Sängerin des Jahres ausgezeichnet.
18:25
Ein künstlerisches und humorvolles Spiel mit Klischees bietet dieses Magazin. In jeder Folge werden dabei bestimmte Eigenheiten der Franzosen und Deutschen unter die Lupe und auch aufs Korn genommen.
18:40
Santo Antão ist die zweitgrößte und westlichste Insel der Kapverden. Mediterrane Hochebenen wechseln sich mit tropisch-feuchten Tälern ab. An den Hängen der Insel wurden Terrassen angelegt, auf denen Gemüse für den täglichen Bedarf wächst. Armindo Pires und seine Familie leben im kleinen Dorf Cobo de Ribeira inmitten der Berge. Sie bauen Kaffee und Zuckerrohr an. Um das leibliche Wohl der Familie kümmern sich Armindos Frau Julia und ihre Schwiegertochter Aurisia. Zum Mittagessen gibt es Cachupa, das Nationalgericht der Kapverden. In den Eintopf kommt nahezu alles, was auf der Insel wächst: Mais, Zwiebeln, grüne Bananen, Maniok, Süßkartoffeln, Yams, Tarowurzeln, Bohnen und Kohl. Als Nachtisch bereitet Aurisia einen Kaffeepudding zu - das Lieblingsdessert ihres Mannes Kevin.
19:10
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:30
Arus Nersisian leitet das Arpa-Naturschutzgebiet, als erste und bislang einzige Frau Armeniens auf so einer Position. Nur 3.000 Hektar groß ist das Schutzgebiet mit seinen spektakulär rostroten Felsen in der Provinz Wajoz Dsor. Wilderer hatten die Artenvielfalt in der Region dezimiert. Nach Jahren intensiver Arbeit im Naturschutzgebiet feiert Arus mit ihrem Team nun einige Erfolge: Die Bezoarziegen haben sich signifikant vermehrt, einige Braunbärfamilien bevölkern das Gebiet. Selbst der Kaukasusleopard ist zurück in der Region, seitdem er hier wieder genügend Beute findet. Seine Entdeckung war einer der großen magischen Momente für Arus und die Ranger. Das Gata-Festival in Khachik ist benannt nach einem traditionellen Mandelkuchen. Neben Tänzen und Gesängen präsentiert hier Vahe Keushguerian, ein Armenier aus der Diaspora, den jüngsten Wein aus dem Bergdorf. Er hat die verwilderten Reben in Grenzlage reanimiert und unterstützt so die lokalen Bauern. Der Steinmetz Rouben Ghazaryan hingegen öffnet den Gästen die Augen für ein altes armenisches Weltkulturerbe. Er fertigt Chatchkare an, kunstvoll behauene Steinkreuze. Seine Inspirationsquelle ist das Kloster Norawank aus dem 13. Jahrhundert. Wenige Tage vor dem geplanten Festival in Khachik erobert Aserbaidschan Berg-Karabach. Auch in Khachik, an der Grenze zur aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan im Westen Armeniens, fühlen sich die Bewohner bedroht. Deshalb wird das Gata-Festival abgesagt. Aber Arus hält an ihren Zielen fest, schließlich will sie, dass ihre Kinder eine Zukunftsperspektive in ihrer Heimat finden.
20:15
Bologna, im Jahr 1858: Der siebenjährige Edgardo Mortara wächst in einer jüdischen Familie auf, bis er eines Nachts von kirchlichen Behörden nach Rom entführt wird. Der Grund: Als Säugling soll Edgardo von einem christlichen Dienstmädchen heimlich getauft worden sein. Nach den Gesetzen des Vatikans darf ein getauftes Kind nicht von jüdischen Eltern erzogen werden. Edgardo wird in ein Katechumenenhaus gebracht, wo er eine katholische Erziehung erhält und sich auf unerklärliche Weise sofort zum Katholizismus bekennt. Für seine Eltern Momolo und Marianna beginnt ein verzweifelter Kampf. Sie wenden sich an die Öffentlichkeit, suchen Unterstützung in der Politik und versuchen mit allen Mitteln, ihren Sohn zurückzubekommen. Der Fall erregt weit über Italien hinaus Aufmerksamkeit und wird zum Symbol für den Konflikt zwischen kirchlicher Macht und den liberalen Ideen des 19. Jahrhunderts. Während die Familie nicht aufgibt, wächst Edgardo in der Obhut der katholischen Kirche heran. Papst Pius IX. nimmt persönlich Anteil an seinem Schicksal und betrachtet den Jungen zunehmend als religiöses Symbol in einer Zeit politischer Umbrüche. Zwischen familiärer Herkunft, religiöser Erziehung und den Machtinteressen der Kirche entwickelt sich ein dramatischer Konflikt, der das Leben aller Beteiligten prägt.
22:20
Mit "Minari" legt Regisseur Lee Isaac Chung ein feinfühliges Familiendrama vor, das universelle Themen von Migration, Identität und Hoffnung auf leise, eindringliche Weise verhandelt. In den 1980er-Jahren zieht die koreanisch-amerikanische Familie Yi von Kalifornien in das ländliche Arkansas, um dort den Traum von wirtschaftlicher Unabhängigkeit zu verwirklichen. Vater Jacob setzt alles auf den Erfolg seiner Farm, während Mutter Monica die Unsicherheit und Isolation des neuen Lebensortes zunehmend belasten. Aus der Perspektive des jungen David entfaltet sich eine Geschichte voller zarter Beobachtungen, in der sich kulturelle Unterschiede, familiäre Spannungen und liebevolle Nähe miteinander verweben. Die Ankunft der Großmutter bringt unerwartete Dynamik und Humor in den Alltag und wird zum emotionalen Anker der Familie. "Minari" besticht durch seine ruhige Erzählweise, authentische Figuren und poetische Bildsprache. Der Film wurde international gefeiert und mehrfach ausgezeichnet, unter anderem für seine herausragenden schauspielerischen Leistungen. Ein zutiefst menschliches Werk über Verwurzelung und Wachstum - so widerstandsfähig und hoffnungsvoll wie die Pflanze, die ihm seinen Namen gibt.