21:40
Der Warschauer Kulturpalast ist mehr als Stein und Fassade - er ist eine Last und ein Erbe zugleich. Als "Geschenk Stalins" in den 1950er Jahren errichtet, galt er vielen Polinnen und Polen lange als Fremdkörper, als Symbol der Unterwerfung unter die Sowjetunion. Und doch ist er heute, Jahrzehnte später, nicht mehr aus der Skyline der Stadt wegzudenken. Er verkörpert die Ambivalenz einer Nation, die ihre Geschichte nicht verdrängen, sondern neu erzählen muss. Die Dokumentation nähert sich dem Palast über die Menschen, die ihn mit Leben füllen: Schauspielerinnen, die im Theater zwischen Prunk und Vergangenheit auftreten; Jugendliche, die ihn zu ihrem Treffpunkt machen, als sei er längst ihrer Generation überlassen; sowie Mitarbeiter, die seit Jahrzehnten dem Palast treu geblieben sind und mehr in seinen Wänden sehen als Macht und Kontrolle. So entsteht das Porträt eines Hauses, das widersprüchlicher kaum sein könnte: ein Monument, das einst Macht demonstrieren sollte und nun Teil polnischer Identität ist - schmerzlich, vertraut, umkämpft. Die Dokumentation ist eine leise, zugleich eindringliche Erkundung der Frage, wie Architektur Gefühle prägt, wie Erinnerung durch Räume wirkt - und wie Menschen ein Bauwerk, das ihnen einst aufgezwungen wurde, Schritt für Schritt zu ihrem eigenen machen.
22:25
Ein wackeliges Handyvideo geht viral und macht sie zur Heldin: Zu sehen ist, wie Alex Irving unerschrocken einem Amokläufer entgegentritt und ihn davon abhält, weitere Menschen niederzuschießen. Die mutige Tat zieht die Aufmerksamkeit der konservativen Premierministerin Rachel Anderson auf sich. Sie möchte Alex, die sich seit Jahren in ihrer Kleinstadt für die Belange der indigenen Community engagiert, in den Senat berufen. In sieben Monaten sind Wahlen und ihr fehlt in der Bevölkerung wie auch in der eigenen Partei der Rückhalt. Alex lehnt zunächst ab, willigt aber ein, als Anderson ihr verspricht, dass sie ihre politische Position im Kampf für mehr Rechte für die Aborigines einsetzen kann. Schnell wird Alex klar, dass sie als Quoten-Aborigine fungieren und von der Partei an der kurzen Leine gehalten werden soll. Doch als sie vom - mutmaßlich gewaltsamen - Tod einer indigenen Jugendlichen in Haft erfährt und ihre Mutter ihr berichtet, dass die eigene Community sie für eine Verräterin hält, ersinnt Alex eine andere Strategie ...
23:15
Die indigene Senatorin Alex muss ihre Verhandlungsstärke unter Beweis stellen, als die australische Regierung von den USA aufgefordert wird, einen neuen Militärstützpunkt auf dem Land der Aborigines zu errichten. Alex macht sich auf den Weg in ihre Heimatstadt Winton, um gegenüber ihrer Community in die Waagschale zu werfen, was ihr von der Premierministerin zugesagt wurde: großzügige Abfindungen, eine bessere medizinische Versorgung und die Aussicht auf Arbeitsplätze. Doch innerhalb der Regierungspartei eskalieren die Spannungen, und ehrgeizige Parteimitglieder bringen sich in Stellung, um die Premierministerin anzugreifen und den Winton-Deal zu torpedieren. Währenddessen trampt die aus der Haft ausgebrochene Teenagerin Jess durch das Outback, um Alex in Canberra zu treffen und von der indigenen Senatorin Hilfe zu erhalten - der einzigen Person, der sie das brisante Geheimnis um den Tod ihrer Freundin Marcie anvertrauen kann. In Alex keimt unterdessen der schreckliche Verdacht, dass ihre eigene Regierung womöglich in die Vertuschung eines tödlichen Gewaltakts verwickelt ist ...