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TV Programm für ARTE am 22.08.2026

Jetzt

Zu Tisch 10:45

Zu Tisch: Wienerwald

Essen und Trinken

Im Herbst ist Erntezeit der Elsbeeren. Die kleinen Beeren sind nicht leicht zu gewinnen. Man braucht Geduld und sollte schwindelfrei sein. Elsbeerbäume werden bis zu 30 Meter hoch und sehr alt. Sie gehören zu den seltensten Baumarten in Europa. Im Wienerwald und im angrenzenden Mostviertel stehen noch einige Hundert Exemplare. Deshalb wird diese Region auch Elsbeerreich genannt. Die Elsbeere ist verwandt mit der Vogelbeere, der Mehlbeere und dem Speierling. Sie wird sowohl frisch als auch getrocknet verwendet. Von Veronika Mayer stammt die Rezeptidee zum "Camelsbert": Ein mittelalter Camembert wird mit einer Elsbeercreme gefüllt und verleiht dem Käse dadurch ein feines Marzipanaroma. Ihre Schwester Anna Leodolter verfeinert ein Wildragout mit Elsbeeren. Beim süßen Wiener Striezel verwendet sie Elsbeeren anstatt Rosinen. Erst nach 20 Jahren tragen die Bäume Früchte und dann sind sie nur mühsam zu ernten. Allein von den Elsbeerbäumen können die Bauern nicht leben. Neben Tierhaltung betreiben sie Obst- und Gemüseanbau oder führen die Landwirtschaft im Nebenerwerb. Nach der Elsbeerernte beginnt der Teil der Arbeit, der bis tief in den Winter hinein dauert und die ganze Familie beschäftigt. Jede einzelne kleine Wildfrucht muss mit den Händen von den Stielen gezupft werden. In Niederösterreich sagt man "rebeln" oder "oröwen" dazu. Freunde und Nachbarn sind herzlich eingeladen, dabei zu helfen - es können lange Abende werden.

Danach

Wilde Dynastien 11:10

Wilde Dynastien: Erdmännchen

Tiere

Die Makgadikgadi-Salzpfannen in Botsuana verdanken ihren Beinamen "das große Nichts" dem Umstand, dass sie völlig vegetationslos sind. Nur am Rand der immensen Salzwüste wächst dürres Gras. Die Temperatur kann hier bis auf 50 Grad Celsius ansteigen, und Regen fällt mehrere Monate lang nicht. In dieser trockenen Landschaft sind die Erdmännchen beheimatet. In ihren Kolonien hat immer ein dominantes Weibchen das Sagen. Die mächtigsten unter ihnen herrschen mitunter über 30 Tiere und vererben ihr Revier ihrem weiblichen Nachwuchs. Eine junge "Erdmännchenkönigin" lernt gerade, ihre aus zwei weiteren Weibchen, drei Männchen und sieben Jungen bestehende Gruppe zu führen. Dabei darf ihr kein Fehler unterlaufen, denn die Trockenzeit ist diesmal besonders intensiv und die Nahrung wird knapp. Um in einer so unwirtlichen Natur überleben zu können, ist sie auf die Unterstützung der ganzen Kolonie angewiesen. Doch die Gruppe ist klein und den Mitgliedern fehlt es an Erfahrung. Sie müssen erst noch lernen, Rivalen und Raubtieren, aber auch verheerenden Sandstürmen zu trotzen.

Wilde Dynastien 11:55

Wilde Dynastien: Pumas

Tiere

Patagonien, Südamerika: Um ihre vier Jungen aufzuziehen, muss sich eine Pumamutter gegen Rivalen behaupten, mit Guanakos anlegen, die fast dreimal so groß sind wie sie, und dem rauen Gebirgsklima trotzen. Sie muss ihren bislang größten Wurf schützen, den Kleinen aber gleichzeitig möglichst viele Fähigkeiten vermitteln, die sie zum Überleben brauchen. Außerdem muss sie den Männchen entkommen, die sich mit ihr paaren wollen, für ihren Nachwuchs aber eine tödliche Gefahr darstellen. Zudem macht ein anderes Pumaweibchen ihr das Revier streitig. Die in über zweijähriger Drehzeit entstandene Folge lässt die Schönheit und Härte eines Pumalebens aus nächster Nähe miterleben.

Wilde Dynastien 12:40

Wilde Dynastien: Elefanten

Tiere

Der Amboseli-Nationalpark in Kenia ist die Heimat einer Elefantenfamilie, die seit dem Tod ihrer erfahrenen Matriarchin in Schwierigkeiten ist - in den vergangenen fünf Jahren sind zehn Elefantenbabys gestorben. Ohne eine starke Anführerin, die der Herde hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen, und sie zusammenhält, um die Sicherheit der Babys zu gewährleisten, ist diese Dynastie gefährdet. Ein trächtiges junges Weibchen zeigt immer mehr Selbstvertrauen und die Fähigkeit, andere zu beschützen. Bald bringt sie ihr erstes Elefantenbaby zur Welt und dann ein zweites, was bei dieser Tierart sehr selten vorkommt. Damit die Zwillinge eine Überlebenschance haben, muss die ganze Herde während der ersten und gefährlichsten zwölf Lebensmonate gemeinsam für ihre Sicherheit Sorge tragen. Diese Folge, deren Dreharbeiten sich über 350 Tage erstreckten und bei denen Teleobjektivkameras, Hubschrauber und Drohnen zum Einsatz kamen, vermittelt tiefe Einblicke in das Leben dieser Elefantenherde, die mit Intelligenz und Solidarität für ihr Überleben kämpft.

Gas-Oil 13:25

Gas-Oil

Kriminalfilm

Der Lastwagenfahrer Jean Chape gerät durch einen Hinterhalt in die unangenehme Gesellschaft einiger Gangster, die in seinem Lkw etwas vermuten, was ihnen gehört - ein Klassiker des Film Noir mit Jean Gabin. Regie: Gilles Grangier. Der Lastwagenfahrer Jean Chape bricht am frühen Morgen von Paris auf, um sich nachts wieder einmal auf den Weg zu machen. Doch die Fahrt verläuft anders als gedacht: Es regnet stark, und Jean spürt plötzlich etwas unter den Reifen seines Lkws. Hat er etwa jemanden überfahren? Chape informiert die Polizei, deren Untersuchungen ergeben, dass das Opfer ein Gangster war - der bereits tot war, als Chape ihn mit seinem Lkw überrollte. Als hätte Chape nicht schon genug Schrecken erlebt, wird er nun auf dem Heimweg in die Auvergne plötzlich von einem mysteriösen Auto verfolgt. Denn die Komplizen des toten Gauners glauben, dass ihr Diebesgut in Chapes Lkw versteckt ist. In seiner Not ruft der bedrohte Lastwagenfahrer seine Fernfahrer-Kollegen zu Hilfe ...

Söhne der Sonne 15:00

Söhne der Sonne: Die Maya

Dokumentation

Unter dem Blätterdach des Regenwaldes verbergen sich die Überreste der untergangenen Maya-Stadt El Mirador. Moderne Lasertechnik bringt heute ihre gigantischen Ausmaße ans Licht: Tempel, Paläste, Verteidigungsanlagen, Tiergehege und ein engmaschiges Straßennetz. Über 250.000 Menschen lebten hier einst, eine weitere Million im Umland. Die Versorgung so vieler Menschen stellte die Maya vor große Herausforderungen. So züchteten sie aus einem unscheinbaren Wildgras ihr rasch wachsendes, nährstoffreiches Grundnahrungsmittel: den Mais - noch heute eines der am häufigsten angebauten Getreide der Welt. Tomaten, Kakao, Schotenfrüchte - die Liste ihrer Domestizierungsleistungen ist lang. Streng hierarchisch war ihre Gesellschaft gegliedert. Gottkönige vermittelten ihren Untertanen göttliche Unterstützung und Sicherheit. Im Gegenzug stellte ihnen das Volk seine Arbeitskraft zur Verfügung. Durch Rituale und Blutopfer suchten die Maya das Gehör der Götter. Und: Könige mussten mit gutem Beispiel vorangehen. Die Maya gehören zu den Hochkulturen, die eine Schrift entwickelten. Die Herrscher besaßen riesige Bibliotheken, doch die Spanier ließen ihre Faltbücher nach der Eroberung als Teufelswerk verbrennen. Sie rechneten sogar mit der Null, die damals weder Römer noch Griechen kannten. Ihre Astronomen bestimmten den Lauf der Sterne exakt und sagten Kometen, Sonnen- und Mondfinsternisse präzise vorher. Nur mit bloßem Auge. Raubbau an der Natur und Kriege zwischen den Stadtstaaten setzten dieser Kultur ein Ende. Die Maya unterschätzten, wie fragil ihre Lebensbedingungen waren.

Söhne der Sonne 15:50

Söhne der Sonne: Die Inka

Dokumentation

Sie sind ein kleines Andenvolk. Und doch gelingt es ihnen, in wenigen Jahrzehnten das größte Imperium der damaligen Welt zu werden. Die Inka herrschten über mehr als 200 Völker mit etwa zehn Millionen Menschen, bis die Ankunft spanischer Konquistadoren alles veränderte. Von einem sagenhaften Goldland ist damals im fernen Europa die Rede. Das weckt fatale Gier, auch bei Francisco Pizarro. Gold - das sind die "Tränen der Sonne". So sehen es die Inka. Das glänzende Edelmetall hatte für sie ausschließlich spirituellen Wert, keinen materiellen. Der Tempel der Sonne zu Cuzco war damit ausgekleidet. Eine Aura des Rätselhaften umgibt dieses Volk bis heute. Sie kannten weder Eisen, Rad noch Geld, verfügten über keine Schrift. Schriftliche Zeugnisse ihrer Kultur und Geschichte entstehen erst mit den spanischen Eroberern. Ihren Göttern opfern die Inka auch Menschen - bevorzugt Kinder. In 7.000 Meter Höhe finden Forscher 1999 auf dem Gipfel des heiligen Berges Llullaillaco Opferstätten und die Mumien dreier Kinder, die im Capacocha-Ritual geopfert wurden. Für die Inka waren es Auserwählte, die selbst zu Göttern wurden. Mit modernen Untersuchungsmethoden lassen sich heute die letzten Monate dieser Kinder rekonstruieren. Vor allem in der Endphase des Inkareichs war es zu vielen Opfern gekommen. Bislang unbekannte Seuchen wie Pocken, Masern und Grippe töteten selbst den als gottgleich verehrten Herrscher und entvölkerten ganze Landstriche. Hinzu kamen Thronstreitigkeiten. Der Niedergang des Inkareichs hatte viele Ursachen.

Söhne der Sonne 16:45

Söhne der Sonne: Die Azteken

Dokumentation

Als blutrünstige Gewaltherrscher, die ihren Göttern mit grausamen Menschenopfern huldigten - so wurden die Azteken lange gesehen. Doch wer waren sie wirklich? Auf einer Insel in einem Salzsee Mexikos gelang den Nomadenkriegern, was vor ihnen keine der dort ansässigen Kulturen geschafft hatte: Sie errichteten eine der größten Städte der damaligen Welt, die Hauptstadt ihres Reichs: Tenochtitlan. Und sie schwangen sich auf zur Supermacht Mittelamerikas. Alles im Aztekenreich war perfekt geregelt: Auf den Märkten sorgten Aufseher für Ordnung, erhoben Steuern und stellten sicher, dass kein Verkäufer seine Kunden betrog. Öffentliche Gerichte behandelten Adlige und Bürger nach gleichem Recht. Die Schulen standen Jungen und Mädchen aus allen sozialen Schichten offen. Anders als im damaligen Europa achteten die Azteken auf Sauberkeit. Es gab ein Toilettensystem, eine Müllabfuhr und Reinigungskräfte, die täglich die Straßen fegten. In blutigen Feldzügen dehnten die Azteken ihr Reich immer weiter aus. Von den Verlierern forderten sie hohe Tribute in Form von Nahrungsmitteln, Waren und Sklaven - viele von ihnen endeten als Blutopfer auf den Altären der Aztekenpriester. Beim Templo Mayor machten Archäologen 2015 eine schockierende Entdeckung: Menschenschädel! Sie waren Teil eines riesigen Holzgerüsts, auf dem die Azteken die Schädel zur Schau stellten, nachdem sie den Opfern bei lebendigem Leib das Herz herausgerissen hatten. Die Spanier unter Hernán Cortés fanden daher schnell einheimische Verbündete gegen die Azteken, deren Herrscher Moctezuma sie rasch stürzten ...

ARTE Reportage 17:40

ARTE Reportage: Afghanistan / Libanon

Dokumentation

Aktuelle europäische und internationale politische Themen und Herausforderungen, ergänzt durch historische Erläuterungen und geopolitische Analysen. "ARTE Reportage" berichtet über die Fakten und die menschlichen Verhältnisse, die sich hinter diesen Fakten verbergen.

Die wilden Pferde der Doñana 18:35

Die wilden Pferde der Doñana

Tiere

Beim diesjährigen Auszug der Marismeño-Stuten aus dem Nationalpark de Doñana begleitet ARTE die Reiterin Carmen Reales Ramos und ihre zehnjährige Cousine Silvia, die das erste Mal bei diesem Spektakel mitreiten wird. Das Unesco-Weltnaturerbe Parque Nacional de Doñana erstreckt sich auf über 500 Quadratkilometern an der Costa de la Luz. In den Tagen vor der eigentlichen Saca de las Yeguas müssen über 200 Helfer in diesem riesigen Areal zunächst die Marismeño-Herden finden. In manchen Jahren stoßen sie binnen eines Tages auf die Pferde, in anderen brauchen sie drei Tage dafür. Dreckverkrustete Stiefel und Steigbügel gehören dazu: Der Guadalquivir und seine Nebenflüsse schaffen durch regelmäßige Überschwemmungen ein riesiges Feuchtgebiet. Darin grasen die Sumpfpferde gerne. Die Marismeños gehören zu den ältesten Rassen der Welt und gelten als Vorfahren der Mustangs: Die frühen Eroberer brachten die robusten Tiere auf den amerikanischen Kontinent, wo Pferde bis dahin unbekannt waren. Die Dokumentation "Die wilden Pferde der Doñana" nimmt die Zuschauer und Zuschauerinnen mit auf eines der letzten großen Abenteuer in Europa.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.

Tracks East 19:40

Tracks East: Indien, zwischen Aufschwung und Fanatismus

Reportagereihe

In Indiens Metropolen wird der Aufschwung sichtbar: Malls und Bürotürme schießen empor, internationale Konzerne siedeln sich an, die Mittelklasse wächst. Doch die Gegensätze bleiben extrem: Gated Communities und Slums liegen oft nur wenige Meter auseinander. Sudheer Rajbhar kennt sich in beiden Welten aus: Mit seinem Label Chamar Studio stellt er bei der Art Miami und der Fashion Week in Delhi aus. Produziert werden seine angesagten Taschen in Dharavi, dem größten Slum Indiens. Hier hat Sudheer Rajbhar selbst lange gelebt. Er ist Dalit, gehört also der untersten Kaste in Indien an und hat es trotzdem nach oben geschafft. Modi ruft immer wieder zu einem Ende der Kasten-Diskriminierung auf. Gleichzeitig propagieren der Premier und seine Partei BJP die Idee eines Hindu-Nationalstaats. Muslime werden häufig verunglimpft. Über Bollywood-Filme und Popmusik sickert die Ideologie in die breite Gesellschaft. Der Sänger Prem Krishnavanshi macht Hindutva-Pop: Er verwandelt anti-muslimischen Hass in überdrehte Popsongs. Doch gegen die Diskriminierung, die auch immer wieder in Gewalt mündet, regt sich Widerstand. Die Rapperin Saniya MQ nutzt Musik und Poesie, um zu protestieren. Die muslimische Aktivistin Afreen Fatima musste erleben, wie das Haus ihrer Familie von Bulldozern plattgemacht wurde - sie vermutet dahinter eine Strafe für das politische Engagement ihres Vaters. Die Stimmen der beiden jungen Frauen erzählen vom Kampf um Gleichberechtigung.

Habsburg gegen Hohenzollern 20:15

Habsburg gegen Hohenzollern: Die Schlacht bei Königgrätz

Dokudrama

Wer hat unter den deutschsprachigen Ländern das Sagen? Um diese Frage führen Habsburger und Hohenzollern im Sommer 1866 Krieg. Beim böhmischen Königgrätz wird er am 3. Juli 1866 entschieden. In einer der größten Feldschlachten der Geschichte besiegt der Herausforderer Preußen überraschend den Platzhirsch Österreich. Die Niederlage beendet die habsburgische Dominanz in Mitteleuropa, ebnet den Weg zu einem geeinten deutschen Nationalstaat und schürt die Rivalität zwischen Frankreich und Deutschland. Fazit: Der Weg zu beiden Weltkriegen beginnt bei Königgrätz. Das überlegene Zündnadelgewehr, die Rolle der Eisenbahn, das Genie des preußischen Generalstabschef Moltke: Das Dokudrama "Habsburg gegen Hohenzollern - Die Schlacht bei Königgrätz" räumt mit alten Mythen auf. Persönliche Aufzeichnungen eröffnen zudem neue Perspektiven auf diesen "Bruderkrieg": Tatsächlich ziehen die preußischen Brüder Heinrich und Karl von Gablenz gegen ihren jüngsten Bruder in die Schlacht. Er kämpft auf der Seite Österreichs - ebenso wie der Ehemann ihrer Schwester Antonie. Der Infanterist Ladislav Prokop indes kämpft in seiner böhmischen Heimat ums Überleben. Deren Verwüstung durch Kanonen und Cholera erlebt auch der Bauernsohn Josef Volf aus nächster Nähe mit. Er wird später zum wichtigsten Chronisten der Schlacht bei Königgrätz, deren Folgen bis weit ins 20. Jahrhundert nachhallen.

Der Dresdner Zwinger 21:40

Der Dresdner Zwinger: Sachsens Pracht und Prunk

Dokumentation

Dresden, auch "Elbflorenz" genannt, zählt zu den schönsten Kunst- und Kulturmetropolen Europas. Prachtvolle Schlösser und Palais entlang der Elbe, die Schätze des Grünen Gewölbes und die Gemäldegalerie mit der "Sixtinischen Madonna" prägen das Bild der Stadt. Sachsens schillernder Herrscher August der Starke wollte aus seiner Residenz eine barocke Perle machen und damit seinen Herrschaftsanspruch unterstreichen. Versailles und Frankreichs Sonnenkönig waren dabei sein großes Vorbild. Der Zwinger mit seinen "tanzenden" Sandsteinfassaden und versteckten Wasserspielen ist das Herzstück des barocken Dresden. Angelegt als Garten für kostspielige Orangenbäume und genutzt als Festplatz für eine Fürstenhochzeit, die den Anspruch auf den Kaiserthron anmelden sollte, lässt uns der Dresdner Zwinger heute in eine Epoche blicken, in der Prunk und Verschwendung zur Repräsentationspflicht eines Fürsten gehörten. Als es August dem Starken 1719 gelingt, seinen Sohn mit einer österreichischen Kaisertochter zu verheiraten, feiert der europäische Hochadel im Zwinger eines der glänzendsten Feste der Barockzeit - mit Reiterspielen, Kostümfest und riesigem Festmahl. Der Zwinger wird zum Startschuss für eine Stadt, die ein Gesamtkunstwerk werden sollte: die Frauenkirche mit ihrer Kuppel, die majestätische Hofkirche, ein einmaliges Areal imposanter Bauten, das in jedem Jahr Millionen Besucherinnen und Besucher in die Stadt an der Elbe lockt.

Langeweile - Das unerforschte Gefühl 23:15

Langeweile - Das unerforschte Gefühl

Dokumentation

In einer Welt, die auf Produktivität, Tempo und permanente Reize setzt, scheint für Langeweile kaum noch Platz zu sein. Das Smartphone bietet ständige Ablenkung - perfekt, um das unangenehme Gefühl von Langeweile zu vermeiden. Doch was ist Langeweile eigentlich - und warum empfinden wir sie? Denn obwohl sie jeder kennt, nimmt sie kaum jemand ernst. Forschende weltweit arbeiten daran, Langeweile besser zu verstehen. Denn hinter der lästigen Leere steckt viel mehr als die meisten vermuten. Die Dokumentation zeigt auf unterhaltsame Weise, warum Langeweile nicht nur unangenehm ist, sondern auch hilfreich sein kann. Sie motiviert uns, Auswege aus öden Situationen zu finden und kann Kreativität fördern. Im Kindesalter ist sie zudem ein wichtiger Baustein, um den Umgang mit den eigenen Emotionen zu lernen. Doch Forschende warnen davor, Langeweile zu idealisieren. Wird sie zum Dauerzustand, kann sie zu Krankheiten wie Alkoholismus, Internet- und Spielsucht beitragen. Langeweile kennt jeder - und doch empfindet sie jeder anders: Ist sie qualvolle Leere oder Motor der Kreativität? Nervöse Rastlosigkeit oder entspannte Ruhe? Forschende aus Psychologie, Neurowissenschaft und Philosophie gehen in spannenden Experimenten dem rätselhaften Gefühl auf den Grund: Warum ist Langeweile für einige Menschen erträglicher als für andere? Wie viel Langeweile tut noch gut und was passiert eigentlich im Gehirn, wenn nichts passiert? Spoiler: eine ganze Menge.