04:30
Im Kurzprogramm messen sich vielerlei Tiere in den klassischen Sportarten. In dieser Folge: Ein Elefantenjunge erkundet die Stadt auf seinem Skateboard und schließt dabei Freundschaft mit einem Giraffenbaby. Gemeinsam erfinden sie eine neue, spielerische Art der Mobilität - eine wilde Fahrt durch urbane Landschaften.
05:10
Zwischen Krems und Melk, wo sich die Donau durch eine der schönsten Landschaften Österreichs windet, liegt eine Region, die atemberaubende Kulturlandschaft mit unberührter Natur in einzigartiger Weise verbindet: Hier, in der Wachau, zwischen steilen Terrassenhängen und den sanften Wellen des Flusses, entfaltet sich ein wahres Paradies für Obst- und Weinbau, das schon vor mehr als 2000 Jahren von den Römern geschätzt und geprägt wurde. Besonders die Marille, das Markenzeichen der Region, gedeiht hier unter den besten Bedingungen. Wenn sich der Winternebel lichtet, erwachen die Obstgärten der Wachau. Die ersten Marillenbäume beginnen zu blühen und kündigen den Frühling mit einem farbenfrohen Blütenmeer an. In den darauffolgenden Monaten verwandelt sich die Region in ein wahres Obstparadies. Doch auch die Wachau steht vor Herausforderungen. Steigenden Temperaturen lassen die Bäume früher aus dem Winterschlaf erwachen - was die zarten Blüten anfällig für Spätfröste macht und so die Ernte beeinflusst. Die Bauern der Region setzen daher immer häufiger auf nachhaltige und innovative Methoden, um die Qualität ihrer Produkte zu bewahren. Der Klimawandel hat jedoch auch neue Arten in die Region geführt. Der Film zeigt, wie sich die Region mit ihren Marillenhainen im Rhythmus der Jahreszeiten verändert: Vom Rückschnitt der Bäume im Winter über die üppige Blüte im Frühling bis zur Ernte der Früchte im Sommer bekommt der Zuschauer eindrucksvolle Einblicke in das Zusammenspiel von Natur und Tradition in einer der faszinierendsten Regionen Österreichs.
06:00
Im Yukon und den daran angrenzenden Territorien leben an die 15.000 Wölfe - etwa ein Drittel aller Wölfe Kanadas. Allerdings sind die Tiere nicht nur zahlreich, sondern auch so gut wie unsichtbar. Und doch sind sie bedeutende Akteure einer lebendigen Biodiversität: Ein funktionierendes Ökosystem benötigt Beutegreifer am oberen Ende der Nahrungskette. Am Anfang der Initiative "Yellowstone to Yukon" stand ein Wolf. GPS-Daten belegen, dass Wölfe mehrere tausend Kilometer zurücklegen können. Damit verschieben die Tiere die Grenzen einer Naturschutzpolitik, die sich auf Nationalparks beschränkt. Außerhalb der Nationalparkgrenzen erlernen Mensch und Wolf in den Weiten des Yukon eine friedliche Koexistenz. Im Yukon-Territorium werden Wölfe mit GPS-Sendern ausgestattet. Trapper, die früher Handel mit Pelzen trieben, erweisen sich heute als ortskundige Helfer für die Forschenden. Nördlich des Polarkreises leben im Dorf Old Crow die Vuntut Gwitchin. Sie gehören zu den 13 First Nations des Yukon und bewohnen die äußerste Grenze der Region. Bis vor kurzem zog an Old Crow eine große Herde Karibus vorbei. Die Rentiere waren einst der wichtigste Nahrungslieferant für die Vuntut Gwitchin. Seit einigen Jahren gibt es in der Gegend allerdings immer weniger Karibus, dafür aber immer mehr Wölfe. Die Vuntut Gwitchin gaben den Wölfen die Schuld am Verschwinden der Karibus. Wissenschaftliche Untersuchungen vor Ort haben jedoch gezeigt, dass der Klimawandel für diese Veränderung verantwortlich ist. Um ihre vom Klimawandel betroffenen Jagdgebiete zu erhalten, haben sie mit drei weiteren First Nations einen Schutzstatus für das benachbarte Einzugsgebiet des Peel River erwirkt. Mit ihren diversen Höhenlagen bietet diese Gegend auch in Zeiten des Klimawandels einen Schutz für Rentiere und Wölfe.
06:50
Québecer Süßwasserforelle mit nordischen Waldaromen / Ein Biss'chen Heimat: Etienne, ein Kanadier in Paris / Ran an die Töpfe!
07:20
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Argentinien: Annemarie Heinrichs revolutionäre Porträts / Paris: Das Bistro, ein typisches Pariser Lokal / Madeira: Makkaroni-Ragout von Émilia / Togo: Der Ruf der Kälte
08:05
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Türkei: Özge Samanci zeichnet ihre Kindheit / Madrid: Wohnungsnot im Spielfilmformat / Panama: Manuels frittierter Fisch / USA: Der schwarze König des Rings
08:55
Wer hat unter den deutschsprachigen Ländern das Sagen? Um diese Frage führen Habsburger und Hohenzollern im Sommer 1866 Krieg. Beim böhmischen Königgrätz wird er am 3. Juli 1866 entschieden. In einer der größten Feldschlachten der Geschichte besiegt der Herausforderer Preußen überraschend den Platzhirsch Österreich. Die Niederlage beendet die habsburgische Dominanz in Mitteleuropa, ebnet den Weg zu einem geeinten deutschen Nationalstaat und schürt die Rivalität zwischen Frankreich und Deutschland. Fazit: Der Weg zu beiden Weltkriegen beginnt bei Königgrätz. Das überlegene Zündnadelgewehr, die Rolle der Eisenbahn, das Genie des preußischen Generalstabschef Moltke: Das Dokudrama "Habsburg gegen Hohenzollern - Die Schlacht bei Königgrätz" räumt mit alten Mythen auf. Persönliche Aufzeichnungen eröffnen zudem neue Perspektiven auf diesen "Bruderkrieg": Tatsächlich ziehen die preußischen Brüder Heinrich und Karl von Gablenz gegen ihren jüngsten Bruder in die Schlacht. Er kämpft auf der Seite Österreichs - ebenso wie der Ehemann ihrer Schwester Antonie. Der Infanterist Ladislav Prokop indes kämpft in seiner böhmischen Heimat ums Überleben. Deren Verwüstung durch Kanonen und Cholera erlebt auch der Bauernsohn Josef Volf aus nächster Nähe mit. Er wird später zum wichtigsten Chronisten der Schlacht bei Königgrätz, deren Folgen bis weit ins 20. Jahrhundert nachhallen.
10:20
September 1822: Prinz Pedro I. und seine Gemahlin Leopoldina rufen das brasilianische Kaiserreich aus. Ein wagemutiger Schritt, der die Mächtigen in der europäischen Politik überrascht und verärgert. Hätte ihn das Herrscherpaar nicht gesetzt, würde es Brasilien in seiner jetzigen Form nicht geben - die Region wäre in Teilrepubliken zerfallen, zerrissen in einem Zweifrontenkrieg gegen Feinde in der südamerikanischen Nachbarschaft und auf dem europäischen Kontinent. Die treibende Kraft hinter diesem Entschluss war jedoch weniger der spätere Kaiser Pedro I. von Brasilien aus dem Hause Braganza als seine Habsburger Gemahlin Leopoldina. Aufgewachsen in der behüteten Atmosphäre des Wiener Hofs kommt sie in die wild-exotische Welt Brasiliens. Ihre Ehe mit Dom Pedro verläuft anfangs glücklich, als sich Pedro jedoch von einer Reise eine Mätresse mitbringt, kommt es immer häufiger zu Konflikten zwischen ihm und Leopoldina. Leopoldina stirbt früh, ihr Mann wird zur Abdankung zugunsten seines Sohnes Pedro II. gezwungen. Unter ihm sollte Brasilien noch einige Jahrzehnte ein Kaiserreich bleiben, bis die Abschaffung der Sklaverei zu einer Revolution der Großgrundbesitzer gegen die Braganza führt. Die Spurensuche Pedros II. in Wien bildet den Rahmen für die Erzählung der Lebensgeschichte seiner Mutter, die eng verknüpft ist mit der Geschichte der Unabhängigkeit ihrer zweiten Heimat Brasilien, wo sie noch heute als Volksheldin verehrt wird.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
Ivorischer Maniok-Couscous: Attiéké / Ein Biss'chen Heimat: Deca, eine Ivorerin in Frankreich / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen In dieser Folge: Das zornige Indien von Ananda Devi / Voodoo in Benin: Am Anfang war das Fâ / Brasilien: Bananenkekse von Adal / Slowenien: Ein kaiserlicher Betrug
13:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Bretagne: Joseph Ponthus und die Poesie des Proletariats / Japan: Die Kunst der Zimmerleute / Montenegro: Sanelas Drachenkuchen / Dänemark: Die Schiffbrüchigen aus dem KZ Stutthof
14:00
Kommissar Alexander Forsman und sein Team werden mit einem neuen Mord konfrontiert: Die berühmte Krimiautorin Birgitta wird tot in ihrem Haus aufgefunden - vergiftet. Die einzigen Anwesenden zum Zeitpunkt ihres Todes waren ihre vier Jugendfreundinnen und ihr Assistent Tony. Birgitta hatte die Frauen wohl seit vielen Jahren nicht mehr gesehen und nun eingeladen, um ihnen ihre Autobiografie vorzustellen. Offenbar plante sie in dem Buch eine schonungslose Abrechnung mit den vier Freundinnen, die sie während der Schulzeit gemein gemobbt hatten. Das Ermittlerteam, darunter die neue Kollegin Emma, muss nun herausfinden, wer von den Gästen der Mörder ist. Unterdessen muss sich Nora dieses Mal aus den Ermittlungen heraushalten: Ihre Ex-Schwiegermutter Monica ist unter den Verdächtigen. Da sie persönlich betroffen ist, gibt sie den Fall an ihren Kollegen Pär ab. Im Laufe der Ermittlungen wird klar, dass sich in dem Manuskript der Autobiografie mehr verbirgt als auf den ersten Blick angenommen, und Nora entdeckt etwas in Monicas Wohnung, das sie weiter in den Fall hineinzieht. Während die Ermittler immer tiefer in die Geheimnisse der vier Frauen eindringen, muss sich Alexander mit seiner Schmerzmittelsucht auseinandersetzen: Er gerät in den Fokus einer internen Ermittlerin, da immer wieder Medikamente aus der Asservatenkammer verschwinden. Und auch Nora, die unter seiner Distanziertheit leidet, versucht herauszufinden, was mit ihm los ist. Der Druck wächst, und Alexander muss sich nicht nur als Ermittler, sondern auch als Mensch beweisen.
15:50
In Indien liegt der Katamaran "Nomades des Mers" erstmal für längere Zeit vor Anker. Corentin und Pierre-Alain besuchen Auroville, eine experimentelle Stadt, die Mirra Alfassa einst gründete. "Ich wollte eine Stadt bauen, in der alle Menschen ungeachtet ihrer Religion und Herkunft in Frieden und Harmonie leben", sagte die gebürtige Französin, die hier überall nur "die Mutter" genannt wird. 50 Jahre nach ihrer Einweihung im Jahr 1968 wohnen in der Projektstadt Auroville rund 2.500 Menschen tatsächlich sehr harmonisch zusammen. Lowtech wurde in Auroville schon immer großgeschrieben, denn die Menschen setzen auf einfache technische Lösungen, die sie ständig weiterentwickeln. Seit 50 Jahren erfinden sie deshalb ständig neue Lowtech-Tools. Corentin ist begeistert, denn er ist überzeugt, dass darin die Zukunft liegt - für jeden Einzelnen und als Massenprodukt. Hier will die Crew lernen, wie man einen gut funktionierenden Kocher baut. Auf der Reise war das Kochen fast überall ein zentrales Problem. Da traditionelle Brennstoffe knapp werden, brauchen die Menschen dringend eine alternative Lowtech-Lösung. Konkret: einen simplen, sparsamen Kocher, der keinen giftigen Rauch produziert. Corentin und Pierre-Alain sind von der Sonne als Energiequelle sehr angetan. Eine Solarschüssel ist auf dem Boot nicht sinnvoll, aber ein Solarherd lässt sich vielleicht verwirklichen ...
16:20
In Nordamerika leben immer weniger Grizzlys immer weiter voneinander entfernt. Die riesigen Bären müssen weit wandern, um Partner zur Fortpflanzung zu finden. Die Rocky Mountains sind heute von Highways durchzogen, die für die Tiere lebensbedrohlich sind. Die Wanderwege der Grizzlys führten durch offene Täler zwischen Wäldern und Berghängen, in denen inzwischen Städte und landwirtschaftliche Betriebe angesiedelt sind. In einer kleinen Region an der Grenze zwischen den USA und Kanada haben Naturschützer neue Verbindungswege für die Bären geschaffen. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Daten erstellen die Forschenden Korridore für die Tiere. Diese Korridore bieten nicht nur den Grizzlys Vorteile, sondern auch anderen gefährdeten Tierarten. Dafür spüren die Forschenden Bäume auf, an denen sich die Grizzlys reiben. Diese Bäume sind für die Bären wie soziale Netzwerke: An ihnen hinterlassen sie ihren Geruch und signalisieren Artgenossen ihre Anwesenheit. Die Forschenden statten die Bären mit GPS-Sendern aus, um deren bevorzugte Wege nachzuverfolgen und Gebiete auszumachen, in denen die Gefahr eines Zusammentreffens mit dem Menschen besteht. NGOs richten Fortbildungen für Landwirte aus, um für eine friedliche Koexistenz zwischen Bären und Menschen zu sorgen. Gemeinsam mit den Betrieben entwickeln sie Schutzmaßnahmen. Die Forschenden unterstützen eine kanadische First Nation in ihrem Kampf für den Erhalt einer Region, die für die Geschichte ihres Volks und für den Grizzly von großer Bedeutung ist. Alle Akteure dieser Schutzaktionen ernten mittlerweile die Früchte ihrer Arbeit und dürfen beobachten, wie sich kleine, vom Aussterben bedrohte Grizzly-Populationen wieder vereinen.
17:05
Der Amerikanische Bison stand einst kurz vor seiner Ausrottung. Vor der Ankunft der Europäer wanderten zwischen 40 und 100 Millionen Bisons durch den Westen der heutigen USA. Ende des 19. Jahrhunderts gab es kaum mehr als 300 Exemplare, 23 von ihnen lebten im damals neu gegründeten Yellowstone Nationalpark. Die zotteligen Riesen wurden aber nicht nur wegen ihres Fells so gut wie ausgerottet, sondern auch, um indigene Stämme zu schwächen: Der Bison bildete ihre Lebensgrundlage. Yellowstone war einer der ersten Nationalparks der Welt. Mit den Schutzmaßnahmen für die Bisons wurden hier wohl zum ersten Mal Maßnahmen zum Erhalt eines Wildtiers in seiner angestammten Umgebung getroffen. Regelmäßige Zählungen ergeben, dass mittlerweile allein im Yellowstone Nationalpark beinahe 6.000 Bisons leben. Das grenzt an eine Überpopulation, die das biologische Gleichgewicht im Park gefährden würde. Was soll mit überzähligen Tieren geschehen? Forschende haben Programme zur Wiederansiedlung der Bisons in weiteren Regionen entwickelt, in denen die Tiere früher lebten. Native Americans wollen die Bisons wieder auf ihrem Land ansiedeln. Für sie war das Tier schon immer ein zentraler Bestandteil ihrer Kultur. Mit den Programmen zur Wiederansiedlung können sie an ihre lange Geschichte anknüpfen. Die Dokumentation begleitet einen Transfer von Bisons in das Reservat der Blackfeet. Die Rückkehr der Tiere ist für sie sowohl in kultureller als auch in ökologischer Hinsicht ein Gewinn: Der Bison zählt zu den wichtigsten Gestaltern der Natur, erst durch seine Präsenz können andere Tier- und Pflanzenarten gedeihen.
17:50
Im zentralchinesischen Naturschutzgebiet Shennongjia, einem großen Waldgebiet in der Bergregion Hubei, ist eine seltene Primatenart heimisch: die der Goldstumpfnasen. Sie ist vom Aussterben bedroht, die Anzahl der Tiere beläuft sich heute auf etwa 1.500 - damit hat sich die Population in den vergangenen 20 Jahren immerhin verdreifacht. Die Goldstumpfnasen leben in Gruppen. Jede Gruppe besteht aus mehreren Familien, die von Männchen angeführt werden. Trotz der streng hierarchischen Ordnung konkurrieren die Familien um Nahrung und Partner und streiten um geltendes Gesetz. Die Affengruppen im Naturschutzgebiet Shennongjia setzen sich aus je acht Familienstämmen zusammen, von denen eine ausschließlich aus Männchen besteht. Die Dokumentation begleitet zwei dieser Gruppen über einen Zeitraum von einem Jahr: zum einen die mächtige Familie, die von Big Red angeführt wird, zum anderen die Familie von Blue, einem ehrgeizigen jungen Männchen, das in der Hierarchie aufzusteigen hofft. Auf den ersten Blick scheint die Gesellschaft der Goldstumpfnasen von den Männchen dominiert, aber tatsächlich nehmen die Weibchen entscheidend Einfluss. Sie spielen eine Schlüsselrolle bei Fragen der Partnerschaft, der Machtverhältnisse und der Familienzusammensetzung und sind somit an der Entwicklung der Gemeinschaft aktiv beteiligt. Obwohl die Wissenschaft die kleinen Primaten seit über 20 Jahren beobachtet, sind einige ihrer Verhaltensweisen noch immer unerforscht - was die Arbeit der Dokumentarfilmer umso spannender machte.
18:30
In den Tälern der Provinz Qinghai beginnt im Winter die Paarungszeit der Tschirus, einer im Hochland von Tibet heimischen Antilopenart, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten der Weltnaturschutzunion IUCN stehen. Die Männchen umwerben so viele Weibchen wie möglich und liefern sich dabei einen brutalen Kampf. Im Frühjahr versammeln sich Tausende trächtige Weibchen, um zu einer gefährlichen Wanderung an den Ort aufzubrechen, an dem sie ihre Jungtiere zur Welt bringen. Der Weg führt durch ein Gebiet aus bewachsenen Berglandschaften, Steppen und etlichen Seen, das zum Weltnaturerbe gehört. Eine anstrengende, 400 Kilometer lange Reise, auf der es gilt, Feinden wie dem Tibetischen Wolf auszuweichen. Schließlich erreichen die Weibchen die Wiesen am Zhuonai-See auf rund 4.800 Metern Höhe. Dort gebären sie ihre Jungen. Sie trinken Milch und stecken voller Energie. Wenn der Sommer kommt, zeigt sich im Hochland von Tibet die unglaubliche Vielfalt an Arten, mit denen die Tschirus sich ihren Lebensraum teilen: die Pfeifhasen, die Tibetfüchse und die Himalaya-Murmeltiere. Auf dem "Dach Chinas" kann das Wetter auch im Sommer jeden Moment umschlagen. Binnen weniger Augenblicke braut sich buchstäblich aus heiterem Himmel ein Wintersturm zusammen. Wer keinen Unterschlupf findet, ist Hagel und Schnee ausgesetzt. Die Mütter dürfen ihre Jungen keine Sekunde aus den Augen lassen. Im Herbst bringen die Weibchen ihre Jungtiere zurück zu den gefrorenen Seen in den Tälern. Dort treffen sie auf die Männchen, junge wie alte, zur nächsten Paarungszeit.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen
19:40
Das Donaudelta, das sich über Rumänien und die Ukraine erstreckt, ist für seine wilde Schönheit bekannt. Mit dem Krieg in der Ukraine ist es zu einem geopolitischen Spannungsfeld geworden. Nur wenige Kilometer entfernt werden ukrainische Häfen bombardiert. Auch auf der rumänischen Seite hat der Konflikt die Wirtschaft, das soziale Gefüge, den Alltag der Menschen und ihre Beziehungen untereinander grundlegend verändert. Für die Bewohner ist das Delta Lebensgrundlage. Rumänische Fischer berichten davon, wie alte Traditionen seit dem Krieg mit Sicherheitsauflagen und den Anforderungen neuer Handelsrouten kollidieren. Die früher kaum befahrene Wasserader ist heute von strategischer Bedeutung: Auf ihr wird ukrainisches Exportgetreide transportiert. Der massive Frachtverkehr hat schwerwiegende Folgen für Mensch und Natur. Auch der Tourismus leidet. Das Delta, mit seiner einzigartigen Artenvielfalt eines der bemerkenswertesten Feuchtgebiete Europas, zog jedes Jahr zahlreiche Naturliebhaber an. Heute brechen die Buchungen ein. Die Nähe zum Krieg hält Besucher fern und schwächt die Wirtschaft, die weitgehend vom Fremdenverkehr abhängt. In der Dokumentation kommen auch die russischstämmigen Lipowaner zu Wort, eine Gemeinschaft orthodoxer Altgläubiger, die seit mehr als drei Jahrhunderten im Delta lebt und für die die aktuelle Lage neue Fragen in Bezug auf Sprache, Traditionen, Geschichte und Zugehörigkeit aufwirft.
20:15
Spannend und bildgewaltig erzählt die Dokumentation die Geschichte der Sachsen vom 4. bis ins 10. Jahrhundert: Vom Ursprung an der Nordseeküste, über Eroberungen in Britannien, brutalen Auseinandersetzungen mit den Franken, die Christianisierung bis zur Kaiserkrönung Ottos I. im Jahr 962. Dreh- und Angelpunkt ist dabei die Chronik des sächsischen Geschichtsschreibers Widukind von Corvey. Was darin ist historisch verifizierbar - und was ist Propaganda? Helfen sollen dabei moderne Funde und Methoden der Archäologie, weshalb sich die Filmemacher Bettina Wobst und Volker Schmidt-Sondermann auf eine Spurensuche in Deutschland, Dänemark, England und Frankreich begeben. Sie besuchen Ausgrabungsstellen früherer Siedlungen, erkunden Friedhöfe an Britanniens Küste und drehen in dendrologischen Laboren; sie treffen Archäologen, Genforscher, Historiker, aber auch Living-History-Darsteller - und zeichnen ein ganz neues Bild der frühen Sachsen.
21:45
Zwei Psychologinnen bereiten Manuela, genannt Manu, auf die Befragung wegen eines von ihr angezeigten sexuellen Missbrauchs vor. Ihre Freunde Pol, Steven und Roger werden ebenso befragt wie ihr Trainer Kevin, der den Vorfall zunächst für ein Gerücht gehalten und ihm wenig Bedeutung beigemessen hat. Zwei Wochen zuvor fährt die alleinerziehende Journalistin Júlia mit ihrem Sohn Roger zu einem Familientreffen anlässlich des 14. Geburtstags ihres Neffen Pol, mit dem sich Roger nicht besonders gut versteht. Júlias Bruder Martí ist Vorsitzender des Vereins Colla Castellera, der nach katalanischer Tradition Menschentürme baut. Bald ist die Familie versammelt, auch Pols Freunde Manu und Steven sind dabei. Unter der Oberfläche verbergen sich Disharmonien, die vor allem Júlia zu spüren bekommt. Während sie mit sich im Reinen ist, kriselt es zwischen Martí und seiner Frau Estel. Als am Morgen des Johannistags ein Mitglied der Castellers für den Turmbau fehlt, springt Roger ein. Am Abend feiert die ganze Stadt ausgelassen. Während Martí zeitig nach Hause geht, macht seine Frau Estel die Nacht zum Tage. Roger verbringt Zeit mit Pol, dessen Freunden Manu und Steven und älteren Jugendlichen, bevor sie gemeinsam bei Pol übernachten. Spät in der Nacht kehrt auch Estel heim.
22:30
Als Lucía in einer Diskussionsrunde von einer jungen Frau aus dem Verein Colla Castellera berichtet, die in der Johannisnacht unter Drogeneinfluss zu sexuellen Handlungen gezwungen wurde, läuft Manu davon. Obwohl der Vorfall ungeklärt ist, will Martí mit der Gruppe weitermachen. In Estel steigen Erinnerungen an einen lange zurückliegenden sexuellen Übergriff auf, die sie unterdrückt. Unterdessen entdeckt Júlia Nachrichten auf Rogers Handy, die ihn als Vergewaltiger darstellen. Roger streitet die Vorwürfe ab: Pol habe das alles erfunden, nachdem er als Homosexueller beschimpft wurde. Tatsächlich findet Estel homoerotische Inhalte auf Pols Handy, während Júlia auf Rogers Handy Fotos eines knapp bekleideten Mädchens findet. Sie beschließt daraufhin, am nächsten Morgen nach Hause zu fahren. Unterdessen brechen die Castellers auf. Erneut baut die Mannschaft den menschlichen Turm. Die oberste Ebene besteht aus Pol, Manu und Steven. Doch als die Abschlussfigur gebildet werden soll, gerät Manu aus dem Gleichgewicht und der Turm stürzt ein. Zur gleichen Zeit erleidet Martís Vater einen Herzinfarkt. Von ihrem Bruder informiert, kehrt Júlia um. Statt mit den anderen im Bus mitzufahren, nimmt Lucía den Zug. In einem Video wirft sie dem Verein Colla Castellera vor, nichts zu unternehmen: Drei Mitglieder waren an einem sexuellen Übergriff beteiligt, doch die Tat bleibt folgenlos, da es sich um den Sohn des Vorsitzenden, einen Cousin und einen Freund von ihm handelt. Lucía nennt ihre Namen: Pol, Roger und Steven.
23:15
Júlia droht Lucía mit einer Anzeige, sollte sie das Video nicht umgehend löschen. Während Martí noch von einem Missverständnis ausgeht, informiert Estels Vater Joan, ein Jurist, die Familie, dass nur der 14-jährige Pol nach dem Jugendstrafrecht belangt werden kann, nicht aber Steven und Roger, die beide erst 13 sind. Es kommt zum Eklat, als Lluís auf der Suche nach Manu an Martís Tür klingelt: Martí wehrt seinen Freund ab, der Pol zur Rede stellen will. Es kommt zum Handgemenge, Lluís wird leicht verletzt. Unterdessen entdeckt Estel auf Pols Handy zweifelhafte Inhalte. Bei einer Krisensitzung der Colla läuft die Diskussion aus dem Ruder: In blinder Wut verbreitet Estel Manus unter Pseudonym gesendete Nachrichten. Da Pol jedoch strafmündig ist, schrecken alle vor einer weiteren Aufarbeitung der Vorgänge zurück. Stevens Familie steht am Scheideweg: Während Ruth ihren Job in der Bar kündigt und nach Flügen ins heimatliche Venezuela sucht, macht Martí Daniel ein fragwürdiges Angebot: Falls der strafunmündige Steven die Schuld auf sich nimmt, würde Martí seinem Vater einen Architektenjob in Tarragona vermitteln. Während sich die Lokalpresse auf Júlia stürzt, gibt Pol zu, dass die Jungen in der Johannisnacht Viagra genommen hatten. Ein Video wurde an Cristian geschickt, der zuvor Pol schwulenfeindlich beschimpft hatte und dann das Video veröffentlichte. Martí gibt seinen Posten als Vorsitzender der Colla auf. Als es zwischen ihm und Pol zum Streit kommt, geht Estel dazwischen. Doch dann steht die Polizei vor der Tür.