Re:: Jüdisches Neujahr im Ukrainekrieg
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17.11., 11:25
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Der Musiker David Lévy pflegt in seiner Pariser Wohnung alte jüdische Traditionen. Der 50-Jährige hat einen seiner Söhne nach dem Gelehrten Rabbi Nachman benannt. Zu Rosch ha-Schana will David in die Ukraine reisen, um an Nachmans Grab das jüdische Neujahrsfest zu feiern. Es wird eine besondere Reise: David will ein Foto seines Großvaters mitnehmen, dessen Familie von den Nazis verschleppt und im KZ ermordet wurde. In Uman will er für seinen Großvater und seine Vorfahren beten.
In der Stadt mit rund 80.000 Einwohnern lebte im 19. Jahrhundert Rabbi Nachman, ein bedeutender Vertreter des Chassidismus, einer mystischen Strömung des orthodoxen Judentums. Während Rosch ha-Schana dürfen nur Männer das Grab des Rabbis besuchen. Die Ukrainerin Walentyna arbeitet in einer der Großkantinen, die pro Tag bis zu 100.000 koschere Mahlzeiten ausgeben. Die riesige Küche wird von Chefkoch Johnny geleitet. Ohne die hunderten ukrainischen Frauen, die hier arbeiten, wäre der Betrieb nicht möglich.
Für Uman bedeutet das Fest einen mehrtägigen Ausnahmezustand. Der Chassidismus zelebriert den freudvollen Umgang mit Gott. Für einige Pilger ist Rosch ha-Schana eine Party, zu der auch Alkohol gehört. Doch der Konsum ist wegen des geltenden Kriegsrechts streng verboten. Hunderte Polizisten sind im Einsatz und kontrollieren das Stadtviertel rund um die Grabstätte Nachmans streng. Auch der Beamte Petro ist mit seinem Spürhund Tim im Dauereinsatz. Die beiden suchen dabei auch nach Sprengstoff und Waffen und sollen dazu beitragen, die Sicherheit der Zehntausenden Pilger zu gewährleisten.
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