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TV Programm für ARTE am 21.07.2026

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ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.

Danach

Re: 19:40

Re:: Die Seegras-Retter von den Balearen

Reportage

Urlauber sehen in ihm oft nur eine lästige Alge, die am Strand herumliegt: Posidonia Oceanica, wie in der Wissenschaft Seegras genannt wird, ist eine der unterschätztesten Pflanzen der Welt - und in Wahrheit ein echtes Multitalent. Eine Unterwasser-Wiese, die jungen Fischen und bedrohten Arten wie Seepferdchen Schutz bietet. Ein Klimaretter mit mehr Power als der Regenwald. Und eine Bio-Barriere, die die Strände der Baleareninseln vor Herbst- und Winterstürmen schützt. Dass diese "Lunge des Meeres" Außergewöhnliches leistet und geschützt werden muss, ist unter Fachleuten unumstritten. Doch neben Klimawandel und Wasserverschmutzung droht dem Seegras noch eine ganz andere Gefahr: Mit jedem Jahr liegen mehr Boote - oft luxuriöse Jachten - vor Mallorca oder Formentera. Und schon ein einziger Anker kann Hunderte Seegraspflanzen vernichten. Es dauert Jahrzehnte, bis die Pflanzen sich wieder erholen. "Seegras ist eine sehr stabile Pflanze, aber auch sehr langsam im Wachstum", sagt Ozeanologin Laura Royo, die den Unterwasser-Wald in aufwendigen Tauchgängen wieder aufforstet: "Man muss Geduld haben." Die Behörden auf den Balearen setzen mittlerweile auf Vorbeugung: Besonders in der Hochsaison sind Patrouillenboote unterwegs, überwachen die Ankerpositionen von Jachten, klären die Kapitäne auf, dass sie nur über Sandflächen ankern dürfen, und verhängen auch mal Geldstrafen. Seegras-Retter Marcial Bardolet fährt eines dieser Boote. Der gebürtige Mallorquiner will seine Heimat schützen: "Ich fühle mich verbunden mit dem Seegras und es ist meine Lebensaufgabe, es zu erhalten."

Hitler und Stalin 20:15

Hitler und Stalin: Porträt einer Feindschaft

Geschichte

Sie begegneten einander nie und blieben doch aufeinander fixiert: Hitler und Stalin. Die Todfeindschaft ihrer Systeme riss alles Bestehende aus den Fugen. Zum ersten Mal versucht ein Dokumentarfilm, ein Doppelporträt dieser beiden Diktatoren zu zeichnen. Erzählt wird von einem Nahkampf über Tausende von Kilometern hinweg, den die Soldaten beider Armeen ab dem 22. Juni 1941 auf den Schlachtfeldern austragen mussten. Am Beispiel der Kämpfe um Moskau, Leningrad, Stalingrad und Berlin wird dokumentarisches Material in eine überraschende Korrespondenz gesetzt - als fände ein unmittelbarer Zweikampf statt. Die Erzählweise verdichtet das Wechselspiel beider Diktatoren zu einem psychologischen Politdrama. Der Dokumentarfilm liefert neue Einsichten in alte Fragen: Wie werden Menschen zu Diktatoren? Worin lagen die Gemeinsamkeiten, worin die Unterschiede zwischen beiden Herrschern und ihren Systemen? Wie versuchten sie, einander zu täuschen und auszuspielen? Durch die Parallelmontage teilweise unveröffentlichter Archivaufnahmen und aktueller Bilder der einstigen Schauplätze werden die Parallelen und Gegensätze beider Diktatoren sichtbar: Hitler und Stalin waren entgegengesetzte Pole in dem Geist, den sie predigten, aber Brüder im Blut. Deutschland und die Sowjetunion wurden unter ihrer Herrschaft zu personenkultischen Terrorregimes. Der Film bleibt dicht an seinen Protagonisten, geht ihrem Programm und ihrer Paranoia nach und blickt auf Phänomene, die das 20. Jahrhundert erschütterten, nachhaltig veränderten und bis heute nachwirken.

Russlands Schattenarmee in Europa 21:45

Russlands Schattenarmee in Europa

Dokumentation

"Während Russland einen konventionellen Krieg in der Ukraine führt, führt es gleichzeitig einen unkonventionellen Krieg gegen Europa" - fasst der britische Sicherheitsexperte Charlie Edwards vom International Institute for Strategic Studies (IISS) die Attacken auf die europäischen Demokratien zusammen. Aus militärischer Sicht wolle Russland die logistischen Lieferketten in die Ukraine unterbrechen, was die Angriffe gegen Eisenbahnlinien und Lagerhäuser erkläre. Das zweite Ziel sei, "Zwietracht und Unsicherheit in der europäischen Bevölkerung zu säen". Dazu gehören auch zahllose Destabilisierungsversuche. Davidsterne werden in Paris an Hauswände gesprüht, um Juden und Palästinenser aufeinanderzuhetzen. In Deutschland werden Autos beschädigt, um die Taten der Umweltbewegung unterzuschieben. Die ARTE-Dokumentation "Russlands Schattenarmee in Europa" zeigt die ganze Dimension der Gewalt. Der Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Nordrhein- Westfalen spricht von einer Strategie der Einschüchterung.

Mozart: Die Zauberflöte - Festival d'Aix-en-Provence 2026 22:40

Mozart: Die Zauberflöte - Festival d'Aix-en-Provence 2026

Oper

"Die Zauberflöte" entwirft das Bild einer utopischen Gemeinschaft, die Sarastro als Gegenentwurf zur nächtlichen Welt verwirklichen möchte. Doch das vermeintliche Happy End erweist sich als trügerisch. Der Filmemacher und Künstler Clément Cogitore greift Bilder auf, die im kollektiven Gedächtnis verankert sind, und macht zugleich ihre Schattenseiten sichtbar. Er verbindet Archivmaterial mit dem Bühnengeschehen, hält den Figuren ihre eigenen Widersprüche vor Augen und schafft so eine vielschichtige Inszenierung. Die Produktion der 78. Ausgabe des Festival d'Aix-en-Provence zeichnet sich durch eine leichte, beinahe tänzerische Umsetzung aus, zu der die Choreografin Evelin Facchini entscheidend beiträgt. Besonders reizvoll ist das Zusammenspiel zwischen Darstellerinnen und Darstellern sowie den Videoprojektionen. Cogitores Interpretation wird so auch zu einer Komödie der Illusionen. Am Dirigentenpult steht Leonardo García-Alarcón, der die Aufführung gemeinsam mit seinem Ensemble Cappella Mediterranea, dem Choeur de chambre de Namur und dem Knabenchor der Chorakademie Dortmund musikalisch gestaltet. Der Dirigent, der als bedeutender Interpret des Barockrepertoires gilt, bringt "Die Zauberflöte" hier erstmals auf die Bühne. Die Besetzung ist prominent: Sabine Devieilhe übernimmt die Rolle der Königin der Nacht. Brindley Sherratt verkörpert Sarastro, Mauro Peter ist als Tamino zu erleben, Ying Fang singt die Pamina und Sean Michael Plumb gestaltet seinen Lieblingspart, den Papageno, den Cogitore mit lyrischer Zärtlichkeit anlegt.