16:20
Eine Insel der Superlative - Madagaskar. Nirgendwo sonst leben so viele skurrile Tiere wie hier: vom merkwürdigen Fingertier über Streifentenreks, die an unsere Igel erinnern, bis zum kleinsten Chamäleon der Erde, das auf einer Streichholzschachtel Platz findet. Die Insel gilt als das Reich der Lemuren. Der größte, der Indri, lebt ausschließlich in den Regenwäldern im Osten der Insel. Um sich bemerkbar zu machen, "singen" Indris frühmorgens im Duett und grenzen so ihr Revier gegen fremde Artgenossen ab. Der Film zeigt die dramatische Situation einer Indri-Mutter und ihres Babys. In ihr ohnehin schon kleines Revier dringt ein junges Indri-Weibchen ein. Für die Mutter ein echtes Dilemma: Entweder sie vertreibt die Fremde oder sie nimmt sie auf und riskiert damit die Zukunft ihres Kindes. Denn der Lebensraum der Indris wird immer kleiner und es ist ungewiss, wie viele Tiere der Wald noch ernähren kann. Viele Monate folgen Thomas Behrend und sein Team den Indris quer durch den Regenwald, filmen den kleinsten Lemuren Madagaskars, den Mausmaki, bei der Jagd und geben Einblicke in das Familienleben der Tenreks.
17:05
"Unbekanntes Madagaskar" erzählt mit spektakulären und seltenen Aufnahmen die Geschichte einer Wunderwelt - und wie dramatisch sie sich verändert. In dieser Folge geht es um die Überlebensstrategien der Tiere, die in extrem trockenen Regionen zu Hause sind. Kattas leben in Familienverbänden und doch gibt es strenge Hierarchien. Junggesellen sind auf sich gestellt und kämpfen darum, in einer neuen Familie aufgenommen zu werden. Mancherorts müssen sie das Revier mit dem größten Raubtier der Insel teilen: der Fossa. In beeindruckenden Bildern dokumentiert der Film die Paarungszeit der eleganten Jäger. Ein Schicksal teilen sich alle Tiere Madagaskars: Durch Brandrodung für Ackerbau und Viehzucht hat die Insel bereits 90 Prozent ihrer ursprünglichen Lebensräume verloren. Gibt es eine Überlebenschance für Katta, Fossa und Chamäleon?
17:50
Die Folge "Louisianas schaurige Sümpfe und mystische Wesen" führt in die geheimnisvolle Welt der Swamps im Süden der USA. Zwischen Sumpf und Großstadt verläuft hier eine unsichtbare Grenze zwischen Mythos und Wahrheit, Vergangenheit und Gegenwart. Die Reihe widmet sich Regionen unserer Welt, die durch Spuk- und Geistergeschichten bekannt sind. Die Entdeckungsreise führt dieses Mal von den endlosen Bayous des Honey Island Swamp, wo Einheimische von einem geheimnisvollen Monster erzählen, über die sagenumwobenen Friedhöfe von New Orleans bis zu den verlassenen Plantagen am Bayou Teche, wo die Geister einstiger Sklaven bis heute durch die Häuser spuken sollen. Vampirlegenden und düstere Schicksale der Vergangenheit erwachen auf unheimliche Weise zu neuem Leben. Voodoo-Priester zelebrieren uralte Schutzrituale. Die Cajuns bewahren hier über Generationen ihre Musik und ihre Kultur. Und das alles inmitten der einzigartigen Sumpflandschaft Louisianas.
18:35
Die Folge von "Haunted Places" führt zu schottischen Orten, an denen sich Geschichte, Legenden und Spukgeschichten bis heute überlagern. Sie stellt Bram Stokers Inspirationsorte für den Roman "Dracula" an Schottlands Nordostküste vor. Außerdem geht sie den Spukgeschichten rund um das Kilmarnock Arms Hotel und das berüchtigte Fyvie Castle nach. Traquair House, das als das älteste bewohnte Haus Schottlands gilt, und das verschlossene "Bear Gate" erzählen von jahrhundertealter Treue, während das Schlachtfeld von Culloden den schicksalhaften Untergang der Jakobiten vergegenwärtigt. Am Ufer von Loch Ness begegnet die Dokumentation einem selbst ernannten "Nessie-Jäger" und erfährt, was ihn auf seiner jahrzehntelangen Mission antreibt. "Schottlands Geister und Highlands" entführt in eine Welt, in der Geschichte lebendig bleibt und Mythen zum Alltag gehören.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen
19:40
Erst kämpften US-Soldaten gegen Nazi-Deutschland, später blieben sie wegen der Bedrohung durch die Sowjetunion. Derzeit sind noch mehr als 36.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert - der zweitgrößte Militärstandort nach Japan außerhalb der USA. In Grafenwöhr in Bayern betreibt die Army den größten Truppenübungsplatz. Trump möchte Tausende US-Soldaten aus der Region abziehen. Das würde schwindende Arbeitsplätze bedeuten. Die Region bangt um ihre Wirtschaftskraft. Gleichzeitig rückt die USA immer mehr von Europa und dessen Verteidigung der Ukraine gegen Russland ab. Captain Andrew Lee ist Controller. Er ist in Wiesbaden geboren. Seine Eltern kamen mit den Truppen nach Deutschland. Im April hat er mit einer deutschen Gewichtsheber-Mannschaft aus Neumarkt regionales Gold gewonnen, als einziger Amerikaner im Team. Lee ist nur ein Beispiel dafür, wie sehr die US-Soldaten und ihre Familien mittlerweile mit der Region verbunden sind.
20:15
Auf einem Bergpfad in den französischen Alpen stürzt ein Mann in die Tiefe und stirbt. An diesem Morgen war nur ein anderer Bergsteiger in etwas Entfernung auf dem gleichen Pfad unterwegs, Enzo Tovoli, und verständigt als Zeuge die Rettungskräfte. Überraschend wird Enzo am nächsten Morgen im Moment seiner Abreise von der Polizei festgenommen. Der Untersuchungsrichter hat noch Fragen. Er hat herausgefunden, dass Enzo wichtige Informationen zu dem Toten zurückhält. Denn Enzo verbindet eine gemeinsame Vergangenheit mit dem Opfer, das seit 40 Jahren in einem Zeugenschutzprogramm unter neuem Namen lebte. Für den jungen Untersuchungsrichter Dorieu ist es unmöglich vorstellbar, dass ausgerechnet diese beiden Männer Jahrzehnte später zufällig auf demselben abgelegenen Bergweg aufeinandergetroffen sein sollen. In mehreren Verhören versucht er, Enzo Widersprüche nachzuweisen, und unterstellt ihm einen lange geplanten Rachemord. Doch der ältere Mann bleibt bei seiner Version. Zwischen Richter und Verdächtigem entwickelt sich ein psychologisches Kräftemessen über Wahrheit und Beweis, politische Überzeugungen und die Frage, ob eine Tat nur deshalb wahrscheinlicher wird als ein unwahrscheinlicher Zufall, weil es ein Motiv gibt. Emmanuel Finkiel überträgt das Duell nach einer literarischen Vorlage von Erri De Luca als konzentriertes Drama auf den Bildschirm, mit dem dreifachen Donatello-Preisträger Fabrizio Bentivoglio als Enzo und dem dreifachen César-Preisträger Swann Arlaud als Untersuchungsrichter. Gedreht wurde unter anderem in den französischen Hochalpen rund um Gap und La Grave.
21:55
Die Geschichte von John Lennon und seiner jungen Assistentin May Pang stand lange im Schatten einer der berühmtesten Beziehungen der Popgeschichte. Als die Ehe von John Lennon und Yoko Ono Anfang der 1970er Jahre in eine Krise gerät, beginnt dieses wenig bekannte Kapitel im Leben John Lennons. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte aus der Sicht von May Pang. Bemerkenswert ist dabei die Rolle Yoko Onos. Sie ermutigt ihre Assistentin May Pang dazu, Zeit mit John Lennon zu verbringen, wodurch sich eine intensive Liebesbeziehung entwickelt, die rund 18 Monate andauert. Später bezeichnet Lennon sie als sein "Lost Weekend" - obwohl diese Zeit deutlich länger als ein Wochenende währte. May Pang ist erst als Mitarbeiterin von Apple Records, dann als ihre persönliche Assistentin mit Lennon und Ono verbunden. Ihre persönlichen Erinnerungen, bislang selten gezeigte Fotografien, Archivmaterial und Zeitzeugeninterviews erzählen, welche Dramen sich daraus entwickelten. Gleichzeitig wirft der Film einen neuen Blick auf John Lennon selbst. Er dokumentiert eine Phase kreativer Erneuerung, in der er an den Alben "Mind Games", "Walls and Bridges" und "Rock 'n' Roll" arbeitet. In der Zeit mit May Pang entsteht sein einziger US-Nummer-eins-Hit als Solokünstler, "Whatever Gets You Thru the Night". Pangs Erinnerungen zufolge, hilft sie ihm dabei, die Beziehung zu seinem Sohn Julian neu aufzubauen und verlorene familiäre Bindungen wiederzufinden. Dadurch entsteht das Bild eines Mannes, der zwischen Weltruhm und persönlicher Sehnsucht seinen eigenen Weg sucht.
23:25
Im März 1975 steht Supertramp an einem entscheidenden Punkt ihrer Karriere. Das 1974 veröffentlichte Album Crime of the Century hat die Band aus der britischen Progressive-Rock-Szene herauskatapultiert - nicht nur wegen ihres Erfolges bei Kritik und Publikum, sondern auch wegen ihrer Fähigkeit, komplexe Arrangements mit eingängigen Melodien zu verbinden. Doch der Weg dorthin war kein geradliniger: Supertramp balancierte stets zwischen künstlerischem Ehrgeiz und dem Wunsch, ein Massenpublikum zu erreichen. Das Konzert im Hammersmith Odeon - aufgezeichnet kurz vor der Nordamerika-Tournee, die die Band endgültig als globale Größe etablieren sollte - ist ein Dokument dieser Spannung. Es zeigt eine Band, die ihre Wurzeln im Progressive Rock nie verleugnet, aber gleichzeitig den Mut hat, sich weiterzuentwickeln. Die Setlist, eine Mischung aus Highlights von "Crime of the Century" und neuen Stücken, die später auf "Crisis? What Crisis?" (1975) erscheinen werden, spiegelt diesen Übergang wider: düster, poetisch, aber auch voller popkultureller Momente. Dieses Konzert wurde 1975 aufgezeichnet und wird in der ursprünglichen Bildqualität gezeigt, um seine Authentizität zu bewahren.