19:40
Wolfgang, 78, gelernter Schriftsetzer, Musiker und biodynamischer Berater, liebt sein einfaches Leben in der Toskana. Seit Jahrzehnten ist dieser Landstrich für viele Deutsche ein echter Sehnsuchtsort. Wolfgang wanderte 2007 in die Maremma, den südlichen und wilderen Teil der Toskana aus. Sie ist für ihn inzwischen zur Heimat geworden. Doch gesundheitliche Sorgen, ein auslaufender Pachtvertrag für seine Druckwerkstatt und die Trennung von seiner Frau stellen ihn vor Herausforderungen. Eine Rückkehr nach Deutschland ist für ihn keine Option - ohne Krankenversicherung und feste Bleibe möchte er lieber dort bleiben, wo er längst Wurzeln geschlagen hat. Die Dorfgemeinschaft betrachtet ihn schon lange als einen der Ihren. Er liebt die Auftritte mit seiner jungen Band und steht täglich an der Druckpresse. Seine Werke verkaufen sich von Siena bis in die USA. Auch Roman, 81, genießt den Alltag in der Natur und alles, was das italienische Leben für einen Deutschen so verführerisch macht. Schon 1979 kam er nach Italien - damals als Italienkorrespondent. Vor 30 Jahren haben er und seine Frau Christine sich entschieden, hier sesshaft zu werden, und sich ein Anwesen mit Blick auf die weiten Hügel der Toskana gekauft. Doch jetzt, im hohen Alter, erkennt er die Grenzen des Landlebens: Der nächste Nachbar ist weit entfernt, die Wege sind steil, und das Gelände ist nicht rollstuhlgerecht. Gemeinsam mit seiner Frau plant er wehmütig den Abschied und die Rückkehr nach München in eine altersgerechte Wohnung.
20:15
Ein Fischer findet eine weibliche Leiche bei Sandhamn. Kommissar Alexander und seine Kollegin Miriam nehmen die Ermittlungen auf. Am Fundort der Leiche angekommen, reagiert Alexander ungewöhnlich emotional darauf, wie seine Kollegen von der Spurensicherung die Leiche untersuchen. Und auch später im Büro kann er sich nicht beruhigen. Handelt es sich bei der Leiche vielleicht um Alexanders verschwundene Ehefrau? Unterdessen hat Staatsanwältin Nora die Brandska-Villa an Kristina vermietet, eine Freundin der Familie. Kristina wird den ganzen Sommer in Sandhamn verbringen, und auch ihre neue große Liebe Anders, den sie auf einer Dating-Seite kennengelernt hat, wird sie dort besuchen kommen. Doch auf der Insel verhält sich Anders sehr merkwürdig. Was verheimlicht er?
21:45
Der berühmte Professor für Kinderpsychologie Carl-Johan Berger wird während einer Feier auf seinem Anwesen erstochen. Vicky, die seit Jahren verschollene Frau von Kommissar Alexander Forsman, wird am Tatort mit einem Messer in der Hand angetroffen und festgenommen. Alexander ist fassungslos darüber, dass seine Frau den Mord an Berger begangen haben soll. Er fragt sich, wo sie all die Jahre war und was sie mit Berger zu tun hatte. Vicky hüllt sich in Schweigen. Alexander versucht mit allen Mitteln, sie zum Reden zu bringen, aber ohne Erfolg. Daraufhin wird er von seinem Chef von dem Fall abgezogen. Seine Kollegin Miriam Biana muss nun die Ermittlungen allein führen und stößt dabei auf ein dunkles Geheimnis in der Familie Berger.
23:15
Charlotte ist 42 Jahre alt und lebt mit ihrem Vater zurückgezogen im Trentino. Ihr Alltag spielt sich zwischen Garten, Wald und Tieren ab. Zugleich ist er geprägt von einer psychischen Beeinträchtigung. Charlotte lebt in der Welt ihrer eigenen Wahrnehmungen. Wenn die Angst sie überfällt, gerät ihre fragile Ordnung ins Wanken. Als ihr Vater nach einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wird, kehrt ihr jüngerer Bruder Leo nach zehn Jahren in das Dorf zurück. Zwischen den Geschwistern liegt eine problembehaftete Familiengeschichte, doch Leo erkennt, dass Charlotte fortwill, und nimmt sie mit in die Schweiz. Für Charlotte beginnt damit die erste Reise ihres Lebens. In der fremden Umgebung muss sie sich mit neuen Orten, unbekannten Regeln und anderen Menschen auseinandersetzen. Leo versucht, ihr ein anderes Leben zu zeigen und ihr Halt zu geben, stößt dabei jedoch immer wieder an Grenzen. Charlotte erlebt Momente der Leichtigkeit, knüpft vorsichtig Beziehungen und entdeckt neue Ausdrucksmöglichkeiten. Zugleich führen Enttäuschungen und Überforderung immer wieder zu Krisen, die das ohnehin angespannte Verhältnis der Geschwister auf eine harte Probe stellen. Rolando Colla erzählt diese Annäherung mit großer Empathie. Der Film verbindet Außenbeobachtung und subjektive Wahrnehmung, ohne Charlotte auf ihre Erkrankung zu reduzieren. So entsteht ein stilles, eindringliches Drama über Verletzlichkeit, Selbstbestimmung und den schwierigen Versuch, einander wirklich zu verstehen.