04:00
Europa, das christliche Abendland - so eine gängige These. Welche Rolle spielt der christliche Glaube für die Identität Europas? Gibt es neben dem christlichen auch ein islamisches Abendland? Christopher Clark geht in dieser Folge der Frage nach, woran die Europäer glauben: Das Christentum war die erste offene Volksreligion, Gemeinden und Klöster wurden zur Keimzelle gemeinsamer Konfession, Pilgerwege zu einem verbindenden europäischen Netzwerk. Doch bald schon gingen die Christen im Osten und Westen Europas getrennte Wege. Was sie für kurze Zeit wieder zusammenbrachte, war eine neue, gemeinsam empfundene Bedrohung: der Islam, der auch in Europa auf dem Vormarsch war. Doch bedeutete dies für den Kontinent mehr als nur ein Feindbild: Auf der spanischen Halbinsel, in "al-Andalus", prägten Muslime über ein halbes Jahrtausend die Kultur im westlichen Europa mit, die Herrschaft der Osmanen hinterließ im Südosten Spuren. Die Juden Europas trugen in ihrer Rolle als religiöse Minderheit ebenfalls zur kulturellen Vielfalt bei, brachten die Wirtschaft in Gang und waren doch immer wieder Opfer grausamer Verfolgung. Die Kreuzzüge und Türkenkriege verstärkten den Antagonismus der Religionen. Wenn nicht Gegner von außen für den Zusammenhalt sorgten, brachen unter den Christen immer wieder Konflikte aus. Zur entscheidenden Spaltung führte die Reformation im frühen 16. Jahrhundert. Martin Luther prangerte nicht nur die Missstände in der Kirche an, er stellte auch die klerikal geprägte Herrschaftsordnung infrage. So spalteten sich in Europa Macht und Glaube. 100 Jahre nach der Reformation verwüsteten verheerende Schlachten zwischen Katholiken und Protestanten den Kontinent. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges wuchs der Wille, das Verhältnis der Völker künftig auf Prinzipien der Vernunft zu begründen. Es galt, Religion und Politik in den Beziehungen der Mächte zu trennen. Die europäische Staatengemeinschaft schuf mit dem Westfälischen Frieden eine verbindliche Ordnung, die den Ausgangspunkt für das moderne Völkerrecht bildete.
04:45
Diese Folge erzählt die Geschichte der europäischen Expansion von den Wikingern bis zum Britischen Empire: Warum zog es die Europäer in die Weite, wie bekamen sie Macht über Teile der Welt? Europa und die Welt, eine Historie von Entdeckergeist und Unternehmertum, aber auch von Imperialismus, Unterdrückung und Ausbeutung. Historiker Christopher Clark führt die Zuschauer an Ausgangspunkte des Aufbruchs wie Lissabon, Amsterdam und London. Und er begibt sich an Bord der "Endeavour", jenes Schiffes, mit dem James Cook die Südsee erforschte und Australien für Großbritannien in Besitz nahm. Warum zog es die Europäer immer wieder in die Weite? "Weil wir ein Kontinent der engen Räume, aber auch der Küsten sind", erklärt Professor Clark. Die Griechen, Römer und Wikinger machten es vor, nahmen Europas Küstenregionen in Besitz. Über die Seewege der Hanse kam Wohlstand in Hunderte nord- und mitteleuropäische Städte. Heute wird dieser Handelsbund gern als Vorläufer der Europäischen Union gepriesen. Im Süden geschah der globale Aufbruch vom Mittelmeer aus: Venedig begründete die Handelswege nach Asien, von Spanien aus erfolgte schließlich der Schritt in die Neue Welt. Nord- und Südamerika gaben Millionen von Europäern Hoffnung - aber die Bevölkerung der eroberten Länder fiel dem zum Opfer, wurde versklavt, ihre Kulturen zerstört. Noch vor 100 Jahren konnte man von einem europäischen Weltreich sprechen. Christopher Clark schildert auch, wie der Machtkampf der Rivalen in den Ersten Weltkrieg führte, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.
05:30
Diese Folge der "Europa-Saga" erzählt von Europas Beitrag zur Weltkultur. In Kunst, Unterhaltung, Philosophie und Wissenschaft wurde Unvergängliches geschaffen - oft ohne Rücksicht. Christopher Clark reist in die Metropolen und erlebt Europas Meisterwerke. Ob das Kolosseum oder der Eiffelturm, die "Mona Lisa", Beethovens Neunte oder die Songs der Beatles, Platons "Staat" oder Shakespeares "Sturm". Immer wieder gelang es den Europäern, mit klassischen Werken zeitlose Geltung zu erschaffen. Romanik, Gotik, Barock, Jugendstil, Klassizismus und Bauhaus sind Begriffe aus dem Vokabular europäischer Architekturgeschichte. Euripides' "Medea", Shakespeares "Hamlet", Bizets "Carmen" und Puccinis "La Bohème" sind von den Weltbühnen nicht wegzudenken. Hinzu kommt eine große Zahl bahnbrechender Entdeckungen und technischer Erfindungen, ob die Dampfmaschine, die Batterie, das Automobil oder Flugzeug, das Penicillin oder die Kernspaltung. Auch bei der Entwicklung der Kommunikationstechnik, bei Telefon, Radio, Fernsehen und Computer, standen Köpfe aus Europa Pate. Physiker, Chemiker und andere Naturwissenschaftler waren stets führend in der Riege der Nobelpreisträger. Fast immer, wenn man von klassischen Epochen spricht, von Errungenschaften mit zeitloser universeller Geltung und Ausstrahlung, führen die Wege nach Europa. In der vierten Folge der "Europa-Saga" geht es um herausragende Namen, bedeutende Werke und ihre Wirkung, um Europäisches, das zum Weltmaßstab wurde. Es geht aber auch um Anmaßung und darum, dass Europa vor allem seine technische Überlegenheit gegenüber anderen ausspielte, ohne Rücksicht und Toleranz. Nicht ohne Grund ist die Kritik am Fortschritt so alt wie viele Errungenschaften selbst. Kaum ein Kontinent hat die Erde so nachhaltig geprägt wie Europa - im Guten wie im Schlechten. Und so steht seine glanzvolle Geschichte und Kreativität auch für rücksichtslose Plünderung von Ressourcen und Ausbeutung der Welt.
06:20
Bearbeitete Fassung Wladimir Kaminer ist wieder auf Roadtrip. Diesmal geht es durch das kulinarische Österreich. Es wird sehr süß, so, wie es sich für das kleine Land gehört. Bestsellerautor Wladimir Kaminer kocht Marillenknödel, kostet Mehlspeisen und lernt, was die "Original" Salzburger Mozartkugel ausmacht. Natürlich dürfen Wein, "Wiener Tafelspitz" und Co nicht fehlen. Lukas Mraz ist ein sogenannter "Junger Wilder" unter den Köchen. Das mit zwei Michelin-Sternen gekrönte Familienrestaurant "Mraz und Sohn" betreibt er gemeinsam mit seinem Vater Markus in der Brigittenau in Wien, einem Arbeiterbezirk. Die beiden zeigen Wladimir, wie man einen Tafelspitz der etwas anderen Art kocht, nämlich aus Lamm. Um die Weinkultur des Landes besser kennenzulernen, geht es ins Burgenland, weltberühmt für seinen Rotwein, zum Weingut der Familie Göschl. Dort werden nicht nur Yogastunden angeboten, sondern auch Yogawein, der das klassische Sortiment bereichert. Hintergrund: Das Weingut wird von zwei Jungwinzerinnen, Daniela und Kathrin, geführt, eine von ihnen ist Yogalehrerin. Beide hatten andere Pläne, als das Weingut ihrer Eltern zu übernehmen, und sich erst nach Studium und Arbeitserfahrungen in Wien und Niederösterreich, dazu entschlossen. Wladimir erfährt, wie man die Weinstöcke richtig behandelt und warum die Verbindung von Wein und Yoga keine "liaison dangereuse" ist. Nach einer schweißtreibenden Yogastunde gibt es eine typische Brettljause und die Gelegenheit die Weinsorten der Region (blind) zu verkosten. Von der Weintraube ist es zur Marille nicht weit, denn bekannt ist Österreich, besser gesagt, die Gegend "Wachau" weltweit für eine ganz besondere Frucht: Die "Original Wachauer Marille" ist eine streng geschützte Marke. Mit Anita Brunner und deren beiden Eseln spaziert er durch einen Marillengarten und erntet die besonderen Früchte. Verkocht werden diese dann zu Marillenknödel mit der Köchinnen-Legende Lisl Wagner Bacher. Sie hat ein ganzes Kochbuch über die Obstsorte verfasst. Übrigens: Sag niemals Aprikose zu einer echten Marille! Das muss auch der Autor noch lernen. Noch süßer wird es für den Schriftsteller in Salzburg. Dort lernt er alles über die "Original" Salzburger Mozartkugel und darf sogar selbst Hand anlegen. Trotzdem: Die Rezeptur ist streng geheim. Mit Blick über die gesamte Stadt kostet er die luftigste Mehlspeise Österreichs, nämlich "Salzburger Nockerln": Ein luftig-leichtes Dessert, das aus Eischnee besteht, serviert von einem Kellner mit dem Namen Ferdinand - wir sind ja schließlich in Österreich.
07:00
Kaum ein Fluss wurde durch die Wende so verändert wie die Elbe. Dabei war der Strom nur auf rund 100 Kilometern Grenzfluss. Es war die extrem starke Belastung besonders durch Schwermetalle, die zu DDR-Zeiten sprichwörtlich war und die mit dem Rückbau der chemischen Industrie aufhörte. Die einstige Kloake ist heute ein Freizeitparadies. Aber viele Jobs sind weg. Sarah Schmied kann sich ein Leben ohne ihre geliebte Elbe nicht vorstellen. Gemeinsam mit Freundinnen macht die 35-jährige Dresdnerin regelmäßig Fahrradtouren entlang des Flusses - auf Deutschlands längstem und wohl schönstem Radwanderweg. Unterwegs wird gepicknickt, gezeltet und viel gelacht. Höhepunkt ist eine Schlauchbootfahrt entlang des malerischen Elbsandgebirges. Sarahs Fazit: "Wir wohnen da, wo andere Urlaub machen - wie traumhaft ist das denn bitte?" So traumhaft und paradiesisch war die Elbe dort aber viele Jahrzehnte lang nicht. Im Gegenteil: Vielerorts präsentierte sie sich als stinkende Kloake, in die man auf keinen Fall auch nur den großen Zeh stecken wollte. Schuld war die Großindustrie der DDR, die auf weiten Teilen der Elbe Abwasser, Chemikalien und Müll großflächig in den Fluss kippte. Torsten Fiedler kann sich noch sehr gut an diese Zeit erinnern. Als Student zu DDR-Zeiten ruderte er ab und zu mal auf der Elbe: "Der Gestank war kaum auszuhalten. Die Angst, hineinzufallen, riesengroß." Heute weiß Torsten Fiedler um die Sauberkeit seiner Elbe. Inzwischen geht er sogar regelmäßig in ihr schwimmen - und mit ihm viele andere. Die Elbschwimmer sind inzwischen bekannt in Sachsen. Georg Plenikowski war damals Direktor der Munitionsfabrik in Schönebeck an der Elbe. Die Fabrik - einst mitbeteiligt am Umweltfrevel. Noch immer finden sich giftige Stoffe im Boden. Heute engagiert sich Georg Plenikowski wie kein Zweiter für ein Stück Wiedergutmachung an seiner Heimatstadt. Er betreibt ein Industrie- und Kunstmuseum, ist dabei, wenn die einstige Industriestadt in neuem Glanz erstrahlt, kämpft um jeden jungen Menschen für die Region. Für den 76-Jährigen ist es eine Lebensaufgabe geworden, die Industriegeschichte von Schönebeck nicht zu vergessen - und die Stadt an der Elbe gleichzeitig wieder lebenswert zu machen. "Es kann doch nicht sein, dass immer alle wegziehen, weil sie meinen, woanders wäre es schöner", sagt René Leue. Sagt es und schraubt an einem nackten Fahrradrahmen. Die Fahrräder, die dort gebaut werden, sind Maßanfertigungen für die Kunden. Keines wie das andere. Alles Handarbeit. Seine Firma heißt Weltrad. Es hat "Weltrad" schon einmal gegeben, um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert. Damals eine riesige Fabrik - heute eine kleine Manufaktur. Dabei ist es nicht geblieben: Inzwischen hat der Schönebecker eine hochwertige Gaststätte ans Elbufer gebaut, einen Gästegarten, wie man ihn dort nicht vermuten würde, Elbpanorama inklusive. Auch Übernachtungen gibt es für die Radwanderer. Sein Tourismuskonzept wurde bereits prämiert. Leue sagt, "die Leute sollen bleiben, wenigstens ein paar Nächte, und sehen, wie sich Schönebeck gemausert hat vom verseuchten Industrieort zu einem liebenswerten Städtchen am Elbufer."
07:30
"Alpenpanorama" zeigt über zahlreiche Web- und Panoramakameras täglich Livebilder aus ausgewählten Urlaubsorten. Die Sendung informiert auch über Temperatur- und Wetterbedingungen vor Ort.
08:00
Die "Früh-ZIB" informiert von Montag bis Freitag über das aktuelle Geschehen aus Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Chronik. Reportagen und Hintergrundberichte vertiefen das Verständnis der aktuellen Ereignisse.
08:05
"Alpenpanorama" zeigt über zahlreiche Web- und Panoramakameras täglich Livebilder aus ausgewählten Urlaubsorten. Die Sendung informiert auch über Temperatur- und Wetterbedingungen vor Ort.
08:30
Die "Früh-ZIB" informiert von Montag bis Freitag über das aktuelle Geschehen aus Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Chronik. Reportagen und Hintergrundberichte vertiefen das Verständnis der aktuellen Ereignisse.
08:33
"Alpenpanorama" zeigt über zahlreiche Web- und Panoramakameras täglich Livebilder aus ausgewählten Urlaubsorten. Die Sendung informiert auch über Temperatur- und Wetterbedingungen vor Ort.
09:00
Die "Früh-ZIB" informiert von Montag bis Freitag über das aktuelle Geschehen aus Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Chronik. Reportagen und Hintergrundberichte vertiefen das Verständnis der aktuellen Ereignisse.
09:05
Bearbeitete Fassung Wladimir Kaminer ist wieder auf Roadtrip. Diesmal geht es durch das kulinarische Österreich. Es wird sehr süß, so, wie es sich für das kleine Land gehört. Bestsellerautor Wladimir Kaminer kocht Marillenknödel, kostet Mehlspeisen und lernt, was die "Original" Salzburger Mozartkugel ausmacht. Natürlich dürfen Wein, "Wiener Tafelspitz" und Co nicht fehlen. Lukas Mraz ist ein sogenannter "Junger Wilder" unter den Köchen. Das mit zwei Michelin-Sternen gekrönte Familienrestaurant "Mraz und Sohn" betreibt er gemeinsam mit seinem Vater Markus in der Brigittenau in Wien, einem Arbeiterbezirk. Die beiden zeigen Wladimir, wie man einen Tafelspitz der etwas anderen Art kocht, nämlich aus Lamm. Um die Weinkultur des Landes besser kennenzulernen, geht es ins Burgenland, weltberühmt für seinen Rotwein, zum Weingut der Familie Göschl. Dort werden nicht nur Yogastunden angeboten, sondern auch Yogawein, der das klassische Sortiment bereichert. Hintergrund: Das Weingut wird von zwei Jungwinzerinnen, Daniela und Kathrin, geführt, eine von ihnen ist Yogalehrerin. Beide hatten andere Pläne, als das Weingut ihrer Eltern zu übernehmen, und sich erst nach Studium und Arbeitserfahrungen in Wien und Niederösterreich, dazu entschlossen. Wladimir erfährt, wie man die Weinstöcke richtig behandelt und warum die Verbindung von Wein und Yoga keine "liaison dangereuse" ist. Nach einer schweißtreibenden Yogastunde gibt es eine typische Brettljause und die Gelegenheit die Weinsorten der Region (blind) zu verkosten. Von der Weintraube ist es zur Marille nicht weit, denn bekannt ist Österreich, besser gesagt, die Gegend "Wachau" weltweit für eine ganz besondere Frucht: Die "Original Wachauer Marille" ist eine streng geschützte Marke. Mit Anita Brunner und deren beiden Eseln spaziert er durch einen Marillengarten und erntet die besonderen Früchte. Verkocht werden diese dann zu Marillenknödel mit der Köchinnen-Legende Lisl Wagner Bacher. Sie hat ein ganzes Kochbuch über die Obstsorte verfasst. Übrigens: Sag niemals Aprikose zu einer echten Marille! Das muss auch der Autor noch lernen. Noch süßer wird es für den Schriftsteller in Salzburg. Dort lernt er alles über die "Original" Salzburger Mozartkugel und darf sogar selbst Hand anlegen. Trotzdem: Die Rezeptur ist streng geheim. Mit Blick über die gesamte Stadt kostet er die luftigste Mehlspeise Österreichs, nämlich "Salzburger Nockerln": Ein luftig-leichtes Dessert, das aus Eischnee besteht, serviert von einem Kellner mit dem Namen Ferdinand - wir sind ja schließlich in Österreich.
09:45
Kaum ein Fluss wurde durch die Wende so verändert wie die Elbe. Dabei war der Strom nur auf rund 100 Kilometern Grenzfluss. Es war die extrem starke Belastung besonders durch Schwermetalle, die zu DDR-Zeiten sprichwörtlich war und die mit dem Rückbau der chemischen Industrie aufhörte. Die einstige Kloake ist heute ein Freizeitparadies. Aber viele Jobs sind weg. Sarah Schmied kann sich ein Leben ohne ihre geliebte Elbe nicht vorstellen. Gemeinsam mit Freundinnen macht die 35-jährige Dresdnerin regelmäßig Fahrradtouren entlang des Flusses - auf Deutschlands längstem und wohl schönstem Radwanderweg. Unterwegs wird gepicknickt, gezeltet und viel gelacht. Höhepunkt ist eine Schlauchbootfahrt entlang des malerischen Elbsandgebirges. Sarahs Fazit: "Wir wohnen da, wo andere Urlaub machen - wie traumhaft ist das denn bitte?" So traumhaft und paradiesisch war die Elbe dort aber viele Jahrzehnte lang nicht. Im Gegenteil: Vielerorts präsentierte sie sich als stinkende Kloake, in die man auf keinen Fall auch nur den großen Zeh stecken wollte. Schuld war die Großindustrie der DDR, die auf weiten Teilen der Elbe Abwasser, Chemikalien und Müll großflächig in den Fluss kippte. Torsten Fiedler kann sich noch sehr gut an diese Zeit erinnern. Als Student zu DDR-Zeiten ruderte er ab und zu mal auf der Elbe: "Der Gestank war kaum auszuhalten. Die Angst, hineinzufallen, riesengroß." Heute weiß Torsten Fiedler um die Sauberkeit seiner Elbe. Inzwischen geht er sogar regelmäßig in ihr schwimmen - und mit ihm viele andere. Die Elbschwimmer sind inzwischen bekannt in Sachsen. Georg Plenikowski war damals Direktor der Munitionsfabrik in Schönebeck an der Elbe. Die Fabrik - einst mitbeteiligt am Umweltfrevel. Noch immer finden sich giftige Stoffe im Boden. Heute engagiert sich Georg Plenikowski wie kein Zweiter für ein Stück Wiedergutmachung an seiner Heimatstadt. Er betreibt ein Industrie- und Kunstmuseum, ist dabei, wenn die einstige Industriestadt in neuem Glanz erstrahlt, kämpft um jeden jungen Menschen für die Region. Für den 76-Jährigen ist es eine Lebensaufgabe geworden, die Industriegeschichte von Schönebeck nicht zu vergessen - und die Stadt an der Elbe gleichzeitig wieder lebenswert zu machen. "Es kann doch nicht sein, dass immer alle wegziehen, weil sie meinen, woanders wäre es schöner", sagt René Leue. Sagt es und schraubt an einem nackten Fahrradrahmen. Die Fahrräder, die dort gebaut werden, sind Maßanfertigungen für die Kunden. Keines wie das andere. Alles Handarbeit. Seine Firma heißt Weltrad. Es hat "Weltrad" schon einmal gegeben, um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert. Damals eine riesige Fabrik - heute eine kleine Manufaktur. Dabei ist es nicht geblieben: Inzwischen hat der Schönebecker eine hochwertige Gaststätte ans Elbufer gebaut, einen Gästegarten, wie man ihn dort nicht vermuten würde, Elbpanorama inklusive. Auch Übernachtungen gibt es für die Radwanderer. Sein Tourismuskonzept wurde bereits prämiert. Leue sagt, "die Leute sollen bleiben, wenigstens ein paar Nächte, und sehen, wie sich Schönebeck gemausert hat vom verseuchten Industrieort zu einem liebenswerten Städtchen am Elbufer."
10:15
Mit 300 Sonnentagen im Jahr gehört die Provence zu den beliebtesten Urlaubszielen Europas. Die Mittelmeerregion zwischen Rhonetal und Italien ist der Inbegriff südländischer Lebensart. Eine Reise durch den südöstlichsten Zipfel Frankreichs ist ein Fest für die Sinne. Im Sommer sind die blühenden Lavendelfelder ein beliebtes Fotomotiv. Über die Märkte weht der Duft von Trüffeln und mediterranen Kräutern. Malerische Bergdörfer laden zum Erkunden ein. Die Reise durch die Provence startet auf der kleinen "Île des Embiez" mit ihrer reichen Flora und Fauna. Nach einem Abstecher in die Hafenstadt Marseille geht es nach Aix-en-Provence, wo sich die Besucher vom bunten Treiben mitziehen lassen. Das Bilderbuchdorf Gordes im Herzen des Luberon begeistert mit seiner spektakulären Lage. Dort begleitet das Filmteam einen Trüffeljäger bei der Suche nach dem "schwarzen Gold" der Provence. Im Januar wird in der Gemeinde Richerenches sogar eine Trüffelmesse veranstaltet. Den imposanten Mont Ventoux stets im Blick geht es weiter nach Avignon. Die "Stadt der Päpste" hat eine bewegte Geschichte - und eine Brücke, die durch ein Lied weltweit bekannt wurde: "Sur le pont d'Avignon". Von Avignon ist es nur ein Katzensprung bis ins berühmte Weinbaugebiet Châteauneuf-du-Pape im südlichen Rhonetal. Das Dorf "Les Baux de Provence" wird von einer mächtigen Burgruine dominiert und gilt als schönstes Dorf Frankreichs. Auf 2000 Höhenmetern liegt das beliebte Skigebiet Isola in den französischen Seealpen - auch das ist Provence. Das letzte Ziel der Reise ist die Camargue, wo die historische Altstadt von Arles und das Vogelschutzreservat "Pont de Gau" auf dem Programm stehen.
11:00
Mitten in Italiens Norden liegt die Emilia Romagna - eine Region, reich an Geschichte und Kultur. Sie bietet kulinarische Köstlichkeiten, Traditionen und eine vielfältige Landschaft. Die Architektur und Baukunst der Region reicht von antiken Baudenkmälern über frühchristliche Kirchen, mittelalterliche Kreuzritterburgen bis hin zu Opernhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Aber auch Weinkenner und Ferrari-Fans kommen auf ihre Kosten. Im Übergang von der Po-Ebene zum Apennin reihen sich die Städte der Emilia Romagna wie an einer Perlenschnur auf: Piacenza, Parma, Modena, Bologna, Ravenna und Rimini locken Besucher mit zahlreichen Museen, lokalen Spezialitäten, UNESCO-Weltkulturerbestätten und Naturparks. Mit Burgen und alten Dörfern, die malerische Marktplätze haben und idyllisch zwischen Olivenhainen, Weinbergen und Lorbeerbäumen liegen. Und mit ausgedehnten Sandstränden, die sich von Cervia bis Rimini an der adriatischen Riviera finden.
11:50
Seit der Steinzeit bereiten Menschen über der Glut ihre Speisen zu. "Asado" bezeichnet die südamerikanische Art, über offenem Feuer zu grillen. Mit dem Knistern des Holzes und der wohligen Wärme verbreitet sich so der Duft von Gebratenem. Leo Gradl, der "Steinzeit-Asador", betreibt im "Stillen Tal" in Bad Kreuzen im Mühlviertel eine Grillschule. Dort versammelt er regelmäßig seine Freunde, allesamt Grillweltmeister, wie Adi Bittermann - den Hauben-Asador -, Franz Größing - den Alpen-Asador -, Jürgen Kernegger - den Jäger-Asador - und Jenny Gruber - die Brot-Backmeisterin - um ein Feuer, um nach traditioneller Methode Fleisch, Fisch und Brot zuzubereiten. Unter ihrer professionellen Anleitung werden Interessierte zu "Feuerzauberern" ausgebildet. Ob am selbst gebauten Asado-Kreuz oder auf der Feuerplatte gegrillt, im Dutch Oven gebacken, im Baumstumpf geräuchert und im Erdloch gegart wird, hier, inmitten der Mühlviertler Landschaft, erfüllt sich die Sehnsucht nach der Rückkehr zum Ursprünglichen kulinarisch.
12:15
Kaum steigen die Temperaturen in Deutschland, geht der Run auf Ventilatoren los. Gut für den, der noch einen ergattert. Sie lassen sich schnell aufstellen und sind kostengünstig. Immer mehr Verbraucher steigen um auf Klimaanlagen: fest verbaut oder günstiger - sogenannte Monoblöcke. Aber diese mobilen Klimaanlagen gelten als Stromfresser, sind unflexibler in Aufstellung und auch die Reinigung und Aufbewahrung ist oft eine Herausforderung. Verbraucherjournalistin Yvonne Willicks geht in ihrer Sendung der Frage nach, wie nachhaltig die mobilen Klimageräte sind. Gibt es Alternativen? Welche Klimatechnik kühlt die Wohnung auch noch kostengünstig und langfristig herunter? Familie Fiedler aus Iserlohn hat im Sommer, wenn es heiß ist, in ihrer Wohnung unterm Dach schnell über 30 Grad. Für den Haushaltscheck testen sie: einen Ventilator, eine mobile Klimaanlage und eine selbstklebende Sonnenschutzfolie für die Außenseite der Fenster. Welche Methode macht das Rennen? Wie hoch sind die Unterschiede in Preis, Ausstattung, Montage und vor allem beim Kühleffekt?.
12:45
Modern, frisch und widerborstig berichtet das Umweltmagazin "Unkraut" über neueste Entwicklungen im Umwelt- und Naturschutz, aber auch über Umweltsünden und wie man sie verhindern kann. Dazu gibt es ökologische Hintergründe - in Themensendungen vernetzt präsentiert.
13:15
Traumhaft weiße Strände, kristallklares Wasser, Ruhe und Erholung versprechen die Reiseprospekte von den Malediven. Moderatorin Andrea Jansen nimmt den Inselstaat genauer unter die Lupe. Die Reise beginnt im Süden auf dem Addu-Atoll. Weitere Stationen sind die Hauptstadt Male und das North-Baa-Atoll mit seiner faszinierenden Unterwasserwelt. Auf der Insel Kunfunadhoo besucht Andrea Jansen ein Luxusresort, das Vorreiter in Sachen Ökologie ist. Der Traum von der eigenen Insel geht auf den Malediven zumindest teilweise in Erfüllung. Doch wie leben die Einheimischen? Und was gibt es außerhalb der Hotels zu entdecken?
14:00
Neuseeland, das Traumland vieler Auswanderer und Abenteurer, lockt mit Bergen, reißenden Flüssen, Regenwald und Meer. Es bietet auch eine ideale Filmkulisse. Moderatorin Wasiliki Goutziomitros ist für "unterwegs" auf die Südinsel gereist und versucht dort herauszufinden, warum die Neuseeländer so abenteuerverrückt sind.
14:40
Die Australier behaupten, auf ihrem Kontinent lebten die glücklichsten Menschen. Stimmt das? Sven Furrer will es wissen und reist 12.378 Kilometer durch das Land auf der Südhalbkugel. Er startet in Alice Springs. In der Stadt im australischen Outback leben 25.000 Menschen und rund 6000 Giftschlangen. Das zumindest behauptet Rex Neindorf, der Schlangenfänger von Alice Springs. Mit dem Aborigine Dale Campbell erkundet Furrer das Outback. Als Ranger betreut Campbell das Land, das traditionell seinem Stamm, den Arrernte, gehört. Der Gast aus der Schweiz lernt, dass man sich in Australien das Glück erkämpfen muss. Es herrscht eine Bruthitze, und aggressive Stechfliegen lassen selbst beim malerischen Sonnenuntergang keine Romantik zu. Anschließend reist Sven Furrer auf dem legendären "Oodnadatta Track", einer alten Handelsroute, durch endloses Buschland. Er macht halt in William Creek. Das Dorf hat fünf Einwohner, einen Pub, eine Tankstelle und ein Hotel. Beim Frühstück lernt Furrer den Wirt Trevor Wright kennen, dem nicht nur der Pub gehört, sondern das ganze Dorf.
15:25
In der zweiten Folge besucht Sven Furrer die Clayton Station, eine riesige Rinderfarm. Die typische australische Farm hat die Fläche des Kantons Tessin. Früher bewirtschaftete Familie Oldfield ihre Farm fast ausschließlich auf dem Rücken von Pferden. Darum halten Vater Shane und Sohn Clayton noch eine Herde halbwilder Pferde - "aus Sentimentalität", wie Shane Oldfield sagt. Als "Benzin-Cowboy" ist Sven Furrer auf dem Motorrad unterwegs - ein wildes Abenteuer mitten im Outback. Nach zehn Tagen in der Wildnis erreicht er die Südküste. Auf der Suche nach einem Surflehrer findet er zufällig Daniel "DJ" Skinner, einen sympathischen Kauz ohne festen Wohnsitz. Daniel lebt den Traum der großen Freiheit, übernachtet am Strand und zeigt Sven Furrer, wie er das Glück auf der perfekten Welle findet. In der Millionenstadt Melbourne lernt Furrer eine ganz andere Seite des roten Kontinents kennen, modern und urban: Er hat sich mit der Künstlerfamilie Nelson verabredet. Tochter Olympia spielt Geige im Jugendorchester, ihre Mutter Polixeni Papapetrou ist eine berühmte Fotokünstlerin. Die Australier behaupten, auf ihrem Kontinent lebten die glücklichsten Menschen. Stimmt das? Sven Furrer will es wissen und reist 12.378 Kilometer durch das Land auf der Südhalbkugel.
16:05
In der dritten Folge trifft Sven Furrer in der Nähe von Canberra auf Karreen Thomas. Sie opfert ihre gesamte Freizeit für die "Australian Wildlife Rescue Organisation". Sie kümmert sich um Känguru-Waisen, die meist durch Autounfälle ihre Mutter verloren haben. Urs Wälterlin, Australien-Korrespondent vom Schweizer Radio und Fernsehen, zeigt Sven die Hauptstadt Canberra. Gemeinsam besuchen sie das nationale Kriegsdenkmal. Seit jeher zieht Australien an der Seite des Mutterlandes England in Kriege und Schlachten. Auf der Farm von Charlie Prell taucht Furrer in das Leben der Schaf-Farmer ein. Die Region um die Stadt Goulburn war früher das Zentrum der australischen Wollproduktion. Edle Merinowolle eroberte von dort aus die ganze Welt. In den Blue Mountains trifft Sven Furrer Chris Darwin. Er ist der Ururenkel von Charles Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie. Der gebürtige Engländer führt das Erbe seines Ahnen fort und setzt sich für den Artenschutz ein. Die Australier behaupten, auf ihrem Kontinent lebten die glücklichsten Menschen. Stimmt das? Sven Furrer will es wissen und reist 12.378 Kilometer durch das Land auf der Südhalbkugel.
16:50
Diesmal besucht Sven Furrer Sydney. In der größten Stadt Australiens steuert er nicht das berühmte Opernhaus an, sondern trifft die Globetrotter Charis und George Schwarz. Er ist Schweizer, sie Australierin. Sie lernten sich vor über 50 Jahren in Spanien kennen und fuhren mit dem Motorrad durch die ganze Welt. Das nächste Reiseziel ist "Daintree National Park". In dem Regenwald des Parks lebt rund ein Drittel aller Säugetiergattungen Australiens. Auch 700 Pflanzen wachsen ausschließlich an diesem kleinen Fleck. Furrer trifft Alex Cheesman von der James Cook University. Der Biologe erforscht die Auswirkungen des Klimawandels auf den Regenwald. Mit einem Kran schwebt Cheesman in die Baumkronen der Urwaldriesen. Im tropischen Norden Australiens gilt in vielen Gewässern ein striktes Badeverbot. Immer wieder kommt es zu tödlichen Angriffen von Salzwasserkrokodilen. Der Krokodilexperte Charlie Manolis erklärt, warum die gefürchteten Reptilien trotzdem wertvoll für die Region sind. Furrer hilft mit, als der Chef-Wissenschaftler des "Crocodylus Park" mit seinen Mitarbeitern ein riesiges Salzwasserkrokodil fängt und umsiedelt. Auf der Gibb River Road lockt das Abenteuer: Die legendäre Offroad-Piste führt 660 Kilometer durch die wildromantische Region der Kimberley. Die Australier behaupten, auf ihrem Kontinent lebten die glücklichsten Menschen. Stimmt das? Sven Furrer will es wissen und reist 12.378 Kilometer durch das Land auf der Südhalbkugel.
17:30
In der fünften Folge erkundet Furrer die Kimberleys. Dort, im Nordwesten Australiens, reist er ins unberührte Buschland und taucht ein in die Welt der Aborigines. Er lebt drei Tage lang bei Neville Poelina vom Stamm der Nyikina und lernt, wie man mit den Blättern eines bestimmten Baums Schmerzen lindern kann. Weiter geht die Reise in die Minenstadt Newman. Das Durchschnittsalter der rund 5000 Einwohner beträgt nur 32 Jahre. Wer in Newman lebt, arbeitet entweder in der Mine oder für ein Zulieferunternehmen. Im Tagebau werden fast 40 Millionen Tonnen Eisenerz pro Jahr abgebaut. Furrer besucht die riesige Eisenerzmine von Mount Whaleback. Nobby Clark arbeitet seit 20 Jahren als Kranführer dort und ist der Coach der Newman Saints, einer von vier Football-Mannschaften in Newman. Furrer begleitet ihn zum Match der Saints gegen die ungeschlagenen Erzrivalen der Centrals. Weil viele seiner Spieler Schicht arbeiten, kann Nobby nie verlässlich planen. Auch heute fehlen ihm wichtige Spieler, und er muss selbst auf das Spielfeld. Die Australier behaupten, auf ihrem Kontinent lebten die glücklichsten Menschen. Stimmt das? Sven Furrer will es wissen und reist 12.378 Kilometer durch das Land auf der Südhalbkugel.
18:15
In der letzten Folge reist Sven Furrer in die ehemalige Minenstadt Wittenoom. Zur Geisterstadt gibt es im Reiseatlas sogar einen Warnhinweis: Wer die Stadt besucht, riskiert seine Gesundheit. Denn in Wittenoom wurde in den 1950er-Jahren Asbest abgebaut. Rund 2000 Menschen sollen an den Spätfolgen gestorben sein. Furrer wagt sich in die Sperrzone und macht überraschende Bekanntschaften. Die nächste Station ist das Ningaloo Reef im Nordwesten. Dort geht Furrer mit der Meeresbiologin Dani Rob und riesigen Walhaien schwimmen. Der glückliche Kontinent hat noch eine Schattenseite: In Australien gelten äußerst rigorose Gesetze für Flüchtlinge. Hinter Stacheldraht müssen sie oft bis zu drei Jahre lang ausharren und auf ihren Asylentscheid warten. Sven Furrer lernt einen afghanischen Flüchtling kennen, der endlich sein "Lucky Country" gefunden hat. Die Australier behaupten, auf ihrem Kontinent lebten die glücklichsten Menschen. Stimmt das? Sven Furrer will es wissen und reist 12.378 Kilometer durch das Land auf der Südhalbkugel.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:18
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:20
Bearbeitete Fassung Welche Traditionen gibt es in Österreich, und was ist ein "typisches" Ritual? Wladimir Kaminer geht auf eine spannende und unterhaltsame Suche nach dem Brauchtum in der Alpenrepublik. Zum vierten Mal mischt sich Wladimir Kaminer unters österreichische Volk und entdeckt diesmal die dort typischen Bräuche und Traditionen. Der Autor lernt auf der Reise das Maibaumstehlen, Walzer tanzen, Krampusse und eine "Kürbis-Bürgermeisterin" kennen. In der Wiener Hofburg besucht er den Jägerball, lernt in der legendären Tanzschule Elmayer das "Walzieren" und lässt sich bei den Trachten-Expertinnen Anna und Gexi Tostmann stilgerecht einkleiden. Im oberösterreichischen Mühlviertel trifft Kaminer die "Maibaum Crew" und stiehlt mit der Truppe einen Baum - ein Brauch, der ausnahmsweise von den Behörden geduldet und nicht strafrechtlich verfolgt wird. Die Aktion findet in der Nacht statt und erfordert koordiniertes Vorgehen, damit der um die 1000 Kilo schwere Maibaum beim Sturz keinen Schaden anrichtet. Bei den "Haller Salzteufeln aus dem Gangerlgraben" lernt der Autor, was es braucht, um sich in einen typischen Krampus zu verwandeln. Die gruseligen Masken werden dort traditionell von Hand geschnitzt. Wladimir Kaminer erinnert der Brauch an die russische Version des Weihnachtsmanns, "Väterchen Frost", vor dem er sich als Kind gefürchtet hat. An einem der heißesten Sommertage erlebt Kaminer in Bad Ischl einen Hauch Monarchie bei den "Kaisertagen". Dafür schlüpft er in ein bürgerliches Outfit der Jahrhundertwende mit Gehstock und Zylinder. Abgerundet wird der Tag in einem typischen k. u. k. Kaffeehaus, in dem er mit den Mitgliedern des Nostalgievereins über die Kaiserzeit sinniert. Ende des Sommers ist Erntezeit: Das bringt Wladimir Kaminer nach Preding in der Steiermark, wo dem Kürbis zu Ehren ein mehrtägiges Fest ausgerichtet wird. Höhepunkt der Festlichkeiten ist die Wahl eines Kürbisbürgermeisters oder einer Kürbisbürgermeisterin. Einst saßen dabei Vertreter der verschiedenen Zünfte um einen Tisch, in der Mitte stand eine Schale mit Grießbrei. Auch heute noch fällt ein Kürbis in diese Schale, und wer am meisten vom Grießbrei abbekommt, gilt als gewählt. Kaminer darf als Juror mitstimmen. In "Kaminer Inside - Brauchtum in Österreich" wird getanzt, gestohlen, erschreckt und vor allem: sich verkleidet. Eine spannende und amüsante Reise durch die Alpenrepublik.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Hauptkommissarin Susanne Winkler wird mit fünf Angestellten in einem Versicherungsbüro als Geisel festgehalten. Ihre Kollegin Nina Petersen übernimmt den Fall und muss schnell handeln. Doch wer ist der unbekannte und nervöse Geiselnehmer? Hat die Entführung von Winkler etwas mit dem seltsamen Telefonanruf zu tun, den sie zuvor bekam? Und was hat es mit dem im Gefängnis einsitzenden Michael Broder auf sich, der freigepresst werden soll? Gibt es einen Zusammenhang mit der Geiselnahme? Der Versuch, den Anruf der Kommissarin zurückzuverfolgen, scheitert auf ganzer Linie. Die Geiselnahme droht aus dem Ruder zu laufen.
21:45
Kaum eine Insel ist stärker geprägt von Gegensätzen als Sylt: zwischen Luxus und Ursprünglichkeit, Glamour und natürlicher Idylle. Ein bildgewaltiger Blick auf einen Ort voller Magie. Unter seiner Attraktivität leidet Sylt allerdings auch: Mehr als 750.000 Besucher jährlich statteten der Insel vor Corona einen Besuch ab, zum Nutzen, aber auch zum Leidwesen der Einheimischen. Dieser Film wirft einen Blick auf die Parallelwelt im hohen Norden. Außergewöhnlich ist für viele Touristen allein schon die Anreise nach Sylt. Die meisten kommen mit ihrem Wagen huckepack auf dem Autotransporter von Niebüll aus mit der Bahn an, erleben rechts und links des Hindenburgdamms die Wasserwelt des Wattenmeers. Auf der Insel geht es mit den Gegensätzen weiter: zwischen Luxus und Ursprünglichkeit, zwischen Kampen und Camping. Sylt ist eine Insel der Gegensätze. Quirliges Leben in Westerland, menschenleere Strandabschnitte am Lister Ellenbogen. Die Kurzreportage gibt einen Einblick in die Parallelwelt einer majestätischen und vermeintlich extravaganten Insel, jenseits der Touristen-Hotspots. Im Mittelpunkt des Films stehen dabei auch waschechte Insulaner, wie Landwirt John-Ricklef Petersen. Er ist einer von rund 14.000 Menschen, die von dort stammen und sogar noch den Sylter Dialekt Söl'ring beherrschen. Seit mehr als 100 Jahren betreibt die Familie Petersens auf den Wiesen der Insel Landwirtschaft, bereits in dritter Generation. Das Herzstück des landwirtschaftlichen Biobetriebes bilden die 250 Galloway-Angusrinder aus eigener Zucht. Die Familie arbeitet auch dann auf den Feldern und am Deich, wenn in der Hochsaison die Touristen in ihren Hotel- und Ferienhausbetten noch schlummern. Das Verhältnis zwischen ihnen und den Einheimischen ist zwiegespalten. Die Insel lebt vom Tourismus, doch die Naturschutzgebiete werden dadurch belastet und treiben die Immobilienpreise in die Höhe. Viele Einheimische können sich ihre eigene Insel schon lange nicht mehr leisten. Inzwischen fest verwurzelt mit der Insel ist der 20-jährige Phillip Grossmann. Ihn findet man meist vor Sylts Südspitze, etwa sechs Kilometer von Bauer Petersens Salzwiesen entfernt, auf der "Simon Alexander". Es ist eines von nur fünf Fangschiffen, das vor Sylt Muscheln fischen darf. Die Ausbeute ist groß, denn Sylt gilt als ein Paradies für Miesmuscheln. Landwirt John-Ricklef Petersen hat nicht nur seine Rinder ständig im Blick, sondern vor allem auch seine ebenso vielen Salzwiesen-Schafe, 250 wollige Ureinwohner von Sylt. Sie weiden bis in den November hinein auf den Salzwiesen an der Ostseite der Insel und bestimmen den Jahresrhythmus der Familie. Alles ist fast auf den Tag genau getaktet, damit rechtzeitig zu Ostern etwa 400 Lämmer das Licht der Welt erblicken.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:25
Brock will es zu Ende bringen. Die Abrechnung mit dem korrupten Polizisten Mesek steht unmittelbar bevor. Mithilfe einer prominenten Journalistin sammelt er Beweise. Diese sollen Meseks Machenschaften aufdecken. Doch der bekommt Wind von der Aktion und dreht den Spieß um. Mit fatalen Folgen für den Kriminalpsychologen Brock und die Personen in seiner unmittelbaren Nähe. Der Frage der "Schuld" gilt es auf den Grund zu gehen, wenn Heino Ferch wieder auf den "Spuren des Bösen" wandelt.
23:55
Hauptkommissar Erichsen und sein Kollege Kruse fahren in einer kalten Winternacht zu einem Einsatzort, an dem es einen spektakulären Autounfall gegeben hat. Im Straßengraben hängt ein nagelneuer Sportwagen. Das andere Unfallauto ist ein 20 Jahre alter Kleinwagen. Emma Graf, alleinerziehende Mutter und Krankenschwester, steht mürrisch vor ihrem demolierten Auto. Jacky Herbst, Besitzer des Sportwagens und Unfallgegner, ist ein erfolgreicher Entertainer und Comedian, ein pseudofeministischer Macho, der die Krise des Mannes propagiert. Mithilfe seines windigen Managers Leo Strootmann und vor allem seines Beifahrers Holm Brülls, der als vermeintlicher Fahrer die Schuld auf sich nimmt, kann Jacky den Unfallort verlassen. Doch zuvor lässt er noch eine "Bombe" platzen: Es sei auf sie geschossen worden. Oben auf der Brücke habe er den Sniper gesehen. Ein überzogener Witz des durchgeknallten Comedians? Von wegen! Ein paar Stunden später ist Holm Brülls tot. Erschossen in der Toilette des Theaters. Wer hat es hier auf Comedians abgesehen und warum? Die Ermittlungen zeigen, dass der Fall auch mit einem vermeintlichen Vergewaltigungs- und Selbstmordopfer zu tun zu haben scheint: der Komapatientin Carlotta, die ausgerechnet auf Emma Grafs Station liegt. Hauptkommissarin Brenner klemmt sich hinter den alten Fall.