04:05
"28 Minuten" ist das Polit-Magazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe. Montags bis donnerstags moderiert von Élisabeth Quin, freitags und samstags von Renaud Dély.
05:10
Die Folge von "Haunted Places" führt zu schottischen Orten, an denen sich Geschichte, Legenden und Spukgeschichten bis heute überlagern. Sie stellt Bram Stokers Inspirationsorte für den Roman "Dracula" an Schottlands Nordostküste vor. Außerdem geht sie den Spukgeschichten rund um das Kilmarnock Arms Hotel und das berüchtigte Fyvie Castle nach. Traquair House, das als das älteste bewohnte Haus Schottlands gilt, und das verschlossene "Bear Gate" erzählen von jahrhundertealter Treue, während das Schlachtfeld von Culloden den schicksalhaften Untergang der Jakobiten vergegenwärtigt. Am Ufer von Loch Ness begegnet die Dokumentation einem selbst ernannten "Nessie-Jäger" und erfährt, was ihn auf seiner jahrzehntelangen Mission antreibt. "Schottlands Geister und Highlands" entführt in eine Welt, in der Geschichte lebendig bleibt und Mythen zum Alltag gehören.
05:55
Im August ist es endlich wieder so weit, die kleine Stadt Sète bereitet sich auf das Fest Saint Louis vor. Die Stadt ist in Aufruhr, denn sie feiert sechs Tage lang ein Fest zu Ehren von Ludwig XIV, dem Gründer des Hafens von Sète im Jahr 1666. Anlässlich dieses Festes werden die Joutes Languedociennes ausgetragen, die prestigeträchtigen Seespiele. Christophe Bancilhon und auch sein Sohn Vincent werden in unterschiedlichen Gewichtsklassen antreten - der mit den Jahren etwas beleibte Vater Christophe in der Kategorie Schwergewicht. Werden sie den ersehnten Sieg einfahren können? In Sète gibt es sieben Ritterspielvereine, einer davon ist der 1947 gegründete Jeune Lance Sétoise. Jeden Dienstag trainieren die Aktiven in ihrem Stadtviertel auf Holzkarren, die die Boote simulieren, die später beim Turnier auf dem Wasser gegeneinander antreten. Immer und immer wieder werden die Abläufe und Bewegungen trainiert. Es geht darum, einen ganz selbstverständlichen Automatismus zu erreichen, denn Präzision ist das Wichtigste in den nicht ganz ungefährlichen Duellen. Vor den Wettkämpfen des Fischerstechens, wie die Spiele auch genannt werden, findet ein Umzug der ganz in weiß gekleideten Stecher statt, der von traditioneller Musik begleitet wird. Danach stellen sich die Stecher auf das Standpodest des Bootes, um das Turnier zu beginnen. Zum Zeitpunkt des Angriffs berühren sich die beiden Boote auf der rechten Seite, um den Stechern zu ermöglichen, mit Hilfe von Schild und Lanze den Sturz des Gegners ins Wasser zu bewirken. Gewinner ist derjenige, der auf seinem Standpodest stehenbleibt. Die Turniere werden verbissen geführt, die Kampfwerkzeuge wirken martialisch. Die Turniere sind weitaus mehr als nur ein Sport, es geht um Kameradschaft, um Freundschaften, um historische Rituale und letztlich um Ehre und Familie.
06:50
Der Klassiker unter den Trockenfischen in Mumbai: Bombay Duck / Ein Biss'chen Heimat: Arbinder, ein Inder in England / Ran an die Töpfe!
07:20
Linda Lorin lädt ein zu einer Reise an vier besondere Orte, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Paris: Nina Berberovas Chroniken aus dem russischen Exil / Bosnien: Olympisches Überbleibsel des Brutalismus / Schottland: Nikkis Käse-Scones / Spanien: Ein Franco kommt selten allein
08:05
Linda Lorin lädt zu einer Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Glasgow: Depardons ungeschönter Blick / Philippinen: Die verzaubernde Insel Siquijor / Kanada: Was ist groß, haarig und unauffindbar?
08:55
Zwischen Karpaten und Donau wurde im Mittelalter immer wieder gekämpft: Kriege, Einfälle und Plünderungen prägten die Geschichte der Region. Im 15. Jahrhundert regierte in der Walachei Vlad III., genannt "der Pfähler". Jahrhunderte später ließ sich Bram Stoker von seinem Namen und einzelnen historischen Bezügen zu seiner berühmten Romanfigur Graf Dracula inspirieren. Die Dokumentation untersucht, wie die Geschichten und Mythen um Graf Dracula die Orte prägen, an denen sie spielen. Und sie zeigt ungestörte Natur, wie sie in Europa nur selten zu finden ist: Mehr als die Hälfte der europäischen Braunbären lebt in den wilden Wäldern der Karpaten, ebenso Adler, über 3.000 Wölfe, Eulen, Krähen und Fledermäuse. Forscherinnen und Forscher geben Einblick in ihre Arbeit mit Krähen und Fledermäusen und klären über Mythen und Vorurteile über die unheimlichen Tiere auf.
09:35
Das Team reist nach Südfrankreich, ins heutige Lozère. Die Dokumentation begleitet den Historiker Bernard Soulier und den Illustrator Jean-Charles Poupard auf einer spannenden Recherchereise. Soulier beschäftigt sich seit fast 50 Jahren mit der Geschichte der Bestie von Gévaudan, der Illustrator Poupard arbeitet an einer Graphic Novel über die Angriffe. Gemeinsam besuchen sie Originalschauplätze entlang der Cevennen am Rande des Zentralmassivs, durchsuchen Archive und versuchen vor Ort, das Rätsel zu lösen. Sie gehen den Legenden und Mythen um die Bestie von Gévaudan nach. Neben den Spuren der Bestie von einst besucht das Team einzigartige Orte wie den Parc des Loups, die Réserve des Bisons d'Europe und das Programm der französischen Tierschutzorganisation LPO ("Ligue pour la Protection des Oiseaux") zur Wiederansiedlung von Geiern. Gemeinsam mit den Einwohnern der Region entdeckt das Team die faszinierende Flora und Fauna der Gegend.
10:20
Die Folge "Louisianas schaurige Sümpfe und mystische Wesen" führt in die geheimnisvolle Welt der Swamps im Süden der USA. Zwischen Sumpf und Großstadt verläuft hier eine unsichtbare Grenze zwischen Mythos und Wahrheit, Vergangenheit und Gegenwart. Die Reihe widmet sich Regionen unserer Welt, die durch Spuk- und Geistergeschichten bekannt sind. Die Entdeckungsreise führt dieses Mal von den endlosen Bayous des Honey Island Swamp, wo Einheimische von einem geheimnisvollen Monster erzählen, über die sagenumwobenen Friedhöfe von New Orleans bis zu den verlassenen Plantagen am Bayou Teche, wo die Geister einstiger Sklaven bis heute durch die Häuser spuken sollen. Vampirlegenden und düstere Schicksale der Vergangenheit erwachen auf unheimliche Weise zu neuem Leben. Voodoo-Priester zelebrieren uralte Schutzrituale. Die Cajuns bewahren hier über Generationen ihre Musik und ihre Kultur. Und das alles inmitten der einzigartigen Sumpflandschaft Louisianas.
11:25
Die Varroamilbe gilt als einer der gefährlichsten Parasiten der Honigbiene. In weiten Teilen Europas müssen Imkerinnen und Imker ihre Völker regelmäßig behandeln, damit sie überleben. Ganz anders im Nordwesten von Wales: Hier werden Bienen einer ganzen Region seit Jahren ohne jede Chemie gehalten. Um herauszufinden, warum das dort funktioniert, reist der deutsche Imker Christian Schneider nach Wales. Er besucht Imker, die auf lokal angepasste Bienen setzen, und entdeckt Völker, die ohne menschliche Hilfe in Bäumen und Hausdächern leben. Manche der Bienen tragen noch Merkmale der sogenannten dunklen Biene, die ursprünglich in dieser Region heimisch war und mit dem kühlen, feuchten Klima gut zurechtkommt. Auch die deutschen Bienenforscher Roland Sachs und Sigrun Mittl sind auf der Suche nach Erklärungen für die walisischen Erfolge. Sie glauben, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den Brutnestern eine Rolle spielen und beobachten das Verhalten der Tiere. Und tatsächlich: In den Bienenstöcken der walisischen Biene messen sie eine auffallend höhere Temperatur. Die besondere Wehrhaftigkeit der "hitzigen" walisischen Biene bekommt das Forscherpaar dabei am eigenen Leib zu spüren ... Für Christian Schneider zählt vor allem eines: Die walisischen Imker haben über viele Jahre Erfahrungen geteilt, mit den Bienen ihrer Umgebung gearbeitet und gemeinsam einen neuen Weg eingeschlagen. Nur indem sie angepasst an ihre regionalen Bedingungen konsequent an einem Strang ziehen, weder Bienen von außen holen noch behandeln, konnten sich ihre Bienen optimal anpassen.
11:55
Das Gericht der Indigenen von Taiwan: Cinavu / Ein Biss'chen Heimat: Jie-Fu, ein Taiwaner auf Malta / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt ein zu einer Reise an vier besondere Orte, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Bayern: Marianne von Werefkin revolutioniert die Malerei / Dem Baskischen Wal auf der Spur / Malaysia: Phylis' Curry Puffs / Irland: Die Piratenkönigin
13:10
Linda Lorin lädt zu einer Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Demokratische Republik Kongo: Der Moloch Kinshasa / Kyoto: Stadt des Kimonos / Paris: My Taylor is Haute Couture
14:00
Auf der Suche nach seiner Frau Charlotte kehrt Nicolas aus dem amerikanischen Exil nach Frankreich zurück. Doch dort herrscht Bürgerkrieg und Nicolas gerät in eine Reihe abenteuerlicher Situationen ... - Jean-Paul Rappeneau gelingt es, mit "Musketier mit Hieb und Stich" (1971) eine Zeit des Terrors und Krieges als transatlantische Westernkomödie zu inszenieren. Nachdem Nicolas Philibert einen Aristokraten getötet hat, muss er nach Amerika fliehen und seine Frau Charlotte zurücklassen. Die beiden kennen sich seit Kindertagen. Eine Wahrsagerin prophezeite, dass Charlotte einen Fürsten heiraten und Nicolas seinen Weg in einer neuen Welt machen würde. In den USA gelangt Nicolas tatsächlich zu Wohlstand, will ein zweites Mal heiraten und muss sich dafür zunächst von Charlotte scheiden lassen. In Frankreich, wo inzwischen die Revolution tobt, gerät Nicolas selbst ins Schussfeld. Die Revolutionäre glauben, er sei ein Spion und schlagen ihn in die Flucht. Auf dem Land gerät er jedoch in die Hände der Royalisten ... Jean-Paul Rappeneau transformiert in "Musketier mit Hieb und Stich" eine kriegerische Zeit in eine Komödie. Sein Abenteuerfilm bietet turbulente Unterhaltung, ohne die historischen Fakten zu verfälschen. Die beiden Hauptdarsteller Jean-Paul Belmondo und Marlène Jobert glänzen in einer insgesamt außergewöhnlichen Besetzung.
15:50
Die Nazca-Wüste im Süden Perus ist eine der trockensten Regionen der Erde. Regen ist auf der riesigen Ebene aus Sand und Steinen eine Seltenheit - und dennoch scheinen manche grüne Oasen die Gesetze der Natur herauszufordern. Ihr Geheimnis steckt unter der Erde: ein Bewässerungssystem aus Brunnen und Kanälen, das "Puquios" genannt wird und vor rund 1.500 Jahren von der Nazca-Zivilisation angelegt wurde. Die Nazca sind für die mysteriösen Scharrbilder in der umliegenden Wüste, aber auch für ihre umfassenden hydraulischen Kenntnisse bekannt. Um das tief in der Erde liegende Grundwasser zu nutzen, legten sie unterirdische Kanäle mit teils spiralförmigen Zugangsschächten an. Der Wind, der dort hineinströmt, hält das Wasser in Bewegung und reichert es mit Sauerstoff an. So wird Leben inmitten einer der unwirtlichsten Umgebungen der Welt möglich. In einer Zeit, in der die Wasserressourcen auf der ganzen Welt knapper werden, eignen sich die Menschen althergebrachtes Wissen und neue Techniken an, um das blaue Gold zu schützen und gerechter zu verteilen. Von der afrikanischen Savanne bis zu den Ausläufern des Himalaya und von den trockenen Wüsten Südamerikas bis zu den üppigen Tälern Indonesiens stellt die Serie diese "Wasserpioniere" vor, die sich aktiv für die Erhaltung ihres Landes und ihrer Lebensweise einsetzen, um ihren Kindern eine sichere Zukunft zu bieten.
16:20
Lahemaa bedeutet auf Estnisch "Land der Buchten". Entlang der Küste erstrecken sich vier Halbinseln, sieben Flüsse und ein riesiges Urwaldgebiet. Der Park ist dünn besiedelt, dadurch kann sich die Natur ganz unberührt entfalten. Die meisten Dörfer finden sich entlang der Küste, einige, wie das alte Kapitänsdorf Käsmu, sind heute vor allem bei Künstlern beliebt. Das alljährlich stattfindende Musikfestival Viru Folk zieht im Sommer viele Besucher an. In Käsmu finden sich auch die meisten Findlinge in Lahemaa. Große Felsbrocken, die vor Tausenden von Jahren mit der Eisschmelze an die Küste geschwemmt wurden und heute unter besonderem Schutz stehen. Hier gibt es einen Fluss, in dem noch Perlenmuscheln leben. In ganz Nordeuropa sind sie vom Aussterben bedroht. Hier werden sie liebevoll gepflegt und erhalten. Weitere Besonderheiten: der ehemalige sowjetische U-Boot-Hafen Hara, der inzwischen verfällt und Graffiti-Künstler inspiriert, eine große Braunbärenpopulation und alte Gutshäuser, in denen im 19. Jahrhundert vor allem deutsch-baltische und schwedische Adelige gelebt haben. Das größte von ihnen ist das Gut Kolga, das eine bewegte Geschichte hat und erst in jüngster Zeit von Kunststudenten restauriert wird.
17:05
Der Nationalpark Soomaa ist berühmt für seine fünfte Jahreszeit. So nennen die Einheimischen das Hochwasser nach der Schneeschmelze im Frühjahr. Dann bewegen sich die Bewohner Soomaas fast ausschließlich mit Kanus und traditionell gefertigten Einbäumen aus Espenholz von Tür zu Tür. Der Einbaum-Bootsbau ist estnisches Kulturgut, die Bautechnik gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Aivar Ruukel ist einer der bekanntesten Einbaum-Baumeister des Landes. Und einer von nur 50 Esten, die hier im Nationalpark leben. Soomaa ist äußerst feucht und menschenleer, was wiederum Kraniche und andere Vogelarten fast magisch anzieht. Der Nationalpark ist seit mehr als 30 Jahren ein Vogelschutzgebiet von internationaler Bedeutung. Soomaa bedeutet auf Estnisch "Sumpf" oder auch "Moorland". Moorlandschaften spielen in der estnischen Mythologie eine wichtige Rolle und werden als geheimnisvolle Orte betrachtet. Das Moor von Öördi gehört zu den großen Mooren in Soomaa. Die Hochmoore sind die ältesten; ihre Geschichte reicht bisweilen über 10.000 Jahre zurück. Die jüngsten Einwohner Soomaas sind die Zwillinge Tuul und Torm und ihr Bruder Küü - die drei Söhne der Kanulehrer Rene Valner und Mariell Jüssi. Gemeinsam stellt sich die Familie den Naturgewalten. Dazu gehört der Kampf gegen Marder im Hinterhof oder die Organisation der Einkäufe nach Hochwasser. Das Wohnhaus der Familie steht auf einer der wenigen kleinen Inseln in Estland, die nur über eine Hängebrücke zu erreichen sind.
17:50
Im 19. Jahrhundert siedelte Bram Stoker seinen Roman "Dracula" in Transsilvanien mit seinen verfallenen Schlössern und blutigen Legenden an. Heute ist die abgelegene Region Rumäniens, auch bekannt als Siebenbürgen, eines der letzten unberührten Wildnisgebiete Europas, mit atemberaubenden Landschaften und einer großen Artenvielfalt. Abgeschirmt durch die majestätischen Karpaten und durch ein jahrzehntelanges, hartes kommunistisches Regime konnte die einzigartige Naturlandschaft erhalten bleiben, die sich in manchen abgeschiedenen Gegenden seit dem Mittelalter kaum verändert hat. Die Menschen haben hier ihre Traditionen bewahrt und pflegen bis heute ihre Bräuche. Die ausgedehnten Bergketten und Urwälder Siebenbürgens sind die Heimat von Luchsen, Wölfen und einer Bärenpopulation, die einen Großteil der europäischen Bären ausmacht. Transsilvanien ist auch ein Paradies für einen wichtigen Protagonisten des Romans "Dracula": 26 Fledermausarten leben in den vielen Höhlen, Schlossruinen und alten Kirchenburgen. Wenn die Nacht hereinbricht, verlässt das Große Mausohr, eine der größten Fledermausarten Europas, sein Versteck, um in den tierreichen Wiesen und Wäldern zu jagen. Diese Mischung aus Geschichte, Folklore und Natur verleiht Transsilvanien einen ganz eigenen, ursprünglichen Zauber.
18:35
In den dichten Wäldern der Karpaten ist der Europäische Braunbär Teil eines komplexen, aber fragilen Ökosystems. Aus vielen anderen Regionen Europas ist das beeindruckende Raubtier bereits verschwunden, doch in den Karpaten findet sich der größte Bestand des Kontinents. Das Zusammenleben von Mensch und Bär hat sich hier recht harmonisch eingespielt. Am Rande der Arktis muss der majestätische Eisbär miterleben, wie sein Jagdgebiet, das Packeis, zunehmend dem Klimawandel zum Opfer fällt. Während die Tiere auf die Rückkehr des Packeises warten, müssen sie mit ihren Energiereserven haushalten. In Kamtschatka im äußersten Osten Sibiriens verlassen die Braunbären Anfang März den schützenden Bau. Die Weibchen werden von ihren Jungtieren begleitet, die im Dezember zur Welt gekommen sind. Hungrig warten sie auf die Ankunft der Lachse, die in den Flüssen stromaufwärts an ihre Laichorte zurückwandern, wo sie nach der Eiablage sterben. Im Norden Kanadas spürt Pierre Mann nicht nur Amerikanische Schwarzbären auf, sondern auch den legendären, äußerst seltenen Kermodebär, der in seiner Heimat - dem gemäßigten Regenwald British Columbias - auch "Spirit Bear" (Geisterbär) genannt wird. In der Mythologie der indianischen Ureinwohner dient das Tier als Vermittler zwischen der Welt der Lebenden und dem Jenseits.
19:20
ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen.
19:40
Vor anderthalb Jahren kannte Sofie Klippenspringen nur aus Videos in den sozialen Netzwerken. Inzwischen springt sie selbst aus Höhen bis zu zwanzig Metern. "Man ist völlig im Tunnel, weil natürlich auch ein Risiko mitspielt", beschreibt Sofie das Gefühl kurz vor dem Sprung. Ihr Freund Jonas weiß aus eigener Erfahrung, welche Folgen die riskanten Sprünge haben können. Er kämpft nach einer schweren Schulterverletzung bis heute mit einer mentalen Blockade. In diesem Sommer will Sofie zum ersten Mal bei einem internationalen Event springen und dabei auch bekannte Gesichter der Szene treffen, die sie bislang vor allem aus dem Netz kennt. Mit dabei ist auch Florian. Er ist Weltrekordhalter im sogenannten Death Diving, einer extremen Form des Klippenspringens. Seit seinem Rekordsprung aus rund 48 Metern ist er einer der Stars der Springer-Szene. Noch arbeitet er als Dachdecker, doch er träumt davon, durch Sponsoren zukünftig vom Sport leben zu können. Diesen Anspruch hatte Lionel, genannt Loulou, aus Südfrankreich nie. Mit 56 Jahren springt er noch regelmäßig von den Kalkfelsen seiner Heimat Cassis und gibt seine Erfahrung an Jugendliche weiter. Er warnt davor, sich von spektakulär inszenierten Clips in den sozialen Netzwerken zu Leichtsinn verleiten zu lassen, denn ohne Training und Sicherheitsmaßnahmen können die Sprünge lebensgefährlich sein. Für Loulou ist Angst ein wichtiger Begleiter - und doch will auch er mehr: Seit Monaten bereitet er sich auf einen Kopfsprung aus 42 Metern vor, mit dem er seinen Rekord in dieser Disziplin übertreffen will.
20:15
Nicholas Van Orton stammt aus einer vornehmen Familie, kontrolliert als Investmentbanker Millionensummen und lebt in San Francisco. Sein Leben scheint perfekt, wäre da nicht die Einsamkeit. Seine Frau hat ihn verlassen, und mit seinem labilen Bruder Conrad verbindet ihn wenig. Dennoch kreuzt Conrad an seinem 48. Geburtstag auf und schenkt ihm einen Teilnahmegutschein für ein neuartiges Erlebnisspiel. Noch bevor Nicholas recht weiß, ob er überhaupt teilnehmen will, ist er bereits in ein Spiel verstrickt, dessen Regeln er nicht kennt. Erst sind es nur Kleinigkeiten, die den Finanzmann irritieren: ein ausgelaufener Füllhalter, eine Aktentasche, die sich partout nicht öffnen lässt, eine Panne in einem Restaurant. Allmählich aber steigert sich die Intensität der Zwischenfälle. Nicholas wird erpresst, findet sein Haus in chaotischem Zustand vor und wird schließlich unter Drogen gesetzt und nach Mexiko verschleppt. Aus dem Geschäftsmann ist ein Verfolgter geworden, der niemandem mehr trauen kann und um sein Leben kämpfen muss. David Fincher stellt mit "The Game" wieder unter Beweis, dass er zu den eigenwilligeren Regisseuren Hollywoods gehört. Der technisch brillante, von dem Autorenteam Brancato und Ferris ("The Net") mit viel Dialogwitz ausgestattete Thriller zeigt Michael Douglas in der Rolle, die er am besten beherrscht: als autoritären Charakter, dessen Zusammenbruch den Blick auf die Defizite der amerikanischen Gesellschaft freigibt.
22:20
Es klingt nach einer urbanen Legende: Auf den Schulhöfen erzählt man sich von einer alptraumhaften Videoaufnahme, die alle nach sieben Tagen tötet, die sie gesehen haben. Tatsächlich sterben mehrere Schüler unter mysteriösen Umständen genau eine Woche, nachdem sie den Film angeschaut haben. Von der unheimlichen Geschichte fasziniert, besorgt sich die Reporterin Reiko das Video. Und die Legende scheint zu stimmen: Auch für sie läuft die Lebenszeit bald ab. Will sie überleben, muss sie den Fluch brechen. Offenbar steht eine ungesühnte Gewalttat mit den Todesfällen in Verbindung. Kann es sein, dass ein ruheloser böser Geist sein Unwesen treibt? Die Zeit drängt. Schrecklicher wird die Situation für Reiko noch, als sie erkennt, dass auch ihr kleiner Sohn das Video zu sehen bekommen hat. Regisseur Hideo Nakata gilt mit seinen Filmen als entscheidender Vertreter des Genres J-Horror. Auf seinen national wie international höchst erfolgreichen und aufsehenerregenden Spielfilm "Ring - Das Original" ("Ringu"), der auf einer populären Buchvorlage basiert, folgten mehrere Fortsetzungen, Remakes und Parodien; das Geistermädchen Sadako Yamamura wurde zum bleibenden Element der östlichen und westlichen Popkultur. Hideo Nakatas legendärer Gruselfilm kommt ohne allzu schrille Schockeffekte aus, seine unheimliche Atmosphäre wird wirkungsvoll durch Töne, Farbgestaltung und Kamerabewegungen erzeugt. Und das Rätselraten um die tatsächlichen Hintergründe und Umstände der furchterregenden Handlungselemente hält bis zum Schluss die Spannung hoch.
23:50
(1) Ball Face (2) Sauce Playground (3) Geier (4) Short Cuts (5) Zoom - Ruhe, wir schließen!