14:00
15:40
Nach drei Wochen auf hoher See erreicht der Katamaran "Nomade des Mers" endlich Brasilien. Die Hühner haben die lange Überfahrt prima überstanden, und in der Kajüte wuchern die Pflanzen. Aber Corentin, Pierre-Alain und Elaine sind erschöpft. Außerdem wollen sie mal etwas anderes essen als Eier, Würmer und Salat. Sie legen in Recife im Norden des Landes an und quartieren sich für einige Tage im Öko-Schulungszentrum Serta ein. Hier werden einfache Lowtech-Lösungen für existenzielle Probleme wie den Zugang zu Wasser oder Energie angeboten. Der Garten des Zentrums ist eine wahre Lowtech-Fundgrube. Roberto Ferrera und andere Lehrer zeigen den dreien ihre selbst entworfenen Schätze: Solaröfen, Wasserpumpen, eine Obstdarre und sogar eine Biogasanlage, mit der aus Kuhfladen Gas und Biodünger gewonnen werden. Überhaupt gibt es bei Serta viel zu lernen, die Crew möchte ihren Katamaran weiter verbessern, bevor es wieder auf See hinausgeht. Vor allem von der Biogasanlage sind sie angetan und wollen sie für den Katamaran nachbauen. Außerdem besuchen sie den Bauernhof von Fernando. Er hat bei Serta gelernt, den trockenen Boden profitabel zu bewirtschaften. Nun ist sein Betrieb ein Vorzeigehof für die Bauern der Region geworden.
16:10
Der Naturpark Sintra-Cascais, die "Riviera Portugals", ist ein Juwel der Iberischen Halbinsel. Paradiesische Strände treffen auf zerklüftete Hügel, majestätische Steilküsten und mystische Nebelwälder. Diese kontrastreiche Landschaft bietet seltenen Pflanzen- und Tierarten einen geschützten Lebensraum. Prächtige Paläste und geschichtsträchtige Monumente prägen die Region. Vom farbenfrohen Palácio Nacional da Pena bis zum asketischen Franziskanerkloster Convento dos Capuchos, erzählt jedes Bauwerk seine eigene Geschichte. Doch die Idylle ist bedroht: Waldbrände setzen der Region zu. Der Naturschützer João Cardoso de Melo kämpft mit innovativen Methoden für die Renaturierung - durch gezielten Rückschnitt, die Pflanzung von Korkeichen statt Eukalyptus und die Umsiedlung von Wildpferden schafft er ein nachhaltiges Ökosystem gegen den Klimawandel. Eine weitere Besonderheit des Parks ist die 66 Hektar große Wanderdüne Cresmina, ein dynamisches Sandmeer, das sich ständig verändert. Doch der Naturpark ist nicht nur ein Ort der Ruhe. Entenmuschelsammler Antonio wagt sich mit seinem Team täglich an die schroffen Klippen des Cabo da Roca, um die begehrten Meeresfrüchte aus dem tosenden Atlantik zu ernten - eine gefährliche Passion.
17:05
Das grenzüberschreitende Schutzgebiet vereinigt seit kurzem auf mehr als 30.000 Quadratkilometern zwei bereits existierende Nationalparks: den Skelettküsten-Nationalpark in Namibia und den Iona-Nationalpark in Angola. Die Landschaft ist auf beiden Seiten gleichermaßen von der Namib-Wüste geprägt. "Leerer Platz" oder "Ort, wo nichts ist" - das bedeutet "Namib" übersetzt. Die Wüste ist eine der trockensten Regionen der Erde. Nur wenige Tierarten können hier überleben. Viele Jahrzehnte trieben zudem Wilderer ihr Unwesen. In entlegenen Winkeln der Nationalparks finden sich heute noch Giraffen. Löwen und Wüstenelefanten aber sind dort nahezu ausgerottet. Die dezimierten Wildtierbestände zu schützen, das haben sich die Verantwortlichen in beiden Ländern vorgenommen. Das grenzüberschreitende Schutzgebiet steht noch ganz am Anfang und besonders auf angolanischer Seite sieht sich der neue Transfrontier-Park mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert. Nur wenn es gelingt, den hier seit jeher siedelnden Himba, die überwiegend als Ziegen- und Rinderhirten leben, eine Einkommensalternative zu bieten, kann das Projekt ein nachhaltiger Erfolg werden. Dass Erfolge in einem stabilen politischen und institutionellen Umfeld möglich sind, hat der Skelettküsten-Nationalpark in Namibia in den letzten 40 Jahren bewiesen. Wildtierpopulationen wachsen wieder an, die Bewohner werden aktiv in den Nationalpark eingebunden - im Ökotourismus genauso wie im Naturschutz. Dieses Erfolgsrezept gilt es jetzt auch auf den angolanischen Teil des neuen transnationalen Nationalparks zu übertragen.
17:50
Das Regenwaldgebiet des Yaguas-Nationalparks ist 8.700 Quadratkilometer groß - ein Vielfaches der Fläche aller Nationalparks auf dem deutschen Festland zusammengenommen. Für den Klimaschutz ist die Erhaltung einer derart riesigen Primärwaldfläche von großer Bedeutung. Yaguas liegt in der Region Loreto im Nordosten Perus. Das Gebiet gehört zum Amazonastiefland, ist sehr schwer zugänglich und extrem artenreich. Tausende unterschiedliche Pflanzen- und Tierarten wurden bisher darin nachgewiesen. Seinen Namen hat Yaguas vom indigenen Volk der Yagua, die hier seit Jahrtausenden zu Hause sind. Auch der Río Yaguas ist nach ihnen benannt. Er entspringt im Nationalpark und ist einer der wenigen Flüsse, die ihren Ursprung im Amazonasbecken haben. Die indigenen Gemeinden, die an seinem Rand leben, hängen wirtschaftlich jedoch von den reichen Ressourcen dieses Ökosystems, vor allem Fisch, ab. Daher ist der Schutz des Gebietes für sie überlebenswichtig. Auch der Arapaima, einer der größten Süßwasserfische der Welt, ist im weit verzweigten Flusssystem des Yaguas beheimatet. Die Einrichtung des Nationalparks war auch ein Wunsch der indigenen Anrainergemeinden. Sie wissen, dass der Park ihre Lebensgrundlagen sichert, und hatten den peruanischen Staat 2017 dazu aufgefordert, Yaguas zum Nationalpark zu erklären, um damit der Bedrohung des Gebietes durch illegalen Holzeinschlag, Goldwaschanlagen und Drogenplantagen Einhalt zu gebieten. Aber die Kokafelder rücken immer näher an den Nationalpark heran - es ist ein Wettlauf mit der Zeit.
18:30
Sie sind die vielleicht geheimnisvollsten Bewohner des Nationalparks Nam Et-Phou Louey: die in fast ganz Asien vom Aussterben bedrohten Nebelparder - leopardenähnlich aussehende Großkatzen. Auf der Suche nach einigen der letzten Exemplare der gefleckten Baumakrobaten begleitet die Dokumentation Akchousanh Rasphone, die 40-jährige Chef-Biologin des Parks, tief in den Nationalpark hinein. An Orte, die außer ihr noch niemand gesehen hat und die noch nie mit einer Kamera festgehalten worden sind. Rasphone ist die erste Laotin mit einem Doktortitel der Universität Oxford. Ein Hauptteil ihrer Arbeit ist die regelmäßige Auswertung der überall im Park aufgestellten Kamerafallen. Insgesamt 60 Ranger sind in Nam Et-Phou Louey im Einsatz, fast alle ehemalige Jäger aus den Dörfern im Schutzgebiet, die mit dem oft undurchdringlich scheinenden Waldgebiet seit Kindesbeinen vertraut sind. Die aktuell größte Gefahr bleiben die Wilderer. Pro Monat beschlagnahmen die Ranger im Durchschnitt ein Dutzend Gewehre und neutralisieren unzählige illegal aufgestellte Tierfallen. Die Naturschützer sind überzeugt, sie brauchen weitere Verstärkung in Nam Et-Phou Louey. Nur dann kann das gewaltige Nationalparkprojekt im Nordosten von Laos eine nachhaltige Erfolgsgeschichte werden.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen
19:40
Lazar Milutinovi? und Marko Andrejevi? sind Studierende aus Bor, einer Kleinstadt im Osten Serbiens, die vom Kupferbergbau lebt. Die beiden gehören zur Studierendenbewegung, die seit zwei Jahren gesellschaftlichen Wandel in Serbien vorantreibt. Bor leidet unter den Emissionen des Kupferbergbaus. Kritiker verweisen darauf, dass weiterhin hohe Schwermetallbelastungen gemessen werden: Viele Menschen erkranken an Krebs, die Lebenserwartung ist niedrig. Umweltingenieurin Snežana Šerbula untersuchte die Auswirkungen der Mine auf Bor über ihr gesamtes Berufsleben. Sie ist eine der bekanntesten kritischen Stimmen zum Bergbau in Serbien und hat viele wissenschaftliche Studien zu den Auswirkungen der Schwermetallemissionen auf die Natur und die Gesundheit der Menschen veröffentlicht. In der Reportage berichten Arbeiter, nicht ausreichend über mögliche Langzeitfolgen informiert worden zu sein. Auch aus der Bevölkerung kommt Kritik: Behörden und dem Unternehmen wird mangelnde Transparenz vorgeworfen. Lazar und Marko haben im Ort eine Oppositionsbewegung gegründet, die mehr Kontrolle und strengere Umweltauflagen fordert. Jasna Tomi? aus dem Dorf Krivelj in der Nähe von Bor droht wegen der Mine ihre Heimat zu verlieren. Das Dorf, das seit Jahrhunderten von der ethnischen Minderheit der Walachen bewohnt wird, soll der Mine weichen. Viele Nachbarn haben das Dorf bereits verlassen. Auch Jasna ahnt, dass sie ihr Zuhause verlieren wird, und kämpft darum, dass wenigstens die Dorfgemeinschaft als Ganzes eine neue Heimat erhält.
20:15
Er ist ein musikalisches Genie, seine Fans sehen in ihm den Mozart des 20. Jahrhunderts: Paul McCartney. Er wurde 1942 geboren und hat als Sänger und Bassist der Beatles nicht nur Musikgeschichte geschrieben, sondern hatte ebenso Einfluss auf die Jugendkultur seiner Generation. Die Beatles haben der Jugendkultur der 1960er Jahre Ausdruck und Stimme gegeben, erst in Europa und dann weltweit. Dabei waren sie Motor wie auch Profiteure der gesellschaftlichen Entwicklungen der Zeit. Bis in die späten 1950er Jahre hinein gab es "Jugend" als eigenständige gesellschaftliche Kategorie nicht. Junge Leute kamen früh in den Job, heirateten, bekamen Kinder, hörten die gleiche Musik und trugen die gleiche Kleidung und Frisuren wie ihre Eltern. Mit den Beatles sollte sich das ändern. Die selbst komponierten Songs und Texte der vierköpfigen Band aus Liverpool inspirierten Millionen von Teenagerinnen und Teenagern weltweit, selbst Musik zu machen. Und kurbelten deren Kaufkraft an: Der neu entdeckte Wirtschaftsfaktor der Jugend ermöglichte unter anderem enorme Plattenverkäufe. Bereits früh wurde Paul McCartney zum Millionär. Doch der Ausnahmemusiker ist bis heute bodenständig geblieben. Auch nach der Auflösung der Beatles hörte McCartney nicht auf, Musik zu machen. Inzwischen engagiert er sich ebenso für Tierwohl und lebt der Öffentlichkeit vor, dass man sich auch vegetarisch ernähren kann. Damit ist er bis heute vielen Menschen ein Vorbild geblieben.
21:05
Im August 1960 kommen fünf Musiker nach Hamburg, mehr Schülerband als Profimusiker. Sie spielen als "The Beatles" täglich mehrere Stunden in einem Stripclub - vor einem aggressiven, betrunkenen Publikum. Als sie im Dezember 1960 nach Liverpool zurückkommen, sind sie nicht mehr wiederzuerkennen. Der Film erzählt die Geschichte der Beatles kurz vor ihrer Weltkarriere. Zum ersten Mal waren die Beatles weg aus ihrer Heimatstadt, zum ersten Mal im Ausland - in einem Land, das noch wenige Jahre vorher im Krieg mit ihrem eigenen Heimatland war. Aber die Musiker sind nicht nur jung, sondern auch ehrgeizig. Und sie nutzen ihre Chance. Aber nach nur vier Monaten müssen sie Deutschland wieder verlassen. Beim Wechsel in einen neuen Club wurden sie angezeigt, verhaftet und ausgewiesen - George Harrison war noch nicht einmal volljährig. Zurück in Liverpool leckten sie ihre Wunden - das hätte auch das Ende der Beatles sein können. Aber sie hatten viel gelernt, in nur vier Monaten haben sie sich komplett verändert. Bei ihrem ersten Auftritt in Liverpool tauchten sie von Kopf bis Fuß in Lederkleidung auf - mit Haltung, Energie und Punk-Mentalität. "Wir sind in Liverpool geboren, aber in Hamburg groß geworden", sagte John Lennon. Der Film erzählt die Geschichte der ersten Jahre der Band zwischen Hamburg und Liverpool, bevor sie ihre Weltkarriere starteten. Mit Interviews und viel Archivmaterial vermittelt die Dokumentation wie sich das Leben in Liverpool und in St. Pauli zu Beginn der 1960er Jahre anfühlte.
22:00
Den Abend verbringen Roger und die anderen auf einer Party. Während Roger Laia kennenlernt, kommt Manu mit Marc ins Gespräch, einem Freund von Lucía. Pol und Steven geraten unterdessen mit Lucías rassistischen Freunden aneinander. Manu und ihre Freunde verlassen das Fest, um bei Pol eine Pyjamaparty zu feiern. Sie trinken Alkohol und werfen Tabletten ein, auch Viagra. Irgendwann ist Manu betrunken und schläft ein. Am nächsten Morgen leitet Pol ein Video des nächtlichen Geschehens weiter. Als er im Schwimmbad mit einem angeblichen Dreier prahlt, schließt sich Manu Lucía an und geht. Lucía spricht beim Treffen der Colla Manus Fall anonymisiert an. Manu begreift, dass es um sie geht, und verletzt versehentlich Pols Schwester Clàudia. Von Pol rüde angegangen, läuft Manu davon. Während Pol nun einem medialen Shitstorm ausgesetzt ist, vereinbaren seine Eltern mit der Anwältin der Familie eine auf Ausgleich angelegte Mediation, die Pol die Möglichkeit bietet, weitestgehend unbeschadet davonzukommen. Auch die Freundschaft zwischen Pol und Steven wird einer Belastungsprobe ausgesetzt: Steven und seine Familie könnten gezwungen sein, nach Venezuela zurückzukehren. Dennoch bietet Steven Pol an, die Schuld auf sich zu nehmen. Hin- und hergerissen von seinen Gefühlen, küsst Pol Steven.
22:50
Manu erwacht mit dem Gefühl, einen Filmriss zu haben. Als die Jungen über Sex mit ihr reden, fühlt sie sich wütend und elend. Schließlich geht sie, um allein zu sein. Am Abend trifft Manu sich mit Lucía und deren Clique, doch auch dort kreist das Interesse um den angeblichen Dreier. Zwar bestätigt Manu den Abend, kann sich aber an nichts erinnern. Lucía stellt klar, dass jegliche sexuelle Handlungen ohne Einverständnis ein Übergriff sind. Am nächsten Tag soll erneut ein menschlicher Turm gebildet werden. Wieder werden Pol, Steven und Manu die oberste Ebene darstellen, doch Manu erlebt einen Flashback, schwankt und stürzt ab. Lucía begreift, dass Manu etwas Fürchterliches passiert sein muss, und beschuldigt in ihrem Post Pol, Roger und Steven. Kevins Partner Edu bringt Manu nach Hause. Am nächsten Morgen bestätigt sie den Missbrauch und fährt mit ihrem Vater zur Polizei. Unterdessen macht auch Lucía ihre Aussage und räumt ein, ihren Post nicht mit Manu abgestimmt zu haben. Sie will sich mit Manu aussprechen und nimmt die Einladung an, bei ihr zu übernachten. Manu macht sich Sorgen um Pols und Stevens Zukunft, doch Lucía bekräftigt, dass sie keine Schuld an dem hat, was geschehen ist.
23:40
Daniel wird bewusst, wie belastend die Ereignisse für Steven sind. Als Vater bittet er seinen Sohn, für die Konsequenzen seines eigenen Handelns einzustehen, aber nicht die Schuld anderer auf sich zu laden. Zudem bittet er Steven, ihm Katalanisch beizubringen. Als Júlia Roger vom Schwimmbad abholt, empfindet sie einen kurzen Moment des Glücks, bis ihre Mutter sie über den Tod des Vaters informiert. Auch Martí erhält die Nachricht. An diesem Wendepunkt beschließt Júlia, ihren Sohn im Rahmen gewisser Regeln seine eigenen Entscheidungen treffen zu lassen. Zum ersten Mal vertraut Roger ihr an, was in der Johannisnacht wirklich passiert ist und dass er nicht den Mut hatte, etwas zu unternehmen. Nach der Trauerfeier entdeckt Estel auf dem Tablet ihrer Tochter Pornoseiten. Als sie Pol damit konfrontiert, kommt es zu einem heftigen Streit zwischen ihm und seinen Eltern, an dessen Ende er seine Schuld gegenüber Manu eingesteht. Nun endlich kommt die Familie seinem Wunsch nach und lässt eine Mediation zu, der Manu ebenso zustimmt wie Roger und Steven. Schließlich scheint der Weg geebnet für einen Neuanfang. Auch der Missbrauch, den Lucía erfahren hat, wird aufgedeckt. Für sie und ihre Mutter eröffnet sich eine neue Perspektive.