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TV Programm für ARTE am 27.09.2026

Die Mythen der Wikinger 05:10

Die Mythen der Wikinger: Odins Visionen

Geschichte

Odin, der größte aller Götter im Reich Asgard, ist besorgt. Seine heiligen Raben, die die neun Welten durchstreifen, berichten von Aufruhr: Die Riesen, einst Herren des Universums, bereiten ihre Rache vor. Die Menschen wenden sich von den Göttern Asgards ab. Auch die Kreaturen, die in den tiefsten Schatten lauern, drohen, entfesselt zu werden. Um zu erfahren, was die Zukunft für die Götter Asgards und die anderen Kreaturen des Universums bereithält, muss Odin eine schreckliche Prüfung bestehen: Neun Tage und neun Nächte lang wird er am Weltenbaum Yggdrasil hängen, ohne zu essen oder zu trinken. Auch sein linkes Auge muss er opfern! Während seines Martyriums wird der Göttervater von Visionen heimgesucht. Er träumt von einer schrecklichen Schlacht, und als er wieder zu sich kommt, hört er ein Wort, das das Schicksal aller besiegeln wird: "Ragnarök". Odin weiß nun, dass das Ende der Welt unausweichlich ist. Seine einzige Hoffnung ist es, das Unvermeidliche hinauszuzögern. Aber wie? Währenddessen stiftet Loki, der Gott des Feuers und der List, Unruhe in Asgard: Aus Langeweile schneidet er der schönen Göttin Sif, Gemahlin des Gottes Thor, ihr Haar ab. Thor fordert ihn auf, den Frevel wiedergutzumachen. Loki schmiedet daraufhin einen Plan, der bald über das Schicksal der Götter und der neun Welten entscheiden wird.

Die Mythen der Wikinger 05:40

Die Mythen der Wikinger: Kvasir und der Dichtertrank

Geschichte

Göttervater Odin ist nach wie vor um die Sicherheit Asgards bemüht und beschließt, eine Armee der tapfersten Männer aufzustellen. Den besten Soldaten verspricht er Ruhm, um sie dann zu verraten und auf dem Schlachtfeld sterben zu lassen. Seine Walküren, kriegerische Jungfrauen, die auf schrecklichen Pferden reiten, bringen die Krieger in eine große Halle namens Valhalla, wo sie die Armee der Toten bilden sollen. Währenddessen durchstreift Kvasir, ein perfektes Wesen, geschaffen aus dem Speichel der Götter, die neun Welten, um Wissen zu lehren. Eines Tages trifft er auf zwei Zwerge, die von Alchemie besessen sind. Diese ermorden ihn und machen aus seinem Blut einen magischen Trank, der jeden, der ihn trinkt, in einen Dichter verwandelt. Besorgt macht sich Odin auf die Suche nach Kvasir. Er überlässt seiner Frau Frigg die Herrschaft über Asgard, zusammen mit seinen Brüdern Vili und Vé. Frigg, die seit langem eifersüchtig auf Freya ist, entdeckt, dass diese einen heimlichen Geliebten hat und ihm zuliebe eine Riesin in die Mauern von Asgard eingeschleust hat. Als ihr Mann zurückkehrt, denunziert Frigg ihre Rivalin bei Odin. Wütend befiehlt der Vater aller Dinge Loki, Freyas wertvollsten Besitz zu stehlen: das magische Halsband Brisingamen. Doch der Gott Heimdall, ein Verbündeter von Freya, erkennt den Übeltäter. Er verwandelt sich in eine Robbe und fordert Loki zum Duell. An einem einsamen Strand kommt es zum erbarmungslosen Kampf zwischen den Göttern. Loki, gedemütigt und verletzt, entdeckt neue Gefühle in sich: Wut und Groll.

Das rote Haus 06:10

Das rote Haus: Überleben in Grönland

Dokumentation

Erster Teil der zweiteiligen Dokumentation: Seit Felle und Fleisch von Seehunden aus politischen Gründen nicht mehr gehandelt werden dürfen, haben die Jäger in Ostgrönland ihre Existenzgrundlage verloren. Stattdessen erhalten sie Sozialhilfe, finanziert von Dänemark. Die Dänen wollten allen Grönländern gleiche Chancen auf Bildung und Gesundheitsvorsorge bieten. Deshalb bekamen die Jäger und ihre Familien feste Häuser und wurden in Dörfer umgesiedelt. Dafür mussten sie ihr Leben als Halbnomaden aufgeben - was weder ganz gelang noch allen gefiel. Problematische Verhaltensmuster aus der Vergangenheit stecken noch in den Köpfen und sind schwer in den Griff zu kriegen. Dazu gehören der Missbrauch an Kindern ebenso wie eine hohe Selbstmordrate unter Jugendlichen. Weltweit gibt es nur in Russland noch mehr Suizide prozentual zur Bevölkerung. Jede Familie ist davon betroffen, vor allem in Ostgrönland, wo die Natur zwar sehr schön ist, aber der Winter den Menschen auch besonders lang zu schaffen macht.

Das rote Haus 06:55

Das rote Haus: Zukunft in Grönland

Dokumentation

In Tasiilaq, der mit 2.000 Einwohnern größten Siedlung Ostgrönlands, gründete Robert Peroni das "Rote Haus". Es ist ebenso Gästehaus für Fremde wie Auffangstation für Einheimische in Not. Vor allem junge Menschen wenden sich an Robert, wenn sie nicht weiterwissen. Teil 2/2 der Dokumentation begleitet Robert Peroni bei seiner selbstgewählten Lebensaufgabe und führt im "Roten Haus" die Bedeutung des Zurückgebens vor Augen. Peroni will mit Hilfe eines sanften Tourismus nach dem Vorbild Südtirols dem Jägervolk der Ivi eine Zukunft bieten. Er ist davon überzeugt, dass am Ende nicht nur die Einheimischen davon profitieren, sondern auch seine zahlenden Gäste einen Gewinn aus der Begegnung mit der fremden Kultur des Nordens haben. "Wir können von den Ivi mehr lernen als sie von uns", davon ist Peroni nach 30 Jahren in Grönland überzeugt.

Barbie - Die perfekte Frau? 07:40

Barbie - Die perfekte Frau?

Dokumentation

Sie war Präsidentin oder Astronautin - lange, bevor die Realität ihr folgte: Barbie. Es gibt sie in allen Hautfarben und im Rollstuhl - Diversität und Inklusion sind längst Teil des Konzepts. Keine andere wird so geliebt und gehasst wie sie. Im Sommer 2023 eroberte "Barbie" als Hollywood-Film die Kinoleinwand. Die Welt war im Barbie-Fieber, Pink die Modefarbe der Saison. Doch was viele nicht wissen: Barbie ist das Produkt der ehrgeizigen Geschäftsfrau Ruth Handler, einem amerikanischen Einwandererkind mit jüdisch-polnischen Wurzeln. Gemeinsam mit ihrem Mann und einem Geschäftspartner gründete sie das Spielzeugunternehmen Mattel. Auf einer Europareise entdeckte sie die Puppe "Lilli", ein Merchandise-Produkt einer Boulevardzeitung. Handler erkannte sofort das Potenzial: Zum ersten Mal sah sie eine erwachsene Puppe mit eigenem Stil. Zuvor gab es nur Babypuppen, die Mädchen früh auf die Mutterrolle vorbereiten sollten. 1959 wurde Barbie auf der Spielwarenmesse in New York vorgestellt. Bereits im ersten Jahr verkaufte Mattel rund 350.000 Exemplare - das Barbie-Universum war geboren. Das Konzept war schlüssig und wirtschaftlich durchdacht: Barbie wurde zum Sinnbild einer selbstständigen Frau - mit eigenem Haus, Auto und Beruf. Heute ist sie mit Millionen Followern auf Instagram auch Influencerin. Viele erfolgreiche Frauen wurden als Barbie verewigt - darunter die deutsche Meeresbiologin Antje Boetius. Die Dokumentation zeigt: Barbie ist und bleibt ein Phänomen.

Sophie Marceau 08:35

Sophie Marceau: Der bezaubernd authentische Filmstar

Künstlerinnenporträt

Ob in Frankreich oder weit darüber hinaus: Sophie Marceau ist bekannt und beliebt. Mehrfach wurde sie gar zur beliebtesten Persönlichkeit Frankreichs gewählt. Ihre Nähe zum Publikum ist seit Jahrzehnten ungebrochen. Viele haben verfolgt, wie aus der Schülerin Vic aus "La Boum - Die Fete" eine Studentin in "Die Studentin" und später eine Mutter in "LOL" wurde. Ihre Rollen in unterschiedlichen Filmgenres machten sie zur Identifikationsfigur. Selbstbestimmung, Freiheitsdrang und Spontaneität prägen Marceaus Arbeit. Sie spielte und spielt in Autorenfilmen ebenso wie in Blockbustern und schaffte es als Bond-Gegenspielerin bis nach Hollywood. In gut 45 Jahren Karriere entzog sie sich allen Zuschreibungen - und blieb stets sie selbst. Schon Mitte der 1980er Jahre sprach sie öffentlich über das Verhalten von Kollegen und über sexuelle Übergriffe am Set. Marceau, die sich bereits mit 16 Jahren aus einem Exklusivvertrag freikaufte, ließ sich weder von Regisseuren noch von Produzenten bevormunden. Sie widerstand dem Druck, dem Schauspielerinnen im Filmgeschäft ausgesetzt sind, ohne dass dies ihrer Karriere schadete. Im Gegenteil: Gerade ihre Unabhängigkeit, ihre Risikobereitschaft und ihre Weigerung, den einfachen Weg zu gehen, prägten ihren Werdegang - als Schauspielerin, Regisseurin und Autorin.

Legendäre Prachtstraßen - Zwischen Opulenz, Modernität und Zukunft 09:25

Legendäre Prachtstraßen - Zwischen Opulenz, Modernität und Zukunft: Avenue des Champs Élysées, Paris

Dokumentation

Prachtstraßen sind monumentale Zeitzeuginnen. Ihre architektonische Schönheit und prunkvolle Anmutung haben oft Jahrhunderte überdauert. Sie waren und sind manchmal Schauplätze politischer und kultureller Umbrüche. Doch die mondänen Ausgehstraßen lassen sich heute nicht mehr ausschließlich mit romantischer Sehnsucht und nostalgischem Blick betrachten. Der Einfluss globaler Luxusmarken, Fragen nach nachhaltiger und klimaneutraler Stadtentwicklung sowie der zunehmende Verkehr verändern die Perspektive auf diese einzigartigen Stadträume. Transformation und Mobilität müssen sensibel gestaltet werden, denn Prachtstraßen sind nicht nur Bühnen des öffentlichen Lebens, sondern auch Heimat und Arbeitsplatz für viele Menschen. Die Serie "Legendäre Prachtstraßen" porträtiert die berühmtesten Wege Europas, erzählt ihre Geschichte und fragt, wie sie sich für die Zukunft rüsten - im Spannungsfeld von Klimawandel, Massentourismus und wirtschaftlichen Interessen. Zugleich zeigt sie, wie sehr diese Orte weiterhin jene begeistern, die hier arbeiten und leben. Die Avenue des Champs-Élysées in Paris ist zweifellos eine der bekanntesten Prachtstraßen der Welt: vielfach besungen, Sinnbild für Romantik und Kulisse unzähliger Filme. Mit neuen Konzepten versucht die Stadt, der fortschreitenden Kommerzialisierung entgegenzuwirken und den Verkehr zu reduzieren. Und doch ist der Glanz der Straße für viele geblieben - für die Tänzerinnen und Tänzer des Lidos, die Historikerin des Parfümhauses "Guerlain" oder den Konditor der legendären Macarons von "Ladurée".

Twist 09:55

Twist

Magazin

"Twist" ist das Kulturmagazin für relevante Themen unserer Zeit. Jede Woche liegt eine andere europäische Stadt im Fokus: Lokale Kulturschaffende sprechen über große Fragen der Gegenwart und die Beiträge leuchten aus, wie in verschiedenen Kunstdisziplinen dazu gearbeitet und gedacht wird. Eine halbe Stunde voller neuer Perspektiven!

Zu Tisch 10:25

Zu Tisch: Mühlviertel, Österreich

Essen und Trinken

Das österreichische Mühlviertel ist bekannt für seine lange Brautradition. Hier wird Hopfen angebaut, eine unverzichtbare Zutat für das Bieraroma. Edeltraud Jungwirth und ihre Freundin Janina Wegscheider haben die Felder stets im Blick, doch gekocht haben sie mit Hopfen noch nie. In diesem Jahr wagen sie zum ersten Mal einen Versuch. Aus frischen Hopfendolden entstehen dabei Gerichte wie Hopfen-Bruschetta, gefüllte Hopfenblätter und Hopfenblüten im Bierteigmantel. Auf den Tisch kommen zudem traditionelle oberösterreichische Spezialitäten wie sogenannte Wespennester mit Spinat- oder Apfelfüllung sowie Bauernkrapfen mit Aprikosenmarmelade. Getafelt wird in historischer Kulisse: Auf Burg Reichenstein, einer Anlage mit Museum und Wohnturm, dem Lebensmittelpunkt von Edeltraud.

Mit dem Zug durch Ungarn 11:00

Mit dem Zug durch Ungarn

Land und Leute

"Mit dem Zug durch Ungarn" beginnt in Keszthely auf der nördlichen Bahnstrecke entlang des Plattensees. Sie führt durch die Weinregion Badacsony und macht Halt in Balatonfüred - im 19. Jahrhundert kurte hier die feine Gesellschaft von Budapest. Nach zwei Stunden Fahrt erreicht der Zug die ungarische Hauptstadt. Das Café Central ist eines der ältesten Cafés in Budapest und erzählt viel über die Kaffeehaustradition der Stadt. Jedes Jahr im August findet auf der Donauinsel das Sziget-Festival statt. Es ist ein Musikevent der Superlative: fünf Tage Musik mit täglich 50 Bands. Eine davon ist Ricsárdgír, eine systemkritische Band aus Budapest, deren Texte und Musik beim Publikum den richtigen Nerv treffen. Nun geht die Reise weiter ostwärts. Am Fuße des malerischen Bükk-Gebirges in Miskolc geht es in ein einzigartiges Höhlenschwimmbad. In Eger erfährt das Team, warum die Ungarn Weltmeister im Wasserball sind. Immer weiter führt die Reise durch das größte Steppengebiet Mitteleuropas. Hier in der Puszta, im Nationalpark Hortobágy, endet diese Bahnreise durch das unbekannte Ungarn.

Mit dem Zug durch den Nordosten Südafrikas 11:45

Mit dem Zug durch den Nordosten Südafrikas

Tourismus

Bei einer Reise im südafrikanischen Frühling lassen sich die Jacaranda-Blüte in der Verwaltungshauptstadt Pretoria und am Indischen Ozean in Durban das Lichterfest Diwali erleben. An der Zugstrecke zwischen den Großstädten liegen Wildreservate mit mehr als 40 Tierarten und die Schlachtfelder der Burenkriege, an deren Geschehen eine Reenactment-Gruppe erinnert. In einem Township geht es dagegen um die Geschichte der Arbeiter in den Goldminen und im Valley of a Thousand Hills um das Zuckerrohr, das dort traditionell angebaut und verarbeitet wird. Ein Ausflug zu einer Zulu-Heilerin in den Drakensbergen rundet die erlebnisreiche Zugreise ab. Rovos Rail stellt derzeit die einzigen Personenzüge, die den Nordosten Südafrikas durchkreuzen. Hinter den Kulissen sorgen Lokführer, Mechaniker und der Betriebsleiter für eine entspannte Fahrt. Während die Fahrgäste den Luxus im Nostalgiezug genießen, wird sie für die leidenschaftlichen Eisenbahner immer wieder zum Abenteuer.

Mit dem Zug durch Estland 12:25

Mit dem Zug durch Estland

Tourismus

Wir erkunden eines der am dünnsten besiedelten Länder Europas mit der Eisenbahn und erleben dabei Natur und Kultur des ehemals russischen und deutsch geprägten Landes. Gerade zur Mittsommerzeit tauen in Estland Land und Leute im wahrsten Sinne des Wortes auf. Die Reise führt uns von der Hafenstadt Paldiski im Nordwesten über die Hauptstadt Tallinn immer Richtung Osten bis zur russischen Grenze nach Narwa. Weiter Richtung Süden erleben wir die ehemalige europäische Kulturhauptstadt Tartu und enden schließlich in Valga an der Grenze zu Lettland. Dabei dürfen wir Tallinna kilud, eine Fischspezialität, genauso probieren, wie wir die von der Unesco geadelte Altstadt Tallinns besuchen. Im endlosen Grün Estlands fühlen sich viele Tiere wohl - im Nationalpark Alutaguse leben vor allem viele Braunbären. Der Fluss Narva trennt in Narwa die EU vom russischen Iwangorod. In Südestland lernen wir einen Teil der Gesangskultur Estlands kennen - Seto Leelo. Es ist der Gesang der Setukesen, einer ethnischen Minderheit, bei der eine Vorsängerin mit hoher Stimme den Ton für den Chor angibt. Für viele ist die "Wiege der estnischen Kultur" die Universitätsstadt Tartu - fast alle Esten mit Rang und Namen haben hier studiert. Auf unserem Weg weiter Richtung Süden dürfen wir noch an einer in Estland typischen Familientradition teilnehmen: dem Besuch einer Rauchsauna. Sie hat keinen Schornstein, beim Anheizen zirkuliert der Rauch in der Sauna. Stimmt die Temperatur, wird der Saunaraum gelüftet und das "Saunabaden" kann beginnen. Am Ende unserer Reise kommen wir nach Valga. Mitten durch die Stadt verläuft hier die Grenze zu Lettland. Auf einer Schaukel kann man zwischen den beiden Ländern hin- und herschaukeln. Ein schönes Finale unserer Reise durch das sympathische Estland.

Mit dem Zug durch Hokkaido 13:10

Mit dem Zug durch Hokkaido

Tourismus

Blumenfelder unweit rauchender Vulkane - Kontraste prägen das Bild Hokkaidos, der nördlichen Hauptinsel Japans. Die Reise durch Hokkaido beginnt an ihrem Südzipfel, in der Hafenstadt Hakodate. Die Stadt war und ist das Tor zur Insel, und sie hat noch eine gut erhaltene Altstadt. Von hier aus gibt es eine Nebenstrecke, die immer am Meer entlangführt. Später geht es mit dem Hokuto Express in die Millionenmetropole Sapporo, wo es im "In-Viertel" Ramen-Lokale aber auch eine stille Jazzbar gibt. Von Sapporo geht es zur Steilküste von Shakotan, dort werden spektakuläre Shinto-Rituale praktiziert. Beim Bikuni-Schrein-Festival tragen Dutzende Frauen und Männer schwere Schreine durch loderndes Feuer. Mit dem "Lavendelexpress" geht es zu den Blumenfeldern Furanos. Rund um das Städtchen haben sich einige Blumenfarmen angesiedelt, die ganz Japan beliefern. Um die Farmen erheben sich aktive Vulkane, nicht weit entfernt ist der berühmte "blaue Teich", der durch vulkanische Einflüsse türkis gefärbt ist. Zur nächsten Etappe geht es mit dem Zug ins Landesinnere, zum Akan-Nationalpark mit seinen Vulkanen und Seen. Kengo Takiguchi ist ein Mitglied der indigenen Ainu-Volksgruppe. Nur noch einige Zehntausend der Ureinwohner Hokkaidos leben auf der Insel. Schließlich geht es noch einmal an die Küste, nach Akkeshi einem kleinen Fischerort, der inzwischen durch eine junge Whiskydestillerie eine gewisse Bekanntheit erhalten hat. Hokkaido ist eine der facettenreichsten Inseln Japans.

Man nennt mich Hondo 13:55

Man nennt mich Hondo

Western

Arizona, 1874: Kurierreiter der Kavallerie Hondo Lane durchquert das Grenzland zwischen den Fronten, als er auf die einsam gelegene Ranch von Angie Lowe und ihrem Sohn Johnny stößt. Ihr Ehemann hat Angie allein mit dem Kind zurückgelassen, doch sie will ihr Zuhause nicht aufgeben, trotz der wachsenden Spannungen zwischen der US-Armee und den Apachen. Hondo, verkörpert von John Wayne, erkennt die herannahende Gefahr und beschließt, vorerst an ihrer Seite zu bleiben. Zwischen dem wortkargen Scout und der entschlossenen Rancherin entwickelt sich eine vorsichtige Annäherung. Als die Gewalt näherrückt, gerät Hondo selbst in den Konflikt zwischen den verfeindeten Lagern und muss Entscheidungen treffen, die Mut, Loyalität und Menschlichkeit gleichermaßen verlangen. Mit "Man nennt mich Hondo" schuf John Farrow einen Western, der klassische Motive mit ungewöhnlich differenzierten Figuren verbindet. John Wayne verkörpert den Titelhelden als erfahrenen Grenzgänger zwischen zwei Welten, während Geraldine Page in ihrer ersten großen Filmrolle der Figur Angie bemerkenswerte Stärke und Eigenständigkeit verleiht. Statt eindeutiger Heldenbilder setzt der Film auf moralische Zwischentöne und einen respektvolleren Blick auf die indigene Bevölkerung, als es für viele Western seiner Zeit üblich war.

Pompeji - Die Villa von Neros Kaiserin 15:20

Pompeji - Die Villa von Neros Kaiserin

Dokumentation

Im 1. Jahrhundert nach Christus ist der Golf von Neapel ein Rückzugsort der Elite Roms. Sie will in der Nähe ihrer Kaiser sein, die dort selbst Landvillen besitzen, manche sogar mehrere. Wer besonders viel auf sich hält, hat eine Villa direkt am Meer. So kann man sich den mühsamen Landweg über staubige Straßen sparen. Unter den vielen prächtigen Villen sticht jedoch eine hervor - durch ihre schiere Größe und durch den unglaublichen Luxus ihrer Ausstattung: die Villa Oplontis. Archäologen vermuten, sie könnte Poppaea Sabina, der zweiten Gemahlin Kaiser Neros, gehört haben - einer Kaiserin, die heute ebenso berühmt wie berüchtigt ist. Antike Autoren ließen kein gutes Haar an dieser außergewöhnlichen Schönheit. Sicher ist: Diese Villa hat ein kaiserliches Gepräge, auch wenn Nero und Sabina sich dort vermutlich nur besuchsweise aufgehalten haben. Heute legen Archäologinnen und Archäologen die Villa, deren Pool mit 60 Metern Länge zu den größten gehört, die je im römischen Machtbereich gefunden wurden, Schicht für Schicht frei. Wertvolle Skulpturen, feinste Fresken, marmorne Fußböden fördern sie unter sechs Metern Vulkangestein zutage. Der Villenkomplex illustriert auch, was ein solches Haus erst möglich gemacht hat. Scharen von Sklaven und Sklavinnen, auch Sklavenkinder, bauten, gärtnerten, kochten, reinigten, bedienten - stets in der Furcht, selbst für ein kleines Missgeschick schwer bestraft zu werden.

Unesco Weltkulturerbe - Schätze für die Ewigkeit 16:50

Unesco Weltkulturerbe - Schätze für die Ewigkeit: Krakau

Dokumentation

1978 entscheidet die Unesco zum ersten Mal, was Weltkulturerbe bedeutet - und Krakau steht ganz oben auf der Liste. Nicht ein einzelnes Bauwerk wird ausgezeichnet, sondern eine ganze Idee von Stadt: ein Ensemble aus Königsmacht, Handel, Religion und Wissen. Der Film folgt dieser Stadt von den Tuchhallen am Hauptmarkt Rynek Glówny bis in die Randbezirke - und fragt, wie eine über 700 Jahre alte Königsstadt mit ihrem historischen Erbe umgeht. Stadtführerin Kamila Grodzicka erklärt, warum das Stapelrecht die Tuchhallen zur Schaltstelle Europas machte. Kunsthistoriker Andrzej Betlej zeigt, was im Wawelschatz bewahrt wird - und welche Bedeutung diese Sammlung bis heute hat. Und weil es in Krakau nur sehr wenige weibliche Denkmäler gibt, hat die Künstlerin Malgorzata Markiewicz einen Vorhang für das Slowacki-Theater geschaffen, auf dem die Namen von 130 Frauen von Hand gestickt sind. Der Dokumentarfilm führt auch nach Kazimierz - einst ein lebendiges jüdisches Viertel, wo über 60.000 Menschen lebten, bevor die deutsche Besatzung die Gemeinde nahezu auslöschte. Heute ist Kazimierz ein Viertel im Wandel - zwischen Erinnerung, Tourismus und neuem Leben. Und nach Nowa Huta, die sozialistische Planstadt vor den Toren der Altstadt, für die Krakau heute eine eigene Unesco-Kandidatur vorbereitet. Es bleibt der Eindruck einer Stadt, die nicht vergisst. Und nicht aufhört, sich zu erinnern.

Große Oper auf Schloss Neuschwanstein 17:45

Große Oper auf Schloss Neuschwanstein

Konzert

Dieser Open Air-Konzertabend auf Schloss Neuschwanstein ist dem Unesco-Leitmotiv "Für immer! - Gebaute Träume, gelebte Musik" verschrieben - der untrennbaren Verbindung von steinerner Architektur und lebendiger Kultur. Auf dem Programm des Best-of populärer Opernmelodien stehen Belcanto-Highlights wie die "Habanera" aus Georges Bizets "Carmen", das stimmungsvolle Frauenduett "Barcarole" von Jacques Offenbach sowie gefühlvolle und dramatische Opernliteratur aus Giuseppe Verdis weltberühmter Oper "La Traviata". Dieser Abend bildet den krönenden Abschluss einer klangvollen Reise - das Open-Air-Festival auf Neuschwanstein geht mit dieser Gesamtkomposition aus Musik, Architektur und Landschaft im Romantikschloss von König Ludwig II. zu Ende.

Karambolage 18:30

Karambolage: DDR-Kultfahrzeug Simson

Magazin

(1) Der Kindergarten: Sarah Eichhoff ist Deutsche, lebt aber schon lange mit ihrer Familie in Frankreich. Wenn man mit ihr über den Kindergarten spricht, fühlt sie sich sehr deutsch. (2) Der Gegenstand: Ariane Kujawski stellt ein zweirädriges Kultfahrzeug aus der ehemaligen DDR vor: die Simson. (3) Das Rätsel: Und wie immer - das Rätsel.

Zu Tisch 18:45

Zu Tisch: Attersee, Österreich

Essen und Trinken

Am Attersee in Oberösterreich ist Zwetschgenzeit. Gina Brandlmayr hat zum Glück Helfer: Sommerfrischler aus Salzburg und Wien unterstützen sie beim Ernten und beim Kochen. Aus der tiefblauen, fruchtig-süßsauren Zwetschge entstehen ein Salat mit Aprikosen und Wirsing, der zu geflämmtem Rinderfilet serviert wird oder Schweinebraten "à la Pekingente" mit Kartoffelfladenbrot und Zwetschgen-Chutney. Süß schmecken die Früchte im Zwetschgenfleck oder in Pofesen, gefüllt mit aromatischem Powidl. Clemens Schnaitl, Leiter des Naturparks "Attersee-Traunsee", erforscht seit Jahren alte Zwetschgensorten und setzt sich für den Erhalt der alten Streuobstwiesen ein. Ein besonderes Ereignis ist für ihn Neumond: Da erstrahlt der Sternenhimmel über dem Attersee in seiner ganzen Schönheit.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.

360° Reportage 19:40

360° Reportage: Marquesas-Inseln, das Comeback der Tattoos

Reportage

Heretu Tetahiotupa und Teiki Huukena sind die Pioniere der neuen Tattoo-Bewegung auf den Marquesas-Inseln. Sie haben jüngst eine eigene Tätowierschule ins Leben gerufen, in der das alte Wissen über die originalen Marquesas-Motive vermittelt wird, in Theorie und Praxis. Das ist wichtig, denn die Bedeutung der alten Tattoo-Zeichen ist fast komplett verloren gegangen. Auf Nuku Hiva, der nördlichen Hauptinsel des Archipels, durchstreifen Heretu und Teiki immer wieder die Waldgebiete. Hier, mitten im Dschungel, verbergen sich Hinterlassenschaften ihrer Vorfahren und Hinweise zu ursprünglichen Tattoo-Motiven. Das früher nahezu komplett isolierte Inselvolk auf den Marquesas entwickelte eine eigene Sprache und einzigartige Zeichensymbole. Diese wurden als Tattoos unter die Haut gestochen und auch in Felsen geritzt. So haben einige Symbole die Jahrhunderte überdauert. Es sind teils rätselhafte Zeichen längst untergegangener Inselstämme und heute wichtige Fenster in die Vergangenheit. Schätzungsweise seit dem 4. Jahrhundert wurde der Archipel von Seefahrern aus Westpolynesien besiedelt. Politisch und wirtschaftlich sind die Marquesas heute fest an Frankeich und Europa angebunden. Frachtschiffe versorgen die abgelegenen Inseln regelmäßig. Einst aber regierte hier ein recht kriegerisches Südseevolk, das Kannibalismus praktizierte und Menschenopfer darbrachte. Und: Damals ließ man sich jeden Teil des Körpers tätowieren. Die Menschenopfer wünscht sich heute niemand zurück. Die Tätowierungen aber schon. Heretu gehört zur Avantgarde der Tattoo-Bewegung. Er hat sich sogar schon ein großes Tattoo ins Gesicht stechen lassen - genau wie einst seine Vorfahren. Wer wird seinem Beispiel folgen? Haben die martialisch anmutenden Tätowierungen eine Zukunft in der modernen Welt der Marquesas-Inseln?

Kundschafter des Friedens 20:15

Kundschafter des Friedens

Actionkomödie

Die Entführung eines Präsidentschaftskandidaten in einer ehemaligen Sowjetrepublik gibt vier Agenten des DDR-Auslandsgeheimdienstes die Chance, in ihren alten Beruf zurückzukehren. Agenten wurden in der DDR euphemistisch "Kundschafter des Friedens" genannt. Jochen Falk und seine in die Jahre gekommenen Kumpels kümmern sich um Technik, Logistik und die Herzen der Frauen. Falk hat einen persönlichen Grund für diese Mission: Sein alter Widersacher beim BND, Frank Kern, der ihn einst enttarnte und ihm dann die Frau ausspannte, wurde gemeinsam mit dem Kandidaten in Katschekistan entführt. Begleitet werden die vier Spionageveteranen von der BND-Agentin Paula. Doch die Methoden der Kundschafter taugen nur bedingt in der Gegenwart. So hat Jaecki Probleme, die Alarmanlage eines Luxushotels lahmzulegen, da die Kabel aus China stammen, und Romeo-Agent Harry scheitert als Herzensbrecher. Doch obwohl weder die Technik aus der Zeit des Kalten Krieges noch die neuesten Gadgets wirklich helfen, gelingt die Befreiung von Präsidentschaftskandidat Kazan und seines deutschen Aufpassers. Die Friedenskonferenz in Bonn, bei der die Ostagenten mit ihrem Kontrahenten aus dem Westen noch eine wichtige Rolle spielen werden, kann beginnen. Robert Thalheim gelang mit dieser Altherren-James-Bond-Komödie ein großer Kinoerfolg. Neben den vier ostdeutschen Schauspielstars Henry Hübchen, Michael Gwisdek, Thomas Thieme und Winfried Glatzeder brilliert auch Jürgen Prochnow als ihr Westkontrahent.

"Gomorrha", Manifest gegen die Mafia 21:40

"Gomorrha", Manifest gegen die Mafia

Dokumentation

Kann man die Camorra mit den Waffen der Literatur bekämpfen? 2004 war der junge Journalist Roberto Saviano überzeugt von dieser Idee. Er wuchs in den 1980er Jahren bei Neapel auf, wo er die kriminellen Machenschaften der Mafia täglich miterlebte. Saviano wollte nicht tatenlos zusehen und begann, die mafiösen Strukturen in der weltweiten kapitalistischen Marktwirtschaft zu denunzieren, denn das organisierte Verbrechen war dabei, den Rechtsstaat zu ersetzen. Anhand der E-Mail-Korrespondenz zwischen Saviano und seinem Verleger Mondadori beleuchtet die Dokumentation die Entstehung von "Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra", einer Mischform aus Roman und Reportage. Der Austausch spiegelt die enorme Motivation des Schriftstellers und lässt durchblicken, welch hohen Preis er für seine Enthüllungen zu zahlen bereit war. War vorauszusehen, was ihm passieren würde? Das Buch wurde zwei Jahre später veröffentlicht. Es beinhaltet sämtliche Namen der Clan-Chefs und spielt unter anderem in der Camorra-Hochburg Casal di Principe, einer Kleinstadt nördlich von Neapel. Saviano erhielt Morddrohungen und lebt infolgedessen bereits seit 20 Jahren unter Polizeischutz. Gemeinsam mit Verlegern, Freunden, Drehbuchautoren, Richtern und Mitgliedern seiner Leserschaft beurteilt Roberto Saviano sein idealistisch motiviertes Vorgehen von damals. Kann die Literatur Verbrechern die Stirn bieten? Kann sie die Menschen zur Veränderung bewegen? Seine Geschichte und seine Aussagen machen den Film zu einem Manifest. Solange Saviano lebt, wird er nicht schweigen. Und niemand wird sagen können, er habe von nichts gewusst.

Mario Puzos "Der Pate" - Epilog: Der Tod von Michael Corleone 22:35

Mario Puzos "Der Pate" - Epilog: Der Tod von Michael Corleone

Mafiafilm

New York im Jahr 1979: Michael Corleone, der Pate, ist müde. Im Alter von 60 Jahren hat er zwei Wünsche: Er will seine Familie von seinen Verbrechen reinwaschen und einen würdigen Nachfolger finden. Als Kandidat käme Vincent Mancini infrage. Doch der schreckt nicht vor Gewaltanwendung zurück und würde damit Michaels Hoffnungen auf eine endgültige Abkehr von der blutigen Vergangenheit gefährden, denn seine Geschäfte hat er legalisiert. Für seine großzügige Spendenbereitschaft will ihn die katholische Kirche sogar ehren, was selbst seine geschiedene Frau und seine Kinder beeindruckt. Derweil eskalieren die Streitigkeiten zwischen seinen designierten Nachfolgern Vincent Mancini und Joey Zasa und gefährden Michaels Bank- und Immobiliengeschäfte. Michael gerät in die gewalttätigen Auseinandersetzungen und entgeht nur knapp einem Anschlag. Er reist nach Italien, wo sich sein Sohn Anthony auf seinen ersten großen Opernauftritt vorbereitet. Bei seinen europäischen Geschäftspartnern entdeckt der ehemalige Mafiaboss Michael ähnlich verbrecherische Methoden wie die seiner eigenen Vergangenheit. So kommt er einer mörderischen Intrige gegen den neu gewählten Papst Johannes Paul I. auf die Spur. Francis Ford Coppola realisierte mit Filmgrößen wie Al Pacino, Diane Keaton, Talia Shire, Eli Wallach, Joe Mantegna, Andy Garcia, Bridget Fonda und seiner Tochter Sofia Coppola einen Filmklassiker, der wie kaum ein anderer die Themen Macht, Tradition, Rache und Liebe behandelt. "Der Pate III" war 1991 gleich für sieben Oscars, darunter für den besten Film, und für sieben Golden Globes nominiert.