21:45
Falco war schillernd und seiner Zeit weit voraus, eine Ausnahmefigur der Popgeschichte. Mit "Rock Me Amadeus" schaffte er es 1986 als erster - und bis dahin einziger Künstler - mit einem deutschsprachigen Song an die Nummer 1 der US-Charts. Der Ruhm übte aber gleichzeitig großen Druck auf den Künstler aus, der schwer auszuhalten war. Seine Lyrics bleiben jedoch zeitlos, sein Einfluss ist bis heute im Deutschrap spürbar, sein Stil ikonisch. "Falco - Mon Amour" erzählt seine Geschichte aus der Perspektive von Caroline Perron, seiner letzten großen Liebe. Mehr als 25 Jahre nach seinem Tod lässt die Frankokanadierin Erinnerungen wachwerden, stellt Fragen und zeichnet das Bild eines Mannes zwischen Charme, Humor, Verletzlichkeit, Selbstzweifeln und Absturz. Die Kunstfigur Falco wurde zum Spannungsfeld zwischen Hybris und innerer Zerrissenheit. Der Film beginnt mit "Der Kommissar", dem Überraschungserfolg aus dem Wiener Underground, der in internationale Charts gelangte, und führt zu "Rock Me Amadeus". Hinter der Figur steht Hans Hölzel: hochmusikalisch und getrieben. Bandmitglieder, Produzenten, Expertinnen und Weggefährten kommen zu Wort und eröffnen neue Perspektiven auf den privaten und künstlerischen Falco. Der Film führt von Wiener Clubs der 1970er Jahre über internationale Triumphe bis in die Dominikanische Republik, wo Falco zur Ruhe kommen wollte - und 1998 bei einem Autounfall ums Leben kam.
22:40
Ein Meister in Karate und Bodybuilding, daneben eine Ballettausbildung und ausgestattet mit einer beispiellosen Kraft und Gelenkigkeit: Jean-Claude Van Damme gehörte über ein Jahrzehnt lang zu den Actionschauspielern mit dem höchsten Marktwert in Hollywood. Er war einer der ersten Männer, die auf der Leinwand einen Spagat machten; darüber hinaus beeindruckte er mit seinen 360-Grad-Lufttritten. 1988 wurde der bis dahin unbekannte Belgier in der Hauptrolle des Martial-Arts-Films "Bloodsport" zum Weltstar. Die Low-Budget-Produktion spielte Millionen Dollar ein. Damit begann für Jean-Claude Van Damme, der sechs Jahre zuvor ohne Geld und Kontakte nach Los Angeles gekommen war, eine steile Karriere. Willensstärke und Zielstrebigkeit machten ihn zu einem der bestbezahlten Hollywoodschauspieler. Es folgten Titel wie "Karate Tiger 3", "Ohne Ausweg", "Timecop", "Leon" oder "Universal Soldier", Filme, mit denen Jean-Claude Van Damme seinen Hollywoodstatus festigte. Umso brutaler war Ende der 1990er Jahre sein durch Drogenmissbrauch beschleunigter Absturz. Nachdem er mit hanebüchenen Äußerungen in Interviews für Spott gesorgt hatte, spielte er sich 2008 mit seiner ehrlichen Interpretation in "JCVD" erneut in die Herzen des Publikums. Der französische Film, dessen Titel sich aus den Initialen Van Dammes zusammensetzt, handelt von einem ehemaligen Kickboxstar, der alles verloren hat und in Brüssel zu seinen Wurzeln zurückfindet. Seit seinem Comeback dreht der unermüdliche Schauspieler Actionfilme, Dramen und selbstironische Parodien in den USA, Asien und Europa.
23:40
Céline Dion, Jahrgang 1968, ist eine der berühmtesten Diven der Popmusik und fünffache Grammy-Gewinnerin. Ihre Aufnahme von "My Heart Will Go on" (1997) für den Blockbuster "Titanic" war ein Welterfolg, der Song wurde mit dem Oscar ausgezeichnet; und auch ihr Titelsong für "The Beauty And the Beast" (1991) erhielt einen Oscar. Damit gelang ihr Anfang der 1990er Jahre der Durchbruch in den USA. Zuvor hatte sie 1988 den Eurovision Song Contest (ESC) für die Schweiz gewonnen, obwohl sie selbst aus Québec stammt, wo sie bereits mit mehreren französischsprachigen Alben bekannt war. Dies verrät viel über Dions Karriere und ihre etwa 40-jährige Beziehung zu ihrem Manager und Ehemann René Angélil. Beim ESC in Dublin entdeckten 600 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die junge Sängerin, und Céline Dion entwickelte sich vom jungen Mädchen mit altmodischem Look und schiefen Zähnen zu einem zielstrebigen Popstar. Im Jahr 2007 landete sie auf der Forbes-Liste hinter Madonna und Barbara Streisand, und ihr fünfjähriger Aufenthalt in Las Vegas brachte ihr 400 Millionen Dollar ein. Gleichzeitig betonte sie als Jüngste von 14 Geschwistern immer, dass ihr Familienleben wichtiger sei als das Singen. Die Dokumentation blickt mit viel Humor und Empathie zurück auf den legendären Eurovision Song Contest, den Céline Dion in einem spannenden Finale für sich entschied, und zeigt, wie ihr Auftritt für die Schweiz den Grundstein für ihre Weltkarriere legte.