21:50
Die Dokumentation geht der Frage nach, wie Wim Wenders Biografie, seine Leidenschaft fürs Reisen und seine Begeisterung für verschiedene Kunstformen - von Fotografie über Tanz bis Musik - mit seinem filmischen Werk zusammenhängen. Wenders blickt dabei sehr persönlich auf sein Leben und seine Filme zurück. Er erklärt, was für ihn eine gute Geschichte ausmacht und warum die amerikanische Erzählweise für ihn nicht funktioniert hat. Zahlreiche Ausschnitte aus seinen Spielfilmen sowie Begegnungen mit prominenten Weggefährten wie Nick Cave, Sebastião Salgado, Juliette Binoche und Thierry Frémaux ergeben ein berührendes Porträt eines Künstlers, der das europäische Kino über Jahrzehnte geprägt hat.
22:45
Nach 15 Jahren Haft für einen Mord, den sie nicht begangen hat, tritt Jenny in eine Welt, die sie kaum noch kennt: Sie lebt in einem christlichen Wohnheim für Ex-Häftlinge und kämpft gegen den Wunsch nach Vergeltung, der in ihr gefährlich nah an der Oberfläche brodelt. Als sie einen neuen Job als Reinigungskraft an einem Konservatorium antritt, trifft sie auf einen alten Bekannten. Mangold, heute Klavierdozent, war während Jennys Ära als Klavier-Wunderkind ihr damaliger Konkurrent. Ihr Talent hat Mangold nie vergessen. Er macht Jenny mit Omar bekannt, einem kriegsversehrten syrischen Musiker, der in ihr mehr als nur eine vorbestrafte Pianistin sieht. Omar träumt von einer Band, und auch Mangold hätte große Pläne für das Duo: die Teilnahme an einer Casting-Show für Menschen mit Behinderung - der Einarmige und die Borderlinerin. Jenny will von alldem nichts wissen. Doch dann erfährt sie, dass die Show von Popstar Gimmiemore moderiert wird - dem Mann, für dessen Tat sie damals zu Unrecht ins Gefängnis ging. Was als Chance auf ein künstlerisches Comeback begann, entpuppt sich als Gelegenheit zur Rache. Hin- und hergerissen zwischen dem wieder aufkeimenden Verlangen nach Vergeltung und dem fragilen Glück, das die Beziehung zum lebensbejahenden Omar ihr verspricht, muss Jenny eine Entscheidung treffen. Ein psychologisches Drama über den Kampf einer jungen Musikerin mit sich und der Welt.
01:00
Wann endet das Erlernen des sozialen Miteinanders? In einer französischen Vorschule in sozial benachteiligter Lage treffen Moussa, Faustine, Fatou und viele weitere Kinder aufeinander. Ihre Lebenswelten könnten kaum unterschiedlicher sein und würden sich außerhalb des geschützten Raums der öffentlichen Schule so gut wie nie berühren. Mit fünf Jahren besteht ihr Alltag aus Malen, Singen, Streiten und Versöhnen. Doch hinter dem Gelächter und den Rangeleien schimmert in ihrer kindlichen Ausdrucksweise bereits eine Erwachsenenwelt durch. Im Jahr 2024 prägte ein historischer Wahlsieg der extremen Rechten bei den Europawahlen die politische Landschaft. Gleichzeitig wächst eine neue Generation heran, die sich als bunt und facettenreich definiert und mit den großen Fragen und Herausforderungen der Gegenwart befasst: Diversität, Gleichberechtigung, Umwelt, Feminismus, Demokratie. 2024 war ein außergewöhnliches Jahr voller Diskussionen und kleinen Auseinandersetzungen, die erste Regungen eines sozialen Bewusstseins aufblitzen lassen, voller Trotz, Ernüchterung und leisen Hoffnungen. Die Dokumentation gibt vor allem der kindlichen Stimme Raum - mal ernst, oft urkomisch und stets ohne Filter. Angesichts des zerfallenden Bildungssystems stellt sich die Frage: Ist das Ideal der Gleichheit, das mit dem Wahlspruch der Französischen Republik wohl fast an jeder Schulfassade prangt, überhaupt noch erreichbar? Oder steuert das Schulsystem auf eine Trennung nach sozialen Schichten zu? Und welche Zukunft erwartet eine Generation, die im Schatten einer globalen Pandemie aufwuchs? "Was soll nur aus Dir werden?" zielt darauf ab, auf diese Fragen Antworten zu finden.
01:55
Die zweiteilige Dokumentation entstand über einen Zeitraum von über 40 Jahren und wurde unter wechselnden Regierungen gedreht. Sie beginnt in den 1980er Jahren, als die Ölkonzerne anfingen, den Klimawandel und seine weltweiten Auswirkungen zu erforschen. In jener Zeit stieg die Nachfrage, und die Welt wurde vom Öl immer abhängiger. Seitdem setzt die Branche alles daran, Zweifel an den wissenschaftlichen Grundlagen zu säen, die Meinung der Öffentlichkeit zu beeinflussen und Maßnahmen gegen den Klimawandel zu blockieren - bis heute. Die Recherche basiert auf unlängst veröffentlichten Dokumenten sowie Hunderten Interviews mit Wissenschaftlern - manche von ihnen im Dienst der Mineralölindustrie -, Politikern, Managern und Lobbyisten. Einige von ihnen hatten sich nie zuvor geäußert, manche plagt ein schlechtes Gewissen. Paul Bernstein etwa, ehemaliger Wirtschaftsberater beim Unternehmen Charles River Associates, das für den Interessenverband American Petroleum Institute arbeitet, blickt auf seine damalige Skrupellosigkeit und die jahrelangen Verschleppungstakten mit Scham und Reue zurück. Aufschlussreich auch die Aussagen des ehemaligen Nasa-Physikers Martin Hoffert, der in den 1980er Jahren zudem als Berater für ExxonMobil arbeitete. Schon damals hatten er und seine Kollegen die Katastrophenszenarien vorausgesehen. Heute sieht sich Hoffert als Wissenschaftler bestätigt. Doch als Mensch und Erdbewohner ist er über die allgemeine Tatenlosigkeit zutiefst empört.
02:50
Die Beweise für den Klimawandel und seine Folgen sind eindeutig, doch mächtige Erdölkonzerne fahren eine Strategie, die jegliche Klimapolitik ausbremst. "Die Branche hat eine überaus starke Lobby", erläutert die ehemalige Chefin der US-Umweltschutzbehörde Christine Todd Whitman. "Es bestand keinerlei Bereitschaft, über den Klimawandel zu sprechen. Das Thema wurde schlicht nicht angesprochen. Ich hatte es wirklich satt." Die Mineralölkonzerne sehen das anders. So behauptete Darren Woods, CEO und Aufsichtsratsmitglied von ExxonMobil, im Oktober 2021 bei einer Anhörung vor dem US-Kongress: "Unser Standpunkt folgt der wissenschaftlichen Entwicklung. Er stimmt stets mit dem der Wissenschaft überein". Der ehemalige US-Senator und Verteidigungsminister Chuck Hagel gesteht: "Inzwischen kennen wir die Praktiken einiger großer Mineralölgesellschaften besser. Wir wissen jetzt, was sie wussten, uns aber nicht gesagt haben, wir wissen, dass sie gelogen haben. Ja, ich bin in die Irre geleitet worden. Heute würde ich das Land und die ganze Welt völlig anders führen. Wir könnten in diesen Fragen viel weiter sein. All das schadet unserem Land und unserem Planeten." In einer Zeit, in der führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) vor den Gefahren des Klimawandels warnen und der Krieg in der Ukraine die weltweite Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und dem Energielieferanten Russland offenbart, zeigt die Dokumentation, was mittlerweile unternommen wird, um die Ölkonzerne zur Rechenschaft zu ziehen, und wie eine solche Situation überhaupt entstehen konnte.
03:45
03:50
Fotos können unser Weltbild beeinflussen. Und jedes Foto hat eine Entstehungsgeschichte. Das Magazin "Mit offenen Augen" ordnet Bilder ein und erklärt Hintergründe. Moderatorin Sonia Devillers liefert faszinierende Aufschlüsse, die über den ersten Blick hinausgehen.
04:00
Am 9. Februar ernannte Macron Amélie de Montchalin zur Leiterin des Rechnungshofs. Ein Interessenkonflikt: Sie stellte den Haushalt auf, den sie nun selbst kontrollieren muss. / Lecornu stellte den Fahrplan für die französische Energieerzeugung in den nächsten Jahren vor. Die Opposition kritisiert diesen: Für den RN sind es zu viele erneuerbare Energien, für die Grünen zu wenige.
04:50
Drei Minuten über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. In dieser Folge: Mary Shelley.