22:55
Was macht Jessica Chastain zu einer der prägendsten Schauspielerinnen ihrer Generation? Die Dokumentation zeichnet ihren Weg anhand unveröffentlichter Archivaufnahmen und exklusiver Interviews nach - unter anderem mit Al Pacino, Liv Ullmann, Marthe Keller, Jeff Nichols und Hagai Levi. Sie zeigt, wie Chastain mit künstlerischer Entschlossenheit und kompromissloser Haltung ihre Karriere gestaltet. Chastain wählt ihre Rollen bewusst so, dass sie sich jeder Festlegung entzieht. Auf die anmutige Mutterfigur in "The Tree of Life" folgt mit "Mama" demonstrativ ein Gegenbild zum traditionellen Mutterideal; auf Independent-Filme lässt sie große Studio- und Genrestoffe folgen. Gerade in dieser Beweglichkeit liegt ihre künstlerische Handschrift. Ihre Rollen spiegeln dabei immer wieder zentrale gesellschaftliche Themen wider: Emanzipation, Machtstrukturen, Ungleichheit und das Recht auf Selbstbestimmung. Von "The Tree of Life" über "Zero Dark Thirty" und "Interstellar" bis zu "Scenes from a Marriage" zieht sich ein roter Faden durch ihr Schaffen: der Anspruch, weibliche Figuren jenseits von Klischees neu zu denken. Mit großer Präzision durchdringt sie ihre Figuren und arbeitet deren Tiefe und innere Widersprüche heraus. Die Dokumentation gewährt intime Einblicke in Chastains Schaffensprozess, in dem jede berufliche Entscheidung zugleich ein politisches Bekenntnis ist.
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Mit dem Roman "Der Krieg der Welten" revolutionierte der Schriftsteller, Wissenschaftler und Politiker H. G. Wells 1898 die Literatur und legte den Grundstein für die moderne Science-Fiction. An der Schwelle zum 20. Jahrhundert, das den Aufstieg von Industriegesellschaft, Wissenschaft und Technologie mit sich bringen sollte, schuf er ein neues Genre, um Kritik an den gesellschaftlichen Entwicklungen und am technischen Fortschritt zu üben. George Orwell sagte über Wells, kein moderner Schriftsteller habe seine Zeitgenossen so tiefgreifend beeinflusst, wie er. Der Roman schlug ein wie eine Bombe: Die Vorstellung vom feindseligen Marsmenschen verbreitete sich wie ein Lauffeuer. "Der Krieg der Welten" thematisiert dabei die Angst, von unbekannten Mächten vernichtet zu werden, gegen die man nichts ausrichten kann. Die Handlung spielt auf dem Höhepunkt des westlichen Imperialismus, als die europäischen Mächte dank ihrer militärischen Übermacht den Großteil der Welt unter sich aufgeteilt hatten. Wells nahm sich etwas für damalige Verhältnisse Ungeheuerliches heraus und vertauschte die Rollen: Nun war es an der westlichen Zivilisation, von gnadenlosen Monstern überfallen und wie eine minderwertige Spezies behandelt zu werden. Damit war der Autor seiner Zeit weit voraus. Wells' Werk wurde zahlreich adaptiert, je nach Zeitgeist und aktueller Bedrohung: bei Orson Welles war es der Aufstieg des Faschismus, bei Byron Askin der Kalte Krieg, bei Steven Spielberg der Terrorismus, bei Tim Burton der US-amerikanische Imperialismus und bei jüngeren Umsetzungen die ökologische Katastrophe.