04:25
Frauen, die Freudentränen über einen sportlichen Erfolg vergießen und daneben ein lächelnder Kim Jong-un: Aber der Schnappschuss von Siegesemotionen der nordkoreanischen Fußballerinnen bei der asiatischen Champions League dient vor allem der Propaganda.
05:15
"28 Minuten" ist das Polit-Magazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe.
06:00
Corentin und sein Katamaran "Nomade des Mers" sind nun schon 17 Monate auf See. Die Weltumseglung, die in der Bretagne begann, führt heute nach Indonesien. Medan, eine große Stadt im Osten des Landes, ist die letzte Etappe des ersten Teils der Reise. Trotz zahlreicher Pannen ist der Katamaran inzwischen ein schwimmendes Lowtech-Labor. Im Treibhaus zieht Corentin Pflanzen in Hydrokultur und im Solarofen kann er ohne Holz kochen. Das Solardörrgerät macht Vorräte haltbar und Mikroalgen liefern Proteine. Und auch die Sago-Würmer aus Thailand bereichern den Speiseplan. Die Crew lebt noch längst nicht autark, aber die vielen Lowtech-Lösungen stimmen zuversichtlich. Die Crew hat das Problem, dass sich auf dem Katamaran ein Haufen alter Akkus und Batterien angesammelt hat, was nicht sehr nachhaltig ist. Aber Corentin ist sich sicher, dass man damit noch etwas anfangen kann. Das größere Problem: Der Steuerbootmotor streikt. Solange der nicht repariert ist, kann die "Nomade des Mers" nicht weiterfahren. Indonesien ist das viertbevölkerungsreichste Land der Welt. In den letzten Jahren ist der Energieverbrauch um 50 Prozent gestiegen; das Stromnetz ist überlastet und es kommt oft zu Stromausfällen. Daher haben sich viele clevere Kleinunternehmer auf das Recycling von alten Akkus spezialisiert. Corentin stattet einem von ihnen einen Besuch ab - denn er ahnt, dass seine Methoden ihm auf seinem Boot sehr nützlich sein könnten. Lowtech-Lösungen geben immer Antworten in lokalem Maßstab, aber Corentin bleibt überzeugt, dass man mit ihnen auch die globalen Herausforderungen meistern kann.
06:30
Gefüllte Doppelkekse aus Argentinien: Alfajores / Ein Biss'chen Heimat: Romina, eine Argentinierin in Tschechien / Ran an die Töpfe!
07:00
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Colette und die junge Liebe an der bretonischen Küste / Tasmanien: Grüne Utopie / China: Huangs Rührei mit Grünteeblättern / Argentinien: Sklavin, Kapitänin und Mutter der Nation
07:45
Madagaskar: Roman eines blutigen Aufstands / Tschechien: Marionetten als Mittel des Widerstands / Île-de-France: Patricks Kalbsfrikassee / Japan: Stumm, aber nicht sprachlos ...
08:35
Angesichts des beispiellosen Ausmaßes der vor ihnen liegenden Arbeiten begannen Architekten und Wissenschaftler mit der Untersuchung der Blöcke des eingestürzten mittelalterlichen Gewölbes, dessen Steine das Herzstück des beschädigten Baukörpers der Kathedrale bildeten. Um die Anordnung und Struktur der zu Hunderten aus den Gewölben gefallenen Blöcke zu verstehen, sammelten die Forscher monatelang das Material. Da es kaum Texte über die Entstehung der Kathedrale und den Ablauf der mittelalterlichen Bauarbeiten gibt, mussten die Wissenschaftler sich anhand ihrer eigenen Entdeckungen ein mehr als 800 Jahre altes Know-how neu aneignen. Wohl kein Architekt von heute hatte jemals mit der Rekonstruktion von Bögen und mittelalterlichen Gewölben einer solchen Dimension zu tun. Tatsächlich sind die Gewölbe von Notre-Dame der Schlüssel für die gesamte Statik und die Struktur der Kathedrale. Angesichts dieser beträchtlichen Herausforderung, von der das Weiterbestehen der Kathedrale abhing, wurde eine spezielle 3D-Software entwickelt, um die mittelalterliche Kirchenarchitektur zu entschlüsseln. Notre-Dame de Paris hat acht Jahrhunderte einer bewegten Geschichte überstanden. Wird es den Restauratoren nun gelingen, die Kirche auch für die zukünftigen Jahrhunderte zu bewahren?
09:30
Die im 12. Jahrhundert auf der Île de la Cité errichtete Kathedrale Notre-Dame de Paris war zur Zeit ihrer Erbauung eines der höchsten Kirchengebäude der Welt. Mit ihrem Grundriss, ihrer einzigartigen Steinmetzkunst und der Form ihrer Gewölbepfeiler markiert sie den Eintritt der gotischen Architektur in eine neue Epoche. Durch den Brand vom 15. April 2019 stürzte die Turmspitze über den Gewölben ein und zerbrach auf der Höhe des Querschiffs. Das mit Bleiblech gedeckte Dach und der Dachstuhl, die von den Flammen verschlungen wurden, lasteten nicht mehr auf den Mauern, was die Stabilität des Gebäudes beeinträchtigte. Doch trotz der schweren Schäden stürzte die Kathedrale in den Tagen nach der Katastrophe nicht ein. Welches sind die Geheimnisse der außergewöhnlichen Widerstandskraft von Notre-Dame? Wie konzipierten die Erbauer die Struktur der Kirche? Und kann die Rekonstruktion des Gebäudes dieselbe Stabilität wie früher garantieren? Oberhalb der Steingewölbe und unter dem riesigen Bleidach befand sich ein eindrucksvoller hölzerner Dachstuhl aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Das Privileg, ihn zu sehen, hatten nur wenige. Da er aus mehr als tausend Eichen bestand, wurde er auch "forêt" (Wald) genannt. Unter den Trümmern fanden die Archäologen auch zahlreiche Nägel und andere Metallbefestigungen, die nicht nur im hölzernen Dachstuhl, sondern auch an den Umfassungsmauern um den Chorraum verwendet wurden. Ein regelrechtes Metallskelett haben die Architekten und Wissenschaftler hier entdeckt. Wann wurde dieses Metall eingebaut? Im Mittelalter oder in späteren Jahrhunderten? War es von Anfang an geplant oder diente es dazu, später auftretende statische Probleme zu beheben? Die Antworten auf diese Fragen könnten wichtige Schlüssel für die Rekonstruktion sein.
10:20
Damit die Orgel in Notre-Dame wieder gespielt und zur Geltung gebracht werden kann, muss die Kathedrale zunächst ihre ursprüngliche Akustik zurückerhalten. Aber auch Licht und Farbe sind durch den Brand verloren gegangen. Glücklicherweise sind alle Glasfenster der Kathedrale unbeschädigt geblieben. Doch mehr als tausend Quadratmeter Glas müssen von einer dicken Schicht aus Ruß und Bleistaub befreit werden. Unter den Restaurierungsschichten scheinen sich auch Hinweise auf die ursprüngliche Farbfassung des Mauerwerks zu verbergen: Die Archäologen finden Beweise dafür, dass Notre-Dame ursprünglich vollständig bemalt war. Als Notre-Dame brannte, trauerten Menschen weltweit. Waren sie von ihren Emotionen und ihrer Fassungslosigkeit überwältigt - oder vom Verlust einer gemeinsamen Geschichte? Hatte man geglaubt, die Kathedralen seien für die Ewigkeit gebaut? Die Männer und Frauen, die auf der Baustelle von Notre-Dame arbeiten, wissen, wie zerbrechlich das Bauwerk ist. Dennoch hat es die Kriege und Revolutionen überlebt. Vom Untergeschoss bis zur Turmspitze muss die Restaurierung dem Geist gerecht werden, der die Menschen in Vergangenheit und Gegenwart fasziniert hat.
11:25
Nur eine halbe Stunde blieb Hanna Maksiuta, als sie aufbrach, um ihre Heimat zu verlassen. Ihr Mann und ihre Eltern blieben zurück. Heute lebt sie in Schondorf am Ammersee und hofft, bald wieder als Maschinenbauingenieurin arbeiten zu können. Doch obwohl Deutschland viel in die Arbeitsmarktintegration investiert und in hoch qualifizierten Geflüchteten wie Hanna eine Antwort auf den Fachkräftemangel sieht, bleibt der Einstieg schwierig. Ukrainische Geflüchtete profitieren EU-weit von einer besonderen Regelung: Statt eines langwierigen Asylverfahrens erhalten sie vorübergehenden Schutz. In Deutschland ermöglicht dieser Status einen schnellen Zugang zu Aufenthalt, Arbeit, Bürgergeld sowie Sprach- und Integrationskursen. Polen setzt stattdessen auf eine schnelle Integration über Arbeit. 2025 lag die Beschäftigungsquote ukrainischer Geflüchteter dort mit rund 70 Prozent doppelt so hoch wie in Deutschland. Doch auch in Polen verändert sich die Stimmung. Die Regierung verschärft den Ton, Leistungen werden eingeschränkt. Gleichzeitig wächst die Debatte über Unterstützung und Zusammenhalt. Grzegorz ?ulewski aus Opole betreibt zwei Bars und vermietet Apartments. Ohne ukrainische Arbeitskräfte wäre dieser Erfolg kaum möglich. Er setzt auf Zusammenarbeit und kann sich die Zukunft seines Unternehmens ohne seine ukrainischen Mitarbeitenden nicht vorstellen. Doch auch in der Kleinstadt zeigen sich erste Anzeichen, dass die Solidarität nachlässt. Je länger der Krieg dauert, desto drängender wird die Frage: Wie kann aus einem Zufluchtsort ein Zuhause werden?
11:55
Weder Pflanze noch Tier und doch voller Leben: Pilze schreiben ihre eigenen Erfolgsgeschichten. Als Delikatesse, Medizin oder Zukunftshoffnung - kaum ein Organismus vereint so viel Potenzial und Mysterium. In den Bergen Griechenlands entdecken Katerina Tsagaropolou und Ilias Efthimiou kostbare Wildpilze, während Julie-Lou Dubreuilh in den tiefen Kellern von Paris mit dem Pilzzüchter Bruno Zamblera Champignons erntet. Lucie Fischer-Chapalain zaubert hingegen täuschend echte Gänsekeulen aus Austernpilzen und kreiert intensiven Pilzstaub als natürlichen Umami-Booster. Die unterschätzten Waldfrüchte sind dabei nicht nur Genuss, sondern auch Hoffnungsträger für nachhaltige Ernährung. Und für alle Besserwisser: Pilze bilden das größte bekannte Lebewesen der Erde.
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Schweden: Ein feurig-kalter Krimi von Johana Gustawsson / Indien: Das Schlangenvolk / Mexiko: Lucias Papadzules / Chicago: Eine runde Erfindung
13:10
Spezial China, mit folgenden Themen: Das Peking des letzten Kaisers / Die Kunst der Kalligrafie / Karamellisierte Schweinerippchen von Liu / Das Geheimnis des Porzellans
14:00
Mitch McDeere ist ein junger und ehrgeiziger Juraabsolvent, der in der renommierten Anwaltskanzlei Bendini, Lambert & Locke eine vielversprechende Anstellung findet. Gemeinsam mit seiner Frau Abby genießt er die Vorteile und das Prestige seines Postens. Die Firma, wie die Kanzlei von den Angestellten genannt wird, bezahlt nicht nur gut, sondern engagiert sich auch für die Familien der Mitarbeiter. Das Leben des jungen Ehepaares scheint perfekt. Dass "die Firma" sich auch um eine andere Art von Familie kümmert, die Mafia, wird Mitch erst klar, als ihm ein FBI-Agent von mysteriösen Todesfällen unter ehemaligen Angestellten berichtet. Demnach würde die Kanzlei mit einem Clan gemeinsame Sache machen. Mitch soll für das FBI geheime Dokumente seines Arbeitgebers beschaffen, um die mafiösen Machenschaften beweisen zu können. Damit würde er jedoch nicht nur gegen seinen Eid als Anwalt verstoßen, sondern auch Gefahr laufen, selbst ins Fadenkreuz der Mafia zu geraten. Mitch muss sich entscheiden.
16:35
Der blutrote Weinbergpfirsich verschwand irgendwann aus den Rebhängen an der Mosel. Stattdessen gab es Monokulturen. Inzwischen aber besinnt man aber wieder auf das kulinarische Erbe. Monika Servaty, von Beruf Gärtnerin, hat sich dem Moselpfirsich verschrieben, zieht aus Pfirsichsteinen kleine Bäume und pflanzt sie dort, wo der Weinbau nicht mehr lohnt. Weil Weinlese und Pfirsichernte oft zusammenfallen, hat Monika im September alle Hände voll zu tun: Aus den Pfirsichen kocht sie unermüdlich Marmelade, außerdem Gerichte der Region wie Dippekuchen, ein Kartoffelgericht. Im Nachbardorf stellt sie mit ihrem Freund Herbert Budweg Pfirsich-Mousse her. Herbert hat selbst ein besonders Steckenpferd: Er macht Essig aus allen Früchten, die er auftreiben kann. Da kommt der Pfirsich gerade recht.
17:05
Chamäleons sind eine faszinierende Spezies: Sie sind bekannt für ihre blitzschnelle Zunge und ihre extrem beweglichen Augen, die einen Rundumblick ermöglichen. Doch am beeindruckendsten ist ihre Tarnkunst. Die Dokumentation bietet einen faszinierenden Einblick in die Lebensweise der Chamäleons und zeigt gleichzeitig die Vielfalt Madagaskars. Darüber hinaus wird die Entwicklungsgeschichte dieser außergewöhnlichen Reptilien thematisiert. Nirgends auf der Welt findet man mehr Chamäleonarten an einem Ort: Sie sind kunterbunt, winzig oder kolossal, haben helmförmige Schädel oder Hörner auf der Nase. Warum leben gerade auf Madagaskar so viele verschiedene Chamäleonarten? Und wie kam es dazu, dass sie sich hier besser als irgendwo anders auf der Welt entwickelt haben? Diesen Fragen geht die Dokumentation nach und erzählt dabei auch die Anfänge dieser Spezies, die seit 65 Millionen Jahren auf der Insel lebt.
17:50
Der Gran Chaco zählt zu den wildesten und ursprünglichsten Regionen Südamerikas - extrem im Klima, faszinierend in seiner Vielfalt. Eine Landschaft der Gegensätze: Dornwälder und flirrende Hitze prägen das Bild. Doch plötzlich öffnet sich ein verborgenes Paradies: Wenn sich die seltenen Salzlagunen mit Wasser füllen, bieten sie unzähligen Vögeln und Wildtieren einen lebenswichtigen Rückzugsort. Eindrucksvolle Naturaufnahmen und seltene Tierbeobachtungen gewähren Einblicke in ein verborgenes Ökosystem - etwa ein frisch geborenes Ameisenbärenjunges, eine Boa in ihrer natürlichen Umgebung oder der nahezu unbekannte Burmeister-Gürtelmull, ein Tier, das Menschen kaum je zu Gesicht bekommen. Begleitet werden auch Wissenschaftlerinnen wie Dr. Rafaela Laino, die sich für den Schutz sensibler Ökosysteme einsetzen. Ihr Ziel: die Rinderzucht und den Erhalt der Biodiversität miteinander zu vereinbaren. Gleichzeitig zeigt die Dokumentation ein außergewöhnliches kulturelles Miteinander: Indigene Gemeinschaften, paraguayische Viehzüchter und mennonitische Siedler leben seit fast 100 Jahren nebeneinander - drei Lebensweisen, die voneinander profitieren. Einige indigene Gruppen, einst Jäger und Sammler, betreiben heute Rinderzucht - ein Schritt hin zu wirtschaftlicher Eigenständigkeit. Der Gran Chaco ist eine verborgene Welt - voll rauer Schönheit, seltener Tiere und stiller, aber tiefgreifender Veränderungen.
18:35
Paraguay - ein Land voller verborgener Schätze. Zwischen dichten Wäldern und weiten Landschaften entfaltet sich eine Welt, in der Geschichte und Natur auf besondere Weise miteinander verwoben sind. Im Süden des Landes zeugen imposante Jesuitensiedlungen wie La Santísima Trinidad de Paraná und Jesús de Tavarangue von einer außergewöhnlichen Zeit: Hier verschmolzen einst europäische und indigene Kulturen zu einer einzigartigen Gemeinschaft. Musik wurde zum verbindenden Element - bis heute erklingt die paraguayische Harfe, die Guarani. Doch Paraguay bietet mehr: Üppige Naturschutzgebiete wie das Mbaracayú-Reservat offenbaren vielfältige Flora- und Fauna-Welten. Die artenreichsten Biosphären Südamerikas sind voll mit Vogel- und Säugetierarten wie Tukanen und Brüllaffen. In den dichten Wäldern erhalten Menschen wie die Yerba-Bauern uralte Traditionen wie den Anbau des Mate-Tees im Einklang mit der Natur. Majestätische Wasserfälle wie die Saltos del Monday und die gewaltigen Wassermassen des zweitgrößten Staudamms der Welt - dem Itaipú-Staudamm - stehen für die Kraft und Kontraste Paraguays. Zwischen Natur und Kultur entfaltet sich ein Land, das mit Schönheit und Rätseln fasziniert.
19:20
ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen
19:40
57 Quadratmeter, zwei Erwachsene, ein Kleinkind - und der Wunsch nach etwas mehr Platz: Laura und Konstantin leben mit ihrer zweijährigen Tochter in einem Berliner Altbau. Eine größere bezahlbare Wohnung ist nicht in Sicht. Deshalb muss jetzt eine andere Lösung her - auch weil die drei sich in ihrem Kiez wohlfühlen. Die junge Familie macht sich auf die Suche nach Ideen, wie aus ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung ein Zuhause werden kann, das mitwächst. Unterstützung bekommen sie von Architekt Van Bo Le-Mentzel. Der Berliner gilt als Pionier für "kluges Wohnen" auf kleinem Raum. Er selbst lebt mit seiner Frau und drei Kindern auf 90 Quadratmetern. Mit seinem Wohnungsbau-Unternehmen "Gemeinwohlbau" entwickelt der 49-Jährige neue Modelle für gemeinschaftliches und bezahlbares Wohnen. Laura und Konstantin schlägt er vor, mit einem selbst gebauten Raumteiler neue Rückzugsorte zu schaffen. Einziges Manko: Die beiden bringen wenig handwerkliche Vorerfahrung mit. Gelingt der Plan, die kleine Wohnung im Do-It-Yourself-Projekt familientauglich umzubauen?
20:15
Nordfriesland heute: Nach dem Tod seines Schwiegervaters übernimmt Hauke Haien zwei wichtige Funktionen im Küstenschutz. Er wird Deichgraf und Direktor des Küstenschutzes. Fachlich ist Hauke der beste Mann für diese Aufgabe, er ist ein Visionär, der im Einklang mit der Natur lebt und denkt. Allein die Menschen sind nicht seins. Als Eigenbrötler weiß Hauke kaum, wie er ein Publikum begeistern und Mitstreiter gewinnen kann. Seine Warnungen vor den Auswirkungen des Klimawandels werden im Dorf als Hysterie abgetan, obwohl die Küstenbewohner wissen, dass eine drastische Kurskorrektur der Klimapolitik unvermeidlich ist. Aber sobald diese die eigene Existenz betrifft, hält man lieber am Bewährten fest. Zu Haukes Glück unterstützt ihn seine Frau Elke. Umsichtig und klug gelingt es ihr, Hauke Gehör zu verschaffen. Seine Ansätze stoßen sogar in der Politik auf ein positives Echo. Man verspricht, ihn zu unterstützen, doch bald wird bekannt, dass seine Pläne sehr viel weiter reichen, als er selbst bisher kundgetan hat. Die moderne Adaption von Theodor Storms "Der Schimmelreiter" durch Francis Meletzky (Drehbuch: Léonie-Claire Breinersdorfer) überträgt die Vorlage in die Gegenwart und macht daraus einen spannenden Fernsehfilm, der mit dem Klimawandel eines der relevantesten Themen unserer Zeit in den Mittelpunkt stellt.
21:50
Er ist ein musikalisches Genie, seine Fans sehen in ihm den Mozart des 20. Jahrhunderts: Paul McCartney. Er wurde 1942 geboren und hat als Sänger und Bassist der Beatles nicht nur Musikgeschichte geschrieben, sondern hatte ebenso Einfluss auf die Jugendkultur seiner Generation. Die Beatles haben der Jugendkultur der 1960er Jahre Ausdruck und Stimme gegeben, erst in Europa und dann weltweit. Dabei waren sie Motor wie auch Profiteure der gesellschaftlichen Entwicklungen der Zeit. Bis in die späten 1950er Jahre hinein gab es "Jugend" als eigenständige gesellschaftliche Kategorie nicht. Junge Leute kamen früh in den Job, heirateten, bekamen Kinder, hörten die gleiche Musik und trugen die gleiche Kleidung und Frisuren wie ihre Eltern. Mit den Beatles sollte sich das ändern. Die selbst komponierten Songs und Texte der vierköpfigen Band aus Liverpool inspirierten Millionen von Teenagerinnen und Teenagern weltweit, selbst Musik zu machen. Und kurbelten deren Kaufkraft an: Der neu entdeckte Wirtschaftsfaktor der Jugend ermöglichte unter anderem enorme Plattenverkäufe. Bereits früh wurde Paul McCartney zum Millionär. Doch der Ausnahmemusiker ist bis heute bodenständig geblieben. Auch nach der Auflösung der Beatles hörte McCartney nicht auf, Musik zu machen. Inzwischen engagiert er sich ebenso für Tierwohl und lebt der Öffentlichkeit vor, dass man sich auch vegetarisch ernähren kann. Damit ist er bis heute vielen Menschen ein Vorbild geblieben.
22:45
Der Film eröffnet einen neuen Zugang zu Dylans Musik und zu seiner künstlerischen Persönlichkeit, die sich seit Jahrzehnten jeder Festlegung entzieht. Die geheimnisvolle, fast theatralische Atmosphäre der Retro-Kulisse, die an Jazzclubs und Konzertsäle der 1940er und 1950er Jahre erinnert, macht diesen Konzertfilm zu einem absolut einzigartigen Erlebnis. Regisseurin Alma Har'el setzt dabei bewusst auf eine nostalgische Schwarz-Weiß-Ästhetik, um eine Stimmung zu erzeugen, die ein tiefes Eintauchen in die Musik ermöglicht. Kritiker verglichen das Ganze in seinem filmischen Anspruch sogar mit einem Film Noir oder den Filmen von David Lynch. Auf der kleinen Bühne, umgeben von Gitarren, Akkordeon und Kontrabass, präsentiert Bob Dylan altbekannte Klassiker in völlig überarbeiteten, minimalistischen Arrangements. Obwohl er auf Schlagzeug verzichtet, büßen die Songs an Dynamik und Energie nichts ein. Im Gegenteil: Titel wie "Forever Young" oder "Queen Jane Approximately" erhalten in dieser emotionalen, kraftvollen Neuinterpretation eine besondere Intensität; die sparsame akustische Begleitung lässt jede Nuance von Dylans Stimme hervortreten und verleiht den Songs eine eindringliche Unmittelbarkeit. "Bob Dylan: Shadow Kingdom" ist ein Meisterwerk, das der Musik des Barden eine neue Dimension verleiht und seinen Status als zeitloser und dabei stets innovativer Künstler untermauert.
23:35
"Sounds Like Art" lädt Musikerinnen und Musiker ein, inmitten von Kunstwerken in einem europäischen Museum zu spielen. In dieser Folge tritt José González im Moderna Museet auf, Stockholms einflussreichem Museum für zeitgenössische Kunst. Das Museum schreibt seit den 1960er Jahren Kunstgeschichte, was überraschend ist, wenn man bedenkt, dass die Insel, auf der es sich befindet, bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts in erster Linie ein militärischer Außenposten war. José González hat selbst einen überraschenden Hintergrund. Als Sohn zweier politischer Exilanten, die vor dem Militärputsch in Argentinien 1976 geflohen waren, wurde González in Göteborg geboren und absolvierte eine Ausbildung zum Biochemiker, während er in Punkbands spielte. Er bringt diesen Hintergrund in faszinierende Diskussionen über die Werke von Karol Radziszewski und Carsten Höller ein. Einzigartig an dieser Folge von "Sounds Like Art" ist, dass sie mehrere sehr intime Performances in Installationen präsentiert, nicht nur von Radziszewski und Höller, sondern auch von Maya Deren, Jockum Nordström und Wolfgang Paalen. Wir entdecken die Insel des Museums und die Bucht von Stockholm mit González, der bei Sonnenuntergang vor dem Museum ein Lied in der spanischen Muttersprache seiner Eltern singt. Heute ist González Vater und hat sich mit seinem unerwarteten Ruhm abgefunden. Er spielt alle Hits und Coverversionen, die ihn bekannt gemacht haben, sowie die sehr melodische und politisch engagierte Musik seiner jüngsten Alben. In dieser Folge präsentiert José González seine sanfte, hoffnungsvolle Vision für die Zukunft.