21:40
Unerwartet klärt sich der Mord an Patrik auf: Am Morgen kommt ein Mann aufs Polizeirevier, der die Tat gesteht. Thomas vermutet zwar, dass der Dealer Minosevitch seine Hände im Spiel hat und jemanden vorschickt, um den Verdacht von sich abzulenken, doch der Mordfall ist nun offiziell gelöst. Also können sich die Ermittler auf den Fall Victor konzentrieren. Die Polizisten erfahren von Felicia, dass sie Tobbe am Tatort gesehen hat, der so zum Hauptverdächtigen wird. Tobbe gibt zu, am Tatort gewesen zu sein, doch habe er weder Victor noch Felicia getroffen. Victors Vater Johan versöhnt sich inzwischen mit seiner Frau. Er ist weiter außer sich vor Wut und Trauer und will seinen Sohn rächen. Bei Victors Beerdigung kommt es zu einer dramatischen Szene. Jonas' Tochter Vera fasst neues Vertrauen zu Nora und erzählt ihr von der Mittsommernachtsfeier: Mit Mattias, einem älteren Jungen, war sie in ein leerstehendes Haus gegangen, wo er jedoch aufdringlich wurde. Als Mattias ihre Abwehr ignorierte, habe sie sich übergeben, um ihn von sich fernzuhalten. Nora bringt Vera ins Polizeirevier, denn die Kommissare waren auch schon auf das Haus gestoßen, in das an Mittsommernacht eingebrochen wurde. Die Kommissare wollen nun Mattias befragen, doch der rennt vom Fußballtraining weg, als er sie kommen sieht. Thomas und Mia nehmen die Verfolgung auf. Dann wird ein weiteres Indiz am Tatort gefunden: ein Stofffetzen von einer Polizeiweste. Bald erfahren die Ermittler, dass an der Weste ihres Kollegen Harry ein identisches Stück Stoff fehlt: Könnte die Polizei selbst in den Mordfall verwickelt sein?
22:30
Vincent führt ein unauffälliges Leben als Grafikdesigner in Lyon. Doch sein Alltag gerät aus den Fugen, als ein Praktikant im Büro plötzlich brutal auf ihn losgeht. Kurz darauf folgen weitere Angriffe: Kollegen, Fremde, selbst zufällige Begegnungen auf der Straße werden zur tödlichen Bedrohung. Auslöser scheint jedes Mal ein Blickkontakt zu sein. Warum Menschen in Vincents Gegenwart wie von einem unkontrollierbaren Impuls erfasst werden, bleibt rätselhaft. Je mehr sich die Vorfälle häufen, desto stärker zieht sich Vincent zurück. Das Homeoffice bietet nur vorübergehend Schutz, denn die Gefahr lauert überall, wo Begegnungen im Alltag passieren. Mittlerweile auf der Flucht entdeckt Vincent, dass er mit seinem Schicksal nicht allein ist. Auch andere Betroffene versuchen, sich der Gesellschaft zu entziehen und in digitalen Gemeinschaften Strategien des Überlebens zu entwickeln. Aus der individuellen Bedrohung wird eine allumfassende soziale Krise. Als Vincent unterwegs Margaux kennenlernt, verändert sich seine Situation grundlegend. Zwischen Vorsicht, Misstrauen und dem Wunsch nach Nähe entsteht eine Beziehung, die ihm neuen Halt gibt. Doch das Miteinander bleibt prekär, denn auch in der Zweisamkeit lauert Gewalt. Stéphan Castang verbindet in seinem Spielfilmdebüt Paranoia-Thriller, Gesellschaftsparabel und Liebesgeschichte. Die Atmosphäre ist von Suspense, absurden Szenen und latenter Endzeitstimmung geprägt. Karim Leklou ("Die Geschichte von Jim") trägt die Handlung mit großer physischer Präsenz.