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TV Programm für ARTE am 03.11.2026

Die Erfindung des Kindergartens 05:10

Die Erfindung des Kindergartens

Dokumentation

Modernes Leben ohne Kita? Das ist heute kaum vorstellbar! Aber wie soll der ideale Kindergarten aussehen? Können im digitalen Zeitalter noch Konzepte modern sein, die schon über hundert Jahre alt sind? Eine spannende Spurensuche von den Kinderaufbewahrungsanstalten bis zu den reformpädagogischen Ideen, die unser Verständnis von früher Bildung in der Kita bis heute prägen: "Diese Kinder müssen nachts Alpträume haben", berichtet die Pädagogin Pauline Kergomard nach ihrem Besuch in einem Kinder-Asyl: "An die Wand gemalt, ein gewaltiges Auge, das alles sieht und ein übergroßes Ohr, das hört, ob die Kinder schwatzen." Sie kämpft gegen ein System, in dem schon Zweijährige lesen und rechnen lernen müssen und revolutioniert um 1900 die französische Vorschule. Erziehung mit "Kopf, Herz und Hand" ist im Berliner Pestalozzi-Fröbel-Haus Anfang des 20. Jahrhunderts der Leitspruch, damals ein Vorbild für ganz Europa. "Hilf mir, es selbst zu tun! " - dieser Satz von Maria Montessori verändert den Blick auf die frühe Bildung. Mit ihrer Methode löst sie eine weltweite Bewegung aus. Montessori wird zum "Popstar" der Pädagogik, anders als die französische Reformerin Pauline Kergomard oder der "Kindergartenerfinder" Friedrich Fröbel. Was ist zeitlos gültig und was Produkt einer Epoche? Der Kindergarten, ein Ort, der Kindern Chancen eröffnet, aber wie im Nationalsozialismus auch zum Ort ideologischer Vereinnahmung werden kann. Der Film erzählt die überraschend aktuelle Geschichte über den Kindergarten als Spiegel gesellschaftlicher Erwartungen.

360° Reportage 05:55

360° Reportage: Brasilien, neue Hoffnung für die Hyazintharas

Reportage

Neiva Guedes hat sich vor vielen Jahren in die leuchtend blauen Hyazintharas verliebt, als sie die großen und majestätischen Vögel durch den brasilianischen Regenwald fliegen sah. Von da an widmete sich die engagierte Biologin dem Schutz der Tiere. Und dieser war auch bitter nötig, denn ihre Zahl war dramatisch im Sinken begriffen. Während die Vögel schon immer der moderaten Jagd durch Indigene, die ihre bunten Federn für Kostüme nutzten, und Raubtiere ausgesetzt waren, kam nun noch die verstärkte Abholzung des Regenwaldes hinzu, die den Papageien die Möglichkeit für den Nestbau nahm. Hyazintharas nutzen nämlich einen ganz bestimmten Baum dazu: den Mandovi-Baum. Nur dessen Stamm hat die nötige Dicke und Stabilität, damit die stattlichen Vögel darin ihre Bruthöhlen bauen können. Neben der Aufforstung dieser Bäume bietet ihnen Neiva Guedes nun eigens entwickelte Nistkästen, die von den Vögeln gerne akzeptiert werden. Zudem hat sich Neiva auch des Problems angenommen, dass in der Regel nur ein einziges der geschlüpften Küken die ersten Wochen in der Natur überlebt. Noch in der Brutphase erklimmt die Ornithologin mittels Bergsteiger-Equipment die hohen Bäume, entnimmt den Nestern die noch unausgebrüteten Eier und lässt die Jungen im Labor schlüpfen. Sind die dann stark genug, um überleben zu können, schiebt Neiva sie den Eltern wieder unter. Ein gewagtes, aber erfolgversprechendes Projekt, welches den Hyazintharas helfen könnte, auch in Zukunft zu überleben und ihr leuchtend blaues Federkleid in den Weiten des Amazonas zu präsentieren.

Küchen der Welt 06:50

Küchen der Welt: Nordfrankreich: Herzhafter Bierschmortopf

Essen und Trinken

Der nordfranzösische Schmortopf mit Bier: Flämische Karbonade / Ein Biss'chen Heimat: Étienne, von Nordfrankreich in den Senegal / Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 07:20

Stadt Land Kunst: Polen / Madagaskar / Berlin

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Polen: Nach dem Nobelpreis ist vor dem Schauerroman / Madagaskar: Eine Königin wie keine andere / Frankreich: Rogers Kürbissuppe / Deutschland: Ohren zu und durch!

Stadt Land Kunst 08:05

Stadt Land Kunst: Frankreich / Philippinen / Angola

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Frankreich: Maria Pourchets Wilder Westen / Philippinen: Eine Hochburg des Katholizismus / Puerto Rico: Jan Daniels Teigtaschen mit Fleischfüllung / Angola: Unabhängigkeit auf Kubanisch

Dracula - Die wahre Geschichte 08:55

Dracula - Die wahre Geschichte

Dokumentation

Im Juni 1456 überflog der Komet Halley den Himmel über dem Balkan. In fast ganz Europa deutete man dies als Vorboten der bevorstehenden Apokalypse. Mit einer Ausnahme: Der aus der Walachei stammende Vlad III., auch Dracula genannt, sah darin ein gutes Omen. Nach einer gewaltsamen Machtübernahme als Anführer einer kleinen Armee ließ er den Kometen auf seine Münzen prägen. Seine Herrschaft war gnadenlos. Seine bevorzugte Hinrichtungsmethode versetzte die Menschen in Angst und Schrecken und brachte ihm den Beinamen "der Pfähler" ein. So steht es jedenfalls in den Texten jener Zeit, die dank des Buchdrucks verbreitet wurden. 1890 stieß der irische Schriftsteller Bram Stoker im Zuge seiner Recherchen auf den Namen Dracula und verwendete ihn für seinen Roman. In den 1970er Jahren machte der rumänische Diktator Nicolae Ceau?escu aus Vlad dem Pfähler einen Nationalhelden. Wahrheit oder Mythos? Seit mehreren Jahren beschäftigen sich Forschende mit der Quellensammlung Corpus Draculanium und hinterfragen die Geschichte von Vlad III. Sie analysieren private, diplomatische und zu Handelszwecken verfasste Korrespondenz, Verhandlungsprotokolle, verwaltungstechnische Dokumente, Erzählungen und Bilder sowie Münzen und Siegel aus der damaligen Zeit. Die Quellen stammen aus ganz Europa und erzählen die Geschichte eines shakespeareschen Herrschers, der zwischen dem christlichen Westen und dem seit dem Fall Konstantinopels im Jahr 1453 immer mächtiger werdenden Osmanischen Reich gefangen war. Das damalige Europa befand sich im Umbruch, und die Walachei lag an der Grenze zweier gegensätzlicher Gesellschaften.

Transsilvanien, Draculas wildes Reich 10:25

Transsilvanien, Draculas wildes Reich

Landschaftsbild

Im 19. Jahrhundert siedelte Bram Stoker seinen Roman "Dracula" in Transsilvanien mit seinen verfallenen Schlössern und blutigen Legenden an. Heute ist die abgelegene Region Rumäniens, auch bekannt als Siebenbürgen, eines der letzten unberührten Wildnisgebiete Europas, mit atemberaubenden Landschaften und einer großen Artenvielfalt. Abgeschirmt durch die majestätischen Karpaten und durch ein jahrzehntelanges, hartes kommunistisches Regime konnte die einzigartige Naturlandschaft erhalten bleiben, die sich in manchen abgeschiedenen Gegenden seit dem Mittelalter kaum verändert hat. Die Menschen haben hier ihre Traditionen bewahrt und pflegen bis heute ihre Bräuche. Die ausgedehnten Bergketten und Urwälder Siebenbürgens sind die Heimat von Luchsen, Wölfen und einer Bärenpopulation, die einen Großteil der europäischen Bären ausmacht. Transsilvanien ist auch ein Paradies für einen wichtigen Protagonisten des Romans "Dracula": 26 Fledermausarten leben in den vielen Höhlen, Schlossruinen und alten Kirchenburgen. Wenn die Nacht hereinbricht, verlässt das Große Mausohr, eine der größten Fledermausarten Europas, sein Versteck, um in den tierreichen Wiesen und Wäldern zu jagen. Diese Mischung aus Geschichte, Folklore und Natur verleiht Transsilvanien einen ganz eigenen, ursprünglichen Zauber.

Re: 11:25

Re:: Die Gen Z entdeckt den Glauben

Reportage

Die Reportage begleitet religiöse junge Menschen in Berlin. Was diese in ihrer Hinwendung zu Gott suchen, ist unterschiedlich: Lorenzo (17) ist ohne seinen Vater aufgewachsen und findet durch seinen Glauben die Kraft, mit dessen Fehlen besser umzugehen. Leni (18) hat das Gefühl, im Gebet ein Gegenüber zu haben, das ihr zuhört und sie voll und ganz annimmt. Noa (22) ist sich durch ihre Religion sicher, dass ihr Leben einen Sinn hat. Zuversicht und ein Gefühl von Sicherheit beschreiben alle drei als Grunderfahrungen des Glaubens. Einige junge Menschen interessieren sich wieder für Frömmigkeit und Bibeltreue. Sie wenden sich dem Glauben zu, präsentieren sich mit religiösen Symbolen, folgen Influencern mit christlichen Inhalten oder arbeiten aktiv in Kirchengemeinden mit. Die Häufung von Krisen wie Corona, Klimawandel und Kriegsgefahr lassen viele nach spirituellem Halt und Orientierung suchen, aber auch der Wunsch nach gelebter Gemeinschaft mit anderen spielt eine Rolle. Kritiker sehen die Gefahr, dass gerade auf Social Media vor allem vereinfachende Botschaften verfangen, und manche Jugendliche deshalb anfällig werden könnten für unterkomplexe Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit. Auch die politische Einflussnahme religiöser Gruppen etwa in den USA erfüllt manche mit Sorge. Sich als liberal verstehende Kirchengemeinden wie die Baptisten aus Berlin-Schöneberg oder der evangelische Pfarrer Viktor Weber aus Berlin-Spandau wollen diesen Entwicklungen entgegentreten, indem sie Jugendlichen auch für eine hinterfragende Haltung zur Bibel gewinnen.

Küchen der Welt 11:55

Küchen der Welt: Martinique: Boucané-Hähnchen

Essen und Trinken

Würziges Hähnchen aus Martinique: Poulet boucané / Kulinarische Mitbringsel / Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 12:25

Stadt Land Kunst: Spanien / Schottland / Polen

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Spanien: Frauenstimmen hinter geschlossenen Vorhängen / Schottland: Die Rückkehr der Hexen / Griechenland: Katerinas Rosinen-Pfannkuchen / Polen: Eine Frau im Urwald

Stadt Land Kunst 13:10

Stadt Land Kunst: Florenz / Indien / Belgien

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Florenz: Tschaikowskys weißer Schwan / Indien: Der radikale Pazifismus der Jains / Thailand: Nus Hühnercurry / Belgien: Ein Zug, drei Helden

Die Macht und ihr Preis 14:00

Die Macht und ihr Preis

Thriller

Als Staatsanwalt Varga auf offener Straße erschossen wird, übernimmt Inspektor Rogas die Ermittlungen. Bald darauf werden zwei hohe Richter ermordet, wieder mit derselben Waffe. Rogas vermutet, dass es sich in allen Fällen um einen Racheakt handelt. Er macht drei Verdächtige ausfindig; alle wurden für Delikte verurteilt, die sie abgestritten haben. Und bei jedem dieser Prozesse hatte einer der ermordeten Richter den Vorsitz. Zwei der Beschuldigten muss Rogas allerdings rasch wieder von seiner Liste streichen. Bei dem dritten dagegen glaubt er, auf eine heiße Spur gestoßen zu sein. Dieser Mann ist untergetaucht und es existiert nirgendwo ein Foto von ihm. Ein vierter Mord bestärkt den Inspektor in seinem Verdacht, aber er wird von seinen Vorgesetzten zurückgepfiffen. Er hält es jedoch für seine Pflicht, wenigstens den Gerichtspräsidenten Richès zu warnen, der nach seiner Ansicht auch gefährdet ist. Bei diesem Besuch macht der Inspektor eine Beobachtung, die ihn die Mordserie in einem ganz neuen Licht sehen lässt ... "Die Macht und ihr Preis" beginnt als Krimi und verdichtet sich mehr und mehr zur beklemmenden Beschreibung eines politischen Zustands, ohne einen Moment an Spannung zu verlieren. Der Film von 1975 basiert auf dem Roman "Tote Richter reden nicht" des sizilianischen Autors Leonardo Sciascia (1921-1989). Francesco Rosis Polit-Thriller ist eine der besten Sciascia-Verfilmungen, nicht zuletzt dank Lino Ventura in der Rolle des einfachen Polizeiinspektors, der sich trotz wachsender Angst nicht davon abhalten lässt, einer politischen Verschwörung nachzugehen.

Wasserfälle: Die Urgewalt der Flüsse 16:20

Wasserfälle: Die Urgewalt der Flüsse

Dokumentation

Der Meeresbiologe Uli Kunz will wissen, welche Rolle Wasserfälle für die Natur spielen. Dafür reist er nach Simbabwe und Sambia: Hier stürzt der Sambesi über hundert Meter in eine Schlucht und bildet dabei die Victoriafälle. Kunz erforscht, wie der permanente Sprühregen einen artenreichen Regenwald entstehen ließ. Auf Sizilien spürt Kunz einem der größten Wasserfälle der Geschichte nach. Vor Millionen von Jahren trocknete das Mittelmeer aus und hinterließ eine mächtige Schicht aus Salz. Der Meeresbiologe befährt einen Salzstock und findet heraus, wie vor sechs Millionen Jahren ein gigantischer Wasserfall entstand. Nur wenig Natürliches gibt es noch an den Niagarafällen in Nordamerika. Die Wassermenge wird reguliert, manchmal wird der riesige Wasserfall sogar trockengelegt. Trotzdem finden Millionen Menschen die Niagarafälle nach wie vor faszinierend, und manchen verleiteten sie zu Leichtsinn: Immer wieder ließen sich Menschen in Fässern die Niagarafälle hinabstürzen - mit unterschiedlichem Erfolg. Auch Uli Kunz wagt ein riskantes Abenteuer: Per Slackline traut er sich über die tosenden Victoriafälle. Sein Ziel dabei ist es, an einen Ort zu gelangen, an dem noch weniger Menschen waren als auf dem Mond. Nur hier kann er ein Phänomen bewundern, das kein Mensch vom festen Boden aus erkennen kann: einen riesigen kreisrunden Regenbogen.

Flussdeltas: Paradiese zwischen Land und Meer 17:05

Flussdeltas: Paradiese zwischen Land und Meer

Dokumentation

Nährstoffreiche Sedimente lagern sich ab, und ein riesiges Netz von Wasserstraßen entsteht. Diese vielfältigen Feuchtgebiete - vom Amazonasdelta über die Wasserwelt Tasmaniens bis zum Kalahari-Becken in Botsuana - beherbergen unzählige Pflanzen- und Tierarten. Aber die Dynamik der Deltas mit ihrem ständigen Übergang von Süß- und Salzwasser hat auch Tücken. Weil sich beides im Delta mischt, sind hier echte Überlebenskünstler zu Hause. Sie profitieren zwar vom Reichtum an Nahrung, müssen aber mit ständig schwankenden Salzgehalten leben. Der Meeresbiologe Uli Kunz führt durch dieses einzigartige Ökosystem und geht Phänomen auf den Grund: Wie schaffen es Lebewesen, sowohl im Süß- als auch im Salzwasser zu existieren? Wieso ist der Artenreichtum in Deltas so enorm hoch? Und welche Kräfte formen Deltas? In Mosambik taucht Uli Kunz nach dem Bullenhai, dem einzigen Meereshai, der in salzigem und süßem Wasser überleben kann. In Botsuana befindet sich mit dem Okavango-Delta eines der größten Binnendeltas der Erde. Jährliche Überflutungen lassen Feucht- und Sumpfgebiete von enormen Ausmaßen entstehen. In Tasmanien taucht Uli Kunz in einem der ungewöhnlichsten Gewässer der Erde: In Bathurst Harbour leben Tiefseekreaturen in weniger als zehn Meter Wassertiefe. So faszinierend Deltas sind, so verletzlich sind sie auch: Da sie in der niedrigen Küstenzone liegen, sind Deltas gefährdet durch alle Arten von Katastrophen wie Hurrikane und Tsunamis. In Zukunft wird diese Anfälligkeit durch den Anstieg des Meeresspiegels noch steigen.

Wildes Spanien - Durch die Linse zweier Brüder 17:50

Wildes Spanien - Durch die Linse zweier Brüder

Dokumentation

Die beiden jungen Tierfilmer Sergi und Jordi Escandell haben sich auf eine zwei Jahre lange Reise durch Spanien begeben und dabei Landschaft und Tierwelt unberührter Wälder in Navarra gefilmt, die Steppen in La Rioja, die Flüsse Andalusiens. Spanien ist eines der artenreichsten Länder Europas. Mehr als 50 Prozent aller europäischen Tierarten sind hier heimisch. Mit ihren Kameras haben sie die Gipfel der Pyrenäen festgehalten, die Ufer der Balearen und auch in die Tiefen des Mittelmeers und des Kantabrischen Meers tauchen die Brüder ein. Zwischen wissenschaftlichen Betrachtungen und persönlichen Schilderungen teilen sie ihre Begeisterung für die Tierwelt mit dem Publikum. Dabei sind ihnen spektakuläre und ungewöhnliche Aufnahmen gelungen: von kämpfenden Bartgeiern, spielenden Ottern, dem sozialen Leben der Grindwale, den Reisen der Zugvögel und der Rückkehr des Bibers. Sie zeigen, wie Wassersäugetiere im Winter in eisigen Flüssen überleben. Außerdem werfen sie einen Blick auf die Umweltprobleme, die diese wunderschönen Landschaften bedrohen.

Poilão, eine unberührte Insel 18:35

Poilão, eine unberührte Insel

Landschaftsbild

Für die Menschen der Gegend gilt Poilão als heiliger Boden. Deshalb blieb das Eiland über Jahrtausende nahezu unberührt von der menschlichen Zivilisation. Nur sehr sporadisch wird sie überhaupt von Menschen betreten. Und so ist die winzige Insel bis heute eine einzigartige Naturoase geblieben, ein überaus vielfältiges Ökosystem. Hier leben niedliche gambische Sonnenhörnchen, furchteinflößende afrikanische Warane, gefährliche Baumschlangen und gut getarnte Nachtfalter. Fleißige Weberameisen beeindrucken ebenso wie geheimnisvolle Chamäleons und zahlreiche Vogelarten wie die Turakos. Jedes Jahr kommen außerdem Zehntausende grüne Meeresschildkröten nach einer langen Reise durch das Meer genau hierhin. Sie wollen auf der Insel, auf der sie selbst geboren wurden, ihre Eier ablegen. An einem weniger als zwei Kilometer langen Sandstrand bauen sie in mühseliger Arbeit rund 60.000 Nester. Poilão gilt als einer der wichtigsten Nistplätze dieser gigantischen Schildkrötenart weltweit. Nach dem Schlüpfen verlassen dann Tausende und Abertausende winziger Schildkröten die kleine Insel. Und auch, wenn nur wenige von ihnen überleben, sichert die grüne Meeresschildkröte doch so immer wieder das Überleben ihrer Art, die weltweit sehr selten geworden ist.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.

Re: 19:40

Re:: Irlands tote Kinder - Exhumierung statt Schweigen

Reportage

Seit Jahrzehnten sucht Anna Corrigan nach ihren zwei Brüdern. Beide kamen im Mutter-Baby-Heim im westirischen Tuam zur Welt. Für John gibt es eine Sterbeurkunde, für William nicht. Anna hält es deshalb für möglich, dass William noch lebt. Oder liegen seine Überreste auf dem Gelände? Die Ausgrabungen könnten endlich Klarheit darüber bringen, was mit ihren Brüdern geschah. Zwischen 1925 und 1961 starben in dem von katholischen Nonnen geführten Heim Hunderte Säuglinge und Kleinkinder. Die lokale Geschichtsforscherin Catherine Corless fand Sterbeeinträge für 796 Kinder - aber keine Begräbnisnachweise. Ihre hartnäckigen Recherchen brachten einen der größten Kirchenskandale Irlands ans Licht: Viele der verstorbenen Kinder wurden in einem Abwassertank auf dem Gelände entsorgt. PJ Haverty verbrachte seine ersten sechs Lebensjahre in dem Heim. Erst Jahrzehnte später erhielt er Zugang zu seinen Akten und erfuhr, dass er als Kind zur Adoption in die USA vorgesehen war. "Ich hatte Glück, dass ich überlebt habe. Ich hätte dort liegen können." Nun soll in Tuam aufgeklärt werden, was mit den Kindern geschah. Seit Juli 2025 wird das Gelände forensisch untersucht. Die sterblichen Überreste werden geborgen und sollen identifiziert werden. Wurden die Kinder Opfer von Gewalt oder Vernachlässigung? Welche Verantwortung tragen Nonnen und staatliche Stellen? Erst 2021 entschuldigte sich die Regierung offiziell bei Überlebenden und Angehörigen. Tuam war kein Einzelfall: In ganz Irland starben in solchen Heimen rund 9.000 Kinder. Ist Tuam der Anfang einer umfassenden Aufarbeitung?

Viel Geld, wenig Sicherheit? Europa rüstet auf. 20:15

Viel Geld, wenig Sicherheit? Europa rüstet auf.

Dokumentation

69 Milliarden Euro in Italien, 78 Milliarden in Polen, 144 Milliarden in Frankreich, 286 Milliarden in Deutschland - insgesamt mehr als 1,2 Billionen Euro wollen die europäischen Nato-Staaten bis 2030 für neue Waffen ausgeben, um Russland von einem Angriff auf Europa abzuschrecken. Aber diese Aufrüstung erfolgt völlig planlos: Zwar versprechen Minister und Regierungschefs fortwährend europäische Solidarität. Doch zugleich vergeben sie Milliardenaufträge je nach nationalen Interessen an bevorzugte nationale oder amerikanische Rüstungskonzerne. In der Folge passt nichts zusammen: Während die USA eine Weltmacht-Armee mit 30 Waffensystemen betreiben, leisten sich die Europäer 29 Mini-Armeen mit 178 Systemen. Welche Konsequenzen hat das? Und was bedeutet das für die Sicherheit der Europäer? Diesen Fragen sind Harald Schumann und die Journalistinnen und Journalisten des Teams Investigate Europe nachgegangen. Im Gespräch mit Nato-Generälen, ukrainischen Offizieren, nationalen und europäischen Parlamentariern, Rüstungsmanagern, dem zuständigen EU-Kommissar sowie Fachleuten aus führenden Thinktanks wird das politische Missmanagement bei Europas größtem politischen Projekt seit dem Fall des Eisernen Vorhangs aufgedeckt. Die Folgen sind beunruhigend: Es wird nicht nur Steuergeld in dreistelliger Milliardenhöhe verschwendet. Experten warnen davor, dass die Investitionen viel zu oft noch in Kampfsysteme fließen, die auf dem Schlachtfeld der Gegenwart gar nicht mehr gebraucht werden. Zugleich zementieren Aufträge an die amerikanische Rüstungsindustrie die Abhängigkeit von einer US-Regierung, die vom verlässlichen Partner zum unberechenbaren Rivalen geworden ist.

Russland-Finnland: Die neue Kriegsfront? 21:45

Russland-Finnland: Die neue Kriegsfront?

Politik

Die Dokumentation zeigt die finnische Gesellschaft, in der die Krisenvorbereitung schon seit langer Zeit zum Alltag gehört. Die Erinnerungen an den Winterkrieg mit der Sowjetunion 1939/1940 sind noch immer präsent. Wehrpflicht, fast eine Million Reservisten, Zivilschutzanlagen für den Großteil der Bevölkerung: Finnland bereitet sich seit Jahrzehnten auf einen erneuten Ernstfall vor. Das Land steht in der Region stellvertretend für Europa: Nato-Soldaten üben auf finnischem Boden, die Militärausgaben des Landes steigen an, und die 1.343 Kilometer lange Grenze im Süden des Landes ist zu einer Grenze verbündeter Nationen gegen Russland geworden. Diese neue Realität hat jedoch massive Auswirkungen auf die Bewohner des Grenzgebiets: Seit der Grenzschließung wurde jeglicher Austausch beendet, Familien entzweit, und Städte, die einst Russland zugewandt waren, sind nun isoliert. Die Dokumentation zeigt ein Finnland, das man so nicht kennt. Sie lässt sowohl diejenigen zu Wort kommen, die sich auf die Verteidigung der Grenze vorbereiten, als auch diejenigen, die unter ihrer Schließung leiden. Inzwischen stellt sich ganz Europa die Frage, ob man für den Ernstfall ausreichend gerüstet ist. Auch deshalb nehmen die Geschichte und die Entscheidungen, die Finnland seit langem geprägt haben, eine neue Dimension an.

Putins Kriegsmaschinerie 22:40

Putins Kriegsmaschinerie: Bedroht Russland Europas Sicherheit?

Politik

Russland baut Militärstandorte und Truppen an seinen Grenzen nach Westen aus. Die Nato plant für den Ernstfall an ihren Ostgrenzen. Wie real ist die Gefahr eines offenen Konflikts? Über ein Jahr hinweg geht ein Rechercheteam dieser Frage nach. Die Recherchen führen von geheimen Nato-Übungen im Suwalki-Korridor, dem strategisch wichtigen Nadelöhr zwischen Belarus und Kaliningrad, über Satellitenanalysen russischer Militärstandorte bis zu Dokumenten aus dem Inneren des russischen Machtapparats. Die Investigativjournalisten treffen Nato-Kommandeure, Geheimdienstexperten und Informanten mit Zugang zur russischen Führung. Informationen deuten darauf hin, dass sich Russland auf eine langfristige militärische Konfrontation mit europäischen Staaten vorbereitet. Satellitenbilder zeigen neue Munitionslager und Fuhrparks mit Kampffahrzeugen entlang der Nato-Grenze. Frontsoldaten sprechen offen über ihre Bereitschaft zu einem Kampf gegen Europa. Ein ehemaliger Insider aus dem Umfeld des Kremls gewährt zudem Einblicke in Strategien und Entscheidungsstrukturen hinter Russlands Kurs. Dabei stellt sich die Frage, wo Abschreckung endet und Eskalation beginnt. Entstanden ist ein investigativer Dokumentarfilm über Bedrohungsszenarien, militärische Planungen und die Frage, ob Europa auf eine neue Epoche der Konfrontation zusteuert.

Weiterleben zwischen Himmel und Erde 23:35

Weiterleben zwischen Himmel und Erde: Kriegsalltag in der Ukraine

Dokumentation

Als Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine angriff, begann der einer der brutalsten Kriege in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. "Weiterleben zwischen Himmel und Erde" zeigt, was durch die Invasion zerstört wird und wie sich das alltägliche Leben in der Ukraine verändert. Die vier jungen ukrainischen Filmemacher und Filmemacherinnen beobachten die Folgen des russischen Angriffskrieges aus verschiedenen Blickwinkeln. Wozu führen Gewalt und militärische Aktionen? Was bedeutet der Angriff für die Menschen, ihre Lebensräume und die Natur? Was brennt sich ins kollektive Gedächtnis ein und was bleibt, wenn die physischen Spuren des Krieges langsam verschwinden? Die Doku zeigt, wie zu Ruinen geschossene Gebäude Teil des Alltags werden und wie sich die Natur die Schauplätze des Krieges zurückerobert. Die Doku begleitet Prozesse gegen russische Soldaten, die angeklagt sind, Kriegsverbrechen begangen zu haben, und kontrastiert dies mit Szenen, die zeigen, wie Massengräber entdeckt werden und Menschen nach ihren Angehörigen suchen. Im Lauf der Zeit verändern sich Alltag und Lebenswirklichkeit in der Ukraine. Landschaften und Städte sind zwar vom Krieg gezeichnet, doch entwickeln die Menschen dort eine enorme Lebensenergie und Menschlichkeit nach dem Ende von Bombenhagel und Kriegshandlungen.