21:45
"Heir" und "Spare" - im Englischen ist es scheinbar nur ein kleiner Unterschied und doch stecken dahinter zwei völlig unterschiedliche Lebenskonzepte: Der eine ist der Thronfolger - auserkoren dazu, die Krone zu tragen, in die Geschichtsbücher einzugehen und den Fortbestand der Monarchie zu sichern. Der andere ist Reserve - sein Schicksal hängt ganz davon ab, was mit dem Älteren geschieht. Sollte dieser frühzeitig ums Leben kommen, dann rückt er nach und wird zum Thronfolger. Im Fall der Windsors ist dies gänzlich unrealistisch, denn inzwischen sind die Kinder von William in der Thronfolge vor Harry. In seinem Buch "Spare" (deutscher Titel: "Reserve") schildert Harry, wie er sich sein Leben lang an der Ungerechtigkeit abgearbeitet hat, dass die Thronfolge nichts mit Leistung oder Verdienst, sondern nur mit der Tradition und dem Recht des Erstgeborenen zu tun hat. Doch er genießt Freiheiten im Leben, die seinem Bruder William nicht gewährt werden. Als Thronfolger ist es dessen Aufgabe, dem Land zu dienen und den Fortbestand der Monarchie durch Nachwuchs zu sichern. Für ihn gilt die alte Losung: "never complain, never explain". Die Dokumentation beleuchtet Ehre und Bürde der Thronfolgerschaft, das Schicksal des Zweitgeborenen sowie die Rolle der Eltern, der Partnerinnen und der Medien - und ordnet sie mit Hilfe von Expertinnen und Experten ein. Sie verhandelt am Beispiel der Windsors aber auch Themen universeller Geschwisterkonflikte.
22:40
Sie ist die beliebteste Royal im Hause Windsor, glamourös, doch immer korrekt und nahbar: Catherine, Prinzessin von Wales - genannt Kate. Ihr ist gelungen, was den Erfolg der großen Stars aus der Film- und Musik-Welt ausmacht: Sie ist zur Projektionsfläche für Wünsche und Träume unzähliger Menschen geworden. Als erste Bürgerliche im britischen Königshaus verkörpert sie die royalen Werte geradezu perfekt. Die Pflege dieses makellosen Images ist harte Arbeit und verlangt viel Selbstdisziplin und Strategie. Dennoch bleibt es fragil: Nach einer Bauch-OP und wochenlanger Medien-Abstinenz löst Kate mit der Veröffentlichung eines sichtbar bearbeiteten Fotos der Familie auf Instagram ihr erstes PR-Desaster aus. Um die Deutungshoheit zurückzugewinnen, wählt sie die Flucht nach vorne, macht ihre Krebsdiagnose publik und bittet um die Wahrung ihrer Privatsphäre. Seitdem hält sie sich mit öffentlichen Auftritten zurück. Die Dokumentation gibt Einblicke in die Maschinerie, die hinter der Marke "Kate" steht und betrachtet ihre Rollen als Vertreterin des britischen Königshauses, Ehefrau und Mode-Ikone. Sie erzählt vom Aufstieg eines Mädchens aus bürgerlichen Verhältnissen zur heutigen Prinzessin von Wales und von ihrer Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit des Königshauses - muss doch die "Firma" gerade ohne zwei ihrer wichtigsten Repräsentanten auskommen.
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Einatmen. Zurücklehnen. Die Nadel setzt auf. "The K&D Sessions". Kein Album. Ein Zustand. Ein akustischer Raum, in dem das Zeitgefühl sich auflöst, in dem Beats nicht nur treiben, sondern tragen. Seit mehr als 25 Jahren ist es da - nicht als Echo einer Ära, sondern als leiser, beständiger Strom unter der Oberfläche. Nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart in Zeitlupe. Kein Comeback, keine Nostalgie. Sondern eine Ausweitung des Moments. Kruder & Dorfmeister übertragen den organischen Puls ihres legendären Albums mit einer vierköpfigen Live-Band in den Raum des Wiener Konzerthauses - nicht als Rückblick, sondern als präzise Gegenwart. Der Konzertfilm "Kruder & Dorfmeister play the K&D Sessions live at Wiener Konzerthaus" ist mehr als nur ein Konzertmitschnitt. Er ist eine Reise - nicht zurück, sondern nach innen. Ein Tauchgang in die Schichten von Dub, Breakbeats und jazzigen Texturen. Fragmentarisch, flirrend, atmosphärisch. Die Kamera streift durch Licht und Schatten, durch Körper, Wände, Frequenzen. Alles ist durchlässig. Alles ist Klang. Was früher Wohnzimmer vernebelte, durch Straßen bei Nacht vibrierte, sitzt heute tiefer - bewusster, dichter, unmittelbarer. Das Album "The K&D Sessions" ist kein Dokument der 1990er. Es ist ein Zustand, der weiterlebt - lauter, klarer und radikaler denn je. Nicht retro. Nicht neu. Sondern jetzt. Und immer.