04:15
Verfolgt, verhaftet und weggesperrt. Queeren Menschen drohte in der NS-Diktatur großes Leid - und sogar der Tod. Selten wagten es homosexuelle Personen und Transpersonen, sich zu outen. Ein Coming-out im Nationalsozialismus bedeutete gesellschaftliche Verachtung, Ausgrenzung und Strafverfolgung. Die Dokumentation begibt sich auf Spurensuche dreier queerer Menschen in der NS-Zeit: Fritz Spangenberg, Gerd Kubbe und Nelly Mousset-Vos. Die Nationalsozialisten verachteten queere Menschen als "entartet". Sexuelle Minderheiten wurden systematisch diskriminiert, verfolgt und ermordet. Für die Dokumentation begeben sich der Schauspieler Jannik Schümann und die Aktivistinnen Julia Monro und Kerstin Thost auf eine Spurensuche nach drei historischen Schicksalen. Sie bringen bewegende Lebensgeschichten ans Licht, die von Recht und Unrecht, Freiheit, Liebe, Widerstandskraft und Überlebenswillen erzählen. Dabei zeigt sich, wie manche es trotz widrigster Umstände schafften, ihre Identität zu leben. Queere Menschen wurden ausgegrenzt und als Feinde der "deutschen Rasse" gebrandmarkt. Auf Basis des Paragrafen 175, der Homosexualität zwischen Männern verbot, verurteilte das Naziregime Zehntausende schwule Männer. Etwa 15.000 wurden in Konzentrationslager deportiert, viele dort ermordet. Ein rosafarbener Stoffwinkel war dort ihr Erkennungszeichen, der sie auch in der Lagerhierarchie zu verachteten Außenseitern machte. Sexuelle Beziehungen zwischen Frauen waren in der NS-Zeit nicht explizit durch Gesetze verboten. Trotzdem zerschlug das NS-Regime die queere Szene, nicht nur in Deutschland, sondern auch als Besatzer in ganz Europa. Für queere Frauen begann eine Zeit der Unterdrückung und Angst. Transpersonen und gender-nonkonforme Menschen lehnten die Nazis ebenso ab wie Homosexuelle, da sie ihrem Ideal eines "gesunden Volkskörpers" widersprachen. Den Wunsch, in einer eigenen Geschlechtsidentität zu leben, verachtete man als Geisteskrankheit. Daher verfolgte man auch Transpersonen mit gnadenloser Härte. Der Schauspieler Jannik Schümann sucht nach Spuren des Jungapothekers Fritz Spangenberg, der im Zweiten Weltkrieg auf der Seite der Wehrmacht kämpfen musste. Fritz wurde wegen seiner Homosexualität denunziert und nach Paragraf 175 verurteilt. Gesellschaftlich geächtet und zum einfachen Soldaten degradiert, inhaftierte ihn das Regime für neun Monate im Wehrmachtsgefängnis von Torgau an der Elbe. Doch auch nach dem Gefängnis verfolgte ihn das Stigma als schwuler Soldat. Er wurde an die Front zurückgeschickt, um sich in einer Strafeinheit "zu bewähren". Doch diese Einheiten waren Todeskommandos. Spangenberg galt schon wenige Wochen später, am 9. Februar 1944, als vermisst. Jannik Schümann trifft Klaus Dieter Spangenberg, der über 15 Jahre hinweg Dokumente und Briefe aus Familien- und Wehrmachtsarchiven untersucht hat, um das Schicksal seines Großonkels zu rekonstruieren. Aktivistin Julia Monro erforscht das Schicksal des Transmannes Gerd Kubbe. Er lebte und arbeitete in der Weimarer Zeit offen als Mann. Von niemandem wollte er sich sagen lassen, wie er zu leben hatte und wie er sich kleiden sollte. Doch die Nationalsozialisten tolerierten keine Transpersonen. Gerd bekam 1933 seinen "Transvestitenschein" entzogen, der ihm das Tragen von Männerkleidung amtlich erlaubte. Als er sich dem Verbot widersetzte, wurde er im Januar 1938 wegen "Transvestismus" auf Anordnung von Reinhard Heydrich in sogenannte Schutzhaft genommen und im Konzentrationslager Lichtenburg ohne Prozess inhaftiert. Dort herrschten katastrophale Haftbedingungen. Kubbe überstand die Hölle und setzte sich gegen das Regime durch. Im Oktober 1938 wurde er freigelassen. Er erhielt sogar eine erneute Sondergenehmigung von der Gestapo, sodass er weiterhin Männerkleidung tragen und einen männlichen Vornamen verwenden durfte. Julia Monro erkundet die Spuren dieses bemerkenswerten Transmannes. Kerstin Thost, ebenfalls Aktivistin, enthüllt die bewegende Liebesgeschichte zwischen Nadine Hwang und Nelly Mousset-Vos. Die beiden verband eine unglaubliche Beziehung, die sie durch die dunkelsten Zeiten des Zweiten Weltkrieges trug. Sie lernten sich am Heiligabend 1944 als Insassen im Konzentrationslager Ravensbrück kennen. Nelly, eine belgische Opernsängerin und Widerstandskämpferin, und Nadine, eine Juristin und Pilotin mit chinesischen Wurzeln, fanden inmitten der Grausamkeiten Trost und Halt in ihrer Beziehung. Sie lebten ihre Liebe im Geheimen, unter den extremen Bedingungen des Lagers, trotz der ständigen Gefahr und drohenden Strafen. Es gelang ihnen, zu überleben und sich nach der Befreiung wiederzufinden. Nach dem Krieg lebten sie ihr Glück in Caracas, Venezuela. Doch sie hielten ihre Beziehung geheim. Für Kerstin öffnet Nellys Enkelin Sylvie Bianchi ihr Privatarchiv und offenbart die bewegende Geschichte dieser Liebe.
04:45
Verfolgt, gebrochen, vergessen? Drei queere Menschen beweisen im NS-Regime Entschlossenheit und großen Mut. Jannik Schümann, Julia Monro und Kerstin Thost suchen nach ihren Spuren. Ein schwuler KZ-Häftling, der überlebte und NS-Belastete zur Rechenschaft zog. Eine Transfrau, die den gewalttätigen Vater erschlug. Eine Rebellin, die für ihre jüdischen Freundinnen alles riskierte. Sie alle stehen im Licht dieser Dokumentation. "Verdorben. Krank. Asozial." So brandmarkten die Nationalsozialisten queere Menschen. Schwule Männer wurden nach dem verschärften Paragrafen 175 zu Zehntausenden verurteilt, etwa 15.000 in Konzentrationslager verschleppt. Transpersonen verfolgte man als "geisteskrank", lesbische Frauen als "asozial". Für den Film begeben sich Jannik Schümann, Julia Monro und Kerstin Thost erneut auf Spurensuche - und stoßen auf drei außergewöhnliche Lebensgeschichten. Biografien, die von Verfolgung und Erniedrigung, aber auch von Mut, Widerstand und unbändigem Überlebenswillen gezeichnet sind. Die Historikerin Dr. Anna Hájková, Pionierin der queeren Holocaust-Forschung, ordnet die Schicksale historisch ein. Jannik Schümann taucht ein in das Leben von Kurt Brüssow. Der Schauspieler wurde wegen seiner Homosexualität denunziert, dreimal nach Paragraf 175 verurteilt und 1941 ins KZ Auschwitz deportiert. Dort kastrierte ihn ein SS-Arzt zwangsweise. Brüssow überlebte die Hölle nur knapp. Nach dem Krieg wurde aus dem Opfer ein Ankläger: Bei den Münchner Spruchkammern konfrontierte er NS-Täter. Eine Entschädigung als NS-Opfer blieb ihm in der Bundesrepublik jedoch verwehrt, denn seine sexuelle Orientierung galt auch nach 1945 als Verbrechen. Kerstin Thost erforscht im Würzburger Staatsarchiv die Gestapo-Akten von Ilse Totzke. Die Musikerin trug gerne Anzug und Krawatte, verweigerte den Hitlergruß und hielt die Nürnberger Rassengesetze für Unrecht. Trotz Verfolgung durch die Gestapo hielt sie an ihren jüdischen Freundinnen fest - und half ihnen bei der Flucht in die Schweiz. Nach einem missglückten Fluchtversuch wurde sie 1943 ins KZ Ravensbrück deportiert. Nur mit knapper Not überlebte sie. 1995 ehrte die Holocaust-Gedenkstätte "Yad Vashem" sie als "Gerechte unter den Völkern". Julia Monro erkundet das Gründerzeitmuseum in Berlin-Mahlsdorf - und taucht ein in das Leben einer außergewöhnlichen Frau. Charlotte von Mahlsdorf sah sich immer als Frau und war fasziniert von der Berliner Gründerzeit. Ihre Identität lebte sie mit Beharrlichkeit. Als Jugendliche erschlug sie ihren gewalttätigen Nazi-Vater, der die Familie mit der Waffe bedrohte. Nach 1945 wurde sie zur Berliner Ikone: Ihr Gründerzeitmuseum bot queeren Menschen in der DDR einen Schutzraum. Durch ihre Autobiografie "Ich bin meine eigene Frau", verfilmt von Regisseur und queerer Ikone Rosa von Praunheim, wurde sie deutschlandweit bekannt. Drei Schicksale, die zeigen: Selbst unter brutalster Verfolgung bewahrten queere Menschen ihre Identität - und leisteten sogar Widerstand. Gegen ein Regime, das sie auslöschen wollte.
05:30
Die zwei Gesichter des Fabrikanten Ernst Leitz II: Er war Mitglied in Hitlers NSDAP und rettete jüdische Freunde und Familien vor dem Tod. Wie die Familie Ehrenfeld aus Frankfurt. Diesen Antagonismus deckt Fotograf und Rabbi Frank Dabba Smith auf. Seit seiner Jugend fotografiert er mit einer Leica-Kamera. Und stößt damit auf die Geschichte der geretteten Familie Ehrenfeld. In Deutschland trifft er auf den Enkel der Familie Leitz. Für Frank Dabba Smith gibt es keine Schwarz-Weiß-Betrachtungen. Schon als junger Mann reiste er aus diesem Grund nach Deutschland - das Land, das einerseits für die Tötung seiner Verwandten in Polen verantwortlich ist, andererseits aber auch seine größte Leidenschaft hervorgebracht hat: das Fotografieren mit der Leica-Kleinbildkamera. Als Student hatte Frank gelesen, dass Leica-Firmenchef Ernst Leitz II den Juden während des Naziregimes geholfen haben soll. Daraufhin nahm er Kontakt zur Familie Leitz auf. Der Enkel Knut Kühn-Leitz wusste nichts von all dem. Bis zu dessen Tod hatte der Großvater nie etwas aus der Zeit des Nationalsozialismus erzählt. Die Familie war sich zunächst nicht sicher, ob sie überhaupt Nachforschungen über die Vergangenheit anstellen sollte, doch Frank überzeugte sie. So kam ans Licht, dass Ernst Leitz II vielen Verfolgten geholfen hatte. Dazu gehörte unter anderem die Familie von Heinrich Ehrenfeld, Inhaber eines Frankfurter Kaufhauses. In den USA angekommen, änderte die Familie ihren Namen von Ehrenfeld zu Enfield und verkaufte Leica-Kameras. Die Enkelin Jill Enfield ist Fotografin und seit Jahren mit Frank in Kontakt - so hat sie viel Unbekanntes von ihren Großeltern erfahren. Der Dokumentarfilm führt an Originalschauplätze in Wetzlar, New York und Frankfurt am Main. Neben Frank Dabba Smith und Jill Enfield nimmt auch Oliver Nass, Urenkel von Ernst Leitz II, Stellung zu den damaligen Ereignissen.
06:15
Nach dem Ende des Hauptverfahrens der Nürnberger Prozesse schrieb ein weiteres Verfahren Geschichte - der Einsatzgruppenprozess von Nürnberg. Er gilt als größter Mordprozess der Geschichte gegen Angehörige von vier Todes-Kommandos aus Sicherheitspolizei und SD (dem Sicherheitsdienst der SS). Während des Zweiten Weltkrieges wurden sechs Millionen Juden ermordet. Vier Millionen starben in den Vernichtungslagern, doch wurden zwei Millionen Menschen bei systematischen Massenerschießungen getötet. Die Täter standen ihren Opfern von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Sie schossen auf Männer, Frauen, Kinder - Tag für Tag, gehorsam und beflissen, als sei es normale Arbeit. Zehntausende Deutsche gehörten den mobilen Kommandos der Einsatzgruppen und Polizeibataillone an. Wer waren diese Männer, wie konnten sie solche Morde verüben? Was berichteten die wenigen Überlebenden, wie konnten sie dem Massensterben entkommen und mit der grausamen Erfahrung weiterleben? Autor Manfred Oldenburg zeichnet anhand von schriftlichen Überlieferungen, Originaldokumenten, Filmaufnahmen und Fotos sowie szenischen Rekonstruktionen den Weg eines der Mordbataillone nach. Historiker und Sozialpsychologen nehmen dazu Stellung. Benjamin Ferencz, inzwischen 101 Jahre alt, spielt eine zentrale Rolle in dem Film. Der amerikanische Top-Jurist schrieb Weltgeschichte, war in Nürnberg Chefankläger gegen führende Mitglieder der sogenannten Einsatzgruppen. Ein aktuelles, ausführliches Interview mit dem Jura-Professor bildet einen Leitfaden für den Film.
07:00
"El Chapo" - gefährlichster Mann Mexikos, mächtigster Narco aller Zeiten und Ausbruchskönig. Verantwortlich für Hunderttausende Tote, von seinen Landsleuten verehrt als moderner Robin Hood. Zwei Mal ist der wohl meistgesuchte Drogenboss der Welt schon aus dem Gefängnis ausgebrochen. Er hat genug Koks in die USA geschmuggelt, um dort jeden high zu machen. Erscheint auf Fahndungslisten und Magazincovern. Doch wer ist Joaquín Guzmán? Wer ist "El Chapo"? Auf den Straßen von Sinaloa demonstrieren im März 2014 Tausende Menschen für die Freilassung des Narco-Bosses Joaquín "El Chapo" Guzmán. Der skrupellose Drogenschmuggler soll laut eigener Aussage für über 2000 Morde verantwortlich sein. Trotz dieser Vorwürfe kann er auf die Unterstützung der mexikanischen Bevölkerung zählen. Viele halten den gefährlichsten Mann Mexikos nämlich für einen modernen Robin Hood. In seinem Heimatstaat Sinaloa soll er Schulen und Straßen gebaut haben, die ungeliebte mexikanische Regierung ist ihm ein Dorn im Auge. Außerdem gilt seine Organisation, das Sinaloa-Kartell, als größter Arbeitgeber in der Region. Dass an seinem Geld Blut klebt, schmälert weder seine Beliebtheit noch den Zulauf junger Männer, die für sein Kartell arbeiten wollen. Im Gegenteil: Seine Anhänger feiern ihn für seine spektakulären Gefängnisausbrüche, seine Bauernschläue und angeblichen Heldentaten. Musiker schreiben ihm zu Ehren Volkslieder, Straßenhändler verkaufen Fanshirts mit seinem Gesicht. Doch auch international ist "El Chapo" eine Berühmtheit: Man kennt ihn aus Netflix-Serien, aus dem "Forbes"-Magazin und den Nachrichten. Doch ist Joaquín "El Chapo" Guzmán wirklich ein moderner Robin Hood - oder nur ein kaltblütiger Massenmörder? Wird er es schaffen, ein weiteres Mal aus der Haft zu entkommen? Aus einem der sichersten Gefängnisse der USA? Und falls nicht, wer wird sein Nachfolger? "Wer ist ...?" porträtiert kontroverse, abgründige, bedeutende Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland, liefert Hintergründe, erzählt ihre Geschichte und ordnet ihr Wirken in einen größeren Kontext ein.
07:30
Biologin Lizzie Daly umrundet den australischen Kontinent und zeigt die einzigartige Tierwelt entlang der Küste. Ihre Reise beginnt im tropischen Norden und führt bis zum Great Barrier Reef. Dort kämpfen Meeresschildkröten ums Überleben, Salzwasserkrokodile werden zur Gefahr für Menschen, und der Epaulettenhai trotzt den extremen Bedingungen der Gezeitenzone. Höhepunkt der Reise ist der Tauchgang am artenreichen Great Barrier Reef. Lizzie Dalys Reise entlang Australiens Küsten beginnt im Nordwesten des Kontinents. An einem Strand beobachtet sie frisch geschlüpfte Grüne Meeresschildkröten, die den kurzen, aber gefährlichen Weg bis zum Meer bewältigen müssen. Nicht nur die hohen Temperaturen können ihnen zum Verhängnis werden - an Land und im Wasser lauern zudem zahlreiche Fressfeinde. Rund um die Küstenstadt Darwin haben sich die Bestände der bis zu sechs Meter großen Salzwasserkrokodile dank erfolgreicher Schutzmaßnahmen derart erholt, dass die urzeitlichen Reptilien zunehmend zur Gefahr für den Menschen werden. Tiere, die dem Stadtgebiet zu nahe kommen, werden regelmäßig eingefangen und in Auffangstationen oder Tierparks gebracht. Die Biologin begleitet einen Ranger auf dem Weg zu einer Krokodilfalle. Australien ist berühmt für seine zahlreichen Gifttiere. Gemeinsam mit dem Toxikologen Jamie Seymour fängt Lizzie eine Seewespe - die giftigste Qualle der Welt. Das Great Barrier Reef zählt zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde. Bei einem Tauchgang begegnet Lizzie unter anderem einem imposanten Napoleon-Lippfisch. In einem Korallenforschungszentrum an der Ostküste erforschen Wissenschaftler hitzeresistente Korallen, um geschädigte Teile des Riffs wiederherzustellen und den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken. Immer wieder wird deutlich, wie empfindlich die Küstenökosysteme Australiens sind und welchen Bedrohungen sie ausgesetzt werden. Biologin Lizzie Daly erkundet die spektakuläre Unterwasserwelt Australiens. Auf ihrer Rundreise um den Kontinent entdeckt sie faszinierende Meeresbewohner und ihre vielfältigen Lebensräume.
08:15
Lizzie Daly erkundet die Unterwasserwelt Australiens. Im Süden treffen tropische und antarktische Meeresströmungen aufeinander und schaffen einen artenreichen Lebensraum. Die Biologin taucht mit Sandtigerhaien, folgt den Spuren einer einzigartigen Walfangtradition und erkundet die geheimnisvollen Kelpwälder. Außerdem besucht sie ein Schutzgebiet für Zwergpinguine sowie eine der größten Kolonien Australischer Seelöwen. Lizzie Daly setzt ihre Reise entlang Australiens Küsten fort und macht zunächst im Süden Queenslands Halt. Gemeinsam mit "Shark Girl" Madison Stewart erlebt sie einen unvergesslichen Tauchgang inmitten von Sandtigerhaien. Trotz ihres furchteinflößenden Gebisses gelten die beeindruckenden Räuber für Menschen als weitgehend ungefährlich. In einer der ältesten Walfangstationen nahe der Küstenstadt Eden erfährt Lizzie mehr über die außergewöhnliche Geschichte der Walfänger, die einst von Orcas bei der Jagd unterstützt wurden. Da die Tiere als Belohnung die nahrhaften Zungen und Lippen der erlegten Wale erhielten, entstand eine einzigartige Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier. Auf Phillip Island besucht Lizzie die größte Zwergpinguin-Kolonie der Welt. Wiederkehrende Hitzeperioden bedrohen den Bestand der kleinen Seevögel. Dank umfangreicher Schutzmaßnahmen werden auf der Insel jedoch wichtige Erfolge beim Erhalt der Art erzielt. Kelpwälder gelten als das marine Pendant zu den Regenwäldern an Land. In diesem uralten Lebensraum finden Tarnungskünstler wie Anglerfische, Seedrachen und Tintenfische ideale Bedingungen. Noch auffälliger sind die farbenprächtigen Meeresschnecken, die zu den buntesten Tieren der Welt zählen. In Port Lincoln, Heimat der größten Fischereiflotte Australiens, stellt der industrielle Fischfang das Zusammenleben von Mensch und Tier vor große Herausforderungen. Besonders gefährdet ist der Australische Seelöwe. Auf einer kleinen Insel vor der Küste zählt Lizzie gemeinsam mit Meeresbiologen die neugeborenen Jungtiere einer Seelöwen-Kolonie. Kein ungefährliches Unterfangen, denn die Muttertiere verteidigen ihren Nachwuchs entschlossen. Erneut wird deutlich, wie verletzlich diese einzigartigen Lebensräume sind und welchen Bedrohungen sie dauerhaft ausgesetzt werden. Biologin Lizzie Daly erkundet die spektakuläre Unterwasserwelt Australiens. Auf ihrer Rundreise um den Kontinent entdeckt sie faszinierende Meeresbewohner und ihre vielfältigen Lebensräume.
09:00
Biologin Lizzie Daly erkundet die Westküste Australiens. Eine Region mit einzigartigen Bewohnern, in der die Wüste, das Meer und vielfältige Lebensräume aufeinandertreffen. Von den ausgedehnten Seegraswiesen in Shark Bay über die Korallenriffe am Ningaloo Reef bis zu den Mangrovenwäldern des Nordwestens: Lizzie erlebt das einzigartige Naturschauspiel der Korallenblüte und taucht mit Tigerhaien, Meeresschildkröten und Mantarochen. Der letzte Reiseabschnitt führt sie in den Südwesten Australiens, wo rund um die unterseeischen Canyons eine geheimnisvolle, weitgehend unerforschte Welt existiert. Am Bremer Canyon findet man nicht nur die größte Ansammlung von Orcas auf der Südhalbkugel, Walforscher beobachten dort auch die Population der stark gefährdeten Südlichen Glattwale. Die Gegend um Shark Bay ist bekannt für ihre großen Populationen von Haien, Delfinen und Dugongs (Gabelschwanzseekühe). Sie leben rund um die Seegraswiesen, die sich über eine Fläche von rund 4000 Quadratkilometern erstrecken. Für Meeresschildkröten und Dugongs sind die Wiesen ein wichtiger Futterplatz - für Seepferdchen eine geschützte Kinderstube. Am 260 Kilometer langen Ningaloo Reef erlebt Lizzie die Korallenblüte - ein Massenlaichen, bei dem alle Riffkorallen gleichzeitig Ei- und Spermazellen freisetzen. Das Naturphänomen lockt Mantarochen und Walhaie an. Letztere überwinden für dieses Ereignis sogar Entfernungen von über 5000 Kilometern. Dort taucht Lizzie mit einem der gefräßigsten Räuber des Meeres: dem Tigerhai. Die Mangrovenwälder in der Region Kimberley im Nordwesten sind Lizzies letzte Station. Dort beobachtet sie die geschickte Jagdtechnik des Schützenfischs und begegnet putzigen Schlammspringern. Auch entlang der Westküste wird deutlich, wie fragil diese Ökosysteme sind und unter welchem Druck sie stehen. Biologin Lizzie Daly erkundet die spektakuläre Unterwasserwelt Australiens. Auf ihrer Rundreise um den Kontinent entdeckt sie faszinierende Meeresbewohner und ihre vielfältigen Lebensräume.
09:43
Egal, ob Politik, Wirtschschaft, Kultur oder Gesellschaft - das Nachrichtenmagazin informiert kurz und knackig über aktuell relevante Themen.
09:45
In Indonesien liegen Himmel und Hölle nah beieinander. Auf der Trauminsel Bali relaxen Touristen, während Arbeiter in der Schwefelmine im Vulkan Ijen auf Java jeden Tag ihr Leben riskieren. Die Mine am Ufer eines leuchtend türkisen Kratersees, um den nachts blaue Flammen lodern, wirkt aus der Ferne fast pittoresk. In Wirklichkeit ist sie die reinste Hölle: Das Wasser des Sees ist säurehaltig, und die Flammen speisen sich aus giftigen Schwefelgasen. Sebastian Perez Pezzani begleitet die Schwefelstecher eine Woche in diese lebensfeindliche Umgebung. Zusammen mit ihnen klettert er zum Rand des über 2000 Meter hohen Vulkans und von dort in den Krater zur Mine hinunter. Am Ufer des Säuresees gehen die Arbeiter inmitten giftiger Dämpfe ohne Schutzkleidung und Atemmaske ans Werk und brechen mithilfe von Eisenstangen große Schwefelbrocken aus dem Gestein. Die tägliche Ausbeute wird in Körben aus dem Krater zu einer Wiegestation getragen, wo die Arbeiter ihren Lohn erhalten: nur wenige Euro, für die sie täglich ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel setzen. Der Journalist Sebastian Perez Pezzani begibt sich an die härtesten Orte der Welt und dokumentiert das Leid der Menschen, deren Alltag durch Armut, Elend und Kriminalität beherrscht wird.
10:30
Indien ist das Land der Schlangen. Es gibt sie in den Häusern, auf Dächern, Terrassen und in der Kanalisation. Jährlich sterben in Indien über 50.000 Menschen infolge ihrer Bisse. Sebastian Perez Pezzani begleitet die Schlangenfänger der Irulas. Mit einem einfachen Schlangenhaken, einem Leinensack und einem Korb machen sich Kali und seine Frau Alamelu auf die Suche nach den sogenannten Big Four, den vier giftigsten Schlangen der Welt. Mit bloßen Händen und einfachsten Gegenständen fangen die berühmten Schlangenfänger aus der Bevölkerungsgruppe der Irulas Kobras, Indische Kraits, Kettenvipern und Gemeine Sandrasselottern. Früher verkauften die Jäger die kostbare Haut der Tiere oder bildeten die Tiere für Schlangen-Shows aus. Doch seit 1972 ist dies in Indien per Gesetz verboten. Seither fangen die Irulas die Schlangen, um sie zu melken. Aus dem Schlangengift werden dringend benötigte Immunseren und Arzneimittel zur Behandlung von Krebs gewonnen. Dank des Geschicks und der Tradition dieser Volksgruppe können jedes Jahr Tausende von Menschenleben gerettet werden. Der Journalist Sebastian Perez Pezzani begibt sich an die härtesten Orte der Welt und dokumentiert das Leid der Menschen, deren Alltag durch Armut, Elend und Kriminalität beherrscht wird.
11:15
Miami im US-Bundesstaat Florida ist ein Paradies für PS-Junkies. In manchen Kreisen gehören Tunen, Posen und das Fahren schneller Autos und Motorräder zum Lifestyle der Stadt. In der nächtlichen Metropole holen sich vor allem junge Latinos bei illegalen Straßenrennen ihren Adrenalinkick. Für ältere Semester gibt es offizielle Rennen mit Sicherheitsregeln. Ihr Hobby lassen sich die Schrauber und Tuner oft mehrere Zehntausend Dollar kosten. Junge Afroamerikaner hingegen spielen beim Freeriding Katz und Maus mit der Polizei. In Pulks erobern sie die Straßen der Stadt und zeigen akrobatische Kunststücke. Positiver Nebeneffekt des riskanten Hobbys: Die Bandenkriminalität geht in South Florida spürbar zurück. Sebastian Perez Pezzani geht wie gewohnt hautnah auf Spurensuche. Er nimmt als Co-Pilot an legalen und illegalen Rennen teil, spricht mit Legenden der Straße und packt selbst mit an, um einen Freerider vor der sicheren Festnahme durch die Polizei zu retten. Das heiße Pflaster Miami bringt auch den risikofreudigen Reporter an seine Grenzen. Der Journalist Sebastian Perez Pezzani begibt sich an die härtesten Orte der Welt und dokumentiert das Leid der Menschen, deren Alltag durch Armut, Elend und Kriminalität beherrscht wird.
12:00
Der Amazonas ist Handelsroute und Lebensader für Brasilien. Doch seit Jahren mehren sich Überfälle von Flusspiraten. Ihre bevorzugte Beute: leichtverkäufliches Benzin. Nach einem Überfall auf ein Frachtschiff nimmt eine kleine Spezialeinheit die Ermittlungen auf. Die Männer stehen im Ruf, unbestechlich und besonders hartnäckig zu sein. Mit ihrem schwimmenden Revier begeben sie sich auf die Suche nach dem gestohlenen Treibstoff. Sebastian Perez Pezzani geht an Bord und erlebt hautnah, wie die Polizisten von Ort zu Ort fahren, um den Piraten auf die Spur zu kommen. Der Journalist begleitet sie bei Befragungen in Dörfern entlang des Flusses, aber auch beim Versuch, den Kopf der Bande in seinem Versteck festzunehmen. Gemeinsam mit ihnen entdeckt er tief im undurchdringlichen Regenwald das Diebesgut. Da ein festgenommener Pirat geständig ist, kann schließlich sogar der Hintermann ausfindig gemacht und die ganze Bande verhaftet werden. Der Journalist Sebastian Perez Pezzani begibt sich an die härtesten Orte der Welt und dokumentiert das Leid der Menschen, deren Alltag durch Armut, Elend und Kriminalität beherrscht wird.
12:45
Kakao, Palmöl, Lieferkette - die Schokobranche hat keinen guten Ruf. Ferrero, der Erfinder von Nutella, verspricht Nachhaltigkeit. Meinen die das ernst? Oder ist das Greenwashing? Kakao aus Afrika, Palmöl aus Asien, Nüsse aus der Türkei - das schmeckt nach Problemen. Denen begegnet Ferrero mit Nachhaltigkeitsversprechen. Das will Umweltreporter Sherif genau wissen - und folgt der Lieferkette von Nutella. Was einst in der Konditorei von Michele Ferrero im beschaulichen norditalienischen Städtchen Alba begann, ist heute zu einem globalen Schoko-Imperium herangewachsen. Mit Marken wie Nutella, Ferrero Rocher und Kinder Schokolade ist Ferrero aus keinem Süßwarenregal der Welt mehr wegzudenken. Für die Beschaffung der Rohstoffe, insbesondere Kakao, Palmöl und Haselnüsse hat das Unternehmen jeweils eine eigene Nachhaltigkeitscharta definiert, die eine verantwortungsvolle Lieferkette gewährleisten soll: keine Wälder roden, keine Kinder auf Plantagen, Ausgleichsflächen zum Schutz der Umwelt. Kurzum: nachhaltig, sozial und fair. Ferrero nennt das "putting people at the heart of our supply chain". An dieser Stelle kommt Umwelt-Reporter Sherif Rizkallah ins Spiel. Er bricht auf zu eben diesen "People" am Ausgangspunkt der Lieferkette, um zu sehen, ob Ferrero das einhält: zu einer Landwirtschaftskooperative in der Elfenbeinküste, die Kakao für Ferrero anbaut. Zu einer Ölmühle in Malaysia, die Ferrero mit RSPO-zertifiziertem Palmöl beliefert. Und nach Italien. Denn dort baut Ferrero seine Haselnussproduktion stark aus. Zwar ist die Türkei weltweit Hauptproduzent von Haselnüssen, auch für Ferrero. Doch immer wieder gibt es Berichte über Ausbeutung auf Plantagen an der türkischen Schwarzmeerküste. Ferrero setzt jetzt vermehrt auf lokalen Anbau in Italien. Lokaler Anbau also. Das findet Sherif gut - fragt sich allerdings, warum die Einwohner um den Lago di Vico seit einiger Zeit in diesem schönen See inmitten der Haselnussplantagen nicht mehr baden wollen. Schlussendlich will Sherif die Frage beantworten, wie viel Nachhaltigkeit denn nun wirklich in seiner Nutella steckt?
13:30
Sebastian Lege steht in Mexiko vor der Aufgabe, Tamarinden-Lollis nachzubauen. Ohne Rezept. Florian Reza soll derweil Pizza in New York ausliefern. Wer gewinnt die "besseresser challenge"? Sebastian Lege und Florian Reza stellen sich in der "besseresser challenge" gegenseitig Aufgaben aus der Welt der Lebensmittel. Es geht um Mut, Geschicklichkeit und Leidensfähigkeit. Nur einer von beiden kann als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgehen. Florian Reza schickt Sebastian Lege nach Mexico City. Dort muss Sebastian die Süßigkeit "Banderillas Micho Tamarinde" so originalgetreu nachbauen, dass nicht einmal die Einheimischen den Unterschied schmecken. Die Süßigkeit wird aus dem Fruchtfleisch der Tamarinde hergestellt - das weiß der Produktentwickler allerdings nicht. Er muss die Zutaten nur am Geschmack erkennen und die Süßigkeit dann ohne Rezept nachkochen. Doch der Weg zum fertigen Produkt ist nicht so einfach. Denn Flo hat sich für diese Challenge ein besonderes Setting ausgesucht: ein Lucha Libre Gym. Dort treten mexikanische Ringkämpfer auf, die sogenannten Luchadores. Für wichtige Kochutensilien muss Sebastian im wahrsten Sinne des Wortes kämpfen. Denn ein paar Gerätschaften gibt es erst, wenn er sich jeweils für eine Trainingseinheit den Lucha-Libre-Kämpfern als Sparringspartner zur Verfügung stellt. Nur, wenn er die Kampfeinheiten zu deren Zufriedenheit absolviert, kann die Challenge weitergehen. Am Ende muss er die Mexikaner selbst davon überzeugen, dass er ihren süßen Snack so originalgetreu wie möglich nachgebaut hat. Wird er die Challenge meistern? Florian Reza wohnt in den USA - für Sebastian Lege eine perfekte Gelegenheit, ihn dort auf eine spannende Challenge zu schicken. Es geht nach New York City. Dort gibt es nicht nur eine von Sebastians Leibspeisen - New York Style Pizza -, sondern auch höllisches Verkehrschaos. Flos Challenge hat mit beidem zu tun. Sebastian schickt Flo zuerst in eine Pizzeria. In dieser lernt er, wie man eine richtige "New York Style Pizza" macht. Dann folgt die richtige Challenge: Er muss die Pizzen, die er gemacht hat, auch ausliefern. Auf einem Fahrrad soll er mit einem Zeitlimit drei Pizzen zu hungrigen New Yorkern bringen. Die Locations dafür sind von Sebastian handverlesen - um Flo an seine Grenzen zu bringen. Denn als wäre das Verkehrschaos in Manhattan nicht schon Herausforderung genug, muss Flo seine Pizzen auch noch an verschiedene und etwas kuriose Orte in New York City bringen. Auf seiner Jagd durch die Stadt schwingt er sich also nicht nur auf ein Fahrrad. Er durchquert suchend die Grand Central Station, rudert auf dem See im Central Park und muss eine einwandfreie Karaoke-Performance ablegen. Und das alles, während die Zeit gegen ihn spielt. Wird er es schaffen, alle Pizzen auszuliefern?
14:15
Ob überraschende Zusatzstoffe, cleveres Kindermarketing oder irreführendes Verpackungsdesign: Sebastian Lege deckt auf, was in herzhaften Fertigprodukten und süßen Snacks wirklich steckt. Fertiger Pizzateig, tiefgekühlte Kartoffelpuffer, lustige Bärchenwurst und fruchtige Jaffa Cakes: Sebastian Lege entlarvt die Tricks beliebter Supermarktprodukte. Dabei zeigt er, mit welchen Zusatzstoffen die Industrie ihre Lebensmittel lange haltbar macht. Pizzateig aus dem Kühlregal vermittelt das Gefühl von frischer selbst gemachter Pizza. Allerdings enthält der Fertigteig mehr Zutaten als nur Mehl, Wasser, etwas Hefe und Öl. Und anders als selbst gemachter Teig ist er wochenlang haltbar. Möglich ist das nur durch eine spezielle Verpackung, eine ausgeklügelte Rezeptur und Ethylalkohol. Der Produktentwickler zeigt, wie die Industrie diese essenzielle Zutat herstellt und wie sie im Teig wirkt. Frische italienische Pizza ist davon weit entfernt. Worauf es bei der Teigherstellung ankommt, erfährt Sebastian beim amtierenden Pizzaweltmeister Francesco Ialazzo. Kartoffelpuffer sind auf Festen und Märkten besonders beliebt. Für zu Hause hat die Lebensmittelindustrie eine andere Lösung: fertige Reibekuchen aus dem Tiefkühlregal. Mit einem frischen Gericht aus simplen Zutaten hat das jedoch wenig zu tun. Die Tiefkühlvariante aus dem Supermarkt setzt auf Bindemittel wie Flohsamenschalen und Kartoffelfasern, um die Masse stabil zu halten. Damit die Kartoffelpuffer ihre goldgelbe Farbe behalten und nicht braun werden, kommt zusätzlich Natriumhydrogensulfit zum Einsatz. "besseresser" Lilly Temme und Florian Reza nehmen den Zusatzstoff genauer unter die Lupe. Bunte Verpackungen, lustige Motive und eine besondere Form: Bärchenwurst soll vor allem Kinder ansprechen. Der Preis ist teilweise deutlich höher als bei klassischer Mortadella. Zurecht? Und ist auch die Rezeptur an die junge Zielgruppe angepasst? Sebastian Lege deckt auf, inwiefern sich die Wurst für Kinder wirklich von normalem Fleischaufschnitt unterscheidet. Der Produktentwickler zeigt, wie die Industrie verschiedenfarbige Fleischmassen gewinnt und in Form bringt, damit Bärchen, Gesichter oder Figuren entstehen. Dabei wird klar: Der Salzgehalt liegt ähnlich hoch wie bei klassischer Brühwurst. Gerade für Kinder kann dies jedoch schädlich sein. Weicher Biskuit, fruchtiges Orangengelee, darüber ein knackiger Schokoladenüberzug: Jaffa Cakes sind nicht nur der Klassiker schlechthin zur britischen "Tea Time", sondern auch in Deutschland sehr beliebt. Die Hersteller werben mit orangefarbenen Verpackungen und fruchtigem Geschmack. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt: Die Füllung enthält tatsächlich nur wenig echten Orangensaft. Sebastian Lege zeigt, wie der vollmundige Fruchtgeschmack entsteht - und wie die Geleefüllung wochenlang weich bleibt.
15:00
Wraps, Kartoffelpüree, Fischfrikadellen oder Zwiebelringe - Fast Food ist schnell bestellt, beliebt und überall zu haben. Sebastian Lege deckt auf, was dahintersteckt. Fast Food verspricht schnelle Sättigung, gleichbleibenden Geschmack und günstige Preise. Doch Burger King, McDonald's, Nordsee oder KFC nutzen ein ausgeklügeltes System, um ihre Produkte günstig, standardisiert und attraktiv zu machen. Der McWrap von McDonald's soll frisch und leicht wirken, ist in Wirklichkeit aber ein kalorienreiches Produkt-Recycling: Statt Brötchen wird ein dünner Fladen genutzt, der dank Öl, Zusatzstoffen und Panierung sogar mehr Kalorien liefert als der vergleichbare Burger McChicken Classic. Auch bei Kentucky Fried Chicken setzt man auf Effizienz statt Frische. Das beliebte Kartoffelpüree mit Bratensoße besteht nur zu einem kleinen Teil aus Kartoffeln. Den Großteil machen Kartoffelflocken, Bindemittel und weitere Pulver aus, die sich weltweit identisch zubereiten lassen. Die Fischfrikadelle von Nordsee klingt nach Tradition und Handwerk, enthält aber nur die gesetzlich vorgeschriebene Mindestmenge an Fisch. Reisgrieß, Kartoffeln und Panierung strecken die Masse und sorgen für gleichbleibende Konsistenz. Ähnlich bei den Onion Rings von Burger King: Statt ganzer Zwiebelscheiben kommt pürierte Zwiebelmasse zum Einsatz, geformt, paniert und frittiert - ein günstiger Rohstoff, perfekt in Szene gesetzt. Sebastian Lege zeigt, wie Fast-Food-Ketten mit einfachen Zutaten und viel Fett, Salz und Zucker den sogenannten Bliss Point treffen - den Punkt maximaler geschmacklicher Zufriedenheit. Das Ergebnis: Produkte, die überall gleich schmecken. Schnell, effizient - und vor allem profitabel.
15:45
Zum Geburtstag viel Süßes! Oft gehören zuckrig-klebrige Snacks genauso zur Kinderparty wie Topfschlagen und Geschrei. Sebastian Lege zeigt, was in den knallbunten Kinderprodukten steckt. Saure Gummis mit Karies-Garantie, Popcorn mit dreimal so viel Zucker, Fruchtsaftgetränke ohne Saft und Lutscher mit jeder Menge Farb- und Aroma-stoffen: Sebastian Lege crasht die Party der Lebensmittelindustrie und baut vier beliebte Kinderprodukte nach. Sauer macht lustig - und versaut die Zähne: Saure Weingummis sind seit Jahren ein Dauerbrenner bei Kindergeburtstagen. Für den süß-sauren Mantel der Süßigkeit vermengt die Industrie Zucker mit Säure. Sebastian Lege zeigt, wie fatal diese Mischung ist. Lutscher gibt es in allen erdenklichen Farbkombinationen und Geschmacksrichtungen. Sebastian Lege deckt auf: Am Ende sind alle Produkte ein- und dasselbe, nämlich Zucker am Stiel. Auch Popcorn ist eine echte Zuckerbombe. Warum zwischen der Industrievariante und dem selbst gepoppten Popcorn aus der Mikrowelle Welten liegen? Sebastian Lege klärt auf. Spaß und Vitamine zum Trinken: Das versprechen bunte Trinkpäckchen. Sebastian Lege zeigt, dass Fruchtsaftgetränke in Wirklichkeit gut getarnte Limonaden sind. Sebastian Lege baut in seiner Werkstatt vier beliebte Kinderprodukte nach und fühlt der Lebensmittelindustrie auf den Zahn.
16:30
Sebastian Lege deckt die weltweit größten Tricks der Lebensmittelindustrie auf. Er baut Coca-Cola nach, fährt nach Taiwan zum Ursprung von Bubble Tea und zeigt, wie Maggi in Afrika Erfolg hat. Sebastian Lege lüftet auf drei Kontinenten die krassesten Tricks der größten Marken. Cremissimo-Eis schmeckt so luftig-leicht, weil es aus so viel Luft besteht. Und bei Pfeffer werden die besten Inhaltstoffe entfernt, bevor wir ihn kaufen können. Eine der ikonischsten Marken der Welt: Coca-Cola. Es gibt kaum einen Winkel, in dem die berühmte, dunkle Brause in ihrer markanten Flasche nicht zu finden ist. Jeder kennt die süße Limonade, von der es mehrere Varianten gibt: Classic, light, mit oder ohne Zucker. Mit Vanille-, Kirsch- oder Himbeergeschmack. Mit oder ohne Koffein. In der Dose, der Glas- oder Plastikflasche. Groß oder klein. Die Menschen scheinen süchtig nach der "Welt-Droge", die die Welt verändert hat: Aber wie hat es die Coke geschafft, so unendlich beliebt und so weitverbreitet zu sein? Sebastian Lege reist bis nach Mexiko und stellt dort Erschütterndes fest. Cremissimo ist eines der erfolgreichsten Produkte von Langnese. In nur drei Jahren gelang es dem Speiseeis, den Premium-Marktführer Mövenpick zu überholen. Sein Erfolgsgeheimnis: Es bietet das, was die Kunden lieben und schätzen - Cremigkeit. Cremig und luftig - eine neue Produkterfahrung. Doch normalerweise würde ein Eis in seine Bestandteile zusammenfallen. Wie Cremissimo arbeitet, zeigt Produktentwickler Sebastian Lege. Pfeffer, der König der Gewürze und - neben Salz - der Deutschen liebstes Gewürz. Ob gemahlen oder in ganzen Stücken: Wer glaubt, dass Pfeffer ein Naturprodukt ist, das quasi von der Pflanze ins Glas kommt, der irrt. Denn nicht nur geschmacklich ist Pfeffer für viele die Nummer eins. Auch für die Gesundheit ist Pfeffer ein Gewinn. Neben ätherischen Ölen enthält Pfeffer Piperin. Der Stoff verleiht Pfeffer seine typische Schärfe und verbessert im Gehirn zahlreiche Stoffwechselprozesse. Sebastian Lege zeigt, wie Pfeffer-Hersteller mehr an jenem Piperin verdienen als am Pfeffer. Der Brühwürfel von Maggi war Jahrzehnte lang nicht aus "Muttis Küche" wegzudenken, denn mit dem kleinen praktischen Helfer sind viele Gerichte oder einfache Suppen schnell und unkompliziert herzustellen. Keine Frage, der Maggi-Würfel hat seinen festen Platz in der deutschen Küchenkultur - aber kaum einer weiß, dass der praktische Küchenhelfer auch in vielen anderen Ländern in jedem Vorratsschrank steht. Die Geschmacksbombe ist ein regelrechter Exportschlager und hat eine weltweit beispiellose Erfolgsgeschichte hinter sich. Der Würfel wird global vermarktet. Und hat damit den Geschmack auf der ganzen Welt geprägt. Wie hat es Maggi geschafft, die Welt zu erobern? Ein Frühstück ohne Cornflakes gibt es kaum. So etwas können sich die meisten Kinder gar nicht mehr vorstellen, vor allem nicht in den USA. Hier hat der Konzern die Frühstückskultur nachhaltig verändert und danach die ganze Welt erobert und das Frühstück auch für uns revolutioniert. Im Schnitt isst jeder Deutsche im Jahr ein Kilogramm Cornflakes. Sebastian Lege weiß: Cornflakes sind aus einem Zufall heraus entstanden. Der Lebensmittelentwickler zeigt in seinem Experiment, woraus die Flocken eigentlich bestehen. Pre-Milch ist ein spezielles Milchpulver, das mit Wasser zu einer Babynahrung schnell, einfach und überall zusammengemischt werden kann. Eine Revolution, bedeutete diese Entwicklung doch mehr Freiheiten für stillende Mütter. 1865 in Deutschland erfunden, tritt die Babynahrung kurz darauf ihren weltweiten Siegeszug an, wird ein absoluter Renner rund um den Globus. Und fast alle großen Namen stecken im Geschäft mit dem Milchpulver: Nestlé, Danone, Milupa, Hipp, ProNatura und Co. Aber was für ein Produkt ist das wirklich? Er ist das Trendgetränk der letzten Sommer. Der Bubble Tea erlebte nach einem kurzen Durchhänger eine Renaissance als moderne Erfrischung. In den Innenstädten stehen Menschen Schlange, YouTube-Kanäle beschäftigen sich mit nichts anderem - Bubble Tea. Was die wenigsten wissen: Je nach Rezept kann ein Bubble Tea größere Mengen Zucker sowie Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe enthalten. Sebastian Lege reist ins Bubble-Tea-Mutterland Taiwan und findet heraus: Die Anfänge des Bubble Teas waren alles andere als zuckrig.
18:00
Lebensmittel sind in Deutschland teuer geworden. Gleichzeitig verzeichnen Rewe, Edeka & Co. hohe Umsätze - vor allem durch Eigenmarken. Was steckt hinter den No-Name-Produkten? Vier Konzerne dominieren den deutschen Lebensmitteleinzelhandel: EDEKA, Rewe, Lidl und ALDI. Sie führen immer mehr Eigenmarken im Sortiment. Angesichts steigender Preise greifen Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend zu den günstigeren Produkten der Händler. Doch wie groß ist der Preisvorteil tatsächlich? Können Eigenmarken bei Qualität und Geschmack mit bekannten Markenprodukten mithalten? Und wer profitiert am Ende am meisten von diesem Geschäft? Die Dokumentation nimmt die Produkte der großen Handelsketten unter die Lupe und beleuchtet die Strategien hinter dem Boom. Ist teurer tatsächlich besser? Wie schlagen sich Markenprodukte im direkten Vergleich mit den oft deutlich günstigeren Eigenmarken? Und welche Rolle spielen Premiumlinien wie "Rewe Beste Wahl" oder "EDEKA Herzstücke", die zwischen Discount- und Markenware positioniert werden? Anhand von Produkttests, Marktanalysen und Gesprächen mit Expertinnen und Experten blickt der Film hinter die Kulissen von Supermärkten und Discountern. Er zeigt, mit welchen Mechanismen die Handelsriesen Preise gestalten, Marktanteile sichern und Kaufentscheidungen beeinflussen. Zwischen hartem Wettbewerb und wachsender Marktmacht stellt die Dokumentation eine zentrale Frage: Worauf sollten Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf wirklich achten?
18:45
300 Krieger, 150 Liebespaare - die Heilige Schar von Theben macht Geschichte: eine homosexuelle Elitearmee, die siegreich gegen Sparta kämpft. Wer hat sie gegründet und warum? Um den Zusammenhalt der Truppe zu stärken, wählt Thebens General Gorgidas ausschließlich schwule Paare aus. Er glaubt, dass Liebende in der Schlacht mehr füreinander einstehen als Nichtliebende. Ist die Homosexualität der Männer das Geheimnis ihres Erfolges? Die Armee der schwulen Krieger existiert zwischen 378 und 338 vor Christus und ist maßgeblich an militärischen Auseinandersetzungen gegen die Spartaner beteiligt. Die starke emotionale Bindung und die Kampferfahrung der Berufssoldaten führen zum Sieg Thebens über die Kriegsgegner - bis Alexander der Große auf den Plan tritt. Die Geschichte der einander liebenden Krieger war fast in Vergessenheit geraten. Im Jahr 2019 werden jedoch Grabungstagebücher aus dem 19.Jahrhundert entdeckt. Auch das Skelett eines gefallenen Helden wird gefunden. Eine internationale Gruppe von Archäologen und Historikern nimmt das 4. Jahrhundert vor Christus unter die Lupe. Es ist die Zeit, in der die Heilige Schar sich vier Jahrzehnte lang am Schlachtfeld behauptet. Selbst die als unbesiegbar geltenden Spartaner zwingen sie in die Knie. Fragen tun sich auf, und es zeigt sich ein ganz eigenes Konzept von Liebe und Krieg. Welche gesellschaftliche Bedeutung hatte die männliche Homosexualität in der Antike, und welche Konsequenzen erfolgten daraus? Die Heilige Schar von Theben - eine heldenhafte Eliteeinheit in der griechischen Antike, die aus 150 schwulen Männerpaaren bestand. Ihre Geschichte ist ebenso außergewöhnlich wie ihr militärisches Vermächtnis.
19:30
Unverbrüchlich halten sie zusammen - bis zum bitteren Ende. Im Jahr 338 vor Christus ist das Schicksal der Armee der schwulen Krieger entschieden. Welche Kriegslist hat sie besiegt? Es sind König Philipp II. von Makedonien und sein Sohn, der spätere Alexander der Große, denen die Heilige Schar in der Schlacht von Chaeroneia nichts entgegenzusetzen hat. Die Niederlage ist verheerend und endet in einem Blutbad. In der Schlacht von Chaeroneia geht auch die Heilige Schar von Theben unter, eine heldenhafte Einheit der Antike, bestehend aus 150 schwulen Männerpaaren. Rund drei Viertel der homosexuellen Soldaten verlieren dort ihr Leben. Sie werden am Schlachtfeld ehrenvoll begraben, und es wird ein Denkmal errichtet, der "Löwe von Chaeroneia". Die Geschichte um die Heilige Schar von Theben gerät in Vergessenheit, bis 1871 das Massengrab der Gefallenen entdeckt wird. Die zeitgenössische Berichterstattung über den Grabfund erwähnt allerdings nicht, dass es sich um Schwule handelt. Denn damals steht Homosexualität in vielen Ländern unter Strafe. 2019 werden Grabungstagebücher aus dem 19. Jahrhundert gefunden. Ein internationales Team von Archäologen und Historikern sucht nach Antworten auf die Frage, was zum Untergang der Heiligen Schar von Theben geführt hat. Welche Erklärung können die Experten geben, die das Schlachtfeld von Chaeroneia nach über 2000 Jahren untersuchen? Die Heilige Schar von Theben - eine heldenhafte Eliteeinheit in der griechischen Antike, die aus 150 schwulen Männerpaaren bestand. Ihre Geschichte ist ebenso außergewöhnlich wie ihr militärisches Vermächtnis.
20:15
Kurz vor dem Vulkanausbruch 79 nach Christus ist Pompeji eine Stadt sozialer Ungleichheit: Reichtum und Armut liegen dicht beieinander. Wie wirken sich die Gegensätze im Alltag aus? Neue archäologische Forschungen offenbaren die harte Realität hinter der glänzenden Fassade des antiken Pompeji. Funde belegen, dass einige wenige auf Kosten vieler Sklaven leben. Sie zeigen einen tiefen sozialen Riss in der Gesellschaft der römischen Stadt. Pompeji ist weit mehr als ein Ferienort der römischen Elite. Neue archäologische Funde und moderne Analyseverfahren zeichnen ein differenziertes Bild der antiken Stadt. Sichtbar wird dies in der städtischen Infrastruktur, der Wasserversorgung, der Verteilung von Wohnraum und den wirtschaftlichen Netzwerken Pompejis. Die Archäologie zeigt: Der Wohlstand der Oberschicht beruht auf Gewalt, Ausbeutung und sozialer Ungleichheit. Der Alltag der Menschen in Pompeji spielt sich zwischen extremen Gegensätzen ab - zwischen aristokratischem Luxus und großzügigen Wohnhäusern auf der einen Seite und engen Werkstätten und dem harten, fremdbestimmten Leben der Versklavten auf der anderen. Neue Ausgrabungen machen diese soziale Realität greifbar. Ein prunkvolles Marmorgrab offenbart das Selbstverständnis der städtischen Elite und ihre engen Verbindungen zur kaiserlichen Macht in Rom. Kinder-Graffitis mit Gladiatorenszenen zeigen, wie fest Gewalt im kulturellen Alltag der römischen Gesellschaft verankert ist. Funde aus einer Großbäckerei dokumentieren zudem die schweren Lebens- und Arbeitsbedingungen versklavter Menschen, die einen zentralen Teil der Wirtschaft Pompejis tragen. Die Dokumentation von ZDFinfo zeigt das antike Pompeji als eine Stadt großer sozialer Gegensätze. Die Ungleichheit schürt Spannungen und Gewalt - und der äußere Glanz kann diese Konflikte kaum verbergen.
21:00
Neue archäologische Funde in Pompeji zeichnen ein differenziertes Bild der antiken Stadt: Gewalt, soziale Spannungen und tiefgreifende Ungleichheit prägen den Alltag im Römischen Reich. Die Dokumentation beleuchtet die Schattenseiten Pompejis und verbindet aktuelle archäologische Erkenntnisse mit historischen Quellen. Im Zentrum stehen Aufstände, Unruhen und soziale Konflikte, die tief in der Stadtgesellschaft verankert sind. Archäologen und Historiker analysieren die verborgenen sozialen Strukturen Pompejis und zeigen, wie sich Kriminalität, Gewalt und Machtverschiebungen unter der scheinbar geordneten Oberfläche des römischen Alltags auswirken. Von den Nachwirkungen des Sklavenaufstandes unter Spartacus bis zu den Massenunruhen im Amphitheater von Pompeji im Jahr 59? nach Christus untersucht die Dokumentation, wie eine stark fragmentierte Gesellschaft versucht, Stabilität zu bewahren - und warum dieses Gleichgewicht dauerhaft gefährdet bleibt. Ein besonderer Fokus liegt auf neuen archäologischen Entdeckungen, die bislang wenig beachtete Lebensrealitäten sichtbar machen. Mit exklusivem Zugang zu zuvor gesperrten Arealen präsentieren Expertinnen und Experten spektakuläre Funde, darunter neu freigelegte Sklavenunterkünfte in einer Villa außerhalb der Stadtmauern. Ergänzt werden diese Befunde durch DNA-Analysen eines verstorbenen Freigelassenen, der sozialen Aufstieg bis in die Oberschicht erlangte - ein seltener, aber aufschlussreicher Ausnahmefall im sozialen Gefüge des antiken Pompeji. Die archäologischen Funde deuten darauf hin, dass Pompeji bereits lange vor dem Ausbruch des Vesuv im Jahr 79? nach Christus unter erheblichem gesellschaftlichem Druck steht. Wirtschaftliche Belastungen, tiefgreifende soziale Umbrüche und die schweren Erdbeben des 1. Jahrhunderts destabilisieren das urbane Gefüge nachhaltig. Archäologische Spuren von Unruhen, Alltagskriminalität und verstärkten Sicherheitsmaßnahmen in Privathäusern verdeutlichen, wie brüchig die soziale Ordnung ist - und wie wenig es braucht, um sie ins Wanken zu bringen. Die Dokumentation von ZDFinfo zeigt das antike Pompeji als eine Stadt großer sozialer Gegensätze. Die Ungleichheit schürt Spannungen und Gewalt - und der äußere Glanz kann diese Konflikte kaum verbergen.
21:45
Ägyptens Bestattungsrituale geben bis heute Rätsel auf. Besonders die Mumien. Wer waren die Verstorbenen? Warum wurden sie mumifiziert - und mit welchen Rezepturen? Modernste Technologie soll Antworten liefern: CT-Scans, Analysen und Detektivarbeit im Labor. Interdisziplinäre Teams aus Radiologen, Archäologen und Ägyptologen begeben sich gemeinsam auf Spurensuche. Im Jahr 2019 wird in der Nekropole Sakkara das über 4000 Jahre alte Grab des hohen Würdenträgers Chuwi aus der fünften Dynastie entdeckt. Ein Fund von historischer Tragweite. In der Grabkammer findet ein Team von Archäologen leuchtend farbige Wandmalereien, die die Jahrtausende nahezu unversehrt überdauert haben. Von der Mumie selbst sind nur noch wenige Überreste erhalten, denn das Grab wurde schon vor langer Zeit geplündert. Die Entdeckung liefert einen entscheidenden Beweis: Die Kunst der Mumifizierung war nicht allein den Pharaonen vorbehalten. Doch wie gingen die Priester und Balsamierer vor? Jüngste Analysen enthüllen eine hoch entwickelte Technik: Kostbare Leinentücher, seltene Harze und wertvolle Salben wurden verwendet. Mithilfe modernster medizinischer Scanner und experimenteller Archäologie rekonstruieren Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die einzelnen Schritte des 70 Tage dauernden Einbalsamierungsprozesses. Mit jedem neuen Mumienfund wächst das Wissen um die geheimnisvollen Rituale der alten Ägypter. Mumien faszinieren bis heute: Sie eröffnen der Wissenschaft wertvolle Einblicke in Leben, Alltag und Glauben der Menschen im alten Ägypten. Moderne Technik lässt jahrtausendealte Geschichte lebendig werden.
22:30
2016 sorgt ein Sensationsfund in Sakkara für Aufsehen: In 13 Metern Tiefe entdecken Archäologen eine Mumifizierungswerkstatt. Kann der Fund mehr über die Praxis der Balsamierung verraten? Die Mumifizierung mit Salben und Tinkturen sollte den Verstorbenen das Weiterleben im Jenseits sichern. Grabbeigaben und kunstvolle Malereien auf Sarkophagen und in den Grabkammern sollten sie schützen auf der Reise ins Reich des Gottes Osiris. Für die alten Ägypter war die Mumifizierung mehr als ein technischer Vorgang - sie war ein spirituelles Ritual. Heute ermöglicht modernste Technik einen nie da gewesenen Blick hinter die Kulissen der jahrtausendealten Praxis. In der freigelegten Balsamierungswerkstatt finden Archäologen zahlreiche Tongefäße - die meisten leer. Doch mithilfe chromatographischer Analysen können winzige Rückstände der Substanzen identifiziert werden. Die Ergebnisse sind verblüffend: Viele der verwendeten Mittel mussten von weither nach Ägypten importiert werden. Es muss ein weit verzweigtes Handelsnetz gegeben haben, das nicht nur den gesamten Mittelmeerraum umfasste, sondern sogar bis nach Südostasien reichte. Ein weiterer Meilenstein: Ein CT-Scanner mit photonenzählenden Detektoren erlaubt erstmals, Objekte im Inneren einer Mumie sichtbar zu machen - und sogar Hieroglyphen darauf zu entziffern. Die Mumie selbst bleibt dabei unversehrt. Mumien faszinieren bis heute: Sie eröffnen der Wissenschaft wertvolle Einblicke in Leben, Alltag und Glauben der Menschen im alten Ägypten. Moderne Technik lässt jahrtausendealte Geschichte lebendig werden.
23:15
Die Faszination für das alte Ägypten lebt weiter. Bahnbrechende Entdeckungen und modernste Technik eröffnen der Forschung neue Perspektiven und liefern überraschende Erkenntnisse. Als Forscher in Kairo die Mumien der Pharaonen per CT-Scan durchleuchten, stoßen sie auf eine sensationelle Entdeckung: Die Bilder verraten die Todesursache von König Ramses III. Damit lösen sie ein jahrtausendealtes Rätsel um den Tod des mächtigen Herrschers. Der Wunsch nach Unsterblichkeit und nach Leben jenseits des Todes prägt die Kultur des alten Ägypten. Um den vertrauten Lebensstandard auch im Jenseits zu bewahren, halten die Ägypter ihren Besitz und ihre Gewohnheiten detailreich auf Wandmalereien ihrer Grabkammern fest - begleitet vom Namen des Verstorbenen, der so oft wie möglich verewigt wird. Für Ägyptologen und Ägyptologinnen bedeutet die Entzifferung dieser Hieroglyphen bis heute eine gewaltige Herausforderung. Doch nicht nur Menschen wurden mumifiziert. In der Totenstadt Sakkara fanden Forschende zahllose Tiermumien. Haustiere, die ihre Besitzer ins Totenreich begleiten sollten. Und heilige Tiere, die als Symbole göttlicher Macht galten. Ein exotisches Exemplar bewahrt das Kunstmuseum im französischen Aix-en-Provence auf: einen mumifizierten Waran. Die Faszination für das alte Ägypten erfasste in vergangenen Jahrhunderten auch Europa. Immer wieder kam es zu Wellen der "Ägyptomanie", die Raubplünderungen und den skrupellosen Handel mit Artefakten nach sich zogen. Reisende nahmen Souvenirs mit - auch Mumienteile. Heute steht eine Frage im Vordergrund: Wie lässt sich die Vergangenheit erforschen und zugleich ein ethisch verantwortungsvoller Umgang mit menschlichen Überresten in Museen gewährleisten? Mumien faszinieren bis heute: Sie eröffnen der Wissenschaft wertvolle Einblicke in Leben, Alltag und Glauben der Menschen im alten Ägypten. Moderne Technik lässt jahrtausendealte Geschichte lebendig werden.