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TV Programm für ZDFinfo am 12.08.2026

Die Welt der Ritter 04:15

Die Welt der Ritter: Die Letzten ihrer Art

Geschichte

Götz von Berlichingen gilt als Räuber, bestenfalls als Raubritter, der seinen Lebensunterhalt durch Fehde und Überfälle bestritt. Und doch ist er einer der letzten echten Ritter. Er verhält sich gar nicht viel anders als seine Standesgenossen in den Jahrhunderten zuvor, aber die Welt der Ritter hatte sich im 16. Jahrhundert verändert. Sein Handeln passt nicht in die neue Zeit, und er wird immer wieder mit Strafen belegt. Auch Kaiser Maximilian, der sich selbst als "den letzten Ritter" bezeichnete, knüpfte an ritterliche Traditionen an - zumindest auf dem Hobbysektor. Er veranstaltete glanzvolle Turniere und versuchte sich sogar als Dichter von Ritterromanen. Im Alltag jedoch war Maximilian kein mittelalterlicher Ritter mehr, sondern ein moderner Fürst. In der Kriegsführung setzte er auf ein Heer aus Landsknechten, denn Ritter von Stand waren ihm viel zu teuer und nicht effektiv genug. Außerdem begeisterte er sich sehr für moderne Technologie und entwarf sogar selbst Kanonen. Seine Kavallerie bestand längst nicht mehr nur aus Rittern. Wer ein guter Kämpfer war, durfte in der Reiterei bleiben, ansonsten ersetzten nichtadlige Berufskrieger den Ritter von Stand. 1000 Jahre lang beherrschten die Ritter das Kriegsgeschehen, aber mit Maximilian ging das Zeitalter der "Männer in Eisen" zu Ende. Götz beruft sich zwar noch auf die "alten ritterlichen Rechte und Pflichten seines Standes" und behauptet: "Wo immer Unrecht ist, nehme ich mich der Sache an." Tatsächlich verhalf er seinen Hintersassen zu Recht, trieb Buß- und Strafgelder ein und sorgte für Schadensersatz. Sogar mit der reichen Stadt Nürnberg, mit Bischöfen und Fürsten legte er sich an - natürlich immer gegen eine entsprechende Beteiligung. Was aus mittelalterlicher Sicht das Recht des Ritters war, wurde zu Beginn der Neuzeit zum kriminellen Delikt. Maximilian dagegen war gewissermaßen der erste "Freizeitritter" der Geschichte und nahm damit alle modernen Ritter-Events und Onlinespiele vorweg. Tatsächlich waren seine Turniere vor allem eine großartige Show, ein sportliches Großereignis, das die Besucher aus ganz Europa anlockte. Und so ein Ritter-Grand-Prix des Mittelalters war mindestens genauso gefährlich wie moderne Autorennen. Immer wieder stürzten Ritter bei diesem "Extremsport" zu Tode oder wurden von splitternden Lanzen verletzt. Was im Detail passiert, wenn zwei Ritter aufeinandertreffen, zeigt "Terra X" in einem Experiment in der Crashtest-Anlage eines Automobilherstellers. So mancher Helm, der eigentlich schützen sollte, führte im Turnier zum Genickbruch. Wer es sich leisten konnte, ließ eine Genickstütze an Helm und Panzer schrauben - auch eine Erfindung des Mittelalters.

Eine kurze Geschichte über ... 04:45

Eine kurze Geschichte über ...: Das Mittelalter

Geschichte

In dieser Folge der "Terra X"-Reihe "Eine kurze Geschichte über ..." erklärt der Geschichts-Blogger Mirko Drotschmann - alias "MrWissen2Go" - die Welt des Mittelalters. Das Mittelalter gilt als dunkel, rückständig und grausam. Aber war es das wirklich? YouTuber Mirko Drotschmann bringt Licht ins Dunkel. Er erzählt die Geschichte einer Epoche, die erstaunlich bunt und vielgestaltig war - eine filmische Reise durch 1000 Jahre. Das Mittelalter reicht vom 5. Jahrhundert nach Christus - als die Antike mit dem Untergang des Römischen Reiches im Westen zu Ende ging - bis zur Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch den Mainzer Johannes Gutenberg. Gewaltige Burgen und mehr als 100 Meter in den Himmel ragende Kathedralen zeigen eindrücklich, zu welchen Leistungen die Menschen im Mittelalter bereits fähig waren. Computeranimationen lassen auch die Bereiche der damaligen Welt wieder sichtbar werden, die heute längst verschwunden sind oder schon immer im Verborgenen lagen. Dazu gehören auch Himmel und Hölle. Für die Menschen im Mittelalter waren sie so real wie die Welt, die sie umgab. Mirko Drotschmann erklärt, was diese Weltsicht mit den Menschen gemacht hat. Noch heute sind viele mittelalterliche Redewendungen im Sprachgebrauch. Besonders viele stammen aus der Welt der Ritter, wie zum Beispiel die Formulierung "jemandem mit offenem Visier begegnen" oder "mit offenem Visier kämpfen" oder auch "für jemanden eine Lanze brechen". Aber was hieß das eigentlich, als Ritter zu leben, Herr auf einer eigenen Burg zu sein oder für den König zu kämpfen? Aus bis zu 150 Einzelteilen bestand eine Rüstung, die den Ritter vor Lanzen, Schwerthieben oder Pfeilen schützen sollte. Um sich in die Zeit hineinzuversetzen, wird Mirko Drotschmann von Kopf bis Fuß in eine Rüstung gesteckt. Ein wissenschaftliches Experiment soll Klarheit bringen, wie beweglich ein Ritter in voller Montur noch war. Die Teststrecke ist ein 400 Meter langer Hindernisparcours. Das verblüffende Ergebnis: Die gut 30 Kilogramm schwere, auf Maß gefertigte Rüstung ermöglicht einen nahezu vollen Bewegungsumfang. Frauen führten im Mittelalter ein besonders hartes Leben. Selbst im Kloster, wo sie nicht heiraten mussten und damit vor männlicher Willkür besser geschützt waren, besaßen sie nur eingeschränkte Rechte. Zu ihren traditionellen Aufgaben gehörte die Versorgung der Kranken und Schwangeren aus den umliegenden Dörfern. Dass Nonnen aber auch in Männerdomänen eindrangen und wie Mönche im Skriptorium Bücher kopieren durften, haben Paläontologen am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte herausgefunden. Im Zahnstein einer Nonne, die vor rund 900 Jahren in einem Kloster auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen begraben wurde, entdeckten sie Spuren von Lapislazuli. Aller Wahrscheinlichkeit nach gelangte der kostbare blaue Farbstoff beim Verzieren von Büchern in den Mund der Frau, beim Anlecken des Pinsels. Und das bedeutet, dass Frauen womöglich doch einen höheren Status hatten, als man bisher vermuten konnte. Das Mittelalter war alles andere als ein dunkles, düsteres Zeitalter. Vieles hat sich innerhalb der 1000 Jahre entwickelt: Städte sind wie Pilze aus dem Boden geschossen, Kathedralen in den Himmel gewachsen. Es gab große Fortschritte im Handwerk und in der Medizin. Und auch der Horizont der Menschen erweiterte sich: 1492 landete Kolumbus in der Neuen Welt, und Luthers Reformation rüttelte an der Vormachtstellung der katholischen Kirche. Die Menschen lenkten ihren Blick mehr und mehr auf das irdische Leben und stellten Überliefertes infrage. Damit war der erste Schritt auf dem Weg in die Moderne getan.

Ein Tag im Mittelalter 05:30

Ein Tag im Mittelalter

Dokumentation

Der "Terra X"-Dreiteiler "Ein Tag in ..." ist eine ebenso ungewöhnliche wie spannende Zeitreise in den Alltag vergangener Epochen. Diese Folge führt ins mittelalterliche Frankfurt am Main. Das Leben von Kaisern und Königen ist umfassend erforscht und dokumentiert. Der Alltag von ganz normalen Menschen hingegen ist wenig bekannt, steckt aber voller Überraschungen und eröffnet einen neuen, verblüffenden Blick auf unsere Geschichte. Diese Folge der "Terra X"-Reihe "Ein Tag in ..." zeigt, wie es gewesen wäre, im mittelalterlichen Frankfurt am Main zu leben. Der Film erzählt einen Tag im Leben des Wundarztes Jakob Althaus im Jahr 1454. Er beginnt mit einem frühmorgendlichen Notfall und endet mit einem nächtlichen Kneipenbesuch. Jakobs Geschichte ist erfunden, und dennoch ist sie wahr, recherchiert und verdichtet aus historischen Biografien und spektakulären Erkenntnissen der Forschung. Während das Heilige Römische Reich Deutscher Nation als zersplittertes Sammelsurium souveräner Territorien politisch im Mittelalter steckt, schlägt in Frankfurt bereits der Puls der neuen Zeit. Der Tuchhandel und die Messe haben die Stadt zum "Kaufhaus der Deutschen" gemacht, in dem Waren und Wissen aus aller Welt gehandelt werden. Ein gewisser Johannes Gutenberg stellt die technische Revolution der Zeit, den Buchdruck mit beweglichen Lettern, auch in Frankfurt vor. Als bedeutender Steuerzahler ist die freie Reichsstadt nur dem Kaiser untertan. Die Könige lassen sich in Frankfurt am Main wählen und später, wie die Kaiser auch, krönen. Aber die Forscher haben auch herausgefunden, wie weit Frankfurt im Alltag von den Standards einer modernen Stadt entfernt ist. Das tägliche Leben folgt damals dem mittelalterlichen Weltbild einer unantastbaren göttlichen Ordnung der Dinge. Erlasse, berufsständische Regelwerke der Zünfte und Benimmbücher regeln pedantisch den Alltag. Von der Körperhygiene - Ärzte wie Jakob haben sich in jedem Fall aus Gründen der Höflichkeit die Hände zu waschen - bis zum Umgang mit der knöchelhoch stehenden Kloake auf den Straßen. Hat der angesammelte Unrat eine gewisse Höhe erreicht, wird einfach neues Pflaster verlegt. Auf Jakobs Weg zu seinen Patienten erlebt der Zuschauer die beengten Lebensbedingungen in der Stadt. Trickreich bauen die Frankfurter sogar Häuser auf Stelzen, um Wohnraum zu schaffen, ohne wichtige Wege zu verlieren - die ersten Fußgängerpassagen entstehen. Großfamilien samt Tieren und Handwerksgesellen leben auf engstem Raum, praktisch ohne Licht, denn die Fenster werden klein gehalten, damit die Wohnungen nicht auskühlen. Und trotzdem: Die Menschen frieren so sehr, dass das Nutzvieh im Erdgeschoss als tierische Fußbodenheizung dienen muss. Wegen der Dunkelheit sind Unfälle im Haushalt an der Tagesordnung - eine typische Verletzungsursache in der mittelalterlichen Stadt, wie Forscher der Universität von Odense in Dänemark entdeckt haben. Dort befindet sich die größte Sammlung mittelalterlicher Knochen in Europa. Die Funde zeigen aber auch: Die Wundärzte des Mittelalters operieren bereits komplizierte Verletzungen erstaunlich erfolgreich. Wundärzte wie Jakob, der wie die meisten seiner Kollegen seine Lehrjahre auf den Schlachtfeldern Europas verbracht hat, beherrschen sogar Eingriffe am offenen Schädel. Nicht nur das: Ein Forscherteam der Universität von Nottingham entdeckt in einem mittelalterlichen Rezeptbuch die Beschreibung für eine Salbe, die sich in ersten Tests als hochwirksam gegen heutige multiresistente Keime erweist. Es ist ein Alltag voller Widersprüche, den Jakob auf seinem Weg durch die Stadt erlebt: die herzhafte Beschimpfungskultur des Mittelalters, die hohe Gewaltbereitschaft der Bürger in Ermangelung einer Polizei und das bizarr anmutende Bestrafungssystem der "Schandmasken". Gleichzeitig verändert der technische Fortschritt das Leben der Menschen und ihr Denken. Die mechanische Uhr definiert das Zeitverständnis und die Arbeitsbeziehungen neu. Und das kalte Wetter, das die "Kleine Eiszeit" nach Deutschland bringt, setzt den Erfindungsreichtum in Gang: Daunendecken, Glasfenster und Dämmung der Wände schützen seitdem gegen Kälte und Krankheiten im Alltag.

Geköpft, gerädert, gehenkt: Was am Richtplatz geschah 06:15

Geköpft, gerädert, gehenkt: Was am Richtplatz geschah

Dokumentation

Todesurteile und Hinrichtungen: Früher gehörten sie in Deutschland zum Alltag. "ZDF-History" geht auf Spurensuche und erzählt, was einst auf deutschen Richtplätzen wirklich geschah. Viele Mythen ranken sich bis heute um ehemalige Henkersplätze und Galgenhügel. Richtplatz-Archäologen treten an, um Fakten von Fiktion zu trennen. Mit detektivischem Spürsinn lassen die Forscher Schicksale von Verurteilten auferstehen, die vergessen schienen. Wie die Archäologin Marita Genesis oder der deutsche Historiker Jost Auler, der sich als "Galgenpapst" einen Namen gemacht hat. Ergebnisse aktueller Ausgrabungen lassen neue Schlüsse über die Rechtspraxis im Mittelalter und der frühen Neuzeit zu. Wie arbeitete die Justiz damals wirklich? Wie wurden Urteile vollstreckt, wie grausam waren die Hinrichtungen, und was ist über die Opfer bekannt?

Verbotene Bücher 07:00

Verbotene Bücher: Kulturkampf in den USA

Gesellschaft und Politik

An Amerikas Buchregalen tobt ein Kulturkrieg. Auf der einen Seite lautstarke Befürworter ausufernder Buchverbote, auf der anderen Bibliothekarinnen, die das Recht auf Lesefreiheit verteidigen. Schulbibliotheken waren jahrzehntelang ein sicherer Ort des Lesens und Lernens, des ersten Kontaktes mit der großen unbekannten Welt. Doch konservativen US-Aktivisten sind sie ein Dorn im Auge. Alles, was ihrem Weltbild nicht entspricht, soll entfernt werden. Im Oktober 2021 veröffentlicht Matt Krause, republikanischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Texas, eine Liste mit 850 Büchern, die von den Schulen auf "obszöne" und "rassistische" Inhalte überprüft werden sollten. Die meisten der beanstandeten Titel behandeln Themen wie Diskriminierung oder LGBTQ+-Identität. Er fordert, dass Schülerinnen und Schüler vor "Pornografie" und allem, was bei ihnen "Unbehagen" oder "Schuldgefühle" hervorrufen könnte, geschützt werden müssten, indem man solche Bücher aus den Schulbibliotheken entferne. Selbst ernannte Elternrechtsgruppen wie die ultrakonservativen "Moms for Liberty" haben seitdem landesweit die Propagandatrommel gerührt. Immer mehr Bücher werden beanstandet, immer gezielter werden diese Attacken koordiniert. Inzwischen sind bereits Tausende Bücher aus Schulbibliotheken verbannt worden. Bibliothekarinnen und Bibliothekare, die nur ihren Job machen - Kindern Zugang zu einer breiten, altersgerechten Auswahl an Literatur zu verschaffen -, sehen sich Diffamierung und Drohungen ausgesetzt, online und im täglichen Leben. Trotzdem haben viele von ihnen nicht klein beigegeben und leisten Widerstand, organisieren sich und kämpfen. Dafür haben sie teilweise mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes bezahlt. Dieser Dokumentarfilm erzählt die Geschichte dieser heldenhaften Kämpferinnen und Kämpfer. Gewöhnliche Bürgerinnen und Bürger, die unerwartet zu Verteidigern der Demokratie geworden sind - und die alles riskieren, um die Grundrechte ihrer jungen Schützlinge zu bewahren.

Protest gegen Trump - Kampf um die Demokratie 08:15

Protest gegen Trump - Kampf um die Demokratie

Auslandsreportage

Unter Donald Trump gerät die Demokratie in den USA zunehmend unter Druck. Aktivisten und Journalisten berichten, was es bedeutet, gegen einen der mächtigsten Männer der Welt aufzustehen. Es sind Menschen, die trotz Drohungen, Diffamierung und politischem Druck nicht schweigen wollen. Sie leisten Widerstand, dokumentieren Missstände und setzen sich für demokratische Werte ein, auch wenn sie dafür häufig einen hohen persönlichen Preis zahlen. Inzwischen sind Graswurzelbewegungen wie die Protestbewegung "Movement 50501" entstanden. Menschen demonstrieren landesweit friedlich für Demokratie und Meinungsfreiheit. Eine von ihnen ist die New Yorkerin Hannah Stauss. Sie will den politischen Entwicklungen nicht tatenlos zusehen. Sie hilft bei der Organisation von Demos und baut Netzwerke auf, um verzweifelten Bürgern eine Anlaufstelle bieten zu können, wenn Trump die Nationalgarde nach New York schickt. An der Columbia University wehren sich Lehrkräfte gegen die Einschränkungen, die ihnen aus Washington auferlegt werden. Die Dozentin Anya Schiffrin lässt es sich trotzdem nicht nehmen, in ihren Vorlesungen über Pressefreiheit aufzuklären. Mehrere Studierende, die bei Protesten 2024 Frieden im Gazastreifen gefordert oder einfach nur kritische Artikel in einer Studentenzeitung verfasst haben, werden unter Trump willkürlich und rechtswidrig verhaftet. Die Einwanderungsbehörde ICE interessiert es dabei offenbar nicht, ob sich jemand legal im Land aufhält oder nicht. Mit der Ermordung von Charlie Kirk im September 2025 verschärft sich die Rhetorik des Präsidenten und seiner Führungsriege noch weiter. So kostet ein Fernsehinterview, mit dessen Verlauf Präsident Trump nicht einverstanden ist, den Reporter Terry Moran letztendlich seinen Job. Der Politikjournalist sieht den geordneten Verlauf der Midterm-Wahlen 2026 gefährdet. Auch Wirtschaftswissenschaftler Joseph Stiglitz hat Zweifel, dass die Wahlen nach den Ereignissen der letzten Monate frei und fair ablaufen werden.

USA extrem 09:00

USA extrem: Das andere Amerika - Freiheit um jeden Preis

Gesellschaft und Soziales

Persönliche Freiheit, freie Märkte, keine Steuern und möglichst wenig staatliche Eingriffe - das sind die Grundprinzipien der libertären Bewegung in den USA. Kann das funktionieren? An manchen Orten ist der libertäre Traum bereits Realität: in Elon Musks Privatstadt Starbase im Süden von Texas, in der Sonderwirtschaftszone Próspera in Honduras und im US-Bundesstaat New Hampshire, wo Libertäre zunehmend politischen Einfluss nehmen. Die Initiative "Free State Project" hat es sich zum Ziel gemacht, möglichst viele Libertäre nach New Hampshire zu bringen. Der US-Bundesstaat ist wegen seiner günstigen Steuerpolitik in libertären Kreisen beliebt. Auch das offizielle Staatsmotto "Live Free or Die - Lebe frei oder stirb" passt zur Ideologie. Im Repräsentantenhaus des Bundesstaates sitzen in den Rängen der Republikaner bereits etliche Libertäre, die versuchen, öffentliche Ausgaben etwa für Schulen, Krankenhäuser und Bibliotheken zu kürzen. In Texas stellt Unternehmer Cody Wilson Schusswaffen im 3D-Drucker her und verkauft sie als Bausatz. Seine Waffen haben keine Seriennummer, und die in seinen Augen umständliche Überprüfung der Personalien durch das FBI beim Waffenkauf entfällt. Für ihn ist sein Vorgehen Ausdruck von Freiheit und Souveränität. An der Grenze zu Mexiko hat Elon Musk rund um das Firmengelände seines Raumfahrtunternehmens SpaceX eine eigene Stadt errichtet: Starbase. Die Einwohner sind seine Angestellten und fahren seine Autos. Wasserversorgung, Straßenbau, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen - SpaceX verwaltet seine Infrastruktur selbst. Das Areal liegt auf einem Stück Land, das dem Stamm der Carrizo/Comecrudo heilig ist. Den Angehörigen des indigenen Volkes wird nun der Zugang verwehrt, sodass sie auf dem Land ihrer Vorfahren nicht mehr beten oder meditieren können. Auf der Insel Roatán vor der Küste von Honduras wird 2017 die Privatstadt Próspera gegründet. Die Enklave zieht vor allem medizinische Start-ups an, die dort ohne Zulassungsbehörden und Ethikkommissionen experimentieren und wirtschaften können. Biohacking, die Optimierung des Körpers mit technischen Mitteln, steht hoch im Kurs. Hier kann man sich experimentellen Gentherapien zur Verjüngung unterziehen oder sich eine Kreditkarte in die Hand implantieren lassen. Einblicke in die Welt der Libertären zwischen Freiheit der einen und Unterdrückung der anderen.

heute Xpress 09:43

heute Xpress

Nachrichten

Egal, ob Politik, Wirtschschaft, Kultur oder Gesellschaft - das Nachrichtenmagazin informiert kurz und knackig über aktuell relevante Themen.

Becoming Melania Trump 09:45

Becoming Melania Trump: Der Traum vom Supermodel

Menschen

First Lady Melania Trump arbeitet seit mehr als 30 Jahren an ihrem Image. Das ehemalige Model weiß von klein auf, wo ihr Weg hingehen soll: nach ganz oben. Wer steckt hinter der Fassade dieser Melania Trump, die nur selten aus dem Schatten ihres mächtigen Mannes hinaustritt? Eine Geschichte, die weit weg vom Glamour des Weißen Hauses beginnt, erzählt von Insidern und engen Wegbegleitern. Autorin Minju Song folgt in zwei Teilen den Spuren der heutigen First Lady, beginnend als Melanija Knavs in einem kleinen Dorf in Osteuropa: Sevnica im ehemaligen Jugoslawien. Aus einfachen Verhältnissen stammend, träumt sie schon früh von Fashion und Laufsteg und verfolgt ihre Ziele mit eiserner Disziplin. Der Zusammenbruch Jugoslawiens Anfang der 1990er-Jahre öffnet ihr die Türen gen Westen und in die Modewelt, von der sie schon immer geträumt hat. Sie kommt in Mailand unter Vertrag, reist quer durch Europa zu Castings und Shootings. Mit 25 Jahren hat sie viel erreicht, aber sie ist noch nicht am Ziel: Sie will nun die New Yorker Laufstege erobern. Dass ihr Leben dabei einen ganz anderen Lauf nehmen wird, ahnt sie zu dem Zeitpunkt noch nicht. Eine zweiteilige Spurensuche nach einer Frau, die nur selten hinter ihre Fassade aus Disziplin und Distanz blicken lässt.

Becoming Melania Trump 10:15

Becoming Melania Trump: Vom Laufsteg ins Weiße Haus

Menschen

Sie ist die meistbeobachtete Frau der Welt, und doch weiß niemand wirklich, wer sie ist: First Lady Melania Trump. Was steckt hinter ihrer Fassade im Schatten des mächtigen Ehemannes? Aus einfachen Verhältnissen im ehemaligen Jugoslawien stammend, ist Melania Trumps Aufstieg bis ins Weiße Haus beispiellos. Wie viel Einfluss hat sie auf ihren omnipräsenten Ehemann, und welche Rolle spielt sie in seinem Schatten? New York, 1996. Das 25-jährige slowenisch-stämmige Model Melanija Knavs will die berühmtesten Laufstege der Welt erobern. Federico Pignatelli soll ihr dabei helfen: Er ist zu dieser Zeit Besitzer eines der größten Fotostudios in New York. Und nicht nur das: Er ist auch ein enger Bekannter des erfolgreichen Geschäftsmannes Donald Trump. Im zweiten Teil der Doku-Serie erzählt Autorin Minju Song, wie aus dem ambitionierten Model aus Osteuropa schließlich Amerikas First Lady Melania Trump wird. Insider und Wegbereiter erklären, warum sie sich in diese Rolle nur schwer einfindet und das Schweigen zu ihrem Markenzeichen wird. Ein Schweigen allerdings, das keineswegs unbeteiligt ist, sondern hinter dem sie ihre eigenen Fäden zieht: an der Seite ihres Ehemannes, als Mutter des Sohnes Barron, als Fürsprecherin für Themen, die ihr wichtig sind, und als Geschäftsfrau mit eigenem Memecoin und einem millionenschweren Kino-Dokumentarfilm Anfang 2026. Eine zweiteilige Spurensuche nach einer Frau, die nur selten hinter ihre Fassade aus Disziplin und Distanz blicken lässt.

Robert F. Kennedy Jr. 10:45

Robert F. Kennedy Jr.: Das Schwarze Schaf der Dynastie

Dokumentation

Vom Spross der einflussreichen Kennedy-Dynastie zum politischen Außenseiter: Robert F. Kennedy Jr. ist das schwarze Schaf des demokratischen Clans. Heute steht er an der Seite von Donald Trump. RFK Jr. wächst privilegiert auf. Doch sein Leben ist bereits in jungen Jahren von Tragödien und Skandalen geprägt: die Attentate auf seinen Onkel JFK und seinen Vater Robert, Drogensucht, der Tod seines Bruders David durch eine Überdosis und der Suizid seiner Frau. Der erste Teil der zweiteiligen Dokumentation beleuchtet die ersten Jahrzehnte des Lebens von Robert F. Kennedy Jr., das in einem ständigen Spannungsverhältnis steht: zwischen Privilegien und Erwartungen, Rampenlicht und Einsamkeit, Vorbild und Außenseiter. RFK Jr. wächst als eines von elf Kindern in einer der berühmtesten Familien der westlichen Welt auf. Schon früh ist sein Leben geprägt von öffentlicher Aufmerksamkeit, Erwartungen und Privilegien einerseits - und Tragödien andererseits. Nach der Ermordung seines Vaters 1968 durchläuft der junge Robert mehrere Privatschulen - doch er entwickelt eine schwere Drogensucht. Heroin, Kokain, LSD und Marihuana - RFK Jr. nimmt es über viele Jahre nicht nur selbst, sondern stellt es nach Angaben seiner Cousine Caroline Kennedy auch seinen Familienmitgliedern ständig zur Verfügung. Trotz allem stürzt er nicht ab und studiert schließlich an der renommierten Harvard-Universität. Sein Familienname ist nicht nur die Eintrittskarte zur Eliteuniversität, er wird später auch zum Freischein, als sein Kokainkonsum öffentlich wird. RFK Jr. muss nicht ins Gefängnis, sondern wird zu Bewährung, Sozialarbeit und Therapie verurteilt. Mit Ende 20 - nach Erfüllung der Auflagen - wird er zum angesehenen Umweltschützer, heiratet erneut und bekommt mit Mary Richardson vier Kinder. Als Anwalt geht er gegen große Chemiekonzerne vor. Doch erneut gerät er auf Abwege. Das Bild vom perfekten Kennedy-Erben wird zerstört, als seine Sexsucht und seine vielen Affären ans Licht kommen. Seine Frau nimmt sich nach der Trennung von Robert das Leben. RFK Jr. zieht schließlich von der Ostküste der USA nach Kalifornien, bricht mit seiner Familie, verstrickt sich zunehmend in Verschwörungserzählungen und positioniert sich als politischen Außenseiter. Als neue Galionsfigur der Impfgegner nutzt er das populistische Momentum der Covid-Pandemie. Die zweiteilige Dokumentation erzählt die Geschichte des Aufstiegs von Robert F. Kennedy Jr. - wie ein Spross der Kennedy-Dynastie zum umstrittenen politischen Außenseiter wurde.

Robert F. Kennedy Jr. 11:30

Robert F. Kennedy Jr.: Ein Impfgegner als Gesundheitsminister

Dokumentation

Robert F. Kennedy Jr. wird zu einer polarisierenden Figur in der amerikanischen Öffentlichkeit. Er verbreitet Verschwörungstheorien und wird zum schwarzen Schaf der Kennedys. Dabei bricht er mit seiner Familie und der Demokratischen Partei, wird zum Gesicht der sogenannten MAHA-Bewegung und 2025 schließlich zum US-Gesundheitsminister in der neuen Trump-Regierung. In den Augen seiner Kritiker für die Gesundheitspolitik eine Katastrophe. Nach einer Jugend voller Verluste, Skandale und persönlicher Krisen schlägt Robert F. Kennedy Jr. seinen eigenen Weg ein. Als Anwalt engagiert er sich für Umwelt- und Gesundheitsthemen. Er nutzt seinen bekannten Namen, um auf Missstände aufmerksam zu machen, und wird zugleich zu einer polarisierenden Figur in der amerikanischen Öffentlichkeit. Immer wieder vertritt er wissenschaftlich umstrittene oder längst widerlegte Behauptungen und kritisiert staatliche Institutionen. Statt in die Fußstapfen der traditionell demokratischen Kennedys zu treten, gibt RFK Jr. 2023 auf einer Kundgebung in Philadelphia offiziell bekannt, dass er seine Kandidatur für die Demokratische Partei beendet. Bei den US-Wahlen 2024 tritt er zunächst als unabhängiger Kandidat an. Ohne realistische Chancen auf einen Wahlsieg erklärt er schließlich seinen Rückzug aus dem Wahlkampf und seine Unterstützung für Donald Trump im Rennen gegen Kamala Harris. Der zweite Teil der Dokumentation beleuchtet den politischen Aufstieg von Robert F. Kennedy - vom Verschwörungstheoretiker und Impfskeptiker zum Gesicht der "Make America Healthy Again"-Bewegung und schließlich zum US-Gesundheitsminister. Seine Unterstützer sehen in ihm einen unbequemen Wahrheitsfinder, der sich um die Gesundheit der Amerikaner sorgt. Für seine Kritiker ist RFK Jr. weniger ein engagierter Aktivist, sondern vielmehr ein umstrittener Akteur, der vor allem in seiner Rolle als US-Gesundheitsminister großen Schaden anrichtet. Die zweiteilige Dokumentation erzählt die Geschichte des kontroversen Aufstiegs von Robert F. Kennedy Jr. - wie ein Spross der Kennedy-Dynastie zum umstrittenen politischen Außenseiter wurde.

Wer ist Peter Thiel? 12:30

Wer ist Peter Thiel?

Porträt

Peter Thiel ist vor allem als brillanter Investor bekannt, der früh auf den Erfolg von Facebook setzte. Doch in den letzten Jahren mischt sich Thiel zunehmend auch in die US-Politik ein. 2016 sitzt Thiel am Beratertisch von US-Präsident Trump, 2022 unterstützt er rechtskonservative Politiker mit Millionen Dollar. Thiel hinterfragt das System, staatliche Eingriffe sind für ihn ein Widerspruch zur Freiheit. Wer ist dieser Mann und was sein Plan? Am 21. Juli 2016 erklären die Republikaner Donald Trump auf ihrem Nationalkongress offiziell zu ihrem Spitzenkandidaten. Gleichzeitig ist es der Moment, an dem Peter Thiel die große politische Bühne betritt. Während die Tech-Giganten Apple, Ebay, Facebook und Co. in einem offenen Brief ausdrücklich vor Trump warnen, erklärt Thiel, dass Donald Trump Amerikas Chance auf eine leuchtende Zukunft sei. Thiel versteht sich als "Contrarian", ein Querdenker. Steuern? Ein Hindernis der Politik. Die Demokratie? Ein Widerspruch zur Freiheit. Selbst der unausweichliche Tod ist für Thiel nur ein überwindbares Hindernis der Natur.

Charles I. - Machtkampf in England 12:45

Charles I. - Machtkampf in England: Der Bürgerkrieg

Geschichte

1642 führt König Charles I. England in einen blutigen Bürgerkrieg - ein Konflikt um Macht, Religion und Autorität, der auf dem Schafott endet. Wer war der Monarch, und was führte zu seinem Fall? Charles I. sieht sich als Herrscher von Gottes Gnaden - kompromisslos und überzeugt von seiner Autorität. Sein Machtanspruch stößt auf Widerstand im Parlament. Die Folge: ein erbitterter Konflikt, der England spaltet und Staat und Kirche erschüttert. Es sind die dramatischen Jahre zwischen 1642 und 1649, in denen sich zwischen der Krone und dem Parlament ein erbitterter Streit um die politische Ordnung des Reiches entfaltet. Der Hauptkonflikt: Soll die königliche Autorität über allem stehen? Darf der König ohne Zustimmung des Parlaments regieren und Steuern erheben? Aus diesen Fragen erwächst der Englische Bürgerkrieg, der das Land spaltet. Auf der einen Seite die Royalisten, dem König treu ergeben. Auf der anderen Seite die Parlamentarier. Sie wollen die Macht des Königs einschränken und kämpfen für eine neue politische Ordnung, die ihnen mehr Rechte einräumt. Doch nicht nur Macht und Politik treiben die Fronten auseinander, auch die Religion spielt eine zentrale Rolle. Während Charles I. die anglikanische Kirche mit traditionellen Ritualen verteidigt, fordern Puritaner eine radikale Reform. Hinzu kommt die Angst vor katholischem Einfluss durch die Ehe des Königs mit einer französischen Prinzessin. Ein Glaubenskampf, der die politische Krise verschärft. Die zweiteilige ZDFinfo-Dokumentation beleuchtet den Englischen Bürgerkrieg im 17. Jahrhundert, der das Land grundlegend veränderte. Zum ersten Mal wurde ein König öffentlich zur Verantwortung gezogen und hingerichtet. Mit Charles' Tod endete die Monarchie vorübergehend. Die Doku zeigt, wie aus dem Konflikt um Macht, Glauben und Ordnung ein Wendepunkt der europäischen Geschichte wurde.

Charles I. - Machtkampf in England 13:30

Charles I. - Machtkampf in England: Der Aufstieg Cromwells

Geschichte

Als Charles ?I. am 30.?Januar 1649 hingerichtet wird, endet nicht nur seine Herrschaft - es beginnt eine neue politische Ära. Wie stabil ist sie, und welche Rolle spielt Oliver Cromwell? Oliver Cromwell kämpft im Englischen Bürgerkrieg auf Seiten der Parlamentarier für die Absetzung des Königs. Schnell steigt er auf und wird zur prägenden Figur der Revolution. Manche halten ihn für die treibende Kraft hinter dem Todesurteil gegen Charles I. Oliver Cromwell beginnt als unbedeutender Parlamentsabgeordneter und wird zur Schlüsselfigur einer Revolution. In den Wirren des Englischen Bürgerkriegs steigt er vom militärischen Außenseiter zum Kommandeur der "New Model Army" auf - einer Streitmacht, die den Royalisten entscheidend überlegen ist. Nach dem Sieg des Parlaments weigert sich Charles?I., seine Auffassung vom Gottesgnadentum aufzugeben. Sein Versuch, einen zweiten Krieg zu entfachen, macht ihn zum "öffentlichen Feind". Cromwell ist überzeugt: Solange der König lebt, wird es keinen Frieden geben. Er unterstützt die "Pride's Purge", durch die gemäßigte Abgeordnete aus dem Parlament entfernt werden, und schafft damit die Mehrheit für ein beispielloses Urteil: Das Hochverratsverfahren gegen den König endet mit dem Todesurteil - ein historischer Bruch, der die Monarchie erschüttert. Nach Charles' Tod wird das Commonwealth ausgerufen. Cromwell greift nach der Macht und wird 1653 Lord Protector des neuen Staates - ein Versuch, Ordnung zu schaffen, ohne die Krone zurückzubringen. Doch nach seinem Tod im Jahr 1658 gerät das neue System ins Wanken. Seinem Nachfolger Richard Cromwell fehlt die Unterstützung der Armee; das Protektorat zerfällt. 1660 kehrt Charles II., Sohn des hingerichteten Herrschers, aus dem Exil nach England zurück. Bedeutet dies die Rückkehr zum Absolutismus? Die zweiteilige ZDFinfo-Dokumentation beleuchtet den Englischen Bürgerkrieg im 17. Jahrhundert, der das Land grundlegend veränderte. Zum ersten Mal wurde ein König öffentlich zur Verantwortung gezogen und hingerichtet. Mit Charles' Tod endete die Monarchie vorübergehend. Die Doku zeigt, wie aus dem Konflikt um Macht, Glauben und Ordnung ein Wendepunkt der europäischen Geschichte wurde.

Vikings - Die wahre Geschichte 14:15

Vikings - Die wahre Geschichte: Aufstieg der Seekrieger

Geschichte

Das Jahr 793 gilt als Beginn der Wikinger-Ära: Nordmänner aus Skandinavien landen vor der britischen Insel Lindisfarne. Sie plündern das dortige Kloster, hinterlassen Tod und Zerstörung. England erhält einen "Vorgeschmack auf düstere Zeiten". Immer häufiger überqueren die Männer aus dem Norden in der folgenden Zeit das raue Meer, überfallen christliche Siedlungen und rauben vor allem wertvolle Kirchenschätze. Der Überfall auf die heilige Insel Lindisfarne gilt als Auftakt eines historischen Wandels, der England für viele Jahrhunderte prägen soll. Was aber treibt die Männer aus Skandinavien dazu, ihre Heimat zu verlassen, um mordend und brandschatzend durch Nordeuropa zu ziehen? Stimmen die Legenden über die Wikinger? Wer waren sie wirklich? Die Doku-Reihe sucht nach den Motiven der Seekrieger.

Vikings - Die wahre Geschichte 15:00

Vikings - Die wahre Geschichte: Landung in England

Geschichte

Mit der Einnahme der florierenden Stadt York ändern die Wikinger im Jahr 866 ihre Strategie: Sie kommen nicht mehr nur zu Raubzügen auf die britische Insel. Die Nordmänner wollen England komplett erobern. Bisher waren es meist kleine Gruppen, die aus Skandinavien aufbrachen, um englische Klöster und Siedlungen zu überfallen. Doch inzwischen haben die Wikinger ganze Heere mit Tausenden von Kriegern geformt. Ivar Ragnarsson, genannt Ivar, der Knochenlose, ist einer von ihnen - eine schillernde Gestalt. Nach der Belagerung und Einnahme Yorks erklärt er sich zum Wikinger-König und wird eine bedeutende politische Figur. Das angelsächsische England besteht aus zahllosen unabhängigen Königreichen, die häufig miteinander im Zwist liegen. Diese Rivalitäten machen sich die Wikinger zunutze. Sie erobern immer größere Teile der Insel, schmieden aber auch lokale Allianzen. York wird zu einem ihrer wichtigsten Handelsplätze. Trotz heftiger Widerstände vermischen sich die skandinavische Sprache, Kultur und Religion in den folgenden Jahrhunderten vielerorts mit dem christlich geprägten England. Stimmen die Legenden über die Wikinger? Wer waren sie wirklich? Die Doku-Reihe sucht nach den Motiven der Seekrieger.

Vikings - Die wahre Geschichte 15:45

Vikings - Die wahre Geschichte: Handel bis nach Bagdad

Geschichte

Wikingerheere terrorisieren Ende des 8. Jahrhunderts weite Teile Englands. Ein anderer Zweig der Nordmänner bricht auf, um Konstantinopel und Bagdad zu erobern. Sie ziehen über die Flüsse Dnepr, Düna, Wolga und Don bis zum Schwarzen und Kaspischen Meer. Aber man nennt sie dort nicht Wikinger, sondern "Waräger" oder "Rus", woraus später das Wort Russland entsteht. Sie sind Räuber, aber auch geschickte Kaufleute. Die Wikinger stoßen gen Osten vor. Um etwa 750 siedeln sie auf dem Gebiet des späteren Russlands, Weißrusslands und der Ukraine. Doch es zieht sie noch weiter: Die Seidenstraße eröffnet den Skandinaviern die Handelswelt des Ostens und verspricht ihnen Reichtum. Mitte des 9. Jahrhunderts erreichen sie Konstantinopel, die damals größte und reichste Stadt Europas. Im Jahr 860 versucht eine aus etwa 200 Schiffen bestehende Flotte der Waräger, die Metropole einzunehmen. Mehr als die Plünderung einiger Vororte gelingt ihnen jedoch nicht. Die sogenannten Ost-Wikinger lassen sich auf den "neuen Gebieten" nieder und werden zu einer festen Größe im Byzantinischen Reich. Von dort dringen sie in den arabischen Raum vor. Stimmen die Legenden über die Wikinger? Wer waren sie wirklich? Die Doku-Reihe sucht nach den Motiven der Seekrieger.

Vikings - Die wahre Geschichte 16:30

Vikings - Die wahre Geschichte: Überfall auf Frankreich

Geschichte

Im Jahr 845 belagern die Wikinger zum ersten Mal Paris. Nach ihren Raubzügen auf den Britischen Inseln und ihren Vorstößen ins spätere Russland nehmen sie nun das Frankenreich ins Visier. Immer wieder dringen sie ins Frankenreich ein. Die Wikinger überfallen Hamburg, verwüsten Friesland und Flandern, greifen Städte wie Rouen, Nantes und Tours an. Schließlich steuern Hunderte von Wikingerschiffen auf Paris zu. Diese Belagerung von Paris wird zu einem Schlüsselmoment in der Geschichte der Wikinger. Paris, die wohlhabende Perle des westlichen Frankenreichs, liegt damals im Wesentlichen auf einer Insel in der Seine, der heutigen Île de la Cité. Trotz der Aufstellung eines Heeres hält König Karl der Kahle eine Auseinandersetzung mit den berüchtigten Angreifern für aussichtslos. Paris erkauft sich schließlich den Abzug der Skandinavier gegen Lösegeld. Doch diese Lösegeldzahlung motiviert die Wikinger zu weiteren Überfällen auf die Stadt, die sie 885 sogar ein Jahr lang belagern. Im Laufe der Jahrzehnte pressen die Wikinger dem Frankenreich mit Dutzenden solcher Lösegeldzahlungen enorme Summen ab. Schließlich gesteht ihnen der König Ländereien entlang der unteren Seine zu. So werden die berüchtigten Nordmänner in der Normandie sesshaft und zu einer mächtigen politischen Größe. Stimmen die Legenden über die Wikinger? Wer waren sie wirklich? Die Doku-Reihe sucht nach den Motiven der Seekrieger.

Vikings - Die wahre Geschichte 17:15

Vikings - Die wahre Geschichte: Kurs auf Amerika

Geschichte

Die Wikinger sind die ersten Europäer, die den Norden Amerikas betreten, noch vor Christoph Kolumbus. Sie erhoffen sich ein besseres Leben als in ihrer Heimat Skandinavien. Mit der Machtübernahme des ersten Königs Harald I. 870 nach Christus sehen die norwegischen Stammesfürsten ihren Einfluss schwinden. Viele Wikingergruppen verlassen das Land, reisen übers Meer und gründen neue Siedlungen. In Island, Grönland - und Neufundland. Mit ihren ausgefeilten Langschiffen sind erste Wikinger vor ihnen bereits große Entfernungen gesegelt und gerudert. Auf ihren Raubzügen haben ihre Vorfahren inzwischen Küstenstädte in Britannien geplündert, sind als Kaufleute nach Osten in das Gebiet des späteren Russlands vorgestoßen, haben Eroberungsfeldzüge nach Konstantinopel, in den Mittelmeerraum und das Frankenreich unternommen. Nun machen sich die norwegischen Stämme auf nach Island. Um das Jahr 986 nach Christus siedeln sie auch in Grönland, und schließlich gelingt ihnen die Fahrt über den Atlantik bis zur Insel Neufundland im heutigen Kanada. In den 1960er-Jahren entdecken Archäologen dort Überreste einer Wikingersiedlung. Stimmen die Legenden über die Wikinger? Wer waren sie wirklich? Die Doku-Reihe sucht nach den Motiven der Seekrieger.

Vikings - Die wahre Geschichte 18:00

Vikings - Die wahre Geschichte: Untergang

Geschichte

Fast 300 Jahre lang prägen die Wikinger Europa. Bis heute finden sich ihre Spuren in England, Frankreich, im Ostseeraum - und sogar in Amerika. Doch dann verschwinden die gefürchteten Krieger. Im 11. Jahrhundert beginnt der Niedergang der berüchtigten skandinavischen Stämme. Als Ende ihrer Ära gilt die Schlacht von Hastings im Jahr 1066 - mit dem Sieg des normannischen Königs Wilhelm der Eroberer. Fortan regiert er England. Wilhelm der Eroberer führt viele politische und soziale Veränderungen ein, vor allem aber lässt er das Land militärisch befestigen, um weitere Angriffe und Überfälle von Wikingerarmeen zu verhindern. Nach und nach müssen sie auch viele ihrer Handelsmonopole aufgeben. Doch der Niedergang der Wikinger vollzieht sich schleichend und auf mehreren Ebenen: Die zunehmende Christianisierung führt dazu, dass viele Stämme ihren Glauben an nordische Götter ablegen. Sie werden sesshaft und lernen das friedliche Leben zu schätzen. Die Wikinger verschmelzen in den folgenden Jahrhunderten praktisch mit den Menschen und Gebieten, die sie einst überfallen, ausgeraubt und zum Teil blutig erobert haben. Stimmen die Legenden über die Wikinger? Wer waren sie wirklich? Die Doku-Reihe sucht nach den Motiven der Seekrieger.

Verlorene Schätze - Das Erbe des Assyrischen Reiches 18:45

Verlorene Schätze - Das Erbe des Assyrischen Reiches

Dokumentation

2014 zerstören IS-Terroristen in Mossul große Teile des archäologischen Erbes aus assyrischer Zeit. Unter den Trümmern entdecken Forschende Überreste eines monumentalen Königspalastes. Die Artefakte stammen aus der Zeit König Sanheribs und zeugen von der weit entwickelten Kultur der Assyrer. Ausgeklügelte Bewässerungssysteme versorgten prachtvolle Gartenanlagen. Handelt es sich um die legendären Hängenden Gärten von Babylon? Davon zumindest ist die britische Assyriologin Stephanie Dalley überzeugt. Die frühere Oxford-Forscherin glaubt, dass dieses verschollene antike Weltwunder in Wirklichkeit nicht von König Nebukadnezar in Babylon errichtet wurde, sondern von König Sanherib im etwa 480 Kilometer entfernten Ninive, dem heutigen Mossul. Die Entdeckung des Königspalastes ist eine archäologische Sensation, die wertvolle Erkenntnisse über eines der mächtigsten Reiche der Menschheitsgeschichte zutage fördert. Die Dokumentation von ZDFinfo gibt spannende Einblicke in diese Welt und zeigt zugleich, wie gefährlich die Arbeit der Archäologinnen und Archäologen in Mossul ist.

Der Schatz im Wüstensand - Turkmenistans antikes Erbe 19:30

Der Schatz im Wüstensand - Turkmenistans antikes Erbe

Archäologie

Turkmenistan galt lange Zeit als ärmste Region der Sowjetunion. Es gehört zu den wohl unbekanntesten Ländern der Welt. Heute haben Erdöl und Erdgas das Land reich gemacht. Zum ersten Mal seit zehn Jahren konnte ein Filmteam ungehindert beeindruckende Ausgrabungsorte besuchen und internationale Forscherteams bei der Arbeit an für lange Zeit "verbotenen" Plätzen begleiten. Vor 4000 Jahren lag ein Machtzentrum der antiken Welt in Turkmenistan. Obwohl zeitgleich mit den Hochkulturen Mesopotamiens und Ägyptens aufblühend, geriet das Reich "Margiana" vollständig in Vergessenheit. Erst vor Kurzem entdeckten Archäologen mitten in der Wüste Karakum in der damaligen Hauptstadt Gonur Depe Palastbauten und prächtige Grabschätze. Spektakuläre Luftaufnahmen zeigen die Dimensionen der "verlorenen" Metropolen in einer lebensfeindlichen Umwelt. Auch im benachbarten Ulug Depe bringt ein internationales Forscherteam monumentale Festungsanlagen ans Tageslicht. Die Ruinenstädte Merw und Köneügentsch werden von der UNESCO zu Stätten des Weltkulturerbes erklärt. Plötzlich gelangt Zentralasien in den Blickpunkt der Wissenschaft und der Medien. Warum stiegen seit der Bronzezeit in Turkmenistan mächtige Reiche auf und gingen wieder unter? DNA-Analysen belegen eine hohe Mobilität der Bevölkerung, Fernkontakte reichten bis nach Indien, den Ural und das Mittelmeer. Die Seidenstraße zwischen China und Europa wurde für Jahrtausende zur wichtigsten Handelsroute der Welt und machte Turkmenistan zum bedeutenden Hotspot der Geschichte.

Die Armee schwuler Krieger 20:15

Die Armee schwuler Krieger: Thebens heilige Schar

Geschichte

300 Krieger, 150 Liebespaare - die Heilige Schar von Theben macht Geschichte: eine homosexuelle Elitearmee, die siegreich gegen Sparta kämpft. Wer hat sie gegründet und warum? Um den Zusammenhalt der Truppe zu stärken, wählt Thebens General Gorgidas ausschließlich schwule Paare aus. Er glaubt, dass Liebende in der Schlacht mehr füreinander einstehen als Nichtliebende. Ist die Homosexualität der Männer das Geheimnis ihres Erfolges? Die Armee der schwulen Krieger existiert zwischen 378 und 338 vor Christus und ist maßgeblich an militärischen Auseinandersetzungen gegen die Spartaner beteiligt. Die starke emotionale Bindung und die Kampferfahrung der Berufssoldaten führen zum Sieg Thebens über die Kriegsgegner - bis Alexander der Große auf den Plan tritt. Die Geschichte der einander liebenden Krieger war fast in Vergessenheit geraten. Im Jahr 2019 werden jedoch Grabungstagebücher aus dem 19.Jahrhundert entdeckt. Auch das Skelett eines gefallenen Helden wird gefunden. Eine internationale Gruppe von Archäologen und Historikern nimmt das 4. Jahrhundert vor Christus unter die Lupe. Es ist die Zeit, in der die Heilige Schar sich vier Jahrzehnte lang am Schlachtfeld behauptet. Selbst die als unbesiegbar geltenden Spartaner zwingen sie in die Knie. Fragen tun sich auf, und es zeigt sich ein ganz eigenes Konzept von Liebe und Krieg. Welche gesellschaftliche Bedeutung hatte die männliche Homosexualität in der Antike, und welche Konsequenzen erfolgten daraus? Die Heilige Schar von Theben - eine heldenhafte Eliteeinheit in der griechischen Antike, die aus 150 schwulen Männerpaaren bestand. Ihre Geschichte ist ebenso außergewöhnlich wie ihr militärisches Vermächtnis.

Die Armee schwuler Krieger 21:00

Die Armee schwuler Krieger: Kampf gegen Sparta

Geschichte

Unverbrüchlich halten sie zusammen - bis zum bitteren Ende. Im Jahr 338 vor Christus ist das Schicksal der Armee der schwulen Krieger entschieden. Welche Kriegslist hat sie besiegt? Es sind König Philipp II. von Makedonien und sein Sohn, der spätere Alexander der Große, denen die Heilige Schar in der Schlacht von Chaeroneia nichts entgegenzusetzen hat. Die Niederlage ist verheerend und endet in einem Blutbad. In der Schlacht von Chaeroneia geht auch die Heilige Schar von Theben unter, eine heldenhafte Einheit der Antike, bestehend aus 150 schwulen Männerpaaren. Rund drei Viertel der homosexuellen Soldaten verlieren dort ihr Leben. Sie werden am Schlachtfeld ehrenvoll begraben, und es wird ein Denkmal errichtet, der "Löwe von Chaeroneia". Die Geschichte um die Heilige Schar von Theben gerät in Vergessenheit, bis 1871 das Massengrab der Gefallenen entdeckt wird. Die zeitgenössische Berichterstattung über den Grabfund erwähnt allerdings nicht, dass es sich um Schwule handelt. Denn damals steht Homosexualität in vielen Ländern unter Strafe. 2019 werden Grabungstagebücher aus dem 19. Jahrhundert gefunden. Ein internationales Team von Archäologen und Historikern sucht nach Antworten auf die Frage, was zum Untergang der Heiligen Schar von Theben geführt hat. Welche Erklärung können die Experten geben, die das Schlachtfeld von Chaeroneia nach über 2000 Jahren untersuchen? Die Heilige Schar von Theben - eine heldenhafte Eliteeinheit in der griechischen Antike, die aus 150 schwulen Männerpaaren bestand. Ihre Geschichte ist ebenso außergewöhnlich wie ihr militärisches Vermächtnis.

Ägypten - Schatzkammer der Archäologie 21:45

Ägypten - Schatzkammer der Archäologie: Rätselhafte Mumien

Archäologie

Ein Mumienfund ist der Traum jedes Archäologen. Doch intakte Mumien sind selten - oft haben sich bereits Grabräuber an ihnen zu schaffen gemacht. Mit verheerenden Konsequenzen. So auch im Fall der Mumien, die das spanische Archäologenteam in al-Asasif entdeckt. Um dem Fluch der Toten zu entgehen, machten die Diebe kurzen Prozess und zerstückelten die Leichen. Damit wollten sie verhindern, dass die Mumien sich im Jenseits rächen. Jedes Jahr kommen Grabungsteams aus aller Welt nach Ägypten, um im Wüstensand nach den Schätzen der antiken Zivilisation zu suchen und den Rätseln der Vergangenheit auf die Spur zu kommen. Ob in den Steinbrüchen von Dschabal as-Silsila, rund um die Pyramiden des Gizeh-Plateaus oder in Nekropolen wie Sakkara und al-Asasif: Mit moderner Technik und einem Gespür für verborgene Artefakte bringen die Archäologinnen und Archäologen die Geschichte zum Sprechen.

Ägyptens Mumien 22:30

Ägyptens Mumien: Der Weg zur Unsterblichkeit

Archäologie

Ägyptens Bestattungsrituale geben bis heute Rätsel auf. Besonders die Mumien. Wer waren die Verstorbenen? Warum wurden sie mumifiziert - und mit welchen Rezepturen? Modernste Technologie soll Antworten liefern: CT-Scans, Analysen und Detektivarbeit im Labor. Interdisziplinäre Teams aus Radiologen, Archäologen und Ägyptologen begeben sich gemeinsam auf Spurensuche. Im Jahr 2019 wird in der Nekropole Sakkara das über 4000 Jahre alte Grab des hohen Würdenträgers Chuwi aus der fünften Dynastie entdeckt. Ein Fund von historischer Tragweite. In der Grabkammer findet ein Team von Archäologen leuchtend farbige Wandmalereien, die die Jahrtausende nahezu unversehrt überdauert haben. Von der Mumie selbst sind nur noch wenige Überreste erhalten, denn das Grab wurde schon vor langer Zeit geplündert. Die Entdeckung liefert einen entscheidenden Beweis: Die Kunst der Mumifizierung war nicht allein den Pharaonen vorbehalten. Doch wie gingen die Priester und Balsamierer vor? Jüngste Analysen enthüllen eine hoch entwickelte Technik: Kostbare Leinentücher, seltene Harze und wertvolle Salben wurden verwendet. Mithilfe modernster medizinischer Scanner und experimenteller Archäologie rekonstruieren Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die einzelnen Schritte des 70 Tage dauernden Einbalsamierungsprozesses. Mit jedem neuen Mumienfund wächst das Wissen um die geheimnisvollen Rituale der alten Ägypter. Mumien faszinieren bis heute: Sie eröffnen der Wissenschaft wertvolle Einblicke in Leben, Alltag und Glauben der Menschen im alten Ägypten. Moderne Technik lässt jahrtausendealte Geschichte lebendig werden.

Ägyptens Mumien 23:15

Ägyptens Mumien: Die Kunst der Mumifizierung

Archäologie

2016 sorgt ein Sensationsfund in Sakkara für Aufsehen: In 13 Metern Tiefe entdecken Archäologen eine Mumifizierungswerkstatt. Kann der Fund mehr über die Praxis der Balsamierung verraten? Die Mumifizierung mit Salben und Tinkturen sollte den Verstorbenen das Weiterleben im Jenseits sichern. Grabbeigaben und kunstvolle Malereien auf Sarkophagen und in den Grabkammern sollten sie schützen auf der Reise ins Reich des Gottes Osiris. Für die alten Ägypter war die Mumifizierung mehr als ein technischer Vorgang - sie war ein spirituelles Ritual. Heute ermöglicht modernste Technik einen nie da gewesenen Blick hinter die Kulissen der jahrtausendealten Praxis. In der freigelegten Balsamierungswerkstatt finden Archäologen zahlreiche Tongefäße - die meisten leer. Doch mithilfe chromatographischer Analysen können winzige Rückstände der Substanzen identifiziert werden. Die Ergebnisse sind verblüffend: Viele der verwendeten Mittel mussten von weither nach Ägypten importiert werden. Es muss ein weit verzweigtes Handelsnetz gegeben haben, das nicht nur den gesamten Mittelmeerraum umfasste, sondern sogar bis nach Südostasien reichte. Ein weiterer Meilenstein: Ein CT-Scanner mit photonenzählenden Detektoren erlaubt erstmals, Objekte im Inneren einer Mumie sichtbar zu machen - und sogar Hieroglyphen darauf zu entziffern. Die Mumie selbst bleibt dabei unversehrt. Mumien faszinieren bis heute: Sie eröffnen der Wissenschaft wertvolle Einblicke in Leben, Alltag und Glauben der Menschen im alten Ägypten. Moderne Technik lässt jahrtausendealte Geschichte lebendig werden.