04:35
Der Aufstieg Wiens zur Weltstadt war kein Zufall, sondern folgte einem Masterplan. Eine der treibenden Kräfte dahinter war der große Habsburger Stratege Rudolf der Stifter, der den gotischen Stephansdom und die Universität gründete. Folge vier der neuen ORFIII-Serie Österreich die ganze Geschichte widmet sich dieser spannenden Zeit, in der sich für Österreich und für Wien so viel entschieden hat. Die neue Universität wird bald darauf nicht nur zum Hort des Humanismus, sondern auch zum Schauplatz eines dunklen Kapitels der Stadtgeschichte, der Judenverfolgung von 1421. Der Film greift zwei Schicksale dieser Zeit heraus, die eng mit diesem Gegensatz von Humanismus und religiösem Fanatismus verbunden sind. Was die Bildung jener Epoche mit unserer heutigen zu tun hat, erzählen Andreas Pfeifer und Mariella Gittler, unterstützt von der Elite an heimischen Historikerinnen und Historikern. Regie: David Walter Bruckner
05:20
Ehemalige Beutegreifer wie Wölfe kehren in unsere Wälder zurück. Während sie bei Naturschutzorganisationen höchst willkommen sind, ist die Landwirtschaft alles andere als begeistert darüber. In einigen Tälern ist es bereits heuer soweit, dass manche Almen nicht mehr bewirtschaftet werden, weil im Vorjahr so viele Schafe gerissen wurden, die dem Wolf zugeordnet werden. In Deutschland und der Schweiz gibt es in bereits Nachtwachen gegen Wölfe, um die Schafe zu schützen und auch bei uns haben sich etliche Expertenrunden gegründet, um Lösungen für das "Problem Wolf" zu finden. Aber auch Konflikte mit Fischottern und Bibern nehmen zu - und mit Kühen auf Almen auch bekannter weise - Mensch und Tier in Konkurrenz sozusagen.
05:45
06:30
Das wochentägliche Kulturmagazin "Kultur Heute" präsentiert neben den wichtigsten Ereignissen aus den Bundesländern die Top-Themen des Tages - von Hochkultur bis Subkultur.
07:00
08:55
Vom Schafberg oder vom Zwölferhorn eröffnet sich ein sensationeller Blick über das Panorama des Wolfgangsees. Von etwa 1.800 Metern Höhe blickt man auf einen der größten Seen Österreichs herunter und erlebt das sommerliche Ambiente dieser typischen Alpenregion. Für ORFIII Landleben hat Gestalter Christian Papke diese Region filmisch bereist und zeigt wie hier der Alltag zwischen Landwirtschaft, Tradition und Tourismus verläuft.
09:45
Das Hochkar ist das Tor zu den Alpen, hoch thront es an der Grenze zur Steiermark über Niederösterreichs Voralpenlandschaft. Der 82-jährige Rudolf Teufel ist eine Art "Regionaut", einer, der sich hier perfekt auskennt, ein langjähriger Bergretter und Dorferneuerer. Über fünfundzwanzig Jahre haucht er der alten Hütte mit Hilfe seiner Freunde neues Leben ein. Die Volkstanzgruppe Göstling hat vor zwei Jahren ihr fünfzigjähriges Bestehen gefeiert. Jugendliche Tänzerinnen und Tänzer im Alter sowie ein Musikant halten hier traditionelle Tänze der Region die Tradition am Leben. An der Spitze der Gruppe steht seit drei Jahren Anna Kainz. Brigitte Reitbauer und ihr Mann Johannes verbringen ihren ersten Sommer als Halterin und Halter auf der Schwarzalm und erfüllen sich einen Lebenstraum. Beide stammen aus Bauernfamilien und kennen das Leben mit den Tieren. Für die Alm nehmen sie sich bewusst Zeit. Seit 1977 gibt es sie die "Jagdhornbläser Göstling". Heute sind es sechzehn aktive Musiker, angeführt von Hornmeister Johann Walzer. Der gelernte Tischler kam über die Blasmusik Kapelle zur Gruppe und führt sie mit viel Herzblut. Fritz Danner ist, wie bereits sein Vater vor ihm, immer schon bei den österreichischen Bundesforsten. Täglich ist er im Revier unterwegs, um sich um "seinen" Wald zu kümmern. R: Patrick Pongratz
10:35
Diese "Land der Berge"-Neuproduktion porträtiert das Südtiroler Tauferer Ahrntal und seine Menschen, die im Einklang mit der alpinen Natur und ihren Traditionen leben. Entlang imposanter Berglandschaften erzählt die Dokumentation von gelebter Almwirtschaft, überliefertem Handwerk und der bewegten Geschichte der Region. Im Mittelpunkt stehen persönliche Einblicke in den Sommeralltag der Geißerin Annelies Lechner im Keilbachtal, die Arbeit des Senners Rudolf Steger bei der Herstellung des traditionellen Ahrntaler Graukäses sowie das Leben von Hüttenwirt Arnold Seeber auf der Kasseler Hütte. Abschließend ergänzt werden diese Porträts durch das historische Erbe des Kupferbergwerks Prettau und die Kunst des Spitzenklöppelns, die unter der Leitung von Anna Kammerlander bis heute weitergegeben wird.
11:25
Eingebettet zwischen den Zillertaler Alpen im Westen und den Rieserferner Bergen im Osten liegt das malerische Ahrntal in Südtirol. Diese "Land der Berge"-Produktion besucht das rund 35 Kilometer lange Tal, das vor allem für seine einzigartige Berglandschaft bekannt ist. Mit über 80 Gipfeln, die die Dreitausender-Marke überschreiten, wird es oft als das "Tal der Dreitausender" bezeichnet, ein Paradies für Bergliebhaber und Wanderer gleichermaßen. Zu den bekanntesten gehören der Hochgall, der Schwarzenstein und die Dreiherrenspitze, die sowohl für erfahrene Bergsteiger als auch für Wanderer eine Herausforderung darstellen. Die Neu-Produktion führt durch die vielfältigen Facetten dieses einzigartigen Tals, beginnend mit der imposanten Burg Taufers, eine mittelalterliche Festung die seit rund 800 Jahren den Eingang zum Tauferer Ahrntal überragt. Die Reise führt weiter ins Mühlwalder Tal, vorbei am idyllischen Neves-Stausee und der markanten Pfarrkirche St. Gertraud, die auf einem Hügel thront und weithin sichtbar ist. Erkundet wird nicht nur die malerische Landschaft des Naturparks Rieserferner-Ahrn, auch die charakteristischen Bauernhöfe des Reintals, die von einer reichen Geschichte und herrlichem Blumenschmuck geprägt sind, werden durch detailreiche Bilder eingefangen. "Land der Berge" lädt ein auf eine Reise durch das Ahrntal, das reich an Geschichte, Kultur und atemberaubender Natur ist. Von imposanten Gipfeln bis zu den idyllischen Almwiesen und kristallklaren Bergseen bietet das Tal eine Fülle an unvergesslichen Erlebnissen.
12:10
Welterbe und UNESCO ist jedermann ein Begriff, in Österreich zählt u. a. die Wachau und Schloss Schönbrunn zum Welterbe. Weit weniger bekannt ist der Begriff "Immaterielles Kulturerbe", mündlich überlieferte Traditionen, Rituale und Feste sowie traditionelle Handwerkstechniken, die seit 2009 von der UNESCO als schützenswert angesehen werden. Die Sendung macht sich auf die Spur von Menschen, die mit großer Leidenschaft regionales Brauchtum pflegen. Wir besuchen die Oberdrautaler Flößer, die bis heute auf der Drau ihre Tradition hoch halten, wir treffen Ruzsa Nikolic-Lakatos, die die Gesänge der Lovara-Roma kennt und pflegt. Wir lernen im Tirolerischen Ehrwalder Talkessel jene Menschen kennen, die zur Sonnenwende die Bergfeuer entzünden und in Vorarlberg jene, die noch die Technik zur Herstellung der Bodensee-Radhaube in Laméspitze beherrschen. Dabei werden in 300 Arbeitsstunden Silber- und Goldfäden zu Ornamenten gefertigt, die Hauben selbst werden ausschließlich in der Familie weiter gegeben und nur zu besonderen Anlässen getragen.
13:05
Welterbe und UNESCO ist jedermann ein Begriff, in Österreich zählt u. a. die Wachau und Schloss Schönbrunn zum Welterbe. Weit weniger bekannt ist der Begriff "Immaterielles Kulturerbe", mündlich überlieferte Traditionen, Rituale und Feste, sowie traditionelle Handwerkstechniken, die seit 2009 von der UNESCO als schützenswert angesehen werden. Die Sendung macht sich auf die Spur von Menschen, die mit großer Leidenschaft regionales Brauchtum pflegen. Hubert Weingärtner gehört zu den letzten seiner Zunft, er arbeitete als Sensenschmied in Micheldorf in Oberösterreich. In einem Museum wird dort die Geschichte dieses Handwerkes bewahrt, ebenso wie der Verein "Arche Noah" in Niederösterreich das Wissen über alte Nutzpflanzen. Saatgut von über 5.000 Nutzpflanzen ist hier archiviert und wird ständig vermehrt, längst vergessene Gemüse- und Obstsorten werden kultiviert und so vor dem Aussterben bewahrt. Im Salzburger Pinzgau hat sich eine Gruppe von Menschen dem Heilwissen verschrieben. Ausgewählte Kräuter werden per Hand gepflückt, um aus deren Extrakten Heilmittel herzustellen. Mittlerweile sind es 106 solcher Heilmittel, deren Indikationen und Wirkungen schriftlich dokumentiert sind. Die überlieferten Flur- und Hofnamen der Kärntner Slowenen sind ein wichtiger Bestandteil der sozialgeschichtlichen und sprachlichen Entwicklung Kärntens. Um diese Namen vor dem Verschwinden zu bewahren, werden sie dank einer Bürgerinitiative auf Landkarten lokalisiert. Somit sind auch die sprachlichen und kulturellen Wurzeln der Region festgehalten, die ihrerseits den Menschen die dort leben, ihre Identität wieder geben.
13:55
Verfilmung des Krimi-Bestsellers von Martha Grimes - eine Liebeserklärung an herrlich überzogene Charaktere, bissigen Humor und typisch britisches Flair. Neben Fritz Karl in der Hauptrolle glänzen Bernhard Schir und Julia Stemberger sowie Grimme-Preisträgerin Katharina Thalbach. Der bizarre Mord an einem Fremden erschüttert das idyllische Long Piddleton. Erwürgt wird der Mann aus einem Bierfass im örtlichen Pub geborgen. Da die einheimische Polizei überfordert ist, soll Inspektor Richard Jury seine Fühler ausstrecken. Jury gilt als Wunderwaffe des Scotland Yard bei besonders kniffligen Mordfällen, tappt vorerst aber im Dunkeln. Da trifft es sich gut, dass der smarte Aristokrat Melrose Plant seine Hilfe geradezu aufdrängt. Gelangweilt vom öden Landleben versorgt er Jury mit wertvollen Hinweisen - und entpuppt sich als Rivale im Rennen um die bezaubernde Vivian Rivington.
15:30
Atemberaubende Küstenlandschaften, vertrackte Kriminalfälle und feiner britischer Humor: Inspektor Jury alias Fritz Karl soll in Südwest-England einen Serienmörder schnappen, der sich raffiniert zu tarnen weiß. Die Buchvorlage lieferte Bestseller-Autorin Martha Grimes. Im englischen Küstenstädtchen Dorset wird ein kleines Mädchen tot aufgefunden. Erst vor drei Tagen ist der verurteilte Mörder Sam Waterhouse nach jahrelanger Haft in den verschlafenen Ort zurückgekehrt. Er leugnet immer noch die damalige Tat, steht für die Dorfbewohner auf der Liste der Verdächtigen aber ganz oben. Gemeinsam mit dem geistreichen Adeligen Melrose Plant nimmt Inspektor Jury vom Scotland Yard die Ermittlungen auf, als ein weiteres Kind auf ähnlich tragische Weise in Dorset den Tod findet.
17:05
Eine Serie bizarrer Todesfälle hält ein englisches Dorf in Atem. Für den besten Mann vom Scotland Yard steht bald unumwunden fest: Hier ist ein Killer am Werk! Allein, was fehlt, sind handfeste Beweise. Oder spielen Jury alias Fritz Karl gar nur die Hormone einen Streich? Der rastlose Ermittler zerfließt geradezu vor Bewunderung für eine clevere, ortsansässige Sekretärin. Ein Besuch im malerischen Jägerdorf Ashdown Dean wird Lady Agatha Ardry zum Verhängnis. In einer Telefonzelle stolpert sie über eine Leiche. Zwar scheint der Todesfall natürlich begründet zu sein. Anders als Agathas Neffe Melrose Plant wittert der zu Hilfe gerufene Inspektor vom Scotland Yard, Richard Jury, jedoch Mord. Zudem kann er so die Nähe der hübschen Gillian genießen, die offenbar eine Schlüsselrolle in dem Fall spielt. Jury wie Plant sind von dieser ungemein sinnlichen Frau aufs Höchste fasziniert.
18:40
An der Küste von Yorkshire ereignet sich ein beinahe perfekter Mord. Nichts ist, wie es scheint, als Inspektor Jury (Fritz Karl) in gewohnt liebenswert-verschrobener Art die Ermittlungen aufnimmt. Sein ganzer Einsatz ist gefordert, um den Nebel rund um den Tod einer schönen Unbekannten zu lichten. Fantastisch verzwickter Mordfall nach einer Buchvorlage von Martha Grimes. Im Fischerdorf Rackmoor gibt der Reeder Sir 'Colonel' Titus Crael ein Kostümfest. Noch in derselben Nacht wird an abgelegener Stelle eine weibliche Leiche gefunden. Das Opfer, bei dem es sich um Craels Adoptivtochter Dilly handeln soll, trägt ein Harlekin-Kostüm. Als Inspektor Jury vom Scotland Yard die Ermittlungen aufnimmt, sieht er sich zahlreichen Rätseln und falschen Fährten gegenüber. Bereits die Identifizierung des Leichnams erfordert unerwartet viel Scharfsinn und reiche Kombinationsgabe.
20:15
68 Jahre lang herrschte Kaiser Franz Joseph von Österreich-Ungarn über die Habsburg-Monarchie, am Ende seines Lebens dominiert das Gefühl des Scheiterns - politisch, und auch auf privater Ebene. Seiner Herrschaft über die Habsburg-Monarchie hatte er zwei Jahre vor seinem Tod gewissermaßen selbst den Todesstoß versetzt - mit seiner Unterschrift, die den Ausbruch des Ersten Weltkrieg besiegelte. Trotzdem überwiegt in der Erinnerung oft das Positive. Großen Anteil daran hatte wohl die Frau an seiner Seite: Sisi, deren Geschichte auch 125 Jahre nach ihrem Tod mythenumwoben im Gedächtnis geblieben ist. Exzentrisch, schön und unnahbar - auch für ihren Gatten Kaiser Franz Joseph. Doch wer war der wahre Franz Joseph? Wohl über weite Strecken ein Herrscher, der stoisch und mit eiserner Hand regierte. Ein Kaiser, der zu oft all seine Energie daran setzten, das Alte zu bewahren - und das Neue nicht aufkommen zu lassen. Eine österreichisch-deutsche Koproduktion, die ein völlig neues Licht auf den altbekannten Kaiser wirft- einen Kaiser, dessen Kindheitstraumata sein ganzes Leben überschatten sollten. Ein Film von Martin Koddenberg Eine Koproduktion von ORF, pre tv, ZDF und arte
21:05
Er war der letzte österreichische Kaiser. Nach dem Tod seines Onkels Franz Ferdinand 1914 unerwartet zum Thronfolger geworden, wird der junge Erzherzog Karl Franz Josef von Österreich inmitten der Kriegswirren des Ersten Weltkriegs zum Kaiser des sterbenden Vielvölkerreiches. Er versucht zwar die Monarchie noch zu retten, doch letztlich ist er es, der im November 1918 die Verzichtserklärung unterschreibt und damit den Weg zur Gründung der Republik Österreich ebnet. Eine Abdankung lehnt er jedoch ab und emigriert mit seiner Familie in die Schweiz. Als er 1921 zweimal erfolglos die Restauration der Monarchie versucht, internieren ihn die Alliierten auf der portugiesischen Insel Madeira, wo er im Jahr darauf an einer Lungenentzündung verstirbt. In der ORFIII-Dokumentation wird ein neuer Blick auf den letzten Kaiser Österreichs geworfen, der eine äußerst glücklose Rolle am Ende der Jahrhunderte währenden Herrschaft der Habsburger einnimmt, 2004 aber dennoch von Papst Johannes Paul II seliggesprochen wird.
22:00
Die ORF-III-Dokumentation stellt die Frage nach dem Umgang der Republik mit seinen ehemaligen Monarchen. Der Staatsvertrags-Bundeskanzler Raab - er war selbst Offizier an der Isonzo-Front - fasst es 1955 in einem kurzen Satz zusammen: "Die Monarchie war schön, aber es ist vorbei!" Vierunddreißig Jahre später, am 1. April 1989, überträgt der ORF das Begräbnis der letzten Kaiserin von Österreich, Königin von Ungarn, viereinhalb Stunden live. Diese technische Höchstleitung bildet den Rahmen für die historische Betrachtung des politischen Umgangs Österreichs mit der Familie Habsburg nach 1918. Von Kurt Schuschnigg bis Karl Habsburg, von Bruno Kreisky bis Peter Filzmaier, vom Lenker der imperialen Leichenkutsche bis zum letzten Diener der Kaiserin kommen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zum Wort. Das Begräbnis markiert den historischen Höhepunkt des Aufeinandertreffens der Zweiten Republik mit der imperialen Vergangenheit des Landes - wie es Hugo Portisch als damaliger Kommentator treffend schildert. Zankapfel zwischen der Republik und den Habsburgern ist das Habsburger-Gesetz von 1919, das bis heute Gültigkeit hat. Von den Alliierten in den Staatsvertrag reklamiert, wird es zum Auslöser zahlreicher großkoalitionärer Kämpfe und führt 1961 zur "Habsburg - Krise", die Otto Habsburg-Lothringen mit seinen Einreiseplänen nach Österreich auslöst. Streiks und Demonstrationen inklusive. Denn während Otto Habsburg, das Oberhaupt der Familie, die geforderte Verzichtserklärung unterschreibt, hauptsächlich um seine Europapolitik ungehindert fortführen zu können, hat sich Zita ihr ganzes Leben lang geweigert dies zu tun. Sie hat nie daran gezweifelt, die rechtmäßige Kaiserin von Österreich zu sein. 1989 bringt ihr Tod die Republik unter Zugzwang. Wie mit ihrem Begräbnis umgehen? Ist es eine rein private Veranstaltung oder gewinnt die Marke Habsburg durch das pompöse Zeremoniell wieder an Marktwert und Bedeutung? Historiker und Zeitzeugen beleuchten die komplexen und bisweilen kuriosen Fragen, die sich Nachkriegs-Österreich in Bezug auf die Habsburger gestellt hat. Dabei geht es vor allem um die Frage der Vermögenswerte. Was gehört der Republik und was steht der ehemaligen Kaiserfamilie zu? Wie legitim ist es, heute noch Hofratstitel zu verleihen? Schlüssel- und letztendlich Versöhnungsfigur der politischen Diskussion wird Bruno Kreisky, der in den 1970er Jahren den Konsens mit der Familie sucht. Letztendlich ist er es, der das zeremonielle Begräbnis in der Wiener Innenstadt - durch eine gefinkelte Interpretation des Habsburger Familienrechts durch den Verfassungsgerichtshof - ermöglicht. Inzwischen haben alle Habsburger mit österreichischem Pass die vollen Bürgerrechte und können auch passiv gewählt werden. Zwischen Nostalgie und handfesten Marketing-Effekten - der letzte Weg der Kaiserin lässt keinen kalt.
22:50
Der Name Habsburg wurde 1918 über Nacht zum Unwort. Die gerade erst geborene Republik Deutsch-Österreich tat alles, um sich von der Herrscherfamilie abzugrenzen und sie von der künftigen Macht fernzuhalten. Zu groß war die Angst bei Staatskanzler Renner und seiner Regierung, dass Habsburg die Rückkehr zur Macht plante. Daher wurden alle Angehörigen der Familie, die keine Verzichtserklärung unterzeichneten, des Landes verwiesen. Außerdem waren alle Habsburger vom Wahlrecht ausgeschlossen. Das Habsburgergesetz führte 1962 zur sogenannten "Habsburgkrise", als sich die Regierung über die geplante Einreise Otto von Habsburgs nach Österreich nicht einig wurde. Die Frage, wie real das "Habsburger-Gespenst" damals wirklich noch gewesen ist, bleibt bis heute nicht eindeutig zu beantworten. Otto Habsburg lobbyierte unter anderem beim damaligen Kurier-Chefredakteur Hugo Portisch, um "Justiz-Kanzler" in Österreich zu werden. Das Habsburgergesetz ist bis heute in Kraft - legitimer Selbstschutz der Republik oder "Sippenhaftung", wie das Haus Habsburg immer wieder behauptet? R: Wolfgang Winkler
23:40
Das Erfolgsformat "Auf dem Roten Stuhl" meldet sich mit einer brandneuen Ausgabe zurück - diesmal vor Live-Publikum mit einer Show der Superklasse! Bernhard Egger begrüßt im Orpheum Wien Kabarettstar und Schauspieler Roland Düringer und Bernhard Speer (Seiler & Speer). Im Talk sprechen Düringer und Speer über ihre Erfolge und Niederlagen, die vielen Herausforderungen im Leben, steile Karrieren in Musik und Kabarett, und ob das Spielen vor ausverkauften (Stadt-)Hallen auch verunsichern kann. Und dann wird natürlich auch wieder musiziert: Roland Düringer an der Bass-Gitarre, Bernhard Speer am Mikrofon, gemeinsam mit der grandiosen Live-Band um Geri Schuller (Akkordeon und Piano), Hanna Pichler (Violine und Gitarre), Erich Buchebner (Bass) und Bernhard Egger (Schlagzeug). Eine einzigartige Mischung aus lustigen Anekdoten und sehr persönlichen Songs und eine seltene Gelegenheit, die beiden Ausnahmekünstler gemeinsam auf einer Bühne zu erleben!