21:00
Vor achtzig Jahren ging der zweite Weltkrieg zu Ende - doch die gefährlichen Spuren des Krieges lauern noch immer im Untergrund: Blindgänger, die im Erdreich vor sich hin rosten. Besonders betroffen: Die Kleinstadt Oranienburg nördlich von Berlin. Als Sitz zahlreicher Rüstungsbetriebe, wurde der Ort von den Aliierten intensiv bombadiert. Noch heute liegen hier über 200 Weltkriegsbomben, die immer mal wieder explodieren. Hinzu kommt: in Oranienburg gibt es besonders viele Blindgänger mit chemisch-mechanischem Langzeitzünder. Sie sind nicht nur eine latente Gefahr für die Bevölkerung, sondern auch für den Kampfmittelräumdienst. Lässt sich der Zünder entschärfen oder ist eine kontrollierte Sprengung nötig? Wie weiträumig muss evakuiert werden? Lena Ganschow geht für ARD-Wissen auf Spurensuche in Deutschland. Was kann die Wissenschaft leisten, um das Problem der Munitionsaltlasten zu lösen? Forschende am Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik in Freiburg analysieren durch Druckwellenversuche die Explosionsbelastung rund um den Fundort. Basierend auf Stadtmodellen hat das Team eine Software entwickelt, die die Druckwellenausbreitung und den Splitterflug bei einer Detonation simuliert. So können Kampfmittelräumdienste Gefahrenzonen frühzeitig erkennen - was die Evakuierung von Kliniken, Kitas, Seniorenheimen und Wohnhäusern besser steuerbar macht.Doch nicht nur an Land, auch im Meer lagern tonnenweise Bomben. Nach Kriegsende wurde bei der Entmilitarisierung Munition aus den Arsenalen in der Nord- und Ostsee verklappt. Dort lagert sie bis heute - insgesamt rund 1,6 Millionen Million Tonnen. Das Problem: Das Innenleben einer Fliegerbombe besteht aus hochgiftigen Chemikalien - krebserregendes TNT, Senfgas, Quecksilber. Die Bomben korrodieren im Salzwasser und entlassen die Giftstoffe in die Umwelt. Ein Team des GEOMAR-Forschungszentrums hat nun in der Lübecker Bucht begonnen, die Fundorte zu kartieren und wissenschaftlich zu untersuchen: Wo genau liegt welche Munition? Wie groß ist das Risiko, dass sie bei der Bergung Sprengstoff verliert? Welche Auswirkungen haben die Giftstoffe auf die Meeresfauna? Bei der Exploration kommen auch kameragesteuerte Unterwasserfahrzeuge wie "Käptn Blaubär" zum Einsatz. Tatsächlich liegt in solchen Tauchrobotern große Hoffnung, nicht nur bei der Erkundung, sondern auch bei der Bergung der Weltkriegsbomben. Komplett autonom und mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet, steuert der Unterwasser-Roboter "Cuttlefish" durch das Forschungsbecken des DFKI in Bremen. Bestückt mit jeder Menge Sensoren und Greifarmen wird er darauf trainiert, selbständig Objekte am Meeresgrund zu erkennen und zu bergen, um so die Gefahr für den Menschen zu minimieren. Bei ihrer Spurensuche darf Lena nicht nur dem DFKI-Team für Maritime Robotik beim Training des Tauchroboters über die Schulter schauen, sondern geht auch an Bord der Alkor. Auf dem GEOMAR-Forschungsschiff zeigt ihr Jens Greinert, mit welchen Technologien er die Weltkriegsmunition in der Lübecker Bucht dokumentiert. In Oranienburg trifft Lena Ganschow den Sprengmeister André Müller, der sich mit Langzeitzündern auskennt wie kein Zweiter. Außerdem erfährt sie in Köln von der Geo-Physikerin Gudela von Gronefeld, wie sich Blindgänger unterdirdisch aufspüren lassen. Wie lange wird es noch dauern, bis die gefährlichen Kriegsspuren vollständig beseitigt sind? Und was kann die Forschung dazu beitragen, Deutschland von seinem explosiven Erbe zu befreien?
21:45
Damit die Strände auf der Ostfriesischen Insel Wangerooge stets munitionsfrei sind, suchen André, Marcel und Patrick Warfsmann dort regelmäßig nach gefährlichen Altlasten. Rund 1,3 Millionen Tonnen Bomben, Granaten und Minen lagern nach offiziellen Schätzungen auf dem Boden der Nordsee. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie dort verklappt. Inzwischen sind die Kampfmittel oft stark durchgerostet. Mit jeder Flut können Munitionsreste an Land gespült werden. Die drei Munitionssucher spüren mit ihrer sensiblen Technik im feinen Sand alles auf, was Metall enthält, und graben es aus. Erst dann können sie sehen, ob es sich tatsächlich um alte Kriegsmunition handelt. Haben sie etwas gefunden, folgt eine aufwendige Bergung. Dann rücken die Männer des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen an und bringen die Munitionsfunde ans Festland. So zum Beispiel einen 400 Kilogramm schweren Torpedo-Gefechtskopf, der im vergangenen Winter bei einer schweren Sturmflut angespült wurde. Ist der Transport zu gefährlich, müssen die Altlasten im einsamen Osten der Insel direkt am Strand gesprengt werden. "Die Nordreportage" begleitet Männer bei ihrer mühsamen Arbeit am Nordseestrand.
22:15
In dieser Sendung geht es um Schmerzen, die einen im Alltag plagen. Wenn der Kopf drückt oder es im Rücken zieht - was hilft dann, die Schmerzen zu lindern? Quarks fasst die neusten Wege zusammen, die die Forschung dafür aufzeigt.
23:00
Wie ist es, wenn die eigenen Eltern alkoholkrank sind, während man selbst noch ein Kind ist? Nico hat genau das erlebt und erzählt bei "POV", wie es als Kind für ihn war. Ein Wendepunkt in Nicos Leben: Als er in einer Kindergruppe für Kinder von suchtkranken Eltern aufgenommen wird. Dort findet er einen sicheren Ort, um über seine Ängste und Gefühle zu sprechen. Christian, sein Betreuer, wird für ihn zu einer wichtigen Unterstützung und hilft ihm, mit der schwierigen Familiensituation umzugehen. Auch wenn Nico den Verlust seiner Mutter verkraften muss, die an den Folgen ihrer Alkohol- und Tabletten-Sucht stirbt, schafft er es, seinen eigenen Weg zu finden. Mit der Hilfe von Christian, seiner Freundin und seiner Leidenschaft für Musik beginnt er, sein Leben neu zu gestalten und einen positiven Weg einzuschlagen. In jeder Folge von "POV - So hab ich das noch nie gesehen!" triffst du Menschen mit außergewöhnlichen Lebensgeschichten, die mutig über ihre Erfahrungen und Erlebnisse sprechen. Du lernst ihr direktes Umfeld kennen und damit unterschiedliche Blickwinkel.
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DW's The Day provides viewers with the background and analysis they need to understand the top stories of the last 24 hours. Join our Chief News Anchor Brent Goff as he puts the day's events into context and discusses them with experts and correspondents in the field.