04:05
Täglich fahren Schweizer Züge ihre Gäste bis in entlegene Winkel nördlich und südlich der Alpen. Der legendäre "Gotthard Panorama Express" verbindet die deutsche und die italienische Schweiz. Vom malerischen Vierwaldstättersee reist der "Gotthard Panorama Express" durch den alten Gotthardtunnel Richtung Süden. Auf seinem Weg nach Lugano bietet der Panoramazug beeindruckende Ausblicke auf die sonnenverwöhnten Dörfer und Landschaften des Tessins. Wer will, der beginnt seine Reise mit dem "Gotthard Panorama Express" auf dem Vierwaldstättersee. Ab Luzern geht es mit einem der historischen Raddampfer nach Flüelen, dann auf den Zug Richtung Süden. Kurz vor dem Gotthardtunnel in Göschenen wird der Zug von einem mit einer Schweizerfahne freundlich winkenden Mann begrüßt: Xavier Andermatt wohnt drei Meter neben den Gleisen in einem ehemaligen Bahnwärterhäuschen und liebt dieses Ritual. Ein Höhepunkt der Reise ist der geschichtsträchtige alte Gotthardtunnel. Der Streckenwärter Markus Indergand kennt die "Röhre" wie seine Westentasche. Täglich kontrolliert er für die Schweizer Bundesbahnen die Gleise auf mögliche Schäden und gibt Einblicke in seine dunkle Welt. Einige Hundert Meter weiter oben bezwingt Daniel Würgler mit einer historischen Postkutsche wie anno dazumal den alten Gotthardpass. Von Andermatt bis nach Airolo braucht er etwa fünf Stunden. Ein wichtiger Mann an Bord des "Gotthard Panorama Express" ist René Flaim. Der 49-Jährige ist seit vier Jahren Reiseleiter. Er kennt jede Kurve, jeden Bahnhof und unzählige Anekdoten aus der Gotthardregion. Im Tessin hat René Flaim mit seiner Familie eine neue Heimat gefunden: im beschaulichen Dorf Calonico oberhalb des Leventinatals. Nach zweieinhalb Stunden erreicht der Panoramazug seinen Zielbahnhof in Lugano an einem der schönsten Seen der Schweiz mit Blick nach Italien.
04:55
Der historische "Goldenpass Belle Époque", ein Nachbau des "Golden Mountain Pullman Express" der 1930er-Jahre, ist ein Zug der Extraklasse. Er bietet zugleich Nostalgie, Luxus und Abenteuer. Zweimal am Tag fährt er vom palmengesäumten Ufer in Montreux nach Zweisimmen im Berner Oberland. Dafür schlängelt er sich durch die Weinberge des malerischen Lavaux und passiert auch die historischen Werkstätten der Montreux-Berner Oberland-Bahn in Chernex. Durch den Jaman-Tunnel auf 1100 Metern Höhe verlässt der "Goldenpass Belle Époque" den Kanton Waadt und kreuzt den Kanton Freiburg und damit das Greyerzer Tal. Die Käse der Region sind auf der ganzen Welt beliebt. Jahrhundertelang wurden die Milchprodukte von Gruyère über den Jaman-Pass bis nach Montreux oder Vevey auf dem Rücken von Maultieren transportiert. Pierre Gendre versucht mit seinen Maultiertouren ein Kulturgut zu bewahren und an junge Leute weiterzugeben. Die Etappe zwischen Monbovon und Rossinière gehört zu den eindrücklichsten Landschaften, die der "Goldenpass Belle Époque" durchfährt. Es geht vorbei am Lac du Vernex, einem Stausee, der von der Saane gespeist wird. Bekannt ist das Tal für seine Tradition des Scherenschnitts. Pionier war Jean-Jacques Hauswirth. Wann immer sich die Gelegenheit ergab, holte der arme Köhler Papier und Schere hervor und machte Scherenschnitte. Diese tauschte er dann gegen Mahlzeiten ein. 1871 starb Hauswirth. Aber die Tradition lebt weiter. Corinne von Karnstädt macht Scherenschnitte und zeigt ihr filigranes Kunsthandwerk. Maxim Lenoir steuert den "Goldenpass Belle Époque" mit viel Fingerspitzengefühl. Seinen Traumberuf als Lokführer, den erfüllt sich Maxim auch privat, denn zu Hause geht die Fahrt einfach weiter. Unter dem Dach seines Hauses baut Maxim die Strecke von Montreux nach Zweisimmen mit viel Liebe zum Detail nach. Der Bahnhof von Château-d'Oex ist preisgekrönt und ein touristischer Hotspot für Eisenbahnfreunde und Kunstliebhaber gleichermaßen. Das Stationsgebäude besteht komplett aus Holz und wurde in seinen alten Chalet-Stil zurückgebaut. Aber das Beste liegt unter den Gleisen: Die preisgekrönte Unterführung zeigt mit aufwendigen Wandmalereien des Franzosen Franck Bouroullec die Geschichte der Gegend und zeugt vom Handwerk und den Traditionen dieser Region. Der "Röstigraben" markiert inoffiziell und mit großem Augenzwinkern die Sprachgrenze zwischen der deutschen und französischen Schweiz. Der "Goldenpass Belle Époque" überquert den Röstigraben nach Rougemont, lässt die französischsprachige Schweiz hinter sich und befindet sich ab Saanen im Berner Oberland - und damit in der deutschen Schweiz. Saanen ist eines der schönsten Chaletdörfer des Berner Oberlandes. Die Saanengeiß - ohne Hörner - ist das Wahrzeichen des Orts. Aber mindestens genauso bekannt ist der blumenverzierte Bahnhof, den die 85-jährige Silvia Gysler mit viel Liebe hegt und pflegt. Gstaad ist mit 1049 Metern über dem Meeresspiegel einer der höchsten Orte auf der Strecke des "Goldenpass Belle Époque". Nachdem Gstaad 1905 an die Eisenbahn angeschlossen wurde, entwickelte sich das kleine Dorf zu einem mondänen Ort für den internationalen Jetset. Davon profitierte auch das Grandhotel "Gstaad Palace". 1913 öffnete das Haus seine Pforten. Seitdem genossen unzählige Berühmtheiten ihre Drinks an der Hotelbar: Louis Armstrong, Feldmarschall Montgomery, das Skandalpaar Elizabeth Taylor und Richard Burton und Roger Moore. Züge wie der "Goldenpass Belle Époque" bringen täglich Hunderttausende von Fahrgästen sicher und schnell bis in die entlegensten Winkel der Schweiz. In aufwendigen Landschaftsbildern porträtiert der Film einen Zug der Extraklasse und erzählt von Menschen, die an seiner Strecke arbeiten und leben.
05:45
Kaum ein anderer Baum in Europa ist so eng mit den Menschen verflochten wie die Linde. Über Jahrtausende war sie Begleiterin und hat das Geschehen als stumme Zeugin der Zeit beobachtet. Die Linde ist nur selten in den Wäldern anzutreffen. Man findet sie in Dörfern und Städten, mitten unter den Menschen, die sie pflanzen und hegen. Sie hat die Menschen inspiriert, war aktiv an deren Schicksal beteiligt und ist heute nicht aus ihrem Alltag wegzudenken. Die Linde hat sich schon früh ins Leben der Menschen gestohlen. Zahlreiche Legenden ranken sich um den Baum und machen ihn zum Inhalt vieler Lieder. Die Menschen holten die Linde aus den Wäldern in die Städte, wo sie als Einzelbäume hervorragend wachsen konnten. So erhielt der Bürger eine "mütterliche" Baumpersönlichkeit, die durch ihren schönen Wuchs und den wunderbaren Duft ein Gefühl von Geborgenheit verbreitet. Sie gilt dank ihrer beruhigenden Ausstrahlung als weise Ratgeberin. Die Linde gilt überdies als ein Symbol für Gerechtigkeit, Frieden und Heimat sowie als Platz der Gemeinschaft. Die Linde ist ein Sinnbild für die Gemeinschaft, der "Baum des Volkes". Nicht zufällig stehen heute in so manchen Gemeinden Tanz-, Gerichts-, Gedenk- oder Liebeslinden. In der Natur findet man sie an unwegsamen Orten, wo sie durch ihre kämpferische Natur an Stellen gedeihen, an denen andere Bäume kaum Nährboden finden würden. Das hat sie mit einer unvergleichlichen Heilkraft ausgestattet, die nicht nur ihr selbst zugutekommt, sondern auch denen, die sie einzusetzen wissen.
06:20
"Kulturzeit" ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat. "Kulturzeit" mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.
07:00
Das 3sat-Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung. "nano" macht Zukunftsvisionen sichtbar und erfahrbar. Durch eine unterhaltsame, spannende und informative Mischung von Wissenschaftsfilmen macht "nano" seine Zuschauer fit für die Welt von morgen. "nano" ist ein aktuelles Magazin und enthält Studio- und Schaltgespräche. Regelmäßig werden Schwerpunkte gesetzt und wissenschaftlich beleuchtet.
07:30
"Alpenpanorama" zeigt über zahlreiche Web- und Panoramakameras täglich Livebilder aus ausgewählten Urlaubsorten. Die Sendung informiert auch über Temperatur- und Wetterbedingungen vor Ort.
08:00
Die "Früh-ZIB" informiert von Montag bis Freitag über das aktuelle Geschehen aus Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Chronik. Reportagen und Hintergrundberichte vertiefen das Verständnis der aktuellen Ereignisse.
08:05
"Alpenpanorama" zeigt über zahlreiche Web- und Panoramakameras täglich Livebilder aus ausgewählten Urlaubsorten. Die Sendung informiert auch über Temperatur- und Wetterbedingungen vor Ort.
08:30
Die "Früh-ZIB" informiert von Montag bis Freitag über das aktuelle Geschehen aus Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Chronik. Reportagen und Hintergrundberichte vertiefen das Verständnis der aktuellen Ereignisse.
08:33
"Alpenpanorama" zeigt über zahlreiche Web- und Panoramakameras täglich Livebilder aus ausgewählten Urlaubsorten. Die Sendung informiert auch über Temperatur- und Wetterbedingungen vor Ort.
09:00
Die "Früh-ZIB" informiert von Montag bis Freitag über das aktuelle Geschehen aus Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Chronik. Reportagen und Hintergrundberichte vertiefen das Verständnis der aktuellen Ereignisse.
09:05
"Kulturzeit" ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat. "Kulturzeit" mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.
09:45
Das 3sat-Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung. "nano" macht Zukunftsvisionen sichtbar und erfahrbar. Durch eine unterhaltsame, spannende und informative Mischung von Wissenschaftsfilmen macht "nano" seine Zuschauer fit für die Welt von morgen. "nano" ist ein aktuelles Magazin und enthält Studio- und Schaltgespräche. Regelmäßig werden Schwerpunkte gesetzt und wissenschaftlich beleuchtet.
10:15
Das Politmagazin aus der Schweiz liefert Hintergrundberichte und Recherchen über aktuelle Ereignisse und Brennpunkte im In- und Ausland. Die Reportagen und Magazinberichte sind nah am Geschehen, ohne je die kritisch-journalistische Distanz zu verlieren.
11:05
Dieses Mal trifft Donat einen jungen Anlageberater, der mehrere Hunderttausend Franken pro Jahr verdient. Und einen Uhrmacher, umgeben von Hunderten von Uhren. Für diesen zählt nicht das Geld, sondern die Zeit, die er seinen Stücken widmet. In "Donat auf Achse" reist Moderator Donat Hofer durch die Schweiz, ohne festen Plan, geleitet vom Zufall und den Begegnungen am Weg. Er folgt dem, was sich ergibt, bleibt stehen, wo Menschen ihre Geschichten teilen, und lässt sich treiben durch Straßen, Plätze, Dörfer und Städte. Was bewegt die Schweiz im Alltag? Wie leben, lieben, hoffen oder zweifeln ihre Menschen? In spontanen Gesprächen entstehen direkte und oft überraschende Portraits. Es geht um das, was selten ausgesprochen wird: Tabus, Schmerz, Liebe und Menschlichkeit. Und immer wieder auch um das Leichte, das Unerwartete, das kleine Glück am Wegesrand.
11:40
"Sehen statt Hören" ist das einzige TV-Magazin für Menschen mit Hörbehinderung in Gebärdensprache. Offene Untertitel sind fester Bestandteil der Sendung und kein Zusatzangebot. In wöchentlich 30 Minuten bietet das vom BR produzierte und in allen Dritten Programmen ausgestrahlte Magazin Themen aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Ein barrierefreies Angebot für alle, die sich von diesem besonderen Magazin angesprochen fühlen.
12:10
"Hier ist jeder Tag wie eine Wundertüte", sagt Gabi Nascrent, Betreuungsassistentin in der "Gammeloase" - ein Ort, den es so nur einmal in Deutschland gibt. In der ungewöhnlichen Wohngemeinschaft leben 14 Menschen, die schwer an Demenz erkrankt sind. Das Besondere: Dort darf jeder machen, was er will - den ganzen Tag und die ganze Nacht. Fritz Köhler wird häufig nachts wach. Dann verlässt der 85-Jährige sein Zimmer und geht in die Wohnküche, ins "Nachtcafé". Da sitzt fast jede Nacht Betreuungsassistent Peter Siegmund und kümmert sich um jene, die nicht schlafen können. Er bereitet etwas zu essen für sie, hört einfach zu oder versucht, denen, die Albträume oder Wahnvorstellungen haben, ihre Ängste zu nehmen. Fritz Köhlers Zimmergenosse Karl-Heinz Riechmann ist nachts auch oft lang wach und steht deshalb gern erst gegen Mittag auf, um dann erstmal zu frühstücken. Kein Problem für Gabi Nascrent und ihre Kolleginnen. Die Bewohnerinnen und Bewohner können den ganzen Tag frühstücken. Rumgammeln - das ist in der "Gammeloase" im Juli-Kolb-Seniorenzentrum in Marl therapeutisches Konzept. Dort gibt es keine festen Strukturen, keine starren Tagespläne und kein Personal, das für die Bewohnerinnen und Bewohner entscheidet, was gut für sie ist und was nicht. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben selbst die Regie. Deshalb ist dort häufig Nichtstun Programm. Das Personal richtet sich danach. Das Gammeln hat noch eine andere Folge für die Bewohnerinnen und Bewohner: Viele, die vorher wegen ihrer Unruhe und ihrer Ängste Psychopharmaka einnehmen mussten, brauchen sie nicht mehr. Für Angehörige und auch für neues Pflegepersonal ist die Umstellung oft groß: "Die machen ja gar nichts hier!" - das ist oft der erste Eindruck. Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern kommt es ab und an zu Konflikten: zum Beispiel, wenn die 59-jährige Brigitte Heinke, die wegen ihrer Demenz an Sprachzerfall leidet, den ganzen Tag nur das Wort "Nein" ruft. Da fühlen sich die anderen gestört und beschimpfen sie auch mal. Die Dokumentation begleitet die Bewohnerinnen und Bewohner der "Gammeloase" und zeigt, wie das Leben dort funktioniert.
12:55
Am Anfang war es nur ein Spiel. Doch dann war es mehr. Tom und Simon waren spielsüchtig. Trotz Scham und Heimlichkeit konnten sie lange nicht aufhören. Nur mit Mühe fanden sie heraus. Spielsucht hat viele Ausprägungen: Drei Viertel aller Jugendlichen spielen Videospiele. Jeder zehnte von ihnen ist gefährdet, davon nicht mehr loszukommen und alles andere zu vernachlässigen. 1,3 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Glücksspielstörung. Sie spielen an Automaten oder machen Sportwetten, haben dadurch gesundheitliche oder finanzielle Probleme. Bei den 18- bis 25-Jährigen zeigt jeder fünfte eine problematische oder süchtige Nutzung von Gaming, Social Media oder anderen Online-Angeboten. "In die Spielhalle zu gehen, war wie nach Hause kommen", erzählt Tom. "Man ist nachts hin, hatte vorher Geld bei der Bank geholt und nun diese Glücksgefühle: Man könnte ja was gewinnen." "Ich habe meinen Eltern nie erzählt, wie mein Studium wirklich läuft", sagt Simon. Statt zu studieren, spielte er das Videospiel "League of Legends". Im Studium war er isoliert und einsam, online aber von anderen anerkannt: "Ich habe nichts anderes mehr gemacht."
13:25
Die Victoriafälle gehören zu den spektakulärsten Naturwundern Afrikas. Aber nicht nur Menschen zieht es dorthin - auch viele Wildtiere, denn dort können sie ihren Durst löschen. Der Sambesi speist die mächtigen Victoriafälle. Um an seinen Ufern zu trinken, laufen Elefanten oft durch die Stadt Victoria Falls, denn die liegt mitten auf einer ihrer alten Wanderrouten. Das führt immer wieder zu Konflikten zwischen Menschen und Elefanten. Der schottische Missionar und Afrikaforscher David Livingstone hatte im November 1855 ein Erlebnis, das ihn zutiefst beeindruckte. Er gilt als der erste Europäer, der die größten Wasserfälle Afrikas erblickte. Er nannte sie "Victoria Falls" - zu Ehren der damaligen britischen Königin Victoria. Mittlerweile gehören sie zum Weltnaturerbe der UNESCO. Lange vor Livingstone taufte die einheimische Bevölkerung die Fälle "Mosi-oa-Tunya", was "donnernder Rauch" bedeutet. Diesen klangvollen Namen verdienen die Victoriafälle vor allem nach der Regenzeit, wenn riesige Wassermassen in die Tiefe stürzen und hoher Sprühnebel entsteht, der noch aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen ist. Daher regnet es in unmittelbarer Umgebung der Wasserfälle fast ständig. Die Anziehungskraft der Victoriafälle besteht auch darin, dass die Umgebung bis heute ihren ursprünglichen Charakter bewahrt hat. Landschaft und Wasserfälle sehen noch weitgehend so aus, wie Livingstone sie vorgefunden hatte. Besondere Bedeutung hat der Sambesi auch für Wildtiere, denn die Victoriafälle liegen mitten in einem wichtigen Netzwerk großer Schutzgebiete. Obwohl es an den Fällen Wasser im Überfluss gibt, ist ihre Umgebung sehr trocken. Die Tiere sind auf das lebenspendende Wasser des Sambesi angewiesen. Die Stadt Victoria Falls wurde mitten auf einer alten Wanderroute von Elefanten errichtet, die immer wieder in der Stadt auftauchen und Menschen gefährden. Lokale Naturschützer statten daher Elefanten mit Sendehalsbändern aus. Eine heikle Operation, doch die Mühe lohnt sich. Mit den Ergebnissen möchten die Naturschützer von "Connected Conservation" und vom "Victoria Falls Wildlife Trust" mehr Informationen über die Wanderungen der Dickhäuter erhalten. Ziel ist es, besser zu verstehen, wann die Elefanten gefährlich werden. Die Dokumentation von Axel Gomille zeigt in herausragenden Bildern die Schönheit eines der größten Naturwunder Afrikas und geht der Frage nach, wie die Koexistenz von Menschen und Elefanten besser gelingen kann.
13:55
Die drei großen Raubkatzen der Serengeti - Löwen, Leoparden und Geparden - können aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebensweisen und Jagdmethoden gut koexistieren. In Nationalparks, vor allem in Ostafrika, wirkt die Welt der Raubkatzen noch heil. Dort jagen Löwenrudel, schlafen Leoparden auf Bäumen, und Geparden stellen den Antilopen nach. Doch der Schein trügt, denn diese symbolträchtigen Tierarten werden immer seltener. Seit Jahrzehnten sind Afrikas große Katzen Gegenstand zahlreicher Naturfilme und begehrte Fotomotive für Safaritouristen. Trotz eingerichteter Schutzgebiete sind die mächtigen Löwen, die verborgen lebenden Leoparden und die schnellen Geparden durch Wilderei und schnelle Ausbreitung der Menschen bedroht. Die großen Katzen verlieren immer mehr von ihrem Lebensraum. Die aufwendig gedrehte Dokumentation stellt die großen Raubkatzen Afrikas vor, gibt Einblicke in deren Familienleben und Jagdmethoden und thematisiert auch deren Gefährdung durch den Menschen.
14:35
Zu den Tieren der Savanne zählen auch unbeliebte Arten wie Hyänen, Wildhunde und Geier. Ihr schlechter Ruf gründet sich in alten Legenden, doch für ihren Lebensraum sind sie unverzichtbar. Raubtiere wie Hyänen und Wildhunde gelten oft als Diebe, die Löwen ihre Beute stehlen. In Wahrheit ist es oft genau umgekehrt. Und Aasfresser wie die Geier bilden die lebenswichtige Gesundheitspolizei der Savanne. Die meisten Hyänen sind selbst geschickte Jäger, denen der Ruf des Aasfressers zu Unrecht anhängt. Nur eine Art, die Streifenhyäne, ernährt sich überwiegend von Kadavern. Die bekannteren Tüpfelhyänen leben in Clans und gehen in Gruppen auf die Jagd. Gemeinsam erlegen sie auch große Beutetiere wie Gnus und Zebras. Dank besonderer Enzyme in ihrem Magen können sie, ähnlich wie viele Geier, sogar Knochen und Leder verdauen - also Körperteile, die andere Raubtiere nicht fressen.
15:20
Die großen Pflanzenfresser der Serengeti, darunter Elefanten, Gnus, Büffel und Giraffen, ziehen immer auf der Suche nach saftigen Weidegründen umher. Ihre Wanderungen sind spektakulär. Sie sind die mächtigen Vegetarier der Savanne: Gnus, die jedes Jahr in riesigen Herden wandern, und die afrikanischen Elefanten mit ihrer komplexen Sozialstruktur. Deren Matriarchinnen erinnern sich noch nach Jahrzehnten an einmal zurückgelegte Wegstrecken. Die Serengeti-Ebenen in Ostafrika sind jedes Jahr Schauplatz der spektakulären Wanderung der Gnus und Zebras. Sie folgen zu Hunderttausenden einem uralten Muster, das durch Regenfälle und Weidegründe bestimmt wird. Auf ihrer epischen Reise legen die Gnus über 2000 Kilometer im Jahr zurück. Selbst neugeborene Kälber müssen schnell der Herde folgen können, sonst fallen sie den zahlreichen Raubtieren zum Opfer. In den Flüssen der Serengeti lauern die größten Krokodile der Welt, die jedes Jahr viele der wandernden Grasfresser erlegen.
16:05
Afrika galt lange als vergessener Kontinent, der vor allem durch Probleme Schlagzeilen macht. "Afrika: Kontinent der Vielfalt" bietet neue Perspektiven auf einen Kontinent der Superlative. In dieser Folge der Reihe dreht sich alles um die Reichtümer des Kontinents, die besonders in seiner ursprünglichen Natur liegen. Bis heute hat eine unvergleichliche Großtierwelt überlebt, doch der Kontinent bietet auch Bodenschätze und grüne Energie. Der Kasanka-Nationalpark in Sambia ist recht klein - doch er bietet eines der größten Naturschauspiele Afrikas. Jedes Jahr zwischen Oktober und Dezember versammeln sich dort in einem kleinen Waldgebiet bis zu zehn Millionen Palmenflughunde. Lärmend hängen sie in den Bäumen und verdunkeln fast den Himmel, wenn sie gemeinsam auffliegen - es ist die größte Wanderung von Säugetieren der Erde. Sie kommen, um die Früchte von Mahagonibäumen und andere Wildfrüchte zu verzehren, die mit Beginn der Regenzeit reichlich vorhanden sind. Dabei verteilen sie die Samen und spielen eine wichtige Rolle bei der Vermehrung und Verbreitung der Pflanzen. Schon nach wenigen Wochen ist der Spuk vorbei - und die Palmenflughunde verschwinden wieder genauso geheimnisvoll, wie sie gekommen sind. Eine andere kaum bekannte Besonderheit Afrikas ist die Danakil-Senke im Norden Äthiopiens. Sie wirkt, als wäre sie nicht von dieser Welt. Brodelnde Vulkane, scharfkantiges Gestein und dampfende Fumarolen prägen die Region. Die Senke liegt rund 100 Meter unter dem Meeresspiegel und gehört zu den heißesten Orten der Erde. In dem Geothermalgebiet liegen bizarr geformte Wasserbecken, die durch Schwefel und Kaliumsalze bunt verfärbt sind. Bisher konnten darin keine Hinweise auf Leben festgestellt werden. Selbst die widerstandsfähigsten Mikroben können sich offenbar nicht gegen die extremen Bedingungen behaupten. Die Energie, die in den Tiefen der Erde schlummert, wird regional über Geothermalkraftwerke genutzt. Aber auch Wind- und Solarkraftwerke liefern im großen Stil grüne Energie für den aufstrebenden Kontinent. Hochwertige Aufnahmen, die durch zahlreiche Drohnenbilder ergänzt werden, präsentieren die unglaubliche Vielfalt des afrikanischen Kontinents und zeigen Menschen, Regionen und Wildtiere jenseits ausgetretener Pfade. So liefert "Afrika: Kontinent der Vielfalt" in doppelter Hinsicht neue Perspektiven - sowohl in Form nie gesehener Bilder als auch durch kaum bekannte Fakten.
16:50
In dieser Folge dreht sich alles ums Wasser - ein Element, ohne das kein Leben möglich ist. Der Film zeigt, wie Flüsse, Seen und Küsten die Existenz von Menschen und Wildtieren prägen. Wasser ist der Ursprung allen Lebens. Auf den afrikanischen Kontinent, der durch große Trockengebiete geprägt ist, trifft das in besonderer Weise zu. Große Seen wie der Lake Viktoria oder der mächtige Nil ermöglichten erst die Entwicklung vielfältiger Kulturen. Wie sehr die Menschen vom Wasser abhängen, zeigt sich besonders eindrucksvoll am Sambesi. Wenn der Fluss jedes Jahr über die Ufer tritt, feiert das Volk der Lozi "Kuomboka", was in etwa "aus dem Wasser kommen" bedeutet. Das Fest findet jedes Jahr zum Ende der Regenzeit statt. Wenn der Fluss seinen höchsten Stand erreicht hat, ziehen die Menschen per Boot in höher gelegene Gegenden um. Der uralte Brauch hat sich längst zu einem Spektakel entwickelt, das zahlreiche Schaulustige anzieht. Etwa ein halbes Jahr später, in der Trockenzeit, kehren die Bewohner wieder in die Dörfer zurück, aus denen sie gekommen sind. Einige fantastische Naturreservate Afrikas, wie etwa das Okavango-Delta, werden ebenfalls vom Wasser geprägt. Der Okavango erreicht niemals das Meer. Er fließt in eine abflusslose Senke in der Kalahari Botsuanas, wo er für Überschwemmungen sorgt und dann versickert und verdunstet. Vorher erschafft er jedoch eines der größten und wichtigsten Feuchtgebiete Afrikas, in dem charakteristische Wildtiere wie Elefanten, Büffel, Löwen und Giraffen leben. Die Ausdehnung des Deltas schwankt mit der Wassermenge und kann bis zu 20.000 Quadratkilometer umfassen. Die Flussarme versickern nach und nach in der Kalahari, die Trockenheit gewinnt wieder die Oberhand - bis mit der nächsten Flut das üppige Leben zurückkehrt. Afrika galt lange als vergessener Kontinent, der vor allem durch Probleme Schlagzeilen macht. "Afrika: Kontinent der Vielfalt" bietet völlig neue Perspektiven auf einen Kontinent der Superlative. Hochwertige Aufnahmen zu Lande, unter Wasser und aus der Luft präsentieren die unglaubliche Vielfalt des afrikanischen Kontinents und zeigen Menschen, Regionen und Wildtiere jenseits ausgetretener Pfade. So liefert die Reihe in doppelter Hinsicht neue Perspektiven - sowohl in Form nie gesehener Bilder als auch durch kaum bekannte Fakten.
17:30
In Afrika existieren viele unterschiedliche Volksgruppen. Ihre Art zu leben unterscheidet sich stark - von sehr ursprünglich als Jäger und Sammler bis hochmodern in den Großstädten. Die Kultur Äthiopiens ist eine der ältesten Afrikas. Sie ist sehr ursprünglich geblieben, weil das Land nie von einer Kolonialmacht erobert wurde und sich stets unabhängig entwickelte. Die vorherrschende Religion ist das äthiopisch-orthodoxe Christentum. Besonders berühmt ist die heilige Stadt Lalibela mit ihren elf monolithischen Kirchen, die ins Gestein gemeißelt wurden - Meisterleistungen früher Baukunst. Bis heute ist Lalibela ein Wallfahrtsort, in den vor allem zu Ostern zahlreiche Pilger strömen. In Kamerun in Zentralafrika herrscht tropisches Klima. Regelmäßige starke Regenfälle setzen den Straßen zu, denn nur wenige sind asphaltiert. Schlamm und große Schlaglöcher machen die Verkehrswege für normale Autos oft unpassierbar. Motorräder kommen besser voran, bieten aber nur wenig Platz. Daher hat der Mechaniker Emmanuel Wembe eine Lösung gesucht, um den Menschen trotzdem jederzeit eine Transportmöglichkeit zu bieten. In Bafoussam, einer der größeren Städte Kameruns, betreibt er eine kleine Werkstatt. Dort hat er ein Motorrad umgebaut: Die Verlängerung des Radstands, ein breiterer Lenker und zusätzliche Stoßdämpfer verwandeln es in eine geräumige "Limousine" auf zwei Rädern. Acht Passagiere kann Emmanuel Wembe damit transportieren - innerhalb der Stadt, in die umliegenden Dörfer, bei Regen oder Sonnenschein. Das Gefährt bekäme vom deutschen TÜV wohl keine Plakette - aber es funktioniert. Afrika galt lange als vergessener Kontinent, der vor allem durch Probleme Schlagzeilen macht. "Afrika: Kontinent der Vielfalt" bietet völlig neue Perspektiven auf einen Kontinent der Superlative. Hochwertige Aufnahmen zu Lande, unter Wasser und aus der Luft präsentieren die unglaubliche Vielfalt des afrikanischen Kontinents und zeigen Menschen, Regionen und Wildtiere jenseits ausgetretener Pfade. So liefert die Reihe in doppelter Hinsicht neue Perspektiven - sowohl in Form nie gesehener Bilder als auch durch kaum bekannte Fakten.
18:15
Warum kooperieren wir? Welche Strategien helfen uns bei Entscheidungen? Ob bei geopolitischen Konflikten, im globalen KI-Wettlauf oder in der WG-Küche: Die Spieltheorie hat die Antwort. Win-win-Situation oder Nullsummenspiel? Mathematische Modelle beleuchten die Ursachen scheiternder Kooperationen und zeigen, warum das Verhalten anderer über den eigenen Erfolg entscheidet: beim Elfmeterschießen, bei Organspenden oder Klimaverhandlungen. Ein Elfmeterschuss dauert weniger als eine Sekunde - und ist doch ein komplexes strategisches Duell. Genau solche Situationen untersucht die Spieltheorie: Was geschieht, wenn der eigene Erfolg davon abhängt, was andere gleichzeitig entscheiden? Auf dem größten Frankfurter Volksfest, der "Dippemess", demonstriert der Wirtschaftswissenschaftler Christian Rieck das "Chicken Game" im Autoscooter: Wer dem gegnerischen Fahrzeug bei dieser Mutprobe ausweicht, ist das "Chicken" - der Angsthase - und verliert das Spiel. In einer WG zeigt sich am Geschirrspüler das Gefangenendilemma: Für den Einzelnen scheint Nichtstun bequem, für alle zusammen wird es zum Problem. Die Dokumentation begleitet Forschende, die mit spieltheoretischen Modellen reale Konflikte entschlüsseln. Der Wirtschaftswissenschaftler Axel Ockenfels von der Universität Köln zeigt, wie Kooperation bei Nierenspenden organisiert werden kann. Auf dem Fußballplatz wird Unberechenbarkeit zur Strategie, in der Weltpolitik hingegen werden Drohungen und Ultimaten zum riskanten Machtspiel. Besonders deutlich wird die Kraft der Spieltheorie beim Klimaschutz: Forschende am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und am Institute of Science and Technology Austria untersuchen, wie Zusammenarbeit auch unter ungleichen Voraussetzungen beteiligter Länder gelingen kann. Doch wo sind die Grenzen der Theorie - und was passiert, wenn nicht mehr nur Menschen verhandeln, sondern Maschinen mitentscheiden? Am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung untersucht der Computerwissenschaftler Iyad Rahwan, wie KI soziale Entscheidungen verändert. Die Spieltheorie liefert keinen einfachen Weltrettungsplan - aber neue Perspektiven auf Kooperation, Macht und unser Entscheidungsverhalten.
19:00
Die Nachrichten des Tages. Der relevante Überblick aus der Nachrichtenredaktion des ZDF mit Vertiefung und Einordnung zu den wichtigsten Ereignissen in Deutschland und der Welt.
19:18
3sat zeigt das Wetter aus den 3sat-Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.
19:20
"Kulturzeit" ist das werktägliche Kulturmagazin von 3sat. "Kulturzeit" mischt sich in kulturelle und gesellschaftspolitische Fragen ein. Das Magazin bietet Hintergrundinformationen, Porträts und Gespräche zu aktuellen und brisanten Fragen.
20:00
ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht. Die "Tagesschau" bietet die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen und Entwicklungen.
20:15
Traumberuf Kriminalpolizistin - Anfang der 1970er-Jahre ist das eine Revolution. Die junge Sekretärin Siggi Thieme bewirbt sich als eine der ersten und löst damit ein privates Erdbeben aus. Denn sie durchbricht nicht nur sämtliche Rollenbilder, sondern wirft auch alle bislang gültigen Lebensentwürfe über den Haufen. Die Ernte ist Unverständnis auf allen Seiten: in der Familie, bei Freunden, bei ihrem Partner. Ob sich das alles wirklich lohnt? Bremen 1974: Siggi Thieme, 22, hat es eilig, den Schreibpool, wo sie als Sekretärin arbeitet, zu verlassen: Sie muss zum Vorstellungsgespräch. Ihr Traum ist es, Kriminalkommissarin zu werden. Endlich hat der Gesetzgeber die Barriere aufgehoben, die ihr den Zugang zu diesem Beruf verwehrt hat. Ihrer Familie und ihrem Verlobten Jürgen hat sie von ihrer Bewerbung nichts erzählt, denn zu Recht befürchtet sie Gegenwind. Als sie die Ausbildungsstelle tatsächlich bekommt, bricht der Sturm los. Ihr Vater, selbst Polizist, traut ihr den Job nicht zu und will sie in die tradierte Rolle einer Frau zurückzwingen. Aber Siggi bietet ihm die Stirn - und setzt ihren Weg unbeirrt fort. Jürgen zeigt sich zunächst zwar tolerant, kommt aber immer schlechter damit klar, dass sich Siggis Prioritäten verschieben. Während er möglichst schnell eine Familie gründen möchte, steht bei Siggi der Beruf an erster Stelle, auch wenn dieser sie an manchen Tagen fachlich wie auch zwischenmenschlich aufs Höchste fordert. Siggi ist eine leidenschaftliche Polizistin, die ihre Aufgaben ernst nimmt. Das kann auch dazu führen, dass sie ihre beste Freundin verhaften lässt oder dass sie nach einer Schlägerei ihren eigenen Verlobten verhört. Besonders schwierig ist es für sie, wenn sie im Polizeialltag auf ihren Vater trifft. Ihm Einsatzbefehle zu erteilen, ist alles andere als leicht. Zu allem Übel verliebt sie sich auch noch in ihren Chef Ingo Jensen, obwohl es eigentlich Jürgen ist, mit dem sie in eine gemeinsame Zukunft gehen will. Siggis Leben wird immer komplizierter. Zunehmend nagen Zweifel an ihr: Hat sie sich richtig entschieden? Die Opfer, die dieser Beruf von ihr verlangen, scheinen übergroß.
21:45
Kaum eine Insel ist stärker geprägt von Gegensätzen als Sylt: zwischen Luxus und Ursprünglichkeit, Glamour und natürlicher Idylle. Ein bildgewaltiger Blick auf einen Ort voller Magie. Unter seiner Attraktivität leidet Sylt allerdings auch: Mehr als 750.000 Besucher jährlich statteten der Insel vor Corona einen Besuch ab, zum Nutzen, aber auch zum Leidwesen der Einheimischen. Dieser Film wirft einen Blick auf die Parallelwelt im hohen Norden. Außergewöhnlich ist für viele Touristen allein schon die Anreise nach Sylt. Die meisten kommen mit ihrem Wagen huckepack auf dem Autotransporter von Niebüll aus mit der Bahn an, erleben rechts und links des Hindenburgdamms die Wasserwelt des Wattenmeers. Auf der Insel geht es mit den Gegensätzen weiter: zwischen Luxus und Ursprünglichkeit, zwischen Kampen und Camping. Sylt ist eine Insel der Gegensätze. Quirliges Leben in Westerland, menschenleere Strandabschnitte am Lister Ellenbogen. Die Kurzreportage gibt einen Einblick in die Parallelwelt einer majestätischen und vermeintlich extravaganten Insel, jenseits der Touristen-Hotspots. Im Mittelpunkt des Films stehen dabei auch waschechte Insulaner, wie Landwirt John-Ricklef Petersen. Er ist einer von rund 14.000 Menschen, die von dort stammen und sogar noch den Sylter Dialekt Söl'ring beherrschen. Seit mehr als 100 Jahren betreibt die Familie Petersens auf den Wiesen der Insel Landwirtschaft, bereits in dritter Generation. Das Herzstück des landwirtschaftlichen Biobetriebes bilden die 250 Galloway-Angusrinder aus eigener Zucht. Die Familie arbeitet auch dann auf den Feldern und am Deich, wenn in der Hochsaison die Touristen in ihren Hotel- und Ferienhausbetten noch schlummern. Das Verhältnis zwischen ihnen und den Einheimischen ist zwiegespalten. Die Insel lebt vom Tourismus, doch die Naturschutzgebiete werden dadurch belastet und treiben die Immobilienpreise in die Höhe. Viele Einheimische können sich ihre eigene Insel schon lange nicht mehr leisten. Inzwischen fest verwurzelt mit der Insel ist der 20-jährige Phillip Grossmann. Ihn findet man meist vor Sylts Südspitze, etwa sechs Kilometer von Bauer Petersens Salzwiesen entfernt, auf der "Simon Alexander". Es ist eines von nur fünf Fangschiffen, das vor Sylt Muscheln fischen darf. Die Ausbeute ist groß, denn Sylt gilt als ein Paradies für Miesmuscheln. Landwirt John-Ricklef Petersen hat nicht nur seine Rinder ständig im Blick, sondern vor allem auch seine ebenso vielen Salzwiesen-Schafe, 250 wollige Ureinwohner von Sylt. Sie weiden bis in den November hinein auf den Salzwiesen an der Ostseite der Insel und bestimmen den Jahresrhythmus der Familie. Alles ist fast auf den Tag genau getaktet, damit rechtzeitig zu Ostern etwa 400 Lämmer das Licht der Welt erblicken.
22:00
Das tägliche Nachrichtenmagazin des ORF-Fernsehens. Von Montag bis Freitag liefert "ZIB 2" einen Überblick über die Ereignisse des Tages und bietet dabei vor allem vertiefende Hintergrundinformationen.
22:25
Nach der Ermordung von UN-Soldaten im Kongo sieht UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld keinen anderen Weg, als persönlich vor Ort zu verhandeln. Trotz eines möglichen Attentats. Ergreifender Politthriller über den legendären UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld. Der Spielfilm zeichnet das Porträt eines idealistischen Staatsmanns, gefangen zwischen Macht, Moral und dem unbedingten Willen zur Diplomatie. New York, 1961, auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs: Der charismatische schwedische Diplomat Dag Hammarskjöld hat den Zenit seiner Macht erreicht. Als Generalsekretär der Vereinten Nationen steht er an der Spitze der internationalen Diplomatie. Nach der Entkolonialisierung Afrikas setzt er alles daran, Frieden auf dem Kontinent zu schaffen - und durchkreuzt damit die Pläne mächtiger Konzerne und Staatslenker. Als sein alter Freund Peter unerwartet wieder in sein Leben tritt, gerät Dags Welt ins Wanken. Zum ersten Mal beginnt er, seine beispiellose Hingabe an seine Arbeit und seine Vision zu hinterfragen. Nachdem Soldaten der UN-Friedenstruppe im Kongo getötet wurden und die Ermordung des ersten kongolesischen Premierministers Patrice Lumumba nicht verhindert werden konnte, beschließt er, den Frieden mit militärischen Mitteln durchzusetzen. Es kommt zum ersten Kampfeinsatz von UN-Truppen in der Geschichte der Vereinten Nationen. Im Bewusstsein, dass seine Gegner sich längst gegen ihn verbündet haben könnten, besteigt er ein Flugzeug, um in einem letzten Versuch einen Waffenstillstand auszuhandeln. Ein fesselndes Politdrama über Dag Hammarskjöld, den wohl bedeutendsten Generalsekretär in der Geschichte der Vereinten Nationen. Als unbeirrbarer Verfechter von Frieden und Selbstbestimmung stellte er sich auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs den Interessen von Großmächten und Rohstoffkonzernen entgegen. 1961 wurde ihm posthum der Friedensnobelpreis zugesprochen. Der Spielfilm zeichnet das Porträt eines außergewöhnlichen Staatsmanns, dessen Mut und moralische Integrität Maßstäbe setzten - ein Vorbild besonders in heutigen Zeiten. Zusätzliche Brisanz erhält die Geschichte durch Hammarskjölds bis heute ungeklärten Tod bei einem Flugzeugabsturz 1961. Auch nach der Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen 2017 gilt ein Attentat als plausibelste Ursache für die menschliche und politische Katastrophe. So entsteht ein ebenso spannender wie bewegender Film über Macht, Verantwortung und den Preis für politischen Idealismus.