Re:

Re:

Reportage 

Im Februar 2025 rief Abdullah Öcalan, der in der Türkei inhaftierte Führer der PKK, die bewaffneten Einheiten seiner "kurdischen Arbeiterpartei" auf, die Waffen niederzulegen. Könnte dies den jahrzehntelangen Konflikt mit dem türkischen Staat beenden?
Im Nordosten Syriens, in Rojava, lebt Biyan M., bekannt unter dem Kampfnamen "Kurdistan Kojer". Die autonome kurdische Region setzt auf demokratische Prinzipien und Gleichberechtigung, Frauen spielen eine zentrale Rolle. Biyan stammt aus einem Dorf nahe der irakischen Grenze. Als 2011 der Aufstand gegen Syriens Machthaber Assad begann, schloss sie sich mit ihrem Bruder lokalen Kampfeinheiten an. Heute führt sie die Frauenmiliz YPJ, ihr Bruder kommandiert die Volksverteidigungseinheiten YPG. Öcalans Appell versteht sie, doch sagt: "Wir geben die Waffen nicht ab, solange unser Ziel einer stabilen Demokratie nicht erreicht ist."
Etwa 200 Kilometer nördlich, in der mehrheitlich kurdischen Stadt Diyarbakir, engagieren sich die "Friedensmütter" für Dialog. Sie suchen den Kontakt zu Familien vermisster PKK-Kämpfer und setzen auf Amnestien. Auch Hava Kiran, 67, hofft, dass ihr seit elf Jahren vermisster Sohn noch lebt und wünscht sich, dass der Friedensprozess seine Rückkehr ermöglicht. Öcalans Aufruf hat sie zunächst erzürnt, heute verbindet sie damit Hoffnung: "Wir haben mit dem Blut unserer Kinder einen hohen Preis gezahlt. Das soll anderen Müttern erspart bleiben." Ob die derzeitige Friedensinitiative den Weg zu einem dauerhaften friedlichen Zusammenleben in der Region ebnet, bleibt offen.

Bald im TV

Demnächst Live auf TV.de

Bewertung

0,0   0 Stimmen