04:15
Auf einer Australien-Reise lernt die Kosmetikerin Nadine Lott den Ex-Boxer Daniel Murtagh kennen. Kurz darauf wird sie schwanger. Doch am Familienleben hat Murtagh wenig Interesse. Nach einer belastenden On-Off-Beziehung zieht Nadine 2016 den Schlussstrich. Sie will in Zukunft allein für ihre kleine Tochter sorgen. Doch Murtagh kann die Trennung nur schwer verwinden - über die Jahre wird er immer besitzergreifender und aggressiver. Dezember 2019 im irischen Arklow. In einem Pub feiert die 30-jährige Nadine Lott den Geburtstag ihrer Tante. Ihr Ex-Freund Daniel Murtagh passt derweil auf die gemeinsame Tochter auf. Auch drei Jahre nach der Trennung hofft er noch immer auf eine Versöhnung. Dabei vermutet er, dass Nadine längst mit einem anderen Mann zusammen ist. Nach ihrer Heimkehr stellt er sie zur Rede. Und verliert komplett die Kontrolle. Immer wieder schlägt er auf seine Ex-Freundin ein, bis ihr Gesicht vollkommen entstellt ist. Dann lässt er sie zum Sterben zurück. Was mit einer ausgelassenen Familienfeier beginnt, wird zu Nadine Lotts letztem Abend. Die Reihe "Last Night Out - Die letzte Nacht" erzählt die tragischen Folgen von scheinbar gewöhnlichen Nächten, die sich zu verheerenden Verbrechen auswachsen. Es sind reale Fälle, in denen Menschenleben in Momenten verloren gingen, die eigentlich sorglos hätten sein sollen - Abende mit Freunden, Familienfeiern und geliebten Menschen.
05:00
Juli 2013. Die 19-jährige College-Studentin Jessie Blodgett wird tot in ihrem Bett gefunden. Sie wurde vergewaltigt und erdrosselt. Der Verdacht fällt auf ihren Ex-Freund Daniel Bartelt. Freunde und Familie sind fassungslos. Daniel gilt als begabter Musiker und vorbildlicher Student. Doch hinter der Fassade tun sich dunkle Abgründe auf. Und Jessie ist nicht die erste Frau, die der Teenager angegriffen hat. Im Sommer 2013 ist die College-Studentin Jessie Blodgett auf Heimatbesuch bei ihrer Familie in Wisconsin. Sie nutzt jede freie Minute, um Musik zu schreiben und sich auf ihre Hauptrolle im Theaterstück "Fiddler on the Roof" vorzubereiten. Außerdem verbringt sie viel Zeit mit ihrem guten Bekannten Daniel Bartelt. Die beiden waren in der Highschool für einige Monate liiert - jetzt verbindet sie eine platonische Freundschaft. Das glaubt zumindest Jessies Familie. Welche perfiden Absichten Bartelt tatsächlich verfolgt, ahnt zu diesem Zeitpunkt niemand. Die Reihe "Last Night Out - Die letzte Nacht" erzählt die tragischen Folgen von scheinbar gewöhnlichen Nächten, die sich zu verheerenden Verbrechen auswachsen. Es sind reale Fälle, in denen Menschenleben in Momenten verloren gingen, die eigentlich sorglos hätten sein sollen - Abende mit Freunden, Familienfeiern und geliebten Menschen.
05:45
Januar 2018. Shane Gilmer plant einen netten Abend mit seiner Freundin Laura. Der Restaurantbesuch ist eine ersehnte Pause - denn die beiden stecken in einem heftigen Nachbarschaftsstreit. Das Paar hat sich mehrfach über seinen Nachbarn Anthony Lawrence beschwert. Grund sind laute Musik und Cannabisgeruch. Nun droht dem 55-Jährigen die Räumung. Wozu er in seiner Wut bereit ist, wird selbst die erfahrenen Ermittler überraschen. Southburn, East Yorkshire, im Winter 2018. Nachdem sich der 30-jährige Shane Gilmer und seine schwangere Partnerin Laura mehrfach über ihren Nachbar beschwert haben, sieht dieser rot. Als das Paar abends ausgeht, schleicht er sich ins Haus, versteckt sich und attackiert Gilmer nach dessen Rückkehr mit einer Armbrust. Der erliegt wenig später seinen schweren Verletzungen. Auch Laura wird von einem Pfeil getroffen - doch wie durch ein Wunder überleben sie und das ungeborene Baby den Angriff. Der Nachbar Anthony Lawrence flüchtet vom Tatort - und wird später tot aufgefunden. Als die Polizei sein Haus durchsucht, stoßen sie auf ein wahres Waffenarsenal. Die Reihe "Last Night Out - Die letzte Nacht" erzählt die tragischen Folgen von scheinbar gewöhnlichen Nächten, die sich zu verheerenden Verbrechen auswachsen. Es sind reale Fälle, in denen Menschenleben in Momenten verloren gingen, die eigentlich sorglos hätten sein sollen - Abende mit Freunden, Familienfeiern und geliebten Menschen.
06:30
"El Chapo" - gefährlichster Mann Mexikos, mächtigster Narco aller Zeiten und Ausbruchskönig. Verantwortlich für Hunderttausende Tote, von seinen Landsleuten verehrt als moderner Robin Hood. Zwei Mal ist der wohl meistgesuchte Drogenboss der Welt schon aus dem Gefängnis ausgebrochen. Er hat genug Koks in die USA geschmuggelt, um dort jeden high zu machen. Erscheint auf Fahndungslisten und Magazincovern. Doch wer ist Joaquín Guzmán? Wer ist "El Chapo"? Auf den Straßen von Sinaloa demonstrieren im März 2014 Tausende Menschen für die Freilassung des Narco-Bosses Joaquín "El Chapo" Guzmán. Der skrupellose Drogenschmuggler soll laut eigener Aussage für über 2000 Morde verantwortlich sein. Trotz dieser Vorwürfe kann er auf die Unterstützung der mexikanischen Bevölkerung zählen. Viele halten den gefährlichsten Mann Mexikos nämlich für einen modernen Robin Hood. In seinem Heimatstaat Sinaloa soll er Schulen und Straßen gebaut haben, die ungeliebte mexikanische Regierung ist ihm ein Dorn im Auge. Außerdem gilt seine Organisation, das Sinaloa-Kartell, als größter Arbeitgeber in der Region. Dass an seinem Geld Blut klebt, schmälert weder seine Beliebtheit noch den Zulauf junger Männer, die für sein Kartell arbeiten wollen. Im Gegenteil: Seine Anhänger feiern ihn für seine spektakulären Gefängnisausbrüche, seine Bauernschläue und angeblichen Heldentaten. Musiker schreiben ihm zu Ehren Volkslieder, Straßenhändler verkaufen Fanshirts mit seinem Gesicht. Doch auch international ist "El Chapo" eine Berühmtheit: Man kennt ihn aus Netflix-Serien, aus dem "Forbes"-Magazin und den Nachrichten. Doch ist Joaquín "El Chapo" Guzmán wirklich ein moderner Robin Hood - oder nur ein kaltblütiger Massenmörder? Wird er es schaffen, ein weiteres Mal aus der Haft zu entkommen? Aus einem der sichersten Gefängnisse der USA? Und falls nicht, wer wird sein Nachfolger? "Wer ist ...?" porträtiert kontroverse, abgründige, bedeutende Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland, liefert Hintergründe, erzählt ihre Geschichte und ordnet ihr Wirken in einen größeren Kontext ein.
07:00
Die Alpenwelt Karwendel ist ein Sehnsuchtsziel voller Natur, Bewegung und Erholung. Doch während Gäste entspannen, beginnt für viele Einheimische der Arbeitstag oft lange vor Sonnenaufgang. In Mittenwald, Krün und Wallgau lebt ein großer Teil der Bevölkerung vom Tourismus. Damit Urlaub reibungslos funktioniert, braucht es Menschen, die führen, versorgen und organisieren - oft unsichtbar, aber unverzichtbar für das perfekte Ferienerlebnis. Bergwanderführerin Alessa zeigt Besucherinnen und Besuchern die schönsten Seiten der Berge. Ihre Touren führen durch beeindruckende Landschaften und machen die Faszination der Alpen unmittelbar erlebbar. Doch kaum ist die Wanderung vorbei, wartet im Tal schon die nächste Aufgabe: Gemeinsam mit ihrem Partner kümmert sie sich um Ferienwohnungen, wechselt Betten, organisiert Anreisen und sorgt dafür, dass für neue Gäste alles bereitsteht. In Mittenwald ist Özkan mit seinem Imbiss ein Treffpunkt für Einheimische und Urlauber. Dort entstehen Gespräche, Begegnungen und ein Gefühl von Gemeinschaft, das den Ort weit über seine landschaftliche Schönheit hinaus prägt. Auf einem Campingplatz in der Region wird sichtbar, wie Urlaub und Arbeit ineinandergreifen. Benedikt hat den Platz vor einem Jahr von seinem Vater Alois übernommen. Seitdem führt er den Betrieb, während der Vater weiter in der Küche steht. Für die Gäste ist der Platz Natur, Freiheit und Sommergefühl. Für Vater und Sohn bedeutet er vor allem Organisation, Verantwortung und ständige Präsenz. Ihre Geschichte erzählt auch von einem Generationenwechsel, bei dem Verantwortung neu verteilt wird, ohne dass der Vater ganz aus dem Alltag verschwindet. Noch unmittelbarer wird das Leben hinter der Urlaubskulisse auf einer Berghütte in der Region. Dort beginnt der Tag früh, oft lange bevor die ersten Wanderer ankommen. Dann geht es um Vorbereitungen, Versorgung, Organisation und einen Betrieb, der nur funktioniert, wenn jeder Handgriff sitzt. So wird sichtbar, wie viel Einsatz hinter einem Ort steckt, den andere vor allem mit Aussicht und Einkehr verbinden. Die "ZDF.reportage" begleitet Menschen, die die Alpenwelt Karwendel prägen - und Gästen unvergessliche Tage ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen persönliche Geschichten aus einer Region, in der Natur, Begegnung und Alltag eng zusammengehören.
07:30
In der goldenen Ära des Orient-Express konnten Reisende mit nur einem Ticket von London bis nach Istanbul reisen. Die erste Etappe führte von London an die Südküste Englands. Zubringerzüge brachten die feine Gesellschaft bis an den Hafen. Danach ging es mit der Fähre nach Frankreich - wo eine Nacht in der damals aufregendsten Metropole der Welt auf die Passagiere wartete. Die Dokumentation folgt den Spuren des legendären Orient-Express - mit heutigen Verbindungen entlang der historischen Route. Schritt für Schritt erschließt sich so eine Reise, die einst zu den exklusivsten Europas zählte. Unterwegs kommen zahlreiche Expertinnen und Experten zu Wort: Sie erzählen von den exklusiven - und nicht selten auch zwielichtigen - Gästen des berühmten Luxuszuges - darunter die "Queen of Crime", Agathie Christie, oder der skrupellose Waffenhändler Basil Zaharoff. Historiker beleuchten die politische und kulturelle Bedeutung des Orient-Express. Und im Pariser Moulin Rouge zeigt sich, warum Paris in den 1920ern Pflichtprogramm für die Reisenden war. Zwischen Gegenwart und Vergangenheit entsteht ein vielschichtiges Bild: Immer wieder blendet der Film zurück und erzählt, wie die Passagiere vor 100 Jahren diesen Abschnitt der Reise erlebt haben. Vier Etappen, eine legendäre Route: Auf den Spuren des Orient-Express reist der Film von London bis an den Bosporus. Es warten Städte voller Geschichte - und Begegnungen mit spannenden Menschen.
08:15
Die nächste Etappe der Reise führte von Paris nach Salzburg. Der Film erzählt vom Glanz und den Abgründen des Orient-Express: Luxusdesign, Automobilvisionen und Europas dunkelstem Kapitel. Von Pforzheim ging es über Stuttgart und München bis nach Salzburg. Der Orient-Express wurde zum Spiegel einer Epoche. Er prägte die Schmuckindustrie, inspirierte das Design deutscher Automobile und wurde als politisches Symbol instrumentalisiert und bekämpft. Die Dokumentation folgt der historischen Strecke von Paris durch Süddeutschland und Österreich - und zeigt, wie eng der Orient-Express mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts verknüpft war. Expertinnen und Experten beleuchten den Einfluss des Zuges auf Design und Industrie: In Pforzheim prägte er die Schmuckkunst, in Stuttgart inspirierte er die Entstehung luxuriöser Automobile. Die Reise führte auch nach München, Gründungsort der NSDAP und damals ein Zentrum des Nationalsozialismus. Dort wurde der Orient-Express zum politischen Symbol, von Hitler instrumentalisiert und bekämpft - während mutige Widerstandsgruppen wie die "Weiße Rose" Geschichte schrieben. In Salzburg wird es kulturell: Der Film besucht ein über 100 Jahre altes Marionettentheater. Vier Etappen, eine legendäre Route: Auf den Spuren des Orient-Express reist der Film von London bis an den Bosporus. Es warten Städte voller Geschichte - und Begegnungen mit spannenden Menschen.
09:00
Auf den Spuren des Orient-Express von München über Wien bis nach Budapest: Diese Etappe vereint Ingenieurskunst und politische Geschichte - ein Zug als Spiegel Europas in Krisenzeiten. Der Orient-Express machte Station in Wien. Dort traf kaiserlicher Glanz auf politische Umbrüche: Sigmund Freud flüchtete 1938 mit dem Zug ins Exil. In Ungarn wurde die Route 1931 Schauplatz eines Attentates mit 22 Toten. Die Dokumentation folgt der historischen Strecke nach Wien und weiter nach Budapest. Sie zeigt, wie der Orient-Express nicht nur Luxus und Eleganz verkörperte, sondern auch Schauplatz dramatischer Ereignisse war. In Wien führt die Reise ins Hotel Imperial, in den Prater und zur Praxis Sigmund Freuds - dessen Flucht 1938 mit dem Orient-Express zu den bewegendsten Kapiteln der Geschichte dieses Zuges zählt. Kurz vor Budapest erhebt sich das Eisenbahnviadukt Biatorbágy, das 1931 Ziel eines brutalen Angriffs wurde. In Budapest erleben die Reisenden eine Stadt zwischen imperialer Pracht und sozialistischer Vergangenheit - von den prachtvollen Thermalbädern bis zur Kindereisenbahn, einem Relikt aus der Zeit des Kommunismus. Im Eisenbahnmuseum schließlich steht einer der letzten originalen Teakholz-Wagen des Orient-Express - ein seltenes Relikt jener Epoche, in der der Luxuszug Europa verband. Vier Etappen, eine legendäre Route: Auf den Spuren des Orient-Express reist der Film von London bis an den Bosporus. Es warten Städte voller Geschichte - und Begegnungen mit spannenden Menschen.
09:43
Egal, ob Politik, Wirtschschaft, Kultur oder Gesellschaft - das Nachrichtenmagazin informiert kurz und knackig über aktuell relevante Themen.
09:45
Vom Abendland ins Morgenland: Die letzte Etappe führt nach Istanbul, das historische Ziel des Orient-Express - und der krönende Abschluss dieser einzigartigen Zugreise. Auf dem Weg in die Türkei ging es quer durch Bulgarien, vorbei an Sofia und Plowdiw. Im Kalten Krieg wurde der Orient-Express dort streng kontrolliert - als wichtige Verbindung zwischen Ost und West galt er als "Zug der Spione". Der Film folgt der historischen Strecke bis nach Istanbul - dem Sehnsuchtsort, der dem Orient-Express seinen Namen gab. Über den Dragoman-Pass erreichte der Zug Sofia, wo er im Kalten Krieg zum "Zug der Spione" wurde. Die Etappe erzählt von königlichen Eisenbahnträumen und vom Ausbau der Strecke, die den Zug erstmals ohne Umwege nach Istanbul brachte. In Plowdiw stehen römische Ruinen neben eleganten Stadthäusern der Gründerzeit - ein weiteres Kapitel europäischer Geschichte entlang der Schienen. Mit der Einfahrt in den Sirkeci-Bahnhof schließt sich der Kreis. Istanbul, das Tor zwischen Europa und Asien, war fast ein Jahrhundert lang Endstation der legendären Reise. Im Pera Palace, eigens für die Gäste des Orient-Express gebaut, setzte sich der Luxus fort. Dort, zwischen Minaretten und Palästen, endete die Route. Der Orient-Express ist mehr als ein Zug: Er ist Bühne europäischer Geschichte, Stoff für Träume und Symbol einer Epoche, die das Reisen für immer verändert hat. Vier Etappen, eine legendäre Route: Auf den Spuren des Orient-Express reist der Film von London bis an den Bosporus. Es warten Städte voller Geschichte - und Begegnungen mit spannenden Menschen.
10:30
Indonesien ist mit seinen mehr als 17.000 Inseln der größte Inselstaat der Welt. Die immensen Ressourcen an Bodenschätzen bedeuten für das Land Segen und Fluch zugleich. Bevölkerung und Infrastruktur profitieren von dem Reichtum nicht. Sogar größere Städte sind nur über unbefestigte Straßen verbunden. Ohne den riskanten Einsatz von Freiwilligen, die den Warentransport sicherstellen, wären ganze Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Auf Sumatra, Indonesiens größter Insel, betreibt Masinis eine alte Bahnstrecke, einst gebaut von niederländischen Siedlern Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Züge von damals gibt es längst nicht mehr - sie sind vom Zahn der Zeit zerfressen, die hohe Luftfeuchtigkeit tut ihr Übriges. Die Gleise liegen noch, allerdings ist alles in einem schlechten Zustand. Tag für Tag wagt er sich mit seiner motorbetriebenen Bahn auf die Strecke, um Waren oder Passagiere zu befördern. Die Angst vor einem Unfall ist ständiger Begleiter.
11:15
Die Elfenbeinküste in Westafrika - weltweit größter Kakaoproduzent, Exporteur von Kaffee und Palmöl. Das Wirtschaftswunder scheint bei der Bevölkerung allerdings nicht anzukommen. Die Menschen sind arm, und die Infrastruktur ist schlecht. Regelmäßig kommt es auf den maroden Straßen des Landes zu schweren, tödlichen Unfällen. Schuld daran sind auch die in die Jahre gekommenen, reparaturbedürftigen Lkw. Improvisationsgeschick ist gefragt. Yakou ist Mitte 60 und einer der wenigen, der mit seinem alten Laster weit entlegene Dörfer überhaupt noch anfährt. Die Reise ist jedes Mal ein Abenteuer: fehlende Holzplanken an Brücken und tiefe Spurrillen so weit das Auge reicht. Für die Menschen vor Ort ist er ihr Held. Die Gefahr auf der Straße nimmt mit höherem Verkehrsaufkommen zu - vor allem zur Erntezeit der Kakaobohnen. Sie werden dann von den Plantagen zur Weiterverarbeitung in die Lager gebracht. Von den enormen Einnahmen profitiert die Bevölkerung kaum. Ein Großteil des Umsatzerlöses geht an die Schokoladenhersteller und den Handel. Statt zur Schule zu gehen, müssen viele Kinder auf den Plantagen arbeiten. Eine Chance auf Bildung und damit eine Verbesserung ihrer Lebensumstände bleibt ihnen damit verwehrt.
12:00
Jamaika ist nicht nur ein Paradies mit Sandstränden und Reggae. Im Landesinneren ziehen sich schlechte Verkehrswege durch eine hügelige Landschaft. Nur Unerschrockene wagen sich dorthin - oder Einheimische, die keine andere Wahl haben. Für den Warentransport oder den Weg zur Arbeit nehmen sie täglich riskante Strecken auf sich. Zur Gefahr werden auch ihre reparaturbedürftigen Fahrzeuge, die oft liegen bleiben. Die Karibikinsel mit ihren paradiesischen Stränden ist ein Magnet für Touristen und Superreiche. Die Realität der Menschen vor Ort ist allerdings eine andere: Jeder fünfte Einwohner lebt unterhalb der Armutsgrenze. Viele verdingen sich in kleinen Jobs, um über die Runden zu kommen. Die Blue Mountains sind die höchste Erhebung Jamaikas und Anbaugebiet einer besonderen Kaffeesorte: dem Jamaica Blue Mountain. Mit 100 Dollar pro Kilo ist er einer der teuersten Kaffees der Welt. Von den Einnahmen kommt bei den Einheimischen und Kaffeebauern allerdings nicht viel an. Der Weg zu den Farmen ist aufgeweicht und wegen der vielen Schluchten lebensgefährlich.
12:45
Japans Gefängnisse: ein unnachgiebiges System aus Vorschriften und Verboten. Auch Deutsche sitzen dort ihre Strafe ab und müssen sich den strikten Regeln unterwerfen. Meist haben sie versucht, Drogen zu schmuggeln, und erhielten die Standardstrafe für diese Vergehen: acht Jahre. Im Männergefängnis Fuchu und im Knast für Frauen in Tochigi leben sie nun einen eng begrenzten, immer von Strafen und Isolierung bedrohten Alltag. Eintönige Arbeit, kaum Heizung, kaum Kontakte. Nur unter strengen Auflagen durfte das ZDF-Team in den beiden Gefängnissen, in denen auch Ausländer ihre Strafe absitzen, filmen. Und dennoch gibt der Film einen tiefen Einblick in den japanischen Strafvollzug, der in seinen Ursprüngen nach preußischem Vorbild gestaltet ist. Marschieren im Gleichschritt, reden nur mit Erlaubnis, nicht aus dem Fenster schauen, das sind nur einige Regeln, an die sich Gefangene zu halten haben. Tun sie es nicht, droht Einzelhaft, und das bedeutet: den ganzen Tag in nur einer Sitzposition verharren, nicht reden, nicht bewegen. Japans Strafvollzug setzt ganz und gar auf Disziplin, will durch Gehorsam und Arbeit die Straftäterinnen und Straftäter wieder zu respektablen Mitgliedern der Gesellschaft machen. Resozialisierung findet manchmal auf skurrilem Wege statt: So ist die vorherrschende Farbe im Frauengefängnis rosa, vom Zellentrakt über Handtücher und Schuhe bis hin zu den Gittern der Unterkünfte. Ein Albtraum in Pink - das und der ewige Drill führt manche Gefangenen an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Die Reportage-Reihe "Deutsche im Knast" gewährt packende Einblicke in das Leben deutscher Häftlinge im Ausland - ein intensiver Blick auf ihren Alltag hinter Gittern und die Herausforderungen fern der Heimat.
13:30
Hinter Gittern in Paraguay: Enge, schlechtes Essen, ein undurchsichtiges Justizsystem. Auch deutsche Staatsbürger kämpfen mit den Verhältnissen und der allgegenwärtigen Korruption. Yves S. und Remy N. kämpfen täglich für die Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse. Während Yves immer knapp bei Kasse ist und sich nur eine Zelle mit vier Mann "leisten" kann, hat Remy das System im Griff. Als Boss einer Zellengang betreibt er lukrative Geschäfte. Yves S. sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft, man wirft ihm vor, an der Ermordung eines Deutschen beteiligt gewesen zu sein. Er streitet alles ab und verzweifelt an dem Justizsystem, das ihn seit mittlerweile drei Jahren in Untersuchungshaft hält. Mithilfe eines illegalen Handys studiert er online Jura, um sich für seinen Prozess zu wappnen. Remy hingegen fühlt sich in seinem Knast wohl, er hat dank seiner Einkünfte ein Leben fast wie in Freiheit: jederzeit Besuch von Frau und kleinem Sohn, Internet, gutes Essen, alle Bediensteten des Gefängnisses respektieren ihn als Anführer seines Zellentraktes. "Nur verreisen kann ich nicht, aber das mache ich nach meiner Entlassung", sagt er. Paraguays Gefängnisse machen immer wieder Schlagzeilen: Rivalisierende Gangs tragen ihre Kriege aus, es kommt zu Übergriffen und sogar Geiselnahmen des Gefängnispersonals. Resozialisierungsmaßnahmen finden oft nur durch kirchliche Träger statt. Ehemalige Häftlinge kümmern sich vor allem um die Ärmsten der Armen, die sich kein eigenes Essen leisten können und die wegen der grassierenden Drogenprobleme medizinische Versorgung brauchen, aber sich nichts leisten können. Die Reportage-Reihe "Deutsche im Knast" gewährt packende Einblicke in das Leben deutscher Häftlinge im Ausland - ein intensiver Blick auf ihren Alltag hinter Gittern und die Herausforderungen fern der Heimat.
14:15
Italiens Gefängnisse - kein Hauch von Dolce Vita! Verfallene, überfüllte Anstalten, in denen Häftlinge oft unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen - und das im Herzen Europas. Rund 61.000 Häftlinge drängen sich in Italiens Gefängnissen, obwohl nur Platz für 51.000 ist - eine Belegungsrate von 120 Prozent, teils sogar 200 Prozent. Schimmel, katastrophale Hygiene und Gewalt prägen den Alltag. Italiens Strafvollzug zählt zu den härtesten Europas. Die Doku ermöglicht Einblicke in zwei unterschiedliche italienische Gefängnisse, enthüllt dabei tiefgreifende Missstände im italienischen Strafvollzug, wo Überbelegung, Geld- und Personalmangel zu katastrophalen Zuständen führen. Während der deutsche Häftling Norbert im EU-finanzierten Mustergefängnis in Mailand vergleichsweise privilegiert lebt, zeigt das Hochsicherheitsgefängnis Secondigliano in Neapel eine andere Realität. Gefangene nähen dort Polizeiuniformen. Doch die Personalnot ist überall spürbar. Schockierende Videoaufnahmen belegen Gewalt durch Aufseher während des Corona-Lockdowns, die das erschütternde Bild abrunden. Die dreiteilige Reportage-Reihe "Deutsche im Knast" gewährt packende Einblicke in das Leben deutscher Häftlinge im Ausland - ein intensiver Blick auf ihren Alltag hinter Gittern und die Herausforderungen fern der Heimat.
15:00
Das Gefängnis von Armawir ist eine der modernsten Haftanstalten Armeniens. Neben Kleinkriminellen sitzen dort Mitglieder der armenischen Mafia ein. Doch die Wärter sind unbewaffnet. Sie setzen auf Deeskalation, Schlagstöcke und Handschellen werden nur im Notfall benutzt. Die Häftlinge dürfen sich die Zellen selbst einrichten und bekommen viele Lebensmittel von ihren Verwandten. Während ein Insasse promoviert, versuchen andere, auszubrechen. Das Gefängnis von Armawir wurde speziell für Straftäter aus der Organisierten Kriminalität gebaut. Die sogenannten Diebe im Gesetz bilden eine verschworene Gemeinschaft mit festen Regeln, etwa dem Schweigegebot. Diese engen Bande bestehen auch hinter Gittern fort. Wie geht das Gefängnispersonal mit Gefangenen um, die den Staat, seine Vertreter und Autorität ablehnen? Täglich kommen am Gefängniseingang Lieferungen für die Gefangenen an. Freunde und Angehörige bringen Essen und Dinge des täglichen Bedarfs für die Insassen. Die Wärter haben alle Hände voll zu tun, die Mitbringsel auf verbotene Gegenstände zu durchsuchen. Klar, dass da auch mal was durchrutscht - und wo geschmiert wird, rutscht es umso besser. Bei den Zellendurchsuchungen stoßen die Wärter immer wieder auf Überraschungen. Dazu zählt auch ein handfester Ausbruchsversuch mit durchgesägten Gitterstäben. Die Wärter rätseln bis heute, wie die Gefangenen unbemerkt die Stäbe durchtrennen konnten. Wie erleben die Häftlinge ihren Alltag hinter den Mauern dieses Gefängnisses? Die sechsteilige Reihe "Überleben hinter Gittern" blickt auf den Alltag der Insassen und Wärter in den härtesten Gefängnissen der Welt.
15:45
Verzweiflung, Frustration und Überlebenskampf auf engstem Raum: Das South Cotabato Jail auf der philippinischen Insel Mindanao ist stark überfüllt. Doch manche haben es besser als andere. El Presidente, so nennt man den Boss im Gefängnis, darf mit seinen Schergen auf den Hof, während die anderen weggeschlossen bleiben. Die Wärter haben an seine Bande Aufgaben übertragen. Wer neu in sein Reich kommt, muss sich anpassen, um zu überleben. Von 2016 bis 2022 herrscht Rodrigo Duterte auf den Philippinen. Er sagt Kriminalität und Drogen den Kampf an - Drogendealer und Süchtige lässt er teilweise einfach erschießen. Auf die Vielzahl an Verhaftungen ist das Justizsystem nicht vorbereitet, die Haftanstalten platzen aus allen Nähten, die Häftlinge warten jahrelang auf ihren Prozess. Die Wärter werden der Lage kaum mehr Herr und haben hoheitliche Aufgaben an ausgewählte Gefangene übertragen. Sie sind die wahren Herrscher des Knasts und genießen Privilegien. El Presidente residiert in einem geräumigen Zimmer mit Fernseher, während die einfachen Häftlinge Mann an Mann in den engen Zellen vegetieren. Alle fiebern auf den Samstag hin: Besuchstag. Familie und Freunde dürfen drei Stunden lang mit den Häftlingen verbringen und so viel Nahrungsmittel und Bedarfsgüter mitbringen, wie sie tragen können. Die Wächter suchen nach Waffen, Drogen und Handys, doch sie werden dem Schmuggel kaum Herr. Wie schaffen es die Häftlinge, sich durch den rauen Alltag im South Cotabato Jail zu schlagen? Die sechsteilige Reihe "Überleben hinter Gittern" blickt auf den Alltag der Insassen und Wärter in den härtesten Gefängnissen der Welt.
16:30
Sengende Wüstenhitze, Armeezelte, rostige Stockbetten und erschöpfte Häftlinge. Das ist das "Tent City Jail" in Phoenix, Arizona. Bis 2017 der vielleicht härteste Knast der USA. 1993 lässt Sheriff Joe Arpaio das Zeltgefängnis errichten. Er inszeniert sich als härtester Sheriff der USA, vielfach kritisiert für seine unbarmherzigen Methoden. Wie erleben die Häftlinge den Alltag in seinem Gefängnis? Das "Tent City Jail" ist nur ein Abschnitt eines großen Gefängniskomplexes, dem Reich von Sheriff Joe Arpaio. Er brüstet sich öffentlich mit seinem harten Vorgehen gegen Straftäter - und hat damit lange Erfolg. In den USA werden Sheriffs von den Bewohnern der einzelnen Countys gewählt. Arpaios Methoden kommen bei vielen an, erst 2017 verliert er nach 24 Jahren als Sheriff von Maricopa County sein Amt. Bis dahin etabliert er ein System, das viele eher im 19. als im 21. Jahrhundert verorten würden. Gefangene werden in sogenannten Chain Gangs zu Arbeitseinsätzen in der Öffentlichkeit herangezogen. Zu mehreren aneinandergekettet säubern sie Grünstreifen am Straßenrand. Der Zweck ist klar: Der Sheriff geriert sich als harter Hund, die Häftlinge werden bloßgestellt. Die Gefangenen sollen es möglichst schwer haben im Knast. Das beginnt bei der Sträflingskleidung. Bei der Farbauswahl für Socken und Unterwäsche orientiert sich der Sheriff vor allem an einer Frage: Welche Farbe mögen die Häftlinge am wenigsten? Und wenn jemand nicht spurt, droht Isolationshaft. Wie sieht der Alltag in einem Gefängnis aus, welches das härteste der USA sein will? Die sechsteilige Reihe "Überleben hinter Gittern" blickt auf den Alltag der Insassen und Wärter in den härtesten Gefängnissen der Welt.
17:15
In der JVA Bruchsal in Baden-Württemberg sitzen mehr als 400 Männer unter höchster Sicherheitsstufe mit überwiegend langen Haftstrafen, darunter 60 "Lebenslängliche". "Man wird miteinander alt", so Marcus Bornhäuser, seit 22 Jahren als Justizvollzugsbeamter in Bruchsal tätig, "manche Personen begleitet man bis zum Tod." Die Autoren lernen Intensivtäter wie Manuel kennen, der offen zugibt: "Ich würde mich noch nicht entlassen." Die Justizvollzugsanstalt Bruchsal, 1848 als Männerzuchthaus erbaut, hat sich im strahlenförmigen Hauptgebäude rein äußerlich nicht viel verändert. Doch hinter den alten Mauern des sogenannten "Stern von Bruchsal" und schweren Holztüren findet heute modernster Regelvollzug statt. Von Beginn an bis zum heutigen Tag ist die Strafanstalt männlichen Insassen vorbehalten. Für Timo, der wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt wurde, ist es trotzdem "ein richtiges Scheißleben". Er hat erst drei Jahre seiner Strafe verbüßt, mindestens zwölf hat er noch vor sich: Frühestens nach 15 Jahren hinter Gittern kann ein "Lebenslänglicher" in Deutschland einen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen. In den neuen Gebäuden der Sozialtherapie sitzen in der JVA Bruchsal schwere Gewalt- und Sexualstraftäter ein, bei denen das Gericht zusätzlich die Sicherungsverwahrung angeordnet hat. Nach dem Vollzug der regulären Haftzeit ziehen diese in gesonderte Anstalten um. Die Unterbringung ist unbefristet, wird aber mindestens jedes Jahr geprüft. In Bruchsal gibt es für diese Gefangenen die Möglichkeit zur Prüfung schon während der Strafhaft. Einer, der das Therapieangebot nutzt, ist Intensivtäter Manuel. Die meisten Straftäter - ob im Regelvollzug oder in der Sicherungsverwahrung - verlassen ihre Anstalt irgendwann als freie Menschen. Doch nicht wenige sitzen 25 Jahre oder länger. Die 45-minütige Begleitreportage zeigt den Knastalltag von vier ganz unterschiedlichen Gewaltstraftätern und geht der Frage nach: Kann man in Deutschland nach einer Verurteilung sein ganzes Leben lang in Haft sein?
18:00
Wie leben Mörder, Sexualverbrecher, Bankräuber und Dealer hinter Gittern - in einer Welt, die der Bürger draußen kaum kennt? ZDFinfo blickt hinter die Gefängnismauern. Gefängnis, Zuchthaus, Knast, Strafvollzug: So unterschiedlich wie die Begriffe sind auch die Bilder, die die Bürger mit Justizvollzugsanstalten verbinden. Für die Stammtischler geht es denen hinter Gittern viel zu gut. Doch wie ist der Alltag wirklich?
18:45
Sexualisierte Inhalte und Pornos sind auf Social Media allgegenwärtig - auch für Kinder und Jugendliche. Was bedeutet das für sie, und wie gehen Familien mit der Übersexualisierung um? Der Film begleitet Minderjährige in ihrem Alltag und zeigt ihre Erfahrungen mit expliziten Inhalten - ob gewollt oder ungewollt. Expertinnen und Experten ordnen die Auswirkungen ein und geben verständliche Orientierung. "Generation Porno - Was unsere Kinder online sehen" erzählt die Geschichten junger Menschen - von ersten Kontakten mit pornografischen Inhalten bis hin zu den Folgen für Selbstbild, Beziehungen und Sexualität. Der Film verbindet persönliche Einblicke Jugendlicher mit wissenschaftlicher Perspektive. Auch Erwachsene werden mit der neuen digitalen Realität konfrontiert: Die Eltern von Paulina (16) erfahren erstmals, wie viele eindeutige Nachrichten ihre Tochter über TikTok und Instagram von unbekannten Erwachsenen bekommt, die sich mit ihrer Tochter treffen wollen - zum Entsetzen der Eltern. Ein pornosüchtiger Teenager berichtet, wie er der Sucht entrinnen konnte. Ein Cyber-Grooming-Opfer schildert, wie er in die Fänge eines Pädo-Kriminellen gekommen ist. Gleichzeitig zeigt die Serie, dass auch Kinder selbst Grenzen überschreiten - häufig ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein. "Kinder und Jugendliche glauben, im Netz wäre alles erlaubt", sagt Kriminalhauptkommissar Eric Dieden, "wir haben mittlerweile Straftäter, die acht Jahre alt sind." So entsteht ein unmittelbares und emotionales Bild einer Generation zwischen digitaler Realität, sozialem Druck und fehlender Orientierung. Expertinnen wie Sexualtherapeutin Madita Oeming, Medienpädagogin Saskia Nakari und Bildungsexpertin Silke Müller zeigen Wege im Umgang mit diesen Herausforderungen auf. Den Autoren Hannah Hartwich, Kajo Fritz und Marc Schlömer ist ein außergewöhnlicher Blick in die digitale Realität von jungen Menschen gelungen, der viele Erwachsene und vor allem Eltern alarmieren dürfte.
19:30
Jochen Breyer recherchiert, ob Social Media außer Kontrolle geraten ist - und was Plattformen und Algorithmen mit Kindern, Jugendlichen und unserer Gesellschaft machen. In einer Münchner Schule berichten Kinder schonungslos von Schlaflosigkeit, Gewaltvideos, Stress - verursacht durch Daueronlinezeit. Breyer spricht mit Ermittlern, Insidern und Betroffenen und recherchiert, wie Plattformen Inhalte steuern. Auf dem Schulhof erzählen die Schüler, dass sie zehn, elf, ja sogar 19 Stunden am Tag online sind. Ein Mädchen sagt: "Das Krasseste, was ich auf Social Media gesehen habe, sind Menschen, die sich das Leben nehmen." Digitaltrainer Daniel Wolff sagt: "Zehnjährige sehen Dinge, die Sie als erwachsener Mensch nicht ertragen. Es ist wichtig, dass wir als Gesellschaft langsam erkennen: So kann es nicht weitergehen. Wir leben in einem Notstand." Breyer trifft bei seinen Recherchen auch Holger Münch, Chef des Bundeskriminalamts. Er berichtet ihm, dass es kaum eine Radikalisierung mehr gibt, bei der Social Media keine Rolle spielt. Wie funktioniert der vom Algorithmus getriebene Hass? Und wie kontrollieren die Plattformen selbst die Inhalte? Das Team recherchiert undercover. Breyers Fazit: "Die Content-Moderation, wie wir sie erlebt haben, ist eine Farce." In vielen Ländern gibt es inzwischen Gesetze, die die Social-Media-Nutzung für Kinder und Jugendliche einschränken. Er reist in die USA. US-Präsident Trump und Vizepräsident J. D. Vance haben deutlich gemacht, dass sie die amerikanischen Tech-Plattformen schützen wollen. Breyer diskutiert mit Kongressabgeordneten und MAGA-nahen Influencern, die sagen: Eine Regulierung der Plattformen käme aus ihrer Sicht einer Zensur gleich, die die Trump-Regierung nicht hinnehmen werde. In Los Angeles trifft Breyer Menschen, die sich den Tech-Plattformen entschieden in den Weg stellen. Er spricht mit Julianna Arnold, deren Tochter Coco gestorben ist. Aus Sicht der Mutter auch deshalb, weil die Algorithmen der Plattformen ihre Tochter süchtig gemacht hätten. Und er begleitet die Anwältin Laura Marquez-Garrett zum Gericht. Verklagt wurden unter anderem Google und Meta. Der Vorwurf: Sie hätten die Social-Media-Plattformen so gebaut, dass sie süchtig machen. Eine besondere erzählerische Ebene schafft Anke Engelke: Als personifizierter Algorithmus - kühl, berechnend, allgegenwärtig - führt sie durch die Mechanismen der digitalen Welt und macht sichtbar, wie sehr der Algorithmus unser Verhalten beeinflusst.
20:15
Eine Woche nach dem Attentat in Berlin demonstrieren beim CSD in Hamburg 300.000 Menschen für Vielfalt und gleiche Rechte. Viele wollen sich nicht einschüchtern lassen. Zugleich zeigt sich die Bedrohung im Alltag: Manche queeren Paare vermeiden es aus Angst vor Anfeindungen, ihre Liebe öffentlich zu zeigen. Wie Sichtbarkeit Akzeptanz fördern kann, zeigt der Handball-Bundesligaspieler Lucas Krzikalla. Nach Jahren des Versteckens bekannte er sich im Oktober 2022 öffentlich zu seiner Homosexualität. Statt eines Shitstorms erlebte er breite Unterstützung. Die Berliner Dragqueen Barbie Breakout engagiert sich seit Jahrzehnten für queere Rechte. Sie nimmt einen gesellschaftlichen Backlash wahr: Freiheitsrechte würden zunehmend infrage gestellt, Stereotype gezielt für Kampagnen gegen Minderheiten genutzt. Auch Stephan und Mathias sorgen sich um ihre Zukunft. Das schwule Paar lebt mit seinen Zwillingen in der Nähe von Regensburg und ist seit 2025 verheiratet. Beide berichten von großer Offenheit in ihren Familien und ihrem Umfeld. Zugleich fragen sie sich, ob rechtskonservative Kräfte ihre Rechte wieder einschränken könnten - bis hin zu der Sorge, ihre Kinder zu verlieren.
21:00
Diese Folge fragt nach den Ursachen von Queerfeindlichkeit. Sie zeigt, wie Transmenschen zur Projektionsfläche von Konflikten um Identität, Familie und Geschlechterrollen werden. Paul Ninus Naujoks erlebt die Folgen dieser Auseinandersetzungen unmittelbar. Die Dokumentation blickt in christliche Milieus, in denen Homosexualität lange als Sünde galt. Zugleich begleitet sie die Pastorinnen Steffi und Ellen Radtke, die innerhalb der Kirche einen geschützten Raum für queere Menschen geschaffen haben. In der von der Frauenrechtlerin Seyran Ates mitbegründeten Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin sind queere Musliminnen und Muslime ausdrücklich willkommen. Tugay Saraç bewegte sich nach eigener Aussage lange im Umfeld von Islamisten. Heute lebt er als queerer Muslim und erhält Morddrohungen. Carlos dos Reis floh aus Venezuela. Er berichtet, dass seine Homosexualität selbst in seiner Familie als Krankheit angesehen worden sei und seine Mutter ihn einer Konversionstherapie habe unterziehen wollen. In Deutschland lebt er offen queer und nimmt mit einer Gruppe queerer Migrantinnen und Migranten am CSD in Dresden teil. Dort erlebt er den politischen Konflikt um den Versammlungsstatus der CSD-Parade. Erst eine erfolgreiche Klage der Veranstalter ermöglicht die Demonstration. Beim CSD in Berlin erleben mehrere Protagonistinnen und Protagonisten den Angriff unmittelbar mit, darunter Carlos dos Reis und Barbie Breakout. Wenige Tage später geht Paul Ninus Naujoks beim CSD in Hamburg erneut auf die Straße: "Jetzt erst recht!" "Feindbild Queer" erzählt von Menschen, die sich ihre Sichtbarkeit nicht nehmen lassen wollen. Die beiden Dokumentationen zeigen, wie aus Angst Entschlossenheit entstehen kann, und fragt, ob sich eine offene Gesellschaft einschüchtern lässt oder ihre Freiheit selbstbewusst verteidigt.
21:45
Jeden dritten Tag bringt ein Mann in Deutschland seine Partnerin oder Ex-Partnerin um. Femizid wird die Ermordung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts genannt. In den Medien werden die Taten häufig als "Familiendrama" verharmlost. Eine ausführliche Berichterstattung findet vor allem über sogenannte Ehrenmorde als migrantisches Problem statt. Gewalt gegen Frauen betrifft jedoch alle gesellschaftlichen Gruppen. In der Dokumentation kommen Frauen zu Wort, die selbst physische, psychische, ökonomische und strukturelle Gewalt erlebt haben, und Frauen, die Femizide in ihrem unmittelbaren Umfeld erfahren mussten. Seit 2018 ist Deutschland zur Umsetzung der Istanbul-Konvention verpflichtet - einem Abkommen, das Mädchen und Frauen vor Gewalt schützen soll. Neben dem Ausbau von finanziellen, juristischen und psychologischen Unterstu?tzungsangeboten fu?r Frauen sieht die Istanbul-Konvention auch einen fla?chendeckenden Ausbau von Gewaltschutzambulanzen, Ta?ter-Selbsthilfegruppen und Frauenha?usern vor. Mit der Umsetzung geht es in Deutschland nur schleppend voran. Es fehlen aktuell 14.200 Frauenhaus-Pla?tze. Wie ko?nnen Frauen in Deutschland vor gewaltta?tigen Ma?nnern geschu?tzt werden? Die Antwort liegt mo?glicherweise in Spanien. 2004 wurde ein europaweit bisher einzigartiges Gesetz zur Pra?vention und Beseitigung von geschlechtsspezifischer Gewalt erlassen. Der Schutz von Frauen gilt in Spanien als "Staatsaufgabe mit hoher Priorita?t". Der Soziologe und Psychologe Santiago Boria Sarto erkla?rt, was Deutschland im Kampf gegen Femizide und Frauenhass von Spanien lernen kann.
22:30
Fast ein Jahrzehnt lang setzt Dominique Pelicot seine Ehefrau Gisèle immer wieder unter Drogen, vergewaltigt sie und bietet sie in diesem Zustand anderen Männern zum Missbrauch an. Ans Licht kommen die Verbrechen nur zufällig: Dominique Pelicot wird 2020 festgenommen, weil er Frauen im Supermarkt unter den Rock gefilmt hat. Bei der Durchsuchung seines Computers finden Ermittler Videos und Fotos, die den Missbrauch seiner Frau dokumentieren. Das "Monster von Mazan", wie ihn die französische Presse nennt, führt bis zur Aufdeckung seiner Taten ein unauffälliges Leben. Er ist fast 50 Jahre mit seiner Frau Gisèle verheiratet, Vater und Großvater. Als die Ermittler Gisèle Pelicot über die Taten informieren, bricht für sie eine Welt zusammen. Dominique Pelicot wird mit dem belastenden Material konfrontiert - und gesteht. Neben Pelicot werden 50 weitere Täter ermittelt. Die meisten weisen jede Schuld von sich. Dies ist der Auftakt zu weiteren Ermittlungen, in denen Dominique Pelicot mit weiteren Taten in Verbindung gebracht wird - darunter eine versuchte Vergewaltigung und sogar ein Mord. Die Dokumentation beleuchtet den Fall Pelicot bis zur Urteilsverkündung im Jahr 2024. Journalistinnen und Journalisten, Pelicots Anwältin und eine Opferanwältin zeichnen die Ereignisse nach und geben Einblick in einen Fall, der über die Grenzen Frankreichs hinaus betroffen macht.
23:30
Die E-Mails von Jeffrey Epstein zeigen, wie er selbst als verurteilter Sexualstraftäter sein Netzwerk aus Stars, Politikern und Milliardären ausbauen konnte. Tausende Originalnachrichten von und an Jeffrey Epstein sind mit den "Epstein-Files" öffentlich geworden - ein einzigartiger, bislang beispielloser Einblick in das Kommunikationsverhalten eines Mannes, dessen Macht und Einfluss weiterhin Rätsel aufgeben. Der Film "In Jeffrey Epsteins E-Mail-Postfach" aus der ZDF-Sendereihe "Die Spur" zeigt, wie der Sexualstraftäter Epstein unmittelbar nach seiner Entlassung aus der Haft 2009 damit beginnt, seine Kontakte systematisch zu reaktivieren. Bereits am Morgen seines ersten Tages in Freiheit verschickt er die vielsagende Nachricht "free and home" an wichtige Weggefährten - ein Testlauf: Wer steht trotz seiner Verurteilung weiterhin zu ihm? Die Reaktionen fallen eindeutig aus. Zahlreiche Bekannte, darunter einflussreiche Politiker, Unternehmer und internationale Eliten, bejubeln seine Rückkehr. Die Dokumentation zeigt, wie erstaunlich schnell Epstein sich wieder in vertrauten Kreisen bewegte - obwohl er der Öffentlichkeit als Sexualstraftäter bekannt war. Durch die E-Mails lässt sich erstmals detailliert nachvollziehen, wie Epstein neue Kontakte knüpfte, bestehende Beziehungen pflegte und aktiv an seinem öffentlichen Image arbeitete. Besonders brisant: Nachrichten, in denen er gemeinsam mit engen Vertrauten Strategien entwickelt, um negative Suchergebnisse im Internet zu beeinflussen oder seinen Wikipedia-Eintrag umzuschreiben. Die Doku zeigt anhand realer Schriftwechsel, mit welchen Mitteln versucht wurde, das Bild eines "Philanthropen" an die Stelle des Sexualstraftäters zu setzen. Expertinnen und Experten erklären, warum Epsteins System so lange funktionierte, welche Rolle Loyalität, Abhängigkeiten und gegenseitige Gefälligkeiten spielten - und weshalb mächtige Personen trotz der Vorwürfe an der Beziehung zu Epstein festhielten. Die Mails offenbaren ein Milieu, in dem Nähe zu einem Sexualstraftäter als wertvoller Zugang zur Welt der Reichen und Einflussreichen galt - und in dem moralische Bedenken für viele offenbar zweitrangig waren.