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Berliner Nächte können nicht nur wild und lang sein, sondern auch ruhig und beinahe romantisch. Die nächtlichen Impressionen zeigen die Hauptstadt von einer ganz neuen Seite.
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Das Magazin berichtet über Ereignisse und Menschen in Berlin und Brandenburg. Erzählt werden Geschichten über Land und Leute, aber auch die Einheimischen selbst kommen hier zu Wort.
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rbb 88.8 und mehr
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Nach einem Reitunfall wird Sebastian von Lahnstein in die Sachsenklinik eingeliefert. Während er sich mit Schmerzen in die Hände von Chefarzt Dr. Roland Heilmann begibt, besteht seine Begleitung Gräfin Tanja von Lahnstein darauf, dass nur das Nötigste gemacht und Sebastian dann zu seinem Arzt nach Düsseldorf verlegt wird. Bei Sebastian zeigen sich Lähmungserscheinungen an den Beinen, alles weist zunächst auf eine Wirbelsäulenverletzung hin. Doch dann findet Dr. Heilmann einen Hirntumor. Da dieser an einer sehr ungünstigen Stelle sitzt, ist eine Operation mehr als riskant. Sebastian hat Angst, dass er danach ohne Bewusstsein dahin vegetieren wird. Er möchte nicht operiert werden, sondern die Zeit, die ihm noch bleibt, mit seiner Familie verbringen. Kurz darauf verliert er das Bewusstsein. Als die Ärzte einen weniger riskanten OP-Ansatz finden, verweigert Tanja von Lahnstein rigoros jeden Eingriff. Schwester Arzu und Hans-Peter Brenner sind beide in der letzten Phase ihrer Prüfungen. Trotz guter Vorbereitung fällt Arzu durch ihre mündliche Prüfung. Brenner hat nun nichts anderes zu tun, als ihr von seinen modernen wissenschaftlichen Methoden für seine Prüfungsvorbereitungen zu erzählen. Doch dafür hat Arzu keine Nerven, am nächsten Tag steht ihre praktische Prüfung an. Die Gemüter sind so erhitzt, dass Arzu irgendwann der Geduldsfaden reißt und sie Brenner Überheblichkeit vorwirft.
09:45
Margitta Hartwig, Trainerin einer Frauenfußballmannschaft, wurde vor vier Jahren eine künstliche Hüfte eingesetzt. Nun ist das betroffene Bein infiziert, in einer halleschen Spezialklinik hat man ihr bereits zu einer Amputation geraten. Heilmann und Simoni ist es ein Rätsel, dass Margitta nicht eher gekommen ist. Margitta selbst hat die Symptome verdrängt, weil sie als Trainerin nicht ausfallen wollte. Nun scheint Roland die letzte Rettung zu sein. Er macht ihr aber auch wenig Hoffnung, das Bein erhalten zu können. Er nimmt sie stationär auf, gibt aber zu bedenken, dass auch er möglicherweise amputieren muss. Margitta aufzunehmen, ist aus Sarah Marquardts Sicht ein Fehler: Es drohen nicht nur eventuelle Schadenersatzansprüche, sondern auch eine lange, für die Klinik höchst unprofitable Liegezeit der Patientin. Roland macht Sarah klar, dass er alles in seiner Macht stehende für Margitta tun wird, ohne darüber nachzudenken, was das für die Finanzlage der Klinik bedeutet. Doch Margittas Zustand verschlechtert sich dramatisch.
10:30
Der Ableger der Serie "In aller Freundschaft" dreht sich um den Alltag im Erfurter Johannes-Thal-Klinikum. Die Beziehungen zwischen den Ärzten stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie die Schicksale der Patienten.
11:15
Tigermädchen Berani ist mittlerweile groß geworden. Jetzt soll die Einjährige von Mutter Malea und Vater Iban getrennt werden und von Frankfurt in den Zoo Augsburg umziehen. Aber wie bekommt man einen ausgewachsenen Tiger in die Transportbox? Die beiden Tierpflegerin Claudia Löschmann und Kerstin Finze müssen sich etwas ausdenken. Bäume schleppen, hämmern und sägen, also echte Knochenarbeit, erwartet die beiden Tierpfleger Desiree Studt und Florian Rimpler. Sie wollen das Salzkatzengehege im Opel-Zoo neu einrichten. Doch geht der Plan auf? Werden die Tiere das neue Gehege annehmen?
12:05
12:55
Neues für Verbraucher
13:40
Kaum ist die WaPo wieder einmal im und um den Duisburger Hafen unterwegs, taucht auch schon die nächste Wasserleiche auf. Doch Erzfeind Carsten Heinrich von der Kripo ist schneller am Tatort und reißt den Fall an sich. Das hält das WaPo-Team natürlich nicht davon ab, hinter seinem Rücken zu ermitteln. Die Tote hat als Kranführerin gearbeitet. Doch wer hat sie ermordet? Ihre Schichtleiterin, der Pförtner oder der unbekannte Liebhaber? Das Team um Gerhard Jäger, Arda Turan, Frank van Dijk und Lena Preser läuft bei der Mördersuche zur Bestform auf. Doch leider hat Konkurrent Carsten Heinrich inzwischen dazugelernt. Er lässt sich diesmal nicht so einfach den Schneid abkaufen!
14:30
Was sich liebt, das neckt sich - so besagt es ein altes Sprichwort, und so ähnlich lief es auch bei Sarah Pohl und Florian Faber: Konnten die idealistische Journalistin und der smarte Anwalt sich zunächst nicht ausstehen, ist die Animosität inzwischen gegenseitiger Anziehung gewichen. Die beiden sind ein glückliches Paar und haben auch beruflich eine Wellenlänge gefunden. Während Sarah für eine renommierte Leipziger Tageszeitung investigative Reportagen verfasst, engagiert Florian sich fast nur noch für Gerichtsfälle mit sozialer Relevanz. So auch bei der alleinerziehenden, mittellosen Susanne Wörner, die von dem angetrunkenen Bürgermeisterkandidaten René Tornow angefahren wurde. Da der aufstrebende Politiker um sein Image fürchtet, setzt er alles daran, die Glaubwürdigkeit seines Opfers zu untergraben. Außerdem schleust er die attraktive Referendarin Lilith als Spionin in Florians Kanzlei ein, die dem Anwalt nach allen Regeln der Kunst schöne Augen macht. Weitere Unterstützung erhält Tornow von seinem Spezi Kosinsky, in dessen Hotel Susanne arbeitet. Mit anonymen Anrufen setzt Kosinsky seine Angestellte massiv unter Druck. Der skrupellose Unternehmer ahnt nicht, dass er selbst im Zentrum einer Recherche von Sarah steht, die ihm die illegale Beschäftigung von Frauen unter katastrophalen Arbeitsbedingungen nachweisen will. So laufen bei Sarah und Florian alle Fäden der politischen und wirtschaftlichen Verstrickungen zusammen. Ausgerechnet in dieser Situation stehen in privater Hinsicht die Zeichen auf Sturm: Sarahs Ex-Freund, der einstige Topjournalist Thomas Gärtner, taucht überraschend in Leipzig auf. Da sämtliche Hotels belegt sind, bietet sie ihm ihre Wohnung an, schließlich verbringt sie ohnehin die meiste Zeit bei Florian. Der zeigt sich von dieser Gastfreundschaft trotzdem alles andere als begeistert, zumal Thomas aus seinen Gefühlen für Sarah keinen Hehl macht. Weniger klar ist der berufliche Grund seines Aufenthalts. Irgendetwas führt er im Schilde, und er zeigt ein auffälliges Interesse an den mächtigen Widersachern von Sarah und Florian.
16:00
mit Sport
16:15
Der neue Assistenzarzt Mikko Rantala trifft auf die werdenden Eltern Thorsten und Nina Gehrau, die zu einer Kreißsaal-Führung ans JTK gekommen sind. Doch so weit kommen sie leider nicht, denn Thorsten bricht zusammen: Herzstillstand! Auf der Intensivstation stellt sich heraus, dass Thorsten unter einem seltenen Syndrom leidet. Der Patient steht unter Schock, als er erfährt, dass sein Leiden vererbbar ist. Thorsten steigert sich in die Sorge um seine ungeborene Tochter hinein. Davon lässt sich auch Nina anstecken. Zusammen bangen die jungen Eltern, als Dr. Niklas Ahrend und Mikko ihnen erklären, dass der Fötus zwar nicht Thorstens Erbkrankheit hat, dafür aber ein wesentlich ernsteres Problem. Das Leben ihres ungeborenen Kindes schwebt in höchster Gefahr! Der neue Kollege Tom Zondek hat derweil keine Lust ständig nur Hilfsarbeiten zu machen und angelt sich einen Patientenfall: Dr. Rutger Wolf, Notarzt im Ruhestand, der bereits seine eigene Anamnese durchgeführt hat. Die nutzt der gewiefte Tom um vor Dr. Leyla Sherbaz zu glänzen. Als Tom daraufhin eine Unterbauchspannung bei Dr. Wolf bemerkt, erntet er dagegen nur Spott, denn der ehemalige Notarzt habe keinen Blinddarm mehr, der entzündet sein könnte. Tom, der seinem Tastsinn vertraut, möchte den Patienten überzeugen und muss dafür tief in die Trickkiste greifen. Bei Ben Ahlbeck dreht sich alles um seinen möglichen Auslandsaufenthalt. Und auch Leyla ergreift die Initiative und lässt ihre Beziehungen spielen - allerdings mehr zu Bens Unmut denn zu dessen Freude.
17:05
Bei den Uganda-Giraffen im Tierpark steht wieder Nachwuchs ins Haus. Für die bevorstehende Geburt muss die Mutterbox von Giraffen-Dame Lotti aufwendig mit Sand aufgeschüttet werden. Die neue Reviertierpflegerin Claudia Walther hat selbst noch nie eine Giraffengeburt erlebt und blickt dem anstehenden Ereignis deshalb mit gemischten Gefühlen entgegen... Kräftig Hand anlegen müssen heute auch die Pfleger im Vogelrevier des Tierparks. Hier steht die künstliche Besamung der Schneekraniche an. Diese Aktion ist für den Fortbestand der Tiere zwingend notwendig, da sich die Kranichart in unseren Gefilden nicht von alleine fortpflanzt. Da die gefiederten Tiere nicht gleichzeitig in Brutstimmung kommen, helfen die Tierpfleger ein wenig nach. Kein ganz ungefährliches Unternehmen... Auf sich aufpassen muss auch der kleine Flusspferdbulle Max, denn die älteren Jungtiere benutzen ihn beim Spielen im Wasser gern als eine Art Ping-Pong-Ball. Bloß gut, dass Mutter Kathi immer noch ein wachsames Auge auf ihren drei Monate alten Sohn wirft. Ganz unabhängig von Mama ist Max eben doch noch nicht, schließlich trinkt er auch immer noch ausgiebig Muttermilch - und das sogar unter Wasser! Ebenfalls faszinierend anzuschauen: Orang-Utan Mano beim filigranen Pellen seiner Frühstückseier. Der Bezeichnung "Handwerker unter den Affen" macht er damit alle Ehre. Im Haustierrevier des Tierparks sind die Pfleger gespannt, wie sich das neugeborene Zackelschaf mit der Steppenrinder-Herde vertragen wird. Entsprechend ihrer ursprünglichen Herkunft teilen sich diese beiden ungarischen Tierrassen eine gemeinsame Anlage. Nebenan im Gehege haben die Shetlandponys außerdem prominenten Zuwachs bekommen: Fohlen Johnny wurde nämlich von den Pflegern nach einem berühmten amerikanischen Schauspieler benannt!
17:53
Jan und Henry: Die Giraffe auf dem Klo
18:00
mit rbb24, Sport und Wetter
19:27
Wie ist die Wetterlage in Berlin und Brandenburg in den nächsten Tagen? Das Magazin informiert mit professionell gestalteten Wetterkarten über alle Trends.
19:30
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
"Straße der Einheit" ist einer der häufigsten Straßennamen in Brandenburg. Man findet ihn in Städten und Dörfern, mittendrin oder am Rand. Ein Name, in dem Geschichte steckt - denn die "Einheit" stand nach dem Zweiten Weltkrieg für die "Einheit der Arbeiterklasse", die Vereinigung von KPD und SPD zur SED. Nach 1990 wurde der Name schlicht umgewidmet - und erinnert nun an die deutsche Einheit. Die Dokumentation "Brandenburg - Straßen der Einheit" folgt diesem Straßennamen auf eine Reise durchs Land, porträtiert Menschen, deren Leben so unterschiedlich ist wie die Orte, an denen sie wohnen - und fragt: Wie lebt es sich hier? Wie leben wir zusammen, in einer Zeit voller Spannungen und vermeintlicher Spaltung? In Bad Belzig führt die Straße der Einheit mitten durch die historische Altstadt. Hier betreibt die Familie von Petra Benke seit fünf Generationen einen Gasthof. Sie selbst hat schon als Kind mitgeholfen, heute wird sie von allen nur "Mutti" genannt: "Schwierig war es immer - die Euro-Umstellung, der Bau der Umgehungsstraße, die Pandemie. Aber da haben wir uns gesagt: Oma hat den Zweiten Weltkrieg überstanden, Ur-Oma die Inflation, da werden wir ja wohl Corona schaffen." In Kremmen trifft der Film an der Straße der Einheit auf den örtlichen FC Kremmen 1920. Hier wird der Begriff "Einheit" ganz praktisch - eine Mannschaft funktioniert nur als Team. In einer Männerwelt, zwischen Fußballplatz, Kabine und KfZ-Werkstatt geht es um Klischees, Ehrgeiz und die Frage, was eine Gemeinschaft zusammenhält. In Jänschwalde Ost ist die Straße der Einheit nur zwei Häuserblöcke lang, doch hat sich hier eine ganz besondere Gemeinschaft von Alteingesessenen und Zugezogenen gefunden - mitten im Wald, zwischen stillgelegtem Tagebau und ehemaligem Flugplatz. Während man in Potsdam, am Platz der Einheit, eine Stadt im stetigen Wandel erlebt. Ramona Fröhder betreibt hier ihren Waschsalon, beobachtet, wie sich der Alltag verändert: "Die Leute werden ungeduldiger, gereizter, wegen der vielen schlechten Nachrichten." Ramona Fröhder ist gelernte Köchin, hat als Kellnerin gearbeitet, sich später zur Kauffrau in der Wohnungswirtschaft umschulen lassen. Seit knapp 20 Jahren ist sie selbstständig: "Mein Motto war immer: Ich pack das. Meckern kann jeder. Ein schlauer Mann hat mal gesagt: Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst." An Orten, die nicht mehr gemein haben, als ein Straßenschild, erzählt der Film "Brandenburg - Straßen der Einheit" Geschichten von Zusammenhalt, Aufbruch, Verlust, Heimat und Veränderung.
21:45
22:15
Ab Spätsommer 1980 gehen zehn junge Leute von West nach Ost, tauchen unter in der DDR. Im konspirativen "Objekt 74" des Ministeriums für Staatssicherheit bei Briesen werden sie zu DDR-Bürgern "ausgebildet". Sie erhalten gefälschte Papiere und neue Identitäten. Sie gehören zu den meistgesuchten Personen der Bundesrepublik Deutschland. Unter ihnen ist die damals 30jährige Silke Maier-Witt, die seit 1977 Mitglied der Roten Armee Fraktion war, zur zweiten Generation der RAF zählte und zu den Entführern des ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer gehörte. Silke Maier-Witt und einige andere RAF-Mitglieder wollten schließlich aussteigen, das Leben im Untergrund war gefährlich, das Morden brutal. Der aktive Teil der zweiten Generation kann mit den zögerlichen Zweiflern nichts anfangen, sie sind Ballast für die Bewegung. Man will sie loswerden, in irgendein sozialistisches Land. Über Kontakte zur Stasi landen sie schließlich - überraschend - in der DDR. Ein scheinbar sicherer Rückzugsort. Aus Silke Maier-Witt wird Angelika Gerlach, aus einer im Westen mit Steckbrief gesuchten Top-Terroristin wird im Osten eine unscheinbare Krankenschwester. Dass die DDR zehn RAFlern Unterschlupf und ein bürgerliches Leben im eigenen Land gewährt, ist ein Staatsgeheimnis. Ein Bekanntwerden der Stasi-RAF-Kollaboration hätte zu schweren innerdeutschen Verwerfungen geführt. Das kann sich die DDR nicht leisten, denn sie ist auf finanzielle Unterstützung aus Bonn angewiesen. Deshalb setzt die Stasi alles daran, dass die Ex-Terroristen im eigenen Land nicht auffliegen. Eine RAF-Attentatsserie Mitte der 80er Jahre, zu der die Ermordung des Ministerialdirektors im Auswärtigen Amt Gerold von Braunmühl am 10. Oktober 1986 gehört, erhöht den Druck auf die Stasi, ihre "Schützlinge" noch besser zu verstecken. Maier-Witt wird mit neuem Namen und neuer Identität als Sylvia Beyer nach Neubrandenburg "versetzt". Als 1989 die Mauer fällt, weiß sie aber, dass das Versteckspiel aus ist. Im Frühsommer 1990 wird sie verhaftet. Die Zeit des Asyls im Arbeiter- und Bauernstaat ist für die Ex-Terroristen zu Ende. Silke Maier-Witt kooperiert bei der Aufklärung. Sie wird nach fünf Jahren Haft zur Bewährung entlassen. Der preisgekrönte Filmemacher Claus Räfle rekonstruiert die Umstände, die zur Aufnahme der zehn RAF-Aussteiger in der DDR führten. Er erzählt am Beispiel von Silke Maier-Witt vom Leben im DDR-Alltag, vom Versuch, hier unauffällig heimisch zu werden, von den Ermittlungen westdeutscher Behörden und den Verschleierungstaktiken der Stasi. Claus Räfle redet mit Experten und Zeitzeugen - und mit Silke Maier-Witt. Wie schon in seinem Doku-Drama "Die Unsichtbaren - Wir wollen leben" (2017), das von Juden in der Zeit des Nationalsozialismus handelt, spürt Claus Räfle erneut einer Ausnahmesituation nach, die mit einem Identitätswechsel verbunden ist. Die Dokumentation verwebt Interviews und Archivmaterial mit KI-animierten Szenen (von Helmut Fischer und Parviz Balucci). So entsteht ein zeitgeschichtlicher Doku-Thriller.
23:45
Die TV-Dokumentation "Adolf Kanter - Der Spion, der zuviel wusste" zeichnet eine Geschichte nach, die als Schmiergeldaffäre in der BRD begann und sich als ein von der Öffentlichkeit unbemerkter deutsch-deutscher Spionagekrimi entpuppte. 5 Jahre nach der Wiedervereinigung wird in Koblenz ein Mann wegen fortgesetzter, schwerer geheimdienstlicher Tätigkeit zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Die Gründe für die milde Strafe liegen im Bonner Regierungsviertel verborgen: Der DDR-Spion Adolf Kanter unterhielt seit den 1950ern beste Beziehungen in die westdeutsche Wirtschafts- und Politik-Elite. Gemeinsam mit seinem Jugendfreund Eberhard von Brauchitsch erfindet er ein Zuwendungssystem für Politiker, dass sich in den 80er Jahren zum größten Korruptionsskandal der BRD ausweitet: Insgesamt 25 Millionen DM flossen aus den schwarzen Kassen des Flick-Konzerns, dessen Bonner Stabsstelle Kanter als Prokurist mit leitete, an Politiker der drei etablierten Parteien. Auch an Helmut Kohl, mit dem Kanter und von Brauchitsch seit ihren Anfängen in den 50er Jahren verbunden sind. Doch niemand in der alten Bundeshauptstadt ahnt zu diesem Zeitpunkt, welch doppeltes Spiel Kanter betreibt: Dass der unscheinbare Lobbyst brisante Interna über die Geldempfänger - der Elite der westdeutschen Politik - an die HVA von Markus Wolf liefert. Als 1983 durch einen Zufall Kanters Agententätigkeit der westdeutschen Spionageabwehr bekannt wird, bleibt dieses brisante Wissen jedoch geheim. Vor allem deshalb, weil zeitgleich ein Untersuchungsausschuss des Bundestags versucht, das ganze Ausmaß der Flick-Parteispendenaffäre zu ergründen. Kanters Enthüllung hätte Kohls Guillaume-Moment werden können. Wäre Kohls langjährige und brisante Verbindung zum DDR-Agenten Kanter herausgekommen, es hätte möglicherweise Kohls Kanzlerschaft beendet, so der damalige Vertreter der Grünen im Bundestagsuntersuchungsausschuss, Otto Schily. In spannenden 45 Minuten enthüllt Grimme-Preisträger Claus Räfle mithilfe von Zeitzeugen und Insidern aus dem politischen Betrieb Bonns der 80er Jahre nun, dass die Spionageaffäre Kanter offenbar aus Gründen des Machterhalts der Regierung Kohl vertuscht wurde.