04:30
Beleidigungen, Drohungen und gezielte Diffamierungen gehören für viele Menschen in Deutschland zum digitalen Alltag. Hass im Netz ist kein Randphänomen mehr, es kann jeden treffen. Was oft als "Meinungsäußerung" verharmlost wird, hat für die Betroffenen reale, teils existenzielle Folgen. Die Dokumentation begleitet Menschen, die massive Hasskampagnen erlebt haben - und die sich entschieden haben, nicht zu schweigen. Der Film von Julia Lösch und Rebecca Kirkland erzählt von Angst, Ohnmacht und Scham, aber auch von Mut, Widerstand und der Frage, wie gut der Rechtsstaat im digitalen Zeitalter tatsächlich schützt.
05:00
Europaweit verzeichnen rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien inzwischen starke Erfolge vor allem auch bei Erst- und Jungwählern. Die Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Eine relevante und lange unterschätzte Ursache ist der Einfluss von Influencerinnen und Influencern, die in den sozialen Medien Stimmung machen gegen Europas plurale Gesellschaften und gegen die Demokratie. Inzwischen haben sie die Aufmerksamkeit von vielen Millionen Followern und beeinflussen diese politisch. Doch wer sind die Menschen, die in den sozialen Netzwerken die Erfolge der rechtsextremen Bewegung forcieren? Wie und mit welchen Themen gelingt es ihnen, Stimmung zu machen?
05:15
Besonders in der jungen DDR wird Mangel zum Motor für Kreativität und Improvisation. Die 1950er- und 1960er-Jahre sind eine Zeit voller Tüftlergeist und Mut: Es fehlen Rohstoffe und Maschinen. Not wird zur stärksten Währung im Sozialismus, Pragmatismus trifft auf Pioniergeist. Aus Schrott und Mangel schafft die DDR Geniales. Rohstoffe, Maschinen und selbst einfache Alltagsgüter sind knapp. Was es im Überfluss gibt: Ideenreichtum. "Not macht erfinderisch" wird zum ungeschriebenen Gesetz, das den Alltag, die Industrie und die Kultur prägt.
06:00
Die DDR träumt in den 1970ern von der Weltspitze - mit Plattenbau und Supersportwagen. Fortschritt wird zur Staatsaufgabe, getragen von Improvisation und dem Können vieler. Doch der Plan hat Lücken. Nicht jede Idee passt ins System. Die Wissenschaft soll aufblühen und der DDR Devisen bringen. Doch die Planwirtschaft duldet keine Neugier. Forschung ist nur erlaubt, solange sie auf Linie bleibt.
06:45
Ende der 1970er-Jahre jagt die DDR nach Devisen - und setzt auf Hightech wie die Funktelefonanlage Blaumeise 3. Auch in der Raumfahrttechnik will man den Westen einholen. Hinter verschlossenen Türen entstehen innovative Meisterleistungen wie die erste künstliche Bandscheibe oder fast unzerstörbares Glas. Die DDR wird von der Geschichte eingeholt. Nach der Wende verschwindet vieles, was als Weltspitze galt. Die DDR der 1980er-Jahre gerät ins Wanken, doch hinter verschlossenen Türen wird weitergeträumt: von der Zukunft, vom Weltraum und von internationalem Ruhm. Was in diesen Jahren entsteht, ist oft visionär, manchmal sogar genial.
07:30
Der frühere Kriegskommandant Ivica will sein Hotel erweitern - denn der Tourismus in Kroatien boomt. Doch jenseits der glänzenden Adriaküste sind die Spuren des Krieges noch immer sichtbar, im Land ebenso wie bei den Menschen. Ein besonders belastendes Kapitel soll nun endgültig geschlossen werden: Die Regierung hat sich vorgenommen, Kroatien bis 2026 von allen Landminen aus dem Krieg zu befreien. Doch kann dieses Ziel erreicht werden? Der 38-jährige Cicak gehört zu den letzten Landminenräumern des Landes und blickt in eine ungewisse Zukunft.
07:45
Die Dokumentation taucht ein in eine Welt, die es offiziell seit über 100 Jahren nicht mehr gibt: die Welt des deutschen Adels. Seit der Abschaffung der Monarchie 1919 ist der Stand rechtlich bedeutungslos, doch adelige Familien prägen bis heute Teile der Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland. Für diese Dokumentation wurden Schlösser, Jagden und Adelsbälle besucht, wo ein Spagat zwischen Tradition und moderner Realität gelebt wird.
08:30
Der Vatikan - ein Ort des Glaubens und dunkler Geheimnisse. Ein mysteriöser Mehrfachmord, ein beinahe tödliches Attentat und eine erpresserische Entführung werfen noch immer Fragen auf. Wer steckt hinter den Verbrechen? Die Geheimdienste, die Mafia oder gar der Klerus selbst? Hat der Vatikan tatsächlich etwas zu vertuschen? Die Angehörigen der Opfer fordern Gewissheit.
09:15
Seit dem Mittelalter gibt es die Legende der gelehrten Frau, die zur Päpstin gewählt wird und den Namen Johannes Anglicus trägt. Die Ausübung des Pontifikats von 872 bis 882 sollen ihre Nachfolger verschwiegen haben. Auf der Suche nach Beweisen für die Existenz der Päpstin Johanna begibt sich der Film in das Machtzentrum der katholischen Kirche, den Vatikan. Im Petersdom gibt es versteckte Hinweise, die Johannas umstrittene Existenz bezeugen könnten.
10:00
Wenn Pilotin Ky im abendlichen Landeanflug die Skyline von Toronto vor sich hat, ist das ihr glücklichster Moment des Tages. Abends wird die Finanzmetropole zum bunt schillernden Melting Pot. Ky ist in Toronto aufgewachsen, kennt jeden Stadtteil und sagt: "Ich weiß gar nicht, warum ich in die Welt hinausfliege - die Welt ist doch hier." Das stimmt. Kanadas größte Stadt löst das Versprechen einer funktionierenden Multikulti-Metropole ein. Sieben Millionen Einwohner aus mehr als 230 Nationen leben in der Greater Toronto Area. Um zu erleben, was das bedeutet, muss man nur bei Nacht die einzelnen Stadtteile erkunden.
10:45
Nach dem 30. August 1978 ist im Leben von Constanze Glien nichts mehr so, wie es einmal war. Die DDR-Bürgerin macht mit ihrer Familie Urlaub in Polen und will von Danzig zurück nach Schönefeld fliegen. Die Landung der polnischen LOT-Maschine - mit 50 Bürgerinnen und Bürgern aus der DDR an Bord - verspätet sich. Constanze Glien wird nervös. Als sie und ihr Mann aus dem Fenster schauen, trauen sie ihren Augen nicht. Statt in der DDR landet Constanze Glien in West-Berlin - beim "Klassenfeind". Das Flugzeug war gekapert worden...
11:30
Seit der Mensch das Fluggerät erfunden hat, ist es der Traum waghalsiger Piloten, den Atlantik nonstop zu überwinden. Tollkühne Männer und Frauen in ihren knatternden Kisten riskieren ihr Leben dafür. Vor 100 Jahren ist der Transatlantikflug erstmals gelungen. Die Dokumentation erinnert an den Wagemut der Pioniere, blättert zurück auf 100 Jahre Fluggeschichte, erzählt von abenteuerlichen Flugversuchen, von grandiosen Leistungen und Rekorden, umjubelten Helden der Lüfte, aber auch von Rückschlägen und Katastrophen.
12:15
Heute London, morgen Paris, übermorgen New York - das Leben der "Jetsetter" - lange vor Klimakrise und Flugscham galt das Fliegen als Inbegriff von Luxus, Freiheit und Weltoffenheit. Die Passagierluftfahrt macht Stewardess und Pilot zu den Traumberufen schlechthin. Moderne Flugzeuge setzen neue Maßstäbe in Komfort, Technik und Stil. Fliegen wird zum Hobby der High Society.
12:55
Die Karibik ist mit ihrem kristallklaren Wasser und den perfekten Puderzuckerstränden ein Sehnsuchtsort für Touristen aus aller Welt. Doch dieses Paradies voller Korallen und Meerestieren leidet besonders unter dem Klimawandel. Die Erwärmung der Meere feuert die Wirbelstürme an, die Tod und Zerstörung bringen, besonders für kleine Inseln wie Dominica. Auch dichte Teppiche der Sargasso Algen sprießen durch die warmen Meere. Darunter leiden besonders Schildkröten; sie haben es schwer, auf- und abzutauchen, ersticken so im Meer oder verenden in der Sonne. Doch es gibt auch viele mutige Helfer, die sich gegen die Folgen des Klimawandels stemmen.
13:00
Themen und Hintergründe
14:15
Musik, Mode, Kunst: Queere Menschen eroberten sich in den 1970er- und 80er-Jahren neue Räume. Was zuvor verborgen war, wurde zu einer neuen, lauten und selbstbewussten Popkultur. Peter Ambacher, ein Freund von Freddie Mercury aus dessen Münchner Tagen Anfang der 1980er, taucht ein in die Berliner Ballroom-Szene und erinnert an die Zeiten, die den Weg für queere Communities von heute ebneten. Mit Archivbildern, persönlichen Erlebnissen und eindrucksvollen Geschichten erzählt die erste Folge, wie Stars wie Grace Jones, David Bowie oder Robert Mapplethorpe Trends setzten und Generationen prägten. Eine eindrucksvolle Zeitreise durch zwei Jahrzehnte voller Mut und Aufbruch.
14:55
In den 1990er- und 2000er-Jahren erobern queere Styles die Popwelt. Club-Ästhetik wird zu Mainstream - von Mode und Musik bis zu Werbung - oft, ohne dass ihre Herkunft erkannt wird. Die Musikerinnen Peaches und Ebow blicken in einer Berliner Bar zurück: von Techno und Love Parade über Boygroups bis zu Stars wie George Michael oder Lady Gaga. Queere Codes wurden Trends - und plötzlich Teil des Alltags. Diese Folge erzählt, wie Metrosexualität, Genderfluidität oder Body Positivity sichtbar wurden und den Geschmack einer ganzen Generation prägten. Gleichzeitig zeigt sie, wie queere Ideen oft vereinnahmt wurden, während die Kämpfe dahinter unsichtbar blieben.
15:35
Queere Codes sind heute überall. Ist die Avantgarde im Mainstream aufgegangen? Ist das Vielfalt pur oder der Verlust des Besonderen? Designer Kilian Kerner, Schauspieler Lamin Leroy Gibba und Popsängerin Luna erzählen, wie queere Ästhetik vom Rand in die Mitte der Gesellschaft wanderte. Von Drag Queens über Popstars bis TikTok: Was bedeutet Queerness, wenn sie alle nutzen? War dies das Ziel oder ist es das Ende der Differenz? Ist queere Kreativität heute Triumph oder nur Trend?
16:15
In der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 schlugen Homo- und Transsexuelle nach einer Polizeirazzia im Stonewall Inn in New York zum ersten Mal zurück: eine Serie von gewalttätigen Aufständen brach los, die zum zündenden Funken der heutigen Lesben-, Schwulen- und Trans-Bewegung wurde. 50 Jahre nach den Krawallen sind Homosexuelle fast überall in der westlichen Welt rechtlich gleichgestellt. Doch nicht nur in Ländern mit rigider Unterdrückung, sondern auch bei uns ist Homophobie allgegenwärtig. Der Film macht eine Bestandsaufnahme der heutigen Gesellschaft: Welche Fortschritte hat die LGBTQ-Bewegung seit Stonewall erreicht, welche Hürden sind noch zu nehmen?
17:15
Der Hamburg Airport ist ein Ort der Sehnsucht und der Hektik, zugleich aber Hochsicherheitsbereich. Täglich passieren Tausende Passagiere die Terminals. Während Familien in die Ferien starten und Geschäftsreisende zum nächsten Termin eilen, koordiniert Lynn Buchholtz (31), Gruppenleiterin der Bundespolizei am Hamburg Airport, Einsätze und führt ihr Team durch unvorhersehbare Situationen.
17:45
Die Dokumentation taucht ein in eine Welt, die es offiziell seit über 100 Jahren nicht mehr gibt: die Welt des deutschen Adels. Seit der Abschaffung der Monarchie 1919 ist der Stand rechtlich bedeutungslos, doch adelige Familien prägen bis heute Teile der Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland. Für diese Dokumentation wurden Schlösser, Jagden und Adelsbälle besucht, wo ein Spagat zwischen Tradition und moderner Realität gelebt wird.
18:30
Der Vatikan - ein Ort des Glaubens und dunkler Geheimnisse. Ein mysteriöser Mehrfachmord, ein beinahe tödliches Attentat und eine erpresserische Entführung werfen noch immer Fragen auf. Wer steckt hinter den Verbrechen? Die Geheimdienste, die Mafia oder gar der Klerus selbst? Hat der Vatikan tatsächlich etwas zu vertuschen? Die Angehörigen der Opfer fordern Gewissheit.
19:15
Seit dem Mittelalter gibt es die Legende der gelehrten Frau, die zur Päpstin gewählt wird und den Namen Johannes Anglicus trägt. Die Ausübung des Pontifikats von 872 bis 882 sollen ihre Nachfolger verschwiegen haben. Auf der Suche nach Beweisen für die Existenz der Päpstin Johanna begibt sich der Film in das Machtzentrum der katholischen Kirche, den Vatikan. Im Petersdom gibt es versteckte Hinweise, die Johannas umstrittene Existenz bezeugen könnten.
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Die Rocky Mountains sind die mächtigste Bergkette Nordamerikas. Sie erstreckt sich über rund 4500 Kilometer von Alaska bis New Mexico und bietet noch zahllose nahezu unberührte Lebensräume. Die "Rockies" sind das Rückgrat Nordamerikas, eine wunderschöne Wildnis, in der Pumas, Wölfe, Vielfraße und Grizzlies zu Hause sind.
21:00
Trotz dünner Luft und spektakulärer Steilhänge entpuppen sich die Gipfel der Welt als sicheres Refugium zahlreicher bedrohter Tierarten wie Kondor und Berglöwe, aber auch uriger Bergvölker und rekordverdächtiger Alpinisten. Auf schneebedeckten Höhen und steppenartigen Plateaus trifft das Filmteam im Himalaja auf farbenfrohe Buddhisten-Kunst, auf nach Luft ringende Everest-Marathon-Teilnehmer und stark gefährdete Tiere wie Schneeleoparden und tibetanische "Hot Spring Snakes".
21:45
Die Anden durchziehen den südamerikanischen Kontinent von der Karibik bis nach Feuerland. Auf rund 7500 Kilometern finden sich windumtoste Sechstausender, brodelnde Vulkane, karge Hochebenen und menschenleere Wüsten. Und neben dem landschaftlichen Reichtum besitzt die gesamte Andenregion riesige Vorkommen an Bodenschätzen. Diese Folge gewährt Einblicke in die extremen Gegensätze der Anden, der weltweit längsten Gebirgskette.
22:30
Die majestätischen Tafelberge Venezuelas, von den Einheimischen ehrfürchtig als "Tepuis", Häuser der Götter, bezeichnet, sind mehr als nur beeindruckende Naturwunder. In den Tiefen darunter wagt sich ein internationales Forschungsteam in ein Abenteuer voller Geheimnisse und Entdeckungen. Das Team begibt sich auf den Auyan-Tepui, einen der imposanten Tafelberge, und dringt tief in dessen Höhlensystem vor. Dort untersucht es rätselhafte Insekten- und Vogelarten und stößt auf faszinierende Urzeitwesen, die älter sind als Dinosaurier: lebendige Steine.
23:15
Der Angriffskrieg gegen die Ukraine hat den Wandel Russlands zur Diktatur beschleunigt. Wird aus Putin ein Stalin 2.0? Inzwischen beruht Putins Herrschaft auf einem Führerprinzip, das ihm als Präsident die oberste Befehlsgewalt in politischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und militärischen Belangen sichert. Die imperiale Machtfülle der Stalinzeit gilt Putin als Vorbild. Die Kritik am einstigen Kremlherrscher ließ er zurückdrängen. Längst stehen nicht mehr Verbrechen und Unterdrückung im Zentrum der Erinnerung, sondern die imperiale Größe der Stalin-Ära. Nach dem Sieg über Hitler hatte der Kremlherrscher die von ihm geführte Sowjetunion in den Rang einer nuklearen Weltmacht gehoben. Doch seine Ära steht auch für unermesslichen Terror und Leid. Eine Gewaltherrschaft wie unter Stalin wird es unter Putin nicht geben, sind sich Historiker einig, aber längst spricht man von einem "System Putin", welches das einst verharmlosend als "gelenkte Demokratie" bezeichnete Konstrukt weit hinter sich lässt. Gewaltenteilung gibt es nur pro forma, das Parlament dient eher der Akklamation als der Kontrolle. "Der Krieg hat zu einer deutlichen Zunahme der staatlichen Repression gegen alle Formen von Widerspruch geführt und zur Konzentration der personifizierten Macht, was Russland in eine regelrechte Diktatur drängt", heißt es im Demokratieindex für 2022 (ein weltweit viel beachteter Report der britischen Zeitschrift "The Economist"). So tief wie kein weiteres Land fiel Russland um 22 Plätze in dem internationalen Ranking. Klassische Merkmale der Diktaturen des 20. Jahrhunderts treten zum Vorschein, auch solche, die Putin mit Stalin verbinden: eine imperiale, historisch oder ideologisch begründete Vision. Verbunden mit einer Gleichschaltung der Medien, Demonstration militärischer Macht, Unterdrückung der Opposition, aggressiver Propaganda und Personenkult. Und außenpolitisch, militärisch? Der Kampf, den Stalin einst gegen den Hitlerfaschismus führte, werde nun gegen die (angeblichen) Faschisten in der Ukraine fortgesetzt. Doch führt der von Putin entfesselte Angriffskrieg gegen die Ukraine womöglich zum Scheitern des "Systems Putin"?