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Die heimische Politik beschäftigt momentan vor allem eines: Die Verhandlungen rund um das heimische Budget. Bereits im Juni und damit mehrere Monate früher als üblich will SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer seine Budgetrede im Parlament halten. Hinter den Kulissen wird eifrig verhandelt. Dabei zeichnet sich keine Entspannung ab, ganz im Gegenteil. Die obersten Schuldenwächter des Landes, der Fiskalrat, sehen wesentlich mehr Sparbedarf als das Finanzministerium. Einmal mehr wird die Forderung nach echten Strukturreformen und Einsparungen laut, während der Krieg im Nahen Osten und die steigenden Energiepreise die Wirtschaft und die Menschen treffen. Auch der ORF kommt weiter nicht aus den Schlagzeilen: Während die Causa Weißmann die Anwälte beschäftigt, stellt sich Ingrid Thurnher am Donnerstag im Stiftungsrat der Wahl zur Generaldirektorin bis Ende des Jahres. Darüber diskutieren in einer Runde der ChefredakteurInnen bei ORF-III-Chefredakteurin Lou Lorenz-Dittlbacher: Christoph Kotanko (Oberösterreichische Nachrichten), Martin Gebhart (Kurier), Anna Tillack (ARD), Gernot Bauer (profil) und Christian Nusser (Heute-Verlag).
23:21
Die Rückkehr Donald Trumps ins Präsidentenamt spült nicht nur ein neue Generation ultraloyaler Politiker und milliardenschwerer Unternehmer, sondern auch die ganze Familie Trump an die Hebeln der US-Politik. Söhne, Töchter, Schwiegerkinder und enge Vertraute übernehmen offizielle Funktionen oder wirken informell an politischen Entscheidungen mit. Fachliche Qualifikation, politische Erfahrung und institutionelle Regeln treten dabei in den Hintergrund - entscheidend ist vor allem persönliche Nähe und Ergebenheit gegenüber Trump. Im Mittelpunkt steht die Verlagerung des politischen Machtzentrums: weg von den traditionellen politischen Institutionen der Vereinigten Staaten und dem Regierungssitz im Weißen Haus in Washington, hin zu Trumps luxuriösem Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida. Das einst historische Anwesen ist längst mehr als ein privater Rückzugsort. Es wird zum exklusiven Treffpunkt für Familienmitglieder, politische Verbündete, wohlhabende Unterstützer und rechte Medienakteure, die dort exklusiven Zugang zu dem mächtigsten Mann der Welt erhalten. Die Dokumentation zeichnet das Bild eines Präsidenten, der die Grenzen zwischen Staat, Familie, Geschäft und persönlichem Netzwerk zunehmend verwischt. Sie zeigt, wie politische Entscheidungen in einem Umfeld vorbereitet und beeinflusst werden, das von Selbstbereicherung, bedingungsloser Gefolgschaft und Nepotismus geprägt ist. So entsteht das Porträt eines Machtapparats, in dem persönliche Bindungen mehr zählen als demokratische Legitimität, fachliche Eignung und institutionelle Kontrolle.