21:58
Von allen früheren Wiener Vorstädten lässt sich in Mariahilf vielleicht am besten das damalige Leben der Leute in Wien abseits des Zentrums verstehen. Der Bezirk war damals, wie auch zum Teil heute noch, ein grätzelartiges Biotop, in dem das kleinbürgerliche Leben pulsierte. Zahlreiche Hotels entlang der Mariahilferstraße zeugten in Gumpendorf von der Zeit, als Fremde hier in Quarantäne mussten, damit sie sicher keine Krankheiten in die Innenstadt einschleppten. Geschäfte, Freizeitangebote, Unterhaltung, kleiner Straßenverkehr und eben auch Kultur prägten im 19. Jahrhundert das Ortsbild. Unter anderem ein Verein, der ein Vorstadttheater gegründet hat. Die Gumpendorfer beschlossen, hier das Raimund-Theater zu errichten, und schufen eine Bühne, die zu einer starbestückten Institution werden sollte und bis heute aus dem Wiener Musiktheaterbetrieb nicht wegzudenken ist. Regisseur Martin Vogg erzählt in dieser ORF III Erbe Österreich Neuproduktion die Geschichte dieses Bezirks und gibt ein möglichst plastisches Bild davon, wie das Leben der einfachen Menschen hier in früheren Epochen verlaufen ist, insbesondere am Ausgang der Monarchie.
22:49
Es ist einer der letzten Urwälder Europas und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich: das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal in Niederösterreich. In Lunz am See hat ein neues Museum eröffnet, das sich als "Haus der Wildnis" versteht und diesen einzigartigen Fleck Natur den Menschen vermitteln möchte. Dort setzt man auf moderne Technik und Virtuelle Realität um das erlebbar zu machen was streng geschützt werden muss, nämlich die Natur und die Tierwelt. Moderator Kari Hohenlohe taucht in dieser Folge von "Aus dem Rahmen" ab in die Wildnis und ein in den Urwald Niederösterreichs.
23:39
Um 1900 entstehen in Wien die ersten Straßenfotografien, die nicht nur die Prominenz, sondern auch den Alltag der breiten Bevölkerung festhalten. Vieles wirkt dabei überraschend vertraut: Zahlreiche Orte der Stadt ähneln schon damals dem heutigen Wien. Die Menschen jedoch unterscheiden sich in Mode, Berufswelt und Wertevorstellungen deutlich von uns. Diese faszinierende Zeitreise führt die neue Erbe Österreich-Produktion in das Wien der ersten Foto- und Filmpioniere zurück und präsentiert Aufnahmen, die so noch nie im Fernsehen zu sehen waren. Ausgehend von historischen Bildern spannt der Film einen stadtgeschichtlichen Bogen - von der Zeit vor der Ringstraße, als die Stadtmauern noch standen, bis zur letzten Blüte der k. u. k. Monarchie und darüber hinaus. Im Fokus stehen die großen Umbrüche im Stadtverkehr, der Wandel der Mode, ausgestorbene Berufe und der Alltag der Wienerinnen und Wiener um 1900, der stark von Klassenbewusstsein geprägt war. Der Film besucht bekannte Schauplätze vom historischen Zentrum bis in die Außenbezirke und lässt das außergewöhnliche Bildmaterial von Expertinnen und Experten einordnen.