21:05
Konsumieren, regional und umweltverträglich, das kann so einfach sein - folgt man den Siegeln und Labels, die das suggerieren. Sie sollen Vertrauen schaffen, doch oft steckt mehr Marketing als Realität dahinter. Die Flut an Eigenkreationen, unklaren Definitionen und Werbebegriffen bei Siegeln und Labels macht es Verbrauchern schwer, sich zurecht zu finden. Gerade in der Textilbranche hat sich eine wahre Siegel-Industrie entwickelt. Viele Hersteller erfüllen zwar formale Mindeststandards, umgehen aber strenge Kontrollen, indem sie nur einen Teil ihrer Kollektion zertifizieren lassen. Viele Marken erfinden sogar eigene Hauslabels, die keinerlei Kontrolle unterliegen. Auch bei Lebensmitteln wird getrickst: Auf Obst und Gemüse prangen immer häufiger regionale Siegel. Doch "aus der Region" ist kein geschützter Begriff. Oft reicht es, wenn das Produkt in der Region verpackt oder gelagert wird. Bei verarbeiteten Lebensmitteln genügt es manchmal, dass nur ein kleiner Anteil der Zutaten tatsächlich aus der angegebenen Region stammt. Moderator Jo Hiller zieht am Ende seiner Reise durch die Siegel-Welt eine ernüchternde Bilanz.
21:56
Fleisch von glücklichen Tieren, Milch zu fairen Preisen für die Bäuerinnen und Bauern, Lebensmittel aus der Region. Die Verbraucher und Verbraucherinnen möchten alles richtig machen und hochwertige Ware kaufen, aus artgerechter Tierhaltung, fair und nachhaltig produziert. Aber im Dickicht der Siegel und Label hat man kaum eine Chance, sich zurechtzufinden. Denn immer wieder versprechen sie viel und halten wenig. Die Kennzeichnung "Haltungsform" soll etwa Verbraucher informieren, woher abgepacktes Fleisch kommt und wie die Tiere gehalten wurden. Doch Verbraucherschützer kritisieren das Siegel. Es gibt eine Vielzahl von Siegeln, die Bio-Produkte kennzeichnen. Die EU hat Mindestkriterien für ökologischen Landbau festgelegt, deutsche Anbauverbände setzen auf strengere Regeln. Beim Fischkauf greifen viele Kunden zu Produkten mit MSC-Siegel. Das Zertifikat soll garantieren, dass der Fisch nachhaltig gefangen wurde. Hält das MSC-Siegel, was es verspricht? Kann man wirklich nachhaltig die Meere leerfischen? Oft sitzt wie beim MSC die Industrie selbst mit am Tisch, wenn die Kriterien festgelegt werden. Entsprechend kompromissbelastet ist oft das Resultat. R: Katarina Schickling
22:48
Seit fünfzehn Jahren kämpft die gebürtige Vorarlbergerin Eva Amann gegen ein Astrozytom, einen Gehirntumor, der in ihrem Kopf immer wieder nachwächst und mittlerweile auch bösartig geworden ist. Die tapfere Frau hat in dieser Zeit nicht nur geheiratet, sondern auch einer Tochter das Leben geschenkt, weil sie immer davon überzeugt war, den Kampf gegen die Krankheit gewinnen zu können. Um anderen Betroffenen Mut zu machen, hat sie die jüngste ihrer zahlreichen Operationen von ihrem Ehemann mitfilmen lassen und dabei auch Regieanweisungen gegeben. Diese zehnstündige Operation an der Uniklinik in Graz wurde nämlich zu einem großen Teil im Wachzustand durchgeführt! Das ist nötig, um möglichst wenig Schaden an der Motorik der Patientin anzurichten und gleichzeitig möglichst viel vom Tumor entfernen zu können. Die Operation ist der rote Faden des Films, in dem neben der extrem spannenden und berührenden Geschichte von Eva Amann auch die neuesten Entwicklungen bei der Behandlung von Gehirntumoren gezeigt werden. Vieles davon gibt Anlass zur Hoffnung, denn nicht nur spezielle Operationstechniken, sondern auch neue Möglichkeiten der Chemotherapie könnten im Kampf gegen "Den Feind in meinem Kopf" bald in der klinischen Praxis zum Einsatz kommen.
23:38
In den letzten Jahren hat die Krebsbehandlung große Fortschritte gemacht, dank neuer Therapien überleben immer mehr Menschen immer länger ihre Diagnose. In vielen Fällen aber wirken die Behandlungen noch nicht ausreichend oder haben zu gravierende Nebenwirkungen. Die treffpunkt medizin-Neuproduktion "Neue Waffen gegen Krebs" beschäftigt sich mit den Fortschritten, die in naher Zukunft zu erwarten sind, aber auch mit Methoden, die in den letzten Jahren entwickelt wurden und jetzt immer mehr in der medizinischen Praxis ankommen. Ausgehend von berührenden Patientengeschichten, die oft sogar mit völlig unerwarteten Heilerfolgen enden, taucht der Film in die Welt der Betroffenen genauso ein wie in jene der Klinik und der Grundlagenforschung.