18:15
Trecker, Mähdrescher, Häcksler: Damit auf den Höfen alles läuft, müssen Landmaschinen zuverlässig funktionieren. Dafür sind sie da - die Mitarbeitenden in einer Landmaschinenwerkstatt in Nordfriesland. Und dabei geht es um weit mehr als Ölwechsel und Schrauben festziehen. Moderne Landmaschinen sind hochkomplex. Wenn ein Traktor, Mähdrescher oder Teleskoplader ausfällt, muss der Fehler möglichst schnell gefunden werden. Denn auf den Höfen zählt jede Stunde, besonders dann, wenn die Maschinen dringend auf dem Feld gebraucht werden. "Die Nordreportage" zeigt, wie anspruchsvoll und vielseitig der Beruf des Mechatronikers für Land- und Baumaschinentechnik ist. Präzision, Erfahrung und Teamarbeit gehören genauso dazu wie handwerkliches Können. Azubis, Gesellen, Meister und Betriebsleiter erzählen, was sie an ihrem Beruf fasziniert und welche Verantwortung sie täglich tragen. Gleichzeitig wird deutlich: Auch in der Landmaschinenbranche fehlt qualifizierter Nachwuchs. Gute Fachkräfte werden dringend gesucht, engagierte junge Menschen sind willkommen. Eine Begegnung mit einem Beruf, der für die Landwirtschaft im Norden unverzichtbar ist.
18:45
Amanal Petros gehört zur globalen Elite des Langstreckenlaufes, ist amtierender MarathonVizeweltmeister und erfüllte sich diesen Sommer bei der Leichtathletik-EM in Birmingham seinen Traum von der Goldmedaille. Der Weg dorthin begann für den in Eritrea geborenen und in Äthiopien aufgewachsenen Petros mit der Flucht von dort. Als Asylbewerber kam er mit 16 alleine nach Bielefeld, fand dank seines Lauftalents Anschluss bei Leichtathletikvereinen und startete so seine Karriere als Langstreckenläufer. Heute geht er für Hannover 96 ins Rennen. In seiner Autobiografie "42,195 Kilometer Mein langer Lauf in die Freiheit" zeichnet Amanal Petros diesen außergewöhnlichen Weg nach. Auf dem Roten Sofa erzählt der 31-Jährige, was Laufen für ihn bedeutet und wie sehr er mit seiner Mutter und den Geschwistern verbunden ist, die in Äthiopien geblieben sind.
19:30
* Urteil im 2. White-Tiger-Prozess * Tote im Boxstall Universum * Sicherheit für Hamburgs Transportlogistik * Nachbericht des DFB-Pokals- BVB gegen HECB * Wie weit ist die Dahlienblüte? * Saisoneröffnung in der Elbphilharmonie
20:00
Die Nachrichten der ARD
20:15
Der Mehrteiler "Flussgiganten" widmet sich drei Flüssen auf drei Kontinenten mit unterschiedlichen Lebensräumen und Geschichten. Der Yukon ist Nordamerikas Gigant. Im Winter gefriert er zum eisigen Highway. Die Donau ist der internationalste der drei vorgestellten Flüsse: Sie fließt durch zehn Länder Europas. Das Einzugsgebiet des Sambesi erstreckt sich über acht afrikanische Staaten. Ein Touristenmagnet sind die gigantischen Victoriafälle. "Flussgiganten" ist ein bildgewaltiges Spektakel, erzählt von Rocko Schamoni. Der Yukon beginnt in den Bergen im kanadischen British Columbia, viereinhalb Stunden Flugzeit nördlich von Vancouver entfernt. Er fließt über 3.000 Kilometer durch Kanadas Nordwesten und Alaska in einem großen Bogen zum Beringmeer. Im Winter friert dieser riesige Fluss komplett zu. Dann ist er ein legendärer Highway aus Eis, der durch die unberührte Natur des nördlichen Nordamerikas führt. Sein Hinterland von immenser Größe, seine Zuflüsse berühmt-berüchtigt wie der Klondike River, seine Tierwelt faszinierend: vereiste Grizzlys, riesige Rentierherden, massive Elche, wendige Lachse und scheue Luchse. An seinen Ufern liegen einige wenige kleinere Städte, abgelegene Siedlungen, die nur über den Fluss erreicht werden können. Die Menschen trotzen dem harten Leben am Yukon. Temperaturen bis minus 50 Grad sind im Winter keine Seltenheit. Dieser Film zeigt die Welt der harten Kerle am eisigen Fluss, seien sie Mensch oder Tier und fasziniert mit grandiosen Bildern.
21:00
Drei rührende Lovestorys aus einem langen Leben: Drei Paare erzählen ihre Liebes- und Lebensgeschichte. Im August 1946 kreuzen sich ihre Wege zum ersten Mal. Lydia ist damals zehn Jahre alt, Vollwaise. Josef ist 14 und mit seiner Mutter und vier Geschwistern auf dem Bahnhof in Oberstuben in der heutigen Slowakei. Die Deutschen werden umgesiedelt. Nach mehreren Durchgangslagern kommen sie in ihrem neuen Zuhause an, eine Sammelunterkunft im Gutshaus Reinshagen bei Rostock. Beim Versteckspiel funkt es zwischen Lydia und Josef. Da ist sie zwölf und Josef von jetzt an ihr Held. Als Siegfried Klöhn seine zukünftige Frau Margot das erste Mal nach Hause bringt, weiß er sofort: Nur sie ist es. Das war 1951. Eine Woche musste er damals auf die nächste Verabredung warten, ein Telefon gab es noch nicht. Zu Margots Geburtstag radelte er mitten im Winter 20 Kilometer, um ihr eine Schachtel Pralinen zu bringen. Hannelore und Edmund Schweden sind seit über 75 Jahren verheiratet. Kennengelernt haben sie sich auf einer Karnevalsfeier, typisch für Düsseldorf eben. Es war der 11. Februar 1949. Edmund hat dort in einer Band Schlagzeug gespielt, Hannelore hat ihn auf der Bühne gesehen und war "sofort hin und weg". Und auch ihm sind ihre "wunderschönen roten Haare" aufgefallen. "Da war ich direkt verliebt", erzählt er.
21:45
Die Nachrichten für den Norden: NDR Info liefert Nachrichten im Fernsehen, im Radio, im Web und als App. Mehr Nachrichten ab NDR Text Seite 112 und im Internet: www.ndr.de/info
22:00
Er wollte Bündnis 90/Die Grünen kritisieren. Dann kam die Polizei. Und ein Strafbefehl über 6000 Euro. Der Fall des Unternehmers Michael Much zeigt, wie schnell politische Zuspitzung zum Fall für die Justiz werden kann. Im Jahr 2023 hatte er ein großes Plakat mit Karikaturen grüner Spitzenpolitiker auf seinem Privatgrundstück aufgestellt. Die Polizei baute das Plakat ab, der Fall landete vor Gericht. "Ich wollte nur die Regierung kritisieren", so Much. Am Ende wurde er freigesprochen. Doch der Staat hat gezeigt, was rechtlich möglich wäre - dank eines Paragrafen, der eigens zum besonderen Schutz von Politikern geschaffen wurde. Der § 188 StGB ist eine Vorschrift zum Schutz von Personen des politischen Lebens vor bestimmten Beleidigungen, übler Nachrede und Verleumdung. Im Vergleich zu den allgemeinen Vorschriften drohen dabei höhere Strafen. Außerdem können Polizei und Staatsanwaltschaft auch ohne Strafantrag des betroffenen Politikers ermitteln, wenn sie ein besonderes öffentliches Interesse sehen. Seit der Neufassung des Paragrafen im Jahr 2021 ist die Zahl der Ermittlungsverfahren deutlich gestiegen. Gab es damals 748 polizeilich erfasste Fälle, waren es im vergangenen Jahr fast 4800. Längst ist eine Debatte über den Paragrafen entbrannt, weil die Ermittlungsbehörden auch bei eher harmlosen oder satirisch gemeinten Äußerungen teilweise mit unverhältnismäßiger Härte reagieren - bis hin zu Hausdurchsuchungen. Wo endet zulässige politische Kritik - und wo beginnt eine strafbare Beleidigung? Wie weit darf der Staat gehen, wenn Politiker zur Zielscheibe von Spott, Satire oder zugespitzter Kritik werden? Und braucht es dieses Sonderrecht für Politiker überhaupt? Genau diesen Fragen geht NDR Reporterin Tanit Koch in dieser neuen Ausgabe von "KLAR" nach. Sie schaut sich Fälle an, in denen Menschen wegen Äußerungen über Politiker ins Visier der Strafverfolgung geraten sind. Dabei geht es um eine grundsätzliche Frage: Wie viel politische Provokation muss eine Demokratie, was müssen Politiker aushalten?
22:30
Reden und Rollen tauschen: Das Format "oha! Zwei Welten an einem Tisch" von NDR Info zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern bringt Menschen mit gegensätzlichen Meinungen und unterschiedlichen Lebenswelten zusammen - und lässt sie die Welt des jeweils anderen erleben. In jeder der vier Folgen tauchen die Protagonist*innen in den Alltag des Gegenübers ein, der ihnen fremd ist und den sie in Teilen ablehnen. Begleitet von Host Daniel Frevel führt dieser Perspektivwechsel schließlich an einen Tisch, an dem Tacheles geredet wird - mit offenem Ende. Diskutiert werden Themen, die die Menschen im Land bewegen und zuweilen spalten: was stört, was ängstigt, was gibt Zuversicht? "oha! Zwei Welten an einem Tisch" schafft Raum für direkte Gespräche. Im Mittelpunkt steht dabei der Dialog und die Vielfalt der Perspektiven. Das 20-minütige Format wird für die ARD Mediathek produziert und erscheint in einer 30-minütigen Version auch im NDR Fernsehen. Eine crossmediale Auswertung ist im Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern sowie bei NDR Info über Hörfunk, Fernsehen, Online und Social Media geplant.
23:00
Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ist das Land unter Druck, die Bevölkerung verunsichert, die Stimmung vielerorts mies. Wo entsteht der Frust? Was muss sich ändern? Können die Landtagswahlen zu einem Wendepunkt für die Demokratie werden? Mit einem mobilen Studio sind Jan. N. Lorenzen, Emma Mack und David Holland durch den Osten Deutschlands gezogen und haben mit 50 Menschen gesprochen - darunter Prominente wie Franziska van Almsick, Claus Weselsky und Martin Brambach, aber auch Bürgermeisterinnen und Landräte, Unternehmer und Bauern, Schulleiterinnen und Klinikchefs, Engagierte in Bürgerinitiativen und einfache Wähler. So kommen u.a. zu Wort: Ariane Berger, Hauptgeschäftsführerin des Landkreistages Sachsen-Anhalt, Sören Benn, ehemaliger Bezirksbürgermeister von Berlin-Pankow, Mandy Schumacher, Bürgermeisterin von Gardelegen, Jörg Neumann, Bürgermeister von Dabel, Dirk Neubauer, ehemaliger Landrat von Mittelsachsen. Sie alle äußern sich zur aktuellen politischen Situation. Sie erzählen von ihren Erfahrungen mit Ämtern und Behörden mit überbordender Bürokratie, mangelnder Transparenz bei politischen Entscheidungen, unklaren Strukturen und sich überschneidenden Zuständigkeiten. Alle engagieren sich, setzen sich ein - für ihre Kommune, ihren Ort, ihre Gemeinde. Doch ihr Engagement wird oft ausgebremst, zum Teil sogar unmöglich gemacht. Doch es gibt Hoffnung. Einige Lösungsansätze liegen auf der Hand: mehr Transparenz und Kommunikation zwischen Politik, Verwaltung und den Menschen vor Ort, Bürgerbeteiligungen stärken, überbordende Bürokratie abbauen. Was wir brauchen, so fordern es viele der für diesen Film interviewten Personen, ist eine neue Kultur des Vertrauens, eine Rückverlagerung von Entscheidungen auf die Kommune als Herzkammer der Demokratie.
23:45
Unsere Hände sind wahre Multifunktionswerkzeuge. Kein anderer Körperteil ist so beweglich, sensibel und gleichzeitig so belastbar. Aktuelle Studien zeigen, dass die Verbindung zwischen Hand und Gehirn entscheidend für unsere kognitive Gesundheit ist. Jede Berührung, jedes Anfassen erzeugt ein Feuerwerk im Gehirn. Feinmotorische Übungen und gezieltes Handtraining können helfen, neurodegenerativen Erkrankungen vorzubeugen oder sie abzumildern. Wie genau funktioniert das? Die Dokumentation begleitet Emma Bernhard bei den Westdeutschen Meisterschaften im Lead-Klettern. Die 22-jährige hessische Meisterin gehört zu den Top-Sportkletterinnen Deutschlands in den Disziplinen Lead-Klettern und Bouldern. Beim Klettern zählt jeder Hand-Griff. Doch was nach reiner Muskelarbeit aussieht, ist in Wahrheit ein komplexer Denkprozess. Das erfährt Emma, als sie die Sportpsychologin Dr. Lisa Musculus in der Sporthochschule Köln besucht, die ihr Kraft- und Planungspotenzial untersucht. Kletter-Profis erkennen schneller, was wichtig ist - zum Beispiel welche Griffe sie brauchen oder welche Route sie nehmen müssen - eine Kompetenz, die ihnen auch in anderen Lebensbereichen enorm hilft. Vor drei Jahren erlitt die 29-jährige Katharina Borck einen Schlaganfall und kämpft sich seitdem mit nur einer funktionsfähigen Hand zurück in ein eigenständiges Leben. An der Uniklinik Frankfurt könnte ihr eine neuartige Therapie helfen. Mit einem Neurostimulationsverfahren, das den motorischen Kortex gezielt ansprechen und stärken soll, versucht das Team um den Neurologen und Neurowissenschaftler Prof. Christian Grefkes-Hermann, die Bewegungsfähigkeit von Katharinas rechter Hand zu verbessern. Wird die Therapie gelingen? Die Hände von Uhrmachermeister Robert Hoffmann sind sein wichtigstes Werkzeug. Sie sind durch seine tägliche Arbeit feinmotorisch besonders geschult, ruhig und präzise. Sie können Bewegungen millimetergenau ausführen und spüren kleinste Unterschiede in Materialien oder Mechanik. In der Uhrenmanufaktur, in der Robert arbeitet, möchte der Entwicklungspsychologe Prof. Sebastian Suggate von der Universität Regensburg herausfinden, was in den Köpfen der Menschen passiert, die jeden Tag mit feinster Motorik arbeiten, und er startet eine Studie: Bringt eine hoch entwickelte Feinmotorik Vorteile in bestimmten Bereichen der Intelligenz? Die Doku zeigt und erzählt, warum es so wichtig ist, dass wir unsere Hände ein Leben lang schulen. Wir sollten unsere Hände trainieren, um im Kopf möglichst fit zu bleiben.