18:15
Für viele Menschen ist es eine Horrorvorstellung: im Aufzug stecken zu bleiben. Gefangen in der Enge, wie kommt Hilfe? In Hamburg werden die Zahlen nicht extra ausgewertet, aber bundesweit passiert das mehr als 18.000 Mal im Jahr, dass ein Lift stecken bleibt. Und dabei benutzen Millionen Menschen täglich einen der rund 800.000 Aufzüge in Deutschland. Wenn doch mal wieder ein Fahrstuhl stecken bleibt und der Notruf gedrückt wird, dann rückt in Hamburg Aufzugmonteur Frank Seifert an. Ein- bis zweimal die Woche befreit er Menschen, die zwischen zwei Stockwerken feststecken. Er ist einer von mehreren, die im Rund-um-die-Uhr-Betrieb immer auf dem Sprung sind. Denn Zeit ist ein wichtiger Faktor, dass weiß Frank Seifert aus seiner Erfahrung. Mit jeder Minute sinkt die Laune der eingeschlossenen Person. Und manchmal steigt auch die Angst, einige Menschen werden in der Enge panisch. Manche Einsätze sind dann noch besonders dringend. Wenn der Aufzug für Krankenbetten in einer Klinik feststeckt, zählt wirklich jede Minute: Operationen warten nicht und Patienten auch nicht gern. Dann kommt Frank Seifert ab und an schon mal ganz schön ins Schwitzen. Er muss allerdings Ruhe bewahren, schnell schalten, erst einmal den Fahrkorb sicher öffnen, Routine, die keine sein darf. Trotzdem liebt der 62-jährige Monteur seinen Job. Oft genug ist er ja auch der Held, der Personen aus einer Notlage befreit. Er ist überzeugt, einen der abwechslungsreichsten Berufe überhaupt zu haben, und das sagt er noch nach Jahrzehnten im Geschäft. Kein Tag gleicht dem anderen, kein Aufzug dem nächsten. Seiferts Arbeitgeber ist weltweit unterwegs: Die Firma baut neue Aufzüge ein, begleitet sie durch die TÜV-Prüfungen und betreut auch historische Modelle, etwa Paternoster, jene umlaufenden Aufzüge ohne Türen, die es früher in den Kontorhäusern zuhauf gegeben hat, die aber längst zu Raritäten geworden sind. Zu Seiferts täglichen Aufgaben zählen Inspektion, Wartung und die Beseitigung von Störungen. Das ist Routine. Aber wenn dann wieder jemand den Notknopf gedrückt hat, dann muss die Arbeit warten und der Tag nimmt eine andere Wendung als geplant. Das bringt ihn an ungewöhnliche Orte: an einen Autoaufzug in einer Kfz-Niederlassung ebenso wie an den gläsernen Panoramalift im Mahnmal St. Nikolai, der Besucherinnen und Besucher 76 Meter in die Höhe trägt zu einem der spektakulärsten Ausblicke der Stadt.
18:45
Jan van Weyde hat es mit pointierten Alltagsbeobachtungen zur Meisterschaft gebracht. Und seinem Publikum gefällt das. Das Personal seiner Geschichten sind zum Beispiel Öko-Mamas und deren Zehenschuhe tragende Ehegatten samt Nachwuchs, aber auch sein eigenes Erleben von Frau nebst zwei Kindern lässt der Comedian gerne als Anekdote über Monster unterm Bett oder Turnbeutelsuche ins Programm einfließen. Angefangen hat der 47-Jährige als Schauspieler, seit über zehn Jahren schon steht er darüber hinaus als Stand-up-Künstler auf der Bühne. Auf dem Roten Sofa wird man mehr von seinem aktuellen Programm "Immer Weyder …" erfahren. Und Jan van Weyden verrät, warum Tischtennis für ihn zur Leidenschaft geworden ist.
19:30
* Neue PISA-Studie: Hamburger Perspektive * Polizeikontrollen Drogen im Straßenverkehr * Live vom Jahresfest der Hamburger Vertretung in Berlin * Johannes Oerding bei der NDR Bigband * Programm des Filmfest Hamburg 2026 * Messe Handwerkswelten
20:00
Die Nachrichten der ARD
20:15
Hilfe bei Schlafstörungen: Wie wirksam ist Melatonin? Melatonin-Präparate gegen Schlafprobleme boomen: Viele Menschen greifen zu Tabletten, Tropfen oder Sprays in der Hoffnung, schneller einschlafen und endlich wieder besser durchschlafen zu können. Doch wie gut ist die Wirkung tatsächlich belegt? Und für wen können solche Mittel sinnvoll sein? "Visite" schaut auf die wissenschaftliche Evidenz und klärt, welche Dosierungen empfehlenswert sind. Gleichzeitig geht es um mögliche Nebenwirkungen und Unsicherheiten bei längerer Einnahme. Außerdem zeigt "Visite", wie Ein- und Durchschlafstörungen nach aktuellen medizinischen Leitlinien behandelt werden. Welche Alternativen wirklich helfen können, von Verhaltenstherapie über Schlafmittel bis Schlafhygiene, und wann ärztlicher Rat wichtig ist, dazu gibt es Informationen in der Sendung.
21:15
Das Politik-Magazin geht Missständen nach und dokumentiert die Folgen - hintergründig, engagiert und pointiert.
21:45
Die Nachrichten für den Norden: NDR Info liefert Nachrichten im Fernsehen, im Radio, im Web und als App.
22:00
Elisabeth "Bessie" Eyckhoff, die als Kriminaloberkommissarin neu zur Münchner Mordkommission gewechselt ist, wird gleich mit einem vertrackten Fall konfrontiert. Sie hat einen mutmaßlichen Serienmörder verhaftet, alles spricht für seine Schuld, doch die Beweise fehlen. Sie braucht ein Geständnis, um den gefährlichen Täter aus dem Verkehr zu ziehen, und zwar bis Mitternacht, sonst lassen die Richter ihn wieder frei. Der Beschuldigte ist hochintelligent, die Nerven im Team liegen blank, ein Verhörspezialist wird hinzugezogen. Und Eyckhoff muss kämpfen bis zur letzten Minute ...
23:30
Die Anschläge vom 11. September 2001 haben Folgen bis zum heutigen Tag. Für Andreas Rückewoldt haben sie das Leben völlig auf den Kopf gestellt. Als der Soldat am 11. September 2001 die Bilder der brennenden Türme sieht, weiß er sofort: wir werden eingesetzt. Auch wenn er erst Jahre später am Hindukusch kämpft, erlebt er die Anschläge als die eigentliche "Zeitenwende" in seinem Soldatenleben. Denn die Bundeswehr muss schmerzhaft lernen, was es heißt, eine Armee im Einsatz zu sein. Viele Soldaten erleiden schwere psychische Leiden, können die Erlebnisse nicht verarbeiten, finden nicht die nötige Unterstützung nach ihrer Rückkehr. Andreas Rückewoldt ist seit vielen Jahren schwer krank, er hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass gefallene Soldaten und Veteranen wie er nicht vergessen werden. Dass sein Sohn als Soldat ebenfalls in Auslandseinsätze geschickt wird, beschäftigt ihn. Obeid Said weiß seit dem 11. September nicht mehr, ob er sich in Deutschland sicher fühlen kann. Der gebürtige Afghane kommt in den 1980er-Jahren mit seiner Familie nach Deutschland, liebt die Freiheit, will sich bestmöglich in die deutsche Gesellschaft integrieren - und gerät nach den Anschlägen plötzlich ins Visier. Die Polizei steht vor seiner Tür, obwohl der Studierende nichts mit den Hamburger Todespiloten zu tun hat. Andreas Lohmeyer von der Hamburger Polizei organisiert im Herbst 2001 die Rasterfahndung. Die Behörden fürchten, dass es neben den Todespiloten weitere islamistische Terrorzellen in Hamburg geben könnte. Ihm ist wichtig, dass die Ermittler sehr genau hinsehen: "Was auf keinen Fall passieren darf, dass wir in eine gesamtgesellschaftliche Situation kommen, in der ein Moslem unter Generalverdacht steht", gibt er seinen Kollegen damals mit auf den Weg. Ob sein Vater sich in seiner zweiten Heimat USA irgendwann zu Hause gefühlt hätte, kann Nick Gorki nicht sagen, obwohl er die Frage gerne gestellt hätte. Aber Nick hat seinen deutschen Vater, Sebastian Gorki, nie kennengelernt. Sebastian Gorki aus dem Sauerland stirbt am 11. September 2001 im World Trade Center, Sebastians Freundin Paula ist mit Nick schwanger, kann sich in letzter Minute in Sicherheit bringen. Seitdem rätselt Nick Gorki, wie sein Leben verlaufen wäre, hätte er seinen Vater kennenlernen können. Mutter und Sohn verbindet eine enge Beziehung, gemeinsam haben sie versucht, den Verlust zu bewältigen. Doch eine Lücke bleibt für beide. "Das Erbe von 9/11 - Deutschland nach den Anschlägen" erzählt, wie die Anschläge bis heute nachwirken und welche gravierenden Konsequenzen sie für viele Menschen haben.